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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2021

Spannender Thriller für Menschen mit starken Nerven

Der Nachlass
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Als Theo die Nachricht erhält, dass seine Mutter Hedda im Sterben liegt, eilt er sofort in die heimische Villa, die idyllisch auf einer Insel im Tegeler See in Berlin, nur per Boot zu erreichen. Hier treffen ...

Als Theo die Nachricht erhält, dass seine Mutter Hedda im Sterben liegt, eilt er sofort in die heimische Villa, die idyllisch auf einer Insel im Tegeler See in Berlin, nur per Boot zu erreichen. Hier treffen sie nach Jahren wieder zusammen: Heddas Mann, ihr Zwillingsbruder, ihre 4 Kinder samt Partnern und eigenen Kindern. Kaum ist Hedda mit Hilfe ihres Arztes entschlafen, wird das Testament eröffnet: es geht um einen Wert von ca. 75 Millionen €. Doch wer gewinnen will, muss zunächst einen Wettkampf mit 27 Runden gewinnen. Was harmlos mit einem Wettlauf beginnt, verwandelt sich innerhalb der kommenden 4 Tage zu einem Spiel auf Leben und Tod.

Das in der Familie Laurent nicht alles ist, wie es scheint, ist schnell klar. Und die Aufklärung kommt in verschiedene Rückblenden scheibchenweise. Das ist durch die vielen Personen und die heftigen Zeitsprünge manchmal verwirrend, aber immer spannend. Der Schluss kam für mich zwar nicht unerwartet, aber doch überraschend. Aber Achtung: das ist nichts für schwache Nerven, denn her geht es wirklich zur Sache und ist stellenweise sehr grausam und blutrünstig.

Mein Fazit: Ein spannender Thriller für alle, die es heftig lieben.

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Veröffentlicht am 14.06.2021

Wenn hinter der gutbürgerlichen Fassade des Grauen lauert..........

Es wird jemand sterben
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1955 – ein kleines Dorf am Rande der Eifel. Die Spuren des Krieges sind fast beseitigt, die Wirtschaftswunderjahre beginnen. Den meisten Bewohnern des Dorfes geht es gut, doch es gibt Außenseiter, z.B. ...

1955 – ein kleines Dorf am Rande der Eifel. Die Spuren des Krieges sind fast beseitigt, die Wirtschaftswunderjahre beginnen. Den meisten Bewohnern des Dorfes geht es gut, doch es gibt Außenseiter, z.B. Metha und ihre Tochter Ursula, Flüchtlinge, die in einer Hütte untergekommen sind. Oder Pröll, der den Krieg nicht verkraftet hat und seine Frau schlägt. Als Ursula verschwindet, breche die Emotionen auf und schnell ist ein Schuldiger gefunden: der Dorftrottel Martin muss der Täter sein.

Herbert Pelzer hat mehr als einen Kriminalroman geschrieben: sehr eindrücklich erzählt er von den oft unterschwelligen Nachwirkungen des Krieges, von Fremdenfeindlichkeit, Neid und Hass. Viele „Unfälle“ und gewaltsame Tode pflastern des Weg des Kommissars Kaul, der das Verschwinden der jungen Ursula aufklären soll. Er stößt auf eine Mauer des Schweigens, wie es sich für eine richtige Dorfgemeinschaft gehört. Man regelt die Dinge unter sich, und so fällt der eine oder andere Dorfbewohner der Selbstjustiz zum Opfer.

Das ist spannend und gut zu lesen, die Atmosphäre stimmt, die Charaktere sind gut durchdacht und so plastisch beschrieben, dass man Ort und Personen förmlich vor sich sehen kann.

Mein Fazit: Ein spannender Roman mit Tiefgang, den man in kürzester Zeit nicht mehr aus der Hand legen kann. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 06.06.2021

'Frauen nicht nur in Korea

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung lebt das typische Leben einer koreanischen Frau: nach dem Studium die Heirat, dann kommt ein Kind und selbstverständlich bleibt die junge Mutter irgendwann zu Hause. Doch es ist nichts wie ...

Kim Jiyoung lebt das typische Leben einer koreanischen Frau: nach dem Studium die Heirat, dann kommt ein Kind und selbstverständlich bleibt die junge Mutter irgendwann zu Hause. Doch es ist nichts wie bei anderen jungen Paaren, denn Kim entwickelt eine Persönlichkeitsstörung: sie spricht auf einmal wie ihre Mutter, ihre Schwiegermutter, eine verstorbene Freundin. Warum das so ist – das versucht ein Psychiater herauszufinden. Und hier beginnen die Rückblenden, in denen wir von Kims bisherigen Leben erfahren.
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Es ist das Leben, das viele Frauen in Korea kennen lernen müssen, und nicht nur dort: junge Mütter entschuldigen sich bei ihren Schwiegermüttern, wenn sie „nur“ eine Tochter zur Welt bringen, Jungen bevorzugt behandelt bekommen selbstverständlich zuerst zu essen, kommen mit weniger Anstrengung weiter im Leben. Männer verdienen natürlich mehr als Frauen, obwohl diese mindestens dieselbe Leistung erbringen. Sexuelle Belästigungen sind schon fast an der Tagesordnung. Unterwürfiges Verhalten wird von Mutter zur Tochter weitergegeben und der Widerstand, der sich bei den Frauen regt, kommt erst langsam in Fahrt.

Das liest sich bestürzend anschaulich. Auch konnte ich nicht umhin, an einigen Stellen Parallelen zu eigenen Erlebnissen zu entdecken.

Mein Fazit: Dieser Roman ist kein literarisches Meisterwerk, aber ein wichtiger Roman über die Probleme der Frauen nicht nur in Asien. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 24.05.2021

Jurstische Grauzonen

Die Wahrheit der Dinge
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Frank Petersen ist Strafrichter mit Leib und Seele, sein Beruf beherrscht sein Leben. Er urteilt objektiv und gerecht – so zumindest denkt er. Doch ein Urteil droht, seine Familie zu zerstören. Bereits ...

Frank Petersen ist Strafrichter mit Leib und Seele, sein Beruf beherrscht sein Leben. Er urteilt objektiv und gerecht – so zumindest denkt er. Doch ein Urteil droht, seine Familie zu zerstören. Bereits 4 Jahre zuvor, als Corinna Meier in seine m Gerichtssaal kurz vor der Verkündung des Urteils den Mörder ihres Sohnes erschoss, geriet Franks Welt aus den Fugen. Jetzt macht er sich auf die Suche nach dem Warum und der Antwort auf die Frage, ob und wie er es hätte verhindern können.
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Inspiriert von tatsächlichen Fällen behandelt dieser Roman die Themen Recht und Gerechtigkeit, Selbstjustiz und Fremdenhass. Erzählt wird einerseits aus heutiger Perspektive die Geschichte des Strafrichters, seine Selbstzweifel, seine Suche nach Bestätigung und sein langsames Erkennen und Umdenken. Auf der anderen Seite wird in Rückblenden das Leben Corinna Meiers begleitet, die sowohl den Mann, den sie liebte, als auch ihren Sohn durch rechtsextrem motivierte Gewalttaten verliert.
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Das ist spannend und flüssig zu lesen, die Geschichte nimmt einen vollkommen in Beschlag. Die Personen werden allesamt sehr gut dargestellt, man kann sich gut in sie hineinversetzen und im Laufe der Zeit ihre Gedankengänge und Gefühle gut nachvollziehen. Das berührt und bewegt nachhaltig, und regt zum Nachdenken über die eigenen Vorstellungen und moralischen Denkansätze an.
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Mein Fazit: Ein spannender und bewegender Roman über juristische Grauzonen, Schuld und Gerechtigkeit, brisante und hochaktuelle Themen. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 22.05.2021

Krimi, Thriller und Fantasy in der ewigen Stadt

Imperator
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Rom in den 1960ern: eine Stadt der Extreme. Während am Tag die Touristen die Via Veneto bevölkern, ist die Straße nachts der Ort der Filmstars und Paparazzi. Korrupte Politiker feiern gemeinsam mit Adligen ...

Rom in den 1960ern: eine Stadt der Extreme. Während am Tag die Touristen die Via Veneto bevölkern, ist die Straße nachts der Ort der Filmstars und Paparazzi. Korrupte Politiker feiern gemeinsam mit Adligen Schwarze Messen. Über allem hängt noch der Nachhall der Mussolini-Ära und auch die Mafia ist hier zuhause.

In diese Stadt der Gegensätze und Gefahren kommt die junge Anna, um mehr über den Mord an ihrer Mutter zu erfahren. Sie findet bei ihrem Onkel Bruno Unterkunft und einen Job als Paparazza. Der ideale Ausgangspunkt, denn ihre Mutter war nach Rom gekommen, um sich hier mit einer bekannten Persönlichkeit zu treffen. In Spartaco, einem jungen Paparazzo, findet sie einen Verbündeten und gemeinsam geraten sie in einen Strudel aus Mord und Intrigen, denn eine Gruppe äußerst einflussreicher, mächtiger und reicher Personen will die Macht an sich reißen. Auch der ehemalige Polizist und heutige Privatdetektiv Palladino wird in diese Geschichte hineingezogen. Wird es den Dreien gelingen, das Schlimmste zu verhindern?

Wie es sich für einen echten Kai Meyer gehört, kommt noch eine gehörige Prise Mystery und Fantasy in Form von römischen Kaisern und Kaiserinnen und unerklärlichen Geschehnissen hinzu. Mit einem kontinuierlich ansteigenden Spannungsbogen entwickelt sich das Buch so innerhalb kürzester Zeit zu einem echten Pageturner. Besonders interessant zu erwähnen: ursprünglich ein Hörspiel wurde der Roman von Lisanne Surborg zu einem Roman umgearbeitet – und das absolut gelungen!

Mein Fazit: Ein spannender Mix aus Krimi, Thriller und Fantasy-Roman. Absolut lesenswert!

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