Profilbild von Barbara-Ann

Barbara-Ann

Lesejury Star
offline

Barbara-Ann ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Barbara-Ann über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2018

Tolle Familiengeschichte

Die Schnitzlers
0

Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich von Arthur Schnitzler vor diesem Buch noch nichts gehört, geschweige denn gelesen habe, fand ich die Geschichte dieser Familie doch sehr faszinierend. Schon ...

Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich von Arthur Schnitzler vor diesem Buch noch nichts gehört, geschweige denn gelesen habe, fand ich die Geschichte dieser Familie doch sehr faszinierend. Schon das Cover gefiel mir sehr gut und ich finde es auch passend, weil es ja eben um die gesamte Familie Schnitzler ab Johann Schnitzler geht und nicht nur um eine einzige Person. Genau das gefiel mir an dem Buch auch sehr gut. Eine Geschichte über eine Person wird schnell langweilig, vor allem, wenn man sich nicht schon vorher genau für diese Person interessiert hat. Das war aber in diesem Buch gar nicht der Fall, weil durch die verschiedenen und teils auch sehr unterschiedlichen Personen, die beschrieben wurden, eine gute Abwechslung gegeben war. Diese Personen wurden auch oft sehr detailliert beschrieben, was das Buch aber nicht langweilig machte, weil es eben wirklich eine Geschichte zu diesen Menschen zu erzählen gibt.

Gerade die gute und lange Beschreibung zeigt sehr deutlich, dass die Autorin für dieses Buch sehr gut recherchiert hat, was mir bei solchen Büchern immer mit am wichtigsten ist. Trotzdem ist das Buch nicht unbedingt wie ein Sachbuch geschrieben, jedenfalls ist es nicht so trocken geschrieben. Teilweise lässt es sich lesen wie ein Roman, weil der Schreibstil schon richtig gut ist. Außerdem gefällt es mir sehr gut, dass es nicht nur um die Familiengeschichte der Schnitzlers geht, sondern auch zu einem großen Teil um die Geschichte Europas zu der jeweiligen Zeit und vor allem natürlich auch um die Geschichte der Juden. Das alles macht das Buch zu einem interessanten Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 25.10.2018

Witziges Buch

"Ich hab dich rein optisch nicht verstanden"
0

Dieses Buch hat meine Erwartungen komplett erfüllt, die ich in es gesetzt hatte. Es sollte mich zum Lachen bringen und das hat es geschafft. Immer wieder hört man ja genau solche Gespräche und kann in ...

Dieses Buch hat meine Erwartungen komplett erfüllt, die ich in es gesetzt hatte. Es sollte mich zum Lachen bringen und das hat es geschafft. Immer wieder hört man ja genau solche Gespräche und kann in der Situation dann doch nicht lachen, weil es einfach bedeuten würde, dass man jemanden auslacht und das unhöflich wäre. Darum finde ich es toll, dass sich die Autoren die Mühe gemacht haben, so kuriose Gespräche zu sammeln und ein Buch mit solchen Gesprächen herauszubringen. Ich hatte in dem Buch sehr schnell meine liebsten Gesprächssituationen gefunden, über die ich besonders laut gelacht habe. Aber sicher hat jeder andere Lieblinge bei den Gesprächen und darum ist es toll, dass in dem Buch so viele Gespräche in völlig unterschiedlichen Situationen gesammelt wurden. Alles in allem ist das Buch sicher keine gehobene Literatur, aber das soll es auch nicht sein und das wird sicher auch niemand bei dem Titel erwarten. Aber es ist ein richtig tolles Buch, um auch nach einem harten Arbeitstag immer mal wieder eine Gesprächssituation zu lesen und sich daran zu erfreuen.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Ein Brite in Deutschland

Make me German! Zweisprachiges Wendebuch Deutsch/ Englisch
0

Ich habe noch nie ein Buch in der Art gesehen, dass da einmal der deutsche Text ist und wenn man es wendet, hat man die gleiche Geschichte nochmal in englischer Sprache. Daher fand ich es schon sehr interessant, ...

Ich habe noch nie ein Buch in der Art gesehen, dass da einmal der deutsche Text ist und wenn man es wendet, hat man die gleiche Geschichte nochmal in englischer Sprache. Daher fand ich es schon sehr interessant, als ich es auspackte und in Händen hielt. Erst mal wusste ich gar nicht recht, wie ich es nun lesen soll. Ich habe es dann so gemacht, dass ich mit dem deutschen Teil des Buches begonnen habe und mir immer mal wieder auch die Textstelle im anderen Teil herausgesucht und auf englisch weitergelesen habe. So habe ich es immer abgewechselt, damit ich von beiden Sprachen etwas hatte und trotzdem nichts doppelt gelesen habe. Ich denke eigentlich, dass das eine gute Möglichkeit ist, ein solches Buch zu lesen.

Das Buch selber handelt von einem Briten, der seit 7 Jahren in Deutschland lebt und als Schriftsteller sein Geld verdient. Dabei handeln seine Bücher wohl alle von seiner neuen Heimat Deutschland. Das Buch "Make me German" handelt von vielen kleinen Geschichten im Leben des Autors und wie er versucht hat, der deutschen Mentalität auf die Spur zu kommen, um uns besser zu verstehen. So ist er zum Beispiel einige Male als Mitfahrer in andere Städte gereist, um neue Menschen kennenzulernen und auch die Orte zu entdecken. Auch hat er sich eine Woche lang täglich 10 Stunden mit deutschem Fernsehen beschäftigt.

Wie er solche Dinge beschreibt, hat mich manches Mal zum Schmunzeln und auch einige Male zum Lachen gereizt. Der Schreibstil des Autors ist schon sehr angenehm zu lesen und auch seinen Humor mag ich sehr. So hatte ich das Buch in nicht ganz zwei Tagen ausgelesen. Mir gefällt es sehr, dass der Autor nicht mit dem erhobenen Zeigefinger über Deutschland schreibt, sondern sich wirklich auf das Land und die Menschen hier eingelassen hat, um das alles direkt kennenzulernen.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Segelnde Musiker

Sailing Conductors
0

Die beiden Freunde Benjamin und Hannes entschließen sich nach ihrem Studium dazu, erst mal eine Weile zu segeln und dabei Musiker aus aller Welt kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam eine CD zu produzieren. ...

Die beiden Freunde Benjamin und Hannes entschließen sich nach ihrem Studium dazu, erst mal eine Weile zu segeln und dabei Musiker aus aller Welt kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam eine CD zu produzieren. Das Projekt wird ins Leben gerufen, nachdem Ben in Australien zu Ende studiert hat und sich das Geld für den Rückflug sparen wollte. So kam er auf die Idee, den Rückweg auf einem Segelboot zurückzulegen. Alle, denen er davon erzählt, denken sich, dass er verrückt geworden ist. Nur Hannes denkt das nicht und beschließt direkt, diese Tour mitzumachen. So planen die beiden in ihrem letzten Studienjahr diesen Trip. Es ist klar, dass diese Planung nicht so einfach war, weil der eine in Australien ist und der andere in Deutschland war. Außerdem sind ja auch noch die Abschlussprüfungen zu machen gewesen.

Die beiden halten aber an ihrem Plan fest und schaffen es wirklich, ein Boot zu kaufen und damit zu segeln, auch wenn die Segelerfahrung der beiden vor ihrem Trip eher dürftig ist. das Boot nennen sie Marianne, nach dem Boot aus dem Film "Drei Mann in einem Boot" von Heinz Erhardt. Aber es geht ja auch nicht nur um das Segeln, sondern auch um die Musik, die den beiden sehr wichtig ist. Sie treffen an Land immer wieder Musiker, die sie vorher empfohlen bekommen oder die sie auch mal zufällig kennenlernen. Nach einer Zeit des Segelns sind sie immer auch eine Zeit an Land, um eben Musiker kennenlernen zu können und auch etwas am Boot zu richten, was kaputt ist. Auch neue Vorräte müssen natürlich gebunkert werden, damit die Crew für die nächste Weiterfahrt gerüstet ist.

Ich finde die Beschreibung dieser Reise sehr interessant. Die beiden Autoren beschreiben sehr gut die Vorbereitungen der Reise und all die schönen Tage an Bord und an Land. Aber auch Probleme werden nicht ausgelassen. Bei einer so langen Reise, wo man oft nur den Reisepartner tagelang zu Gesicht bekommt, ist es klar, dass es auch mal Streit gibt und auch darüber wird berichtet. Ein wenig gestört haben mich ein paar Rechtschreibfehler, die ich entdeckt habe, aber diese konnten natürlich meine Freude an der Lektüre keineswegs trüben. Es ist ein tolles Buch für jeden, der sich fürs Segeln, für Musik oder einfach nur fürs Reisen interessiert.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Verschiedene Charaktere auf dem Spielplatz

Eltern, die auf Schaukeln starren
0

Obwohl, oder vielleicht auch gerade weil ich noch keine Kinder habe, hat dieses Buch mich sehr begeistert. So konnte ich es einfach interessiert lesen, ohne darüber nachdenken zu müssen, zu welcher Mütterbeschreibung ...

Obwohl, oder vielleicht auch gerade weil ich noch keine Kinder habe, hat dieses Buch mich sehr begeistert. So konnte ich es einfach interessiert lesen, ohne darüber nachdenken zu müssen, zu welcher Mütterbeschreibung ich wohl am besten passen würde. Richtig toll werden von den Autoren die verschiedenen Mutter- und Vatertypen beschrieben. Auch wenn natürlich alles ein gutes Stück überspitzt formuliert wurde, ist die Einteilung und das beschriebene Verhalten der jeweiligen Eltern schon sehr gut gelungen. Es ist schon sehr gut auf den Punkt gebracht, wir sich die Helikopter-Mutter verhält und in allem ein drohendes Problem sieht oder wie der Kumpel-Papa sich freut, mit seinem Kind zu spielen.

Auch die Großeltern bekommen ihren Auftritt in dem Buch und sind vor allem erstaunt darüber, dass die Kinder heutzutage soviel Aufmerksamkeit bekommen, obwohl es früher mehr Kinder gab. Aber bei der Kindererziehung scheint sich in nur einer Generation doch so einiges geändert zu haben. Auch die verschiedenen Weltanschauungen, die in der Erziehung aufeinander prallen, werden sehr gut beschrieben. Natürlich denkt jede Mami, dass ihre Art der Erziehung die richtige ist und die anderen Mütter auf dem Spielplatz keine Ahnung haben.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und auch wenn es kein Ratgeber im eigentlichen Sinne ist, denke ich, dass es vielleicht einigen Müttern schon helfen kann, darüber nachzudenken, in welche Gruppe man sie einordnen kann und ob nicht vielleicht auch mal kleinere Veränderungen sinnvoll wären, bzw. ob nicht andere Erziehungsansätze auch ihre Daseinsberechtigung haben.