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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2019

Erschreckend realistisch, höchst amüsant, auf die Spitze getrieben!

Überflieger
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„Überflieger“ von Karin Ernst ist 2019 im Verlag Droemer HC erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 448 Seiten.

Um was geht es? (dem Klappentext entnommen):
Claire und ihr Mann Niko glauben, ...

„Überflieger“ von Karin Ernst ist 2019 im Verlag Droemer HC erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 448 Seiten.

Um was geht es? (dem Klappentext entnommen):
Claire und ihr Mann Niko glauben, es geschafft zu haben. Sie genießen finanzielle Unabhängigkeit, bewohnen ein wunderbares Haus in einer beliebten Großstadt, sehen blendend aus und sind gesund. Gerade von einem langjährigen Aufenthalt in den USA nach Deutschland zurückgekehrt, führen sie voller Stolz ihren wohlgeratenen Nachwuchs vor. Denn natürlich haben sie zwei großartige und begabte Kinder, denen der Erfolg quasi in die Wiege gelegt wurde.
Cordelia, die Ältere, ist eine talentierte Pianistin, vor allem aber ruhen die Hoffnungen auf dem jüngeren Sohn Raffi, der sich schon als Dreijähriger Lesen und Schreiben beigebracht hat und von dem alle Großes erwarten.
Doch mit Raffis Schuleintritt erweisen sich sämtliche Hoffnungen als reine Fantasie, und es beginnt eine wahre Tour de Force für die Familie…

Karin Ernst schafft es mit seinem Schreibstil gekonnt, den Leser in den Bann der Geschichte um die beiden Familien zu ziehen. Die Autorin schreibt klar, prägnant, schlicht, wunderbar humorvoll, spitzzüngig und treibt manches gerne auf die Spitze und darüber hinaus. Sie regt an, über den Umgang innerhalb von Familien nachzudenken, über Wunschphantasien, über Eigenprojektion in Kinder, über unser Schulsystem und dessen Unzulänglichkeiten allen Kindern gerecht zu werden, über den Fluch und Segen von Hochbegabung und den Umgang damit.
Mir persönlich hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich habe auch die teilweise überzogenen Schilderungen sehr genossen und darüber herzlich lachen können, denn dazu soll es sicherlich auch anregen: zum Nachdenken und Darüber-Lachen.

Fazit: „Überflieger“ ist ein sehr humorvolles, teilweise erschreckend realistisches Buch, das ganz deutlich am Schein und Sein, am Wunschtraum und der Wirklichkeit unserer Mittelschicht kratzt.
Lesespaß ist in meinen Augen hier 100% garantiert und ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 29.07.2019

Ein einzigartiger, wunderbarer und gefühlvoller Roman

Die Tage mit Bumerang
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„Die Tage mit Bumerang“ von Nina Sahm verfasst ist 2019 im Hanser Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 240 Seiten.

Annu ist umgeben von guten Freunden und genießt ihr Leben nach ihrem ...

„Die Tage mit Bumerang“ von Nina Sahm verfasst ist 2019 im Hanser Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 240 Seiten.

Annu ist umgeben von guten Freunden und genießt ihr Leben nach ihrem ganz eigenen Lebensstil. Eines Tages jedoch passiert ihr ein schrecklicher Unfall und ab da an verändert sich ihr Leben. Ihre Nachbarn und Freunde wenden sich ab. Annu steckt in einer echten Lebenskrise und weiß nicht mehr weiter und dann steht da eines Tages Bumerang, ein Schaf, in ihrem Garten…

Der Autorin Nina Sahm gelingt es sehr gefühlvoll, anschaulich und fesselnd zu schreiben und ich fand es einfach wunderbar, dieses Buch zu lesen und habe dies sehr genossen. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht, mitgedacht und mitgeweint und ich konnte mich wunderbar in all die Charaktere, aber vor allem in die bezaubernde Annu, hineinversetzen.
Besonders gut hat es mir gefallen, wie Nina Sahm die Entwicklung von Annu beschrieben hat, als ihr eben dieser schwere Fehler unterlaufen ist. Wie schön war es, zu bemerken, dass Annu aus der depressiven Phase wieder in ihr Leben zurückfindet und wieder akzeptiert wird, wie sie Mut und Hoffnung schöpft und wieder anfängt, an sich selbst zu glauben – auch dank guter Freunde.
Sicherlich hätte die Autorin an der ein oder anderen Stelle etwas mehr in die Tiefe gehen können, aber mir persönlich hat es so sehr gut gefallen.

Fazit: Ich empfehle dieses Buch gerne als sehr schöne, leichte Lektüre weiter. Es hat mich glücklich gemacht, hat mich schmunzeln lassen, nachdenklich gestimmt und im Augenwinkel saß auch die ein oder andere Träne. Ein toller, ganz besonderer Roman!

Veröffentlicht am 25.07.2019

Grausamkeit, Düsternis, Horror, Schönheit, Schmerz, Fantasie, Magie, große Emotionen – alles ist hier versammelt!

Das Labyrinth des Fauns
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Ich finde das Buch „Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke absolut großartig und überwältigend. Sie ist einfach eine grandiose Sprachkünstlerin und es gelingt ihr in ihrem Roman eine ganz eigene Welt ...

Ich finde das Buch „Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke absolut großartig und überwältigend. Sie ist einfach eine grandiose Sprachkünstlerin und es gelingt ihr in ihrem Roman eine ganz eigene Welt zu erschaffen, aus der ich mich als Leser fast nicht mehr losreißen konnte.
Das Buch ist im Fischer Verlag 2019 erschienen und umfasst 320 Seiten. Es wurde von Funke zu Guillermo del Toros preisgekrönten Film „Pans Labyrinth“ geschrieben.

Die Geschichte spielt in Spanien im Jahr 1944 und Ofelias Vater ist gestorben. Ihr Mutter hat einen neuen Mann, Hauptmann Vidal, kennen gelernt, ist schwanger geworden und zieht nun gemeinsam mit ihrer Tochter zu ihm in die Berge. Der Stiefvater von Ofelia ist ein sehr strenger, grausamer Mann der in sich keinen Funken Liebe verspürt. Er ist ein Monster und Ofelia flüchtet sich in ihre Fantasiewelt. Ofelia muss viele Aufgabe bestehen und am Ende stellt sich die Frage, ob das Gute über das Böse siegt.

Cornelia Funke schreibt wie immer fesselnd und sprachgewaltig. Sie ist eine unvergleichlicher Autorin und ich konnte mir all das Geschriebene sehr gut vor meinem inneren Auge vorstellen. Besonders beeindruckend finde ich, wie sie es schafft, einerseits die Grausamkeiten und den Horror zu schildern und andererseits die Liebe und Hoffnung mit ins Spiel zu bringen. Gerade diese Widersprüchlichkeiten im Buch haben mich als Leserin sehr gefallen.
Auch die immer wieder eingestreuten märchen- oder sagenhaften Geschichten, die zwischen den Kapiteln zu finden sind, sind ihr wunderbar gelungen. Genauso wie die unvergleichlichen schwarz-weißen Illustrationen von Allen Williams.

Fazit:
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für Leser, die vor Horror und Grausamkeit nicht sehr zurückschrecken, denn davon steckt genügend in dem Buch. Ob es also Jugendliche ab 14 Jahren, wie als empfohlenes Lesealter vom Verlag angegeben ist, lesen sollte, wage ich hier anzuzweifeln.
Der Ideenreichtum, der in der Geschichte steckt, hat mich absolut begeistert und auch das richtige Maß an Spannung und Phantasie überzeugt.
Grausamkeit, Düsternis, Horror, Schönheit, Schmerz, Fantasie, Magie, große Emotionen – alles ist hier versammelt!

Veröffentlicht am 23.07.2019

Ein märchenhafter Fantasy-Schatz!

Licht und Schatten
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Ich finde das Buch „Licht und Schatten“ von Zoran Drvenkar absolut großartig. Es gelingt ihm in seinem Roman eine ganz eigene herrliche Phantasiewelt zu erschaffen, aus denen man sich als Leser fast nicht ...

Ich finde das Buch „Licht und Schatten“ von Zoran Drvenkar absolut großartig. Es gelingt ihm in seinem Roman eine ganz eigene herrliche Phantasiewelt zu erschaffen, aus denen man sich als Leser fast nicht mehr losreißen kann.
Das Buch ist im Beltz & Gelberg Verlag 2019 erschienen und umfasst 584 Seiten. Das Cover ist wunderschön schimmernd gestaltet und zeigt eine offene, leicht düstere Landschaft.

Vidas Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben und so wächst das Mädchen bei ihrem Vater Solomon und ihren drei Tanten auf. Sie wird liebevoll umsorgt und gut behütet und versteckt, denn es umgibt sie ein Geheimnis: Vida kann das Licht in die Welt der Menschen zurückbringen und die Dunkelheit vertreiben. Dies ist ihre Bestimmung, mit der nicht jede Kreatur einverstanden ist. Ein großartiges Abenteuer beginnt.

Zoran Drvenkar ist ein unvergleichlicher Autor, dem es durch seinen Schreibstil gelingt durchgängig die Spannung aufrechtzuerhalten. Er schreibt anschaulich, spannend, atmosphärisch und lässt dem Leser dennoch genug Spielraum, sich seine eigenen Gedanken zu machen und diese in die Geschichte einfließen zu lassen.

Die Protagonistin Vida und ihre Entwicklung in der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ich konnte mich wunderbar in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen.
Die menschlichen Gefühle Liebe, Eifersucht, Zorn und Gewalt sind von Zoran Drvenkar ganz wunderbar in seinem Roman verwoben.
Das Ende des Romans ist zwar absolut gegeben, aber dennoch so offen, dass ich es wage, auf einen weiteren Band zu hoffen.

Fazit:
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
Der Ideenreichtum, der in der Geschichte steckt, hat mich absolut begeistert und auch das richtige Maß an Spannung und Phantasie überzeugt. Ich möchte mehr davon!

Veröffentlicht am 10.07.2019

So macht das Brotbacken richtig Spaß!

Brot backen mit Christina
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„Brot backen mit Christina“ von Christina Bauer ist 2019 im Löwenzahn-verlag erschienen und umfasst 168 Seiten im Format DIN A4.

Das Buch ist untergliedert in folgende Kategorien:
- Mein Back-ABC für ...

„Brot backen mit Christina“ von Christina Bauer ist 2019 im Löwenzahn-verlag erschienen und umfasst 168 Seiten im Format DIN A4.

Das Buch ist untergliedert in folgende Kategorien:
- Mein Back-ABC für Brot
- Brote ganz klassisch
- Alles Vollkorn
- Brote mit Sauerteig
- Brote mit wenig Hefe und viel Zeit
- Brote ohne kneten
- Brot einmal anders
- Süße Brote
- Zu guter Letzt

Der Autorin gelingt es mit ihrer klar verständlichen Sprache, ihre Rezepte sofort umsetzbar in die Küche zu bringen. Christina Bauer macht Anfängern mit einfacheren Rezepten Mut, sich an das Brotbacken zu wagen und gibt dann auch weiterführende Anregungen auf einem höheren Niveau.
In diesem Buch findet sicherlich jeder ein Brotrezept, das zu ihm passt.
Besonders gut hat mir gefallen, dass es Schritt-für-Schritt-Anleitungen gibt und diese mit tollen Fotos unterlegt sind. Auch werden anfangs wichtige Grundlagen gelegt was verwendete Zutaten, benötigtes Zubehör, Tipps für gutes Gelingen und kleine Probleme und ihre Lösung anbelangt.

Neben den Rezepten ist das Buch „Brot backen mit Christina“ mit vielen tollen Fotos von Nadja Hudovernik und Illustrationen von Verena Stummer gespickt. Dies ist für jeden Leser eine große Hilfe und es ist auch eine Freude, die Fotos und Illustrationen einfach nur anzusehen.
Man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden. Das Cover wirkt sehr ansprechend und natürlich und man meint förmlich, das Brot schmecken zu können – und Christina Bauer ist auf dem Cover die Freude am Brotbacken richtig anzusehen.

Fazit: Das „Brot backen mit Christina“ informiert praxisnah und anschaulich und hat mich als Hobbyköchin und -bäckerin sehr inspiriert. Es lädt förmlich zum Backen und Ausprobieren ein.
Ich persönlich habe jetzt schon einige Rezepte ausprobiert – habe sogar einen Sauerteig geführt und Brote damit gebacken und ich muss sagen: es war ein tolles und genussreiches Erlebnis und es war überhaupt nicht schwer!
Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen!