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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2020

Eine unerwartete Mischung aus Sach- und Erzählbuch

Das Faultier und die Motte
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„Das Faultier und die Motte: Die ungewöhnlichsten Tierfreundschaften“ von Emilia Dziubak ist im September 2020 im Verlag arsEdition erschienen und umfasst 32 Seiten. Das Lesealter wird mit 3-5 Jahren angegeben.

Kater ...

„Das Faultier und die Motte: Die ungewöhnlichsten Tierfreundschaften“ von Emilia Dziubak ist im September 2020 im Verlag arsEdition erschienen und umfasst 32 Seiten. Das Lesealter wird mit 3-5 Jahren angegeben.

Kater Homer sucht einen echten Freund und fragt sich, was denn eine gute Freundschaft ausmacht. Er überlegt genau und schließlich begibt er sich auf eine Reise in die weite Welt, um endlich einen für ihn geeigneten Freund zu finden. Dabei lernt er einige Tiere kennen, die miteinander ganz unterschiedliche und auch ungewöhnliche Beziehungen eingehen.

Auf jeweils einer Doppelseite erklärt Emilia Dziubak eine besondere Art der Freundschaft aus dem Tierreich. Dies geschieht mit einem sehr einfachen, kurzgehaltenen Sachtext und wirklich wunderschönen, detailverliebten Zeichnungen.

Emilia Dziubak hat hier eine sehr besondere Mischung aus Sach- und Erzählgeschichte entworfen, die wir so aufgrund des Titels und des Covers erst einmal nicht erwartet hatten und uns deshalb wohl zunächst auch etwas schwer damit getan haben. Letztendlich sind wir aber zu dem Schluss gekommen, dass es sich hier um einen ganz besonderen Schatz handelt, der nur leider mit dem Verhältnis von Bild und Text im Sachteil und auch dem Anspruch an die Rahmenhandlung nicht übereinstimmt.
Das angegebene Lesealter können wir auch nicht auf sich beruhen lassen, wir würden es auf „ab 6 Jahre“ setzen.

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Veröffentlicht am 28.12.2020

Ein winterliches Adventskalenderbuch, das von außen mehr verspricht als es dann von innen enthält – schade!

Vida und der Weihnachtself
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Das Buch „Vida und der Weihnachtself“ von Bjarne Reuter umfasst in der gebunden Ausgabe 136 Seiten, ist in 24 Kapitel unterteilt und 2020 im Edel:Kids Books Verlag erschienen.
Das winterliche, in meinen ...

Das Buch „Vida und der Weihnachtself“ von Bjarne Reuter umfasst in der gebunden Ausgabe 136 Seiten, ist in 24 Kapitel unterteilt und 2020 im Edel:Kids Books Verlag erschienen.
Das winterliche, in meinen Augen wunderschöne Cover lädt zum Lesen ein und lässt sehr viel weihnachtlichen Wichtelzauber vermuten. Vom Inhalt her konnte es mich nicht überzeugen, wobei das Potenzial vorhanden war.

Es hat unglaublich viel geschneit und das Mädchen Vida und ihr Bruder Karl sind auf dem Weg zum Großvater, der im Wald wohnt. Hier gibt es keinen Fernseher, dafür aber allerhand andere Dinge zu erleben. Auf der Fahrt mit dem Pferdeschlitten fällt Vida herunter und ist plötzlich ganz alleine im Wald. Doch dann trifft sie einen kleinen Elf, der ihre Unterstützung benötigt, um ein großer Weihnachtself zu werden. Vida hilft ihm natürlich und beide müssen vier geheimnisvolle Dinge suchen. Doch dies ist überhaupt nicht so einfach und ein richtiges Abenteuer beginnt.

Ich hatte für meine Kinder und mich ein tolles Adventskalenderbuch erwartet, das uns dann tatsächlich nicht sehr in Weihnachtsstimmung versetzt hat. Dies lag weniger am Schreibstil, der wirklich einfach und flüssig zu lesen ist oder an der Grundidee des Buches, die immer wieder vorhanden war, sondern vielmehr an vielen Einzelheiten, die insgesamt ein unsicheres Gefühl in mir hinterlassen haben. Dazu gehören unter anderem verwendete Schimpfwörter, ungehörigem Verhalten gegenüber dem Großvater, langatmige, unnötige Beschreibungen, die nur wenig bis eigentlich überhaupt nichts mit Weihnachten zu tun haben. Für Kinder ab fünf Jahren – so das empfohlene Lesealter – ist diese Geschichte sicherlich nicht geeignet.

Sehr gut gefallen haben mir die vielen wunderschönen Illustrationen von Ursula Seeberg. Sie fangen für mich absolut den weihnachtlichen und gleichzeitig winterlichen Zauber ein. Es gibt viel auf den Bildern zu entdecken und sie sind eine richtige Augenweide.

Fazit: Ein Adventskalenderbuch, das aufgrund der wunderschönen Illustrationen und auch der herrlichen Grundidee sicherlich ganz viel Potenzial gehabt hätte.
Schade, aber da gibt es wirklich schönere Bücher, die uns tatsächlich in Weihnachtsstimmung versetzen können.

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Veröffentlicht am 22.12.2020

Ein wunderbares Brotbackbuch von einer echten Müllerin, das besonderes Augenmerk auf das verwendete Getreide legt

Brot von daheim
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„Brot von daheim“ von Monika Rosenfellner ist 2020 im Löwenzahn-Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 176 Seiten. Die Autorin ist selbst eine echte Müllerin und gibt ihre Mühlengeheimnisse ...

„Brot von daheim“ von Monika Rosenfellner ist 2020 im Löwenzahn-Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 176 Seiten. Die Autorin ist selbst eine echte Müllerin und gibt ihre Mühlengeheimnisse in Bezug auf das Brotbacken preis. Ihr besonderes Fachwissen ist auf jeder Seite ihres Buches zu spüren und macht dieses Brotbackbuch zu einem ganz besonderen Schatz.

Das Buch ist untergliedert in zwei große Kapitel:
1. Von Körnern, Mehlen und Mühlengeheimnissen…
2. Ran ans Brot – Lieblingsrezepte für Backanfängerinnen und Brotprofis

Der Autorin gelingt es mit ihrer klar verständlichen Sprache, ihre Rezepte sofort umsetzbar in die Küche zu bringen. Monika Rosenfellner macht Anfängern mit einfacheren Rezepten Mut, sich an das Brotbacken zu wagen und gibt dann auch weiterführende Anregungen auf einem höheren Niveau.
In diesem Buch findet sicherlich jeder ein Brotrezept, das zu ihm passt.
Besonders gut hat mir gefallen, Monika Rosenfellner in ihrer Expertise als Müllerin zahlreiche Tipps und Anregungen bei den jeweiligen Rezepten gibt, dass sie aber auch toll auf die einzelnen Getreidesorten eingeht, auf das Thema „Sauerteig ansetzen“ und natürlich auch auf den Mahlvorgang in einer Mühle.

Neben den Rezepten und dem Expertenwissen einer Müllerin ist das Buch „Brot von daheim“ mit vielen tollen Fotos von Monika Prast u.a. gespickt. Dies ist für jeden Leser eine große Hilfe und es ist auch eine Freude, die Fotos und Illustrationen einfach nur anzusehen.
Man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden. Das Cover wirkt sehr ansprechend und natürlich und man meint förmlich, das Brot schmecken zu können.

Fazit: Das Buch „Brot von daheim“ informiert praxisnah und anschaulich und hat mich als Hobbyköchin und -bäckerin sehr inspiriert. Es lädt förmlich zum Backen und Ausprobieren ein. Das geteilte Wissen von Monika Rosenfellner als echte Müllerin gibt dem Buch das gewisse Extra.
Ich persönlich habe einige Rezepte ausprobiert – habe sogar einen Sauerteig geführt und Brote damit gebacken und ich muss sagen: es war ein tolles und genussreiches Erlebnis und es war überhaupt nicht schwer!
Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 21.12.2020

Ein unglaublich berührender, wunderschöner und faszinierender Roman

Tiger
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„Tiger“ von Polly Clark ist 2020 im Eisele Buchverlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 432 Seiten.

Dieses Buch ist ein tolles und intensiver Zusammenspiel von zunächst drei gänzlich ...

„Tiger“ von Polly Clark ist 2020 im Eisele Buchverlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 432 Seiten.

Dieses Buch ist ein tolles und intensiver Zusammenspiel von zunächst drei gänzlich unterschiedlichen Geschichten. Da wäre zunächst Frieda Bloom zu nennen. Sie ist Primatologin und lebt mit einem heftigen Trauma aufgrund eines schlimmen Überfall. Dieses Trauma entwickelte sich zu einer Morphiumabhängigkeit und sie musste ihre geliebten Arbeitsstelle bei den Bonobo-Affen hinter sich lassen. Ihr neuer Job in einem Zoo lässt sie eine besondere Beziehung zu einem sibirischen Tigerweibchen knüpfen.
Nun schwenkt die Geschichte zu Tomas, der in Russland gemeinsam mit seinem Vater ein Tigerreservat leitet. Die Beziehung von Vater und Sohn ist alles andere als einfach und Tomas steckt mehr in der Rolle eines Untergebenen. Ein weiterer Sprung lässt den Leser zu Edith und ihrer Tochter Sina in die Einsamkeit eines Waldes in Sibirien gelangen. Auch deren Geschichte wird nun sehr eindrücklich erzählt.
Schlussendlich wird die Geschichte der sibirischen Tigers selbst erzählt und damit verknüpft sich dann auch die Geschichte der menschlichen Protagonisten.

Polly Clark gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren einerseits feinfühligen und ruhigen Schreibstil in den Bann zu ziehen und andererseits schreibt sie sehr hart und krass und nimmt kein Blatt vor den Mund. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Frieda und Tomas, Edith und Sina anbelangt mit und konnte mich völlig in die menschlichen Protagonisten hineinversetzen und deren Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Genauso ist es Polly Clark auch gelungen, die Taiga vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen und sie beschreibt den Naturraum und das Leben des sibirischen Tigers sehr detailliert und genau. Polly Clark schafft es in ihrem Roman dann letztendlich auf sehr spannende und faszinierende Art und Weise die Schicksale von Frieda, Tomas, Sina und dem sibirischen Tiger zusammenzuführen. Ich habe dies sehr genossen.
Als Kritikpunkt muss ich jedoch auch die harten Szenenwechsel zwischen den Geschichten nennen. Oftmals absolut eingetaucht, wurde ich als Leser sehr schroff aus der jeweiligen Geschichte herausgerissen und musste mich erst einmal mit der „neuen“ Umgebung anfreunden – wurde aber dann nach wenigen Seiten wieder sofort in den Bann gezogen.

Fazit: Ein wunderschöner, feinfühliger und faszinierender Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Frieda, Tomas, Sina und dem sibirischen Tiger einzutauchen.
Es hat mich sehr berührt und bereichert und klingt ganz wunderbar in mir nach.

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Veröffentlicht am 16.12.2020

Ein wunderbares, spannendes Abenteuer gewürzt mit ganz viel frischer Bergluft!

Die kleine Dame in den Blauen Bergen (5)
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Familie Bär erwartet Besuch von der Oma, aber leider ist die Lieblingskuh der Oma krank geworden und sie kann nicht kommen. Kurzerhand beschließt Familie Bär stattdessen nun der Oma einen Besuch in den ...

Familie Bär erwartet Besuch von der Oma, aber leider ist die Lieblingskuh der Oma krank geworden und sie kann nicht kommen. Kurzerhand beschließt Familie Bär stattdessen nun der Oma einen Besuch in den blauen Bergen abzustatten. Die kleine Dame kommt auch mit, aber davon wissen nur die Kinder Lilly und Karlchen. Doch allzu lange bleibt dies kein Geheimnis, denn nicht nur die Lieblingskuh der Oma benötigt die Hilfe der kleinen Dame, sondern auch die kleine Dame selbst wird in den blauen Bergen ernsthaft krank. Ob wohl alle wieder gesund werden und wie wird die Oma auf die kleine Dame reagieren? Selberlesen und dabei ein tolles Abenteuer erleben ist angesagt.

Mit ihrem Buch „Die kleine Dame in den blauen Bergen“ ist Stefanie Taschinski ein weiteres wunderbares, lebendiges und sehr lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Arena Verlag 2020 erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 200 Seiten umfasst. Wenn ich richtig mitgezählt habe, dann ist es wohl das fünfte Abenteuer mit der kleinen Dame (die Extrabücher nicht mitgerechnet). Es ist geeignet für Kinder ab 8 Jahren zum Selberlesen, kann aber sicherlich auch schon ab 6 Jahren vorgelesen werden. Auf den ersten Blick spricht es sicherlich Mädchen an, es ist in meinen Augen aber auch für Jungs lesenswert.

Stefanie Taschinski gelingt es in einer absolut kindgerechten, klar verständlichen und modernen Sprache ihre Geschichte zu schreiben. Sie schafft es ab der ersten Seite eine Nähe zu ihren Lesern zu erzeugen. So macht das Lesen Spaß und Freude und die Geschichte ist ein richtiges Abenteuer!
Prima gefallen hat uns natürlich wieder die kleine Dame. Wir konnten prima mit ihr mitfühlen, uns mitfreuen und uns mit ihr ängstigen als sie so krank wurde. Aber auch die anderen Charaktere, wie Lilly, Karlchen und die Oma, haben uns begeistert. Chaka, das Chamäleon durfte natürlich auch wieder nicht fehlen. Mit der Oma hatten wir anfangs so unsere Probleme, weil sie so unnahbar und schroff zu ihren Enkeln und auch der kleinen Dame war. Aber sie macht ja eine tolle Entwicklung mit der ganzen Familie Bär und der kleinen Dame durch und am Ende haben auch wir sie ins Herz geschlossen.

Das Cover des Buches ist absolut passend zur Geschichte gestaltet und es gibt einiges darauf zu entdecken. Der Stil der Illustratorin Nina Dulleck ist einfach richtig toll. Er ist modern, witzig, detailliert und einfach frisch. Auch im Inneren des Buches sind so viele bunte Zeichnungen von Nina Dulleck zu finden, die das Gelesene sehr unterstreichen. Meine Tochter und mich hat es total angesprochen.

Und da uns nun so alles gefällt: die Geschichte insgesamt, die Charaktere, das passende Cover und die Illustrationen im Inneren des Buches und natürlich der frische und kindgerechte Schreibstil von Stefanie Taschinski, vergeben wir glatte 5 von 5 Punkten und wir hoffen darauf, das es noch weitere Bände um die kleine Dame, Chaka und Familie Bär geben wird.

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