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Veröffentlicht am 24.05.2018

Sing mir das Lied von Oblivion!

Oblivion Song 1
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Meine Liebe zu Comics reicht weit zurück, beruht allerdings hauptsächlich auf Asterix&Obelix sowie den Abrafaxen und erst vor wenigen Monaten habe ich (neben Animes und Mangas) das Subgenre der Graphic ...



Meine Liebe zu Comics reicht weit zurück, beruht allerdings hauptsächlich auf Asterix&Obelix sowie den Abrafaxen und erst vor wenigen Monaten habe ich (neben Animes und Mangas) das Subgenre der Graphic Novels entdeckt. Nachdem ich dann einiges online gelesen habe, war ich mir immer noch nicht sicher, wo genau ich mit dem Lesen anfangen sollte – und dann habe ich auf Lovelybooks die Leserunde für „Oblivion Song“ gesehen.

Für den ersten Band der Reihe (und auch für die folgenden) haben sich der Autor von „The Walking Dead“, Robert Kirkman, und der italienische Zeichner Lorenzo di Felici zusammengetan und ihr Werk kann sich durchaus sehen lassen – es ist spannend, nimmt den Leser mit und lässt ihn vollständig in der Welt von Oblivion versinken.


Worum geht es?

„Vor 10 Jahren verschwanden plötzlich 300 000 Einwohner Philadelphias in Oblivion.“ Zuerst versuchte die Regierung noch, sie aus dieser Parallelwelt, in der es von Monstern nur so wimmelt, zu befreien, doch irgendwann wurde das Programm eingestellt, so dass Nathan Cole der einzige ist, der weiterhin regelmäßig dorthin reist, um die Menschen zu retten. Warum er immer noch daran festhält weiß keiner so genau, doch fest steht, dass er nicht eher aufgeben will, bis er alle Überlebenden gerettet hat. Oder liegt es vielleicht daran, dass er der Musik des Oblivion Song nicht widerstehen kann?


Graphische und rhetorische Gestaltung


Das Cover des Buches gibt dem Leser schon mal einen Vorgeschmack darauf, was ihn innerhalb des Buches erwartet – starke Farben, viele Details und Wesen, die man so noch nicht kennt. Graphisch ist das Buch allgemein ein Augenschmaus, die Zeichnungen vermitteln mit Liebe zum Detail viele Emotionen und werden hervorragend durch die unterschiedlichen Farbpaletten ergänzt.

Inhaltlich ist zumindest der Anfang etwas verwirrend – man wird direkt in die Handlung geworfen, ohne mehr darüber zu wissen und erfährt erst nach und nach, was tatsächlich vor sich geht. Dabei hat der Autor die Kunst des „Storytelling“ jedoch perfektioniert, so dass die Inhalte nie belehrend oder langweilig wirken, sondern immer genau passen und nebenbei Informationen weiter geben.


Meine Meinung


Ich kenne mich weder mit Robert Krikman noch mit Graphic Novels aus, doch trotz allem hat mir das Buch sehr gut gefallen – und ich will unbedingt wissen, wie es weiter geht. Da es sich um den ersten Band einer Serie handelt hört die Geschichte natürlich (gefühlt) mitten in der Handlung auf und man weiß nicht, was als nächstes passiert. Die Folgeband ist, glaube ich, für das nächste Frühjahr angesetzt ...


Fazit


„Oblivion Song“ ist ein fantastischer Auftakt (im wahrsten Sinne des Wortes), der Lust auf mehr macht. Gleichzeitig enthält das Buch so viele Details, dass man es getrost mehrere Male hintereinander lesen könnte, ohne sich dabei zu langweilen. Wer sich wenig für Dystopien u.ä. begeistern kann, dem würde ich eher von dieser Graphic Novel abraten – allen anderen Lesern kann ich es jedoch nur ans Herz legen. Denn am Ende ist man selbst wie gebannt vom Oblivion Song.

Veröffentlicht am 24.05.2018

Einmal zum Meer und zurück

Ans Meer
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Es ist wieder diese Zeit im Jahr - man liest einen Urlaubsroman nach dem anderen und vor lauter Fernweh hält einen nur noch wenig zu Hause. Auch "Ans Meer" von René Freund weckt das Fernweh - allerdings ...

Es ist wieder diese Zeit im Jahr - man liest einen Urlaubsroman nach dem anderen und vor lauter Fernweh hält einen nur noch wenig zu Hause. Auch "Ans Meer" von René Freund weckt das Fernweh - allerdings ist es definitiv kein Urlaubsroman, sondern vielmehr ein spannendes Abenteuer und eine Geschichte, die zeigt, dass das Gute in der Welt noch nicht verloren hat.

Worum geht es?

Anton ist Busfahrer, weil das schon als Kind sein Traumberuf war und jetzt, Jahrzehnte später, macht er halt einfach weiter. Jeden Tag fährt er den Linienbus in die Stadt, um die Kinder zur Schule zu bringen und später wieder abzuholen. Sein einziger Lichtblick: Seine Nachbarin Doris, in die er sich irgendwie verguckt hat und die ausgerechnet auf solche Männer steht, die Anton in nichts ähneln - oder sich zumindest auch mal etwas trauen.

Doch dann steht sein Leben auf einmal Kopf, denn die krebskranke Carla, die er schon seit Jahren mit dem Bus zur Klinik fährt, hat beschlossen, dass sie ein letztes Mal das Meer sehen möchte, bevor ihre nächste Chemotheraphie beginnt. Und ausgerechnet Anton soll diese Reise leiten! Währe da nicht Doris Wunsch nach einem mutigen Mann gewesen, hätte er die Herausforderung vermutlich abgelehnt, doch so beginnt eine abenteuerliche Fahrt mit einem Haufen Passagiere, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Graphische und rhetorische Gestaltung

Das Cover war das Erste, was mich an diesem Buch angesprochen hat. (Noch vor dem Titel.) Es erinnert mich unheimlich an das von "Die hohen Berge von Portugal" von Yann Martel, einem meiner absoluten Lieblingsbücher und in dem Moment wr dann auch klar, dass ich "Ans Meer" unbedingt lesen muss.

Der Schreibstil des Autors ist unheimlich lustig und auch wenn es sich praktisch bei der Reise um eine Busentführung handelt wird das Buch nie zu ernst und bleibt auch stets unterhaltsam. Die Charaktere der Geschichte sind einfach einmalig und wunderbar zu erleben - angefangen bei Anton, der (gefühlt) keine Stunde ohne eine Butterbrezel überlebt.

Sprachlich hat mich das Buch öfters, im bestmöglichen Sinne, an ein Kinderbuch erinnert. Die Charaktere reden sehr ehrlich, aber nicht derb, und allgemein macht es Spaß, das Buch zu lesen.

Erzählt wird aus der Perspektive der dritten Person und natürlich dreht es sich dabei hauptsächlich um Anton, aber auch andere Charaktere "kommen zu Wort". (Bzw. ihre Gedanken.)

Meine Meinung

Bisher war dies mein erstes Buch von René Freund und ich war sofort hin und weg. Wenn seine Romane alle so sind ist meine Leseliste vermutlich gerade um mindestens einen halben Meter gewachsen.

"Ans Meer" macht einfach Spaß - die vielen unterschiedlichen Charaktere bieten eigentlich jedem eine Identifikationsmöglichkeit und langweilig wird einem auch nie. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen wollte! Der Autor hat so viele unerwartete Wendungen eingebaut, dass man ständig überrascht wird und gleichzeitig tritt das, was man von Anfang an vermutet/ befürchtet nicht ein.

Fazit

Insgesamt ist "Ans Meer" ein fantastischer kleiner Roman (mit 140 Seiten ist der Titel berechtigt), den ich jedem nur ans Herz legen kann. Antons Geschichte ist abenteuerlich und gleichzeitig unglaublich unterhaltsam, so dass ich aus dem Grinsen nicht mehr heraus kam. Eine Warnung sei jedoch ausgesprochen: Das Buch kann extremes Fernweh verursachen!

Veröffentlicht am 23.05.2018

Ein Lichtblick in der Dunkelheit

Die leise Erweckung
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Wir schreiben das Jahr 2017 nach Christus. Ganz Nordafrika befindet sich auf der Flucht und will zu uns. Ganz Nordafrika? Nein - doch das ist das, was viele dieser Tage schreien, anstelle sich die Zeit ...

Wir schreiben das Jahr 2017 nach Christus. Ganz Nordafrika befindet sich auf der Flucht und will zu uns. Ganz Nordafrika? Nein - doch das ist das, was viele dieser Tage schreien, anstelle sich die Zeit zu nehmen, um die Leute, die da kommen, näher kennen zu lernen. Doch das will dieses Buch ändern - mit 52 Geschichten von und über Flüchtlinge, die nicht nur eine weite Reise hinter sich haben, sondern dabei auch zu Gott fanden. Unter dem Herausgeber Theo Volland haben sich mehrere Autoren vereint und bei SCM Hänssler berührende Texte aus allen Ländern des Herrn zusammengetragen.

Worum geht es?

Zentrales Thema ist die Flüchtlingskrise und die vielen jungen und älteren Menschen, die in Deutschland oder durch deutsche Missionare Gott und Jesus neu begegnen. Viele davon sind oder waren gläubige Muslime, die jedoch durch die Taten des IS begonnen haben, an ihrem Glauben zu zweifeln. Die Tatsache, dass Jesus auch in ihrem Glauben als Prophet eine wichtige Rolle spielt macht es ihnen einfacher, sich mit dem Christentum auseinander zu setzen und selbst wenn darauf keine Bekehrung folgt, so doch ein Umdenken und eine neue Perspektive auf die Welt.

Die verschiedenen Schicksale, die in diesem Buch beleuchtet werden, sind nur ein Bruchteil von dem, was sich gerade "da draußen in der Welt" abspielt und trotzdem gehen sie nicht weniger ans Herz. Den Flüchtigen stehen zum Glück in vielen Fällen tolle Menschen zur Seite, die nicht nur ihren Glauben mit ihnen teilen sondern auch ganz praktisch helfen: Mit Deutschkursen, Behördengängen, Unterstützung bei Arztbesuchen oder einfach nur gemeinsamen Nachmittagen voller Spiel und Spaß.

Graphische und rhetorische Gestaltung

Das Cover ist vermutlich nicht jedermanns Sache - es wirkt ein bisschen esoterisch und wird vermutlich den einen oder anderen potentiellen Leser abschrecken. Mir persönlich jedoch gefällt es sehr gut. Das fröhliche Gelb-Orange steht für das, was das Buch auch zum Ausdruck bringt: Einen Lichtblick im Dunkeln, einen Funken Hoffnung.

Da hier viele unterschiedliche Autoren zusammenkommen lässt sich über Stil und Rhetorik nicht viel sagen. Die meisten Texte sind recht simpel gehalten, erzählen einfach nur und packen den Leser allein durch ihren Inhalt. Die Geschichten sind alle recht kurz, so dass man auch mal schnell "nebenbei" einen der Texte lesen kann, die am Ende jeweils durch ein Zitat oder einen Bibelvers ergänzt werden. Insgesamt sind die Geschichten in fünf Abschnitte unterteilt, die das Buch inhaltlich strukturieren.

Erzählt wird, je nach Text, meist aus der Ich-Perspektive, manchmal aber auch aus der dritten Person. Leider ist bei der Ich-Perspektive nie klar, wer die Person ist: Ob männlich oder weiblich, jung oder alt. Prinzipiell soll das wahrscheinlich keine Rolle spielen, aber wenn dann das "Ich" allein mit einer Gruppe muslimischer Männer spricht, stellt man sich natürlich schon die Frage, wer da spricht. An manchen Stellen ergibt sich der Sprecher aus dem Text, an anderen Stellen bleibt es offen - da ist definitiv Verbesserungspotential sollte es zu einer zweiten Auflage kommen. (Name und Wohnort dürfen gern anonym bleiben, Herkunft wäre vielleicht interessant - einfach um dem Leser eine Orientierung zu bieten.) Im Widerspruch dazu steht, dass sich hinten eine Liste von einigen der Autoren befindet - ziemlich zwecklos, denn man weiß trotzdem nicht, wer was geschrieben hat und dann hätte man die Liste auch weglassen können.

Meine Meinung

Ich bin nur mit wenig Vorwissen an das Thema herangegangen und habe, vor allem über die Beziehungen zwischen Christentum und Islam, viel Neues gelernt. Mich hat vor allem fasziniert, wie offen die Meisten auf das Thema Jesus reagiert haben - und was für Wunder heute noch mitten unter uns passieren. Verblüffend und wunderbar!

Fazit

Insgesamt hat mich das Buch überzeugt, auch wenn es (formal) noch Luft nach oben gibt. Die Geschichten sind sehr bewegend und machen Mut dazu, sich selbst entsprechend zu engagieren. Außerdem werfen sie ein komplett anderes Licht auf die Lage, als es in den Medien vermittelt wird. Denn allen voran sind die Geflüchteten Menschen die ihre Heimat verloren haben und hier dringend unsere Hilfe brauchen. Vielleicht öffnet dieses Buch dem einen oder anderen Leser die Augen - und ansonsten bestärkt es zumindest die, die bereits auf dem richtigen Weg sind.

Veröffentlicht am 06.05.2018

Auch an den schönsten Urlaubsorten herrscht keine heile Welt!

Madame le Commissaire und die tote Nonne
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Der neue Roman von Pierre Martin spielt, wie auch schon seine Vorgänger, in der Provence und weckt schon allein durch das Cover, viel mehr aber noch durch seinen Inhalt, in jedem normalen Leser das Fernweh. ...

Der neue Roman von Pierre Martin spielt, wie auch schon seine Vorgänger, in der Provence und weckt schon allein durch das Cover, viel mehr aber noch durch seinen Inhalt, in jedem normalen Leser das Fernweh. Am 03. 04. 2018 ist das Buch bei KNAUR erschienen und dank einer Lovelybooks-Leserunde durfte ich es bereits sehr zeitnah lesen!

Worum geht es?

Im Zentrum der Handlung steht Isabelle Bonnet, Sonderermittlerin der französischen Nationalpolizei und darin ziemlich gut. Gemeinsam mit ihrem Assistenten Apollinaire führt sie aus dem kleinen Provence-Städtchen Fragolin Ermittlungen durch und begegnet dabei den absonderlichsten Personen und Kriminalfällen.

Die Geschichte des Romans beginnt in den (wunderschönen) Domaine du Rayol, einem etwa 20 ha großen botanischen Garten an der Mittelmeerküste im Départment Var. Ursprünglich als Tagesausflug mit ihrer besten Freundin geplant gerät Isabelle schnell in die Ermittlungen um den Tod einer Nonne, die sich augenscheinlich von den Klippen zum Meer gestürzt hat. Die Gendamerie geht von Selbstmord aus, Isabelle ist davon jedoch nicht überzeugt und beginnt ihre eigenen Ermittlungen. Dabei führt ihre Forschung sie auf 384 Seiten quer durch das Département und bleibt dabei hochspannend, denn: Was tatsächlich die Ursache für den Tod der Nonne ist, erfährt der Leser erst im letzten Kapitel.

Graphische und rhetorische Gestaltung

Das Cover ist gleich schlicht wie interessant. Zwar hat es (aus der Perspektive des Lesers) recht wenig mit der tatsächlichen Handlung zu tun, jedoch macht es neugierig auf den Inhalt des Buches und da der Mittelpunkt des Coverbilds eine Kirche ist und das Opfer eine Nonne lässt sich ein gewissern Zusammenhang erahnen. Hauptinteresse war vermutlich, die für die Provence so typischen Lavendelfelder mit dem Thema das Buches zu vereinen, was natürlich gelungen ist. Durch die Farbgebung wirkt der Roman weniger bedrohlich und mehr wie eine spannende Urlaubslektüre, so dass vermutlich auch Leser, die normalerweise keine Krimis lesen, zu diesem Buch greifen werden.

Der Schreibstil des Autors ist sehr schlicht und, das sei an dieser Stelle angemerkt, auch wenn der Name anderes vermuten lässt handelt es sich bei diesem Buch um ein deutsches Original und nicht um eine Übersetzung. Sicherlich wäre dadurch sprachlich noch Luft nach oben geblieben, allerdings handelt es sich hier ja doch eher um Unterhaltungsliteratur und dafür war die Sprache etc. genau richtig.

Sehr gut gefallen hat mir eine rethorische Überlegung des Autors: An wichtigen oder selbstverständlichen Stellen wurden immer wieder französische Wörter und Sätze anstelle der deutschen Äquivalenten eingesetzt, was das Buch um einiges realistischer macht und auch eine schöne Atmosphäre erzeugt. So hat der Leser noch mehr den Eindruck, gemeinsam mit den Figuren in der Provence zu sein.

Erzählt wird die Geschichte konstant aus der 3. Person, die Sichtweise bleibt dabei durchgängig bei Isabelle Bonnet.

Meine Meinung

"Madame le Commissaire und die tote Nonne" ist bereits der fünfte Band um die Ermittlerin Isabelle Bonnet. Logischerweise werden dadurch natürlich auch Figuren aus der vorherigen Romanen aufgegriffen: So ergeben Isabelles Beziehungen sicherlich mehr Sinn, wenn man deren Vorgeschichten kennt und auch ein wenig Vorwissen über die Figuren kann nicht schaden.

Ich habe diesen Roman als ersten und damit ohne Vorwissen gelesen - was meiner Meinung nach hervorragend funktioniert hat. Dem Autor ist es geschickt gelungen, Details über die bereits bekannten Figuren in die Geschichte einfließen zu lassen, so dass letztendlich alle Leser auf dem gleichen Stand sind und so kann man getrost auch diesen Band zuerst lesen. Eine Vorwarnung sei jedoch vorangestellt: Der Roman macht Lust auf mehr und den Vorbänden kann man sich nach der Lektüre wahrscheinlich nur schwer entziehen.

Insgesamt hat mich "Madame le Commissaire" auf ganzer Linie überzeugt und Lust auf mehr gemacht. Die Handlung war (für einen Krimi) wenig blutrünstig, dafür aber umso spannender und Isabelle ist ein Charakter, den man vielleicht nicht unbedingt lieben aber dafür umso mehr bewundern muss: Der Elan und die Gewitzheit, mit der sie sich in ihre Ermittlungen stürzt, ist wirklich atemberaubend. Deswegen kann ich das Buch nur weiter empfehlen - an so ziemlich jeden, aber vor allem an die, die gerade wieder das Fernweh plagt!

Veröffentlicht am 01.05.2018

Roman oder Kurzgeschichte?

Das Mädchen, das in der Metro las
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Ich war mir auch nach dem Lesen des Buches nicht wirklich sicher - obwohl Ersteres ja klar und deutlich auf dem Cover steht. Wie ein Roman hat sich dieses Buch jedoch nicht angefühlt, eher wie eine Erzählung ...

Ich war mir auch nach dem Lesen des Buches nicht wirklich sicher - obwohl Ersteres ja klar und deutlich auf dem Cover steht. Wie ein Roman hat sich dieses Buch jedoch nicht angefühlt, eher wie eine Erzählung oder eine Kurzgeschichte. Zu viel bleibt offen, zu wenig Zeit vergeht - und dann stellt sich natürlich wieder die Frage, was einen Roman ausmacht ...

Unabhängig von alledem hat mir das Buch (diesen Titel verdient es auf jeden Fall) sehr gut gefallen - während ich es gelesen habe fühlte ich mich beim Lesen lebendiger als wenn ich es nicht tat und gleichzeitig hat es mich so sehr in Bann genommen, dass ich es gar nicht bei Seite legen konnte. (Wozu ich mich dann jedoch gezwungen habe, um die Leseerfahrung auf zwei Tage auszuweiten.) "Das Mädchen, das in der Metro las" ist ein magischer Text, jedoch nicht so magisch, wie ich zuerst gedacht hatte. Zwar wirken die Bücherverteiler tatsächlich wie eine Art mystische Organisation, könnten jedoch auch einfach so in unsere echten Welt existieren.

Allem voran hat das Buch in mir viele Fragen aufgeworfen, unter anderem auch darüber, ob es prinzipiell jedem Menschen möglich ist, ein passendes Buch zu finden oder ob das doch eher Wunschdenken ist? Ob es überhaupt für jeden ein passendes Buch gibt?

Ich werde das Buch auf jeden Fall auch im echten Leben weiter empfehlen und wer weiß - vielleicht ist es ja für jemanden genau das Buch, was er oder sie braucht oder wonach er oder sie schon immer gesucht hat!