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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Es gibt drei Seiten. Seine, meine und die Wahrheit

The Final Wife
3

Der Schönheitschirurg Luke Whitney wird erstochen aufgefunden. Anna, seine Frau, gesteht die Tat. Aber ist das auch so?
Detective Rebecca Dance erkennt schnell, dass hier der Schein trügen könnte. Die ...

Der Schönheitschirurg Luke Whitney wird erstochen aufgefunden. Anna, seine Frau, gesteht die Tat. Aber ist das auch so?
Detective Rebecca Dance erkennt schnell, dass hier der Schein trügen könnte. Die Abgründe, die hinter der glänzenden Fassade von Luke Whitney lauern, geben auch noch anderen ein Mordmotiv.
Jenny Blackhurst hat hier einen psychologischen Thriller geschrieben, der von seinen unerwarteten Twists und wechselnden weiblichen Perspektiven lebt.
Als Leser weiß man genau, dass hier alle Beteiligten lügen, aber es bleibt bis zum Schluss unklar, wer die Wahrheit sagen könnte.
Die unterschiedlichen Perspektiven lassen Einblicke in die Vergangenheit der Figuren zu, um dann wieder direkt in die aktuelle Situation zu wechseln. Die Thematik des Thrillers, Macht, Kontrolle und Dominanz in Beziehungen sind sehr realitätsnah dargestellt. Toxische Beziehungen, die auch im echten Leben oft zu finden sind.
Obwohl der Thriller durchaus lesenswert ist, gibt es ein paar Kritikpunkte. Die privaten Ereignisse aus dem Leben der Ermittlerin haben keinen Mehrwert für die Story und wirken auf mich störend. Zum Ende hin haben sich einige Logikfehler eingeschlichen, die die Auflösung nicht völlig stimmig und damit unrealistisch wirken lassen.
Insgesamt aber ein lesenswerter Thriller, bei dem man bis zum Ende im Unklaren bleibt

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein historisches Schwergewicht

Sieben Jahre
0

Friedrich der Große ist die Hauptfigur im neuen historischen Roman von Tanja Kinkel, der optisch ein wirklicher Blickfang ist.
Aus dem Leben von Friedrich dem Großen hat sich die Autorin den Siebenjährigen ...

Friedrich der Große ist die Hauptfigur im neuen historischen Roman von Tanja Kinkel, der optisch ein wirklicher Blickfang ist.
Aus dem Leben von Friedrich dem Großen hat sich die Autorin den Siebenjährigen Krieg als Grundlage für den Roman herausgenommen.
Natürlich folgt in dem Roman Schlacht auf Schlacht, Bündnisse wechseln, Intrigen bestimmen das Geschehen. Nicht umsonst wird der Siebenjährige Krieg auch in einigen Quellen als inoffizieller Erster Weltkrieg bezeichnet.
Hier wird aber der Fokus auf die Großmächte, Maria Theresia von Österreich (die ewige Gegenspielerin von Friedrich), Preußen, Großbritannien und Frankreich gelegt.
Die andere Seite des Romans ist aber die menschliche Seite der Figuren. Besonders geht die Autorin hier auf das Verhältnis der Brüder Friedrich und Heinrich ein. Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und deren kompliziertes Verhältnis die Handlung des Romans mit beeinflusst. Auch die familiären Hintergründe, das schwierige Leben unter einem despotischen Vater, die Rolle der Frauen in dieser Zeit, unterdrückte bzw. offen ausgelebte sexuelle Neigungen spielen eine große Rolle.
Die Vielzahl der Personen stellt dabei eine Herausforderung dar, bei der das Personenverzeichnis zu Beginn des Romans sehr hilfreich ist.
Die Nebenfiguren bilden eine gute Ergänzung, besonders zu nennen ist hier der Page Hannibal, der mir persönlich am besten gefallen hat.
Akribische Recherche über den Siebenjährigen Krieg, die Intrigen und Machtspiele, die privaten Einblicke in das Leben der Hauptfiguren zeichnen den Roman aus.
Es ist kein Buch, das man mal eben zwischendurch lesen kann, sondern es erfordert Konzentration und Durchhaltevermögen. Mir fiel es schwer, zu den Personen eine Bindung aufzubauen, die Distanz beim Lesen ist nie ganz verschwunden. Auch hätten dem Buch einige Seiten weniger sicher gut getan. Viele Passagen, vor allem aus dem Kriegsgeschehen, wären gekürzt, sicherlich noch genauso informativ gewesen.
Insgesamt aber ein durchaus lesenswertes Buch für Leser, die sich sehr für Geschichte interessieren, denn das ist hier die Hauptvoraussetzung, um Spaß an der Lektüre zu haben

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Grandioser Blick in die Zeitgeschichte der späten 70er-Jahre

Die Frau der Stunde
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Das Cover sticht farblich hervor, ohne aufdringlich zu wirken. Die abgebildete Frauenfigur spiegelt das wider, was der Roman thematisiert, eine starke Frau, die ihren Platz in der Männerwelt behauptet.
Catharina ...

Das Cover sticht farblich hervor, ohne aufdringlich zu wirken. Die abgebildete Frauenfigur spiegelt das wider, was der Roman thematisiert, eine starke Frau, die ihren Platz in der Männerwelt behauptet.
Catharina Cornelius, eine fiktive Figur, wird überraschend zur Außenministerin und Vizekanzlerin ernannt. In einer Zeit, in der Männer das politische Geschehen in Bonn dominieren und Frauen, wenn überhaupt, nur Randfiguren oder politische Mittel zum Zweck sind.
Die Story um Catharina Cornelius ist eingebettet in historisch belegtes Zeitgeschehen, die weiteren politischen Personen weisen Ähnlichkeiten mit bekannten Personen auf, ohne sie zu kopieren.
Ein zentrales Thema ist die damalige Revolution im Iran, die sehr persönlich wird, da eine der Hauptfiguren, Azadeh, die Freundin von Catharina, schon seit Jahren für die Rechte der Frauen im Iran kämpft.
Atmosphärisch ist der Roman perfekt gelungen, verrauchte Sitzungssäle, der stets präsente Alkohol, Intrigen und Machtspiele im Hintergrund. Wer politisch in dieser Zeit interessiert war, wird viele Dinge wiedererkennen, was diese Jahre geprägt hat.
Heike Specht ist Historikerin, das spürt man in jeder Zeile. Sie hat hier ein Buch über eine starke Frau geschrieben, mit all ihren Träumen, Ambitionen und Konflikten. Ein politisches Buch, über Macht, politische Strukturen und Geschlechterrollen, das sich fesselnd wie ein Krimi liest und am Ende Bedauern darüber auslöst, dass es zu Ende ist.
Dieses Buch ist eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe und ich hoffe, dass man von Heike Specht noch viel hört.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Konnte mich nicht mitnehmen

Die drei Leben der Cate Kay
0

Ein interessantes Cover, welches ihrer drei Leben kann sie da im Rückspiegel sehen? Der Klappentext hat mich sehr angesprochen. Eine gefeierte Autorin mit geheimnisvollem Hintergrund. Verborgene Identitäten, ...

Ein interessantes Cover, welches ihrer drei Leben kann sie da im Rückspiegel sehen? Der Klappentext hat mich sehr angesprochen. Eine gefeierte Autorin mit geheimnisvollem Hintergrund. Verborgene Identitäten, Lügen, schwierige Freundschaften. Wie wurde das öffentliche Bild zur Fassade und was steckt noch vom alten Leben in Cate Kay?
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und gibt dem Leser daher ganz unterschiedliche Definitionen von Ereignissen.
Mir fehlt jedoch im ganzen Buch der rote Faden. Die Charaktere sind nicht authentisch, sondern wirken oberflächlich und emotionslos.Die Handlung ist eher ereignisarm und die Wechsel zwischen den Zeitebenen und Perspektiven wirken planlos.
Keine der Identitäten konnte mich wirklich überzeugen. Das gehütete Geheimnis, nun ja.
Fazit: Das Buch hat meinen Geschmack leider nicht getroffen.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Charmantes Buch mit kleinen Schwächen

Ungezügelt
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Ich war neu im Andrea Schnidt Universum, habe aber den Einstieg mühelos gefunden. Das Buch ist definitiv auch unabhängig von der Reihe zu lesen.
Das Cover hat sich mir leider nicht erschlossen, den Hasen ...

Ich war neu im Andrea Schnidt Universum, habe aber den Einstieg mühelos gefunden. Das Buch ist definitiv auch unabhängig von der Reihe zu lesen.
Das Cover hat sich mir leider nicht erschlossen, den Hasen konnte ich in keinen Zusammenhang zur Geschichte bringen.
Zum Inhalt: Andrea, 60, will nochmal richtig durchstarten und ein Buch schreiben. Dies gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, vor allem die geforderten Spicy Szenen.
Der Schreibstil fällt sofort auf, locker, humorvoll, immer am Puls der Zeit. Die Geschichte lebt von ihren Figuren, die mit all ihren Ecken, Kanten und liebenswerten Eigenschaften gut dargestellt sind. Die Themen sind vielfältig, so dass sich die Leser generationsübergreifend angesprochen fühlen.
Kindererziehung gestern und heute, Demenz, Beziehungen, Kommunikation und Partnerschaft werden wie selbstverständlich angesprochen und geben doch so manchen Denkanstoß.
Die Passagen, die sich mit der Buchautorin Andrea beschäftigen, hätten für mich etwas gestrafft werden können. Sie wirken im Vergleich zum Rest des Buches etwas langatmig, um dann am Ende im Ergebnis eher im Sande zu verlaufen.
Insgesamt ein charmantes und humorvolles Buch, das mich gut unterhalten hat.

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