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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2018

Emotional und innovativ

Die Ballade von Max und Amelie
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"Die einäugige Hündin Narbe kann sich nicht vorstellen, dass eine wie sie jemals geliebt werden könnte. Doch dann verirrt sich der sanfte Hund Max zu der Müllkippe, auf der Narbe lebt. Er erzählt ...

"Die einäugige Hündin Narbe kann sich nicht vorstellen, dass eine wie sie jemals geliebt werden könnte. Doch dann verirrt sich der sanfte Hund Max zu der Müllkippe, auf der Narbe lebt. Er erzählt ihr von seinem wunderschönen Zuhause bei den Menschen und in der Hoffnung auf ein besseres Leben begleitet Narbe den Fremden auf die gefährliche Heimreise.

Unterwegs wird Max von Alpträumen geplagt, in denen die beiden ein Liebespaar sind, aber von einem Menschen getötet werden. Aber sind es wirklich Alpträume oder vielmehr Erinnerungen? Narbe wehrt sich anfangs dagegen, dass es ihr Schicksal sein soll, Max zu lieben. Doch kaum beginnt sie zaghaft an das Gute zu glauben, taucht der Mensch aus den Träumen auf..."


Alles in Allem vorweg muss man sagen, dass dies kein typischer Safier ist. Es handelt sich hier um eine emotionale Liebesgeschichte, gepaart mit viel Fantasie aber auch einer gehörigen Portion Traurigkeit. Mir hat die Heiterkeit die ich vom Autor kenne etwas in diesem Buch gefehlt. Dennoch muss ich sagen, dass ich die Idee und das Thema Reinkarnation (was auch behandelt wird) sehr spannend finde. Ich glaube man muss sich einfach darauf einlassen können um dieses Buch wirklich genießen zu können.

Mir hat der Schreibstil wieder einmal sehr gut gefallen, das Buch lässt sich flüssig und gut lesen. Das Cover und die Buchgestaltung sind wie alle anderen Bücher von Safier gehalten - gelb ist nicht unbedingt meine Farbe, jedoch finde ich hier das Motiv ganz schön.

Wer etwas für Tiere übrig hat und bereit ist über den Tellerrand hinauszuschnuppern wird hier ein solides Buch vorfinden, dass für gute Unterhaltung sorgt.

4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 11.12.2018

Tiefgründig und berührend

Die Unsterblichen
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"Sommer 1969: Wie ein Lauffeuer spricht sich in der New Yorker Lower East Side herum, dass eine Wahrsagerin im Viertel eingetroffen ist, die jedem Menschen den Tag seines Todes vorhersagen kann. ...

"Sommer 1969: Wie ein Lauffeuer spricht sich in der New Yorker Lower East Side herum, dass eine Wahrsagerin im Viertel eingetroffen ist, die jedem Menschen den Tag seines Todes vorhersagen kann. Neugierig machen sich die vier Geschwister Gold auf den Weg. Nichtsahnend, dass dieses Wissen für jeden von ihnen auf unterschiedliche Weise zum Verhängnis wird. Simon, den Jüngsten, zieht es Anfang der 1980-er Jahre nach San Francisco, wo er nach Liebe sucht und alle Vorsicht über Bord wirft. Klara, verwundbar und träumerisch, wird als Zauberkünstlerin zur Grenzgängerin zwischen Realität und Illusion. Daniel findet nach 9/11 Sicherheit als Arzt bei der Army. Varya wiederum widmet sich der Altersforschung und lotet die Grenzen des Lebens aus. Doch um welchen Preis?"

Durch das tolle Cover wurde ich auf dieses Buch aufmerksam und habe sogleich anfgenfangen zu lesen. Die Gestaltung des Buches ist sehr schön und stimmig zum Thema und Inhalt.

Das Buch ist in 4 Teile aufgegliedert, stellvertretend für die 4 Geschwister um die es im Buch geht. Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Seiten hat man sich gut daran gewöhnt und es ist flüssig zu lesen.

Die Geschichte hat mir einige schlaflose Nächte bereitet, da man sich mit diesem Thema ja nicht gerne und oft auseinander setzt. Ich habe mir oft die Frage gestellt, wie es wäre wenn ich wüsste wann und wie ich sterben werde. Ob ich anders handeln würde oder nicht so streng mit mir selbst wäre?

Ein interessanter Gedankengang und ein wahrhaft fesselndes Thema wird hier behandelt. Mir hat dieser Roman wirklich gut gefallen und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen wenn man sich für das Thema begeistern kann und offen für solche Fragen ist.

4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 10.12.2018

Ein toller Anfang

Der Apfelbaum
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"Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entstanden ist ein großer ...

"Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entstanden ist ein großer Familienroman vor dem Hintergrund eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte, die Erzählung einer ungewöhnlichen Liebe.

Berlin 1932: Sala und Otto sind dreizehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich ineinander verlieben. Er stammt aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie. 1938 muss Sala ihre deutsche Heimat verlassen, kommt bei ihrer jüdischen Tante in Paris unter, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Während Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg zieht, wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Dort stirbt man schnell an Hunger oder Seuchen, wer bis 1943 überlebt, wird nach Auschwitz deportiert. Sala hat Glück, sie wird in einen Zug nach Leipzig gesetzt und taucht unter.

Kurz vor Kriegsende gerät Otto in russische Gefangenschaft, aus der er 1950 in das zerstörte Berlin zurückkehrt. Auch für Sala beginnt mit dem Frieden eine Odyssee, die sie bis nach Buenos Aires führt. Dort versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen, scheitert und kehrt
zurück. Zehn Jahre lang haben sie einander nicht gesehen. Aber als Sala Ottos Namen im Telefonbuch sieht, weiß sie, dass sie ihn nie vergessen hat.

Mit großer Eleganz erzählt Christian Berkel den spannungsreichen Roman seiner Familie. Er führt über drei Generationen von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires. Am Ende steht die Geschichte zweier Liebender, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ihr Leben lang nicht voneinander lassen."

Ich kenne Christian Berkel wie viele Andere vermutlich als Schauspieler und Tatortkommisar. Da ich ihn als Schauspieler und als Person sehr interessant und talentiert finde, habe ich mich sehr gefreut dass nun auch sein Romandebut erschienen ist.

Das Cover und die Aufmachung finde ich sehr gelungen, auch wenn mich der lange Text auf der Vorderseite etwas stört, aber dennoch finde ich den Umschlag sehr schön.

Berkel hat hier seine Familiengeschichte niedergeschrieben und somit eine tolle Geschichte zu Papier gebracht. Eine Liebe zu Zeiten des Nationalsozialismus ist alles andere als einfach, das bekommen wir von Anfang an zu spüren. Die Charaktere sind alle schön ausformuliert und symphatisch.

Ich mochte den Schreibstil sehr gerne und habe dieses Buch relativ schnell ausgelesen. Ich freue mich auf weitere Bücher von Berkel.


Veröffentlicht am 10.12.2018

Neuer Blickwinkel

Gehen. Weiter gehen
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"Erling Kagge ist ständig unterwegs: Als einer der größten Abenteurer unserer Zeit war er am Nord- und am Südpol und bestieg den Mount Everest. Wenn er nicht auf Weltreise ist, läuft er zu Fuß ...

"Erling Kagge ist ständig unterwegs: Als einer der größten Abenteurer unserer Zeit war er am Nord- und am Südpol und bestieg den Mount Everest. Wenn er nicht auf Weltreise ist, läuft er zu Fuß zur Arbeit und macht Wochenendausflüge in die nahegelegene Natur. »Das Leben ist ein langer Fußmarsch«, sagt der Weltwanderer. In seinem neuen Buch »Gehen. Weiter gehen« schildert er eigene Erfahrungen, befragt Weggefährten, Philosophen und Schriftsteller und nimmt uns mit auf eine meditative Reise zu Fuß. Kagge erklärt, warum sich beim Gehen ein Glücksgefühl einstellt, die Gedanken zu fließen beginnen und wir dabei mit der Welt eins werden – egal wo wir gehen."


In Zeiten von zuviel Arbeit, zuviel Sitzen am Schreibtisch, auf der Couch liegen, ist Gehen eher zur lästigen Pflicht geworden, dabei bringt es soviel schönes mit sich.

Erling Kagge nimmt uns mit auf die Reise des gehens. Gehen ist viel mehr als nur Gehen - das wird uns in diesem Buch in kleinen Geschichten, Fakten und Anekdoten erzählt. Dieses Buch ist gut für zwischendurch um immer einmal wieder darin zu lesen, jedoch habe ich es nicht am Stück geschafft, da es nicht einfach ein normaler Roman ist.

Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, auch wenn einige Textpassagen sehr langatmig und überflüssig waren. Das Cover und die Gestaltung des Buches fand ich sehr ansprechend.

Alles in allem ein Buch dass man zwischendurch einmal lesen kann, wenn man etwas über den Tellerrand blicken möchte.

3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.10.2018

Erschütternde Trostlosigkeit

Mit der Faust in die Welt schlagen
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Inhalt:

"Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint ...

Inhalt:

"Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Die Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut. Und findet es.

Lukas Rietzschels Roman ist eine Chronik des Zusammenbruchs. Eine hochaktuelle literarische Auseinandersetzung mit unserem zerrissenen Land."


Meinung:

Der Roman ist in 3 Bücher unterteilt und ist in verschiedene Zeitebenen eingeteilt, was den langsamen Abrutsch der beiden Protagonisten noch deutlicher werden lässt. Im Buch geht es um zwei Brüder, die in Sachsen aufwachsen. Was den Roman besonders macht ist die Trostlosigkeit und langsam aufkeimende Feinseligkeit gegenüber den Sorben/Ausländern. Durch die Eltern vernachlässigt, da diese viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind geraten die beiden Jungen an Ramon und Menzel - Nazis. Hier wird durch Langeweile und Hoffnungslosigkeit schon einmal drauf los geprügelt oder Sachbeschädigung betrieben. Mich erschüttert auch, dass diese Kinder so wenig Erziehung genießen - und wenn dann die falsche Art und Weise davon. Man merkt von Anfang an, dass der Absturz und die Richtung in die die Jungs ihr Leben gehen werden bereits vorgegeben scheint. Der Autor schafft es diese Hoffnungslosigkeit und Dunkelheit zu Papier zu bringen. Der Schreibstil sagt mir persönlich leider nicht zu - ich fand ihn sehr zäh und langatmig - was dem Buch und der Geschichte aber nicht geschadet hat. Ich denke sogar dass das beabsichtigt und ein wichtiges Stilmittel für den Autor ist.

Obwohl es mir nicht zu 100% gefallen hat, ist es ein wichtiges Buch, gerade in anbetracht unserer derzeitigen politischen Lage.