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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2023

Mir fehlen fast die Worte

Ein Diktator zum Dessert
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Ich hab es wirklich versucht - hab es abgebrochen und in meinen kann-in-den-Öffibücherschrank-Rucksack gesteckt, wieder rausgeholt und mich gezwungen weiter zu lesen, aber genug ist genug.
Der Klappentext ...

Ich hab es wirklich versucht - hab es abgebrochen und in meinen kann-in-den-Öffibücherschrank-Rucksack gesteckt, wieder rausgeholt und mich gezwungen weiter zu lesen, aber genug ist genug.
Der Klappentext klang wirklich gut, der Titel ein Schenkelklopfer… nicht (Ihr wisst schon: eine Leiche zum Dessert, ein Diktator zum Dessert…. wuhahaha 🙄)
Eine 105jährige beschließt (nicht aus dem Fenster zu steigen) ihre Memoiren zu schreiben und somit all die Gräueltaten des 20. Jahrhunderts festzuhalten, die Ihr widerfahren sind… und ihr sind ALLE widerfahren. Aber eigentlich erfahren wir die grauenhaften historischen Begebenheiten in einem Schnelldurchlauf wie eine japanische Europareise. Die andere Hälfte des Buches nehmen die etwas entgleisten Sexfantasien des Autors ein, denn Rose ist nicht nur stolz darauf mit 10 Jahren von einem fetten alten Sack entjungfert worden zu sein und seit ihrem 8. Lebensjahr perfekte Blowjobs zu meistern, nein sie ist eigentlich ihr ganzes Leben lang dauerverliebt und auch mit 105 rattig wie ein 50jähriger Truckerfahrer mit Midlifecrisis… so fährt sie auf den 13jährigen Nachbarsenkel ab.
Nun … soll ich mehr erklären warum ich dieses Buch nun doch endgültig abgebrochen habe?

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Veröffentlicht am 07.02.2023

Großartiges Drama mit humoriger Gesellschaftskritik

Dieses Leben, das wir haben
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„So much for that“ lautet der original Titel dieses Buches und bringt den Inhalt damit ganz genau auf den Punkt! (Was sich Piper bei diesem langweiligen deutschen Titel gedacht hat, will ich noch nicht ...

„So much for that“ lautet der original Titel dieses Buches und bringt den Inhalt damit ganz genau auf den Punkt! (Was sich Piper bei diesem langweiligen deutschen Titel gedacht hat, will ich noch nicht mal mehr wissen… genauso wenig warum das Cover aussieht wie ein traniger Vampirroman).

Ein herausragender und großartiger Roman, der mich völlig mitgenommen hat, aber auch laut und herzlich lachen ließ. Lionel Shriver hat nicht nur lebendige Charaktere erschaffen, die einem beim Lesen wie echte Personen vorkommen, nicht nur eine tragische Geschichte fabuliert, bei der man alle Emotionen einmal durchlebt, sie teilt auch noch nach allen Seiten messerscharf aus. Ihrem sarkastischen Urteil entkommt keiner: Gesundheitssystem, Steuern, Regierung, Beamte und die Gesellschaft im allgemeinen und das ist mal verstörend aber dann auch wieder super lustig.

Das war ein Lesehighlight allererster Güte und auch die Übersetzerin Monika Schmalz hat einen super Job gemacht.
Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 05.02.2023

Extrem berührende Lebensgeschichte

Der Himmel über Manhattan
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Wow, das war keine einfache Kost. Trotz der Schwere der im Buch angesprochenen Themen, war es aber leicht zu lesen.
Jenna Blum nimmt sich viel Zeit zum erzählen, manche Leser würden vielleicht „Längen“ ...

Wow, das war keine einfache Kost. Trotz der Schwere der im Buch angesprochenen Themen, war es aber leicht zu lesen.
Jenna Blum nimmt sich viel Zeit zum erzählen, manche Leser würden vielleicht „Längen“ bemäkeln, ich fand es aber sehr angemessen, da man dadurch ein gutes Gespür für die Zeit und die Charaktere bekommt.

Eine große Beanstandung habe ich, allerdings an den Verlag gerichtet: Wie kommt man auf so einen derart bescheuerten Buchtitel, wenn es doch im Original hundert Prozent passt? Und der Klappentext lässt vermuten, dass die verfassende Person, dieses Buch maximal bis zu einem Teil gelesen hat, denn es spielt nur am Anfang in New York und in den 60er Jahren… die Geschichte umfasst eine Zeitspanne von zwanzig Jahren und im Vordergrund steht nicht irgendeine Liebesgeschichte, sondern ein regelrechtes Familiendrama, ausgehend von der Ermordung der Familie des Hauptprotagonisten durch die Nazis und wie das Fehlen dieser Familie sein weiteres Leben nachhaltig beeinflusst und das seiner Angehörigen bis in die nächste Generation. Und deswegen auch der original Titel „The lost family“.
Das Buch hat mich auf vielen Ebenen sehr berührt und betroffen gemacht und ich kann es Lesern mit stärkeren Nerven sehr empfehlen… wer für jede Kleinigkeit Triggerwarnungen benötigt, der sollte es lieber nicht lesen.
Rainer Schmidt hat dieses tolle Buch übersetzt.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Alleinerziehende Mutter findet sich selbst wieder

Ein Sommer nur für mich
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Ungefähr vor einem Jahr habe ich eine Leseprobe zu diesem Buch gelesen und sofort festgestellt, dass ich es brauche. Spritziger Humor, sympathische Protagonistin… perfekt. Also gekauft und ins Regal gestellt… ...

Ungefähr vor einem Jahr habe ich eine Leseprobe zu diesem Buch gelesen und sofort festgestellt, dass ich es brauche. Spritziger Humor, sympathische Protagonistin… perfekt. Also gekauft und ins Regal gestellt… jetzt endlich gelesen.
Ich war sofort wieder in der Handlung: allein erziehende Mutter zweier Teenager und plötzlich nach drei Jahren Stillschweigens, steht der Vater vor der Tür, der von einem Tag auf den anderen beschlossen hatte, dass die Familie zu viel für ihn sei. Er möchte wieder Zeit mit den Kindern verbringen…
Eine Geschichte über eine Frau, die von einem Moment zum nächsten alles alleine stemmen musste, viel Verzicht übte, alles gewuppt bekam und nun die Möglichkeit bekommt, einen Sommer lang nur für sich zu sein und all die Dinge nachzuholen, die schmerzlich auf der Strecke bleiben mussten.
All die inneren Dialoge, die Wut, das schlechte Gewissen… all diese völlig nachvollziehbaren Emotionen - verpackt in viel Humor. Ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen und bin speziell durch das letzte Drittel gerast.

Ein tolles Buch, das auch eine Verbeugung vor allen Müttern ist, die ohne Hilfe alles auf die Kette bekommen und darüber sich selbst vergessen. Perfekt übersetzt von Alexandra Kranefeld.

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Veröffentlicht am 01.02.2023

Frauenschicksal

Die Frauen vom Lindenhof - Ein Neuanfang für uns
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Ein süßlicher Roman über eine junge Frau, in den 50er Jahren, die voller Motivation den väterlichen Betrieb reanimieren will und auf allerlei Hindernisse stößt, garniert mit wohldosierten historischen ...


Ein süßlicher Roman über eine junge Frau, in den 50er Jahren, die voller Motivation den väterlichen Betrieb reanimieren will und auf allerlei Hindernisse stößt, garniert mit wohldosierten historischen Häppchen.
Mir waren die Charaktere etwas zu unschattiert, meiner Meinung nach, wären ein paar Graustufen gut gewesen.
Aber insgesamt ein gut zu lesender Frauenschicksalsroman, der ab und zu spannende Momente bietet aber auch viele positive Aussagen über Freundschaft, Familie und Zusammenhalt.
Leichte Kost für zwischendurch.

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