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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2024

Super recherchierte Fortsetzung

Admiral Nelson – Unter Englands Flagge
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Wie schon bei Band 1 überzeugte der Roman durch umfangreiche, detailgetreue Recherche, verpackt in einen spannenden, authentischen und gleichzeitig sogar lehrreichen Plot. Durch die wahre Begebenheit fand ...

Wie schon bei Band 1 überzeugte der Roman durch umfangreiche, detailgetreue Recherche, verpackt in einen spannenden, authentischen und gleichzeitig sogar lehrreichen Plot. Durch die wahre Begebenheit fand ich die Geschichte umso fesselnder und es war fast, als würde man eine historische Verfilmung sehen.
Dabei wird durch ein umfassendes Glossar unterstützt, in dem man immer wieder etwas nachschlagen kann und dadurch stets den Faden behält. Besonders sie Seemanöver werden dadurch klar und Verständlich, auch wenn man sich hier normalerweise überhaupt nicht auskennt :)
In Band 2 spielt die Liebesgeschichte zu Lady Hamilton eine entscheidende Rolle, sodass das Privatleben von Nelson nochmal von einer anderen Seite beleuchtet wird und es nicht nur um Schlachten und das harte Leben auf hoher See geht, sondern nochmal auf einer ganz anderen Ebene emotionale Sogkraft ausübt. Das liegt u.a. auch an dem gleichermaßen deepen wie literarisch hochwertigen Schreibstil.
Die Schlacht von Trafalgar am Ende hat mich ein bisschen zerstört - da ich zuvor nicht über die historische Figur recherchiert habe, hat mich die Auflösung unerwartet getroffen. Irgendwie würde man am liebsten wieder von vorne anfangen zu lesen, wo noch alles gut war 😂 Dennoch finde ich super, dass die Begebenheiten authentisch und schonungslos ehrlich wiedergegeben werden, ohne zu beschönigen oder irgendwelche euphorischen Weggabelungen zu erkünsteln.
Ich werde die Reihe bestimmt nicht zum letzten Mal gelesen haben und kann sie jedem empfehlen, der ein Faible für historisch hervorragend recherchierte wahre Begebenheiten realer Personen hat. Und wie wunderschön ist bitte diese Gestaltung der Innenklappen mit Ölporträt?!
5 ⭐

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Bridgerton meets My Lady Jane

Die Duellantin. Kein Herz ist unbesiegbar
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𝒟𝒾𝑒 𝒟𝓊𝑒𝓁𝓁𝒶𝓃𝓉𝒾𝓃

Thematisch hat mich der Roman sofort angesprochen - ich habe noch nie historisches NA mit Schwerpunkt Fechten gelesen, sodass diese feministische Interpretation für mich My Lady Jane mit ...

𝒟𝒾𝑒 𝒟𝓊𝑒𝓁𝓁𝒶𝓃𝓉𝒾𝓃

Thematisch hat mich der Roman sofort angesprochen - ich habe noch nie historisches NA mit Schwerpunkt Fechten gelesen, sodass diese feministische Interpretation für mich My Lady Jane mit Bridgerton verband und gleichzeitig etwas ganz Neues, Einmaliges schuf.
Der Schreibstil ist trotz Setting leicht zugänglich, man fliegt recht schnell durch die Seiten und kann das Buch ganz gemütlich an einem entspannten Abend auf dem Sofa erleben.
Die Protagonisten waren mir auf Anhieb sympathisch. Bei der Autorin gibt es nie toxische red flag Bookboyfriends, man muss hier wirklich nie mit dem Schlimmsten rechnen und weiß schon vor aufschlagen der ersten Seite, dass man sich mit der Protagonistin in einen wundervollen green flag guy verlieben wird. Wie die meisten hing ich von Anfang bis Ende zudem so so sehr an Nebemfigur Matteo und wünsche ihm einen geheimen Folgeband 💔
Elena hat mir richtig gut gefallen, sie war tapfer, mutig, direkt und hat nie klein bei gegeben, sondern ist stets für sich und ihre Träume eingestanden, ohne dadurch bockig oder anstrengend zu wirken. Ich mochte sie als Protagonistin unheimlich gern, sie hat so unglaublich viel durchgemacht und nur das Beste verdient.
An vielen Stellen habe ich mit ihr gelitten und gekämpft, an anderen hat mir der letzte Funke Emotionalität ein kleines bisschen gefehlt. Insgesamt jedoch hat mir das Buch wirklich gut gefallen, ich kann es Fans von einer sportlichen Bridgerton Variante ans Herz legen. Zudem gibt es eine Reihe unglaublich schöner Zitate zum Markieren - und wow, diese Innengestaltung 🧡

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Ehrlich, offen, Identitätssuche

My Body is a Cage
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m⃠y⃠ b⃠o⃠d⃠y⃠ i⃠s⃠ a⃠ c⃠a⃠g⃠e⃠

Der preisgekrönten Autorin gelingt es auf nur170 Seiten, eine unglaublich tiefe Sogwirkung zu entfalten und bis ins tiefste Innere zu erschüttern. Obwohl es primär um Anorexie ...

m⃠y⃠ b⃠o⃠d⃠y⃠ i⃠s⃠ a⃠ c⃠a⃠g⃠e⃠

Der preisgekrönten Autorin gelingt es auf nur170 Seiten, eine unglaublich tiefe Sogwirkung zu entfalten und bis ins tiefste Innere zu erschüttern. Obwohl es primär um Anorexie geht, schwingen viele andere relevante Themen mit: eine sensible Schwesterbeziehung, wobei Malina so sehr zu ihrer älteren, kranken Schwester aufsieht und gleichzeitig versucht, aus ihrem Schatten zu treten, dass es einem wieder und wieder das Herz bricht.
Lucinda mag nach außen eigensinnig, egozentrisch und ein kleines bisschen verrückt erscheinen. Eigentlich versucht sie aber einfach nur, so sehr sie selbst zu sein in einer Welt, die ihr eine bestimmte, passive Frauenrolle aufdrücken will, dass ihr Eskapismus absolut nachvollziehbar ist. Die einzige Macht, die ihr zuteil wird, ist die gegenüber unerfahrenen jungen Männern, bis sich auch hier eine Tragödie anbahnt, mit der ich so nie gerechnet habe.
Der Roman ist einfühlsam, emotional, deep, fast poetisch geschrieben, gleichzeitig schonungslos ehrlich und authentisch.
Ich bin mir nicht sicher, ob das Ende als Metapher zu verstehen ist, beide Varianten hätten mich sprachlos zurückgelassen.
Besonders gefallen hat mir, dass weder eine Lovestory noch die Krankheit beim Lesen vollends im Fokus stehen, sondern die Individualität und der Alltag der beiden Schwestern, eigentlich die Identitätsfrage und -suche heranwachsender junger Frauen, sodass man erst im Laufe des Plots merkt, wie übel es eigentlich um Lucinda steht.
Insgesamt hat mir der kurze Roman unglaublich gut gefallen und wird sicher noch einige Zeit nachwirken. Die Literaturpreise finde ich absolut gerechtfertigt, es ist literarisch absolut hochwertig gemacht. 5 ⭐

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Herzensreihe

Boys of Tommen 2: Keeping 13
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Wie schnell wurde diese Reihe zu meinem all time favourite NA 💔 I.d.R. bin ich gar nicht so der größte NA Romance Fan, weil mir das Schema oft zu vorhersehbar ist - but this 🥺
Obwohl der Umfang der Bände ...

Wie schnell wurde diese Reihe zu meinem all time favourite NA 💔 I.d.R. bin ich gar nicht so der größte NA Romance Fan, weil mir das Schema oft zu vorhersehbar ist - but this 🥺
Obwohl der Umfang der Bände weit über dem Durchschnitt liegt, könnte ich hier ewig weiterlesen. Selten hat mich ein Buch derart deep & emotional gepackt. Man könnte stundenlang mit den Protas weinen, schreien, verzweifeln, kämpfen, brechen, hoffen, sodass auch dieser Band nach beenden noch lange Zeit nachhängt - auf eine gute, berührende & iwie wichtige Weise.
Jeder einzelne Charakter hat es geschafft, sich in mein Herz zu stehlen. Es sind einfach so authentische, individuelle, 11/10 perfekt ausgearbeitete Figuren, als würde man sie in der Nachbarschaft/Schule jeden Moment persönlich treffen. Richtig heftige literarische Leistung.
Shannon & Johnny liebe ich zusammen so sehr, weil es nicht einfach eine random 🌶 Story ist, sondern sooo unglaublich tief greift und sie sich gegenseitig auf so viele Weisen das Leben retten, dass man es als Leser:in emotional kaum verkraften kann 🙈 Letzteres liegt u.a. daran, dass die Reihe eine Vielzahl unglaublich wichtiger Themen schonungslos ehrlich und dadurch glaubhaft behandelt. Gleichzeitig bringen die Nebencharaktere Witz, Charme und Humor in die Geschichte und lockern sie dadurch wundervoll auf.
Trotz der Länge konnte ich es kaum aus der Hand legen und muss unbedingt Bd 3 mit Joey weiterlesen, mein forever & always favourite bookbrother. Die Sogkraft dieser Reihe ist kaum in Worte zu fassen und definitiv mein NA Highlight 2024! 🧡

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Veröffentlicht am 04.12.2024

spannende, feministische Neuinterpretation

Rosaline
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Die Gestaltung des Buches ist unglaublich gut gelungen, ich bin ein großer Fan dieser neuen Art von Klappenbroschur, und auch innen ist es mit der Karte von Verona richtig hochwertig gestaltet.
Im Original ...

Die Gestaltung des Buches ist unglaublich gut gelungen, ich bin ein großer Fan dieser neuen Art von Klappenbroschur, und auch innen ist es mit der Karte von Verona richtig hochwertig gestaltet.
Im Original spielt Rosalin(d)e kaum eine Rolle, sie ist Romeos jüngste "Eroberung" & dient lediglich als Funktion, um Cousine Julia zu begegnen, für die er sie spontan verlässt. Deshalb finde ich es richtig interessant und eine tolle Idee, die Geschichte aus ihrer Sicht zu beschreiben.
Sowohl Rosa (15) als auch Julia (13) sind wahnsinnig jung, wachsen isoliert auf & lassen sich deshalb leicht von Romeos Charme und hübschem Gesicht einlullen. Ich finde es in dem Alter und Kontext absolut realistisch, dass sie hier eher naiv agieren, es ist die erste Verliebtheit, und Rosa erkennt sein wahres Gesicht zu spät. Plötzlich wird sie die einzige, die ihre Cousine zu beschützen versucht & macht eine unglaublich große und reflektierte Entwicklung durch. Zwar geben sich die Nonnen, in deren Kloster sie gesteckt wird, als große Frauenfreundinnen, doch zwingen sie ihr letztlich ein Leben auf, das sie nicht möchte. Wobei fraglich ist, ob sie in dem Zeitalter eine andere Wahl hätte.
Romeos Darstellung hier fand ich persönlich etwas überspitzt, das hatte in Kombi mit dem Mönch richtige soziopathische Züge zwischen Diebstahl, Vergew., Menschenhandel & Mord. Das hätte es mMn in dem Ausmaß gar nicht gebraucht. Er sollte wirklich bewusst als schlimmster aller schlimmsten Männer dargestellt werden mit 0 Aufmerksamkeitsspanne, obwohl er Julia im Original ja wirklich heiratet und nicht nur ausnutzt. Er blieb daher recht Schurken-eindimensional. Trzd war natürlich klar ersichtlich, worauf die Autorin hinauswollte.
Die vielschichtige, clevere, mutige Rosa hingegen hat mir als Protagonistin richtig gut gefallen.
Es wurde super herausgearbeitet, wie schwierig es damals für Frauen war, dass man quasi als Kind schon an alte Männer verkauft wird (Julia 13, Paris graue Haare), keine eigene Meinung oder Wünsche haben darf & sich zwischen Zwangsheirat & Kloster entscheiden kann, wobei Letzteres auch nicht unbedingt als save place dargestellt wurde. Aus feministisch-kritischer Sicht war diese Neuinterpretation daher mMn absolut relevant und gut gemacht, auch sprachlich konnte es mich überzeugen - es wurde nicht zu sehr modernisiert, was in dieser Form stilistisch prima gepasst hat.
Ich liebe es, dass es immer mehr solcher Neuinterpretation aus weiblich-reflektierter Sicht gibt.

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