Ein vorletztes Mal mit der WG in NYC
Purple Clouds - BittersweetLinh ist unglaublich aufgeregt, als ihr angeboten wird, bei Purple Clouds in NYC zu arbeiten. Sie wagt den großen Schritt von Berlin in den Big Apple - mit ihrer Heimat verbindet sie gerade sowieso viele ...
Linh ist unglaublich aufgeregt, als ihr angeboten wird, bei Purple Clouds in NYC zu arbeiten. Sie wagt den großen Schritt von Berlin in den Big Apple - mit ihrer Heimat verbindet sie gerade sowieso viele schmerzhafte Erinnerungen und freut sich auf einen Neuanfang. Sie rechnet jedoch nicht mit ihrem grumpy Kollegen Xander. Auf Social Media hat sie den Comic von Purple Clouds kritisiert und wurde von Jamie engagiert, um dem Cover ein Makeover zu verpassen. Xander ist jedoch gar nicht begeistert, nun mit der Frau arbeiten zu müssen, die seinen Comic mit so viel Kritik überzogen hat. Und so fliegen schnell die Fetzen ...
Xander kennt man sis den vorherigen Bänden als verschlossenen Menschen mit großem Beschützerinstinkt. Ich war unfassbar gespannt auf seine Geschichte.
Chefredakteurin Jamie spricht die Anstellung von Linh nicht mit Xander ab und Linh überführt an ihrem ersten Tag mit ihren Rollschuhen fast Xanders Hund Matcha - er bekommt also einen denkbar schlechten Eindruck von ihr. Und auch wenn Xander sich ihr gegenüber manchmal auch nicht souverän oder fair verhält, muss ich doch zugeben, dass ich seinen ersten Eindruck geteilt habe. Linh war für mich eine Figur, die erstmal schwer zu greifen war und definitiv ihre Fehler hatte. Umso schöner war es dann aber, die gelungene Charakterentwicklung im Verlaufe der Handlung zu erleben. Gerade das macht für mich eine gute Geschichte auch aus.
Xander selbst wird auch immer wieder von seiner Vergangenheit eingeholt. Aus seiner Sicht erfahren wir nun, was ihn umtreibt und dass er mit Panikattacken, Verlustängsten und Beziehungsunfähigkeit zu kämpfen hat.
Linh schafft es aber immer wieder, Risse in Xanders ruhiger Fassade entstehen zu lassen und beide spüren, dass sich hinter all den Spannungen nicht nur Ärger verbirgt, sondern auch eine Anziehung, die sie aus dem Gleichgewicht bringt - und der sie trotz aller Unsicherheiten nicht widerstehen können.
Die offene Kommunikation und der Wille, sich selbst und das Verhalten anderer zu reflektieren, hat mir bei den beiden sehr gefallen.
Zwischendurch gibt es immer wieder Artikel von Liam Washington, der über seine Erfahrungen mit toxischer Männlichkeit schreibt. Ein Kollege von Xander und Linh ist dabei schnell zu der für mich unbeliebtesten Figur der Handlung geworden. Ich fand es super treffend, wie Mouna diese Art von Mensch beschrieben hat!
Außerdem muss Linh sowohl das Zerbrechen einer engen Freundschaft verarbeiten als auch neue Freundschaften in NYC schließen. Auch das wurde nachvollziehbar beschreiben.
Und natürlich war es auch toll, alle Mitglieder der WG wieder zu treffen, inklusive Matcha, dessen kleiner Crush auf ein Eichhörnchen eine süße Nebenhandlung war.
Purple Clouds liest sich wie eine Liebeserklärung an feministisches Schreiben und dem Glück, dort ein Zuhause zu finden, wo die Wahlfamilie ist.