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Veröffentlicht am 05.03.2025

Zwischen Hoffnung und Enttäuschung

Böses Glück
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Meine Meinung und Inhalt

„Böses Glück“ von Tove Ditlevsen ist eine scharfsinnige und zugleich zutiefst berührende Sammlung von Erzählungen, die sich mit dem Leben von Frauen in der dänischen Arbeiterklasse ...

Meine Meinung und Inhalt

„Böses Glück“ von Tove Ditlevsen ist eine scharfsinnige und zugleich zutiefst berührende Sammlung von Erzählungen, die sich mit dem Leben von Frauen in der dänischen Arbeiterklasse der 1950er Jahre befassen.

Die Figuren in „Böses Glück“ bewegen sich in einem Umfeld, das von gesellschaftlichen Erwartungen und familiären Verpflichtungen geprägt ist. In „Der Regenschirm“ träumt eine Frau davon, ihr Leben durch den Besitz eines eleganten Accessoires zu verändern. Doch der ersehnte Regenschirm bleibt ein leerer Hoffnungsträger, der die Entfremdung zwischen Traum und Realität nur verstärkt. Diese schlichte, aber erschütternde Erzählung ist nur ein Beispiel für Ditlevsens meisterhafte Fähigkeit, innere Konflikte in prägnante, tiefgründige Szenen zu verpacken.

Was Ditlevsen besonders auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, in den unscheinbaren Momenten des Alltags das ganze Drama menschlicher Existenz zu erkennen. In den Erzählungen geht es nicht um große Gesten oder spektakuläre Ereignisse, sondern um die leisen, oft unsichtbaren Kämpfe, die im Inneren ihrer Protagonistinnen toben. Sie zeigt uns Frauen, die sich mit den Erwartungen ihrer Umgebung auseinandersetzen müssen und dabei ihre eigenen Wünsche und Sehnsüchte immer wieder hinten anstellen.

„Böses Glück“ ist eine Sammlung, die in ihrer Unspektakulärität geradezu schmerzhaft ehrlich ist. Ihre Erzählungen sind mehr als nur Momentaufnahmen – sie sind Reflexionen über die Zerbrechlichkeit menschlicher Träume und den oft unerreichbaren Wunsch nach einem besseren Leben.


Autor

Tove Ditlevsen (1917–1976), geboren in Kopenhagen, galt lange Zeit als Schriftstellerin, die nicht in die literarischen Kreise ihrer Zeit passte. Sie stammte aus der Arbeiterklasse und schrieb offen über die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Heute gilt sie als eine der großen literarischen Stimmen Dänemarks und Vorläuferin von Autorinnen wie Annie Ernaux und Rachel Cusk. Die »Kopenhagen-Trilogie« mit den drei Bänden »Kindheit«, »Jugend« und »Abhängigkeit« ist ihr zentrales Werk, in dem sie das Porträt einer Frau schafft, die entschieden darauf besteht, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben. Die »Kopenhagen-Trilogie« erscheint in über dreißig Sprachen und wird international als große literarische Wiederentdeckung gefeiert.


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Veröffentlicht am 05.03.2025

Zwischen Hoffnung und Schmerz

A Pessimist's Guide to Love
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Meine Meinung und Inhalt

Achtung BAND 2

„A Pessimist’s Guide to Love“ von Jennifer Hartmann setzt die Geschichte aus dem ersten Band fort und dreht sich diesmal um die komplexe Beziehung zwischen Lucy ...

Meine Meinung und Inhalt

Achtung BAND 2

„A Pessimist’s Guide to Love“ von Jennifer Hartmann setzt die Geschichte aus dem ersten Band fort und dreht sich diesmal um die komplexe Beziehung zwischen Lucy und Cal. Nachdem Lucy eine traumatische Erfahrung durchgemacht hat, kämpft sie mit den Nachwirkungen und dem Wunsch, sich wieder mit Cal zu verbinden. Cal selbst trägt jedoch schwere Schuldgefühle mit sich und flüchtet sich oft in Alkohol, was die Dynamik zwischen den beiden zusätzlich erschwert.

Die emotionale Tiefe der Charaktere hat mich wirklich sehr berührt. Besonders die Darstellung von Trauer und Verlust wird eindrucksvoll und realistisch aufgezeigt, was mir als Leserin viel abverlangt hat. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Protagonisten trotz all ihrer inneren Kämpfe langsam wieder aufeinander zu bewegen, während sie gleichzeitig lernen, sich selbst zu vergeben und zu heilen. Die Entwicklung ihrer Beziehung ist authentisch und emotional, was mir persönlich gut gefallen hat.

Trotzdem gab es Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass sich die Handlung wiederholt. Einige Themen und Konflikte aus dem ersten Band tauchen erneut auf, was für mich die Spannung etwas gemindert hat. Vielleicht hat die Autorin auch die Themen wiederholt, um eine erneute Verbindung zum ersten Teil aufzubauen, vielleicht auch um es Leser:innen, welche den ersten Teil nicht gelesen hatten, eine besser Zusammenfassung zu liefern.

Es schien für mich persönlich jedoch, als ob die Geschichte an einigen Stellen etwas in die Länge gezogen wurde, und ich habe mich gefragt, wann es endlich zu einer Auflösung kommt. Dennoch war die Reise der beiden Protagonisten bis zum Ende hin bewegend und hat mich nicht losgelassen.

Insgesamt finde ich, dass das Buch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit Liebe, Verlust und persönlichem Wachstum bietet. Auch wenn sich die Handlung stellenweise wiederholt, bleibt es eine emotionale und authentische Geschichte über zwei Menschen, die lernen, mit ihren Dämonen zu kämpfen und die Liebe wiederzufinden. Es war eine berührende Lektüre, die mich trotz ihrer ruhigeren Momente nicht losgelassen hat.


Inhalt

Manchmal braucht es Dunkelheit, um den schönsten Lichtschimmer erkennen zu können

Nachdem er Lucy beinahe für immer verloren hätte, reißen die Wunden vergangener Erinnerungen in Cal endgültig auf. Gefangen in einem Strudel aus Selbsthass und dem Glauben, schuld an der Verfassung seiner ehemals besten Freundin zu sein, flüchtet Cal sich in die betäubende Stille des Alkohols. Einzig dieser kann ihm helfen, die Vorwürfe und Ängste für eine Weile zum Verstummen zu bringen. Währenddessen versucht Lucy, wieder zurück ins Leben zu finden und sehnt sich nach ihrem besten Freund. Denn obwohl sie weiß, dass Cals Finsternis sie mit sich reißen könnte, ist sie bereit, mit all ihrer Helligkeit für sie beide zu kämpfen.


Über die Autorin

Jennifer Hartmann wohnt im Norden von Illinois mit ihrem persönlichen Liebeshelden und drei Kindern. Wenn sie nicht gerade gefühlvolle Liebesgeschichten schreibt, denkt sie wahrscheinlich über all die Möglichkeiten nach, wie sie die Herzen ihrer Fans brechen und wieder zusammensetzen kann. Sie liebt Sonnenuntergänge (denn der Morgen ist hart), Fahrradfahren, Reisen, Buffy the Vampire Slayer-Wiederholungen und die Tageszeit, in der Kaffee durch Wein ersetzt wird.


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Veröffentlicht am 05.03.2025

Ein Roadtrip der etwas anderen Art

Und wohin jetzt mit der Leiche?
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Meine Meinung und Inhalt

"Und wohin jetzt mit der Leiche?" ist der Debütroman der Schweizer Autorin Rahel Urech und erschien am 27. Dezember 2023 im Verlag Nagel & Kimche.

Der 336 Seiten umfassende Roman ...

Meine Meinung und Inhalt

"Und wohin jetzt mit der Leiche?" ist der Debütroman der Schweizer Autorin Rahel Urech und erschien am 27. Dezember 2023 im Verlag Nagel & Kimche.

Der 336 Seiten umfassende Roman erzählt die Geschichte der Buchhalterin Skara, die gemeinsam mit dem arbeitslosen Eisverkäufer Anton und dem idealistischen Anwalt Jonas auf einen skurrilen Rachefeldzug durch die Ostschweiz geht. Ihr Ziel: die Eiscafés ihres gemeinsamen Feindes niederzubrennen. Unterwegs haben sie nicht nur einen Flammenwerfer, sondern auch eine Leiche im Gepäck – Skaras verhasste Chefin, die versehentlich überfahren wurde.

Der Roman ist humorvoll, spannend und berührend beschrieben. Die Geschichte unterhält nicht nur gut, sondern macht absolut gute Laune und ist gut fürs Herz.

Insgesamt hat mir dieser Roman wirklch gut gefallen und bekommt eine klare Leseempfehlung, für alle die mal wieder lachen möchten und sich mittels einer guten Prise skurrilen Humor von einer originellen Handlung überzeugen lassen wollen.



Über die Autorin

Rahel Urech, Jahrgang 1977, studierte Biologie an der Universität Zürich und Journalismus an der Schweizer Journalistenschule MAZ. Zwölf Jahre lang arbeitete sie als Redakteurin bei verschiedenen Tageszeitungen, bevor sie sich 2018 mit einem Kommunikationsbüro selbstständig machte. Heute schreibt sie im Auftrag von Agenturen und der Eventbranche.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Ein intensiver Roman über Träume, Realität und den harten Alltag

Achtzehnter Stock
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Meine Meinung und Inhalt


"Sie hat hier alles, was sie braucht, und ich scheine die Einzige zu sein, der das nichtreicht, und ganz egal, wie viel Becher Pfirsichsekt ich
trinke, die Gegend wird ...

Meine Meinung und Inhalt


"Sie hat hier alles, was sie braucht, und ich scheine die Einzige zu sein, der das nichtreicht, und ganz egal, wie viel Becher Pfirsichsekt ich
trinke, die Gegend wird nicht besser und die anderen auch nicht schöner." (ZITAT)


In Achtzehnter Stock erzählt Sara Gmuer die Geschichte von Wanda, einer jungen Mutter, die mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie in einem Hochhaus in Berlin lebt. Der Fahrstuhl ist kaputt, das Treppenhaus ein Funkloch – und Wanda weiß nur eins: Sie muss hier raus. Ihr großer Traum ist die Schauspielerei, doch der Weg dorthin ist voller Rückschläge. Als sie endlich eine begehrte Rolle ergattert, muss sie entscheiden, wie viel sie sich und ihrer Tochter zumuten kann – und was Heimat wirklich bedeutet.


"Man wird zu den Menschen, mit denen man am meisten Zeit verbringt. Man wird eins mit der Umgebung, wie Fetzenfische zwischen Korallen
oder hässliche Gespenstschrecken auf irgendwelchen Ästen. Man gleicht sich an, bis man sich am Ende selbstnicht mehr sieht, und wenn man dann hinter vergilbten Gardinen und vorgehaltener Hand über die anderen redet, meint man eigentlich sich selbst." (ZITAT)

Der Roman besticht durch einen direkten, schonungslosen Schreibstil, der die harte Realität des Großstadtlebens einfängt. Ich habe mich in diesen Schreibstil wirklich verliebt.

Ich mochte außerdem die Darstellung der Protagonistin Wanda. Wanda ist eine starke, aber auch verletzliche Figur, die mit den Herausforderungen des Lebens kämpft, ohne ihren Traum aufzugeben. Die Atmosphäre des Buches ist dicht, manchmal bedrückend, aber immer authentisch.

Achtzehnter Stock ist ein mitreißender Roman über Mut, Entschlossenheit und die Frage, ob man seinem Schicksal wirklich entkommen kann. Für mich eine klare 5/5-Sterne-Lektüre!


"Wir haben genau die gleiche Aussicht, doch wir sehen nicht das Gleiche." (ZITAT)



Über die Autorin

SARA GMUER, 1980 in Locarno geboren, zog nach ihrem Abschluss an der Filmschauspielschule Zürich nach Deutschland. Sie stand für Dominik Graf und Die Ärzte vor der Kamera und als Rapperin auf der Bühne. Sie schrieb Songs, textete für Agenturen und fand dabei ihre ganz eigene Stimme. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Berlin.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Ein humorvoller Roman über den Verlust und die Suche nach Sinn

Was der Tag bringt
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Meine Meinung und Inhalt

In Was der Tag bringt erzählt David Schalko die Geschichte von Felix, einem Unternehmer in seinen späten Dreißigern, der durch die Pandemie sein nachhaltiges Catering-Start-up ...

Meine Meinung und Inhalt

In Was der Tag bringt erzählt David Schalko die Geschichte von Felix, einem Unternehmer in seinen späten Dreißigern, der durch die Pandemie sein nachhaltiges Catering-Start-up verliert. Um finanziell über die Runden zu kommen, vermietet er seine geerbte Wohnung für acht Tage im Monat und zieht in dieser Zeit bei Freunden ein. Diese Übergangsphasen führen zu skurrilen Begegnungen und Konflikten, während Felix versucht, seinen Platz in einer sich verändernden Welt zu finden.

Schalko zeichnet ein Bild der postpandemischen Gesellschaft, die nach Sinn und Gemeinschaft sucht. Der Roman regt zum Nachdenken über die eigene Existenz und die Strukturen unserer Gesellschaft an.

Die Hörbuchversion, gelesen vom Autor selbst, verleiht der Geschichte eine authentische Note und lässt die Hörer:innen noch tiefer in Felix' Welt eintauchen.

Was der Tag bringt ist ein empfehlenswerter Roman für alle, die sich für zeitgenössische Gesellschaftsthemen interessieren und Geschichten schätzen, die sowohl unterhalten als auch zum Nachdenken anregen.


Über den Autor

Der 1973 geborene Österreicher hat zunächst BWL studiert, bevor er sich 1998 entschied, als Werbetexter zu arbeiten. In dieser Zeit entstand auch der Roman „Frühstück in Helsinki“, der aber erst 2006 veröffentlicht wurde. Sein erstes publiziertes Werk ist der Gedichtband „Bluterguss und Herzinfarkt“ aus dem Jahre 1995. Unter anderem drehte der Autor zudem Musikvideos, arbeitete als Sexkolumnist und wirkte in diversen Theaterproduktionen mit. Der gefragte Regisseur und Entwickler von Fernsehsendungen wurde vor allem bekannt durch Fernsehformate wie „Sendung ohne Namen“, den Film „Aufschneider“ und die Serien „Braunschlag“ und „Altes Geld“, welche allesamt Kultstatus genießen und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Mit „Schwere Knochen“ veröffentlichte der Schriftsteller 2018 einen Roman voll von schwarzem Humor über die österreichische Nachkriegszeit.

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