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Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein zuckersüßes Buch für Jung und Alt, voller Magie und Mut

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Meine Meinung

Ich konnte/kann während und nach dem Lesen des Buches nur sagen: Hachja, was für ein schönes Buch.


Beim Lesen von "Flora Brimble und der verlorene Frühling" hatte ich das zu Beginn Gefühl, ...

Meine Meinung

Ich konnte/kann während und nach dem Lesen des Buches nur sagen: Hachja, was für ein schönes Buch.


Beim Lesen von "Flora Brimble und der verlorene Frühling" hatte ich das zu Beginn Gefühl, in eine stille, graue Welt einzutauchen, die sich genauso schwer anfühlt wie Floras eigenes Leben. Genau das hat mich sofort berührt: Dieses Buch erzählt nicht nur ein Abenteuer, sondern auch etwas über das innere Wetter eines Menschen.

"Flora Brimble ein gut gelauntes Mädchen zu nenne, wäre eine glatte Überteibung....Also halten wir fest, unsere Flora war kein fröhlicher Sonnenschein. Sie war eher ein Regentag. Kein schlimmer, an dem es wie aus Kübeln schüttete. Nein, sie war eher wie ein feines Nieseln, das einen frecht an der Nase kitzelte." (ZITAT)

Besonders mochte ich, wie die Geschichte ständig zwischen "Realität" und Fantasie wechselt. Die Begegnungen mit dem Kobold, dem sprechenden Eichhörnchen und vor allem mit Harriet – Floras eigener Romanfigur – fand ich originell und emotional überraschend.

Auch die anderen Gestalten wie der bösen Hexe Ych und Rigor und die vielen kleinen fantastischen Helfer passen ganz hervorragend in dieses Werk.

Die Gestaltung des Buches (Cover und der wunderschöne Farbschnitt) sowie die Sprache fand ich ganz zauberhaft. Es ist definitiv nicht nur ein typisches Kinderfantasybuch. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Geschichte auch mich als Erwachsene anspricht, weil sie so viel zwischen den Zeilen erzählt.

Am Ende bleibt für mich vor allem eines: das Gefühl, dass Hoffnung manchmal dort entsteht, wo Fantasie und Mut sich berühren.

Ich finde das Buch eignet sich auch ganz toll zum Verschenken!


Klappentext

In Rye, einem kleinen englischen Dorf, will der Winter einfach nicht weichen – und Flora Brimble fühlt sich genauso grau wie die Welt um sie herum. Doch als sie an ihrem Geburtstag eine besondere Tinte kauft, beginnt für sie das größte Abenteuer ihres Lebens. Flora will den Frühling zurückholen und macht sich auf die Suche nach der Maikönigin, die mit ihren Zauberkräften Sonne und Blumen zurückbringen kann. Auf ihrem Weg begegnet sie einem klugen Kobold, einem sprechenden Eichhörnchen und einer bösen Hexe, die alles daran setzt, Floras Mut zu brechen. Doch mit Fantasie, Freundschaft und einer Prise Magie wächst Flora über sich hinaus – und entdeckt, wie viel Hoffnung in einer Geschichte stecken kann.


Über den Autor und Grafiker

Marcus Raffel wurde 1971 in Bochum geboren. Nachdem er sein Studium der Theater- Film- und Fernsehwissenschaften erfolgreich abgebrochen hatte, begann seine Laufbahn als Drehbuchautor und Headwriter für Serien wie "Nikola", "Ritas Welt" und "Der Lehrer". Eine lange Laufbahn, die jetzt mit seinem ersten Kinderbuch den vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

Quelle: Verlag / vlb

Max Meinzold, geboren 1987, ist freischaffender Grafikdesigner und Illustrator. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Science-Fiction, Fantasy und der Kinder- und Jugendliteratur. Für seine moderne, innovative Buchgestaltung wurde er bereits für zahlreiche Preise nominiert. Er lebt und arbeitet in München.

Quelle: Verlag / vlb

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Toxische Anziehung

Ultramarin
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Meine Meinung

Ich war aufgrund des Klappentextes neugierig auf "Ultramarin". Das Setting mit Ferienhaus am Meer und sommerlichen Stimmung klang erstmal sehr vielversprechend. Ich hatte das Gefühl, dass ...

Meine Meinung

Ich war aufgrund des Klappentextes neugierig auf "Ultramarin". Das Setting mit Ferienhaus am Meer und sommerlichen Stimmung klang erstmal sehr vielversprechend. Ich hatte das Gefühl, dass es ein ruhiger, vielleicht etwas poetischer Roman mit ein paar kleinen Geheimnissen wird. Diese Erwartung wurde auch teilweise erfüllt – vor allem, was die Atmosphäre angeht. Die Beschreibungen von Hitze, Meer und dem Ferienhaus fand ich wirklich gelungen, ich konnte mich gut hineinversetzen.

Gleichzeitig hat sich aber relativ schnell gezeigt, dass unter dieser Oberfläche ziemlich viel Spannung steckt. Die "Beziehung" zwischen Lou und Raf war für mich dabei der zentrale Punkt und auch unerträglich beinahe zu lesen. Die toxische Art von Raf, die Situationen aus denen man Lou am liebsten herausziehen möchte. Lou liebt Raf so sehr und gibt sich immer mehr auf. Lou ist unsicher, teilweise panisch wenn Raf nicht in seiner Nähe ist / verschwindet. Raf ist narzisstisch und manipulativ und sieht Lou als Besitz. Er macht sich Späße aus der Panik von Lou.

Eigentlich wäre Sophie, Rafs Schwester mit in den Urlaub gefahren, nun fährt nur Nora, ihre Freundin mit und mit Nora verändert sich für mich die ganze Stimmung noch einmal. Durch sie gerät alles aus dem Gleichgewicht, und die ohnehin schon fragile Situation kippt langsam. Spätestens als Nora verschwindet, bekommt die Geschichte für mich eine ganz andere Qualität. Wie ein düsterer Schleier der sich ausbreitet.

Es werden immer wieder Handlungsstränge aus der Vergangenheit gezeigt, was ich sehr positiv fand. Mit jedem Rückblick erfährt man ein mehr von dieser toxischen Beziehung und aufgrund des Prologs bereits klar, dass es nicht gut enden wird.

Die Geheimnisse, die verdrängt wurden, und ans Licht gekommen sind haben zusätzlich für Spannung gesorgt. Das Ende war überraschend!

Die Thematik / der Abschnitt mit dem Brand, die dann doch keine Rolle mehr gespielt zu haben schien, hat für mich Fragezeichen aufgeworfen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Sätze knapp und direkt und dies trägt viel zur Stimmung bei.

Insgesamt ist "Ultramarin" für mich ein solides Buch mit starken Momenten, vor allem was die Stimmung und die Darstellung von zwischenmenschlichen Abhängigkeiten angeht.


Klappentext

Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es anders: Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr sicher: Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort?


Über die Autorin

Ann-Christin Kumm Ann-Christin Kumm arbeitet als Gärtnerin und Texterin und lebt in Berlin. "Ultramarin" ist ihr erster Roman. (Quelle Hanser)

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Rebellion gegen die Zustände

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Meine Meinung

Ich habe mich total auf das bereits 5. Werk von Marc-Uwe Kling und sein Känguru gefreut.

Auch die "Die Känguru‑Rebellion" entpuppt sich für mich wieder als frech, politisch und herrlich ...

Meine Meinung

Ich habe mich total auf das bereits 5. Werk von Marc-Uwe Kling und sein Känguru gefreut.

Auch die "Die Känguru‑Rebellion" entpuppt sich für mich wieder als frech, politisch und herrlich absurd.

Für mich funktioniert das Hörbuch besonders gut, weil Marc‑Uwe Kling selbst liest. Seine Stimme macht viele Witze erst richtig lustig, und ich finde, dass der Humor gesprochen viel besser (oder noch besser) rüberkommt als im Buch wenn man es selbst liest.

Der fünfte Teil wirkt für mich etwas politischer als die vorherigen. Die Kritik an den „Zuständen“ ist direkter und manchmal auch schärfer. Das passt aber gut zur aktuellen Zeit, und ich mochte diese klare Haltung. Das Känguru bleibt dabei natürlich komplett chaotisch und rebellisch, was mich oft zum Grinsen gebracht hat.

Die Geschichte besteht aus vielen kleinen Szenen. Nicht jede ist gleich stark, aber insgesamt hatte ich Spaß und wurde hervorragend unterhalten. Manche Momente sind richtig witzig, andere eher ruhig, aber die Mischung passt für mich.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand beim Hören nicht lachen muss, schon allein die Zitate lohnen sich!

Für mich war es wieder ein toller unterhaltsamer, politischer und gut gelesener fünfter Teil.


Über den Autor

Marc-Uwe Kling (* 1982 in Stuttgart) ist ein deutscher Autor, Kleinkünstler, Regisseur und Liedermacher. Bekanntheit erlangte er ab 2009 insbesondere mit den Büchern, Hörbüchern und Filmen zu Die Känguru-Chroniken sowie mit Kinderbüchern wie Das NEINhorn und anderen.

Quelle Wikipedia

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Wie stark prägen Familie, Herkunft und gesellschaftliche Bedingungen unser Leben?

Real Americans
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Meine Meinung

"Real Americans" hat mich in seiner Mischung aus Familiengeschichte, Identitätssuche, Forschung und gesellschaftlichen Fragen sofort gepackt. Besonders eindrücklich fand ich, wie der Roman ...

Meine Meinung

"Real Americans" hat mich in seiner Mischung aus Familiengeschichte, Identitätssuche, Forschung und gesellschaftlichen Fragen sofort gepackt. Besonders eindrücklich fand ich, wie der Roman über drei Generationen hinweg zeigt, wie Herkunft, Chancen, Entscheidungen, Erwartungen das Leben prägen.

Die Handlung begleitet eine chinesisch-amerikanische Familie über mehrere Generationen. Zuerst steht Lily im Mittelpunkt, die Ende der 1990er-Jahre in New York lebt und sich in Matthew verliebt, der aus einer sehr wohlhabenden Familie stammt. Schon hier wird deutlich, wie stark soziale Unterschiede das Leben und Beziehungen beeinflussen können.Später verschiebt sich die Perspektive auf ihren Sohn Nick, der äußerlich seinem weißen Vater ähnelt und sich deshalb besonders stark fragt, wo er eigentlich hingehört und schließlich auf die Vergangenheit von Lilys Mutter May. Durch diese verschiedenen Perspektiven entsteht ein größerer zeitlicher Rahmen, der zeigt, wie sehr die Geschichte und vor allem die Entscheidungen einer Familie das Leben der nächsten Generation prägt.

Die Themen Herkunft, Klasse und genetische Selbstbestimmung haben mich dabei am stärksten beschäftigt, weil der Roman immer wieder die Frage stellt, wie viel unseres Lebens durch Gene (vs. Erziehung / Umfeld) bestimmt wird und wie viel wir selbst beeinflussen können. Lily selbst empfand ich als glaubwürdig zerrissen zwischen familiären Erwartungen und ihrem eigenen Weg, und gerade diese Spannung hat den Roman für mich lebendig gemacht.

Ich fand die ersten zwei "Teile" des Buches sehr stark - ich war in den Geschichten gefangen, regelrecht gefesselt - den letzten Teil etwas schwächer.

Insgesamt bleibt es für mich ein berührendes filmreifes Werk, das mit sehr gut unterhalten konnte.


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Veröffentlicht am 09.03.2026

Familienepos voller Gefühle

Villa Rivolta
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Meine Meinung

Das strahlende und farbenprächtige Cover und der Klappentext konnte mich zuerst auf das Buch aufmerksam machen.

Ich habe die Protagonisten Valeria und Piero gern begleitet, weil ihre Freundschaft ...

Meine Meinung

Das strahlende und farbenprächtige Cover und der Klappentext konnte mich zuerst auf das Buch aufmerksam machen.

Ich habe die Protagonisten Valeria und Piero gern begleitet, weil ihre Freundschaft von Anfang an ehrlich und verletzlich wirkt. Die Geschichte beginnt mit einer Flucht im Jahr 1979 und entfaltet dann langsam die gemeinsame Kindheit.

Valeria ist die Tochter des Hauspersonals Piero der Sohn eines Automobilunternehmers. Diese Gegenüberstellung macht die Konflikte glaubwürdig und gibt jeder Entscheidung Gewicht.

Was mir besonders gefallen hat ist die Art wie Speck Zeitgeschichte und persönliche Schicksale verbindet. Valeria trifft Entscheidungen die weh tun und Piero trägt die Last eines Erbes.

Die Sprache ist bildhaft und zugänglich. Speck beschreibt Gärten, Autos, Familienfeste und die Stimmung in Italien so, dass man die Szenen vor Augen hat und gerne ein Teil der Szenerie wäre. Man spürt das Dolce Vita und zugleich die Unruhe jener Jahre. Das erzeugt ein starkes Zeitgefühl das den Roman über eine private Geschichte hinaushebt

Gleichzeitig ist das Buch sehr umfangreich. Auf rund sechshundert Seiten entfaltet sich ein großes Panorama mit vielen Nebensträngen. Das kann bereichern weil es Tiefe schafft;es kann aber auch ermüden wenn man ein straffes Erzähltempo bevorzugt. Ich persönlich fand das Ende etwas ruckartig und hätte mir ein anderes gewünscht, jedoch fand ich den Roman ganz toll umgesetzt und möchte hier keinen Punktabzug geben.

Ich habe jetzt auf jeden Fall Lust auf ein Eis in Italien!

Ich kann das Buch allen Leserinnen und Leser empfehlen, welche Familienepen und historische Stoffe mögen.

Klappentext

Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden.Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens: Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.

Über den Autor

Daniel Speck, 1969 in München geboren, baut mit seinen Geschichten Brücken zwischen den Kulturen. Durch seine Reisen und Recherchen trifft er Menschen, deren Schicksale ihn zu seinen Romanen inspirieren. Der Autor studierte Filmgeschichte in München und in Rom, wo er mehrere Jahre lebte. Er verfasste Drehbücher, für die er mit dem Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Sein Roman ›Bella Germania‹ wurde als Dreiteiler prominent verfilmt. Mit dem Bestseller ›Piccola Sicilia‹ führt Daniel Speck uns auf eine Reise ins Herz des Mittelmeers. Dieses vielstimmige Panorama der Kulturen erweitert er in seinem neuen Familienroman ›Jaffa Road‹. (Quelle Thalia)

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