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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2025

Die Entstehung des Unmöglichen

Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit
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Worum es geht?
Im Mittelpunkt stehen der begabte Feuersteinhauer Seft, die Priesterin Joia und Joias Schwester Neen. Macht, Glaube, Liebe, Rituale und wie der Bau des Monuments die Zivilisationen formen, ...

Worum es geht?
Im Mittelpunkt stehen der begabte Feuersteinhauer Seft, die Priesterin Joia und Joias Schwester Neen. Macht, Glaube, Liebe, Rituale und wie der Bau des Monuments die Zivilisationen formen, zeichnen sich im Roman ab.
Joia, die Anführerin, hat die Vision eines neuen Monuments aus riesigen Steinen, das die älteren Holzmonumente ersetzen soll. Joias Vision und Sefts handwerkliches Können vereinen sich im gemeinsamen Lebenswerk, es entsteht das scheinbar Unmögliche - Stonehenge.
Aber es gibt Konflikte zwischen der Bevölkerung der Region, die aus Hirten, Ackerbauern und Waldbewohnern besteht. Als dann noch eine Dürre die Erde plagt, wächst das Misstrauen, und Intrigen sowie grausame Gewalt führen letztlich zum Krieg.

Meine Meinung
Ken Folletts Versuch, die Entstehungsgeschichte von Stonehenge in Romanform zu fassen, ist solide recherchiert, aber in seiner Umsetzung meiner Meinung nach leider enttäuschend. Während das Buch eigentlich eine faszinierende Grundlage bietet, fehlt es an der epischen Tiefe und den mitreißenden Spannungsbögen, die man von seinen vorherigen Werken gewohnt ist. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Quasi angepasst, an die Zeit, die damals herrschte, laut Autor. Auch hierbei hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Stärke des Romans seine Historie ist. Ken Follett stützt sich auf die offiziellen Recherchen zur Entstehung von Stonehenge. Man erhält einen anschaulichen Einblick in die Lebensweisen, Rituale und Herausforderungen der damaligen Zeit.
Das Cover wiederum passt hervorragend zur Story.

Fazit
Diese Geschichte zieht sich teilweise etwas langatmig dahin.
Aber trotz meiner genannten Kritikpunkte möchte ich eine Empfehlung aussprechen für Leserinnen und Leser, die Interesse an Stonehenge, der damaligen Zeit und mit dem dazu passenden einfachen Schreibstil kein Problem haben.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 12.11.2025

Absehbare Zukunftsmusik?

Der Tower
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Worum es geht?
Die Galeristin Nova steht vor dem Nichts (Job weg, Wohnung weg, Freund weg), als sie das Angebot erhält, kostenlos in einer hochmodernen Luxuswohnung im Pramtower in Berlin zu wohnen. Was ...

Worum es geht?
Die Galeristin Nova steht vor dem Nichts (Job weg, Wohnung weg, Freund weg), als sie das Angebot erhält, kostenlos in einer hochmodernen Luxuswohnung im Pramtower in Berlin zu wohnen. Was wie ein Jackpot beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum. Das Hochhaus, das stark von einer KI gesteuert wird, birgt dunkle Geheimnisse. Nova muss herausfinden, was mit ihrer Vormieterin geschehen ist, bevor es für sie selbst zu spät ist.

Meine Meinung
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, modern und sehr atmosphärisch. Ivar Leon Menger schafft es hervorragend, die beklemmende und sterile Atmosphäre des Hightech-Towers zu vermitteln. Die Idee, eine KI als unberechenbare Bedrohung zu nutzen, ist faszinierend und regt die Leserin und den Leser definitiv zum Nachdenken an. So ging es mir jedenfalls. Wie realistisch ist es, dass eine programmierte KI Menschen bestraft, die nicht ins System passen. Ist es absehbare Zukunftsmusik oder doch unmöglich?
Leider hat es die Geschichte nicht geschafft, mich komplett mitzureißen. Die Spannungsbögen waren nur vereinzelt vorhanden, und der große, nervenzerreißende Sog eines Pageturners hat mir gefehlt.
Mein größter Kritikpunkt betrifft die Hauptfigur Nova. Ihr Verhalten war für mich an vielen Stellen zunehmend nervend und nicht wirklich nachvollziehbar. Das erschwerte mir das Mitfiebern.
Das Cover ist hervorragend gelungen und passt zur Story.

Fazit
Ein atmosphärisch dichter Thriller mit einem spannenden Grundkonzept, der aber durch die für mich teils unlogische Hauptfigur und die fehlende durchgängige Spannung an Potenzial verloren hat. Dennoch gibt es von mir eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne mit KI-Szenarien auseinandersetzen möchten.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Bewegend und emotional

Lost Girls − Breathing for the First Time
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Worum geht es?
Von außen betrachtet führt die 21-jährige Darcy ein perfektes Leben an der Seite des beliebten Football-Stars Jason, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine zutiefst toxische Beziehung ...

Worum geht es?
Von außen betrachtet führt die 21-jährige Darcy ein perfektes Leben an der Seite des beliebten Football-Stars Jason, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine zutiefst toxische Beziehung voller Kontrolle, Manipulation und ständiger Angst. Und dann nutzt Darcy eine Situation für sich und ergreift die Flucht.

Meine Meinung
Dieses Buch überzeugt mit einem flüssigen, atmosphärischen und mitreißenden Schreibstil, der die innersten Ängste und Hoffnungen der Protagonistin Darcy Sullivan unmittelbar spürbar macht. Nikola Hotel scheut sich nicht, die schmerzhaften Seiten dieser Ehe aufzuzeigen, für mich war das Leseerlebnis stellenweise aufwühlend und ergreifend. Auch die Rolle von Darcys geliebtem Hund Cashew war mitunter etwas schwierig auszuhalten.
Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet. Darcy wirkt für ihre 21 Jahre ziemlich erwachsen, man fiebert unweigerlich mit ihr mit. Ellis, der zurückhaltende Engländer, ist eine absolute Green Flag und bildet einen Ruhepol im Chaos. Er steht im krassen Gegensatz zu Jason, der mit seinem kontrollsüchtigen und manipulativen Verhalten eine massive Red Flag darstellt. Auch Nebenfiguren wie der kleine Max und die Mädelsgruppe fügen sich perfekt in die Story ein.
Trotzdem habe ich zwei kleine Kritikpunkte. Die Handlung wirkt an einigen Stellen etwas konstruiert und manchen Wendungen oder schnellen Lösungen im Verlauf der Flucht fehlt es an Realismus, was dem ansonsten sehr ernsten Thema entgegensteht. Dennoch nimmt dies der Geschichte nichts von ihrer emotionalen Wucht!
Das Cover ist perfekt gestaltet, passt super zur Story und gefällt mir sehr gut.

Fazit
Ein packendes und intensives Buch, das mir tief unter die Haut ging. Darcys Geschichte von Kampf, Selbstbestimmung und Heilung wird definitiv lange bei mir nachklingen.
Diese Lektüre ist nichts für kurz mal zwischendurch, sondern für alle, die emotionale Romane suchen, die auch vor schmerzhaften Themen nicht haltmachen. Ich bin gespannt auf Blakes Story im zweiten Band.
Von mir gibt es für den Dilogie-Auftakt eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Topaktuell & scharfsinnig

Bestie
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"Bestie" - eine Story, die sich mit dem toxischen Einfluss der Selbstinszenierung auf unser Leben auseinandersetzt.

Worum geht es?
Die unscheinbare Delia sieht die Chance durch den Einzug in die WG ...

"Bestie" - eine Story, die sich mit dem toxischen Einfluss der Selbstinszenierung auf unser Leben auseinandersetzt.

Worum geht es?
Die unscheinbare Delia sieht die Chance durch den Einzug in die WG ihrer geliebten Influencerin Anouk, unter dem Alter Ego "Lilly", einen radikalen Neuanfang zu wagen. Was folgt, ist ein intensives Miteinander und die Frage, ob man seine Idole wirklich kennenlernen sollte.

Meine Meinung
Der Schreibstil ist flüssig, modern und zugänglich, ich konnte mich schnell in der komplizierten Dynamik der beiden Frauen verlieren. Jedes einzelne Wort sitzt, und die Protagonistinnen sind auf faszinierende Weise nahbar und menschlich, denn sie treffen "keine richtigen Entscheidungen, zweifeln an sich, stürzen ab, bauen Lügenkonstrukte auf und verlieren sich dabei."
Der Roman thematisiert eindringlich die Realität hinter der glänzenden Social-Media-Fassade. Die kritische Reflexion über Authentizität und den Zwang zur Perfektion wurde hervorragend umgesetzt. "Bestie" passt zur heutigen Generation und transportiert Schmerz, Verletzlichkeit und Inszenierung mit starkem Ausdruck.
Obwohl die Figuren in ihren Lügen und Fehlern relatable sind, fehlt mir an manchen Stellen das Gefühl eines emotionalen "Miteinanders", denn beide sind sich, trotz der Lügen, ähnlich.
Das Cover gefällt mir sehr gut.

Fazit:
"Bestie" trifft thematisch voll ins Schwarze und liefert einen klugen Kommentar zur Gegenwart. Eine gute Lektüre, die dazu anregt, über die eigene digitale Präsenz und die Vorsicht im Umgang mit fremden Menschen und öffentlichen Fassaden nachzudenken. Trotz kleinerer emotionaler Lücken gibt es definitiv eine Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

guter Thriller mit ein paar Schwächen

The Final Wife
4

Worum geht es?
Nachdem der charmante, aber toxische Schönheitschirurg Luke Whitney ermordet wird, gesteht seine Frau Anna die Tat, kann sich aber an nichts erinnern. Die Ermittlungen enthüllen schnell, ...

Worum geht es?
Nachdem der charmante, aber toxische Schönheitschirurg Luke Whitney ermordet wird, gesteht seine Frau Anna die Tat, kann sich aber an nichts erinnern. Die Ermittlungen enthüllen schnell, dass Lukes Frauen alle Grund zur Rache hatten. Was als einfaches Geständnis beginnt, entpuppt sich als hochkomplexer Racheplan.

Meine Meinung
Der Thriller kommt zunächst etwas schleppend in Fahrt, entwickelt dann aber relativ schnell einen fesselnden Spannungsbogen. Jenny Blackhurst beweist ein gutes Händchen für die atmosphärische Schilderung und einen flüssigen Schreibstil, der das Lesen sehr angenehm macht.
Das Highlight ist die clevere Konstruktion des Mordfalls und ein Überraschungseffekt. Die Kapitel werden aus der Perspektive der jeweiligen Frauen erzählt, dadurch ist die Story auch sehr wendungsreich. Die Charaktere sind fast alle sehr vielschichtig und interessant. Ausser Rebecca, sie bleibt blass und wirkt auf mich mitunter ein bisschen nervig.
Das Cover ist fast schon etwas zu schlicht und dunkel gehalten. Wiederum wirkt genau das sehr geheimnisvoll und passt hervorragend zur Story.

Fazit
Der Thriller ist gut, aber kein absoluter "Pageturner", da es ein paar Schwächen gibt. Rebecca blieb etwas blass und konnte mich definitiv nicht überzeugen. Pippa hingegen ist interessant, wird aber leider etwas zu spät in die Handlung eingebracht. Es war nicht alles rund. Trotzdem wurde ich gut unterhalten, konnte miträtseln und wurde öfter in die Irre geführt.
"The Final Wife" ist ein solider Thriller mit einer Leseempfehlung.

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  • Spannung