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Veröffentlicht am 18.04.2026

bewegend, einfühlsam und tiefgreifend – über das Älterwerden, Familie, Freundschaft und Versöhnung

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Die Hauptfigur des Romans „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén ist Bo. Bo ist 89 Jahre alt, lebt mit seinem Hund Sixten in einem Haus und wird vom Pflegedienst versorgt. Seine Frau musste ...

Die Hauptfigur des Romans „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén ist Bo. Bo ist 89 Jahre alt, lebt mit seinem Hund Sixten in einem Haus und wird vom Pflegedienst versorgt. Seine Frau musste krankheitsbedingt vor einiger Zeit in ein Heim für Demenzkranke ziehen und sein Sohn Hans besucht ihn hin und wieder. Doch nun will Hans Bo Sixten wegnehmen, weil er der Meinung ist, dass sein Vater Sixten nicht mehr richtig versorgen kann und diese Versorgung durch die nötigen Spaziergänge zu gefährlich für Bo ist. Doch Sixten ist für Bo ein geliebter Freund und Anker. Er wird den Hund nicht kampflos aufgeben.

Die Figur Bo hat mich tief berührt. Seine Verzweiflung ob des drohenden Verlustes seines Hundes Sixten ebenso, wie der schwindende Geist, aber auch die nachlassenden körperlichen Fähigkeiten. Autorin Lisa Ridzén schreibt einfühlsam und schonungslos, aber mit ehrlichem Respekt und klarem Blick über das Älterwerden. Bewegend fasst sie darüber hinaus auch die Themen Familie und Freundschaft sowie Versöhnung auf. Dabei spielt die Selbstbestimmung Bos eine wichtige Rolle.

Wer in diesem Roman überraschende Wendungen erwartet, wird enttäuscht werden. Für mich würde es aber auch nicht zum ruhigen Erzählfluss des Buches passen. Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam, durch seine realitätsnahe Darstellungen und die überaus feinfühlige Zeichnung der Figuren nachhaltig beeindruckend und bewegend.

Durch wechselnde Perspektiven und Rückblicke kann man als Leser tief in die Geschichte eintauchen und die verschiedenen Blickwinkel einnehmen. Dabei hat mich die daraus resultierende Emotionalität bewegt. Die authentischen Beschreibungen und Gedanken ließen mich mehrfach zwischen Lachen und Weinen schwanken. Ein Buch, das nicht einfach „weggelesen“ werden kann und soll, sondern auch zum Nachdenken über das eigene Älterwerden, Selbstbestimmtheit und Abschied anregt.

Lisa Ridzén ist ein nachdenklich stimmender Roman gelungen, der hervorragend geschrieben und absolut empfehlenswert ist. Jede Auszeichnung, die dieses Buch erhält, empfinde ich als völlig gerechtfertigt.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

unsympathische Figuren mit nicht nachvollziehbaren Handlungen

Woman Down
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„Woman Down“ von Colleen Hoover habe ich mit großen Erwartungen in die Hand genommen. Auch angesichts der vielen Vorschusslorbeeren, die das Buch in der Ankündigung erhalten hat. Leider konnten die hochtrabenden ...

„Woman Down“ von Colleen Hoover habe ich mit großen Erwartungen in die Hand genommen. Auch angesichts der vielen Vorschusslorbeeren, die das Buch in der Ankündigung erhalten hat. Leider konnten die hochtrabenden Versprechen nicht gehalten werden. „Woman Down“ ist eines von ganz wenigen Büchern, die ich tatsächlich abgebrochen und nicht bis zum Schluss gelesen habe. Und ich habe es wirklich versucht! Von Beginn an war mir Hauptprotagonistin Petra Rose sehr unsympathisch. Sie erschien mir wenig reflektiert und überheblich. Als sie dann aber auch noch plötzlich eine Affäre mit Saint, der männlichen Hauptfigur, anfängt, war für mich der Schlusspunkt erreicht. Für mich war dies zu wenig nachvollziehbar, auch angesichts der Tatsache, dass beide Protagonisten eigentlich mit anderen Partnern verheiratet sind.
Um dem Ganzen doch noch eine Chance zu geben, habe ich extra die letzten Seiten gelesen, in der Hoffnung, dass mich der Schluss so überzeugt, dass ich doch noch weiter gelesen hätte. Allerdings hatte ich einzig den Gedanken: gut, dass du nicht alles gelesen hast, es wäre Zeitverschwendung gewesen.

Das Thema der Sozialen Medien und welche Macht sie auf unser Leben und unsere Meinung haben fand ich sehr gelungen. Wie aus einer Kleinigkeit Dinge entstehen können, Tatsachen verdreht, aufgebauscht und am Ende zu sozialer Ausgrenzung, ja, praktisch Rufmord, führen können wurde eindrücklich beschrieben. Den Schreibstil der Autorin fand ich in Ordnung und flüssig zu lesen.

Das Cover machte mich neugierig, passt jedoch für mich nicht zum Buch, soweit ich das wegen meines Leseabbruchs beurteilen kann. Grundsätzlich finde ich die Aufmachung gelungen, auch dass bei der Hardcover-Ausgabe beispielsweise auf das Detail geachtet wurde, dass sogar das Lesebändchen farblich harmonisch abgestimmt wurde.

Schade, aber leider nicht zu ändern: ich kann das Buch nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Wenn die Fäden der Vergangenheit und Zukunft zu einem wunderschönen Bild werden

Fäden des Glücks
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Bekannt ist Autorin Marit Warncke vielen als DIY-YouTuberin. Mit „Fäden des Glücks“ legt sie einen gefühlvollen Roman vor.

Unternehmensberaterin Karla verliert wegen einer Unachtsamkeit ihren Job. Als ...

Bekannt ist Autorin Marit Warncke vielen als DIY-YouTuberin. Mit „Fäden des Glücks“ legt sie einen gefühlvollen Roman vor.

Unternehmensberaterin Karla verliert wegen einer Unachtsamkeit ihren Job. Als dann auch noch ein Brief des Finanzamts eintrifft, der eine hohe Forderung wegen eines Erbes enthält, beschließt sie, das alte Gutshaus der Familie zu verkaufen. So reist sie ins beschauliche Lüttenbü, das in ihrer Kindheit und Jugend ihr Ankerort war. Verbrachte sie dort doch alle Ferien, bis ihre Eltern sich scheiden ließen und das Haus dem Verfall preisgaben. Deshalb will Karla ein paar oberflächliche Renovierungen vornehmen und das Objekt schnellstmöglich auf den Markt bringen. Doch sie hat die Rechnung ohne den tatsächlichen Zustand des Hauses gemacht. Und dass sie ausgerechnet Rasmus über den Weg läuft, der ihr vor rund 10 Jahren das Herz gebrochen hat, war auch nicht eingeplant.

Das Cover mit seinen fröhlichen Farben und seiner Helligkeit hat mich sofort angesprochen. Ein antiker Nähtisch mit ebensolcher Nähmaschine und einem Stuhl stehen vor einer holzvertäfelten Wand, Stoffe liegen auf dem Nähtisch. Nähutensilien wie Fingerhut, Schere und Nadelkissen sind zudem als Symbole auf dem Cover verteilt. Das zusammen verströmt auf den ersten Blick neben dem Thema "Nähen" eine heimelige und fröhliche Atmosphäre, die gute Laune macht

Sehr positiv hervorzuheben ist die Authentizität der Figuren. Als Leser begleitet man die sympathische Hauptprotagonistin Karla in ihrer Entwicklung. Diese ist absolut nachvollziehbar dargestellt und beinhaltet deren eigene Vergangenheit ebenso wie die weiterer Personen. So entspinnt sich eine berührende Geschichte, in der Karla viele verworrene Fäden langsam aber sicher aufdröselt und diese sich zu einem wunderschönen Bild verknüpfen.

Durch den atmosphärischen und warmherzigen Schreibstil der Autorin taucht man direkt ab in die unterhaltsame Geschichte, die neben Romantik auch eine gehörige Portion Kreativität beinhaltet. Diese spiegelt sich zum Einen im Thema Renovierung und Denkmalschutz wider, zum Anderen im Thema Nähen. Deshalb ist die Nähanleitung für eine Kissenhülle am Ende des Buches ein schöner Abschluss. Zudem gefällt mir, dass die Kapitel tagebuchmäßig mit Wochentag und Datumsangabe überschrieben sind, so dass man sich problemlos auf den verschiedenen Ebenen des Buches zurechtfindet.

Einfach toll, wie Marit Warncke aus den Fäden der Vergangenheit und der Zukunft einen gefühlvollen Roman knüpft. Ich konnte diesen Wohlfühlroman kaum aus der Hand legen und empfehle ihn gerne weiter – auch für Nicht-Nähbegeisterte.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

mitreißender und fesselnder Ostsee-Krimi

Ostseehölle
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Spiegel Bestseller-Autorin Eva Almstädt lässt Kriminalkommissarin Pia Korittki in ihrem bereits 21. Fall mit dem Titel „Ostseehölle“ ermitteln.

Am Grund des Turmes der Lübecker Marienkirche wird während ...

Spiegel Bestseller-Autorin Eva Almstädt lässt Kriminalkommissarin Pia Korittki in ihrem bereits 21. Fall mit dem Titel „Ostseehölle“ ermitteln.

Am Grund des Turmes der Lübecker Marienkirche wird während einer Führung eine weibliche Leiche entdeckt. Offensichtlich wurde sie über die Brüstung gestoßen. Oder kommt Selbstmord in Frage? Kommissarin Pia Korittki sieht sich schnell mit den Mitgliedern des Chores konfrontiert, in dem die Ermordete sang. Allerdings scheint es, als hätten die Chormitglieder einige Geheimnisse. Und das nicht nur voreinander. Könnte das Motiv also im Dorf zu finden sein, in dem das Mordopfer lebte? Zusammen mit ihren Kollegen geht Pia Korittki auf Spurensuche. Dabei machen es private Herausforderungen der Kommissarin nicht leichter.

Das Cover ist sehr passend gewählt. Man sieht die Kirchtürme von St. Marien, die man direkt zu Lübeck gehörend identifiziert, und in denen der Mord geschehen ist. Mit dunklen bis schwarzen Wolken ist der Himmel verhangen und lässt erahnen, dass Schlimmes passiert ist. Im Vordergrund ist neben Wasser Ufer zu sehen, was auf die Ostsee hindeutet. Der Wiedererkennungseffekt in der Gestaltung des Covers zur Reihe ist hoch, was ich sehr gut finde.

Dies war mein erster Band der Reihe rund um die Ermittlerin Pia Korittki, aber sicher nicht mein letzter. Von der ersten Seite an hat mich Eva Almstädt mit ihrem flüssig zu lesenden, eindrücklichen Schreibstil, gefesselt. Die Personen wurden einfühlsam vorgestellt und die Örtlichkeiten so bildhaft beschrieben, dass man diese direkt vor Augen hatte. Sehr gut gefallen hat mir, dass die Sachverhalte klar, sachlich und verständlich dargelegt sind und zudem Wissenswertes rund um Lübeck einfloss. Im Verlauf des Buches kamen auch ganz alltägliche Sorgen und Nöte sowie Befindlichkeiten im dienstlichen wie privaten Bereich zur Sprache. So war die Atmosphäre für mich fühlbar und zog mich in ihren Bann. Außerdem konnte ich durch die Authentizität die vorgestellten Personen, trotz ihrer Vielzahl, ohne große Mühe unterscheiden.

Sehr gelungen ist der Spannungsaufbau und wie sich der Bogen bis zum Ende fortsetzt. So führt Eva Almstädt durch einen fesselnden Mordfall in dem es nicht nur einen Täter und ein Opfer gibt. Und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Man wirft einen Blick in die Abgründe der Menschen, die absolut real sind, weshalb ich unter anderem den Titel „Ostseehölle“ sehr gut gewählt finde.
Am Schluss ergeben alle Stränge zusammen ein Gesamtbild mit dem man als Leser so zu Beginn sicher nicht gerechnet hätte. Nichtsdestotrotz ist es absolut rund und stimmig und der Weg dorthin von Vermutungen, Verdächtigungen und Möglichkeiten geprägt. Es hat große Freude gemacht, eigene Ideen zum Fall zu entwickeln und sich von manchem überraschen zu lassen.

Die private Seite der Ermittlerin Pia Korittki mit ihrem Sohn Felix und Verlobten Marten Unruh, der beim LKA arbeitet, war gekonnt ins Geschehen eingeflochten.

Eva Almstädt hat in mir mit „Ostseehölle“ einen neuen Fan gewonnen. Deshalb würde ich mich über eine Fortsetzung der Reihe sehr freuen.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

ein Auf und Ab der Leichtigkeit, Achtsamkeit und Absurdität

Einatmen. Ausatmen.
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„Einatmen. Ausatmen.“ ist der neue Roman des Spiegel-Bestsellerautors Maxim Leo.

Die erfolgreiche und fachlich mehr als kompetente Managerin Marlene Buchholz soll die neue Vorstandvorsitzende eines großen ...

„Einatmen. Ausatmen.“ ist der neue Roman des Spiegel-Bestsellerautors Maxim Leo.

Die erfolgreiche und fachlich mehr als kompetente Managerin Marlene Buchholz soll die neue Vorstandvorsitzende eines großen Konzerns werden. Einziger Hinderungsgrund: die Beschwerden ihrer Kollegen, die sie als gefühllos und hart, kurz, als menschliche Katastrophe, bezeichnen. Abhilfe soll ein Achtsamkeitstraining schaffen, das Marlene auf Anweisung ihres Chefs beim bekannten Seelenflüsterer und Coach Alex Grow belegen muss. Allerdings steckt dieser selbst gerade in einer tiefen Sinnkrise. Doch ein eigentlich harmloser Waldspaziergang, ein zurückhaltender Hausmeister und ein plötzlich auftauchendes junges Mädchen verändern sowohl für Marlene als auch Alex so einiges.

Das Cover, das wie ein Gemälde wirkt, scheint auf den ersten Blick mit den dargestellten Blumen nicht richtig zum Buch zu passen. Jedoch ist anzunehmen, dass die Blumen im metamorphischen Sinn zu sehen sind.

Marlene und Alex, die beiden Hauptcharaktere des Buches, könnten unterschiedlicher nicht sein. Jedoch gelingt es Autor Maxim Leo gut, den Leser in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt mitzunehmen. Man spürt die Zerrissenheit Alex‘ zwischen Profit und Sein. Auch Marlenes Weg zu sich selbst und ihren Bedürfnissen war in vielen Bereichen authentisch und gut nachvollziehbar dargestellt. Es war schön zu erleben, dass Menschen ihre Einstellung zum und im Leben ändern können.

Vor allem zu Beginn des Romans sorgte der herrlich pointierte Schreibstil für Heiterkeit trotz der schweren Thematik. Jedoch verlor sich diese Leichtigkeit mit Fortschreiten der Handlung und driftete in eine allgemein unterhaltsame, flüssig zu lesende, Erzählweise.

Alles in allem hatte der Roman wahnsinnig starke Stellen, leider jedoch ebenso schwache. So war es für mich ein Auf und Ab, ein Schwanken zwischen Realität und Absurdität. Auch das Ende des Romans wirkte in Teilen eher märchenhaft auf mich und bediente zu viele Klischees. Insgesamt schade um einiges an verschenktem Potential.

Der Roman regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und bekommt angesichts der teils wirklich extrem starken Momente 3,5 Sterne, was aufgerundet 4 Sterne bedeutet.

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