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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2017

Hörenswerter Liebesroman

Taste of Love - Küsse zum Nachtisch
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In diesem Buch geht es um Nick, der im ersten Band (Geheimzutat Liebe) eine Nebenrolle gespielt hat und um Claire. Aber auch Brooke und Drew treffen wir, zumindest kurz, wieder.

Mit Nick hatte ich zu ...

In diesem Buch geht es um Nick, der im ersten Band (Geheimzutat Liebe) eine Nebenrolle gespielt hat und um Claire. Aber auch Brooke und Drew treffen wir, zumindest kurz, wieder.

Mit Nick hatte ich zu Anfang meine Schwierigkeiten. Er wirkt sehr großkotzig, sehr von sich überzeugt und das mag ich an Männern (und an Frauen) nicht sonderlich. Ein bisschen wandelt er sich im Lauf der Geschichte und ich glaube inzwischen, dass hinter seiner arroganten Art zum Teil auch Unsicherheit und Selbstschutz steckt. Ich habe ihn durchaus zu schätzen und vielleicht sogar ein bisschen zu lieben gelernt. Er ist aber bei Weitem nicht solch ein Traumtyp, wie Drew es ist. Nick bleibt für mich leicht unnahbar.

Claire hat mir zu Anfang auch nicht viel besser gefallen, denn auch sie ist rechthaberisch und kommt ein bisschen arrogant rüber. Man merkt aber schnell, dass dies nur der Fall ist, wenn sie auf Nick trifft und dieser sie mit seiner Art zum brodeln bringt. Claire beweist im Laufe des Buches, dass sie das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Die Geschichte entwickelt sich stetig vorwärts und macht vor allem durch die witzigen Dialoge zwischen Nick und Claire sehr viel Spaß. Die beiden gönnen sich nicht das schwarze unterm Nagel, hat man manchmal das Gefühl. Nick will Claire unbedingt von seinen Kochkünsten überzeugen. Claire will sich, zumindest zu Beginn, definitiv nicht überzeugen lassen.So unzugänglich, wie sie sich zunächst gibt, ist sie aber im weiteren Verlauf gar nicht. Es ist schön, zu sehen, wie sich zwischen den beiden Protagonisten etwas zunächst sehr Zartes und später deutlich Romantisches entwickelt.

Sehr gefallen hat mir die Auflösung von Nicks Problem (ich möchte es hier nicht verraten, denn das wäre ein Spoiler), aber, wenn man es weiß, dann erkennt man auch rückblickend die Hinweise, die Poppy eingestreut hat. Man hätte eventuell darauf kommen können.

Von mir gibt es 4 Sterne und eine Hörempfehlung. Aufgrund der etwas sperrigen Figuren konnte ich mich nicht ganz so gut in die Geschichte hineinfallen lassen, wie beim ersten Band, aber, er ist auf jeden Fall hörenswert.

Veröffentlicht am 31.10.2017

Zuckersüß mit ein bisschen Drama

Die kleine Bäckerei am Strandweg
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Zuckersüß mit ein bisschen Drama, so würde ich „Die kleine Bäckerei am Strandweg“ zusammenfassen. Beim hören steigt einem definitiv der Duft von frisch gebackenem Brot in die Nase. Ich bin auf das Buch ...

Zuckersüß mit ein bisschen Drama, so würde ich „Die kleine Bäckerei am Strandweg“ zusammenfassen. Beim hören steigt einem definitiv der Duft von frisch gebackenem Brot in die Nase. Ich bin auf das Buch gestoßen, weil eine Rezensentin schrieb, dass Leserinnen von Sarah Morgan auch dieses Buch lieben werden. Ich muss allerdings sagen, dass Jenny Colgan meiner Ansicht nach bei Weitem nicht an den wundervollen Schreibstil von Sarah Morgan heran reicht.

Die Sprecherin, Vanida Karun, kannte ich bisher nicht, aber ich mag sie sehr. Sie hat eine angenehme Art die Geschichte zu erzählen.

Polly hat mir zuerst nicht so wirklich gefallen. Sie wirkt ein bisschen überheblich und irgendwie auch egoistisch. Sie wirkte leicht weltfremd. Das legte sich aber schnell, als sie endlich Anschluss an die Dorfbewohner in Mount Polbearne fand und in deren Kreis aufgenommen wurde. Mehr und mehr entwickelt sie sich zu einer sensiblen, aber auch zupackenden jungen Frau, die ihr Leben in die eigenen Hände nimmt.

Die Nebencharaktere blieben teilweise leider etwas blass. Gerade von Mrs. Manse, der bisherigen Bäckereien, hätte ich mir mehr gewünscht. Sie wäre ein toller Antagonist gewesen, leider verpuffte das aber. Hätte sie Polly das Leben deutlich schwerer gemacht, wäre bestimmt noch ein bisschen mehr Spannung in die Geschichte zu bringen gewesen.

Pollys beste Freundin, Kerensa, schaffte es dafür mit ihrem Reuben ein bisschen Salz in die Suppe zu bringen. Leicht überkandidelt haben sie beide das Herz dann aber doch am rechten Fleck.

Tarni und Huckle, die Männer der Geschichte, sind so völlig unterschiedlich und doch irgendwie auch gleich. für wen Pollys Herz am Ende wohl schlägt? Das müsst ihr selbst herausfinden. Ich darf euch auf jeden Fall so viel sagen, dass ihr bei einem der beiden Männer eine Überraschung erleben werdet, mit der man bei dieser Art von leichter Sommerlektüre nicht rechnet. Na, hab ich euch neugierig gemacht?

Alles in allem ist das Leben auf der Insel dörflich und vom Fischfang geprägt. So nimmt das Leben der Fischer auch einen großen Teil der Geschichte ein und sorgt auch für einige Aufregung. Leider plätschert die Geschichte dennoch über einige Zeit nur vor sich hin. Trotzdem hat sie mich gefangen genommen und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Polly weitergeht, so dass ich dran geblieben bin. Ich bin gespannt auf Band 2, der schon in meinem Audible Account auf mich wartet.

Von mir gibt es 3 Sterne und eine Hörempfehlung.

Veröffentlicht am 28.10.2017

Sehr tiefgründige Charaktere

Unsere verlorenen Herzen
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Ich hatte zunächst etwas Schwierigkeiten, mit Henry und Grace warm zu werden. Sie erschienen mir von ihrere Art und ihren Handlungsweisen eher fern und unnahbar. Je länger ich aber las, umso mehr wuchsen ...

Ich hatte zunächst etwas Schwierigkeiten, mit Henry und Grace warm zu werden. Sie erschienen mir von ihrere Art und ihren Handlungsweisen eher fern und unnahbar. Je länger ich aber las, umso mehr wuchsen sie mir ans Herz. Zwei Teenager, die noch nicht so richtig wissen, wo sie im Leben hingehören und von deinen eine meint, eine Schuld mit sich herumzutragen, die für ihr junges Leben viel zu groß ist.

Grace ist ein Mädchen, das mit großen Schuldgefühlen lebt. Sie lässt zunächst niemanden an sich heran. Sie ist aber irgendwie trotz ihrer Marotten auch eine starke und liebenswerte Protagonistin. Ich fand ihre Handlungsweisen nicht immer nachvollziehbar, aber auch das passte gut zu ihr. Nach und nach erfährt man mehr von ihrer Lebensgeschichte, ihrem Hintergrund und so passt ihr Verhalten dann doch wieder zu ihr.

Henry ist schon eher ein normaler Jugendlicher. Er übernimmt die Schülerzeitung und möchte es selbstverständlich besser machen, als seine Vorgänger. Mit Murray und Lola hat er zwei wunderbare Freunde. Das hat mir sehr gefallen, denn ich habe oft das Gefühl, dass in Jugendbüchern nur die coolen Typen „Freunde“ haben. Henry ist definitiv kein cooler Typ, sondern ein ganz normaler, sympathischer Junge.

Den Schreibstil empfand ich teilweise eher als etwas nüchtern, was aber zu der Geschichte ganz gut passt. Nüchtern heißt hier, dass mich große Gefühle zwar nicht erreicht haben, aber nüchtern heißt absolut nicht oberflächlich, denn das ist dieses Buch definitiv nicht. Es hat eine Tiefe, die man bei Jugendbüchern nur sehr selten findet. Die Autorin setzt sich sehr sensibel mit verschiedenen Arten von Liebe, Verlust und dem Tod auseinander.

Das Ende ist wunderschön. Ich habe selten beim Lesen Gänsehaut, aber diese letzten Zeilen über Henry und Grace haben mich ganz tief innen berührt.

Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung. Ein Buch, das man nicht einfach so runterlesen kann, sondern auf das man sich einlassen muss. Es birgt sehr viel in sich, über das es sich nachzudenken lohnt.

Veröffentlicht am 20.10.2017

Leseempfehlung für jugendliche Leserinnen

1000 Brücken und ein Kuss
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Insgesamt mochte ich die Geschichte, auch wenn sie mir teilweise etwas zu klischeehaft (Italien – Mafia) und auch nicht immer 100% logisch daher kam. „1000 Brücken und ein Kuss“ , ein solider Jugendroman, ...

Insgesamt mochte ich die Geschichte, auch wenn sie mir teilweise etwas zu klischeehaft (Italien – Mafia) und auch nicht immer 100% logisch daher kam. „1000 Brücken und ein Kuss“ , ein solider Jugendroman, der zum Ende hin ordentlich an Spannung zulegt. Der Schreibstil ist angenehm und man verbringt ein paar vergnügliche Stunden.

Emily ist eigentlich ganz sympathisch. Ich habe mich total mit ihr gefreut, als es für sie nach Italien zum Auslandssemester ging. Man spürte förmlich ihre Aufregung. Dann allerdings fing sie an, sich ein bisschen naiv zu verhalten. Wieso sieht sie die Gefahr nicht, in die sie sich begibt? Warum macht sie sich so lange keine ernsthaften Gedanken darüber, dass es vielleicht besser wäre zu gehen? Schade! Ich hätte mir hier doch ein bisschen mehr Angst, ein bisschen mehr Zaudern gewünscht. Blind vor Liebe trifft es hier ganz gut.

Luca fand ich ein bisschen komisch. Wenn er doch mit der italienischen Mafia verstrickt ist, dann sollte er nicht so große Risiken eingehen. Sein ganzes Leben lang ist er an diese Situation gewöhnt und jetzt klammert er sich an eine Austauschstudentin, die ihn daraus quasi befreien soll. Man sollte meinen, dass er achtsamer agiert. Er bringt Emily immer wieder in Situationen, in denen die beiden entdeckt werden könnten. Nicht sehr verantwortungsvoll. Trotzdem ist er irgendwie ganz süß. Vor allem in dem Teil, in dem aus seiner Sicht erzählt wird, lernt man ihn endlich etwas näher kennen. Leid tat er mir irgendwie schon mit seinem Leben.

Sophia empfand ich als eine starke, aber auch wirklich verquere Protagonistin. Sie ist meiner Ansicht nach völlig krank im Kopf. Ganz schlechte Kinderstube… Sie geht über Leichen um zu bekommen, was sie will. Sie ist aufgewachsen mit dem Wissen, dass sie alles haben kann, was sie sich wünscht und so geht sie mit ihren Mitmenschen um. Sie war ein toller Gegencharakter zu Emily und Luca.

Wie gesagt, das Thema Italien und Mafia fand ich ein bisschen klischeehaft, aber zumindest wurde das Thema sehr rund zuende geführt. Zwischendurch hatte ich wirklich Sorge, wie die Autorin das Ganze zu einem passenden Ende bringen will. Rund, logisch, sehr stark und sehr mutig von ihr, wie sie die Geschichte gestrickt hat.

Sehr gut gefallen hat mir der Schreibstil von Lana Rotaru. Sie schreibt sehr bildhaft und das Prickeln zwischen Emily und Luca war wirklich spürbar. Die Autorin schafft es, ihre Figuren zum Leben zu erwecken und sie dem Leser direkt vor Augen zu führen. Den Wechsel von Emily zu Luca, als Erzählperspektive fand ich sehr interessant. Das ist mal etwas ganz anderes, eine Geschichte ein halbes Buch lang aus der einen und ein halbes Buch lang aus der anderen Sicht zu erzählen.

Alles in allem lässt sich die Geschichte sehr gut lesen und wird zum Ende hin immer spannender. Schön gezeichnete Protagonisten, mit denen man schnell mitleidet und mitfiebert. Von mir gibt es sehr gute 3 Sterne und eine Leseempfehlung für jugendliche Leser.

Veröffentlicht am 14.10.2017

Für Fans intressant

Was ich noch zu sagen hätte
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Die Autobiografie erzählt über die Jahre 1942 bis 2004. Geschrieben wurde das Buch in Interviewform, wobei Reinhard Mey ausreichend Platz hat, um seine Geschichte zu erzählen und nicht durch die Interviewfragen ...

Die Autobiografie erzählt über die Jahre 1942 bis 2004. Geschrieben wurde das Buch in Interviewform, wobei Reinhard Mey ausreichend Platz hat, um seine Geschichte zu erzählen und nicht durch die Interviewfragen eingeengt wurde. Zu Wort kommen auch seine zweite Frau Hella und die Kinder Max und Victoria. Frederik, der älteste Sohn hat sich da scheinbar zurück gehalten, er befand sich, wenn ich das richrig verstanden habe, zur Zeit, als dieses Buch entstand gerade auf der Walz.

Aufgelockert wird das Buch immer wieder durch, an den passenden Stellen, eingefügte Songtexte. Das war es, was mir am besten gefallen hat an dieser Autobiografie, dass man ein bisschen den Zusammenhang der Texte zum Leben Reinhard Meys erläutert bekommt.

Nicht gefallen hat mir, dass die Autobiografie teilweise etwas oberflächlich daher kommt. Bernd Schroeder hakt kaum nach, wie diese oder jene Antwort zu verstehen sei. Passt meines Erachtens dazu, dass Reinhard Mey sein Privatleben und seine Familie vor der Öffentlichkeit schützt. Das finde ich durchaus mehr als legitim, man fragt sich nur, warum eine Autobiografie, wenn man dann eigentlich auch nichts erfährt, was nicht bereits in Songtexten verarbeitet ist. Ich hätte mir ein bisschen mehr darüber gewünscht, wie er seine Songs schreibt, wie das Leben auf Tour ist. Da hätte man durchaus nicht ins Privatleben gehen müssen, um trotzdem noch ein bisschen mehr zu erzählen.

Auf seinen Konzerten plaudert er zwischen den Songs so nett aus seinem Leben und über seine Songs, das hat mir immer besonders gut gefallen. Dieser mal lockere, mal tiefgründige Ton fehlt hier in der Autobiografie irgendwie, es kam nicht so richtig bei mir an. Dies mag durchaus dem geschuldet sein, dass es ein anderer für ihn aufgeschrieben hat. Ich weiß es nicht, woran es sonst liegen könnte.

Von mir gibt es 4 Sterne für eine nette Autobiografie, die aber sehr an der Oberfläche kratzt. Wahrscheinlich nur für echte Fans ein „Muss“ aber die wissen das, was sie hier lesen vermutlich schon.