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Veröffentlicht am 04.02.2026

Sehr schöne Geschichte

Halbinsel
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Das Buch wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025 ausgezeichnet. Bevor die Leipziger Buchmesse 2026 startet und es damit neue Preisträger zu lesen gilt, möchte ich euch noch Halbinsel von Kristine ...

Das Buch wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025 ausgezeichnet. Bevor die Leipziger Buchmesse 2026 startet und es damit neue Preisträger zu lesen gilt, möchte ich euch noch Halbinsel von Kristine Bilkau ans Herz legen.

Das Buch hat mich tatsächlich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen, obwohl die Autorin in ihrem Roman eine sehr ruhige Erzählweise an den Tag legt. Der Roman lebt von genauen Beobachtungen und einer klaren Sprache, die ohne große Ausschmückungen auskommt und gerade deshalb so eindrücklich wirkt.

Ich konnte die Gedanken und Handlungsweisen beider Figuren gut nachvollziehen. Einerseits hat man Mitleid mit Linn, deren Leben komplett aus dem Ruder gelaufen zu sein scheint, und die sich zu nichts aufraffen kann. Andererseits konnte ich auch mit Annett gut mitfühlen. Obwohl sie selbst solche Phasen in ihrem Leben kennt, geht ihr Linns Passivität irgendwann auf die Nerven. Ich glaube, dass es eine Mischung aus Verzweiflung ist, weil man als Mutter nur das Beste für sein Kind möchte, aber auch Resignation, weil man selbst sein Leben irgendwann wiederhaben möchte. Ich habe mich selbst beim Lesen oft gefragt, wie lange es wohl gut gehen würde, wenn meine Mutter und ich wieder unter einem Dach leben würden – so gut wir uns auch verstehen, vermutlich nicht lange…

Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin kleine Alltagsmomente nutzt, um innere Entwicklungen der Figuren sichtbar zu machen.

Auch die Landschaft ist sehr präsent, liegt Husum doch quasi bei mir um die Ecke. Die Landschaft und ihre Bewohner bilden einen stimmigen Hintergrund für die Geschichte. Sachlich norddeutsch, so wie wir eben sind.

Insgesamt ist „Halbinsel“ ein Buch der leisen Töne, sehr schön geschrieben, dass mich durch die klare Auseinandersetzung mit dem Thema Mutter-Tochter-Beziehung, aber auch den Fragen es Lebens, wohin man eigentlich gehört, sehr beeindruckt hat.

Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Leider extrem flache Charaktere und eine teilweise lächerliche Handlung

Lights Out
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Ich habe das Buch zwar komplett gehört, aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ich habe selten so eine dämliche Geschichte gehört. Ich lese oder höre gerne mal eine gut ...



Ich habe das Buch zwar komplett gehört, aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ich habe selten so eine dämliche Geschichte gehört. Ich lese oder höre gerne mal eine gut geschriebene Dark Romance, aber diese hier hat mich nur zum Kopfschütteln und lachen gebracht.

Die Charaktere sind leider unglaublich flach dargestellt, wobei Josh noch ein bisschen besser ausgearbeitet ist, als Aly. Dafür, dass Aly Krankenschwester in der Notaufnahme ist, und dort wirklich einen guten Job macht, hat man das Gefühl, dass es in ihrer Freizeit nur um das eine geht. Sex, und der möglichst hart. Ja, als Josh anfängt, sie zu stalken hat sie erst ein bisschen Angst, aber sehr schnell lässt sie sich auf das Spiel ein. Von da sind es nur wenige Hörminuten bis zur großen Liebe und dem dauernd verwendeten Wort „Schatz“. Kater Fred ist das Kind bzw. der Sohn. Mir war das alles einen Tick zu drüber. Zu schnell, zu viel, zu unglaubwürdig.

Zwischendurch passiert dann auch noch etwas, was Spannung in die Geschichte bringen soll. Um nicht zu spoilern, hier nicht mehr dazu, nur so viel. Die italienische Mafia bekommt auch ihren Auftritt in dieser Geschichte.

Mich konnte Lights out nicht wirklich begeistern. Für mich ist die dreibändige Reihe hiermit beendet.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Interessanter Auftaktband mit einigen Längen

Die Sekte - Es gibt kein Entkommen
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Dieses Buch lag schon lange auf meinem SuB und nachdem ich gerade „Das strömende Grab“ von Robert Galbraith verschlungen habe, in dem es auch um eine Sekte ging, habe ich mich an diese Reihe erinnert und ...

Dieses Buch lag schon lange auf meinem SuB und nachdem ich gerade „Das strömende Grab“ von Robert Galbraith verschlungen habe, in dem es auch um eine Sekte ging, habe ich mich an diese Reihe erinnert und sie endlich angefangen.

„Die Sekte – Es gibt kein Entkommen“ ist ein Thriller, der etwas Zeit gebraucht hat, um richtig in Gang zu kommen. Der Einstieg ist eher ruhig, fast nüchtern, und die Spannung entwickelt sich zunächst nur langsam, wobei der Prolog durchaus einen Ausblick darauf gibt, dass es dramatisch werden wird.

Die Protagonistin Sofia Baumann habe ich zu Beginn als sehr naiv und gutgläubig empfunden. Ihr Wunsch nach Zugehörigkeit macht sie anfällig für die Versprechungen der Gemeinschaft. Sie weiß nach ihrem Studium nicht, wo sie im Leben steht und was sie beruflich machen will, was sich als gutes Einfallstor für Franz Oswald herausstellen wird.

Gerade Sofias anfängliche Unbedarftheit wirkt jedoch realistisch und trägt dazu bei, nachvollziehbar zu machen, wie leicht Menschen in sektenähnliche Strukturen hineingezogen werden können. Mit der Zeit wird deutlich, wie sehr Sofie zwischen Zweifel, Anpassung und innerem Widerstand schwankt.

Nicht ganz durchdrungen habe ich, warum ihre Freundin, die zum Auftaktvortrag der Sekte mit ihr gemeinsam geht, nicht stärker in die weitere Handlung einbezogen wird. Man sollte doch meinen, dass eine beste Freundin sich wundert, wenn jemand plötzlich den Kontakt total abbricht und stärker versucht, diesen wieder herzustellen.

Franz Oswald war sehr glaubwürdig dargestellt. Dadurch, dass wir zwischen den Kapiteln immer wieder Einblicke in seine Jugend nehmen können, baut sich seine Geschichte nach und nach auf. Der Leser weiß von Tag 1 an, dass Oswald kein guter Mensch ist und sehr mit vorsicht zu genießen. Durch die Rückblicke bekommen wir aber einen Eindruck, wie schlimm er ist. Spannend war es, zu lesen, wie sehr sich sein Inneres und sein äußeres Auftreten unterscheiden. Nur auf dem Landsitz, wo ihm niemand entkommen kann, zeigt er immer wieder sein wahres Gesicht.

Besonders gelungen fand ich die Darstellung der Mechanismen, mit denen Menschen in die Fänge einer Sekte geraten. Mir ist es nach wie vor unbegreiflich, wie man sich auf so etwas einlassen kann – und genau hier zeigt sich die Stärke des Romans. Zunächst wirkt alles harmlos, fast normal. Solange Sofia noch hätte gehen können, schien Vieles nicht wirklich problematisch. Merkwürdig, aber nicht extrem problematisch. Als es schließlich wirklich schlimm und auch sehr gefährlich wird, hat Franz Oswald bereits dafür gesorgt, dass niemand mehr gehen kann. Dieses perfide Vorgehen ist erschreckend konsequent und gut nachvollziehbar dargestellt.

Der Schreibstil von Mariette Lindstein baut die Geschichte langsam auf, bleibt dabei aber durchgehend bildhaft. Szenen, Stimmungen und Machtverhältnisse werden dem Leser sehr klar vor Augen geführt. Mit zunehmender Seitenzahl wird die Geschichte immer spannender. Es geschehen Dinge, bei denen man als Außenstehender fragt, warum die Leute nicht versuchen zu fliehen. Die Autorin schafft es aber sehr gut, die Machtverhältnisse so darzustellen, dass man nachvollziehen kann, wie Oswald es immer wieder schafft, Einzelne dazu zu bringen, für ihn die schmutzige Arbeit auszuführen. Sei es aus Angst, oder einem eigenen Machtempfinden heraus. Das ist nämlich auch sehr spannend, wie Menschen sich verändern, wenn sie plötzlich Macht zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser Teil der Geschichte ist für mich extrem realistisch dargestellt.

Aus meiner Sicht handelt es sich um einen soliden Auftakt für eine Reihe, der sich am Anfang etwas schneller hätte entwickeln dürfen, aber bei der ich durchaus neugierig bin, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird. Ich vergebe 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Besser als Band 1

Die Sekte - Deine Angst ist erst der Anfang
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Den zweiten Band um Sofia Bauman habe ich innerhalb von 2 Tagen verschlungen. Die Geschichte nimmt jetzt richtig Fahrt auf.

Nach dem eher langsamen Einstieg des ersten Bands hat mich Band 2 sofort gepackt. ...

Den zweiten Band um Sofia Bauman habe ich innerhalb von 2 Tagen verschlungen. Die Geschichte nimmt jetzt richtig Fahrt auf.

Nach dem eher langsamen Einstieg des ersten Bands hat mich Band 2 sofort gepackt. Sofia glaubt, dem Albtraum entkommen zu sein: Der Sektenführer Franz Oswald sitzt hinter Gittern, und sie versucht, ein neues Leben aufzubauen. Doch schon bald merkt man, dass die Realität nach dem Ausstieg alles andere als befreiend ist – und die Sekte sie weiter verfolgt. Sogar aus dem Gefängnis heraus wirkt Oswald sein teuflisches Spiel.

Neu eingeführt wird in diesem Band Anna-Maria Callini, die Anwältin von Franz Oswald, die ihm, ebenso, wie Sofia im ersten Band, sofort verfällt. Ich hätte sie am liebsten geschüttelt, weil sie so naiv ist. Man sollte doch meinen, dass sie, als Juristin, ein bisschen mehr Verstand hat, vor allem, was die kriminellen Machenschaften des Sektenführers angeht. Aber nein, anhand dieser Figur zeigt Mariette Lindstein sehr gut auf, dass wirklich jeder in die Fänge einer Sekte geraten kann.

Was diese Fortsetzung für mich besonders spannend macht, ist die wechselnde Perspektive zwischen Sofia und Simon. Simon kennen wir ja auch aus Band 1 und auch er hat es geschafft, der Sekte den Rücken zu kehren. Ihm ist dies, obwohl er auf der Insel geblieben ist, aber deutlich besser gelungen, als Sofia, so war zumindest mein Eindruck. Simon macht in diesem Band die größte Entwicklung durch, da er wirklich in einigen Situationen extrem über sich hinaus wächst.

Der Schreibstil ist wieder sehr bildhaft, ähnlich wie schon im ersten Band. Die Autorin baut die Spannung weniger über actionreiche Szenen auf, sondern durch die Entwicklung der Figuren und ihrer inneren Konflikte und vor allem der Tatsache, dass sie teilweise die Sekte nicht loslassen können. Klar, das ist nachvollziehbar, denn was sie während der Zeit auf der Insel erlebt haben, prägt natürlich sehr.

Anhand von Sofia setzt die Autorin sich stark mit dem Leben nach dem Ausstieg aus der Sekte auseinander – sowohl mit der nach wie vor vorhandenen Bedrohung von außen und den Problemen, die es zunächst gibt, weil selbst die Polizei ihr nicht glaubt, als auch mit den Ängsten und psychischen Problemen, denen die Figuren im Nachgang ausgesetzt sind. Sehr spannend, wie es ihnen geht, und auch, wie die Autorin schildert, dass einige der Sektenanhänger tatsächlich da geblieben sind, obwohl sie bereits wussten, dass das Leben dort unerträglich ist und sie die Chance gehabt hätten, auszusteigen. Wie krass verführt können Menschen sein, dass sie sowas über sich ergehen lassen. Das ist spannend und erschreckend zugleich.

Mich hat der zweite Band total fesseln können und ich bin froh, dass ich nach dem etwas schwächeren Auftaktband weiter gelesen habe. Ich vergebe gerne 4 Sterne.

Meiner Ansicht nach sind die Bände nicht wirklich unabhängig voneinander lesbar. Vieles kann man vermutlich nicht nachvollziehen, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Etwas schwächer als die beiden Vorgänger, aber ein runder Abschluss

Die Sekte - Dein Albtraum nimmt kein Ende
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Ich muss sagen, dass ich Band 3 noch ein bisschen schwächer fand, als die ersten beiden Bände. Die Geschichte konnte mich zwar erneut fesseln, aber die Protagonisten gehen mir allesamt auf die Nerven. ...

Ich muss sagen, dass ich Band 3 noch ein bisschen schwächer fand, als die ersten beiden Bände. Die Geschichte konnte mich zwar erneut fesseln, aber die Protagonisten gehen mir allesamt auf die Nerven. Sofia ist so naiv wie gehabt. 15 Jahre lebt sie nun ohne die Sekte, ebenso wie Anna. Ich muss gestehen, dass ich überhaupt nicht beurteilen kann, wie realistisch die Darstellung ist, dass nach allem, was passiert ist, jemand erneut auf Franz Oswald hereinfallen kann. Mir persönlich erscheint das so abstrus, dass jemand, der körperlich und psychisch über mehrere Jahre misshandelt wurde, trotzdem wieder auf diesen Menschen hereinfällt und ihn auch weiterhin charismatisch findet. Aber es mag realistisch sein.

Benjamin nimmt das Leben locker, wie eh und je. Er ist die einzige Figur, die sich überhaupt nicht weiter entwickelt und ist weder Sofia noch Julia eine große Hilfe. Ehrlich gesagt empfand ich ihn als ziemlichen Schwächling, wenn er es nicht mal schafft, sich für seine Familie starkzumachen.

Und Julia… Julia ist nur eine absolut verzogene Göre, ohne Respekt vor ihren Eltern, gegen die sich ihre Eltern nicht an einer Stelle durchsetzen konnten. Gegen eine 15-jährige… Dass sie tut, was sie will und sich damit in Gefahr bringt, das hat mich am wenigsten gewundert. Julia steckt alles einfach immer weg und macht trotz Vorkommnissen, die sie tief traumatisiert haben dürften, weiter.

Gut gefallen hat mir die Geschichte aus dem Blickwinkel von Thor, einem der beiden Kinder von Franz Oswald. Wir erleben wieder hautnah mit, wie die Misshandlungen innerhalb der Sekte weitergehen und auch vor ganz kleinen Kindern nicht haltmachen. Thor hat mir als Figur unglaublich gut gefallen, denn er ist mitfühlend und bewahrt sich über all die Jahre seine Menschlichkeit. Man spürt aber auch die latente oder direkte Angst, die sein Leben tagein, tagaus begleitet.

Der Schreibstil ist gewohnt mitreißend und ich konnte das Buch trotz der aus meiner Sicht nicht besonders interessant gestalteten Figuren wieder nicht aus der Hand legen. So wie Franz Oswald einen Sog auf die Figuren ausübt, so übt auch diese Geschichte einen Sog auf die Leser aus. Die Geschichte folgt definitiv einem roten Faden und alles fügt sich gut zusammen, es gibt keine Brüche in der Geschichte oder Unlogik. Von daher hat sie mir schon gefallen.

Ich vergebe 3 Sterne. Auch wenn es noch 3 weitere Bände gibt, so werde ich diese eher nicht mehr lesen, denn die Geschichte findet hier einen runden Abschluss.

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