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Veröffentlicht am 05.03.2020

Intellektuell anspruchsvoller Roman über Rassismus

Heaven, My Home
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REZENSION - Wer „Bluebird, Bluebird“ (2019), den mit zwei renommierten US-Literaturpreisen ausgezeichneten Roman der Afroamerikanerin Attica Locke (46) schon kennt, dürfte es beim Folgeband „Heaven, My ...

REZENSION - Wer „Bluebird, Bluebird“ (2019), den mit zwei renommierten US-Literaturpreisen ausgezeichneten Roman der Afroamerikanerin Attica Locke (46) schon kennt, dürfte es beim Folgeband „Heaven, My Home“ leichter haben. Erstleser werden sich dagegen anfangs schwer tun, sich in die Verwicklungen und Finessen der Ermittlungsarbeit des schwarzen Texas Rangers Darren Mathews einzufinden, zumal der aktuelle Fall durch Verbindungen zu einem zurückliegenden Mord überlagert wird.
Auch in „Heaven, My Home“ geht es um die rassistische Scheinheiligkeit des Miteinanders oder eigentlich Nebeneinanders von Schwarz und Weiß im Osten Texas, eben jenes Staates, dessen Probleme der schwarzen Bevölkerung die afroamerikanische Autorin als dort Geborene wenn nicht selbst erfahren, dann doch hat beobachten müssen. Der Roman spielt im Zeitvakuum zwischen Donald Trumps Wahl zum Präsidenten und seiner offiziellen Amtseinführung. Rassisten wie die neonazistische Arische Bruderschaft Texas (ATB), in der Vergangenheit von Ordnungskräften mühsam zurückgedrängt, fühlen ihre Zeit gekommen. Alte, erloschen geglaubte Rassenvorurteile werden durch das sich verändernde politische Klimas wieder neu entfacht.
In dieser spannungsgeladenen Zeit verschwindet im Marion County der neunjährige Levi King, Sohn einer Weißen, die mit einem Rassisten in einem Trailer-Park auf dem Privatgrundstück des alten Schwarzen Leroy Page lebt. Leroy, der nach eigener Aussage den Neunjährigen zuletzt sah und mit ihm früher schon Streit hatte, wird vom FBI des Mordes verdächtigt. Der weiße FBI-Mann Greg, ein Studienfreund des schwarzen Rangers, will nachweisen, dass nicht nur Weiße Hassverbrechen an Schwarzen begehen, sondern umgekehrt auch Schwarze an Weißen. Ranger Mathews wird von seinem Vorgesetzten an den Tatort geschickt, um letzte Beweise gegen die mit Drogen handelnde und mordende Arische Bruderschaft zu sammeln, noch bevor Trump ins Amt eingeführt wird.
Attica Locke versteht es meisterhaft, uns im weiteren Verlauf der Handlung das Denken und Fühlen vor allem schwarzer Südstaatler und die Vielschichtigkeit der gesellschaftlichen Problematik im gemischtrassigen Zusammenleben zu verdeutlichen. Vor allem in den parallel laufenden Ermittlungen der beiden Freunde Greg und Darren werden die Schwierigkeiten, Komplikationen und Vorurteile deutlich: Während es für FBI-Mann Greg wegen aufgefundener Indizien erwiesen ist, dass der alte Schwarze den Neunjährigen ermordet haben muss, hält Ranger Darren dies für unwahrscheinlich, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Darren wagt es nicht, wie Freund Greg ihm vorwirft, „sich zu seinen eigenen blinden Flecken zu bekennen, wenn es um Schwarze ging, zu dem Gefühl von Rücksichtnahme, das ihn durchdrang, und zu dem Instinkt, schützen und dienen zu wollen, der in ihm vor allem bei älteren Schwarzen erwachte, Männern und Frauen, deren Kämpfe und Stärke Darrens Leben erst möglich gemacht hatten.“
Attica Locke macht es uns deutschen Lesern, die wir mit dem in den USA seit der Sklaverei tief verwurzelten Rassenproblem nicht vertraut sind, mit ihrem vielschichtigen, sensiblen Roman nicht leicht, das Gelesene unmittelbar zu verstehen. „Heaven, My Home“ ist kein unterhaltsamer Krimi für gemütliche Stunden zum Feierabend, sondern ein intellektuell anspruchsvoller Roman, der zum Nachdenken anregt - und über den man auch nachdenken sollte. Denn Rassismus ist leider nicht mehr nur in den USA ein aktuelles Thema.

Veröffentlicht am 23.02.2020

Zu spät, zu lang!

Vom Wind verweht
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Ich hab's versucht, ehrlich!, aber nicht geschafft! Ich habe aufgegeben!! Es liegt gewiss nicht am Roman! Gerade diese Neuübersetzung macht es einem doch wirklich leicht, diesen Klassiker von 1936 auch ...

Ich hab's versucht, ehrlich!, aber nicht geschafft! Ich habe aufgegeben!! Es liegt gewiss nicht am Roman! Gerade diese Neuübersetzung macht es einem doch wirklich leicht, diesen Klassiker von 1936 auch heute noch zu lesen. Interessant für mich waren zum Beispiel die Schilderung der historischen Gegebenheiten, des Lebens in den Südstaaten der USA im 19. Jahrhundert Aufgegeben habe ich wegen der nicht mehr zeitgemäßen, ausufernden Beschreibungen bis in die letzte Kleinigkeit. Auch der Buchumfang der 1.325 Seiten (inkl. Nachwort und Amerkungen) schreckten mich ab. Man muss sich diesem Roman lange Zeit widmen - zu lange. Wer hat denn heute noch diese Zeit und Ruhe und Geduld, einen so dicken Roman fortlaufend ohne Unterbrechung lesen zu können? In einem Satz also: Es lag nicht am Roman, es lag an mir und meiner Lesegewohnheit. Ich muss ein Buch in einer Woche gelesen haben, dann muss das nächste, zur Abwechslung möglichst sogar ein anderes Genre drankommen.

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2020

Spannender Krimi und US-Gesellschaftsstudie

Darktown (Darktown 1)
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REZENSION – Am Beispiel der ersten afroamerikanischen Polizeitruppe in Atlanta, die 1948 gegen den Widerstand der weißen Einwohner eingesetzt wurde, beschreibt Schriftsteller Thomas Mullen (46) in seinem ...

REZENSION – Am Beispiel der ersten afroamerikanischen Polizeitruppe in Atlanta, die 1948 gegen den Widerstand der weißen Einwohner eingesetzt wurde, beschreibt Schriftsteller Thomas Mullen (46) in seinem beeindruckenden und auf erschreckende Weise aktuellen Krimi „Darktown“ (2018; Dumont-Verlag) die Problematik im Nebeneinander von Schwarz und Weiß. Seitdem sind 70 Jahre vergangen, doch gerade in unserer Zeit treibt der Rassismus wieder neue Blüte – nicht nur in den USA, auch in Europa.
Drei Jahre nach Ende des Weltkriegs buhlt der weiße Bürgermeister von Georgias Hauptstadt Atlanta um die Wählerstimmen der erstmals zur Wahl zugelassenen Afroamerikaner. Als Signal seines guten Willens gibt er dem Police Department Anweisung, eine erste Einheit aus schwarzen Polizisten aufzustellen: Acht Männer sollen im Schwarzenviertel „Darktown“ zu Fuß und nur mit Gummiknüppel bewaffnet für Recht und Ordnung sorgen. Sie dürfen keine Weißen kontrollieren und schon gar nicht verhaften, das Polizeihauptquartier dürfen sie wenn überhaupt nur durch den Nebeneingang betreten, ihre eigene Zentrale liegt im Keller des YMCA in „Darktown“. Die weißen Polizisten sind ihnen gegenüber feindselig, selbst die schwarze Bevölkerung ist misstrauisch. Als die Ermordung einer jungen Schwarzen von den weißen Polizisten nicht weiter verfolgt wird, nehmen sich Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Cops der neuen Einheit, unerlaubt dieses Falles an – bald mit Unterstützung des weißen Polizisten Denny Rakestraw. Alle drei riskieren damit nicht nur ihre Jobs, sondern auch ihr Leben.
Zweifellos gibt es Romane, die sich ernsthafter und differenzierter mit der Rassenproblematik der Vereinigten Staaten sowohl zu damaliger wie auch heutiger Zeit auseinandersetzen. Mullen macht es sich zweifellos zu einfach, die durchweg „guten“ Afroamerikaner den überwiegend „schlechten“ und korrupten weißen Cops gegenüber zu stellen. Dennoch gelingt es gerade Mullens Krimi „Darktown“, seine europäischen Leser mit dieser komplexen Problematik leicht verständlich vertraut zu machen. Sein historischer Roman passt punktgenau in unsere Zeit, in der auch in Deutschland ein wachsender Rassismus zu spüren ist: Zwar beschreibt Mullen die damalige Situation in den amerikanischen Südstaaten, aber er macht uns damit zugleich auf die bis heute ungelöste Rassenproblematik und den grassierenden, heute oft unterschwelligen Rassismus im Allgemeinen aufmerksam.
So gesehen, ist Thomas Mullens für höchste US-Literaturpreise nominierter Roman „Darktown“ weit mehr als ein Krimi, sondern vielmehr eine faszinierende und sehr einfühlsam geschriebene Gesellschaftsstudie. Vor allem durch seine schlichte Erzählweise des schwierigen Alltags dieser acht schwarzen, von allen Seiten angefeindeten oder zumindest misstrauisch beäugten Polizisten wirkt dieser Roman umso eindringlicher.
Ein Kompliment gebührt auch Übersetzer Bernie Mayer (45), dass er es bei den heute als diskriminierend empfundenen, zur damaligen Zeit aber nicht nur in den Südstaaten selbstverständlichen Begriffen „Negroes“ und „Nigger“ belassen hat. Gerade dies trägt zur beklemmenden Authentizität des Romans „Darktown“ zusätzlich bei. Im November 2019 ist bereits der zweite Band „Weißes Feuer“ erschienen.

Veröffentlicht am 08.02.2020

Ein Thriller der besonderen Art

Wolves – Die Jagd beginnt (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 3)
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REZENSION – Der im Januar bei Ullstein erschienene Roman „Wolves – Die Jagd beginnt“ ist ein lesenswerter Thriller. Und doch: Wer erst jetzt mit diesem bereits dritten Band in die New-Scotland-Yard-Thrillerreihe ...

REZENSION – Der im Januar bei Ullstein erschienene Roman „Wolves – Die Jagd beginnt“ ist ein lesenswerter Thriller. Und doch: Wer erst jetzt mit diesem bereits dritten Band in die New-Scotland-Yard-Thrillerreihe des britischen Schriftstellers Daniel Cole (37) einsteigt, wird Mühe haben, das mehr oder minder enge Verhältnis der vielen Protagonisten zu durchschauen und ihr Handeln zu verstehen. Denn zu oft setzt Cole genaue Vorkenntnisse aus seinen vorangegangenen Romanen „Ragdoll – Dein letzter Tag (2017) und „Hangman – Das Spiel des Mörders“ (2018) voraus. Andererseits zwingt gerade diese Tatsache alle Neueinsteiger zu erhöhter Aufmerksamkeit und sorgt zugleich für zusätzliche Spannung und Erwartung, der Antwort anfangs noch offener Fragen und der Lösung dieses Mordfalles endlich näher zu kommen.
So ist beim ersten Erscheinen des früheren Detectives William Oliver Layton-Fawkes, nach seinen Initialen „Wolf“ genannt, völlig unverständlich, warum er viele Monate untergetaucht war und noch immer von der Polizei gesucht wird. Trotz der ihm drohenden Festnahme sieht er sich nur deshalb zum Auftauchen gezwungen, weil sein väterlicher Freund, der pensionierte Polizist Finlay Shaw, angeblich Selbstmord begangen hat. Darauf deuten zumindest die Indizien, weshalb der Fall bereits abgeschlossen ist. Doch William Fawkes ist überzeugt, Shaw hätte niemals seine krebskranke Ehefrau Maggie nach Jahrzehnten glücklicher Ehe allein zurückgelassen. Außerdem sind Gründe für einen Selbstmord nicht erkennbar, nicht einmal ein Abschiedsbrief wurde gefunden. Gemeinsam mit seiner früheren Kollegin Emily Baxter nimmt sich William „Wolf“ Fawkes des Falles an und entdeckt schließlich, Finlays Tod könne mit jenem spektakulären Drogenfund vor fast 40 Jahren in Verbindung stehen, durch den der damals noch junge Polizeianfänger zum Helden wurde.
Kenner dieser Thrillerreihe treffen in „Wolves“ auf alte Bekannte aus den zwei ersten Bänden, deren Vielzahl es Neueinsteigern aber schwer macht, sie alle spontan auseinander zu halten oder einander richtig zuzuordnen. Es gehört schon Konzentration dazu, um das Miteinander oder Gegeneinander der Personen deuten zu können. Erst durch kapitelweise eingeschobene Rückblenden wird das Handeln der verschiedenen Charaktere allmählich verständlich und auch das Motiv für den „perfekten Mord“ erkennbar.
Trotz aller inhaltlichen und personellen Verbindungen zu den Vorgängerbänden schildert „Wolves – Die Jagd beginnt“ eine in sich abgeschlossene, plausibel aufgebaute Handlung, der es dank einer unterhaltsamen Mischung aus Spannung und Action, aus viel Humor, aber ebenso viel Ernsthaftem bis hin zu menschlicher Tragik an nichts fehlt. Immer wieder schafft es Daniel Cole, uns durch unerwartete Wendungen auf neue Fährten zu locken. Vor allem im Finale des Buches gelingt ihm dies auf besondere Weise: Während andere Thriller üblicherweise mit dem Auffinden des Täters schließen, setzt Cole noch eins drauf und lässt seinen Roman erst mit einem überraschenden, für William „Wolf“ Fawkes aber notwendigen Coup des gesamten Ermittler-Teams enden.
Dieser trotz anfangs genannter Kritikpunkte letztlich doch sehr spannende Thriller lebt durch seine klare Sprache, kurze Sätze und viele Dialoge, worin sich Cole als professioneller Drehbuchautor auskennt. Gespickt mit viel schwarzem Humor und voller Sarkasmus hat der 37-jährige Bestseller-Autor zweifellos seinen ganz eigenen Schreibstil gefunden, der seine lesenswerte Thrillerreihe, die nicht ohne Grund bereits in 34 Ländern erscheint, wirklich zu etwas Besonderem macht.

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Veröffentlicht am 02.02.2020

Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, wieder aktuell

Der eiserne Gustav
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REZENSION - Den „eisernen Gustav“ glauben viele zu kennen. Doch der Rühmann-Film von 1958 hat mit Hans Falladas gleichnamigem Roman von 1938 nichts zu tun, schildert er doch nur die Kutschfahrt des wahren ...

REZENSION - Den „eisernen Gustav“ glauben viele zu kennen. Doch der Rühmann-Film von 1958 hat mit Hans Falladas gleichnamigem Roman von 1938 nichts zu tun, schildert er doch nur die Kutschfahrt des wahren Berliner Droschkenkutschers Gustav Hartmann (1859-1938) im Jahr 1928 nach Paris. Fallada griff dieses damals öffentlichkeitswirksame Ereignis lediglich gegen Ende seines Romans um seinen fiktiven Kutscher Gustav Hackendahl auf. Doch auch wer Falladas „Der eiserne Gustav“ gelesen hat, hatte nie seinen Originaltext, der verschollen ist, sondern nur einen bearbeiteten Text in der Hand. Erst jetzt nach über 80 Jahren erschien im Aufbau-Verlag eine Ausgabe mit jenem Ende, „wie ihn der Verfasser gewollt hatte“, und in einer dem Urtext nahekommenden Fassung, wie es Fallada-Forscherin und Herausgeberin Jenny Williams in ihrem ausführlichen Nachwort nachweist.
Hauptfigur ist der Berliner Droschkenkutscher Gustav Hackendahl. Wir begleiten den kleinbürgerlichen, in der wilhelminischen Zeit zu Disziplin und Gehorsam erzogenen Mann, der es bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs durch harte Arbeit zum Unternehmer mit 30 Droschken geschafft hatte, in den nun nachfolgenden Jahren 1914 bis 1924. Fallada zeigt am Beispiel des wirtschaftlichen Untergangs Hackendahls und des Zerfalls seiner Familie zugleich den Zerfall des gesellschaftlichen und politischen Systems nach dem verlorenen Krieg, nach Auflösung des Kaiserreichs und in den Wirren der Weimarer Republik, was letztlich in der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete. Gustav Hackendahl muss erleben, wie seine von ihm „eisern“ verteidigten Werte – Ordnung, Gehorsam, Disziplin – untergehen. Andererseits war es gerade die Strenge des Vaters, die für die Trennung seiner erwachsenen Kinder vom Elternhaus sorgte. Nur den Jüngsten lässt der Autor zu einem „anständigen Menschen“ heranwachsen.
Fallada hatte seinen Roman bewusst vorzeitig 1924 enden lassen, um nicht in die Sphären der Nazis zu geraten. Doch noch in der Andruckphase verlangte Goebbels eine Verlängerung der Handlung bis zur NS-Machtübernahme. Ausgerechnet Kutscher Hackendahl und sein „anständiger“ Sohn sollten der NSDAP beitreten. Fallada gab am Ende nach - sein Buch wäre wegen „fehlender Propagandawirkung“ nicht zugelassen worden - und ergänzte einen „Nazi-Schwanz“, wie er es in Briefen selbst formulierte.
Zwanzig Jahre später erschien in der DDR eine erneut bearbeitete, diesmal dem kommunistischen System gefällige Romanfassung: Zwar war der „Nazi-Schwanz“ gestrichen, in vorauseilendem Gehorsam aber auch weitere Textpassagen, die den DDR-Funktionären hätten missfallen können. Nach jahrelanger Forschung und Textvergleichen erschien endlich im Herbst 2019 eine „von allen politischen Eingriffen befreite“ Fassung des Fallada-Textes, die dem verschollenen Originalmanuskript wohl am nächsten kommt.
Trotz seiner 80 Jahre ist „Der eiserne Gustav“ immer noch aktuell und in seiner Authentizität aufrüttelnd, wie er von Fallada einst gedacht war. Nicht wenige vergleichen unsere heutigen politischen Verhältnisse mit denen der Weimarer Republik und meinen auch, einen Verfall unseres gesellschaftlichen Systems zu erkennen. Manche vermissen auch heute das notwendige Maß an Disziplin und Ordnung. Wieder erstarken in Deutschland die extremen politischen Flügel. So kann man diese Fallada-Neuausgabe als immer noch aktuelle und unbedingt lesenswerte Mahnung verstehen.

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