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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2022

Gefühle oder Pläne verfolgen?

Die Rosen von Fleury
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Fleury-sur-Azurain im Périgord – Frankreich: Emily Bennett reist dorthin, wo sie als Kind immer die schönsten Sommer bei ihrer Tante verbracht hat. Und auf einmal ist es nicht mehr nur ein kleiner Urlaub ...

Fleury-sur-Azurain im Périgord – Frankreich: Emily Bennett reist dorthin, wo sie als Kind immer die schönsten Sommer bei ihrer Tante verbracht hat. Und auf einmal ist es nicht mehr nur ein kleiner Urlaub an dem Ort ihrer Kindheitserinnerungen, sondern der Ort, an dem sie ein Haus geerbt hat.
Doch die Begeisterung ebbt jäh ab, als Emily sieht, wie heruntergekommen das kleine Manoire ist. Wäre da nicht ihre alte Freundin Isabelle, die Emily gut zuredet, nicht überstürzt zu verkaufen, würde die Geschichte schneller enden als sie angefangen hat. So verliebt sich Emily auf den zweiten Blick in das alte Gemäuer und setzt mit erstaunlicher Beharrlichkeit ihren Plan in die Tat um, das kleine Manoire wieder auf Vordermann zu bringen, um dort Brautpaaren Raum für die schönsten Tage ihres Lebens anzubieten. Dass gerade erst eine Berühmtheit in dem kleinen Ort ihre Hochzeit gefeiert hat, trifft sich natürlich gut und Emily kann schon vor Eröffnung mit vielen Kunden rechnen. Das einzige, was jedoch nicht zu passen scheint, ist die Adelsfamilie des Ortes, die Emily an jeder erdenklichen Stelle Steine in den Weg zu legen versucht.
Emily jedoch lässt sich davon nicht unterkriegen, auch wenn es gar nicht so einfach ist, eine Familie scheußlich zu finden, deren Sohn ihr doch so gut gefällt. In einer ähnlichen Zwickmühle befindet sich auch Jean-Luc de Bricassart, der Sohn der Adelsfamilie, der zwar Emily aber nicht ihre Idee gut findet.
Das Hörbuch erzählt mit viel Gefühl und französischer Leichtigkeit, wie Emily ihre Pläne umsetzt und sich gleichzeitig fragt, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen soll.
Emily ist eine hartnäckige und liebenswürdige Frau, doch der heimliche Star dieses Hörbuchs ist ihre Freundin Isabelle, die so ganz im Hintergrund steht, doch auch mit ihren Gefühlen und ihren Träumen zu kämpfen hat. Sie ist so liebenswürdig, die beste Freundin, die man sich wünschen kann, und so wunderbar verletzlich, dass man sie gerne in den Arm nehmen möchte.
Ich fand es sehr schön und das vor allem auch wegen der beruhigenden Stimme, die mir das Hörbuch erzählt hat.
Wer also noch einen Hörurlaub sucht, sollte dringend zugreifen!

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Ganz normales Mädchen wird Agentin

Die fremde Spionin
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Ria ist die Protagonistin in „die fremde Spionin“ von Titus Müller, die uns mutig mit in die Irrungen und Wirrungen zur Zeit des Mauerbaus mitnimmt.
Wir befinden uns in Ostberlin 1961 und erleben hautnah ...

Ria ist die Protagonistin in „die fremde Spionin“ von Titus Müller, die uns mutig mit in die Irrungen und Wirrungen zur Zeit des Mauerbaus mitnimmt.
Wir befinden uns in Ostberlin 1961 und erleben hautnah die Arbeit der Geheimdienste, sowohl auf Seiten der DDR als auch der BRD und mittendrin befindet sich Ria. Sie tritt ihre Stelle im Ministerium für Außenhandel der DDR an und findet in den Unterlagen immer wieder Hinweise darauf, dass die Planwirtschaft doch nicht ganz so gut läuft, wie man die Bevölkerung glauben lassen will. Diese interessanten Details rufen auch den BND auf den Plan, der versucht Ria als Agentin zu gewinnen. Und schon ist Ria mittendrin im Agentenleben und riskiert dabei lange nicht nur ihren Job.
Die Geschichte ist unheimlich spannend geschrieben und ich habe unfassbar viel gelernt, über die DDR und die Geheimdienstarbeit. Ria ist in dem Buch so bewundernswert beschrieben: Sie ist mutig, voller Tatendrang und sehr intelligent, wenn es um das Erreichen ihrer Ziele geht. Dabei ist sie aber gleichzeitig weich und liebenswürdig und man fiebert richtig mit ihr mit und hat Angst um sie, wenn es brenzlig wird.
Und obwohl das Buch viele Randinformationen zur damaligen Zeit mitliefert, ist es verständlich geschrieben und auch jemand wie ich, der noch nicht viel geschichtlichen Hintergrund zu dieser Zeit hatte, konnte sich leicht in die Handlungen einfinden und die bedrückende Stimmung nachempfinden.
Ich jedenfalls war ganz begeistert und kann nur meine wärmste Empfehlung für dieses Buch aussprechen!

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Sonntagsessen mal anders

Sonntagsessen
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„aaaaaah am Wochenende kommt die Familie zum Essen, was soll ich bloß kochen?!“ – Na, haben Sie sich diese Frage auch schon oft gestellt? Und geben Sie sich meistens auf diese Frage die gleiche Antwort ...

„aaaaaah am Wochenende kommt die Familie zum Essen, was soll ich bloß kochen?!“ – Na, haben Sie sich diese Frage auch schon oft gestellt? Und geben Sie sich meistens auf diese Frage die gleiche Antwort und kochen dann doch wieder das gleiche, weil Sie das so gut können und weil ihnen ja sonst nichts einfällt?
Ich würde sagen, dann geht es uns genau gleich. Und aus diesem Grund habe ich mich besonders über dieses Kochbuch gefreut, denn hier präsentiert ZeitOnline ein Kochbuch mit lauter Gerichten für besondere Tage. Und dabei ist es ganz egal, zu welcher Mahlzeit man mit einem kreativen Gericht beeindrucken will, denn genau danach ist das Kochbuch unterteilt. Es werden tolle Rezepte zum Frühstück, Brunch, Mittagessen, dem Nachmittagskaffee, Dinner oder Dessert angeboten und mit ansprechenden Fotos präsentiert. Das Besondere: Die Ideen stammen nicht von irgendwelchen Sterneköchen, mit jahrelangen Ausbildungen, sondern von Foodblogs und haben online schon ihre Fans gefunden.
Man kann also guten Gewissens sagen, dass diese Rezepte schon online ihr Gütesiegel verdient haben und sich zu Recht in diesem Sammelsurium befinden.
Damit Sie sich also nächsten Sonntag nicht wieder mit dem ewig gleichen Sonntagsbraten belohnen oder ihre Familie mit dem Kuchen á la „und ewig grüßt das Murmeltier“ langweilen müssen, sollten Sie dringend zu diesem Kochbuch greifen. Ich jedenfalls bin sehr begeistert und auf dem besten Weg, das Buch durchzukochen :D

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Wenn der Verrückte in dir mit dir spricht

Ferris & Ich - Verrückt werden für Fortgeschrittene
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Wer kann sich aus seiner Schulzeit nicht an mindestens einen kauzigen Lehrer erinnern. Jemand der schon optisch den Eindruck machte, neben sich zu stehen und komplett am normalen Leben vorbei zu laufen. ...

Wer kann sich aus seiner Schulzeit nicht an mindestens einen kauzigen Lehrer erinnern. Jemand der schon optisch den Eindruck machte, neben sich zu stehen und komplett am normalen Leben vorbei zu laufen. So ungefähr stelle ich mir Lars aus „Ferris und ich“ vor.
Lars ist Lehrer und als Physiklehrer erfüllt er jedes Klischee: Er ist langweilig, hat merkwürdige Interessen und ist zu neudeutsch gesagt eher der Typ „Opfer“. Nicht nur, dass sein bester Freund sich vor aller Welt über ihn lustig macht, nein, auch seine Freundin hat ihn verlassen. Also beschließt Lars kurzerhand sein Leben in die Hand zu nehmen und nimmt an einer Medikamentenstudie teil. Er hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass infolgedessen sein Unterbewusstsein zu ihm spricht. Gut, das ein oder andere Selbstgespräch wäre ja noch vertretbar, aber bei Lars ist es schlimmer: Lars Unterbewusstsein kommt aus ihm heraus, wird für ihn sichtbar und versucht Lars zu einem besseren Leben zu verhelfen. Lars tauft ihn kurzerhand auf Ferris und gemeinsam wird es erst urkomisch und dann doch irgendwie merkwürdig bis gruselig.
Dieses Spiel mit den Stereotypen macht Lars zu einer sehr gelungenen Figur, die durch ihre kauzige Art besticht und doch auch an der ein oder anderen Stelle bemitleidenswert erscheint. Das Buch ist lustig, aber doch mit einer gewissen Botschaft und schafft eine wunderbare Unterhaltung.
Wer das Leben nicht ganz so ernst nimmt, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen!

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Die Frau hinter der Uniform

Nachtschicht in Neukölln
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Blaulichtgeschichten sind genau das, was ich als superspannend bezeichnen würde. Doch „Nachtschicht in Neukölln“ von Lana Atakisieva ist mehr als eine spannende Geschichte über die Erlebnisse der Polizei.
Geschrieben ...

Blaulichtgeschichten sind genau das, was ich als superspannend bezeichnen würde. Doch „Nachtschicht in Neukölln“ von Lana Atakisieva ist mehr als eine spannende Geschichte über die Erlebnisse der Polizei.
Geschrieben ist die Geschichte aus Sicht der Autorin, die als Polizistin selbst im Streifendienst in Neukölln arbeitet. Sie erzählt abwechselnd von ihrer eigenen Biografie und von spannenden oder besonders prägenden Polizeieinsätzen. Das Besondere daran: Lana Atakisieva ist nicht in Deutschland geboren, sondern als junges Mädchen mit Mutter und Schwester eingewandert. Auf berührende und doch erschreckend ehrliche Art deckt sie auf, wie ihre ersten Jahre in Deutschland waren und wie hart sie sich durchkämpfen musste, um sich hier einzufinden. Neben der Fremdenfeindlichkeit und Menschen, die sie ausgenutzt haben, standen ihr auch kulturelle und sprachliche Barrieren im Weg. Doch all das hat sie gemeistert und hat nun ihren Traumjob bei der Polizei.
Dort setzt sie das, was sie selbst erlebt hat, ein, um sich in Betroffene hineinzuversetzen und macht so einen Unterschied für sie. Das Buch zeigt die Person hinter der Polizei und zeichnet das Bild einer jungen Frau, die sich für andere einsetzt und die helfen will, weil sie selbst genau weiß, wie schwer man es manchmal haben kann.
Wer Blaulicht-Geschichten mag und auch mal hinter die Uniform schauen will, sollte bei diesem Buch dringend zugreifen.

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