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Veröffentlicht am 27.10.2023

Ein Kinderroman für Natur- und Tierliebhaber

Akasia Wood – Wächterin des Waldes
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Themen wie Natur- und Tierschutz interessieren meine Kinder und mich sehr. Da ist es immer schön, wenn man auch Romane mit diesen Einflüssen entdeckt. Ist dann auch noch Magie mit im Spiel, hängen wir ...

Themen wie Natur- und Tierschutz interessieren meine Kinder und mich sehr. Da ist es immer schön, wenn man auch Romane mit diesen Einflüssen entdeckt. Ist dann auch noch Magie mit im Spiel, hängen wir definitiv am Haken. So haben wir uns natürlich auch "Akasia Wood – Wächterin des Waldes" von Elliott Pine näher anschauen müssen. Meine Tochter und ich haben allerdings unheimlich lange – über mehrere Monate hinweg – das doch recht dünne Buch gelesen. Das zeigt deutlich, dass wir nicht so recht mitgerissen wurden und kaum den Drang verspürten, unbedingt weiterlesen zu wollen. Außerdem hatten wir auch nie ein Probleme damit, das Buch aus der Hand zu legen. Im Prinzip ist die Thematik des Buches wirklich toll, aber die Umsetzung war uns leider nicht spannend genug und die Protagonisten schlichen sich nur sehr schwer oder erst gegen Ende in unser Herz.

Der Autor und die Illustratorin:

Über Elliott Pine findet man bisher nicht viel im Netz. Ich vermute, dass es sich um ein Pseudonym handeln könnte, denn Pine ist die englische Übersetzung für Kiefer (der Baum) und passt somit super zu der Akasia Wood Reihe, in welcher auch die Protagonisten gerne Namen von Bäumen bekamen. Der Autor schreibt gerne fantastische Abenteuerbücher für Kinder.
Nina Dulleck (geboren 1975) illustrierte bereits zahlreiche Kinderbücher für unterschiedlichste Verlage sowohl im Inland als auch im Ausland. Sie lebt mit ihrer Familie in Rheinhessen.

Inhalt:

„Der Wald ist lebendiger, als du denkst!
Als die zwölfjährige Akasia Wood kurz nach dem Umzug ihrer Familie entdeckt, dass die Pflanzen und Tiere des nahen Parks auf sie hören, kann sie es kaum glauben! Kassy hat eine besondere Verbindung zu diesem Wald, das steht fest. Nicht nur zum Grauhörnchen Quirle, das ihr gleich am ersten Tag über den Weg hüpft. Denn Oakfield Park ist kein gewöhnlicher Park. Er ist der Rückzugsort der letzten magischen Geschöpfe. Und sie sind in Gefahr! Denn tief im Wald verbirgt sich ein bösartiges Nachtholz, dass seine Zeit gekommen sieht.

Kritik und Fazit:

Das Cover mögen wir unheimlich gerne, denn hier sieht man Akasia, die Hauptprotagonistin, inmitten eines verwunschenen Waldes. Einige Tiere sind dort zu entdecken und auch ihr Grauhörnchen, welches in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen wird, sehen wir über die Äste hüpfen. Überall erhascht man außerdem ein magisches Leuchten. Der Wald sieht urig und geheimnisvoll aus.
Im Buch selbst gibt es bis auf Zeichnungen an jedem Kapitelanfang, durch welche einige Waldbewohner gezeigt und benannt werden, noch ein paar einzelne Doppelseiten, die mit Zeichnungen den Text umrandend versehen sind.

Die oben erwähnten Kapitelanfänge mit ihren Zeichnung haben uns im Grunde ziemlich gut gefallen. Allerdings ist die Schrift der Tierbezeichnungen zu klein gewählt und somit schwer lesbar. Besonders die lateinische Übersetzung muss man oftmals erraten, als dass man sie entziffern könnte. Grobe Lateinkenntnisse waren für uns von Vorteil, manchmal haben wir auch das World Wide Web befragt. Aber gerade im Kinderbuchsektor empfand ich das als wirklich schade, denn besonders hier sollte es nicht so schwer sein, Dinge zu erlesen.

Der Klappentext beschreibt eigentlich die Thematik der ersten beiden Bände, zumindest findet das Nachtholz erst so richtig seinen Part in der Geschichte, als sie schon fast beendet ist. Der erste Band handelt vielmehr darum, wie Akasia in ihrer neuen Heimat ankommt. Wie sie sich mit den einen Protagonisten anfreundet, mit anderen eher Probleme und Streitereien hat. Die Vorbereitungen auf die Wächterprüfung sowie deren Durchführung stehen zwar im Zentrum der Handlung, werden gleichzeitig aber eher knapp beschrieben.

Zitat: "Komorebi. Licht, das durch Blätter bricht. So bezeichnen Japaner dieses magische Schauspiel […]" (Elliott Pine: Akasia Wood – Wächterin des Waldes, Seite 9)

Der Einstieg ist zunächst sympathisch und authentisch gestaltet. Das 12-jährige Mädchen Akasia Wood – das sich lieber Kassy nennen lässt, da ihr ihr ungewöhnlicher Vorname unangenehm ist – ist nicht begeistert von ihrem Umzug aus der Stadt raus mitten in die Wildnis zu ihrer Tante. Ihre Tante hat sie zwar gerne, aber der Wald scheint ihr zunächst eher Angst einzuflößen. Doch es dauert nicht lange, da nimmt sie eine Verbindung zu diesem magischen Park auf und die Abenteuer nehmen ihren Lauf.
So richtig sympathisch ist Akasia aber leider nicht. Sie wird schnell wütend und dabei bleibt auch nicht ihre neue Freundin verschont. Auch ihr Totem, das Grauhörnchen, behandelt sie nicht immer nur herzlich, ist manchmal sogar etwas genervt von ihm. Die Nebencharaktere bleiben leider auch noch blass, sodass wir keine rechte Verbindung zu ihnen aufbauen konnten. Das sorgte auch dafür, dass wir beim Lesen wenig mitgerissen wurden.

"Akasia Wood – Wächterin des Waldes" ist sicherlich ein gut gemeinter Auftakt einer spanenden Kinderbuchreihe. Es fehlt uns allerdings noch an Atmosphäre. Die Spannung lässt auf sich warten und die Charaktere haben noch kaum Tiefe. Vielleicht baut sich das in den Folgebänden aber noch auf. Wir haben allerdings nicht vor, die Reihe weiter zu verfolgen.

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Veröffentlicht am 25.10.2023

Über die unendlichen Varianten von Liebe

Was ist Liebe, Minimia?
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Da ist sie wieder, die kleine Minimia mit ihren unzähligen Fragen. Nachdem sie sich bereits mit der Farbe eines Kusses sowie der ewigen Langeweile beschäftigt hat, will sie nun wissen, was genau denn eigentlich ...

Da ist sie wieder, die kleine Minimia mit ihren unzähligen Fragen. Nachdem sie sich bereits mit der Farbe eines Kusses sowie der ewigen Langeweile beschäftigt hat, will sie nun wissen, was genau denn eigentlich Liebe sein soll. In "Was ist Liebe, Minimia?" zeigt uns die Autorin und Illustratorin Rocio Bonilla wie vielfältig Liebe sein und was sie alles vollbringen kann. Die Illustrationen zu den kurzen Textzeilen sind so liebevoll und vielfältig, wie die Thematik des Buches.

Die Autorin:

Rocio Bonilla (geboren 1970) ist Illustratorin und Autorin vieler Kinderbücher. Sie studierte Kunst an der Universität Barcelona und arbeitete vor ihrer schriftstellerischen Laufbahn als Malerin, Fotografin und Pädagogin sowie in der Werbebranche. 2010 erschien ihr erstes Kinderbuch, angeregt durch ihre eigene Tochter.

Inhalt:

„Minimia liebt es, mit ihrem Hund Max spazieren zu gehen. Sie verstehen sich sehr gut. Aber die Erwachsenen versteht Minimia manchmal nicht so sehr. Vor allem, wenn die über Liebe sprechen. Sie sagen, dass sie Berge versetzen kann, aber dass man sie manchmal auch in kleinen Dingen findet. Aber wenn man Liebe nicht sehen, anfassen oder malen kann, wie können sie dann wissen, was sie ist?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover dieses großformatigen Bilderbuches ist bunt und verspielt und strotzt nur so vor Freude und guter Laune. Minimia sitzt mit einem großen, grünen Drachen und Ihrem Hund scheinbar vor einem Fernseher. Das suggeriert zumindest die Fernbedienung, auf welcher ihr kleiner Hund Max sitzt – der ehrlich gesagt mehr einer kleine Maus ähnelt. Auch die Popcorn-Tüten, die bereitstehen, lassen auf einen gemütlichen Abend vor dem TV schließen. Minimia hat ihre Arme erhoben und es sieht so als, als würde sie mit den Schultern zucken, was ihre Ratlosigkeit bezüglich der Liebe gut widerspiegelt.

Auch die Bilder im Buch sind bunt, fröhlich und so liebevoll gezeichnet, dass es großen Spaß macht, durch die Seiten zu blättern und Minimias neuste Geschichte zu entdecken. Natürlich darf auch hier nicht die eine Doppelseite fehlen, bei welcher wir das Buch hochkant drehen müssen, um die fliegende Minimia hoch in der Luft bestaunen zu können. Das ist ein kleiner Wiedererkennungswert für die Bücher von Rocio Bonilla, denn das Detail findet sich auch in Welche Farbe hat ein Kuss, Langweilst du dich, Minimia? und Der höchste Bücherberg der Welt. Die bunten Bilder wechseln sich mit minimalistischeren schwarz-weiß Zeichnungen ab und bieten so ein vielfältiges Erlebnis.

Zitat: "Ich habe mal in einem Lied gehört, dass Liebe in der Luft liegt…
Ich verstehe das nicht…
… aber die Idee gefällt mir!"
Rocio Bonilla: Was ist Liebe, Minimia? Jumbo Verlag, Hamburg 2023

Minimia wird zu Beginn der Geschichte, wie bereits in den anderen Büchern über sie, erneut vorgestellt. Genau genommen stellt sie sich selbst vor, erzählt, was sie liebt (malen, Spaghetti mit Tomatensoße, ihren Hund Max) aber auch, was sie ganz und gar nicht mag (Langeweile, Brokkoli). Sie ist ein typisches Mädchen, wie man es von nebenan kennt, wodurch die kindlichen Leser sich sicherlich schnell mit ihr identifizieren können.

Minimia hat von den Erwachsenen schon viel über die Liebe gehört, kann sich selbst aber noch nichts so recht darunter vorstellen. Also macht sie sich auf die Suche nach der Liebe. Irgendwo muss sie doch stecken. Vielleicht im Schrank oder unter dem Kissen auf der Couch? Und dann gibt es außerdem noch so viele verschiedene Redewendungen zum Thema Liebe, die sehr verwirrend sind. Stück für Stück kommt Minimia der Antwort auf ihre Frage auf die Spur. Liebe bedeutet nett und freundlich zu sein, Gutes zu tun, sich zu kümmern und so ist die Welt voller Liebe, die man an jeder Ecke antreffen kann.

Mein einzigster Kritikpunkt ist das geänderte Format. Ich besitze ja bereits die ersten beiden Minimia Bücher der Reihe, die aber ein kleineres Querformat haben. Für Freunde der Einheitlichkeit im Bücherregal ist das etwas schade.

"Was ist Liebe, Minimia?" ist ein zuckersüßes Bilderbuch, welches die Vielfältigkeit von Liebe beschreibt. Sie kann groß aber auch klein sein. Man gibt sie und man erhält sie. Und wenn man sie teilt, hat man am meisten davon. Mit den bunten und fröhlichen Bildern und dem sympathischen kleinen Mädchen ist das Buch ein äußerst gelungenes Gesamtpaket. Am Ende hat man ein Lächeln im Gesicht stehen und ist um das Wissen der Liebe ein wenig reicher.

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Veröffentlicht am 17.10.2023

Dreamland – Ein Traum oder doch eher ausgeträumt?

Dreamland Billionaires - The Fine Print
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In dem Buch "Dreamland Billionaires – The Fine Print" von Laura Asher geht es um die Geschichte von Rowan, Enkel und Nachfolger des Freitzeitparks Dreamland. Es ist auch das erste Buch der Dreamland Billionaires-Serie, ...

In dem Buch "Dreamland Billionaires – The Fine Print" von Laura Asher geht es um die Geschichte von Rowan, Enkel und Nachfolger des Freitzeitparks Dreamland. Es ist auch das erste Buch der Dreamland Billionaires-Serie, in der drei Milliardärsbrüder von ihrem toten Großvater mit je einer Herausforderungen konfrontiert werden, die sie bewältigen müssen, um ihren Anteil am Erbe zu erhalten. Mich hat sofort das Setting bzw. die ganze Idee und die Geschichte dazu angesprochen und ich bin erwartungsvoll in die Welt von Dreamland eingetreten.

Die Autorin und die Sprecher:

Lauren Asher hat eine überschäumende Fantasie und liest sowie schreibt in ihrer Freizeit. Sie träumt davon, an all die Orte zu reisen, über die sie schreibt. Für sie ist es ein Genuss, Figuren mit Ecken und Kanten zu erschaffen, die man einfach lieben muss. Neben dem Schreiben durchforstet Lauren YouTube, schaut alte Episoden von Parks & Recreation und ist immer auf der Suche nach neuen Restaurants auf Yelp. Ihre liebste Arbeitszeit ist direkt nach ihrem Morgenkaffee und sie würde nie ein Nickerchen verweigern.
Jana Kozew ist eine deutsche Schauspielerin und Sprecherin. Sie hat schon zahlreiche Theaterbühnen beehrt, u. a. in Rudolstadt, Essen, Berlin und Dresden. 2004 erhielt sie den Deutschen Comedypreis.
Julian Mehne studierte an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Neben zahlreichen Engagements auf Theater- und Opernbühnen in ganz Deutschland, arbeitet er auch als Sprecher für Rundfunk und Fernsehen. Seine tiefe und warme Stimme macht ihn darüber hinaus zu einem gefragten Hörbuchsprecher.

Inhalt:

„Rowan Kane und seine Brüder sollen das milliardenschwere Imperium ihres Großvaters erben: Dreamland. Freizeitparks, Produktionsfirmen, Fünf-Sterne-Hotels, das alles könnte ihnen gehören. Doch wenn sie das Erbe antreten wollen, müssen sie jeder eine Aufgabe erfüllen. Rowan, der einstige Träumer, der sich seit Jahren hinter einem Maßanzug und einer eiskalten Fassade verbirgt, soll eine neue Attraktion für Dreamland entwerfen. Widerwillig macht er sich an die Arbeit und trifft auf die schlagfertige Zahra, die ihn mit ihrer quirligen Art fast in den Wahnsinn treibt. Im einen Moment diskutiert er hitzig mit ihr, im anderen kann er nur daran denken, ihr nahe zu sein. Sie weckt Gefühle in ihm, die er lange verdrängt hat. Aber er ist ihr Boss. Und er hat ein Geheimnis, das sie nie erfahren darf.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Auf dem Cover des Hörbuchs ist ein (Traum-)Schloss wundervoll skizziert, was andeutet, in welche Welt wir in diesem Buch – nämlich die Welt um Dreamland – mitgenommen werden. Die dominierende Farbe auf dem Bild ist Blau, was für mich zu der kühlen und distanzierten Art des Hauptprotagonisten passt. In diesem Fall wurde der Hauptschauplatz oder das vorherrschende Thema (so wie auch bei den anderen Büchern) auf dem Cover platziert.

Die Hauptprotagonistin Zahra wird in der Hörspielfassung von Jana Kozewa gesprochen. Ich habe ihre Stimme zu der warmherzigen und fröhlichen Zahra als sehr passend empfunden. Für mich hat sie den Charakter von Zahra und ihre Gefühle authentisch transportiert.
Die Rolle von Rowan wird in der Hörspielfassung von Julian Mehne gesprochen. Obwohl ich ein großer Fan von seiner Stimme bin, hätte ich mir in diesem Fall eine Stimme mit einem jüngeren Klang(-charakter) gewünscht, auch wenn die raue Klangfarbe an sich gut zu Rowans Charakter gepasst hat. Emotional hat mich die Sprechweise in jedem Fall eingefangen.

Angezogen vom Setting bin ich neugierig in die Welt von Dreamland eingetaucht, der Freizeitpark der Familie Kane. Um sein Erbe zu bekommen und gleichzeitig den letzten Wunsch seines Großvater zu erfüllen, ist Rowan beauftragt, den Freizeitpark der Familie zu renovieren. Fest entschlossen macht er sich an die Arbeit und das letzte womit er dabei gerechnet hat, ist der schönen und ebenso talentierten Zahra zu begegnen. Auch für Zahra spielt Dreamland eine wichtige Rolle, denn solange sie denken kann, arbeitet ihre ganze Familie für den Freizeitpark. Als sie eines Abends betrunken und recht übermütig eines der teuersten Fahrgeschäfte im Park kritisiert, ist sie von ihrer Entlassung überzeugt. Doch stattdessen holt der neue Chef Rowan Kane sie unerwartet ins Entwicklungsteam, um es besser zu machen! Von diesem Moment an weckt sie in ihm eine Seite, die lange in ihm geschlummert hatte und deren Existenz er aufgrund seiner familiären Vergangenheit nicht mehr für möglich gehalten hätte.

Zitat: "Ich habe einen großen Fehler begangen, der auf einer Lüge basierte, die ich mir jahrelang erzählt habe. Ich habe mein ganzes Leben lang geglaubt, dass Liebe die Menschen machtlos werden lässt. Und so ist das auch. Mein Vater ist der lebende Beweis dafür. Liebe macht Menschen hilflos, aber nur weil sie bereit sind es hinzunehmen. Denn jemanden zu lieben, bedeutet darauf zu vertrauen, dass die Person ihre Macht über einen nicht ausnutzt." (Lauren Asher: Dreamland Billionaires – The Fine Print. Der Hörverlag, München 2023)

Mir haben das Setting und die Idee hinter "Dreamland Billionaires – The Fine Print" wirklich gut gefallen. Wer die Tropes „Workplace-Romance“ und „Grumpy vs. Sunshine“ mag, kommt bei diesem Buch voll auf seine Kosten. Die Wandlung die Rowan durch Zahra erlebt, hat mich an einigen Stellen sehr gerührt. Wobei es auch Momente gab, wo er mir etliche Stiche ins Herz versetzt hat und ich seine Reaktionen nicht nachvollziehen konnte, weil ich sie als hart und rücksichtslos empfunden habe. Er hat nach dem Tod seiner Mutter einiges durchgemacht, was aus meiner Sicht leider viel zu wenig thematisiert wurde bzw. nicht in der Tiefe ausgearbeitet wurde. In diesem Punkt hätte ich mir von der Autorin gewünscht, dass mehr Aufarbeitung mit den betroffenen Personen stattfindet. Leider wurde die Problematik hier nur oberflächlich angesprochen. Zahra hingegen erlebte ich als eine fröhliche und starke Frau voller Tatendrang, die kein Blatt vor den Mund nimmt und ihre Meinung ohne Umschweife zum Ausdruck bringt. Sehr ansprechend fand ich, dass sie die schlechten Arbeitsbedingungen, die teils in Freizeitparks herrschen, mit guten Argumenten verdeutlicht und somit auch ein Umdenken in Rowan bewirkt. Die Wortgefechte zwischen Rowan und Zahra habe ich sehr genossen, die Art und Weise wie sie ihm immer wieder kontra gibt und sich nicht von ihm unterkriegen lässt. Die Tatsache, das Rowan als eine männliche Figur dargestellt wird, der letztendlich seine Fehler und Schwächen sich und anderen Gegenüber zeigt sowie eingesteht, und zugleich die Verantwortung dafür übernimmt, hat mich sehr beeindruckt. Was ich aus diesem Buch mitgenommen habe, ist, dass es immer diesen einen Menschen gibt, der auf seine ganz besondere Art und Weise unser Herz erobern kann – vorausgesetzt dass wir ihn treffen.

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Veröffentlicht am 12.10.2023

Eine Geschichte voller Liebe, Spannung und Geheimnisse!

One Second to Love (Breaking Waves 1)
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Auf Kristina Moningers neue Buchreihe "Breaking Waves" bin ich auf der Leipziger Buchmesse aufmerksam geworden. Dort lag beim Stand des Ullstein Verlags eine Postkarte, die die Cover aller vier Bände zeigte ...

Auf Kristina Moningers neue Buchreihe "Breaking Waves" bin ich auf der Leipziger Buchmesse aufmerksam geworden. Dort lag beim Stand des Ullstein Verlags eine Postkarte, die die Cover aller vier Bände zeigte und dabei ihr tolles Zusammenspiel offenbarte. Legt man die Bücher nämlich zu einem Rechteck hin, entsteht ein großes Bild von Strand, Wellen und Meer und zeigt damit das Setting der Reihe.
Die Geschichte um Avery, Isabella, Odina, Lee und Josie steckt voller Geheimnisse und Schuldgefühle, die die Protagonisten bewältigen müssen. Im ersten Band der 4-teiligen Reihe "One Second to Love" erzählt Avery ihre Geschichte und die Story springt dabei zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her und offenbart Stück für Stück Teile der Ereignisse die aller Leben vor zehn Jahren veränderte. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter gehen wird.

Die Autorin:

Kristina Moninger (geboren 1985) machte zunächst eine kaufmännische Ausbildung, bevor sie ein Studium zur Übersetzerin absolvierte. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf dem Land und ist als Autorin und Übersetzerin (Englisch – Deutsch) tätig. 2020 stellte ich euch bereits ein Buch von ihr vor. "Das Leben ist auch nur eine Wolke" ist eine zauberhafte Lektüre mit vielen wichtigen Themen wie Tod, Verlust, Schuld, Trauer, Kinderwunsch, Vater sein, Mutter sein und die Bewältigung von Schicksalsschlägen.

Inhalt:

„Fünf Freundinnen. Vier Liebesgeschichten. Eine große Schuld.
Avery, Isabella, Odina, Lee und Josie sind jung, wild und die besten Freundinnen, seit sie sich im Surfcamp auf einer kleinen Insel vor der Küste South Carolinas kennenlernten. Es ist der Sommer ihres Lebens – bis Josie plötzlich spurlos verschwindet. Erst zehn Jahre später gibt es eine Spur …
Avery kehrt als gefeierter, aber ausgebrannter Rockstar auf die Insel zurück, um über ihren Bandkollegen Jake hinwegzukommen. Niemand ist ihr vertrauter als er – und niemand hat sie je so verletzt. Doch neue Hinweise zu Josies Verschwinden lassen Avery keine Ruhe. Sie weiß, dass nur ihre einstigen Freundinnen weiterhelfen können, obwohl ihre Freundschaft zerbrochen ist. Und dann ist da noch Jake. Warum beginnt er ausgerechnet jetzt, wo alles verloren ist, um sie zu kämpfen?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Im Cover steckt, wie oben bereits erwähnt, eine grandiose Idee. Das Setting der Reihe wird auf vier Cover verteilt eindrucksvoll in Szene gesetzt. Band eins zeigt eine Surferin mitten auf dem Meer. Am Rande sieht man die schäumenden Wellen, die sich in der Originalausgabe bis über den bedruckten Farbschnitt ziehen und ein ganz wundervolles Bild ergeben. Auf der Rückseite rauschen die schaumigen Wellen auf den Strand. Ich bin schon sehr gespannt, ob auch die Rückseiten ein gesamtes Bild ergeben werden, wenn alle Bücher beieinander liegen. Der Buchrücken zeigt einen Querschnitt das sich über Cover, Schnitt und Rückseite ziehenden Bildes. Wie sich alle vier zusammenfügen seht ihr unten. Im Innern gibt es dann sogar noch ein Page-Overlay. Das scheint jetzt der neuste Schrei zu sein. Die Illustration von Avery ist auf transparentes Papier gedruckt und lässt so die Buchstaben auf der Buchseite durchschimmern. Das sind alles ganz tolle Gimmicks und ich bin neugierig, was sich die Buchbranche nach Postkarte, Farbschnitt und Page-Overlay als nächstes einfallen lässt.

Das Buch ist übrigens eine Klappenbroschur. In der vorderen Innenklappe ist eine Karte der Insel abgebildet, mit zwei Polaroid Bildern, die noch weiter für Stimmung sorgen. Auf der hinteren Klappe sind alle vier Cover abgebildet und mit den Namen der entsprechenden Protagonisten versehen. Ein rundum gelungenes Buch, welches alle wichtigen Details zusammenbringt und dem Leser schöne Zusatzinformationen bereithält.

Zunächst einmal, die Autorin nimmt sich Zeit. Viel Zeit. Und baut damit eine sehr intensive Spannung auf, die mich als Leser ganz schön neugierig gemacht hat und auch recht ungeduldig. Erst gibt es nur wage Andeutungen, was vor zehn Jahren passiert ist. Stück für Stück entrollt sich dann aber die Geschichte und zumindest Averys Seite wird damit immer deutlicher. Die Einschübe aus der Vergangenheit verweben sich hierbei ganz wunderbar mit den Geschehnissen auf der Insel in der Gegenwart und schaffen ein rundes Bild. Ab der Hälfte des Buches nimmt die Geschichte dann deutlich mehr Fahrt auf.

Kristina Moninger hat es geschafft, sehr atmosphärisch zu schreiben. Man erfährt viel darüber, wie die Insel und die diversen Settings aussehen, wie es am Meer riecht, wie sich die Welle anhören. Das passt auch unheimlich gut zu Averys musikalischen und sprachlichen Talenten. Sie ist die Song-Writerin der Band und erarbeitet gemeinsam mit Jake die Lieder, die die Band so erfolgreich werden ließ.

Immer wiederkehrende kleine Andeutungen, was sich in der Zukunft – also in den folgenden Bänden der Reihe – ereignen könnte, finden ihren Platz in der Geschichte, wie beispielsweise Isabelle und ihr unausstehlicher, neuer Nachbar. Sie lassen uns einen Eindruck davon erhaschen, was noch auf uns zukommen wird und bringen uns die bis dato noch Nebencharaktere weiter näher. Außerdem gibt es einige spannende Parallelen zwischen Josies damaliger Situation und Averys heutiger. Ruhm und Reichtum bringen einige Probleme mit sich.

Die fünf Mädchen werden, sowohl beim Marketing des Buches als auch in der Geschichte selbst, als beste Freundinnen bezeichnet. Die vielen Geheimnisse und ständigen Zickereien untereinander erschufen in meiner Fantasie aber ein eher gespaltenes Verhältnis. Am Ende verbrachten die fünf nur einige Sommer miteinander, hatten an den gleichen Dingen Spaß, aber darüber hinaus schienen sich die Kontakte immer wieder zu verlieren, bis es nach dem Verschwinden von Josie zum völligen Bruch kam. Die Mädchen waren also nie so eng, wie Avery sich das ständig eingeredet hat aber dennoch verbindet sie einige tolle Erlebnisse und Erfahrungen.

"One Second to Love" ist ein spannender Roman mit einer emotionalen Liebesgeschichte und einem absolut traumhaften Setting, an den man gerne selbst reisen möchte. Die Freundinnen haben viele Geheimnisse, die es nach und nach zu lüften gibt und ich bin schon super gespannt, wie sich alle Geschichten weiter zu einem ganzen Bild fügen werden und was nun wirklich mit Josie passiert ist. "Two Lives to Rise" erscheint bereits in etwas mehr als einer Woche. Ich freu mich schon darauf.

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Veröffentlicht am 02.10.2023

Eine äußerst berührende Geschichte über einen autistischen Jungen!

Levi blüht auf
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Heute habe ich mal wieder ein Bilderbuch mit einer besonderen Thematik für euch dabei. Es handelt sich um "Levi blüht auf" von Stéphanie Deslauriers und Geneviève Deprés, die erklären, was Autismus eigentlich ...

Heute habe ich mal wieder ein Bilderbuch mit einer besonderen Thematik für euch dabei. Es handelt sich um "Levi blüht auf" von Stéphanie Deslauriers und Geneviève Deprés, die erklären, was Autismus eigentlich genau ist. Dabei folgen wir Leser dem Grundschüler Levi, der durch seine besondere Art hin und wieder aneckt und von seinen Mitschülern nicht richtig verstanden wird. Doch als er – ganz in seinem Element – seine Klassenkameraden im botanischen Garten mit seiner Passion seine Welt näher bringen kann, ändert sich das. Ein tolles Buch, welches auch die Kleinsten für das Thema Autismus sensibilisiert und damit eine Brücke baut.

Die Autorin, die Illustratorin und die Übersetzerin:

Stéphanie Deslauriers ist Sozialpädagogin und Autismusexpertin. Das Bilderbuch "Levi blüht auf" ist ihr erstes Kinderbuch.
Geneviève Deprés ist Kinderbuchillustratorin. Ihre Zeichnungen sind von zarten Linien geprägt und sehr einfühlsam.
Antje Riley übersetzt Literatur aus dem Französischen, Englischen und Spanischen.

Inhalt:

„Levi liebt Pflanzen. Ihre botanischen Namen und speziellen Eigenschaften kennt er ganz genau. In den Schulpausen sitzt er gern allein unter einer herrlichen Trauerweide und sieht den anderen Kindern beim Spielen zu. Er liebt es, Dinge zu zählen, und er hasst es, wenn Brokkoli die Kartoffeln berührt. Seine Mitschüler sind oft von ihm genervt und verstehen ihn nicht. Bis zu dem Tag, an dem seine Klasse einen Ausflug in den Botanischen Garten macht – und Levi den anderen seine Welt zeigen kann!
Eine poetische Antwort auf die Frage, was Autismus eigentlich ist.“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Zwischen wahnsinnig großen Blumen erhaschen wir den Blick auf den Jungen Levi, der uns seine Welt in diesem Buch näher bringt. Das Cover zeigt ihn ganz in seinem Element, mit seiner Forschermütze auf dem Kopf und inmitten der Natur. Es ist ein äußerst liebevoll gezeichnetes Cover, welches eine harmonische und positive Atmosphäre erschafft,

In der Geschichte werden wir in Levis Alltag mitgenommen. Wie er die Schule und seinen Tag erlebt. Levi ist Autist und sieht die Welt ein wenig anders, als die Mehrheit der Gesellschaft. Damit eckt er an, was er teilweise gar nicht verstehen kann. Es hat immerhin seine Gründe, warum er tut, was er eben tut. Warum er im Unterricht, die Antworten einfach hineinruft. Oder warum er in der Pause alleine unter einem Baum sitzt. Besonders gut an diesem Buch hat mit gefallen, dass Levi farbig dargestellt wird, während die anderen Kinder und Erwachsenen eher farblos in schwarz weiß zu Papier gebracht wurden. Für mich erweckte das den Anschein, das Levi etwas ganz Besonderes und Herausragendes ist. Die Farben machen Levis Andersartigkeit zu etwas Positiven. Ganz so, wie es auch sein sollte. Jeder ist in seiner Einzigartigkeit etwas Besonderes. Eine schöne These, die durch die farbliche Gestaltung der Bilder super transportiert wird.

Levi hat eine Passion für Natur sowie Pflanzen und kennt sich dort sehr gut aus. Das ist seine bunte Welt und so ist im Buch diese Welt auch farbenfroh und liebevoll gezeichnet. Auch die Orte, an denen sich Levi geborgen fühlt – wie die alte Weide auf dem Schulhof, das Büro der Sozialarbeiterin und die Küche zu Hause – sind farbenfroh und voller Leben dargestellt.
Nachdem Levi im Botanischen Garten die Chance bekommt, seinen Mitschülern seine Welt zu zeigen, versteht auch seine Freundin Margerite endlich, warum Levi sie bei ihrem lateinischen Namen nennt und erkennt, das große Kompliment, welches dies innehat. Indem sie ihn nun besser versteht, können die beiden näher zusammenfinden.

Levi nimmt, wie bereits oben erwähnt, seine Welt anders wahr, er will sein Wissen teilen und übertrumpft im Unterricht dadurch hin und wieder seine Mitschüler, die das gar nicht gut finden. Obwohl er es nur gut meint, macht er sich seine Mitschüler damit nicht gerade zu Freunden. Auch andere Kinder reden in der Schule darüber, dass Levi beispielsweise in den Pausen alleine unter einem Baum sitzt. Für sie ist es seltsam, dass er seine Freizeit lieber alleine verbringt, als mit anderen Kindern. Dabei genießt Levi dort einfach die Ruhe und tankt Kraft für den Rest des Tage. Was Autismus ist, und wie er sich äußerst, wird an diesen kleinen Episoden sehr anschaulich erklärt.

"Levi blüht auf" ist ein tolles Bilderbuch, welches Autismus sowohl Kindern und Erwachsenen gleichermaßen näher bringt. Es zeigt, was hinter den Handlungen von Autisten stecken kann und gibt ein positives Bild auf eine Gesellschaft voller Individuen, denn ist Levi erstmal in seinem Element, kann er seine Mitschüler begeistern. Er kommt aus sich heraus, spricht über seine Interessen und blüht im wahrsten Sinne des Wortes auf. Mich hat der Handlungshergang so berührt, dass am Ende sogar eine Träne kullerte. Sollten wir nicht einfach jeden so nehmen, wie er ist, auch wenn er sich von der Masse vielleicht unterscheidet?

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