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Veröffentlicht am 08.06.2023

Mit Mut und Zusammenhalt lässt sich einiges erreichen!

Amy und die geheime Bibliothek
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Das Buch "Amy und die geheime Bibliothek" von Alan Gratz (ins Deutsche übersetzt von Meritxell Janina Piel) entdeckte ich bei einem meiner leider eher seltenen Besuche in einer Buchhandlung. Zumeist recherchiere ...

Das Buch "Amy und die geheime Bibliothek" von Alan Gratz (ins Deutsche übersetzt von Meritxell Janina Piel) entdeckte ich bei einem meiner leider eher seltenen Besuche in einer Buchhandlung. Zumeist recherchiere ich ja im Netz, da die Zeit recht knapp ist, sobald man Kinder hat. Hin und wieder kann ich es mir aber doch gönnen und eine Buchhandlung durchstöbern. Wenn mir etwas gefällt, mache ich mir dann meist erst einmal ein Foto davon, denn ich kann mir unmöglich alle Bücher selbst kaufen. Dann wäre ich bereits pleite. Amy und die geheime Bibliothek wurde mir dann auch netter Weise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Und so konnte ich ganz unkompliziert die Geschichte um die verbannten Bücher und das schüchterne Mädchen Amy lesen und genießen.

Zitat: "Gute Bücher sollten nicht von Kindern ferngehalten werden. Sie sollten so oft wie möglich und von so vielen Kindern wie möglich gelesen werden. Aber auch das stimmte noch nicht ganz. Nicht nur die guten Bücher sollten gelesen werden, sondern alle Bücher. Egal welche Bücher." Alan Gratz: Amy und die geheime Bibliothek (Seite 118)

Der Autor:

Alan Gratz (geboren 1972) ist ein amerikanischer Autor. Er schrieb bereits einige Bücher für Kinder und Jugendliche und wird von Kritikern gelobt und gefeiert. In Tennessee wuchs er auf, inzwischen lebt er mit seiner Familie im westlichen North Carolina.
Meritxell Janina Piel schloss ihr Studium in Geschichte und Philosophie ab und promovierte in Philosophie. 2014 machte sie sich als freiberufliche Übersetzerin und Sprachlehrerin selbstständig.

Inhalt:

„Amy liebt Bücher und das Lesen. Doch dann wird ihr Lieblingsbuch aus der Schulbibliothek verbannt – angeblich ist es respektlos und unmoralisch. Amy sieht das ganz anders: Es ist ein tolles Buch und alle sollen es lesen können! Als immer mehr Bücher aus den Regalen verschwinden, eröffnet Amy kurzerhand die G.S.B., die Geheime Schließfach-Bibliothek. Schon bald leihen immer mehr Mitschüler die verbannten Bücher aus, und die Kinder schmieden gemeinsam einen Plan, um sich gegen die Bücherverbannung zur Wehr zu setzen. Niemand soll ihnen vorschreiben, welche Bücher sie lesen dürfen!“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Auf dem Cover sehen wir sofort die drei Hauptinitiatoren der Geheimen Schließfach-Bibliothek. während Amy ihre Nase in ein Buch steckt, stehen ihre beiden Freunde dahinter und balancieren jeder einen großen Bücherstapel auf den Armen. In den Regalen dahinter klaffen bereits große Lücken durch die Bücherverbannung. Der Hintergrund ist in Blautönen gehalten, während die drei Kinder und ihre Bücher in bunten Farben daher kommen. Das Cover hat mich als Buchliebhaberin natürlich sofort angesprochen.

Der Schreibstil des Autoren ist gut verständlich und der Zielgruppe entsprechend angemessen. Man wird sofort in die Handlung geworfen und kann durch Amys Augen und Ohren an der Geschichte teilhaben, die in der ich-Perspektive geschrieben ist. Amy geht in die Grundschule und ist eine Leseratte, die ihre Zeit auch gerne allein zwischen den Buchdeckeln verbringt. So hat sie nur wenige Freunde, eigentlich zu Beginn der Geschichte nur eine beste Freundin. Und auch da bestehen doch recht unterschiedliche Interessen. Dennoch halten die zwei zusammen und auch der dritte im Bunde, Danny, wird zu einem wichtigen Mitglied der G.S.B.

Zitat: "[…] doch ich hatte bloß getan, was ich immer tat: Ich hatte dagesessen und nichts gesagt." Alan Gratz: Amy und die geheime Bibliothek (Seite 47)

Amy wird in ihrer Familie als älteste Tochter stark benachteiligt und ungerecht behandelt. Ich empfand die Beschreibung teilweise etwas zu extrem und fragte mich, ob das wirklich so in manchen Familie stattfindet. Denn gleichzeitig sind ihre Eltern wirklich lieb und hilfsbereit. Diese Darstellung der Ungerechtigkeit wurde mir dann auch ein wenig zu viel und dass sich Amy innerhalb der Familie kaum zur Wehr setzt, wirkte auf mich eher unglaubwürdig. Zu Hause ist ja eigentlich der Ort, an welchem man als Kind offen sein und starke Emotionen zeigen kann. Amys schüchterne Art wurde mir so ein wenig zu überspitzt dargestellt. Dass die Eltern so gar keine Rücksicht auf sie nehmen, sie im Vergleich zu ihren Geschwistern immer den kürzeren zieht, selbst wenn es um Schularbeiten geht, das konnte ich so gar nicht akzeptieren. Diese Situation mit den Eltern war irgendwann einfach nur noch stark wiederholend und für die Geschichte nicht unbedingt notwendig.

Was wirklich spannend war, war die Tatsache, dass die verschollenen Buchtitel tatsächlich existierende Bücher sind, von Klassikern bis hin zu mir teilweise noch unbekannten aktuelleren Titeln, werden einige Bücher genannt und auch kurz zusammenfassend vorgestellt. So hat man gleich einen guten Eindruck, wieso die Bücher verbannt wurden und auch weshalb sie so beliebt sind. In der Danksagung des Autoren erfährt man dann auch, dass eben genau diese Bücher in Wirklichkeit aus einigen amerikanischen Schulbibliotheken verbannt wurden. Es handelt sich hier also zwar um eine fiktive Geschichte, die Grundthematik der Bücherverbannung ist aber eine wahre Begebenheit.

Zitat: "Hin und wieder musste man zwar die Regeln brechen, um das Richtige zu tun, aber manchmal war es einfach besser, sich an die Regeln zu halten." Alan Gratz: Amy und die geheime Bibliothek (Seite 315)

Da Amys Bibliothek rapide anwächst und sie immer mehr Bücher an immer mehr Kinder verleiht, muss sie sich ein System verschaffen, um die Übersicht zu behalten und allen Kindern die gleichen Möglichkeiten, die Bücher zu lesen, zu geben. Hierbei wird der Leser in die Grundlagen des Bibliothekswesen eingeführt und erfährt außerdem, wie Bücher früher ausgeliehen wurden, als es noch keine elektronische Datenverarbeitung gab. Das ist für die Kinder dieser Genration bestimmt spannend zu erfahren.
So muss Amy also ein Problem nach dem anderen mit ihrer Bibliothek überwinden. Wie gibt man bekannt, welche der verbannten Bücher in einer geheimen Bibliothek zu entleihen sind? Wie lange sollten Bücher verliehen werden, um jedem Kind den Zugang zu gewähren und wie kann man das kontrollieren? Und wie verhindert man, dass der ein oder andere Leser durch Unvorsichtigkeit die Bücher der Öffentlichkeit sichtbar macht?

Zitat: "Brave Mädchen gehen selten in die Geschichte ein." Alan Gratz: Amy und die geheime Bibliothek (Seite 289)

Amy macht im Verlauf der Geschichte eine große Wandlung durch. Von dem stillen Mäuschen wird sie zur Rebellin bis hin zu einem mutigen Kind, welches für seine Meinung und seine Bedürfnisse einsteht. Ihre Wut und Verzweiflung lassen sie sogar vor großen Menschenansammlungen und den Medien sprechen. Davor war sie immer ruhig und eher in sich gekehrt. Doch wenn man sich für etwas einsetzt, dann kann man Großes schaffen. Dabei vergisst Amy aber auch nicht, sich in die Situation des sogenannten Feindes hineinzuversetzen. Was treibt ihn an? Ist er im Grunde seines Herzens wirklich böse?

Zitat: "So fühlt es sich an, für das Richtige zu kämpfen." Alan Gratz: Amy und die geheime Bibliothek (Seite 289)

"Amy und die geheime Bibliothek" ist eine fiktive Geschichte mit einem – trauriger Weise – absolut wahren Kern. Bücherverbannungen existieren wirklich. Dabei ist die Botschaft dieses Buches dann auch ganz klar: Jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden dürfen. Jeder sollte uneingeschränkten Zugang zu Büchern und dem geschriebenen Wort haben. In den Schulen muss es ein ausgewogenes System geben, anhand dessen entschieden wird, welche Bücher für Grundschüler ungeeignet sind. Die Entscheidung darf nicht bei einer Person alleine liegen. Und dafür kämpft Amy, wird zur Rebellin und scharrt Gleichgesinnte um sich.

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Veröffentlicht am 31.05.2023

Außergewöhnliche Darstellung faszinierender Kreaturen!

Faszination Qualle - Geheimnisvolle Schönheiten
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Die Welt der Meere bietet schon einiges an faszinierenden Lebewesen. Es ist eigentlich schon tragisch, dass die Wissenschaftler mehr über das Weltall wissen, als über die Tiefsee. Das Buch "Faszination ...

Die Welt der Meere bietet schon einiges an faszinierenden Lebewesen. Es ist eigentlich schon tragisch, dass die Wissenschaftler mehr über das Weltall wissen, als über die Tiefsee. Das Buch "Faszination Qualle" von Michael Stavarič & Michèle Ganser hat mich ganz besonders interessiert, da hier die Qualle auf dem Cover im Weltraum zu schwimmen scheint. Quallen finde ich außerdem auch immer wahnsinnig schön anzuschauen, wenn es uns mal in ein Aquarium verschlägt, noch faszinierender sind sie sicherlich in freier Wildbahn zu beobachten. Bisher habe ich noch in keinster Weise Bekanntschaft mit einer Qualle in ihrem natürlichen Lebensraum gemacht, weder im positiven Sinne, noch im negativen, weil mich vielleicht mal eine beim Baden im Meer erwischt hätte. Quallen sind ganz außergewöhnliches Lebewesen, die irgendwo zwischen Pflanze und Tier zu stecken scheinen und eine wahninnig hohe Regeneration aufweisen. In diesem Buch finden sich einige Fakten zu den Tierchen und die Illustrationen sind so fantasievoll, dass es wirklich Spaß macht, mehr über die Quallen zu lernen.

Die Autor und die Illustratorin:

Michael Stavarič (geboren 1972) ist freier Schriftsteller, Übersetzer und Dozent. Er lebt in Wien und schreibt dort Kinderbücher, Romane, Theaterstücke und Gedichte. Als Kind wäre er gern Meeresbiologe geworden und so interessiert er sich auch jetzt für Fauna und Flora und ganz besonders für Meerestiere.
Michèle Ganser (geboren 1995) studierte Kommunikationsdesign in Aachen sowie in Mainz. Eine besondere Faszination übt für sie das Weltall, die Sterne und die unterschiedlichen Planeten aus, was man den Illustrationen in Faszination Qualle ganz besonders anmerkt.

Inhalt:

„Die geheimnisvolle Welt der Qualle
Ein Buch über die unentdeckten Weiten des Ozeans und die Wunder der Wissenschaft. Mit Suchbildern, Stereogram und einem Quallisch-Kurs für Anfänger*innen. Was machen Quallen im Weltraum? Haben Quallen Superkräfte? Was sind eigentlich Medusen – und was hat eine Qualle bitte mit Unsterblichkeit zu tun
Unendliche Weiten, unendlich viel Wissen warten auf euch, schließlich sind gerade mal 5% des Ozeans erforscht. Michael Stavarič und Michèle Ganser nehmen euch mit auf Entdeckungsreise, diesmal auf der Spur eines der ältesten und gefährlichsten Wesen der Meere. Dass ihr ganz nebenbei euch noch so einiges über die Schwerkraft, Staatenbildung und die giftigsten Tiere der Welt erfahrt, ist wie immer pure Nebensache. Mit allerlei Zusatzinfos für Schlauköpfe, Witzen, Gedichten und Mitmachaufgaben. Streckt eure Tentakel aus und begebt euch in das unendliche Reich der Wissenschaft!“
(Produktbeschreibung)

Kritik und Fazit:

Besonders das Cover hat ja zunächst meine Aufmerksamkeit erweckt. Man sieht die Darstellung des Meeresgrundes und inmitten davon schwimmt eine Qualle mit all ihren Tentakeln und wabernden Körperteilen. Der Hintergrund scheint wie das Weltall, und wenn man tief in die See eintaucht, dann mutet es dort aber auch oftmals an, als wäre man im Weltall. Alles ist dunkel, aber es gibt kleine fluoreszierende Dinge, die durch das Wasser schweben. Einziger Farbklecks ist ein petrol-farbener, leuchtender Kreis, der mit Schimmerfolie versehen ist. Ist es der Mond?

Auch die Illustrationen im Innern sind in dieser Art gestaltet. Mal ist es die Qualle im All, mal ein Labyrinth oder Wimmelbild voller Details. Oder aber der Leser wird selbst zum Zeichner und aufgefordert noch unvollständige Bilder weiterzumalen. Sogar ein magisches Auge ist zu finden, ein Bild welches bei spezieller Betrachtung 3-dimensional vor den eigenen Augen hervortritt (meine Augen machen das aber irgend wie nicht mehr so recht mit). Obwohl es sich hier um ein Thema der Unterwasserwelt handelt, ist das Buch sehr hell gestaltet. Die Illustrationen sind hauptsächlich in Schwarz und Weiß gehalten, hin und wieder taucht das Petrol von der Coverabbildung aber auch wieder auf. Das Buch ist recht großformatig und die Schrift entsprechend groß, sodass man ein angenehmes Leseerlebnis hat, ohne die Augen zu strapazieren. Lediglich die Infos für Schlauköpfe sind in kleinerer Schrift abgedruckt.

Bereits der Einstieg ist überaus unterhaltsam. Der Autor holt weit aus, schreibt von der Schwerkraft und der Schwerelosigkeit und wie beispielsweise das Körpergewicht auf Mond oder Sonne berechnet wird. Er macht aufmerksam, dass das Meer voller Müll ist und wundert sich hin und wieder über die Aussprache englischer Namen. Michael Stavarič ist ein wahrhaftiger Geschichtenerzähler, der ganz nah an seinem Publikum dran bleibt und gleichzeitig gerne mal vom Thema abschweift. Eins führt zum Anderen und man weiß nicht immer, was als nächstes kommen wird. Das macht das Lesen spannend und man wird regelrecht mitgerissen.

Der Autor bringt einige spannende Fakten zutage, die er mit nachvollziehbaren Beispiele unterfüttert. So landet pro Jahr etwa der Müll von 66.000 Müllautos im Meer. Der Mensch verzehrt im Durchschnitt in Masse circa eine EC Karte an Plastik pro Woche ganz unbewusst und ungewollt. Farblich in Petrol abgehobene Kästen „Für Schlauköpfe“ gehen über das Thema Qualle hinaus noch weitere Einblicke in die Welt der Tiere. Der Leser wird direkt angesprochen, bekommt Fragen gestellt. Ein bisschen fühlt man sich, als bekäme man ein Märchen erzählt. Oftmals ist der Schreibstil salopp und umgangssprachlich und somit recht nah am kindlichen Leser dran. Ab und zu macht er außerdem Ausflüge in den Alltag: Wieso fährt man in manchen Ländern mit dem Auto auf der linken Spur und in anderen auf der rechten?

Jedem Kapitel ist ein kleiner oftmals mit Witz versehener Spruch über Quallen vorangestellt. Und auch im Text gibt es hin und wieder eine Moral wie zur Medusa, die einst verflucht wurde: Man sollte also niemandem etwas Böses wünschen, denn das erschafft nichts Gutes sondern immer nur wieder neue Monster. Also, seid doch einfach nett zueinander.

Nun aber mal zu den Kritikpunkten die ich habe. Im Buch gibt es immer wieder kleine Rätsel und Knobelaufgaben, deren Lösungen im Anhang zu finden sind. Wo es übrigens auch noch einige Links und Quellen zu entdecken gibt. Leider sind zwei dieser Lösung (Seite 140-143) nicht vollständig. Da ist es, als wäre immer nur die rechte Seite der Doppelseite aufgelöst worden. Ein Wimmelbild mit je 7 Dingen, bekommt zum Beispiel nur die 3 Lösungen auf der rechten Seite angezeigt. Da stellt sich mir schon die Frage, wie das im Lektorat durchrutschen konnte, oder ob da was mit der finalen Datei schief gegangen ist.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Autor mir im Verlauf der Erzählung irgend wann zu sehr vom eigentlichen Thema abgedriftet ist. Da gibt es einiges über die giftigen Tiere Australiens zu lesen, was nebenbei auch recht beängstigend wirkt und für Leser ab 6 Jahren vielleicht doch zu heftig ist. Und das Kapitel über die Sprache Quallisch… nunja, wer es witzig findet… Ich konnte damit jedenfalls nichts anfangen. So verlor für mich das Ganze leider im Verlauf etwas an Reiz und Fahrt.

"Faszination Qualle" ist ein informatives Buch, welches auf angenehme Weise Wissen vermittelt. Hier und da schweift der Autor ein wenig zu sehr vom Thema ab und die Rätsel sind auch nicht sonderlich innovativ, dennoch ist das Buch wahnsinnig schön gestaltet und bietet kleinen Lesern einen ersten Einblick in die Thematik.

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Veröffentlicht am 26.05.2023

Eine bedeutsame Übung in Achtsamkeit und Akzeptanz

Lass es raus, Knotenklaus
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In dem Buch "Lass es raus, Knotenklaus" von Julia Regett geht es um einen Oktopus, der eines Tages plötzlich mit einem Knoten im Arm aufwacht. Da er selbst keine Lösung findet, um diesen Knoten wieder ...

In dem Buch "Lass es raus, Knotenklaus" von Julia Regett geht es um einen Oktopus, der eines Tages plötzlich mit einem Knoten im Arm aufwacht. Da er selbst keine Lösung findet, um diesen Knoten wieder loszuwerden, begibt er sich erst ängstlich und später mutiger auf eine Reise durch den Ozean in der Hoffnung, Hilfe für sein „Knotenproblem“ zu finden.

Ich hatte das Glück der Autorin auf der Leipziger Büchermesse persönlich zu begegnen und eine kurze Zusammenfassung über das Bilderbuch zu bekommen. Mich hat das Themengebiet des Buches sofort angesprochen und ich finde die Umsetzung zu dem Thema Achtsamkeit und Selbstsicherheit durch die Erlebnisse des Oktopus, die Kindern hier näher gebracht werden, ansprechend und gelungen.

Die Autorin und Illustratorin:

Julia Regett lebt und arbeitet in Köln. Wenn sie kreativ sein kann – gerne mit dem Pinsel – ist sie glücklich. Sie ist voller Ideen und neben ihrer Tätigkeit als Illustratorin arbeitet sie im Atelier und entwirft Postkartenmotive. In ihrer Freizeit fährt sie mit dem Rad. Ihr erstes Kinderbuch "Eine kleine große Reise um die Welt" erschien ebenfalls bei CalmeMara.

Inhalt:

„Klaus ist ein kurzsichtiger Oktopus mit acht Fangarmen und drei Herzen, die immer wild durcheinander pochen, wenn etwas Neues passiert. Deshalb bleibt er am liebsten in seiner Höhle – bis er eines Morgens einen Knoten in seinem Lieblingsarm entdeckt! Mit pochenden Herzen wagt sich Klaus ins offene Meer, um Hilfe zu suchen … und findet Gitti Garnele. Die hat zwar keine Lösung, aber genug Mut für beide zusammen. Auf ihrer gemeinsamen Reise durch den Ozean lernt der schüchterne Klaus, so achtsam wie ein Blauwal, so wütend wie ein Einsiedlerkrebs und fast so mutig wie Gitti Garnele zu sein.
Eine berührende Bilderbuchgeschichte, die zeigt, dass nichts unmöglich ist, wenn wir uns unseren Ängsten stellen, uns in Achtsamkeit und Akzeptanz üben und alle Gefühle zu- und rauslassen.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Auf dem Cover werden uns gleich der Hauptakteur des Buches, nämlich Knotenklaus, und die kleine aber feine Garnele Gitti vorgestellt. Am Gesicht von Knotenklaus ist deutlich zu erkennen, dass er nicht sonderlich glücklich aussieht, was an dem unerwünschten Knoten in seinem Arm liegt. Sofort kommt der Gedanke auf, was es wohl mit diesem Knoten auf sich hat.

In den Illustrationen im Buch werden wir in eine liebevoll gezeichnete Unterwasserwelt entführt. Beim Durchblättern fühlt man sich sofort, als ob man mittendrin im Geschehen ist, so nah ist man an den Erlebnissen dran. Die Tiere, die Knotenklaus konsultiert, springen einem förmlich ins Gesicht, weil sie so groß gezeichnet sind. Auch die Emotionen werden durch die Gesichter der Meerestiere sehr gut transportiert. Man kann deutlich erkennen, was sie in diesem Moment fühlen. Auf den Bildern lässt sich eine Vielfalt an Meerestieren und Pflanzen aus der Unterwasserwelt entdecken. Das Buch ist außerdem in gut verständlichen und einfachen Sätzen verfasst.

Eines Tages wacht Knotenklaus auf und muss plötzlich feststellen, dass er einen Knoten in seinem Arm hat. Und dann auch noch in seinem Lieblingsarm! Oh Schreck, wie soll er denn nun seine geliebte Algenmarmelade öffnen? Denn mit einem anderen Arm geht das leider nicht. Als ihm klar wird, dass er von alleine den unerwünschten Knoten in seinem Arm nicht beseitigen kann, muss eine Lösung her. Ängstlich macht er sich auf die Suche, um Hilfe zu finden, wo er unerwartet auf die mutige Garnele Gitti trifft, die ihn von nun an auf seiner Reise durch den Ozean begleitet. Unterwegs begegnen sie verschiedenen Meeresbewohnern, wovon jeder auf seine Art und Weise helfen möchte, um den Knoten zu lösen. Als entschlossener Begleiter verhilft die kleine Garnele Gitti Knotenklaus unterwegs zu mehr Selbstsicherheit und Zuversicht.

Das Buch vermittelt an den einzelnen Stationen, die Knotenklaus erlebt, dass jeder seine eigene Art und Weise hat, mit dem inneren oder in diesem Fall dem äußeren „Knoten“ umzugehen. Dass es helfen kann, wenn man seine Ängste und Unsicherheiten überwindet und sich für Neues öffnet. Auch wenn es vielleicht nicht zu dem gewünschten Erfolg führt, hat man neue Wege beschritten und dazugelernt. Und auch, dass die Akzeptanz zu sich selbst zu stehen und sich so wertzuschätzen wie man ist, einen großen und bedeutsamen Unterschied machen kann.

CalmeMara-Bücher tun Gutes: Mit dem Kauf dieses Buches unterstützt du die Tiere des Begegnungs- und Gnadenhofs „Dorf Sentana“ und die sozialen Projekte vor Ort.

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Veröffentlicht am 25.05.2023

Über die Bereicherung der Gesellschaft durch leise Kinder.

Lauter leise Kinder
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"Lauter leise Kinder" … ein vielversprechender Titel! Denn, wenn ich so darüber nachdenke, sieht man doch immer wieder Ratgeber über Kinder, die laut oder unruhig sind, die auffallen. Was aber ist mit ...

"Lauter leise Kinder" … ein vielversprechender Titel! Denn, wenn ich so darüber nachdenke, sieht man doch immer wieder Ratgeber über Kinder, die laut oder unruhig sind, die auffallen. Was aber ist mit den leisen Kindern und Menschen in unserer Gesellschaft? In der Schule gehen sie gerne mal unter und müssen sich immer wieder anhören, dass sie doch ein bisschen mehr am Unterricht teilnehmen sollen. Aber was bringen jene leisen Kinder mit sich? Was ist positiv am Leisesein? Wieso kann man Kinder nicht so nehmen, wie sie sind? Die Klärung all dieser Fragen habe ich mir von diesem Buch erhofft. Aber so richtig ist der Funke nicht übergesprungen. Als Mutter eines leisen Kindes habe ich nichts wirklich neues gefunden und hatte das Gefühl, dass sich die Autorin ziemlich im Kreis drehte. Für Lehrer oder Erzieher ist dieses Buch aber sicherlich gut geeignet, denn hier können sie mal ihren eigenen Blickwinkel wechseln und vielleicht etwas offener für leise Kinder werden.

Die Autorin:

Antje Kunstmann (geboren 1974) ist Mutter von vier eher introvertierten Kindern und bezeichnet sich selbst auch als introvertiert. Sie arbeitet als Redakteurin bei der Brigitte und schreibt regelmäßig zu den Themen Psychologie, Familie und Erziehung. Die promovierte Biologin lebt in Hamburg.

Inhalt:

„An ruhige Kinder werden gerne Forderungen herangetragen, lebhafter zu sein, oder mehr aus sich herauszukommen. In unserer extrovertierten Welt fallen sie zunehmend auf, werden pathologisiert und mit Skepsis betrachtet. Dabei steckt so viel Stärke in den Stillen! Ihr Einfühlungsvermögen, ihre Fantasie, ihre Unabhängigkeit und Konzentration etwa. Damit diese Kinder nicht übersehen werden, müssen Bezugspersonen die Talente der Ruhigen erkennen, wertschätzen und fördern. Antje Kunstmann macht Mut, dass die stillen Kinder genau so richtig sind, wie sie sind. Eine Entlastung für alle Eltern von schüchternen, hochsensiblen oder introvertierten Kindern!“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover zeigt ein lesendes Kind auf einer Leiter sitzend. Im Hintergrund schweben Blumensamen. Es wird also auf jeden Fall ein – in diesem Moment – stilles Kind dargestellt. Der rosé-farbene Hintergrund lässt das Buch etwas mädchenhaft wirken, was ich nicht ganz so passend finde, da es ja auch stille Jungen gibt. Der Titel ist in großen Buchstaben unterschiedlicher Farben gestaltet worden. Vor allem jene Worte erregten mein Interesse an dem Buch.

Die Autorin setzt sich dann auch ziemlich bald mit einigen Begriffserklärungen wie Intoversion, Extroversion, Hochsensibilität und Schüchternheit auseinander. Dabei schlägt sie einen leichten und gut verständlichen Ton an, sodass man ihr sprachlich jederzeit gut folgen kann. Was mich im gesamten Buch allerdings sehr störte, waren die vielen Studien, die genannt wurden. Für mich bedeutete das immer wieder einen Bruch im Lesefluss und ich hätte mir daher lieber eine runde Zusammenfassung dessen gewünscht, als die ständige Aufzählung. Das wurde dann einfach zu viel, um alles greifen zu können, sodass das Lesen recht ermüdend war. So jagte eben leider eine Studie die nächste.

Es fehlte mir auch eine klare Struktur innerhalb der Kapitel, ich erkannte kaum einen roten Faden und das macht es schwer, inhaltlich zu folgen. Immer wieder kommt es dann zu Wiederholungen aus anderen Kapiteln, die vielleicht Sinn machen, wenn man das Buch nicht von vorne bis hinten liest. Allerdings bietet sich ein Springen im Buch nicht wirklich an, wenn man sich mit der komplexen Thematik stiller Kinder auseinandersetzen möchte.

Zitat: "Es macht eben auch unabhängig, wenn man gut mit sich selbst sein kann." Antje Kunstmann: Lauter leise Kinder (Seite 181)

Die Autorin diskutiert lang und breit über die Unterschiede von introvertiert, schüchtern und hochsensibel, was ich im Prinzip gut fand, jedoch sind auch hier die Übergänge fließend und so lassen sich die Begriffe nicht immer klar voneinander abgrenzen. Mutismus wird allerdings dann mit keinem Wort erwähnt. Das finde ich schon sehr schade, weil es definitiv zum Thema „stille Kinder“ gehört und leider sowieso schon viel zu selten benannt wird. Bei einem Buch, dass sich genau dieser Thematik aber annimmt, hätte ich diesen Aspekt wirklich gerne zu Papier gebracht gesehen. Vor allem, da die Autorin Erfahrungsberichte einiger stiller Kinder anfügt und einer davon (S. 135/136) definitiv in des Spektrum des Mutismus fällt. Hier sollte mit einem gesonderter Blick drauf hingewiesen werden, dass nicht jedes stille Kind sich dazu entscheidet, weniger zu sprechen. Sondern dass es eben auch den Fall gibt, dass sie einfach in gewissen Situationen nicht sprechen können. Das hat dann nichts mehr mit dem eigenen freien Willen zu tun. Das Kind in dem oben erwähnten Erfahrungsbericht ist nicht einfach nur still, es ist blockiert. Erst gegen Ende des Buches reißt die Autorin das Thema Angststörungen an. Viel zu spät, wie ich finde.

Gut empfand ich aber die Darstellung, welche Bereicherung leise Kinder sein und welche Begabungen daraus resultieren können. Was leise Kinder durch ihre Ruhe und den häufigen Fokus nach innen, sowie ihrer Beobachtungsgabe alles lernen und erfassen können zum Beispiel. Dass ihre Konzentration, die Detailwahrnehmung, die Empathie, das analytisches Denken und die Beharrlichkeit Eigenschaften sind, die in unserer Gesellschaft enorm wichtig sind. „Ich bin gern allein.“ ist da eine häufige Aussage, die zeigt, dass es okay ist, introvertiert und nicht immer mit vielen Menschen in einer Gruppe unterwegs zu sein.

Im fünften Abschnitt des Buches dreht sich dann alles um die Stärken stiller Kinder. Am Ende der einzelnen Unterkapitel bietet die Autorin ein paar Strategien an, die sich aber doch öfters wiederholen. Das macht wohl Sinn, wenn man quer liest, als chronologischer Leser möchte man irgend wann aber einfach nur noch weiterblättern. Diese Wiederholungen spiegeln auch die Texte an sich wieder. Es dreht sich eigentlich immer wieder alles um die selben Themen. Ständig werden Vergleiche zwischen extrovertiert zu introvertiert gemacht. Gleichzeitig sollte aber doch einfach der Fokus auf die leisen Kinder gesetzt werden, das ginge auch ohne ständige Vergleiche.

Zitat: "Die lauter werdende Welt verändert das Leben der Leisen." Antje Kunstmann: Lauter leise Kinder (Seite 219)

Ein besonderes Augenmerk liegt immer wieder auf der Schule und der mündlichen Mitarbeit. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es zum Problem werden kann, wenn man sich mündlich nur selten beteiligt, weil man eben ein stiller Mensch ist. Sowas zieht sie Noten runter und immer wieder wird von den leisen Kindern erwartet, dass sie aus sich herauskommen, dass sie sich verbiegen, damit sie in das veraltete Bewertungssystem der Schule reinzupassen haben. Besonders Lehrer erfahren in diesem Buch, wieso leise Kinder im Unterricht wenig sprechen. Sie erkennen dann vielleicht auch, dass man leisen Schülern einfach etwas mehr Zeit geben sollte, damit sie alles zu Ende gedacht haben, um Sicherheit zu bekommen und weil sie nicht platt einfach Dinge wiederholen wollen, weil das, was sie beitragen, den Unterricht voranbringen soll.

"Lauter leise Kinder" ist vielleicht eher etwas für Menschen, die stille Leute verstehen wollen, weil sie es bisher nicht begreifen konnten. Für mich, als Mutter eines stillen Kindes, war hier nichts Neues dabei. Ich brauchte keine Bestätigung, das mein Kind genau so richtig und gut ist, wie es ist. Aber vielleicht gibt es ja da draußen tatsächlich Eltern, die diese Bestätigung benötigen. Ich hab ein introvertiert Kind, war in meiner Jugend auch eher introvertiert, und hab vielleicht von Natur aus ein besseres Verständnis dafür. Für mich was das hier Geschriebene alles selbstverständlich. Für den ein oder anderen Lehrer könnte die Lektüre dieses Buches aber ein AHA-Erlebnis sein.

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Veröffentlicht am 24.05.2023

Ein wundervoll atmosphärischer Roman

Mein wildes blaues Wunder
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Das Jugendbuch "Mein wildes blaues Wunder" von Carlie Sorosiak fiel mir bei einem Discounter in die Hände. Es bestach mich zunächst mit seinem wunderschönen und ausdrucksstarken Cover, aber auch der Inhalt ...

Das Jugendbuch "Mein wildes blaues Wunder" von Carlie Sorosiak fiel mir bei einem Discounter in die Hände. Es bestach mich zunächst mit seinem wunderschönen und ausdrucksstarken Cover, aber auch der Inhalt machte mich mehr als neugierig. Bereits der Klappentext gibt uns einen Hinweis darauf, wie poetisch dieses Buch geschrieben ist und welche Gedanken und Gefühle die Hauptprotagonistin Quinn durchlebt. Die besondere Atmosphäre dieses Buches macht es zu einem absoluten Wohlfühlbuch und gleichzeitig strapaziert es die Emotionen, denn Quinn hat Schlimmes erlebt und verarbeitet die vergangenen Monate weitestgehend allein. Bis sie feststellt, dass die Menschen, die sie umgeben, ihr eine große Stütze sein können, wenn sie es nur zulässt.

Zitat: "Ich wünschte nur, ihr würdet zusammen trauern." Carlie Sorosiak: Mein wildes blaues Wunder (Seite 205)

Die Autorin:

Carlie Sorosiak studierte englische Literatur sowie kreatives Schreiben in Oxford und London. Sie liebt das Reisen und ist ein großer Fan der „Gilmore Girls“. Außerdem geht sie gern in Museen. Inzwischen pendelt sie zwischen den USA und Großbritannien, wo sie sowohl lebt als auch arbeitet.
Übersetzt von Ulrike Köbele.

Inhalt:

„Nichts ist so wild und schön wie die erste große Liebe
Das Küstenstädtchen Winship in Maine ist ein magischer Ort. Hier blühen Blaubeersträucher im Winter und Wünsche hängen an den Bäumen. Quinn liebt die tosenden Wellen des Meeres und all seine Geheimnisse. Doch seit einem Unglück im letzten Sommer fühlt sie sich wie eine Insel inmitten ihrer Familie. Ihr Bruder Reed sieht durch sie hindurch und ihrer Schwester Fern tropfen die Worte wie Gift aus dem Mund. Erst als der stille Alexander uns Haus nebenan einzieht und sich Stück für Stück ihrer Insel nähert, spürt Quinn: Das Leben und der Ozean sind neben all den beängstigenden Dingen voll unerforschten blauen Wundern.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Die Farben des Covers sind kräftig und strahlend. Trotz der tragischen Themen dieses Buches – denn es geht um Trauer, Verlust und Schuld – wird auch mit dem Cover die besondere Atmosphäre eingefangen. Das Meer mit seinen tosenden Wellen, aus dem ein Auge uns anzuschauen scheint. Das Boot und die Luftblasen drum herum, die eine tragische Szene der Geschichte widerspiegelt, aber auch die Bewältigung der Trauer. Der Mond scheint in den Wellen zu versinken, ein Ballon in Herzform steigt in den Himmel empor. Und noch ein paar weitere Dinge sind zu entdecken, die das Ganze zu einem absolut passenden Cover macht.

Zitat: "Gläser stoßen klimpernd aneinander. Während wir weiter auseinanderdriften." Carlie Sorosiak: Mein wildes blaues Wunder (Seite 37)

Die Geschichte wird in abwechselnden Episoden vor und nach dem einschneidenden Ereignis in Quinns Vergangenheit erzählt. Während die Gegenwart aus Quinns Sicht in der ich-Perspektie geschrieben ist, wird die Vergangenheit wie ein Brief an Quinns Freund Dylan dargestellt. Quinn erinnert sich an vergangene Ereignisse und spricht Dylan dabei direkt an. Während Quinn und ihre Schwestern in der Vergangenheit ein sehr enges Verhältnis zueinander haben, ist es in der Gegenwart zerrüttet. Wie es dazu kam, wird uns Stück für Stück offenbart, während wir Quinns innerem Kampf beiwohnen und ihre Heilung miterleben dürfen.

Zitat:" Vielleicht darf ich nach allem, was ich getan habe, nicht mehr lächeln. Jedenfalls kann ich die Wut, die wie radioaktive Strahlung von Fern ausgeht, förmlich spüren." Carlie Sorosiak: Mein wildes blaues Wunder (Seite 189)

Quinn vermisst die Sorglosigkeit und die alten Rituale und Gemeinsamkeiten mit ihren Geschwistern. Aber auch Alexander hat etwas zu verbergen und das ist der Grund, wieso die beiden sich annähern. Sie sind sich ähnlich. Quinn wünscht sich Harmonie und Geborgenheit und kann das in Alexanders Gegenwart endlich wieder spüren. Alexander holt Quinn zurück ins Leben. Bringt sie zum Lachen, dazu etwas zu fühlen und sich der Vergangenheit zu stellen. Zusammen ergibt das eine tragische Geschichte, die trotzdem eine gewisse Leichtigkeit und Positivität vermittelt.

Zitat: "Die Worte tropfen nicht mehr wie Gift aus ihrem Mund. Sie flattern wie Schmetterlinge." Carlie Sorosiak: Mein wildes blaues Wunder (Seite 350)

"Mein wildes blaues Wunder" ist ein schönes und zugleich schmerzhaftes Jugendbuch. Es ist still, gedankenvoll und voller Kraft. Dieses gefühlsbetonte Buch, liest man langsam und lässt es auf sich wirken. Äußerst schade empfinde ich es daher, dass diese wundervolle Geschichte bisher so wenig bis gar keine Aufmerksamkeit bekommen hat. Wieso nur so wenige Rezensionen auf den bekannten Plattformen zu finden sind, ist mir ein Rätsel. Leider ist es auch nur noch eingeschränkt über den Buchhandel zu erwerben, aber ich möchte es jedem ans Herz legen, der außergewöhnliche Bücher zu schätzen weiß.

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