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Veröffentlicht am 20.03.2023

Meditation für Kinder leicht gemacht!

Achtsam wie ein Bär
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Wer kennt das nicht, wenn die Kinder völlig überdreht sind und einfach nicht zur Ruhe kommen wollen? Oder wenn man zwei so unterschiedlich temperamentvolle Kinder hat, dass sie sich gegenseitig immer wieder ...

Wer kennt das nicht, wenn die Kinder völlig überdreht sind und einfach nicht zur Ruhe kommen wollen? Oder wenn man zwei so unterschiedlich temperamentvolle Kinder hat, dass sie sich gegenseitig immer wieder auf die Nerven gehen? Da steht man als Eltern manchmal hilflos daneben. Meditation und ein achtsamer Blick in die Welt kann hier für etwas mehr Ruhe sorgen. In "Achtsam wie ein Bär" von Kira Willey und Anni Betts bekommt der Leser 30 Anleitungen zum Meditieren auch schon mit den kleinsten Kindern. Da ist für jeden etwas dabei.

Die Autorin und die Illustratorin:

Kira Willey ist Künstlerin für Kindermusik, Expertin für Kinderyoga und gründete ein Yogaprogramm für Schulen. Mit ihren Übungen möchte sie für mehr Achtsamkeit sorgen, gerne auch in Kombination mit Musik. So erhielt sie den Parents‘ Choice Gold und den Independent Music Award. Man trifft sie auf Veranstaltungen und Konzerte überall in Amerika, außerdem veranstaltet sie Workshops für Lehrkräfte und Eltern.
Anni Betts ist hauptberuflich als Illustratorin tätig. Ihre Entwürfe erscheinen beispielsweise in Büchern, Magazinen, Anzeigen sowie Grußkarten und sind immer sehr lebendig und fröhlich. Sie stammt aus Illinois und lebt inzwischen mit ihrer Familie in England.

Inhalt:

„Atme tief ein und wieder aus. Öffne nun das Buch auf einer beliebigen Seite. Mit diesen Übungen wirst du mit deinen Kindern zur Ruhe kommen und Entspannung finden, es wird euch außerdem leichter fallen, euch zu konzentrieren oder Kraft zu schöpfen wenn ihr sie gerade braucht. Auf geht’s!“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Bereits auf dem Cover ist Anni Betts besondere Art zu illustrieren gleich ersichtlich. Mit vielen kräftigen Farben hat sie eine angenehme Atmosphäre geschaffen, in welcher die Tiere entspannt im Kreis sitzen. Dabei erreicht sie auf jeden Fall die kindliche Zielgruppe, denn bereits hier ist klar, dass viel Phantasie im Buch auf einen wartet.

Im Nachhinein bin ich ein wenig über den Titel „Achtsam wie ein Bär“ und den Untertitel „30 Meditationsübungen für Kinder“ gestolpert. Denn ja, die Anleitungen sind definitiv meditativ und weniger Achtsamkeitsübungen, wie man sie laut Titel erwarten würde. Interessant wurde es, als ich auf der Verlagswebseite dann noch den Titel Entspannt wie ein Panda – 30 Achtsamkeitsübungen für Kinder gestoßen bin. Hier scheint fast etwas durcheinander geraten zu sein? Die Titel suggerieren zumindest etwas anderes.

Zunächst findet man ein Vorwort und eine Einführung. Während das Vorwort von Michelle Kelsey Mitchel von YoKid und der National Kids Yoga Conference geschrieben wurde, stammt die Einleitung von der Autorin Kira Willey selbst. Beide Texte ähneln sich recht stark. So kommt es bereits auf den ersten Seiten zu Wiederholungen, was mir nicht so gut gefallen hast.

Das Buch an sich ist dann in fünf Bereiche mit jeweils sechs Übungen untergliedert: Werde ruhig, Konzentriere dich, Stell dir vor, Verschaffe dir Energie und Entspanne dich. Hier ist bereits eine große Varianz zu erkennen und so werden einige wichtige Themen abgedeckt. Jede Einheit hat einen kurzen Text vorangestellt, der sich direkt an die Kinder richtet und ihnen erklärt, was sie erwartet und wofür die folgenden Übungen da sind. Auf jeder Doppelseite findet sich dann eine kurze Anleitung für Meditationsübungen, die leicht im stressigen Alltag eigebaut werden können und auch für kleine Kinder gut verständlich sind. Mit dabei ist immer ein Tier, welches Teile der Übungen in der bunten und liebevoll gestalteten Illustration darstellt.

"Achtsam wie ein Bär" bietet 30 vielfältige Meditationsübungen für Kinder. Durch die recht kurzen Anleitungen werden die Kinder nicht überfordert und können sogar ihrer Phantasie für einen kleinen Moment freien Lauf lassen, wenn sie sich denn auf die Übungen einlassen. Ich denke, dass ist hier sicherlich auch Typsache. Während meine Tochter mit großer Ruhe dabei war, machte mein Sohn doch hin und wieder seine Faxen. Letztens Endes wird aber sicherlich jedes Kind seine fünf Lieblingsübungen finden und vielleicht schafft man es sogar noch, diese ganz spielerisch in den Alltag einzufügen.

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Veröffentlicht am 17.03.2023

Die kleine Rittereule hat mein Herz im Sturm erobert!

Die kleine Rittereule
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In dem Buch "Die kleine Rittereule" geht es um eine kleine Eule, die unaufhaltbar ihren Traum, ein Ritter zu werden, verfolgt und sich diesen mit ihrer Beharrlichkeit auch erfüllt. Als ausgezeichnete Rittereule ...

In dem Buch "Die kleine Rittereule" geht es um eine kleine Eule, die unaufhaltbar ihren Traum, ein Ritter zu werden, verfolgt und sich diesen mit ihrer Beharrlichkeit auch erfüllt. Als ausgezeichnete Rittereule wird sie nun für die Nachtwache eingeteilt, welche ihr Mut und Tapferkeit abverlangt.
Beides stellt sie eindrucksvoll unter Beweis und wir lernen zudem, dass die kleine Eule auch ziemlich pfiffig ist, nachdem ein hungriger Drache Appetit auf sie hat.

Der Autor und der Illustrator:

Christopher Denise illustrierte zahlreiche Kinderbücher und arbeitete so unter anderem für Autorinnen wie Phyllis Root und Rosemary Wells. Seine Bücher erhielten diverse Auszeichnungen. Christopher Denise lebt mit seiner Familie in Rhode Island.

Inhalt:

„Die kleine Eule hat einen großen Traum: Ein richtiger Ritter werden!
Und sie lernt fleißig und erhält tatsächlich ihr ritterliches Diplom. Schon ihre erste Nachtwache auf der Burg verlangt all ihren Mut. Denn ein riesiger, hungriger Drache hat Appetit auf die kleine Rittereule. Ein ritterliches Märchen von echtem Heldentum. Mit einer großen Überraschung!“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Auf dem Cover sieht man eine kleine Eule, die mit einer Ritterrüstung bekleidet ist und augenscheinlich des Nachts eine Burg bewacht. Sie strahlt in diesem Moment Stolz und Tapferkeit aus. In der linken oberen Ecke sieht man einen fliegenden Drachen, der in dem Buch auch noch eine tragende Rolle spielen wird.

Bei den Illustrationen ist man äußerst nah an dem Geschehen und auch an den Charakteren. Die Eule ist sehr liebevoll mit ihren großen, runden und unschuldigen Augen sowie weichen Gesichtszügen gestaltet. Ihre Emotionen kann man deutlich in ihrer Mimik ablesen. Mich haben die Illustrationen sehr angesprochen. Es gibt stellenweise äußerst ausdrucksstarke Bilder. Während sich die Handlung im ersten Teil des Buches hauptsächlich tagsüber abspielt, findet sie im zweiten Teil des Buches nachts statt.

Das Buch ist in kurzen einfachen Sätzen verfasst, die eine klare und verständliche Botschaft vermitteln sowie eine kleine Portion Humor.

Die kleine Rittereule hat nur ein Ziel seitdem sie denken kann: Sie möchte ein Ritter werden.
Nachdem unerklärlicherweise Ritter aus der Burg verschwinden, ist sie ihrem Traum plötzlich ganz nah – denn es werden neue Ritter gesucht! Sie zögert nicht und bewirbt sich an der Ritterschule, wo sie prompt angenommen wird. Die Eule erweist sich als meisterhafter Schüler mit ein paar kleinen Schwächen, die sie aber letztendlich nicht von ihrem Abschluss mit Auszeichnung abbringen.

In ihrer neuen Aufgabe als kleine Rittereule wird sie ab sofort für die Nachtwache eingeteilt, wo sie prompt und unerwartet die Bekanntschaft eines hungrigen Drachens macht. Doch die kleine schlaue Eule hat überzeugende Gründe, nicht selbst zu einem Mitternachtssnack zu werden. Lasst euch an dieser Stelle einfach überraschen. Und so beginnt in dieser Nacht die Freundschaft zwischen Drache und Rittereule, welche bei weiteren nächtlichen Zusammenkünfte feststellen, wie viel sie doch tatsächlich gemeinsam haben.

"Die kleine Rittereule" hat mein Herz im Sturm erobert. Nicht nur mit ihren großen Augen und ihrem unschuldigen Blick sondern auch mit ihrem Mut und ihrer Tapferkeit. Sie ist herzerwärmend niedlich und lässt sich durch nichts unterkriegen. Das Buch lehrt uns, dass – egal wie klein man ist – große Träume durch den Glauben an sich selbst wahr werden können, dass eine Drachenfreundschaft durch den Magen geht und dass eine Pizza leben retten kann!

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Veröffentlicht am 16.03.2023

Ich habe mir etwas ganz anderes darunter vorgestellt.

Wunderwelt der Tiere im Meer
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Die Meere faszinieren uns inzwischen schon eine ganze Weile und wir schnappen uns gerne jedes Buch darüber, was uns in die Finger kommt. So auch bei "Wunderwelt der Tiere im Meer" von Chae Strathie & Erin ...

Die Meere faszinieren uns inzwischen schon eine ganze Weile und wir schnappen uns gerne jedes Buch darüber, was uns in die Finger kommt. So auch bei "Wunderwelt der Tiere im Meer" von Chae Strathie & Erin Brown. Doch irgendwie haben wir hier mehr wissenschaftliche Fakten für Kinder erwartet, als Geschichten aus Sicht einzelner Tiere. Zwar lässt sich hier auch ein wenig lernen, doch es wird in immer gleicher Weise produziert, und so fehlte es uns an Varianz zwischen den Geschichten. Ich selbst hätte das Buch ab der Mitte abgebrochen, da wir es schon über Monate hinweg immer wieder lesen, doch mein Sohn hat noch Biss und möchte es weiter vorgelesen bekommen. Doch wirklich darauf drängen tut er nicht.

Der Autor und die Illustratorin:

Chae Strathie ist Autor und Journalist. Er wuchs in New Lanark (Zentralschottland) auf und studierte in Edinburgh Film und Fotografie. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Reporter für »The Sunday Post«. Parallel dazu begann er mit dem Schreiben seiner Kinderbücher. Inzwischen lebt er in Dundee und ist Redakteur für das »Living Magazine«.
Erin Brown illustrierte neben Tales from the Ocean auch Tales from the Forrest aus der gleichen Reihe.

Inhalt:

„Das Meer ist voller Überraschungen!
Tauch ein ins Wasser und in die wundervolle Welt der Meerestiere. Folge Seepferdchen, Seesternen, Krebsen, dem Mondfisch, der Seekuh, Schildkröten, Delfinen, Pinguinen und vielen mehr.
Wunderschön illustrierte abenteuerliche und spannende Geschichten, die Kraft fürs Leben geben. Für Naturliebhaber jeden Alters!“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover ist sehr liebevoll und bezaubern gestaltet. Um den Titel herum wimmelt es nur so von Meerestieren jeglicher Art. Der hellblaue Hintergrund verweist auf deren natürliches Habitat, das Meer. Die Tiere haben eine leichte Mimik verpasst bekommen, sodass sie einen fröhlich und unbeschwert anzuschauen scheinen. So muss man einfach zu dem Buch greifen und es sich näher anschauen.

Auch die Illustrationen im Innern sind vielfältig und recht naturgetreu gehalten. Dabei sind die Seiten meist etwas dunkler, was einerseits ja die Tiefen des Meeres widerspiegelt, andererseits das Lesen aber auch ein wenig anstrengend macht. Je dunkler der Hintergrund, umso schwerer ist die schwarze Schrift zu lesen.

Das Buch an sich ist dann in vier Themen untergliedert: Am Riff, Küsten und flache Gewässer, tropische und warme Gewässer, Arktis und Polargewässer. Der Leser taucht also in ganz unterschiedliche Welten ein und hat Teil an den Abenteuern von vier bis sieben Tieren jener Meere. Der Autor beschreibt dabei mit leichten Worten, was die Meerestiere erleben, welchen Herausforderungen sie sich im Laufe ihres Lebens stellen müssen und bekommen dabei auch Hilfe von außen. Allerdings sind die Geschichten alle recht ähnlich aufgebaut, sodass mich das Vorlesen etwas ermüdete. Ein Meerestier wird kurz vorgestellt, es folgt die Erklärung des Problems (eine neue Muschel muss her, der Panzer wird zu klein, ein neues zu Hause wird gesucht…). Wie man an den Beispielen schon sieht, ähneln sich die Probleme der Meeresbewohner auch ein wenig.

"Wunderwelt der Tiere im Meer" konnte uns als Familie leider nicht mit sich reißen. So lesen wir bereits über viele Wochen oder gar Monate immer wieder an dem Buch und sind bisher dennoch erst etwa in der Mitte angelangt. Es fehlt an Varianz und Einfallsreichtum. Wir hätten uns mehr Fakten über das Meer und die Bewohner gewünscht. So wurden unsere Erwartungen leider überhaupt nicht erfüllt. Ich bin gespannt ob und wenn ja, wann wir das Buch beenden werden.

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Veröffentlicht am 15.03.2023

Viel Wissen manchmal etwas zu kompliziert verpackt.

Über Leben
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Ich habe ein wenig gebraucht, um in das Buch "Über Leben – Zukunftsfrage Artensterben: Wie wir die Ökokrise überwinden" hineinzufinden und musste mir eine kleine Strategie zurechtlegen, um mich komplett ...

Ich habe ein wenig gebraucht, um in das Buch "Über Leben – Zukunftsfrage Artensterben: Wie wir die Ökokrise überwinden" hineinzufinden und musste mir eine kleine Strategie zurechtlegen, um mich komplett durchzuarbeiten. Denn ich fand es etwas mühsam, den vielen Beispielen zu folgen, die oftmals auch leider etwas zu kompliziert und zu detailreich dargestellt wurden. Am Ende fehlte mir dann auch ein klarer Weg, der zu beschreiten ist, um unsere Erde zu retten. Wie im Klappentext eigentlich versprochen, wird hier nicht wirklich gezeigt, wie wir die Krise überwinden können. Dennoch bietet das Buch sicherlich einen guten Einblick in die Thematik.

Die Autoren:

Dirk Steffens ist Wissenschaftsjournalist und einer der bekanntesten Artenschützer Deutschlands,. Man kennt ihn aus den Formaten »Terra X« sowie »Faszination Erde« im ZDF. Er entwickelt Natur- und Umweltthemen für den Film-, Fernseh- und Printbereich. Steffens engagiert sich als Botschafter beim WWF sowie dem Jane-Goodall-Institut und ist Mitbegründer der Biodiversity Foundation. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Preisen und der Ehrendoktorwürde der Universität Bayreuth ausgezeichnet.
Fritz Habekuß ist Redakteur der Zeit. Dort berichtet er von der Zerstörung der natürlichen Vielfalt. Das Verhältnis von Mensch und Natur steht dabei immer im Mittelpunkt. 2018 wurde er deshalb auch unter die Journalisten des Jahres gewählt und mit dem Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet.

Inhalt:

„Dies ist ein Buch über den Gesang der Vögel. Über die Vielfalt der Natur und die Schönheit der Erde. Über das Netz des Lebens und darüber, wie alles mit allem zusammenhängt. Dies ist ein Buch über die Menschen. Über ihren Aufstieg zur beherrschenden Art und die Zerstörung der Natur. Es ist auch ein Buch über unsere Zukunft. Und darüber, wie sie gelingen könnte. Das globale Artensterben bedroht unseren Wohlstand, unsere Sicherheit, unsere Gesundheit, es gefährdet unsere Existenz. In ihrem Bestseller tragen »Terra X«-Moderator Dirk Steffens und ZEIT-Redakteur Fritz Habekuß zusammen, was die Wissenschaft über das drängendste Problem unserer Zeit weiß. Und sie zeigen, wie wir die Krise überwinden können.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover finde ich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Auf Vorder- und Rückseite sind die beiden Autoren abgebildet. Der Titel an sich ist geradezu zerrissen. Ein Teil steht ganz oben, der andere ganz unten. Dazwischen die Autorennamen und Untertitel. Die zarten schwarzen Zeichnungen einiger Tiere und Pflanzen finde ich aber sehr schön.

Die Autoren haben eigentlich einen ganz gut verständlichen Stil. Allerdings werden die Erklärungen manchmal zu wissenschaftlich und deshalb auch zu kompliziert. Wissenschaftlich fundiert und faktenreich muss ja nicht immer mit Kompliziertheit einher gehen. Das ist hier aber leider immer wieder der Fall. Zu viele Fremdwörter und unnötig verkomplizierte Sätze machen das Lesen hin und wieder etwas schwer. Gerade bei diesem wichtigen Thema hätte ich mir daher mehr Klarheit und leichtere Verständlichkeit gewünscht.

Irgendwie konnte ich auch kaum einen roten Faden ausmachen, was es schwer machte dem Geschriebenen zu folgen. Immer wieder musste ich kurz zurückblättern, um mich zu erinnern, was ich zuvor gelesen hatte. Dabei hatte ich mir für jeden Tag ein Kapitel (meist um die 30 Seiten) vorgenommen. Eigentlich eine ideale Strategie, um sich durchzuarbeiten.
So schwankte es zwischen den Kapiteln (und vielleicht sind hier auch einfach die unterschiedlichen Autoren am Werk gewesen) sehr, wie gut ich mich an den Informationsgehalt erinnern konnte. Das Artensterben war zum Beispiel sehr gut beschrieben und in mehrere Punkte untergliedert: Habitatzerstörung, Ausbeutung und Jagd, Klimakrise, Verschmutzung, invasive Arten. Andere Kapitel blieben leider nur verschwommen in meinem Gedächtnis.

In der Mitte des Buches befinden sich dann einige Grafiken auf Glanzpapier. Wieso hier eine andere Papierart gewählt wurde, ist mir nicht klar. Mir stellte sich auch die Frage der Nachhaltigkeit. Und ich empfand das ständige Blättern zu den Grafiken auch etwas mühsam. Die Grafik zu den Belastungsgrenzen erschloss sich mir auch nicht so ganz.

Etwas Neues konnte ich aber auch lernen, nämlich dass Roboterbienen entwickelt werden, um die Folgen des Insektensterbens zu verhindern. Das fand ich schon sehr interessant und gleichzeitig extrem befremdlich, denn immerhin erfolgt hier Forschung, um die Konsequenzen aus alten Entwicklungen zu beheben. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Und ich fragte mich auch, ob das Geld nicht auf sinnvollerere Weise investiert werden könnte. An dieser Stelle hätte ich mir vielleicht auch gewünscht, dass die Autoren die Sinnhaftigkeit ein wenig mehr hinterfragen.

Sehr positiv ist meiner Meinung nach ebenfalls zu vermerken, dass die Autoren die Verbreitung von Viren durch Zerstörung von Habitaten hervorheben. Sprich, dass das Aufkommen von Pandemien etc. von Menschen verursacht wird, eben weil sie immer wieder radikal in die Natur eingreifen. So entstand 2003 die SARS Epidemie und so trat 2019 das Corona-Virus auf. Die Autoren hatten eigentlich das Buch bereits zu Ende geschrieben als Corona auftrat und so noch nachgearbeitet.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil beschäftigt sich mit der „Vielfalt des Lebens“ (Über Leben: Seite 7), während der zweite Lösungen für die Probleme veranschaulichen soll. Bereits im Vorwort erwähnen die Autoren, dass sich der zweite Teil als Herausforderung darstellte und das merkt man leider auch. Denn hier werden zwar einige Lösungsansätze geboten und mit vergangenen Geschehnissen untermauert, aber dennoch ist keine klare Linie zu sehen. Da gibt es die Möglichkeit, für den Naturschutz vor Gericht zu gehen oder den Kapitalismus zu nutzen (auch wenn er viel zur Zerstörung des Planeten beigetragen hat). Eine Veränderung müsse einerseits aus der Masse heraus geschehen, andererseits kann nur durch Regeln der Politik und Wirtschaft die Industrie zum Handeln gezwungen werden. Subventionen müssen neu bewertet werden, denn nicht Quantität sondern Qualität sollten im Vordergrund stehen und Verschmutzer müssen durch Zahlungen ein Bewusstsein der Konsequenzen ihrer Taten entwickeln. Es muss Anreize geben und gleichzeitig Verbote ausgesprochen werden, um die Umwelt zu schützen. Beispiele hier sind zum Beispiel die Abschaffung der Sklaverei und das Verbot der Nutzung von FCKW.

Die Corona Krise hat uns gezeigt, dass Einschränkungen machbar sind, wenn der Staat und die verschiedenen Länder am gleichen Strang ziehen. Gleichzeitig kann dies aber auch zu Machtmissbrauch führen. So hat eben alles seine Schattenseiten. Viele Möglichkeiten wird da beschrieben, aber gleichzeitig werden immer wieder Strategien ausgehebelt. Ich kann hier keine klare Vorgehensweise erkennen und auch die Autoren räumen am Ende des Buches ein, dass sie zu keiner wahren Lösung gekommen sind.

"Über Leben" ist ein Buch voller Wissen und Fakten, welches meiner Meinung nach immer wieder an seine Grenzen stößt. Am Ende gibt es eben nicht den einen Weg zu beschreiten. Es gibt viele Möglichkeiten und als Einzelperson hat man es eher schwer, etwas zu erreichen. Dennoch ist der Blick recht positiv, denn die Menschheit hat in der Vergangenheit gezeigt: wenn es ganz dicke kommt, dann kann sie sich zusammenreißen und Auswege finden. Hoffen wir mal, dass dem auch heute noch so ist.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Eine herzerwärmende Lektüre!

Papierklavier
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Über das Buch "Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner und Anna Gusella habe ich bereit 2020 sehr viel Positives gehört. Irgendwie hat es dann aber doch einige Zeit gedauert, bis es bei mir einziehen ...

Über das Buch "Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner und Anna Gusella habe ich bereit 2020 sehr viel Positives gehört. Irgendwie hat es dann aber doch einige Zeit gedauert, bis es bei mir einziehen durfte. Und ich bin sehr froh darüber, dass es endlich soweit war, denn in den 140 Seiten verbergen sich so viele tolle Weisheiten und trotz der oftmals schweren Thematik so viel Licht und Freude, dass ich dieses so besondere Buch gar nicht mehr zur Seite legen konnte und in einem Rutsch durchgelesen habe.

Die Autorin und die Illustratorin:

Elisabeth Steinkellner (geboren 1981) wollte als Kind Zirkusartistin werden. Mit zwölf Jahren entschied sie sich dann aber, Schriftstellerin zu werden. Aber auch die Meeresbiologie interessierte sie. Nach dem Abitur machte sie dann eine Ausbildung zur Sozialpädagogin und absolvierte ein Studium der Kultur- und Sozialanthropologie. Neben ihrer Faszination für den Zirkus, dem Schwimmen in verschiedenen Meeren und dem Dekorieren ihrer Wohnungen, ist der Drang zum Schreiben aber am intensivsten, weshalb es sie schon ihr ganzes Leben lang begleitet. So hat sie bereits einige Bücher verfasst.
Anna Gusella ist selbstständige Illustratorin, Künstlerin und Art Direktorin. Sie machte den Master of Arts in Visueller Kommunikation, studierte Graphic Design & Illustration und absolvierte ein Grundstudium in Kommunikationsdesign. Ihr Fokus liegt im Bereich der Illustration. Kulturelle, nachhaltige und ethische Themen liegen ihr besonders am Herzen.

Inhalt:

„Maia 16, pendelt zwischen Schule, Teilzeitjob und ihrer Rolle als Ersatzmutter für ihre jüngeren Schwestern. Schnoddrig selbstbewusst und mit zwei besten FreundInnen an ihrer Seite geht sie durchs Leben, kämpft manchmal gegen ihre eigenen Kilos, meist aber gegen zu starre Schönheitsnormen. Sie steht zu sich und hält zu ihren Freunden – komme, was da wolle. Und trotz mancher Niederlagen erobert sie sich mutig ein Stück vom Glück.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Auf dem Cover sehen wir die zeichnende Hauptprotagonistin Maia, im Hintergrund eine gezeichnete Klaviatur. Ich muss zugeben, dass mich das Cover nie so richtig vom Hocker gehauen hat und die Illustrationen im Innern überstrahlen mit ihrer phantasievollen Umsetzungen das Cover. Und dennoch werden die wichtigsten Aspekte der Geschichte in diesen wenigen Bleistiftstrichen eingefangen und lassen bereits hier einen Eindruck vom Innern des Buches entstehen.

Elisabeth Steinkellner schlägt einen gut verständlichen und sehr authentischen Ton an. Maias Worte sind offen, ehrlich und vor allem weitblickend sowie tiefgründig. Die aussagekräftigen Zeichnungen mit den vielen kleinen unscheinbaren Details von Anna Gusella machen dieses Buch zu einem rundum gelungenen Gesamtpaket. Die einem Tagebuch ähnelnden Eintragungen sind kombiniert mit phantasievollen Bildern passend zum gerade Geschriebenen und gleichzeitig auch sehr weitreichend. Manches sieht man erst auf den zweiten Blick.

Maia ist ein starkes, selbstständiges Mädchen, was schon sehr klar in die Welt blickt und äußerst reif für ihre 16 Jahre ist. Sie umgibt sich mit Themen wie Tod, Trauer, gendergerechte Sprache, Feminismus, Vorurteilen, Geschlechterrollen bzw. -bildern, Schönheitswahn, das Bild der Frau in der Gesellschaft, Armut und so vielem mehr. Da kommt so vieles zusammen und zu allem positioniert sich Maia ganz eindeutig. Ihre Worte sind oftmals so weise, vor allem, wenn es um das eigene Glück geht und wo sie es im Alltag findet. So hat sie eine ganz wunderbare Sicht auf die Welt und die Dinge, die sie umgeben. Und selbst wenn sich ihr immer wieder Hindernisse in den Weg stellen, so zerbricht sie daran nicht. Nein, denn diese sind für sie Herausforderungen, die sie immer wieder wunderbar meistert, oftmals auch mit der Hilfe ihrer FreundInnen. Immer wieder fällt ihr Blick so auf das Positive im Leben.

"Papierklavier" hat eine grandiose Botschaft: Es muss nicht alles immer perfekt sein, um schön zu sein. In dem kurzen Abriss aus Maias Leben lernt der Leser ein ganz besonderes Mädchen bzw. eine ganz besondere junge Frau kennen. Man muss Maia einfach ins Herz schließen, denn ihre Art durch die Welt zu gehen – sich Herausforderungen zu stellen – ist einfach nur herzerwärmend. Diese Geschichte strotzt nur so vor Positivität und ich wünsche mir, dass die jungen Frauen unserer Zeit auch solch einen Blick für die Welt entwickeln können: ihre Individualität feiern, sich nicht von anderen abhängig machen lassen und das Leben genießen, mit all den Hürden, die es mit sich bringt.

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