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Veröffentlicht am 14.06.2017

Zamonien ich komme!

Das Labyrinth der Träumenden Bücher
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Als Käpt’n Blaubär Fan aus Kindertagen musste ich natürlich auch das passende Werk von Walter Moers dazu lesen. Der Erzählstil in Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär hat mir gut gefallen und so verschlang ...

Als Käpt’n Blaubär Fan aus Kindertagen musste ich natürlich auch das passende Werk von Walter Moers dazu lesen. Der Erzählstil in Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär hat mir gut gefallen und so verschlang ich auch die weiteren phantastischen Romane des Autors. 2011 erschien sein bisher letztes Werk Das Labyrinth der Träumenden Bücher, der Nachfolger seines grandiosen Romans Die Stadt der Träumenden Bücher. Endlich hatte ich die Zeit gefunden, dieses Buch zu lesen, doch leider enttäuschte es auf einer langen Strecke. Es beginnt wie immer spannend und es endet auch spannend, dazwischen beinhaltet es aber leider einige überflüssige Seiten. Dennoch, ein Muss für Zamonien Fans.

Walter Moers (geboren 1957) ist ein deutscher Schriftsteller, Illustrator und Comic-Zeichner. Er lebt in Hamburg. Seine Romane Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär, Die Stadt der träumenden Bücher, Der Schrecksenmeister, Rumo und Das Labyrinth der Träumenden Bücher sind Bestseller, auch über den deutschen Sprachraum hinaus.
Das Besondere an dem vorliegenden und einiger weiterer Romane ist, dass sie eigentlich aus der Sicht des zamonischen Schriftstellers Hildegunst von Mythenmetz – ein Lindwurm und einer der bedeutendsten Schriftsteller des fiktiven Kontinents Zamonien – geschrieben sind. Seine Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers machten ihn bekannt. Sie sind ein Bericht über die Abenteuer, welche er auf seinen Reisen, vor allem in der Stadt der Träumenden Bücher, erlebt hat.

Die Handlung setzt zwei Jahrhunderte nach dem verheerenden Brand in Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher, ein. Der Erzähler Hildegunst von Mythenmetz war damals selbst hautnah dabei und wurde daraufhin zu einem der meist gefeiertsten Schriftstellern Zamoniens. Inzwischen sitzt er jedoch auf der Lindwurmfeste und ruht sich auf seinem damaligen Erfolg aus. Doch eines Tages erreicht ihn eine sonderbare Botschaft, der er auf den Grund gehen muss. Hildegunst von Mythenmetz kehrt nach Buchhaim zurück. Die einst prächtige Stadt ist wieder aufgebaut worden und zu neuem Leben erwacht. Nach wie vor leben hier buchverrückte Wesen und die Stadt ist wieder ein Magnet für Touristen. Mythenmetz begegnet seinen alten Freunden, der Schreckse Inazea Anazazi und natürlich dem Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer. Mythenmetz lernt einiges über die neuen Bewohner der Stadt, dem neu entstandenem Puppetismus und dem neumodischen „Unsichtbaren Theater“. Dabei gerät Mythenmetz mal wieder ungewollt in die Tiefen des Labyrinths der Träumenden Bücher. Gewohnt passende Zeichnungen aus der Welt Zamoniens unterstreichen die Geschichte und helfen dem Leser, falls die Vorstellungskraft einmal versagen sollte.

Ich habe mich gefreut, wieder nach Zamonien zurückkehren zu können, in die wiedererwachte Stadt der träumenden Bücher. Die Geschichte setzt spannend ein. Mythenmetz hat das Orm verloren und fristet ein langweiliges Dasein auf der Lindwurmfeste. Da kommt es gerade recht, dass ein Unbekannter ihm eine Botschaft schickt, die ihn herausfordert und zurückkehren lässt. Zurück in die Welt da draußen. Es ist gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit. Denn Mythemetz erkundet die neu erbaute Stadt von neuem und vergleicht sie mit der alten. So erfährt der Leser, was aus der Stadt geworden ist, nachdem sie vom Schattenkönig in Brand gesetzt wurde. Dass die Schreckse und der Eydeet als alte Bekannte aus dem vorherigen Teil wieder auftauchen, hat mich sehr gefreut. Ich mochte beide Protagonisten schon in der Stadt der Träumenden Bücher. Die Ehrlichkeit der beiden Freunde ist erfrischend und empören Mythenmetz ungemein. Nach einem etwas schleppenden Einstieg meinerseits, nahm die Geschichte Fahrt auf und machte wieder einigen Spaß. Der Erzählstil des zamonischen Schriftstellers ist humorvoll und dennoch anspruchsvoll. Nach etwa 200 Seiten kommt die Handlung aber zu einem Stillstand, ja geradezu zu einem Rückschritt. Über 80 Seiten beschreibt Mythenmetz ein Theaterstück, welches den Inhalt des Romans Die Stadt der Träumenden Bücher wiedergibt. Die darauffolgenden rund 50 Seiten beschäftigen sich dann Sachbuch mäßig mit dem Puppetismus und sind auch mehr zäh als spannend oder unterhaltsam. Erst danach gibt es wieder etwas mehr Spannung und so geht die Geschichte mit einem offenen Ende aus. Nun warten die Leser schon seit einigen Jahren auf die versprochene Fortsetzung des Romans. Diese lässt aber auf sich warten und in der Zwischenzeit erscheint diesen Sommer erst ein andere Zamonien-Roman. Wie es im Labyrinth der Träumenden Bücher weitergeht, bleibt abzuwarten.

Rechnet man die knapp 200 überflüssigen Seiten weg, so hat man trotzdem noch etwas mehr als 200 Seiten spannende Geschichte zu lesen. Bei mir entstand durch das Wiederkäuen der alten Geschichte allerdings der Eindruck, als hätte nicht Mythenmetz zwischenzeitlich das Orm verloren, sondern Walter Moers selbst. Als schriebe auch er nur, um zu schreiben. Wer weiß, vielleicht war das auch so gewollt, denn es spiegelt die Trägheit des zamonischen Schriftstellers nochmals wider. Ich hoffe ganz bald auf die Fortsetzung des Labyrinths der Träumenden Bücher, um meinen momentan eher schwachen Eindruck überwinden zu können. Vielleicht findet Walter Moers ja doch zu alter Form zurück.

Veröffentlicht am 06.06.2017

Die Elfen sind los

Mia and me - Die Legende von Centopia
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Seit einiger Zeit flimmern Mia und ihre Freunde aus „Mia and me“ auch über unseren Fernseher. Da war es klar, dass auch bald die Bücher folgen würden. Zu Weihnachten wünschte sich meine Tochter "Die Legende ...

Seit einiger Zeit flimmern Mia und ihre Freunde aus „Mia and me“ auch über unseren Fernseher. Da war es klar, dass auch bald die Bücher folgen würden. Zu Weihnachten wünschte sich meine Tochter "Die Legende von Centopia" und der Weihnachtsmann erfüllte diesen Wunsch. Ein wirklich gelungenes Buch, welches alles Wissenswerte über die wunderbare Welt Centopias beinhaltet.

Die Autorin Isabella Mohn möchte anonym bleiben, deshalb gibt es keine weiteren Informationen zu ihr. Der Name ist vermutlich auch ein Pseudonym. Wie dem auch sei, ihr sind wirklich schöne Bücher gelungen.

Schon das Cover und das Format des Buches "Die Legende von Centopia" überzeugten uns. So hat es die gleichen Maße und den gleichen Einband, wie das Buch aus der TV-Serie, durch welches Mia ihre Orakelsprüche und das Passwort, somit also den Zutritt zur Welt Centopias bekommt. Im Innern des Buches sind dann alle Informationen über die Bewohner Centopias – die Elfen, Einhörner, Pane etc. – sowie die magischen Orte beschrieben. Untermalt wird alles durch viele schöne Illustrationen. Man bekommt einen ausführlichen Überblick auf die Geschehnisse und die Figurenkonstellationen dieser wundersamen Welt.

Wir hatten große Freude, dieses tolle Buch zu entdecken und meine Tochter nimmt es seit Monaten immer wieder regelmäßig in die Hand und schaut sich die Runen mit einem Spiegel an. Der Schreibstil ist kindgerecht und doch anspruchsvoll gewählt. Die Altersangabe ist auf Amazon mit 7 Jahren angegeben, ich denke aber, dass es schon für wesentlich jüngere Kinder (ab 4 Jahren) geeignet ist.

Meine klare Empfehlung fällt auf "Die Legende von Centopia". Hier sind die 25€ wirklich gut angelegt. Es ist ein hochwertiges und ausführliches Buch, welches mit viel Liebe gestaltet wurde und einige Informationen über die Handlung der Serie hinaus bietet. Wer allerdings gerne nochmals in Ruhe die Abenteuer auf Centopia erleben will, für den sind die Vorlesegeschichten ebenso empfehlenswert.
Ein schönes Buch über Mia, ihre Elfenfreunde und die Einhörner der Insel Centopia.

Veröffentlicht am 31.05.2017

Bunte Trolle erobern die Kinderzimmer

Trolls - Roman zum Film
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Vor kurzem lief der Film "Trolls" im Kino, den ich mir mit meiner Tochter angesehen habe. Er war so zauberhaft, dass wir natürlich die Geschichte dazu lesen mussten. Zur Auswahl stand das Buch zum Film ...

Vor kurzem lief der Film "Trolls" im Kino, den ich mir mit meiner Tochter angesehen habe. Er war so zauberhaft, dass wir natürlich die Geschichte dazu lesen mussten. Zur Auswahl stand das Buch zum Film und der Roman zum Film. Ich entschied mich für den Roman, da wir vom Textumfang her solche Werke bereits gewohnt sind. Wir wurden nicht enttäuscht und das Buch kann dem Film das Wasser reichen.

Die Geschichte ist natürlich die selbe wie im Film. Die Trolls Prinzessin Poppy steht im Mittelpunkt der Handlung. Als Baby ist sie unter der Führung ihres Vaters, dem König der Trolls, aus ihrer alten Heimat geflohen, da sie alle durch die dort auch lebenden Bergens in großer Gefahr waren. Die Bergens sind ein unzufriedenes Volk, welches keinen Spaß hat und der Auffassung ist, dass nur der Verzehr eines Trolls ihnen wahre Freude bereiten kann. Aus diesem Grund wurde damals der Trollstag (die Trollwende) eingeführt, an diesem Tag sollte jeder Bergens einen Troll essen können. Vor dieser Gefahr sind die Trolls geflohen und haben sich fernab der alten Heimat in einem Wald ein neues zu Hause aufgebaut. Als Poppy zu Ehren des Fluchttages der Trolls eine große und laute Party steigen lässt, findet die Bergensköchin, genannt Chef, die Trolls und entführt einige von ihnen. Poppy macht sich auf die Suche nach ihren Freunden und wird dabei vom grummeligen und ewig miesepetrigen Branch begleitet, der immer alles negativ sieht, dafür aber ein wahrer Überlebenskünstler ist.

Die Geschichte ist sehr nah an die Handlung des Filmes angelehnt. Sie ist flüssig und spannend erzählt. Die Kapitel sind gut aufgebaut und haben eine angemessene Länge. In der Mitte des Buches sind einige Bilder aus dem Film zu finden, sie bilden ein schönes Inzermezzo.
Der Schreibstil ist für die Altersangabe von 6 Jahren passend. Was meine Tochter allerdings sehr gestört hat, war, dass die wörtliche Rede der Protagonisten teilweise deutlich von dem Gesagten in Film und Hörspiel abwich. Außerdem war immer wieder die Rede von der „Trollswende“, im Film wurde hier aber vom „Trollstag“ gesprochen. Diese Abweichungen rissen meine Tochter immer wieder aus dem Buch (sie wiederholt die „richtige“ Wortwahl) und störte mich somit auch etwas in meinem Vorlesefluss.
Das Cover hat mich sehr angesprochen. Einige Protagonisten finden hier ihren Platz auf weißem Untergrund und dass einige davon Kopf stehen passt auch sehr schön zu den Trolls. Auch der Text auf dem Buchrücken ist farbenfroh, mit verschiedenen Schrifttypen gestaltet und lädt zum Lesen ein. Im Buch selbst gibt es wenige Illustrationen, schließlich hatte ich mich bewusst für den Roman und nicht das Buch entschieden. Dennoch sind kleine wiederkehrende Zeichnungen im Text zu finden. Zum Beispiel teilen Zweige die Kapitel nochmals in kürzere Abschnitt ein und bieten besonders den Leseanfängern eine visuelle Unterstützung. Zum Anfang eines jeden Kapitels werden zwei Trolls (Poppy und Branch) als Silhouette dargestellt. Außerdem sind hier und da inmitten des Textes noch Blumen zu finden. Das alles rundet den positiven und liebevollen Eindruck des Buches ab.

Uns hat das Buch gut gefallen. Obwohl wir den Film bereits kannten, waren wir dennoch von der Handlung mitgerissen und haben die Art des Erzählens genossen. Hierbei sind Poppys Abenteuer, bevor Branch zu ihr stößt, hervorzuheben. Sie sind witzig und mitreißen, aber dennoch nicht zu ausladend beschrieben und machten einfach Spaß. Man hatte die Bilder des Films direkt vor Augen und wir haben schöne Stunden mit diesem Buch verbracht.

Veröffentlicht am 24.05.2017

Bunte Bilder und knappe Texte laden zum Gespräch ein

Wie entsteht ein Baby?
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Dieses bunte Buch habe ich beim Stöbern im Programmheftchen des Mabuse Verlags entdeckt. Eigentlich ist das Thema bei uns nicht mehr ganz so aktuell, da das kleine Brüderchen bereits fast 2 Jahre alt ist. ...

Dieses bunte Buch habe ich beim Stöbern im Programmheftchen des Mabuse Verlags entdeckt. Eigentlich ist das Thema bei uns nicht mehr ganz so aktuell, da das kleine Brüderchen bereits fast 2 Jahre alt ist. Dennoch war ich neugierig, denn es wird damit geworben, dass es sich an alle Arten von Familien und Kindern richtet. Im Zentrum der Erzählung steht die Entwicklung des Babys von der Eizelle und der Samenzelle, bis zur Ankunft des neuen Lebens in der Familie.

"Alle Kinder haben biologische Eltern. Aber nicht alle Kinder leben mit ihren biologischen Eltern zusammen. Manche Kinder entstanden auf dem Wege einer künstlichen Befruchtung. Und nicht alle kamen auf die gleiche Weise zu Welt." (siehe Webseite des Mabuse Verlags)

Cory Silverberg studierte Pädagogik in Kanada und unterrichtet im Bereich Sexualaufklärung, Sexualität, Behinderung und Inklusion. Außerdem schreibt er sowohl Bücher, als auch Artikel zu den bereits genannten Themen.
Fiona Smyth ist Illustratorin und Cartoonistin in Kanada. Auch sie unterrichtet, allerdings in den Bereichen Illustration und Comics.
In diesem bunten Bilderbuch wird auf knappe Art und Weise die Entstehung des Babys beschrieben. Beginnend damit, dass hierfür Menschen mit Eizellen und Menschen mit Samenzellen nötig sind und ein passender Ort – die Gebärmutter -, in der sich das Baby wohlfühlen kann. Weiter geht es mit dem Tanz der Eizelle und der Samenzelle, damit die beiden eins werden können. Etwas ganz Einzigartiges, welches zunächst winzig klein ist, innerhalb von 40 Wochen aber zu etwas großem und wunderbaren heranwächst. Besonders ist in diesem Buch, dass nicht nur die natürliche Geburt dargestellt wird, sondern auch der Kaiserschnitt. Den Abschluss gibt ein Bild, vieler Menschen, die um das Lächelnde Baby stehen und sich freuen, diesen neuen Erdenbürger kennenlernen zu können.

„Alles was wächst, wächst unterschiedlich. Wir alle wachsen auf unsere eigene Weise.“

Die Illustrationen sind farbenprächtig und großflächig. Sie erstrecken sich über die kompletten Seiten. Die Darstellung der Menschen ist sehr ungewöhnlich. So gibt es welche mit grüner oder blauer Hautfarbe, oder roten und pinken Haaren. Auch die Frisurenvielfalt macht ganz deutlich, dass jeder Mensch individuell ist. Keine Stereotypen werden vorgestellt, sondern die Buntheit der Welt und ihrer Bewohner.
Der Sprachstil ist leicht verständlich und kindgerecht. Die gestellten Fragen im Buch wie „Wer hat darauf gewartet, dass du geboren wurdest?“, regen zum Gespräch mit dem Kind an. Außerdem ist die Beschreibung der Entstehung des Kindes bis zur Ankunft in der Familie eher knapp gehalten, sodass die Kinder nicht durch zu viele Informationen überfordert werden. Der Text geht also nicht zu sehr in die Tiefe und bietet somit die Möglichkeit, als Leser oder auch als Kind selbst entscheiden zu können, welche Informationen näher erklärt werden sollten. Das Buch bietet dem Kind einige Anregung zum Fragenstellen.

"Wie entsteht ein Baby?" ist ein außergewöhnliches Buch, welches schon die kleinsten Kinder ganz unverkrampft aufklärt. Dies geschieht auf eine ganz andere Weise, als ich es bisher zum Thema Familienzuwachs oder Aufklärung kennengelernt habe. Gleichzeitig zeigt es die Vielfalt der Menschen und den Wert des Einzelnen. Eine klare Botschaft bietet dieses Buch: Du bist willkommen, du bist einzigartig und deine Individualität ist großartig!

„Ein Buch für jede Art von Familie und jede Art von Kind“

Veröffentlicht am 17.05.2017

„Weiße Blätter… Unberührt und ohne Wörter…“

Der Gesandte des Mondlichts
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Der TintenTrinker Verlag ist mir durch seine farbenprächtigen und hochwertigen Bilderbüchern im Gedächtnis geblieben. Auch hier hat mich das Cover gleich angesprochen. Zu sehen ist ein wundersamer Baum, ...

Der TintenTrinker Verlag ist mir durch seine farbenprächtigen und hochwertigen Bilderbüchern im Gedächtnis geblieben. Auch hier hat mich das Cover gleich angesprochen. Zu sehen ist ein wundersamer Baum, welcher ganz außergewöhnliche Blätter trägt, nämlich Buchblätter. Was hat es mit diesem Baum auf sich? Die Geschichte rund um den wundersamen Baum, wird in einer Geschichte in der Geschichte erzählt und regt zum Nachdenken an.

Jean-Marie Robillard ist Grundschullehrer und schreibt Geschichten für Kinder. Seine märchenhaften Erzählungen bringen den Leser in eine ganz eigene phantastische Welt voller Magie und Weisheiten. Die Illustratorin dieses Robillard-Buches ist Marie Desbons. Sie hat Design und Kommunikation studiert. 2007 erschien ist erstes Buch. Seither arbeitet sie für viele renommierte Kinderbuchverlage.

Der Dichter Sastrawane Mandia schenkt dem Maharadscha seit langer Zeit immer zu Vollmond eine Geschichte. Dieses Mal hat er allerdings keine Geschichte bei sich, sondern lediglich er ein Buch mit weißen Seiten ohne jegliche Wörter. Der Maharadscha reagiert zunächst sehr wütend und denkt, der Dichter mache sich über ihn lustig. Dennoch lässt er sich die Geschichte dieses Buches bereitwillig erzählen. Denn die Seiten dieses Buches sind magisch und werden dem Maharadscha einige wunderbare Stunden schenken können.

Jean-Marie Robillard hat wieder eine sehr phantasievolle Geschichte vorgelegt. Genau genommen sind hier viele Geschichte in einer vereint. So erzählt der Dichter in der Geschichte, die Geschichte des Sastrawane Indra und wie dieser die zauberhaften Buchseiten erhalten hat. Außerdem gibt es eine Art Aufzählung der Geschichten Sastrawane Indras, die er Zeit seines Lebens geschrieben hat. Hier bleibt es dem Leser überlassen, diese Geschichte mit der eigenen Phantasie zu beflügeln.
Die besondere Verbindung zur Natur wird durch Wort und Bild ganz deutlich. So bringt ein Pfau den wundersamen Baum, indem er einen magischen blauen Stein in die Erde legt. Als der Baum mit seinen außergewöhnlichen Blättern in voller Pracht steht, kommen die Tiere des Waldes und der Umgebung und versehen die Blätter mit unsichtbaren Zeichen, Weisheiten, Geschichten, Düften und Geschmäckern. So ist alles in der Natur mit jedem verbunden und es ergibt sich eine wunderbare Einheit.

„Als Sastrawane Indra erwachte, schwirrte das Leben inmitten der Blätter, und der schöne mondfarbene Baum war vom Rauschen aller Schönheit der Welt erfüllt.“

Das Buch ist mit zahlreichen, großflächigen und farbenprächtigen Illustrationen versehen. Die Zeichnungen untermalen die Erzählung auf eine wundervolle Weise. So gehen Text und Bild Hand in Hand miteinander her. Das eine wäre ohne das andere nur halb so wirkungsvoll.
Ich habe das Buch zwar noch nicht mit meiner Tochter (5) gelesen, ich glaube aber, dass die Altersangabe durch den Verlag (ab 4 Jahren) nicht ganz passend ist. Ich bezweifle, dass jüngere Kinder die Geschichte in Gänze begreifen können. Aber das wäre dann nicht das erste Kinderbuch, welches sich in meinem Regal befindet und eher etwas für uns Erwachsene ist. Denn auch uns Erwachsenen tut ein wenig Phantasie gut und das ist ja auch die Kernaussage des Buches. Der Maharadscha ist schließlich auch kein Kind sondern ein Erwachsener, der es liebt, Geschichten erzählt zu bekommen.

Wieder regt der Autor den Leser mit seiner zauberhaften Erzählung zum eigenen Denken an und entführt uns in fremde Welten voller Magie. Die Macht der Worte steht natürlich im Mittelpunkt, aber es geht nicht darum, dass diese Worte in Schrift festgehalten werden sollen. Sie können auch in den Gedanken leben und durch die eigene Phantasie können Geschichten entstehen, die so zauberhaft und schön sind, dass es ein Genuss ist, sie zu erleben. Robillards Buch ist wieder einmal eine schöne Kombination aus weisen Worten und märchenhaften Illustrationen.

„Genau wie die Blätter des Mondbaumes im Garten von Sastrawane Indra enthalten die weißen Seiten schlafende Geschichten.“