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Veröffentlicht am 09.04.2026

Gelungener und spannender Abschluss der „Kaiserwald“-Dilogie

Sonnenwende
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Das Hörbuch "Sonnenwende" ist der fulminante Abschluss der "Kaiserwald"-Dilogie von Anja Jonuleit. Nach dem eher ruhig aufgebauten ersten Teil war ich sehr neugierig, wie "Sonnenwende" die Geschichte weiterführt ...

Das Hörbuch "Sonnenwende" ist der fulminante Abschluss der "Kaiserwald"-Dilogie von Anja Jonuleit. Nach dem eher ruhig aufgebauten ersten Teil war ich sehr neugierig, wie "Sonnenwende" die Geschichte weiterführt – und vor allem beendet. Und ich muss sagen: Dieses Hörbuch hat mich deutlich stärker gepackt als der Auftakt.
Die Handlung knüpft an die Ereignisse aus "Kaiserwald" an und bringt nach und nach Licht in die vielen offenen Fragen. Was mir besonders gefallen hat: Die Geschichte entfaltet sich diesmal nicht nur langsam, sondern gewinnt spürbar an Tempo und Spannung. Die verschiedenen Handlungsstränge greifen immer mehr ineinander, sodass man endlich versteht, wie alles zusammenhängt. Es ist ein bisschen so, als würden die Zahnräder, die im ersten Teil noch lose wirkten, jetzt richtig ineinandergreifen.
Inhaltlich fand ich die Mischung aus Familiendrama, Geheimnissen und politischen Verstrickungen sehr gelungen. Die Geschichte wirkt komplex, aber nie unübersichtlich. Besonders die Entwicklungen rund um Mathilda und Falk haben mich gefesselt – vor allem, weil ihre Beziehung von Anfang an unter keinem guten Stern steht und man ständig das Gefühl hat, dass etwas eskalieren könnte.
Auch die verschiedenen Zeitebenen tragen wieder viel zur Spannung bei. Diesmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Übergänge klarer und die Zusammenhänge schneller erkennbar sind, was das Zuhören angenehmer gemacht hat.
Ein großer Pluspunkt ist für mich wieder das Hörbuch selbst: Die Sprecherinnen Vera Teltz, Inka Löwendorf, Jördis Triebel und Lili Zahavi machen einen richtig guten Job. Durch die unterschiedlichen Stimmen lassen sich die Figuren sehr gut auseinanderhalten, und die Emotionen kommen authentisch rüber.
Insgesamt ist Sonnenwende für mich ein gelungener und vor allem deutlich spannenderer Abschluss der Dilogie. Wer den ersten Teil mochte, sollte hier unbedingt weiterhören – es lohnt sich, dranzubleiben.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Zwischen Wahrheit und Verdrängung – historisch fundiert und berührend

Wo der Wind die Namen trägt
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Das Hörbuch „Wo der Wind die Namen trägt“ von Anja Jonuleit, gesprochen von Ruth Reinecke, Tessa Mittelstaedt und Monika Oschek, hat mich nachhaltig beeindruckt und emotional sehr bewegt.
Die Geschichte ...

Das Hörbuch „Wo der Wind die Namen trägt“ von Anja Jonuleit, gesprochen von Ruth Reinecke, Tessa Mittelstaedt und Monika Oschek, hat mich nachhaltig beeindruckt und emotional sehr bewegt.
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und entfaltet ihre Wirkung langsam, aber eindringlich. Erzählt wird aus drei Perspektiven, die kunstvoll miteinander verwoben sind: Inge – einmal als achtjähriges Mädchen im Jahr 1946 und dann als 85-jährige Frau in der Gegenwart – sowie Helga, die den Auftrag hat, eine Chronik der Kreisbauernschaft zu erstellen. Ihre Gespräche mit Zeitzeugen und insbesondere ihre Tagebucheinträge werden dabei zu einem wichtigen Schlüssel für das Verständnis der Vergangenheit.
Gerade diese Rückblicke haben für mich deutlich gemacht, wie trügerisch Erinnerungen sein können – vor allem, wenn man sie aus der Perspektive eines Kindes erlebt. Vieles wirkt zunächst wie eine fast idyllische Kindheit in der Lüneburger Heide, mit all ihren Bildern, Gerüchen und scheinbar vertrauten Menschen. Doch nach und nach bricht diese Fassade auf und macht Platz für eine Wirklichkeit, die von Schweigen, Verdrängen und erschütternden Wahrheiten geprägt ist.
Was dieses Hörbuch für mich so besonders macht, ist die Kombination aus sorgfältiger Recherche und emotionaler Erzählweise. Man spürt in jeder Szene, dass hier reale historische Hintergründe eingeflossen sind. Besonders eindringlich fand ich, wie das Thema der Nachkriegszeit aufgearbeitet wird – nicht nur das offensichtliche Leid, sondern auch die Strukturen, die im Verborgenen weiterbestanden haben. Dass vieles auf wahren Begebenheiten basiert und im Nachwort noch einmal eingeordnet wird, hat den Eindruck bei mir zusätzlich verstärkt.
Die Figuren sind dabei sehr lebensnah gezeichnet. Niemand ist einfach nur gut oder böse, vielmehr tragen alle ihre eigenen Geschichten und Verstrickungen mit sich. Gerade diese Vielschichtigkeit hat es mir leicht gemacht, mich in die Charaktere hineinzuversetzen und ihre Gedanken und Gefühle nachzuvollziehen.
Die drei Sprecherinnen machen das Ganze zu einem echten Erlebnis: Jede Stimme bringt ihre eigene Farbe und Tiefe mit, sodass die unterschiedlichen Perspektiven klar voneinander abgehoben sind. Besonders gelungen fand ich, wie die kindliche Sicht von Inge und die reflektierte Stimme der alten Inge umgesetzt wurden – das hat mich oft richtig mitgerissen.
Auch wenn ich anfangs einen kleinen Moment gebraucht habe, um vollständig in die Struktur mit den wechselnden Perspektiven hineinzufinden, hat mich die Geschichte dann umso mehr gepackt. Zwischendurch gibt es ruhigere Passagen, die für mein Empfinden aber gut zur Atmosphäre beitragen und den Raum geben, das Gehörte wirken zu lassen.
Der Roman ist kein leichtes Hörbuch für zwischendurch. Er ist aufrüttelnd, stellenweise schwer auszuhalten und regt stark zum Nachdenken an. Gerade weil nichts beschönigt wird, entfaltet die Geschichte ihre ganze Wucht. Themen wie Schuld, Verantwortung und das Weiterwirken von Vergangenheit in die Gegenwart werden hier eindringlich und sehr nahbar vermittelt – und wirken erschreckend aktuell.
Für mich ist „Wo der Wind die Namen trägt“ ein Hörbuch, das lange nachhallt und einen nicht so schnell loslässt. Ich habe jede Minute intensiv erlebt und kann es uneingeschränkt empfehlen – besonders allen, die sich für historische Zusammenhänge interessieren und bereit sind, sich auch mit den dunkleren Kapiteln auseinanderzusetzen.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Spannend, geheimnisvoll und voller Abenteuer

Avorrit
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Das Buch "Avorrit - Das Spiel der Schlüssel" ist der Auftakt der Schlüssel - Saga - Dilogie aus der Feder von Katrina Lähn. Schon allein das Thema rund um ein gefährliches Spiel, Magie und einen alten ...

Das Buch "Avorrit - Das Spiel der Schlüssel" ist der Auftakt der Schlüssel - Saga - Dilogie aus der Feder von Katrina Lähn. Schon allein das Thema rund um ein gefährliches Spiel, Magie und einen alten Fluch hat mich sofort angesprochen. Dazu noch Abenteuer und eine Prise Romantik – für mich klang das nach einer richtig guten Mischung.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Der Prolog ist düster und geheimnisvoll und wirft direkt Fragen auf, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil, der angenehm flüssig ist und durch die Ich-Perspektive von Marley sehr nahbar wirkt.
Marley als Hauptfigur hat mir im Laufe der Geschichte immer besser gefallen. Am Anfang wirkt sie eher unsicher und zurückhaltend, was bei ihrem schweren Schicksal absolut nachvollziehbar ist. Gerade deshalb mochte ich ihre Entwicklung umso mehr – sie wächst über sich hinaus und zeigt immer mehr Mut.
Jo ist dabei ihr kompletter Gegenpol: laut, impulsiv und voller Energie. Die Dynamik zwischen den beiden fand ich richtig gelungen und ihre Freundschaft ist für mich eines der Highlights des Buches.
Die Handlung nimmt nach und nach richtig Fahrt auf. Besonders die Reiseabschnitte – das Schiff, die Wüste oder die verschiedenen Begegnungen sorgen für viel Spannung und Abwechslung. Es passieren immer wieder unerwartete Dinge, und man merkt schnell, in diesem Spiel ist niemand wirklich sicher.
Sehr spannend fand ich auch die Nebencharaktere. Vor allem Sawyer bleibt lange geheimnisvoll und schwer einzuschätzen, während Mortimer und Karla im Verlauf immer mehr Facetten zeigen. Hier habe ich das Gefühl, dass im zweiten Band noch einiges auf uns zukommt.
Ein großer Pluspunkt ist für mich auch die Gestaltung des Buches. Die Karten und kleinen Details helfen dabei, sich die Welt besser vorzustellen und machen das Lesen noch intensiver.
Allerdings gab es für mich auch ein paar Punkte, die mich etwas gestört haben. Manche Entwicklungen gingen mir etwas zu schnell oder wirkten nicht ganz nachvollziehbar. Auch einige der märchenhaften oder magischen Elemente waren mir stellenweise etwas „drüber“, wodurch ich kurzzeitig aus der Geschichte gerissen wurde.
Trotzdem hat das der Spannung und meinem Lesespaß keinen großen Abbruch getan. Die Geschichte bleibt durchgehend interessant und wirft viele Fragen auf, die ich unbedingt noch beantwortet haben möchte.
Fazit:
Ein gelungener Fantasy-Auftakt mit einer tollen Idee, starken Charakteren und viel Spannung – auch wenn noch ein bisschen Luft nach oben ist. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf, Marley und Jo weiter zu begleiten!

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Düster, intensiv und emotional aufgeladen

Fire in the Flesh – Eine Liebe im Schatten
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Das Hörbuch „Fire in the Flesh – Eine Liebe im Schatten“ ist der dritte Band der Reihe und knüpft direkt an den dramatischen Cliffhanger aus Band 2 an.
Der Anfang hat mir richtig gut gefallen. Die Spannung ...

Das Hörbuch „Fire in the Flesh – Eine Liebe im Schatten“ ist der dritte Band der Reihe und knüpft direkt an den dramatischen Cliffhanger aus Band 2 an.
Der Anfang hat mir richtig gut gefallen. Die Spannung war sehr hoch. Gleichzeitig bleibt die Geschichte ihrer Linie treu: Sie ist stellenweise brutal, emotional aufgeladen und auch die „spiceren“ Szenen sind weiterhin präsent und in diesem Band steigern sie sich noch einmal. Für meinen Geschmack ist das immer noch teilweise etwas zuviel. Ein echtes Highlight bleibt für mich die Sprecherin Yeşim Meisheit. Sie schafft es erneut, Sera unglaublich authentisch zu verkörpern. Besonders in den emotionalen und angespannten Szenen bringt sie die Zerrissenheit der Figur sehr gut rüber. Ihre Stimme trägt viel zur Atmosphäre bei und macht das Zuhören durchgehend angenehm und mitreißend. Auch die verschiedenen Charaktere sind weiterhin gut unterscheidbar, was das Hörbuch insgesamt sehr lebendig macht. Ich bin auf das Finale gespannt.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Zwischen Gefühl und Kontrollverlust

Gelbe Monster
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Das Hörbuch „Gelbe Monster“ von Clara Leinemann, wird gesprochen von Lisa Hrdina. Die Sprecherin schafft es, Charlies Gedankenwelt sehr lebendig wirken zu lassen. Es fühlt sich oft eher wie ein direkter ...

Das Hörbuch „Gelbe Monster“ von Clara Leinemann, wird gesprochen von Lisa Hrdina. Die Sprecherin schafft es, Charlies Gedankenwelt sehr lebendig wirken zu lassen. Es fühlt sich oft eher wie ein direkter Einblick in ihren Kopf an als wie ein vorgelesener Text, was die emotionale Wirkung deutlich verstärkt.
Kurz zum Inhalt: Man steigt ohne große Vorbereitung in Charlies Leben ein. Sie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn, auf dem Weg zu einem Anti-Aggressionstraining, und wirkt dabei gleichzeitig trotzig, verletzt und irgendwie verloren. Dabei hat alles ganz harmlos angefangen. Charlie macht gerade ihren Master in Mathematik, als sie auf Valentin trifft und sich in ihn verliebt. Doch es dauert lange, bis sie endlich zusammen kommen. Es fühlt sich alles so gut für sie an, bis die Beziehung kippt und immer öfter eskaliert. Wie konnte es so weit kommen?...
Mit einer gewissen Leichtigkeit und auch einem feinen Humor erzählt Clara Leinemann in ihrem Debütroman von einer Beziehung, die zunächst genau so wirkt, wie man sie sich wünscht, bis sie es plötzlich nicht mehr ist. Dabei geht es nicht nur um das Scheitern von Liebe, sondern auch um tief verankerte Vorstellungen davon, wie Beziehungen „sein sollten“, um weibliche Gewalt und um emotionale Abhängigkeiten. Charlie ist dabei alles andere als eine klassische Heldin, aber gerade das macht sie so greifbar und liebenswert, dass man sie am Ende nur ungern gehen lässt.
Besonders spannend ist, wie geschickt der Roman mit unseren Erwartungen an Geschlechterrollen spielt. Häusliche Gewalt wird meist mit Männern verbunden – und genau dieses Bild wird hier bewusst verschoben. In Charlies Therapiegruppe treffen ganz unterschiedliche Formen von Gewalt aufeinander: von extremen Fällen bis hin zu Situationen, die sich irgendwo in einer Grauzone bewegen. Und genau da wird es interessant: Wo fängt Gewalt eigentlich an? Was wird vielleicht noch verharmlost oder entschuldigt? Und ab wann ist eine Grenze überschritten? Während man Charlie durch ihre Beziehung begleitet, stellt der Roman genau diese unbequemen, aber wichtigen Fragen – ohne einfache Antworten zu liefern.

Inhaltlich hat mich die Geschichte total in den Bann gezogen. Die Dynamik zwischen Charlie und Valentin ist unangenehm echt: diese Mischung aus Verliebtheit, Abhängigkeit, Frust und Eskalation. Charlie ist keine klassische Sympathieträgerin, aber genau das macht sie interessant. Man schwankt ständig zwischen Verständnis, Kopfschütteln und Mitgefühl. Das Einzige, was mich am Hörbuch gestört hat ist, dass die vielen Zeitsprünge nicht eindeutig gekennzeichnet sind. Ich war des Öfteren kurz orientierungslos.
Fazit: Inhaltlich würde ich dem Hörbuch ohne Zögern 5 von 5 Sternen geben – es ist intensiv, klug und regt zum Nachdenken an. Einen kleinen Abzug gibt es für die Umsetzung als Hörbuch, weil die Zeitsprünge für mich nicht immer klar genug waren und dadurch manchmal Verwirrung entstand. Insgesamt aber ein sehr eindrückliches Hörerlebnis, das noch lange nachwirkt.

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