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Veröffentlicht am 08.09.2021

Tolles Setting, sympathische Protagonisten und klasse Nebenfiguren

Breathe deep
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Inhalt:
„Breathe Deep“ ist der erste Band der „Your Dreams“-Reihe von Kristina Lagom. Es geht um Tobias, der Koch und Restaurantbesitzer aus Leidenschaft ist und um Tarja, die ein eigenes Yoga-Studio besitzt. ...

Inhalt:
„Breathe Deep“ ist der erste Band der „Your Dreams“-Reihe von Kristina Lagom. Es geht um Tobias, der Koch und Restaurantbesitzer aus Leidenschaft ist und um Tarja, die ein eigenes Yoga-Studio besitzt. Tobias‘ großes Ziel ist es, endlich den ersten Michelin-Stern für sein Restaurant zu bekommen – vor lauter Ehrgeiz und Arbeitswut verliert er jedoch immer mehr den Spaß an der Kreativität des Kochens und die Leidenschaft in seinem Leben. Als er sich immer mehr ausgebrannt fühlt, empfiehlt ihm sein Arzt, es doch einmal mit Yoga zu versuchen. Tobias hält das Ganz für kompletten Unsinn, lässt sich aber auf eine Probestunde ein. Und nach und nach auch auf Tarja, die ihm jeden Tag mehr zeigt, dass das Leben bunt und inspirierend ist. Endlich weiß Tobias, wie es sich anfühlt, wirklich zu lieben und geliebt zu werden. Doch dann passieren seltsame Dinge in seinem Restaurant und er muss sich fragen, ob er womöglich den falschen Menschen vertraut hat…

Meine Meinung:
Das Cover des Buches gefällt mir persönlich leider nicht besonders gut. Zum einen finde ich den dunklen Hintergrund nicht so richtig passend zur Wohlfühlatmosphäre des Buches und zum anderen bin ich kein Fan davon, wenn „echte Menschen“ auf dem Cover abgebildet sind, die die Protagonisten darstellen sollen. Ich lasse meiner Fantasie gerne freien Lauf und stelle mir die Figuren lieber selbst vor.

Sprachlich mochte ich das Buch direkt von der ersten Seite an sehr gerne. Durch viele Dialoge war die Geschichte sehr kurzweilig zu lesen, aber auch die Beschreibungen kamen nicht zu kurz, sodass man sich sofort in Helsinki heimisch gefühlt hat. Die abwechselnden Sichtweisen von Tarja und Tobi fand ich darüber hinaus total gut – vor allem, weil die jeweiligen Abschnitte recht kurz waren, bevor wieder in die andere Sicht gewechselt wurde. So konnte man ein und dieselbe Situation direkt aus beiden Perspektiven erleben und in die Gefühlswelt beider Protagonisten eintauchen. Das hat dazu geführt, dass man beide Sichtweisen durchgehend gut nachvollziehen konnte.

Die Charaktere haben mir alle unglaublich gut gefallen. Jeder (vor allem auch die vielen, tollen Nebencharaktere) hatte seine besonderen Eigenheiten und seine Daseinsberechtigung in der Handlung, auch wenn es teilweise wirklich nur kleinere Nebenrollen waren, die er/sie gespielt hat. Ich liebe es einfach, wenn eine Geschichte durch vermeintlich unwichtige Personen an einigen Stellen eine ganz besondere Note bekommen, wie es hier der Fall war.

Tarja und Tobias, die beiden Protagonisten, waren beide größtenteils angenehm normal und man konnte sich meist mit ihren Handlungen und Gedanken identifizieren bzw. sie zumindest nachvollziehen, was für mich ein wichtiger Punkt im Hinblick auf die Authentizität der Charaktere und der Geschichte allgemein ist. Zudem hat mir gut gefallen, dass die beiden altersmäßig in den Mittdreißigern sind und damit zum Teil auch andere Probleme haben als Personen Anfang 20. Das war tatsächlich mal wieder eine angenehme Abwechslung zu den vielen New Adult-Büchern, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Das Setting mit dem Restaurant von Tobias hat mir zudem richtig gut gefallen und dazu geführt, dass ich beim Lesen einfach dauerhaft Hunger hatte. Die Rezepte/Gerichte, die erwähnt wurden, klangen unglaublich lecker und haben mich gedanklich komplett in die Welt einer gehobenen Restaurantküche entführt. Wie gerne hätte ich Tobi das ein oder andere Mal beim Kochen über die Schulter geschaut und alles abgeschmeckt.

Insgesamt hatte die Geschichte eine absolute Wohlfühlatmosphäre, vor allem die Beschreibungen der Natur Finnlands oder auch von Tarjas Yoga-Studio haben mich beim Lesen in eine entspannte Stimmung versetzt und für Urlaub im Kopf gesorgt. Auch dass es nicht zu viel Drama gab, hat mich gefreut. Natürlich gab es auch hier ein paar Irrungen, Wirrungen, Missverständnisse und Auseinandersetzungen, aber ohne diese kommt wohl kaum ein Buch aus, das den Anspruch hat, ein wenig spannend zu sein. Es hielt sich aber in einem angemessenen Rahmen und das hat zu der insgesamt sehr angenehmen Atmosphäre beigetragen.

Fazit:
„Breathe Deep“ ist ein toller Reihenauftakt mit Wohlfühlatmosphäre, spannendem Setting und sympathisch erwachsenen Protagonisten. Und die heimlichen Stars sind auf jeden Fall die tollen Nebencharaktere, die mir allesamt ans Herz gewachsen sind und von denen ich hoffe, in den nächsten Bänden mehr zu erfahren…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2021

Guter Reihenauftakt mit etwas Luft nach oben

Firefly Creek
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Inhalt:
„Sehnsucht in deinem Herzen“ von Lilian Kaliner ist der erste Band der „Firefly Creek“-Reihe, die rund um die Silverwood Ranch in Südaustralien spielt. Auf Silverwood leben Harry Bennett, seine ...

Inhalt:
„Sehnsucht in deinem Herzen“ von Lilian Kaliner ist der erste Band der „Firefly Creek“-Reihe, die rund um die Silverwood Ranch in Südaustralien spielt. Auf Silverwood leben Harry Bennett, seine Söhne John, Jim, Quentin und River sowie seine Schwiegertochter Liz mit ihrem Sohn Oliver.

Ethan Bennett, ebenfalls Sohn von Harry, ist bereits nach der Schule nach Sydney gezogen, um dort zu studieren und einen Bürojob anzufangen – ganz im Gegensatz zu seinen Brüdern, die in die Fußstapfen ihres Vaters treten und auf der Farm leben und arbeiten. Als Ethan jedoch seinen Job verliert, möchte er einen kompletten Neuanfang wagen und fährt dafür nach vielen Jahren der Abwesenheit zurück zu seiner Familie auf die Ranch.

Dort trifft er nicht nur wieder auf seine Brüder, sondern auch auf Liz, die ebenfalls auf der Farm lebt und dort den Haushalt für die Bennetts führt. Als die beiden aufeinandertreffen, fühlt sich Ethan sofort zu Liz hingezogen, aber es scheint so einige Hindernisse zu geben, die sich ihm in den Weg stellen…

Meine Meinung:
Der erste Band der Firefly Creek-Reihe von Lilian Kaliner war ein guter Auftakt und eine schöne Einführung in die Welt der Bennetts auf einer südaustralischen Farm.
Der Schreibstil der Autorin lebt von tollen Beschreibungen, die einen sofort ans andere Ende der Welt entführen und einen von den Weiten Australiens träumen lassen. Es gab viele Situationen im Buch, die draußen auf der Farm gespielt haben und durch die detaillierten Beschreibungen kann man sich Landschaft rund um die Silverwood-Farm richtig gut vorstellen. Die ländliche und malerische Atmosphäre hat mir gut gefallen und war eine tolle Abwechslung zu den meisten Büchern, die man sonst in dem Genre so findet.

Das Cover spiegelt diese Stimmung eigentlich ziemlich perfekt wider.

Mit den ganzen Personen hatte ich anfangs so meine Probleme, da man ziemlich schnell eine ganze Menge Menschen kennenlernt und etwas braucht, bis man sie zuordnen kann und ein genaues Bild von ihnen im Kopf hat. Aber nach und nach lernt man die Eigenheiten der Charaktere immer besser kennen und mir persönlich sind sie eigentlich alle sehr schnell ans Herz gewachsen. Ich fand es toll, wie unterschiedlich alle sind, aber dass auch ihre Unterschiedlichkeit sie nicht davon abbringt, als Familie zusammenzuhalten. Diese ganze Dynamik hat mir unheimlich gut gefallen und hat zu der angenehmen und sehr familiären Atmosphäre der Geschichte beigetragen.

Die Entwicklungen zwischen Ethan und Liz waren für mich allerdings zum Teil leider nicht ganz nachvollziehbar – hier blieb es für mich stellenweise zu oberflächlich von dem, was man als Leser:in an Situationen zwischen den beiden mitbekommt und es passte mit den beschriebenen Gefühlen der Charaktere dann nicht ganz zusammen.

Die Handlung insgesamt ist eher ruhig und das gesamte Buch kommt ohne allzu viel Drama aus, was mir gut gefallen und was auch perfekt zur allgemeinen Stimmung der Geschichte gepasst hat. Zwischendurch gab es jedoch immer auch spannendere Entwicklungen oder Situationen, die an manchen Stellen auch einige Fragen aufgeworfen haben, was einen zum Weiterlesen animiert hat. Eine Entwicklung zum Ende des Buches hin war mir allerdings etwas „too much“. Meiner Meinung nach hätte es das zum einen nicht gebraucht, um die Spannung zu halten und Emotionen anzusprechen, zum anderen hat es für mich dem Ganzen einen eher negativen Touch gegeben. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Fazit:
Insgesamt ein gelungener Reihenauftakt mit etwas Luft nach oben, der den:die Leser:in gut in die Großfamilie der Bennetts und ihr Farmleben in Australien mitnimmt. Die Atmosphäre lädt ein zum Träumen und die Charaktere sind wirklich liebenswert und authentisch. Ich bin gespannt auf den nächsten Band und die Geschichte rund um Jim.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2021

Wohlfühlbuch mit tollem Flair und angenehm erwachsenen Charakteren

Vielleicht jetzt (Vielleicht-Trilogie - Band 1)
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Inhalt:
In „Vielleicht jetzt“ von Carolin Wahl geht es um Gabriella, die in Brasilien lebt und nun im Flugzeug nach München sitzt. Nachdem sie fast ihren Flug verpasst hätte, sitzt sie im Flugzeug dann ...

Inhalt:
In „Vielleicht jetzt“ von Carolin Wahl geht es um Gabriella, die in Brasilien lebt und nun im Flugzeug nach München sitzt. Nachdem sie fast ihren Flug verpasst hätte, sitzt sie im Flugzeug dann auch noch direkt neben einem unverschämten, aber irgendwie auch ganz süßen Kerl. Aber für die Liebe hat Gabriella auf ihrer Reise keine Zeit. Denn undercover beginnt sie ein Praktikum in der Catering-Firma ihres Vaters, um diesen endlich einmal kennenlernen zu können. Doch direkt am ersten Arbeitstag stellt sich ihr neuer Ausbilder als kein geringerer heraus als Anton, ihr Sitznachbar im Flugzeug. Schon bald kann sich Gabriella nicht mehr der knisternden Funken erwehren, die zwischen den beiden sprühen, wenn sie in einem Raum sind. Aber Anton hat klare Regeln, was Beziehungen am Arbeitsplatz angeht…

Meine Meinung:
Nachdem ich schon vor Erscheinen des Buches so viele positive Stimmen darüber gehört hatte, war meine Erwartung entsprechend hoch. Und ich muss sagen: sie wurde in jeder Hinsicht absolut erfüllt.

Das Cover des Buches ist insgesamt recht schlicht mit dem beigefarbenen Hintergrund und der geschwungenen Schrift, aber durchaus ansprechend. Der Buchrücken hat einen tollen regenbogenfarbenen Farbverlauf, was mir sehr gut gefällt. Auch wenn ich noch nicht so ganz sicher bin, ob ich die Haptik der rauen Pappe des Buchdeckels mag, stört mich dieser Punkt aber zumindest überhaupt nicht.

Den Schreibstil der Autorin mochte ich direkt von der ersten Seite an. Es ist toll, dass die Geschichte direkt mit ein bisschen Action startet, dabei aber trotzdem auch wirklich emotional ist. Die Emotionalität ist ohnehin ein Punkt, der mir insgesamt sehr gut gefallen hat in diesem Buch. Die Protagonistin Gabriella ist ein sehr emotionaler Mensch, was man nicht nur an ihrem Handeln merkt, sondern was die Autorin auch durch den Schreibstil super transportiert bekommt. Man ist zu jedem Zeitpunkt sehr nah an Gabriellas Empfindungen und das schafft eine ganz besondere Verbindung zu ihr.

Die Charaktere sind für mich auch einer der ganz großen Pluspunkte an der Geschichte gewesen. Wir lernen einige komplett unterschiedliche Menschen kennen, die teilweise eine größere und teilweise nur eine kleine Nebenrolle in der Geschichte spielen. Aber alle sind für mich so detailliert ausgestaltet, wie nötig war, damit sie ihren Part und ihre Daseinsberechtigung in der Handlung perfekt ausfüllen und das Ganze „rund“ und realistisch machen. Es gab keinen Charakter, von dem ich mir eine größere oder eine kleinere Rolle gewünscht hätte, die Gewichtung war dahingehend genau richtig. Vor allem Karla und Jo (von denen wir in Band 2 und 3 jeweils ihre eigene Geschichte erfahren werden) fand ich sehr liebenswert und spannend dargestellt und habe sie richtig in mein Herz geschlossen. Ihr Zusammenspiel mit Gabriella war wirklich schön und herzerwärmend zu lesen.

Aufgefallen ist mir bei den Charakteren dieses Buches (vor allem bei Gabriella und Anton), dass sie weitgehend erfreulich erwachsen sind bzw. handeln. Es gibt wenig übertriebenes Drama, kaum kindische Verhaltensweisen und Spielchen, sondern stattdessen offene Gespräche, aufrichtige Gefühle und einen vernünftigen Umgang miteinander. Das mag ich persönlich sehr gerne und finde es auch deutlich realistischer.

Die Handlung ist durchweg insgesamt eher ruhig und nicht besonders actionreich (nicht gleichbedeutend damit, dass nichts passiert!), es wird aber trotzdem eine gute Spannung aufgebaut, die sich zum Ende hin immer mehr intensiviert, sodass man immer weniger aufhören kann zu lesen, weil man unbedingt wissen möchte, wie es denn nun weitergeht.

Und zum Schluss noch ein kleiner Zusatzpunkt, den ich persönlich auch sehr mochte an dem Buch. Durch das Setting der Catering-Firma geht es oft um Essen bzw. die Zubereitung verschiedenster Speisen. Ich habe die Beschreibungen jedes Mal unglaublich gerne gelesen und konnte sie förmlich vor mir sehen und den leckeren Duft fast schon riechen. Für Menschen, die leidenschaftlich gerne essen und sich gerne mit der Zubereitung von Essen beschäftigen, ist das Buch also auch in der Hinsicht ein richtiges Erlebnis.

Fazit:
Für mich ein rundum absolut gelungenes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und kaum mehr aus der Hand legen konnte. Von der Atmosphäre über die Charaktere bis hin zum Schreibstil und der Handlung her hat mir alles richtig gut gefallen und Lust auf die beiden Folgebände gemacht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2021

Gute Idee, durchwachsene Umsetzung

Wir für uns
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Inhalt:
In „Wir für uns“ von Barbara Kunrath geht es um zwei Frauen, deren Lebenswege sich durch Zufall genau an dem Punkt ihres jeweiligen Lebens kreuzen, an dem sie beide nicht wissen, wie es für sie ...

Inhalt:
In „Wir für uns“ von Barbara Kunrath geht es um zwei Frauen, deren Lebenswege sich durch Zufall genau an dem Punkt ihres jeweiligen Lebens kreuzen, an dem sie beide nicht wissen, wie es für sie weitergehen soll.

Josie ist Anfang Vierzig und schwanger. Von Bengt, mit dem sie seit 9 Jahren eine Affäre hat, der aber verheiratet ist und sich weder trennen noch ein weiteres Kind möchte.
Kathi ist nach dem Tod ihres Ehemanns Werner nach 50 Jahren gemeinsamen Lebens nun plötzlich allein. All ihre Wünsche und Träume hat sie immer auf „später“ verschoben, genau wie Josie.

Durch einen Zufall treffen die beiden Frauen aufeinander und fühlen sich sofort wohl und verstanden in Gegenwart der jeweils anderen. Und sie merken, dass der Spruch: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“ wohl immer auch ein wenig Wahrheit enthält…

Meine Meinung:
Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Ich mag die zarten Farben und die Blütenranken und Blätter und die beiden kleinen Vögelchen. Es strahlt eine ruhige Atmosphäre aus und diese spiegelt den Inhalt auch gut wider.

Insgesamt hat mir das Buch gefallen, es gab jedoch auch ein paar Punkte, die nicht ganz meinen Geschmack getroffen haben.

Der Schreibstil der Autorin hat mir wirklich gut gefallen. Die Sprache ist einfach und klar gehalten und vermittelt dadurch eine etwas melancholische Stimmung. Wir lesen immer abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonistinnen, wobei Josies Passagen aus der Ich-Perspektive geschrieben sind und Kathis aus der 3. Person. Das hat die Geschichte zum einen auch sprachlich abwechslungsreich gemacht und zum anderen konnte man sich dadurch etwas mehr in Josies Perspektive hineinversetzen.

Das Erzähltempo des Buches ist recht gleichmäßig und eher langsam, es gibt keine große Action. Das hat mir gut gefallen und es führt dazu, dass die vielen ernsteren Themen, die angesprochen werden, recht unaufgeregt und mit der nötigen Ruhe behandelt werden. Jedes der Themen wird auch ein wenig kontrovers, aber trotzdem einfühlsam behandelt, da man meistens verschiedene Personen hat, die eine andere Sicht auf das Thema haben. Manches wirkte hier allerdings leider auch ein wenig zu „gewollt“ in die Handlung integriert.

Die Protagonistinnen Josie und Kathi haben mir ganz gut gefallen. Bei beiden können wir vom Anfang bis zum Ende der Geschichte eine Entwicklung sehen – weg von einem eher fremdbestimmten Leben hin zu eigenverantwortlichem Handeln und dem „in-die-Hand-nehmen“ der eigenen Wünsche und Träume. Allerdings drehen sie sich gedanklich allzu oft ausschließlich um sich selbst in ihrem eigenen kleinen Kosmos, was mich auf Dauer stellenweise genervt hat.

Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat ist die oben bereits erwähnte melancholische Stimmung, die das Buch beherrscht. Sie passt zwar zu dem Erzählten, allerdings habe ich mich beim Lesen dadurch eher bedrückt gefühlt. Es wurde allgemein eine eher negative Stimmung und ein negatives und deprimierendes Bild des Lebens gezeichnet, was mir als eher optimistisch eingestelltem Menschen etwas zuwidergelaufen ist. Auch wenn ich es grundsätzlich wirklich begrüße, dass Bücher nicht immer nur „Friede, Freude, Eierkuchen“ sind. Aber das ist sicherlich einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Ebenso ist mir aufgefallen, dass es bei der Geschichte einige Nebenhandlungsstränge gab, die meiner Meinung nach zu oberflächlich behandelt wurden. Wäre man tiefer auf sie eingegangen, hätte das ganz sicher den Umfang des Buches gesprengt und auch von dem Hauptplot abgelenkt. In meinen Augen hätte man sie daher also auch einfach weglassen können.

Fazit:
Insgesamt ein etwas anderes Buch mit einer guten Idee und interessanten Themen, für mich persönlich aber von der Stimmung her zu bedrückend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2021

Guter Reihenauftakt mit außergewöhnlichem Setting

Crave
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Inhalt:
In „Crave“ von Tracy Wolff geht es um Grace, die nach dem tragischen Unfalltod ihrer Eltern zu ihrem Onkel und ihrer Cousine nach Alaska zieht, um dort die Katmere Academy zu besuchen, an der ihr ...

Inhalt:
In „Crave“ von Tracy Wolff geht es um Grace, die nach dem tragischen Unfalltod ihrer Eltern zu ihrem Onkel und ihrer Cousine nach Alaska zieht, um dort die Katmere Academy zu besuchen, an der ihr Onkel Direktor ist. Doch schon bei ihrer Ankunft dort merkt Grace, dass es an diesem Internat nicht mit rechten Dingen zugeht. Auch die Mitschüler verhalten sich äußerst merkwürdig – allen voran der absolute Bad Boy der Schule, Jaxon Vega. Doch obwohl alle (inklusive Jaxon selbst) Grace davor warnen, ihm zu nahe zu kommen, weil er gefährlich ist, kann sie sich seiner Anziehungskraft nicht erwehren. Und das bleibt nicht folgenlos…

Meine Meinung:
Das Cover bzw. die gesamte Aufmachung des Buches ist einfach nur wunderschön. Das Cover ist zwar schlicht, aber auch elegant und spiegelt den Inhalt gut wider. Eine weiße Rose (die vermutlich die Unschuld und inhaltlich auf das Buch bezogen wohl Grace symbolisiert), die durch rote Blutstropfen benetzt wird (hier gehe ich nicht näher auf eine Deutung dessen ein, um nicht zu spoilern). In den Innenseiten des Buchcovers befindet sich jeweils eine Zeichnung der Katmere Academy mitten im Schnee Alaskas. Ich finde, dadurch kann man sich die örtlichen Gegebenheiten und dadurch auch die Stimmung und Atmosphäre noch ein wenig besser vorstellen. In der ersten Auflage hat das Buch zudem noch einen tollen roten Buchschnitt. Also alles in allem ein absolutes Schmuckstück im Regal.

Der Schreibstil der Autorin hat mir von Anfang an gut gefallen. Man kommt sehr schnell in die Geschichte rein und ist von Anfang an sehr nah an Graces Gedanken- und Gefühlswelt dran, da wir die Geschichte aus ihrer Sicht lesen. An der Wahl der Sprache merkt man schon ein wenig, dass sich das Buch auch an jüngere Leser:innen (ab 14 Jahren) richtet, allerdings habe ich dies zu keiner Zeit als störend empfunden. Es wird nicht zu inflationär Umgangssprache benutzt und der Schreibstil ist auch nicht zu platt und einfach. Die Beschreibungen von Orten oder Situationen haben mir sehr gut gefallen, da sie genau den Grad an Detailgenauigkeit hatten, dass man sich alles gut vorstellen kann, aber auch nicht so ausufernd waren, dass es langweilig geworden wäre.

Die Charaktere fand ich authentisch und vielfältig, ohne dass es zu gewollt gewirkt hätte. Grace und Jaxon als Hauptfiguren waren mir sympathisch und ich konnte ihr Verhalten größtenteils nachvollziehen. Grace ist zwar gerade am Anfang durch den erst kürzlichen Tod ihrer Eltern ziemlich gebrochen und traurig, allerdings ist sie trotzdem eine starke und eigensinnige Protagonistin, die weiß, was sie will und sich nicht so schnell einschüchtern oder kleinhalten lässt. Das hat mir wirklich gut gefallen. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass man als Leser:in eigentlich bis zum Ende des Buches nicht so richtig weiß, welchen Personen man wirklich vertrauen kann. Zwischendurch war ich mir an einigen Stellen sicher, jetzt endlich zu wissen, wem ich trauen kann, bis dann doch wieder etwas Unvorhergesehenes passiert ist. Das hat die Spannung auf jeden Fall gut durch das Buch hinweg aufrechterhalten.

Das Tempo der Handlung und der Actionfaktoren war über das Buch hinweg durchaus recht unterschiedlich. In der ersten Hälfte des Buches weiß Grace noch nicht so recht, wo genau sie dort gelandet ist und was es mit der Schule und den Schülern auf sich hat. Das erfährt sie (und wir als Leser:innen mit ihr) erst ungefähr auf der Hälfte. Ab diesem Zeitpunkt verändert sich das Tempo des Plots und es wird actionreicher. Wäre das Buch ein Einzelband, würde ich dies vielleicht kritisieren, da es mir dafür zu lange gebraucht hätte, bevor die „eigentliche“ Handlung so richtig losgeht, aber da es sich hier um den ersten Band einer Reihe handelt, der als eine der Hauptaufgaben hat, die Leserschaft in die Welt der Katmere Academy einzuführen, fand ich das Verhältnis so völlig in Ordnung.

Fazit:
Ein wirklich gelungener Reihenauftakt mit außergewöhnlichem und spektakulärem Setting, gut durchdachten Figuren und einer spannenden Handlung. Und nach diesem Cliffhanger am Ende kann ich es kaum erwarten, wieder in die schneebedeckte Welt Alaskas einzutauchen und zu erfahren, wie es mit Grace und Jaxon weitergeht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere