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Veröffentlicht am 20.04.2022

Viel Potenzial und viel Luft nach oben

Viral. Blutrausch
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Inhalt:
Bei „Viral. Blutrausch“ handelt es sich um den ersten Kriminalroman von Mark Benecke.

Es geht um eine Mordserie, bei der den Opfern mit chirurgischer Präzision fast das ganze Blut entnommen wurde. ...

Inhalt:
Bei „Viral. Blutrausch“ handelt es sich um den ersten Kriminalroman von Mark Benecke.

Es geht um eine Mordserie, bei der den Opfern mit chirurgischer Präzision fast das ganze Blut entnommen wurde. Die Ermittlungsbehörden stehen vor einem Rätsel: wer kann solch eine grausame Tat begehen und was ist das Motiv? Bei den Ermittlungen stoßen Hauptkommissarin Peterson und die von ihr hinzugezogenen Privatermittler Janina Funke und Bastian Becker schnell auf Hindernisse und je länger sie versuchen herauszufinden, wer hinter den Taten steckt, umso mehr Verschwörungstheorien verbreiten sich in der Bevölkerung und führen zu immer mehr Ablehnung gegenüber der Polizei und ihrer Arbeit.

Meine Meinung:
Nachdem ich die Sachbücher von Mark Benecke immer sehr gerne mochte, bin ich an seinen ersten Roman mit entsprechend hohen Erwartungen herangegangen. Leider wurden diese nicht ganz erfüllt.

Zunächst hatte ich am Anfang relativ große Probleme damit, in die Geschichte hineinzufinden. Die Geschichte ist in der dritten Person geschrieben, allerdings immer wieder wechselnd aus der Sicht mehrerer beteiligter Charaktere. Wer gerade „spricht“, ist nicht vorher kenntlich gemacht, sondern ergibt sich aus dem Inhalt. Da zu Beginn jedoch viele neue Personen in einer kurzen Zeitspanne eingeführt werden, die noch dazu teilweise ähnlich heißen, hatte ich anfangs ziemliche Probleme damit, zuzuordnen, um wen es gerade geht und wer genau diese Person ist bzw. welche Funktion er oder sie hat. Dadurch war der Anfang des Buches etwas anstrengender zu lesen und es kam kein guter Lesefluss auf.

Durch die Erzählweise in der dritten Person sind mir die Charaktere auch leider bis zum Schluss ziemlich ferngeblieben und ich konnte keine besonders emotionale Verbindung zu ihnen aufbauen. Ich glaube allerdings, dass dies durchaus so gewollt war. Ein wenig mehr „Verbindung“ zwischen Leser:in und den handelnden Personen hätte der Geschichte meiner Meinung nach allerdings trotzdem durchaus nicht geschadet.

Die grundlegende Handlung bzw. der zu lösende Fall hat mir insgesamt gut gefallen. Die Idee der „Schneewittchen-Morde“ und die Verknüpfung zu der „Vampir-Community“ fand ich sehr interessant, wenn auch ziemlich kurz dargestellt. Insgesamt hat mir in der gesamten Handlung leider zu großen Teilen die Spannung gefehlt. Erst im letzten Drittel hat es mich gepackt und das Buch wurde zu einem echten Pageturner. Für eine Kriminalgeschichte ist das in meinen Augen jedoch leider etwas zu wenig.

Der Handlungsstrang rund um das Thema „Verschwörungstheorien“ war mir in der Geschichte ebenfalls zu wenig präsent, insbesondere daran gemessen, dass sowohl Titel als auch Klappentext des Buches so stark auf diesen Komplex Bezug nehmen und damit werben. Losgelöst davon betrachtet mochte ich die Ausflüge in die Welt der Verschwörungstheoretiker und die damit verbundenen Gefahren für die Gesellschaft aber wirklich gerne. Ein hoch aktuelles Thema, gut eingebettet in eine interessante Crime-Noir-Geschichte.

Fazit:
Insgesamt eine solide Geschichte, die viel Potenzial hatte, davon aber leider einiges liegengelassen hat. Hier ist für einen zweiten Roman sicherlich noch deutlich Luft nach oben! Trotzdem ein unterhaltsames Buch mit einer etwas anderen Story.

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Veröffentlicht am 02.04.2022

Die perfekte Arztserie in Buchform

Whitestone Hospital - High Hopes
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Inhalt:
„High Hopes“ ist Band 1 der „Whitestone Hospital“-Reihe von Ava Reed. In der Geschichte geht es um Laura, die ihr Medizinstudium abgeschlossen hat und nach Phoenix geht, um dort am renommierten ...

Inhalt:
„High Hopes“ ist Band 1 der „Whitestone Hospital“-Reihe von Ava Reed. In der Geschichte geht es um Laura, die ihr Medizinstudium abgeschlossen hat und nach Phoenix geht, um dort am renommierten Whitestone Hospital ihre Zeit als Assistenzärztin zu verbringen. Mit der Arbeit dort wird für Laura ein Traum wahr, doch sie und die anderen Assistenzärzt:innen müssen schnell feststellen, dass ihr Traumjob auch seine Schattenseiten hat. Schlafmangel, traurige Schicksale und schwierige Entscheidungen verlangen Laura viel ab. Und dann gibt es da noch Dr. Nash Brooks, den kompetenten und verschlossenen Herzchirurgen. Der nicht nur sehr attraktiv, sondern als ihr Betreuer auch ziemlich verboten ist…

Meine Meinung:
Wie bei allen Büchern der Autorin ist mir auch bei High Hopes direkt wieder der unglaublich tolle Schreibstil aufgefallen. Ava Reed versteht es, einen von der ersten Seite an zu fesseln, in die Geschichte zu ziehen und mit den Charakteren mitzufühlen zu lassen, wie es sonst wenige Autor:innen tun. Es hat sich wirklich angefühlt, als wäre ich selbst Teil der Geschichte. Hat man einmal angefangen, kann man das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Von der Handlung her hat sich die Geschichte gelesen wie eine zum Buch gewordene perfekte Arztserie: es gibt interessante, abwechslungsreiche, teils dramatische und teils sehr lustige medizinische Fälle, Neckereien und Frotzeleien zwischen Arztkolleg:innen und auch zwischen Ärzteschaft und Pflegepersonal, heiße Ärzte und auch ein wenig Raum für das Privatleben der Charaktere. Und bei all diesen Schauplätzen ist zum einen der Unterhaltungswert nicht zu kurz gekommen, zum anderen aber auch die Realität nicht. So wurden einige ernstere Themen auf eine Art und Weise angesprochen und „bearbeitet“, dass sie nicht belehrend rüberkamen, die Stimmung auch nicht nachhaltig getrübt, aber dabei trotzdem aufgerüttelt haben. Ava Reed hat hier wieder einmal ein tolles Fingerspitzengefühl für schwierige Themen bewiesen.

Die Charaktere haben mir durch die Bank weg unglaublich gut gefallen. Sie sind facettenreich ausgearbeitet, nicht klischeehaft und alle auf ihre eigene Art und Weise wahnsinnig sympathisch und authentisch. Was ich an der Geschichte auch sehr mochte ist, dass die Charaktere alle schon etwas „älter“ als jugendlich sind und die Probleme und Verhaltensweisen daran angepasst sind.

Die Liebesgeschichte zwischen Laura und Nash hat mich emotional eine wahre Achterbahnfahrt durchleben lassen und so gerne ich beide auch mochte, so gerne hätte ich sie manchmal gerne an den Schultern gepackt und durchgeschüttelt. Aber genau diese Emotionen beim Lesen machen eine perfekte Liebesgeschichte für mich auch aus.

Die medizinischen Aspekte in der Geschichte fand ich super interessant und auch sehr gut und laienfreundlich erklärt. Zudem enthält das Buch am Ende ein kleines Glossar, in dem die wichtigsten der erwähnten Fachbegriffe kurz erklärt sind. So hat man beim Lesen wirklich das Gefühl, selbst ein wenig medizinisch ausgebildet zu werden. Ich mag es sehr gerne, auch beim Lesen eines Romans noch etwas über ein bestimmtes Thema lernen zu können.

Fazit:
Für mich war dieses Buch auf jeden Fall ein absolutes Jahreshighlight. Und nach diesem Cliffhanger am Ende kann ich es erst recht kaum erwarten, endlich mit Band 2 weitermachen zu können.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

Bittersüße Geschichte über die Liebe und das Leben

Als wir Tanzen lernten
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Inhalt:
In „Als wir Tanzen lernten“ von Nicola Yoon geht es um die 17-jährige Evie, die trotz ihres jungen Alters schon nicht mehr an die Liebe glaubt. Vor allem dann nicht mehr, als sie plötzlich die ...

Inhalt:
In „Als wir Tanzen lernten“ von Nicola Yoon geht es um die 17-jährige Evie, die trotz ihres jungen Alters schon nicht mehr an die Liebe glaubt. Vor allem dann nicht mehr, als sie plötzlich die Zukunft von Liebespaaren voraussehen kann. Denn all die Geschichten, die sie sieht, enden auf die eine oder andere Art und Weise tragisch und mit gebrochenen Herzen.

Doch durch mysteriöse Umstände trifft sie in einem Tanzkurs auf X, der nicht nur gut aussieht, sondern Evie auch von Anfang an mit seiner offenen und abenteuerlustigen Art in seinen Bann zieht. Evie will sich auf gar keinen Fall in ihn verlieben. Aber je mehr Zeit sie mit X verbringt, umso mehr stellt er ihre Welt auf den Kopf…


Meine Meinung:
Der Schreibstil der Autorin ist mir von der ersten Seite an sehr positiv aufgefallen. Sie schreibt angenehm locker, oft mit einem humorvollen Augenzwinkern und so angenehm flüssig, dass man gar nicht merkt, wie Seite um Seite der Geschichte verfliegt. Dazu trägt auch bei, dass zwischendurch z.B. Chat-Dialoge eingebaut sind, die den Lesefluss auflockern.

Die Charaktere, allen voran Evie als Protagonistin, haben mir wirklich gut gefallen. Ich konnte direkt eine Verbindung zu ihr aufbauen und fand ihr Verhalten an den meisten Stellen gut nachvollziehbar. Man merkt ihr an, dass sie hin- und hergerissen ist zwischen ihren Gefühlen für X und ihrer Einstellung, dass die Liebe so oder so schmerzhaft endet und es sich daher nicht lohnt, sich ihr hinzugeben. Das finde ich ziemlich authentisch dargestellt und ich konnte mich auch emotional in Evies Situation gut wiederfinden und dadurch mit ihr mitfühlen und -leiden. Besonders gut gefällt mir auch an Evie, dass sie sich selbst nicht zu ernst nimmt und für ihr Alter ziemlich selbstreflektiert ist. Sie hinterfragt sich und ihre Entscheidungen und ist in der Lage, diese im Zweifel auch wieder abzuändern. Ihre gesamte Geschichte hat mich gut unterhalten, aber auch emotional berührt.

X ist in mancherlei Hinsicht ein guter Kontrast zu Evie, da er ihr an den Stellen, an denen sie ihren wahren Gefühlen nicht nachgeben, sondern „stark“ und „rational“ bleiben möchte, einen kleinen Denkanstoß gibt, damit sie ihre Sicht der Dinge noch einmal überdenkt und für sich herausfindet, ob es wirklich das ist, was sie möchte. Die beiden harmonieren gut und sind auf jeden Fall unterhaltsam zusammen.

Sympathisch finde ich auch die Nebencharaktere wie z.B. Evies Schwester, Evies Freund:innen oder die Tanzlehrerin. Sie haben alle in gewisser Hinsicht eine tragende Rolle und auch wenn sie teilweise keine allzu große „Screentime“ haben, wachsen sie einem doch schnell ans Herz und sind aus der Geschichte nicht wegzudenken.

Obwohl die Geschichte keine klassisch „spannende“ ist, war das Buch für mich ein echter Pageturner. Im letzten Drittel des Buches ergibt sich dann noch eine Wendung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hätte und die dem Buch noch einen bittersüßen Beigeschmack gibt. Dadurch gewinnt die Geschichte in meinen Augen noch etwas mehr an Tiefe und Ernsthaftigkeit.

Fazit:
Insgesamt eine wirklich unterhaltsame und berührende Geschichte über die Liebe und das Leben, die darüber hinaus Lust macht, Tanzen zu lernen.

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Veröffentlicht am 20.03.2022

Eine spannende und überraschend emotionale Reise in die Tiefen des menschlichen Gehirns

Im Labyrinth der Nerven
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Inhalt:
In „Im Labyrinth der Nerven – Ein spannender Streifzug durch die Neurologie und Psychiatrie“ von Nicole und Christian Knobloch schildern die beiden verschiedene Patientenschicksale aus ihrer Praxis, ...

Inhalt:
In „Im Labyrinth der Nerven – Ein spannender Streifzug durch die Neurologie und Psychiatrie“ von Nicole und Christian Knobloch schildern die beiden verschiedene Patientenschicksale aus ihrer Praxis, in der sie Menschen mit psychiatrischen oder neurologischen Erkrankungen behandeln, von Depression, über bipolare Störung bis hin zum Post-Covid-Syndrom.

Meine Meinung:
Aufgebaut ist das Buch wie eine Sammlung von Kurzgeschichten: es gibt 30 Kapitel, die jeweils einen Hauptfall und manchmal auch noch 1-2 kleinere, zu der jeweiligen Thematik passende Nebengeschichten behandeln. Die Kapitel werden meist abwechselnd von Nicole und Christian berichtet und wer gerade erzählt, steht zum besseren Verständnis direkt unter der Kapitelüberschrift. Durch die Kürze der einzelnen Erzählungen ist das Buch sehr aufgelockert und eignet sich gut dafür, zwischendurch immer „mal eben“ eine Geschichte zu lesen. (Auch wenn es dann doch selten bei nur einer Geschichte bleibt…)

Sprachlich ist das Buch ziemlich locker geschrieben, sodass man den Geschichten gut folgen kann, sich dabei aber auch unterhalten fühlt und nicht das Gefühl hat, von medizinischen Fakten überfordert zu werden. Die medizinischen Details sind gut in die Handlung eingewoben und so erklärt, dass man auch als Laie versteht, worum es geht. Bestimmte Krankheiten oder Therapiemöglichkeiten werden am Ende des jeweiligen Kapitels in einem separaten Infokasten auch nochmal kurz erläutert, sodass man bei Bedarf noch etwas weitergehende Informationen bekommt. Neben all dem kommt aber auch das Einfühlungsvermögen nicht zu kurz – bei der Schilderung aller Fälle wird immer auch Wert darauf gelegt, die emotionale Komponente zu beleuchten. Denn bei jeder Erkrankung geht es letztendlich um Menschen: diejenigen, die selbst erkrankt sind, deren Angehörige und nicht zuletzt auch die behandelnden Ärzt:innen als Menschen. Das Ehepaar Knobloch hat das meiner Meinung nach wirklich gut umgesetzt, sodass auch mich als Leserin die Geschichten emotional berührt haben.

Inhaltlich wurde ein wirklich breites Spektrum an Erkrankungen behandelt: sei es die Depression, bipolare Störung, Autismus, AD(H)S oder auch das Post-Covid-Syndrom. Und auch die Schicksale waren sehr verschieden – einige haben nach längerer Suche nach der Ursache ihrer Symptome endlich eine passende Diagnose und darauf abgestimmte Therapie bekommen, die ihnen baldige Besserung verschafft, bei anderen sieht es trotz Diagnose und Therapie leider nicht so positiv aus. Die einen Patient:innen verzweifeln an ihrer Diagnose, die anderen nehmen den Kampf auf und mobilisieren besondere Kräfte, um wieder gesund zu werden. Und genau diese Mischung macht dieses Buch für mich zu etwas besonderem. Es wirkt in meinen Augen sehr authentisch und wie ein echter Querschnitt des Lebens, indem es zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit ihren Schicksalen umgehen.

Mitgenommen habe ich aus diesem Buch (neben dem neuen „Fachwissen“ über bestimmte Krankheitsbilder) vor allem auch eins: dass es nicht sinnvoll ist, andere Menschen auf den ersten Blick beurteilen und in eine Schublade stecken zu wollen. Denn man kennt eben doch nur ein winzig kleines Stück ihrer Biografie und kann oft nicht einmal erahnen, welche Geschichten sich hinter der Fassade verbergen. Nicht jedes Verhalten, das einem selbst vielleicht nicht passt oder komisch vorkommt, ist auch absichtlich oder bösartig.

Fazit:
Ein wirklich lehrreiches, aber auch unterhaltsames und emotionales Buch über neurologische und psychiatrische Erkrankungen, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 11.03.2022

Feel-good Liebesgeschichte in der rauen Natur Montanas

Golden Hill Touches
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Inhalt:
„Golden Hill Touches“ ist der erste Band der „Golden Hill“-Trilogie von Nicole Böhm. Es geht um Parker, der die Golden Hill Ranch, die einst seinen Großeltern gehörte, zurückkauft und sich und ...

Inhalt:
„Golden Hill Touches“ ist der erste Band der „Golden Hill“-Trilogie von Nicole Böhm. Es geht um Parker, der die Golden Hill Ranch, die einst seinen Großeltern gehörte, zurückkauft und sich und seiner Schwester damit einen großen Wunsch erfüllt. Gemeinsam möchten sie auf der in die Jahre gekommenen Ranch in der Kleinstadt Boulder Creek (Montana) eine Pferdetherapiestätte aufbauen. Doch die Bewohner des verschlafenen Städtchens sind Parkers Plänen gegenüber kritisch und als er nach vielen Jahren dorthin zurückkehrt, stößt er auf einigen Widerstand. Auch von seiner Jugendliebe Clay, die nicht gerade begeistert ist, dass Parker wieder auftaucht. Und dennoch spürt auch Clay wieder das altbekannte Kribbeln, wenn sie auf Parker trifft. Und es wird von Mal zu Mal stärker…

Meine Meinung:
Die Geschichte um Parker und Clay ist eine absolute Wohlfühlgeschichte vor einem tollen Ranch- und Naturhintergrund.

Das Cover ist komplett in Goldtönen gehalten und zeigt
schemenhaft die Natur mit Berge im Hintergrund, einem See und Nadelbäumen – und symbolisiert damit eigentlich genau das, was die Geschichte ausmacht: eine ruhige Atmosphäre und ein großer Bezug zur Natur. Mir gefällt es immer wirklich gut, wenn das Cover auch etwas mit dem Inhalt der Geschichte zu tun hat und man mit einem Blick ein Gefühl dafür bekommt, worum es in dem Buch geht.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm und flüssig lesen und die Naturbeschreibungen von Boulder Creek und der Ranch lösen beim Lesen ein richtiges Urlaubs- und Reiterhoffeeling aus, was mir sehr gut gefallen hat. Obwohl die Geschichte weitgehend nicht klassisch „spannend“ ist, versinkt man mehr und mehr darin und kann das Buch nicht aus der Hand legen.

Die Charaktere finde ich wirklich toll und vielschichtig ausgestaltet. Man sieht gewisse Entwicklungen über die Geschichte hinweg und sowohl Parker als auch Clay haben mir als Protagonist:in gut gefallen. Ihr Verhältnis zueinander und Clays offene und unverstellte Art hat mich an vielen Stellen wirklich zum Schmunzeln gebracht. Besonders mochte ich jedoch, dass die beiden mit ihrer Vergangenheit und auch den aktuellen Problemen meist sehr erwachsen umgegangen sind und es nicht mehr Drama gab als nötig.

Die Nebencharaktere sind ebenfalls sehr unterschiedlich, aber alle auf ihre Art nachvollziehbar und liebenswert. Es gibt keine „schwarz/weiße“ Rollenverteilung, sondern die Handlungen der Personen wurden immer realistisch erklärt, was sie für mich sehr glaubwürdig gemacht hat.

Von der Handlung her gab es keine riesige Spannungskurve, was ich bei diesem Buch aber auch nicht erwartet und nicht gebraucht habe. An ein paar Stellen konnte man die ein oder andere Wendung schon ganz gut voraussehen, an einigen Stellen hat mich der Fortgang aber auch überrascht. Insgesamt war die Handlung angenehm ruhig und hat mich beim Lesen in eine andere, nach Heu und Pferden riechende Welt entführt und mich mit einem „feel good“-Gefühl zurückgelassen.

Fazit:
Empfehlenswert für alle, die gerne ruhige, unaufgeregte (Liebes-) Geschichten mögen, die in einem wunderschönen und naturnahen Setting spielen.

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