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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2020

von Tag zu Tag besser

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
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Sam und Ihre besten Freundinnen sind die typische Sorte von beliebten Highschool-Zicken, wie man sie aus etichen amerikanischen Filmen kennt. Sie scheren sich nicht um das Wohlbefinden anderer, ja, demütigen ...

Sam und Ihre besten Freundinnen sind die typische Sorte von beliebten Highschool-Zicken, wie man sie aus etichen amerikanischen Filmen kennt. Sie scheren sich nicht um das Wohlbefinden anderer, ja, demütigen ihre Mitschüler geradezu. Und natürlich lassen sie keine Party aus.
Als Sam nach einer Party bei einem Autounfall ums Leben kommt, wacht sie plötzlich wieder am Morgen desselben Tages auf. Und das immer und immer wieder. Sie versucht, diesem Teufelskreis zu entkommen, ihr Leben zu retten. Doch nach und nach versteht sie, was wirklich wichtig ist und fängt an, ihre eigenen Fehler zu sehen und zu verstehen.

Im ersten Kapitel ist Sam - genau wie ihre Clique - unausstehlich. Und wenn man schon auf den ersten Seiten anfängt, den Hauptcharakter zu hassen, ist das eigentlich kein gutes Zeichen. Im nächsten Kapitel habe ich aber angefangen zu verstehen. Es gibt einen klaren Kontrast zwischen Sams bisherigen Leben und dem sich immer wiederholendem Tag nach dem Unfall. Sie fängt an, die Dinge zu hinterfragen und stößt auf erstaunliche Erkenntnisse. Sie lernt Mitschüler kennen, über die sie bisher nur gelacht hat, ohne wirklich zu wissen, wer sie sind. Und das Verhalten ihrer Freunde nimmt sie nicht mehr als so selbstverständlich hin, wie sie es einst tat. Je weiter man in den Kapiteln fortschreitet, desto interessanter wird das Buch. Auch wenn der gleiche Tag sieben mal beschrieben wird, ist er doch nie wirklich gleich. Und wenn man einmal von einer Phrase genervt ist, die man in jedem Kapitel wieder lesen muss, dann kann man ein bisschen nachvollziehen, wie Sam sich fühlen muss, der nicht nur einzelne Phrasen des Tages bekannt vorkommen, sondern die mittendrin steckt im Kreisel der Zeit.

Mein Fazit: Anfangs war ich nicht besonders überzeugt von dem Buch, doch von Kapitel zu Kapitel hat es mich mehr in seinen Bann gezogen. Vor Allem die letzten Kapitel sowie das Ende des Buches haben mich nachdenklich gestimmt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2020

Stadtkind zieht in Einöde

Ellas verrückt-verrutschtes Leben
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Ella und ihre beste Freundin Dodo sind mit ihren Eltern auf einen alten Hof aufs Land gezogen. Als sie die alte Rutsche hinunterrutschen, die auf dem Hof steht, passiert etwas Seltsames: sie reisen plötzlich ...

Ella und ihre beste Freundin Dodo sind mit ihren Eltern auf einen alten Hof aufs Land gezogen. Als sie die alte Rutsche hinunterrutschen, die auf dem Hof steht, passiert etwas Seltsames: sie reisen plötzlich eine halbe Stunde in der Zeit zurück! Ella, die so gerne zurück in die Großstadt ziehen möchte, überlegt, wie sie die Zeitsprünge zu ihren Gunsten nutzen kann. Doch durch das Rutschen lassen sich nicht nur Probleme lösen, es entstehen auch neue.

Ellas verrückt-verrutschtes Leben ist eine tolle Geschichte, die nicht nur für Kinder spannend zu lesen ist. Die Handlung wird aus der Sicht von Ella erzählt, die am Anfang nicht nur negativ gegen den Umzug aufs Dorf eingestellt ist, sondern auch gegen alle anderen Dorfbewohner. Da gibt es die Zwillinge Lizzi und Luka, die jedes Gesprächsthema zu einer endlosen Diskussion machen können, den Lehrer Herrn Froschmaier, dessen Name zu ihm passt wie die Faust aufs Auge und die kauzige Schwester des verstorbenen Vorbesitzers des Hofes, der dem ganzen Dorf unheimlich war.
So griesgrämig Ella auch sein mag, aus der Rutsche schöpft sie Hoffnung, dem Landleben zu entkommen und setzt alles daran, mehr über ihre Funktionsweise herauszufinden. Es werden Geheimnisse gelüftet, alte Schuppen erforscht und Pläne vor der besten Freundin geheimgehalten.
Nur mit der Auflösung der Geschichte hinter der Rutsche muss man sich leider bis zum nächsten Band gedulden, der im April 2021 erscheinen wird.

Insgesamt hat das Buch einen angenehmen Schreibstil und bei der ein oder anderen Stelle kommt man auch ins Schmunzeln. Es macht Spaß zu lesen und hat ein befriedigendes Happy End. Ich werde mir jedenfalls den zweiten Teil besorgen, wenn er erscheint.

  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Illustrationen
Veröffentlicht am 08.10.2020

kleine Erwartungen, großartiges Buch

Der will doch nur spielen
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Kate ist ohne Freund, ohne Wohnung, hasst ihre Chefin und hat jetzt dank ihr auch noch eine Klage am Hals. Und zu allem Überfluss ist der Anwalt, der sie da rausboxen soll, auch noch unverschämt süß...

Die ...

Kate ist ohne Freund, ohne Wohnung, hasst ihre Chefin und hat jetzt dank ihr auch noch eine Klage am Hals. Und zu allem Überfluss ist der Anwalt, der sie da rausboxen soll, auch noch unverschämt süß...

Die Charaktere in diesem Buch sind wunderbar ausgestaltet und man leidet direkt mit, wenn die nächste Niederlage sie trifft. Kate und die Freunde an ihrer Seite, aber auch ihre Feinde sorgen für eine absolut spannende Story, vom Anfang bis zum Ende.

Die Besonderheit an diesem Buch ist, wie viele vor mir schon erwähnt haben, dass es nicht als Fließtext verfasst ist, sondern ausschließlich in Form von E-Mails, Chatverläufen oder Anrufbeantwortertexten. Anfangs war ich ja etwas skeptisch, und wenn mir der Schreibstil vor dem Kauf des Buches aufgefallen wäre, dann hätte ich es vermutlich zurück ins Regal gestellt.

Aber der Grund meines anfänglichen Zweifels hat sich schon bald als Highlight des Buches herausgestellt. Man fühlt sich ein bisschen so, als wenn man eine Personalakte durchstöbert und auf einen alten interessanten Fall stößt, und man blättert Seite für Seite der Akte durch, fühlt sich in den Fall hineinversetzt und ist gespannt, welches Schriftstück als nächstes abgeheftet ist. Durch den einzigartigen Schreibstil erlebt man die Geschichte aus so vielen unterschiedlichen Perspektiven.

Auch, dass es keine Kapitel gibt, ist nicht so unpraktisch wie anfangs erwartet, da man nach jedem beliebigen Schriftstück gut eine Pause einlegen kann.

Das Buch hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich würde es jederzeit wieder lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2020

Sympathischer Privatdedektiv mit Hund mit Aufmerksamkeitsstörung

Ein Elefant macht die Mücke
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Bernie ist ein Privatdedektiv mitten im Leben. Wegen finanziellen Problemen und mangelnden Aufträgen ermittelt er anfangs in Scheidungssachen, bis er engagiert wird, einen vermissten Zirkuselefanten und ...

Bernie ist ein Privatdedektiv mitten im Leben. Wegen finanziellen Problemen und mangelnden Aufträgen ermittelt er anfangs in Scheidungssachen, bis er engagiert wird, einen vermissten Zirkuselefanten und dessen ebenso vermissten Trainer zu finden.
Mit seinem treuen Begleiter Chet begibt er sich in brandgefährliche Situationen, um das Geheimnis hinter dem Verschwinden der Beiden aufzudecken.

Anfangs plätschert die Geschichte so dahin, die Ermittlungen wollen nicht so recht vorankommen. Ab der zweiten Hälfte des Buches wird es aber interessant und irgendwann will man es nicht mehr aus der Hand legen.

Was mich allerdings im Lesefluss gestört hat, waren die abschweifenden Gedanken vom Hund Chet, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist. Da ist sein Herrchen mitten in einem interessanten Gespräch, und kaum fällt ein bestimmtes Stichwort, denkt Chet über einen Gauner nach, den sie geschnappt haben, und der jetzt "unter der heißen Sonne Steine klopft". Und wenn sein Herrchen "Unheil wittert", muss man eine halbe Seite lang Hundegedanken über die menschliche Nase lesen.

Insgesamt wäre es ein sehr gutes Buch, wenn es nicht immer wieder durch aus dem Zusammenhang gerissene Gedanken unterbrochen werden würde. Die Story dahinter ist aber trotz allem lesenswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere