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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2020

Solider Krimi

Die Tote von Dresden
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Julius Kron legt mit „Die Tote von Dresden“ den Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe vor. Das Buch ist gut geschrieben, der Stil liest sich flüssig und angenehm. Inhaltlich ist dieser Krimi teilweise starker ...

Julius Kron legt mit „Die Tote von Dresden“ den Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe vor. Das Buch ist gut geschrieben, der Stil liest sich flüssig und angenehm. Inhaltlich ist dieser Krimi teilweise starker Tobak, von „cosy crime“ oder Schmunzel-Krimi keine Spur. Hier geht es zur Sache!

Das Ermittlerteam besteht aus einer jungen, toughen Kommissarin und ihrem etwas bräsigen, überkorrekten Familienvater-Kollegen. Keine wirklich neue Idee... Doch auch, wenn man die beiden Ermittlerfiguren in dieser Konstellation schon in anderen Krimis gelesen/gesehen hat, schafft es Kron, durch einen verwinkelten Plot und überraschende Wendungen, Lesevergnügen zu kreieren und die Spannung hoch zu halten. Trotzdem hätte man sich bei den beiden Hauptfiguren etwas mehr Einfallsreichtum gewünscht.

Eine Fortsetzung ist garantiert, das verspricht zumindest das halb-offene Ende und die Aussicht auf die Gründung einer Cold-Case-Unit unter Führung der beiden Protagonisten.

Fazit: Ein solider Krimi und eine klare Leseempfehlung an alle Fans von Spannungsliteratur.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 12.08.2020

Cosy Krimi

Lady Arrington und die tödliche Melodie
2

„Lady Arrington und die tödliche Melodie“ ist ein klassischer Schmunzel-Krimi, ein Cosy-Crime-Roman. Die Figuren sind – dem Genre geschuldet – extrem überzeichnet, gleiten teilweise sogar ins Karikatureske ...

„Lady Arrington und die tödliche Melodie“ ist ein klassischer Schmunzel-Krimi, ein Cosy-Crime-Roman. Die Figuren sind – dem Genre geschuldet – extrem überzeichnet, gleiten teilweise sogar ins Karikatureske ab. Doch wer sich daran ebenso wenig stört wie an manchen (ebenfalls dem Genre geschuldeten) Realitätsverzerrungen, der wird eine schöne Leseerfahrung haben.

Allerdings kommt der eigentliche Krimi-Plot erst sehr spät in Fahrt. Das erste Drittel des Romans ist extrem langatmig – an manchen Stellen gar langweilig! Es lohnt sich aber, durchzuhalten. Denn gerade im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse! Tatsächlich wäre eine etwas ausgewogener Spannungsverteilung wünschenswert gewesen.

Die Auflösung um das Rätsel der titelgebenden „tödlichen Melodie“ ist wirklich brillant! Und die Verkettungen, menschlichen Beziehungen und Abgründe dahinter ebenso!

Unterm Strich ein Krimi, der nach hinten heraus extrem gewinnt, aber gerne von Anfang an spannender und zielstrebiger hätte geführt werden können. Daher: Drei von fünf Sternen.

  • Cover
  • Spannung
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 06.05.2020

Der vierte Fall für Liv Lammers

Blutige Düne
1

„Die blutige Düne“ von Sabine Weiss ist der vierte Kriminalfall für Ermittlerin Liv Lammers. Auf ihrer Heimat-Insel Sylt kommt es zu einer merkwürdigen Mord-Reihe, deren Opfer scheinbar nichts miteinander ...

„Die blutige Düne“ von Sabine Weiss ist der vierte Kriminalfall für Ermittlerin Liv Lammers. Auf ihrer Heimat-Insel Sylt kommt es zu einer merkwürdigen Mord-Reihe, deren Opfer scheinbar nichts miteinander zu tun haben.

Das Positive vorweg: Der Autorin gelingt es wunderbar, Sylt und die Nordseeküste „naturgetreu“ zu beschreiben Als Leser*in spürt man den Wind, man riecht das Meer, man schmeckt das Salz und hört die Möwenschreie. Das ist wunderbar!

Zudem ist der Schreibstil von Sabine Weiss extrem angenehm. Man liest das Buch einfach sehr gerne. Auch weiß die Autorin, Cliffhanger an den richtigen Stellen zu platzieren und somit die Lesespannung hoch zu halten. Für einen Krimi extrem wichtig!

Weniger gelungen sind einige der Figuren (es werden zu viele Figuren namentlich eingeführt, die für die weitere Handlung keine oder nur eine sehr geringe Funktion haben und somit überflüssig wirken).

Ärgerlich sind auch ein paar wenige handwerkliche Schnitzer, die man sowohl der Autorin als auch dem betreuenden Lektorat anlasten kann: So wird „Friedrun“ als Männername ausgegeben und eine Nebenfigur müsste – wenn der aufmerksame Leser die konkreten Hinweise im Text mathematisch richtig deutet – bereits mit 13 Jahren Mutter geworden sein. So etwas ist unnötig und ärgerlich; und es reisst aus der Fiktion heraus!

Das Verweben von Livs privatem Handlungsstrang in den Krimifall gelingt nur teilweise; es wird ein krasses Thema aufgegriffen (Kindesmisshandlung!), um es dann aber nicht auszuerzählen und relativ schnell in den Hintergrund zu drängen.

Und auch die Auflösung des Krimirätsels und den – ich nenne es vorsichtig – „effektvollen“ Showdown am Schluss empfinde ich als ungenügend bzw. überzogen.

Ich habe schon bessere Krimis gelesen, aber auch schon wesentlich schlechtere. Mein Fazit im Schulnoten-System fällt mit einer 3+ aus.

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Erzählstil
  • Handlung