fehlen von Substanz
Dark Ivy – Halt mich fest2,5 -3⭐️ Zum zweiten Teil von Dark Ivy habe ich eine eher zwiegespaltene Meinung. Einerseits konnte mich der Schreibstil erneut überzeugen – Nikola Hotels Art zu schreiben ist flüssig, atmosphärisch und ...
2,5 -3⭐️ Zum zweiten Teil von Dark Ivy habe ich eine eher zwiegespaltene Meinung. Einerseits konnte mich der Schreibstil erneut überzeugen – Nikola Hotels Art zu schreiben ist flüssig, atmosphärisch und schafft es, eine besondere Stimmung aufzubauen, die mich grundsätzlich auch hier wieder mitgenommen hat. Auch die düstere Grundatmosphäre gefällt mir weiterhin sehr gut.
Trotzdem hatte ich diesmal das Gefühl, dass es der Geschichte an Substanz gefehlt hat. Während der erste Band für mich noch voller Spannung, Emotionen und interessanter Wendungen war, blieb der zweite Teil deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Der Cliffhanger aus Band eins wirkte im Nachhinein auf mich eher überflüssig, fast so, als hätte er der Handlung mehr geschadet als genutzt. Statt die Spannung zu steigern, führte er dazu, dass ich viele der Figuren plötzlich weniger mochte als zuvor. Ihr Verhalten war ab einem gewissen Punkt für mich kaum noch nachvollziehbar, was es mir schwer gemacht hat, mit ihnen mitzufühlen.
Besonders enttäuschend fand ich das Ende. Über weite Strecken zieht sich das Drama, ohne dass die Konflikte wirklich gelöst werden. Und dann, in den letzten zwanzig Seiten, scheint sich plötzlich alles in Windeseile zu klären – für mich wirkte das zu abrupt und wenig glaubwürdig.
Mein Fazit:
Den ersten Teil kann ich nach wie vor sehr empfehlen, doch der zweite Teil hat mich leider enttäuscht. Dadurch würde ich persönlich die gesamte Reihe nicht unbedingt weiterempfehlen, da die Fortsetzung das Niveau des Auftakts nicht halten kann. Es fällt mir wirklich schwer, diese Kritik zu äußern, da ich sonst ein großer Fan von Nikola Hotel bin – umso mehr schmerzt es, dass mich Dark Ivy 2 nicht überzeugen konnte.