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Veröffentlicht am 27.09.2025

Abschluss der Trilogie

Das Erbe der Greiffenbergs - Hoffnungsvolle Aussichten
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„Hoffnungsvolle Aussichten“ ist der dritte und letzte Band der Saga um die Familie Greiffenberg. Die Geschichte knüpft nahtlos an den Vorgänger an und ich empfehle, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen, ...

„Hoffnungsvolle Aussichten“ ist der dritte und letzte Band der Saga um die Familie Greiffenberg. Die Geschichte knüpft nahtlos an den Vorgänger an und ich empfehle, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen, da es sonst zu viele Informationen fehlen.

Ludwig von Greiffenberg ist von den Toten auferstanden und reißt das Zepter wieder an sich. Insbesondere seine Tochter Pauline ist frustriert, dass all ihre Erfolge klein geredet werden. Als sich die Indizien verdichten, dass Feinkost Greiffenberg in einen Umweltskandal verwickelt ist, steht die Familie vor einer ganz neuen Herausforderung.

An Band eins kam keiner der beiden anderen Teile heran, aber insgesamt hat mir „Hoffnungsvolle Aussichten“ wieder gut gefallen. Wer gerne mal einen ZDF Sonntagsfilm schaut, wird auch an den Greiffenbergs Freude haben.

Neben dem Skandal in der Firma nehmen vor allem Liebesdramen den restlichen Raum ein. Egal ob Pauline, Therese oder Ferdinand, jeder schlägt sich mit Fragen zur Zukunft herum und überall scheint es zu kriseln.
Die Handlung blieb trotz teilweiser Vorhersehbarkeit kurzweilig und lässt sich durch Isabell Schönhoffs flüssigen Schreibstil gut lesen.

Der Roman war kein Highlight, aber ein nettes Buch, bei dem man gut entspannen kann.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Zu vorhersehbar

Eine von uns
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Samantha Hayes Thriller „Eine von uns“ klang vom Klappentext her nach einer fesselnden Geschichte. Der Start war auch richtig vielversprechend.

Nachdem Ginas und Matts Haus abgebrannt ist, bietet ihnen ...

Samantha Hayes Thriller „Eine von uns“ klang vom Klappentext her nach einer fesselnden Geschichte. Der Start war auch richtig vielversprechend.

Nachdem Ginas und Matts Haus abgebrannt ist, bietet ihnen Ginas Freundin Annie als Übergangslösung ihr Haus an, da sie sich gerade auf Reisen befindet. Die junge Familie mit zwei kleinen Kindern scheint somit Glück im Unglück gehabt zu haben, denn Annies Heim ist mehr als luxuriös, zudem kommt täglich die Haushaltshilfe Mary, die sich um alles kümmert. Doch mit jedem Tag, der verstreicht, kommt es Gina mehr so vor, als wenn Mary etwas im Schilde führt.

Das Buch wird als Thriller mit vielen Plottwists beworben. Theoretisch ist das zutreffend. In der Praxis ist es allerdings so, dass jedes Mal, wenn ein neuer Twist aufgebaut wurde, ich sofort vorher sagen konnte, wo es hinführen wird. Statt Überraschungsmomente gab es eine „Hab ich doch gleich gesagt“ Situation nach der anderen.
Die einzigen, die überhaupt keinen Dunst hatten, was los ist, waren die Protagonistinnen. Die Freundinnen kann man sich wie einen Haufen Hühner vorstellen, der aufgeregt durcheinander gackert. Als bei einer dann doch endlich der Groschen fällt, ist es auf so eine alberne und IQ-arme Art dargestellt, dass mir nichts anderes übrig blieb, als zu lachen, obwohl wir eigentlich mitten im spannenden Show-Down sein sollten.
Ginas Mann Matt macht zu Beginn einen ganz vernünftigen Eindruck. Ohne Vorwarnung verwandelt er sich in einen weinerlichen Jammerlappen, der scheinbar sein ganzes Leben seinen Charakter verbergen konnte.
Zum Finale wird die Geschichte überraschend brutal und erinnert an einen Slasher Movie. Mir kam „Eine von uns“ wie ein Debütroman vor, allerdings habe ich gesehen, dass Samantha Hayes in ihrem Heimatland schon einige Thriller veröffentlicht hat. Positiv zu sagen ist, dass der Schreibstil bildhaft ist und dass sich das Buch leicht wegsnacken lässt. Die Umsetzung des Ganzen fand ich leider weniger gelungen. Zu vorhersehbar und an den Haaren herbei gezogen. Eigentlich wollte ich das Buch mit 2 Sternen bewerten. Die letzten paar Seiten konnten mich dann aber doch noch kurz überraschen, so dass ich mich für 3 Sterne entscheide.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Cringe

Versprich mir, dass du tanzt
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Wenn ich in der Verlagsvorschau einen neuen Roman von Dani Atkins sehe, freue ich mich immer sehr, auch wenn ich mittlerweile einräumen muss, dass ihre Bücher kein Garant mehr für 5 Sterne sind. „Versprich ...

Wenn ich in der Verlagsvorschau einen neuen Roman von Dani Atkins sehe, freue ich mich immer sehr, auch wenn ich mittlerweile einräumen muss, dass ihre Bücher kein Garant mehr für 5 Sterne sind. „Versprich mir, dass du tanzt“ ist mit Abstand ihr schlechtestes Buch.

Optisch kommt der Roman wirklich sehr ansprechend daher. Das pinke Cover und der dazu passende Farbschnitt wirken mädchenhaft und romantisch. Auch den Einstieg fand ich sehr gelungen. In gewohnter Manier drückt die Autorin auf die Tränendrüse, als Lily in jungen Jahren plötzlich zur Witwe wird. Einer der letzten Wünsche ihres Mannes ist, dass Lily ihren Jugendfreund Josh aufsucht. Bis hierhin hatte der Roman wirklich Potenzial. Ich erwartete herzzerreißende Enthüllungen über den Kontaktabbruch. Stattdessen bekam ich eine extrem zähe Handlung, bei der ich Abends regelmäßig einschlief. Lily findet Josh und er ist dermaßen unfreundlich, dass ich ihm einfach nichts abgewinnen konnte, obwohl klar war, dass dies nur eine Fassade ist. Es dauert bis zum letzten Drittel des Buches, bis man endlich erfährt, was los ist und ab da fand ich die Handlung mit jedem Kapitel unangenehmer.

Lily und Josh kannten sich als Kinder und Teenies. Nach einer Zeit der Funkstille verbrachten die beiden in ihren frühen Zwanzigern erneut Zeit zusammen, bis beide getrennte Wege gingen. Lily war immer in Josh verliebt, doch es kam nie zu einer Beziehung, da Josh dies immer verhindert hat. An dieser Stelle kann ich zu Lily nur sagen: Renn. Heul nicht dein ganzes Leben diesem Mann hinter her. Du hast mehr verdient als jemanden, der nicht mit offenen Karten spielt und dich immer wieder weg stößt.
Insgeheim war Josh allerdings doch in Lily verliebt. Hat ein Einsiedlerleben geführt, ein Baumhaus nach ihren Vorstellungen gebaut, Erinnerungsstücke gesammelt... es wirkte alles sehr obsessiv. Wenn man denkt, der Roman kann nicht unangenehmer werden, wird aus beiden doch noch ein Paar und ab da wird es richtig cringe. Um Spoiler zu vermeiden, kann ich nicht näher drauf eingehen, aber für die, die das Buch gelesen haben: ich beziehe mich auf die Familienplanung.
Selbst als beide eigentlich schon ihr Happy-End haben, kommt wieder eine Lüge von Josh raus.
Nein, also diese Buch fand ich einfach schrecklich. Diese ganze Beziehung fühlte sich so verkehrt an und überhaupt nicht romantisch.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Traumatische Vergangenheit

Am Meer ist es schön
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Sabine ist 57 Jahre alt und in manchen Nächten plagen sie noch immer Alpträume über ihre Zeit in der Kinderkur. Im wachen Zustand hat Sabine diese Wochen weitestgehend verdrängt. Bis ihre Mutter im Sterben ...

Sabine ist 57 Jahre alt und in manchen Nächten plagen sie noch immer Alpträume über ihre Zeit in der Kinderkur. Im wachen Zustand hat Sabine diese Wochen weitestgehend verdrängt. Bis ihre Mutter im Sterben liegt und endlich alles, was so viele Jahre ungesagt blieb, ausgesprochen wird.

Barbara Leciejewski erzählt mit sehr viel Fingerspitzengefühl von einem Schicksal, mit dem viele einstige Verschickungskinder zu kämpfen haben. Unter dem Deckmantel der Erholung wurden in den 60er Jahren und auch noch später, Kinder zur Kur geschickt. Dort erwartete sie allerdings keine fröhliche Zeltlagerstimmung sondern Drill, drakonische Strafen, Misshandlungen und im schlimmsten Fall Medikamententests.

Mich haben die beschriebenen Szenarien wirklich sehr erschüttert, zumal dies ein dunkler Fleck der Geschichte ist, der vielen nicht bekannt ist. Tatsächlich habe ich selbst erst vor kurzem erfahren, was in diesen Heimen passiert ist. Als ich in meinem Freundeskreis davon erzählte, waren diese ebenfalls überrascht. Ich frage mich auch, was das für Menschen gewesen sein müssen, die dort gearbeitet haben. Wie es sein kann, dass man dermaßen skrupellos ist. Die im Buch beschriebene Tante Erna schockiert mit Brutalität. Es ist wirklich schlimm, wie wenig Rechte Kinder damals hatten, dass sie all das ertragen mussten und dass ihnen teilweise noch nicht einmal von den eigenen Eltern geglaubt wurde.

„Am Meer ist es schön“ hat mich auf ganzer Linie mit seinem einfühlsamen und informativen Schreibstil und den liebevoll gezeichneten Charakteren begeistert. Obwohl die Geschichte sehr düster ist, erzählt sie gleichzeitig auch von Freundschaft, Verbundenheit und Liebe. Auch die Gegenwartshandlung hat mich sehr bewegt. Eine entzweite Familie, die am Totenbett wieder zusammen findet. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Mega

Aschesommer
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„Aschesommer“ von Benjamin Cors fand ich von vorne bis hinten sensationell spannend.

Wir begleiten eine Sonderkommission der Kriminalpolizei, die sich mit einem ausgesprochen komplizierten Fall beschäftigt. ...

„Aschesommer“ von Benjamin Cors fand ich von vorne bis hinten sensationell spannend.

Wir begleiten eine Sonderkommission der Kriminalpolizei, die sich mit einem ausgesprochen komplizierten Fall beschäftigt.
Eine Mordserie aus brutalen Hinrichtungen hält die Ermittler auf Trab. Diese Mordfälle stellen die verschiedenen Entwicklungszyklen unseres Planeten nach, wodurch „Aschesommer“ zu einem sehr originell konstruierten Thriller wird, bei dem man nebenbei auch noch etwas lernen kann.

Der komplette Fall spielt sich innerhalb weniger Tage ab, was sich in einem extrem hohen Erzähltempo widerspiegelt. Obwohl die Ermittler wirklich auf Zack sind, ist der Täter immer eine Nasenlänge voraus und gerade, als man dachte, nun alles durchschaut zu haben, kommt Benjamin Cors mit einem Plottwist daher, bei dem einem die Kinnlade herunterfällt.

Auch die Mitglieder der Gruppe 4 haben mir gut gefallen. Die Bruchstücke, die wir über das Privatleben der Charaktere bereits gehört haben, bieten noch viel Potenzial, um in weiteren Bänden näher beleuchtet zu werden.
„Aschesommer“ ist übrigens der zweite Teil einer Reihe, man kann das Buch allerdings ohne Vorkenntnisse lesen. Da ich so begeistert bin, werde ich den ersten Teil „Krähentage“ bald nachholen.
Sehr bemerkenswert finde ich außerdem, dass obwohl der Thriller ziemlich brutal ist, mich das letzte Kapitel mit sehr vielen Emotionen berührt hat und man fast ein Tränchen vergießen möchte.

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