Profilbild von Clara

Clara

Lesejury Star
offline

Clara ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Clara über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2025

Tolle Unterhaltung

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
0

Bei der Vielzahl der Neuerscheinungen die auf den Markt kommen, überlege ich mir relativ genau, welchem Buch ich meine Zeit widmen möchte. Henrike Engels vorherige Reihe „Die Hafenärztin“ habe ich komplett ...

Bei der Vielzahl der Neuerscheinungen die auf den Markt kommen, überlege ich mir relativ genau, welchem Buch ich meine Zeit widmen möchte. Henrike Engels vorherige Reihe „Die Hafenärztin“ habe ich komplett gelesen, ich fand sie gut, aber mit Schwächen. Deswegen habe ich erst gezögert, ob ich die neue Serie beginnen soll. Allerdings hat mich der Klappentext wirklich angesprochen, so dass ich neugierig geworden bin. Zum Glück!

„Elbnächte – Die Lichter über St. Pauli“ hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich war mir sogar relativ früh schon sicher, dass ich wohl 5 Sterne vergeben werde.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und kam diesmal komplett ohne Längen aus.
Mit Louise und Ella sind der Autorin zwei sehr sympathische und starke Frauencharaktere gelungen, die trotz großer Niederlagen nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Nachdem Louises Mann spurlos verschwunden ist, steht sie mit einem Berg Schulden alleine da. Louise kommt aus besserem Hause und so fand ich es absolut bewundernswert, mit welcher Energie sie sich einen Job sucht und Zukunftspläne schmiedet.
Ella ist vor ihrem Leben als Prostituierte geflohen. Obwohl sie bisher nichts als Armut und Ausbeutung kennt, hat sie ein ausgesprochen sonniges Gemüt und den eisernen Willen, den Schulabschluss nachzuholen und einen Beruf zu erlernen.

Ich mochte beide Frauen wirklich gerne und fand ihre tiefe Freundschaft toll. Obwohl Louise und Ella sich erst kurz kennen, sind sie immer für einander da und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Langweilig wird es im Alltag der beiden nie, denn durch Louises Ehe mit dem Betrüger Victor kommen sie immer wieder in Berührung mit Kriminalität und der dunklen Seite Hamburgs. Dadurch bleibt die Handlung immer spannend.

Auch der ehemalige Polizist Paul ist ein interessanter Charakter, dessen Privatleben noch genug Stoff für die Fortsetzung bietet. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf den nächsten Band, der im Oktober erscheint.

Der heimliche Star der Geschichte ist ohne Frage Mopshündin Principessa, die ich einfach zuckersüß fand.

Schade übrigens, dass der Klappentext von jemand geschrieben wurde, der das Buch nicht gelesen hat. Da die Bar erst im Epilog eröffnet wird, ist diese Info ein ziemlicher Spoiler.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2025

Ganz tolles Buch!

Atmosphere
0

Wow – was für ein Highlight.
Taylor Jenkins Reid hat mich mit ihrem neuen Roman „Atmosphere“ von der ersten bis zur letzten Zeile mitgerissen.
Seit einem Besuch im Planetarium Anfang des Jahres bin ich ...

Wow – was für ein Highlight.
Taylor Jenkins Reid hat mich mit ihrem neuen Roman „Atmosphere“ von der ersten bis zur letzten Zeile mitgerissen.
Seit einem Besuch im Planetarium Anfang des Jahres bin ich fasziniert vom Weltall und so hat mich der Klappentext direkt angesprochen.

Die Geschichte spielt in den 80er Jahren, als eine Gruppe von jungen Menschen ihre Ausbildung bei der NASA beginnt, darunter auch einige Frauen, was in dieser Zeit noch sehr ungewöhnlich war.
Erzählt wird aus Sicht von Joan, eine sehr mutige, pflichtbewusste und engagierte Protagonistin, die man einfach mögen muss.
Joan hat große Ziele und es ist bewundernswert, mit welchem Fleiß sie ihre Ausbildung verfolgt, insbesondere, da ihr Privatleben sehr fordernd ist. Ihre rücksichtslose Schwester Barbara lädt immer wieder Joans Nichte Frances bei ihr ab und ihre Liebesbeziehung bringt neben einer Menge Glück auch Probleme mit sich.
Ich habe total mit Joan mitgefiebert, mich über jeden ihrer Erfolge gefreut und gemeinsam mit ihr gezittert.

Taylor Jenkins Reid ist ein Roman gelungen, der ein anschauliches Portrait über Frauen in einer Männerdomäne zeichnet. Frauen, die gegen sexistische Kommentare und Herabsetzungen kämpfen müssen. Die Grenzen in den 80ern waren enger als heute und manche Wünsche konnten nur Träume bleiben. Die Beschreibungen über die Raumfahrt waren ausgesprochen interessant und ich fand es sehr faszinierend, was alles dazu gehört, wenn man als Astronaut arbeitet.
Gleichzeitig ist „Atmosphere“ auch ein sehr positives Buch, dass von tiefen Freundschaften und Zusammenhalt berichtet.
Allen voran ist der Roman eine Liebesgeschichte ohne Kitsch aber voller Intensität und Authentizität. Nicht nur die partnerschaftliche Liebe spielt eine große Rolle sondern auch die Liebe innerhalb der Familie und zu Freunden.

Während der überwiegende Teil der Handlung chronologisch erzählt wird, gibt es auch kurze Kapitel zu einer dramatischen Situation in der Zukunft. Der Weg zur Auflösung hat mich an den Rand der Erschütterung gebracht und manchmal hätte ich am Liebsten vorab die letzte Seite gelesen um meine Aufregung zu stillen.
Ich bin niemand, der blind alle Taylor Jenkins Reid Bücher feiert. So richtig gut fand ich bisher nur Eveyln Hugo und ich habe auch schon zwei Flops von ihr gelesen. Aber „Atmosphere“ verdient wirklich den größten Hype. Ich fand das Buch so kreativ und besonders von der Thematik und wie die Geschichte erzählt wurde.
Der Roman hat mich emotional sehr bewegt und absolut begeistert. Ohne Frage 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2025

Mysteriöser Thriller

Die Bucht
0

„Die Bucht“ ist ein sehr kurzweiliger und mysteriöser Thriller, der sich durch den fesselnden Schreibstil sehr leicht lesen lässt. Mich hat die Geschichte von Anfang an gepackt und bis zum Schluss nicht ...

„Die Bucht“ ist ein sehr kurzweiliger und mysteriöser Thriller, der sich durch den fesselnden Schreibstil sehr leicht lesen lässt. Mich hat die Geschichte von Anfang an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Das Paar Nancy und Calder wagt einen kompletten Neuanfang. Sie ziehen vom wuseligen London auf eine abgelegene schottische Insel. Die Leute dort sind freundlich, haben aber auch viele Traditionen, die für Zugezogene sehr eigentümlich wirken.
Wir lernen Nancy und Calder als Liebespaar kennen. Sie sind zwei Charaktere, die auf den ersten Blick sympathisch wirken. Doch dann hat Calder einen Unfall, bei dem er fast stirbt und kehrt komplett verändert unter die Lebenden zurück.
Diesen Teil fand ich ausgesprochen spannend. Die Autorin baut sehr geschickt ein Mysterium auf, so dass man sich nicht sicher ist, ob es sich hier vielleicht um einen Thriller mit übersinnlichen Elementen handeln könnte.

Auch Nancy verändert sich im Laufe der Handlung und wurde immer weniger sympathisch. Man merkte, dass sie einiges verbirgt. Teilweise verhält sie sich allerdings ziemlich idiotisch (wer rennt bitte im Dunkeln einen ungesicherten Hang hinauf), aber genau dieses Verhalten trägt auch zur Spannung bei.
Eine offensichtliche Lösung wird präsentiert aber alle Charaktere, allen voran auch der Pfarrer Arran, wirken auf ihre Art so verdächtig, dass ich parallel diverse Theorien in Gedanken durchgespielt habe. Der naheliegenste Twist hat sich letztendlich bewahrheitet und ich war etwas enttäuscht, dass es am Schluss nicht noch einen großen wtf Moment gibt. Das wäre das Tüpfelchen auf dem i und der 5. Stern gewesen.
So vergebe ich 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2025

Zäh

Der dunkle Sommer
0

Nachdem „Wolfskinder“ und „Das Baumhaus“ Highlights für mich waren, habe ich quasi blind zu „Der dunkle Sommer“ gegriffen und habe mit sehr hohen Erwartungen das Lesen begonnen. Doch leider war der neue ...

Nachdem „Wolfskinder“ und „Das Baumhaus“ Highlights für mich waren, habe ich quasi blind zu „Der dunkle Sommer“ gegriffen und habe mit sehr hohen Erwartungen das Lesen begonnen. Doch leider war der neue Vera Buck Thriller nicht wirklich mein Fall. Für mich war es zu wenig Mysterium, zu wenig Twists und insgesamt war mir einfach zu wenig los.

Tilda flieht aus ihrem alten Leben und kauft sich für einen Euro eine Ruine in einem Geisterdorf in Italien, die sie selbst renoviert.
Die Ausgangssituation ist sehr vielversprechend. Ich stelle es mir super gruselig vor, in einem verlassenen Dorf zu leben, in dem es nur einen weiteren Bewohner gibt. Noch dazu in einem Haus, das mit Einschusslöchern verziert ist.

Tilda scheint die Vergangenheit von Botigalli allerdings gar nicht so sehr zu interessieren. Ganz im Gegenteil zu dem Journalisten Enzo, der ein Buch über die Ereignisse, die zum Verfall des Dorfes führten schreiben möchte. Doch seine Recherchen sind zäh und es ergab sich selten etwas Neues.

Am Besten fand ich die Perspektive aus Sicht von Franka, die in der Vergangenheit spielt, auch wenn diese ebenfalls sehr weit ausholt und in gemächlichem Tempo voranschreitet.

Es wundert mich, dass das Buch bereits so viele 5 Sterne Bewertungen hat. Ich habe mir wirklich schwer getan, überhaupt durchzukommen und habe sogar zwischendurch etwas anderes gelesen.
Es ging einfach so wahnsinnig lahm vorwärts und Tilda und ihr Bruder Nino waren keine besonders interessanten Charaktere. Mir war auch schon bald klar, wer hinter den seltsamen „Streichen“ steckt.
Zur Auflösung gab es endlich ein wenig mehr Action. Allerdings war es wirklich ein äußerst extremer Zufall, der dafür gesorgt hat, dass alles aus dem Ruder läuft.
Für mich war „Der dunkle Sommer“ leider nur so mittel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2025

Keine perfekte Ehe

Die Frau des Serienkillers
0

Beth und Tom führen ein glückliches Leben. Sie sind in ein tolles Haus auf dem Land umgezogen und Beth konnte sich den Traum vom eigenen Cafè erfüllen. Doch eines Tages steht die Polizei vor der Tür. Tom ...

Beth und Tom führen ein glückliches Leben. Sie sind in ein tolles Haus auf dem Land umgezogen und Beth konnte sich den Traum vom eigenen Cafè erfüllen. Doch eines Tages steht die Polizei vor der Tür. Tom wird mit dem Verschwinden seiner Exfreundin Kathie in Verbindung gebracht.

„Die Frau des Serienkillers“ wird überwiegend in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Beth erzählt. Zwischendurch gibt es Kapitel aus Sicht von Tom sowie von anderen Frauen. Der Schreibstil von Alice Hunter hat mir sehr gut gefallen. Der Thriller lässt sich leicht lesen und ich war wirklich interessiert, mehr herauszufinden.

Das Tom ein Mörder ist, sagt schon der Titel. Der deutlich spannendere Charakter war für mich Beth. Obwohl der Hauptfokus der Geschichte auf ihr lag, blieb sie mir lange rätselhaft, was aber wohl so gewollt ist. Sie wird als sympathische Cafèbesitzerin vorgestellt (tolle Idee übrigens mit dem Keramikcafé), wird im Lauf der Handlung allerdings immer ominöser. Die Vorwürfe gegen ihren Mann scheinen sie wenig zu berühren. Sie beginnt sogar zu daten, kaum dass Tom in U-Haft sitzt. Das fand ich alles sehr seltsam. Ich finde allerdings, es hätte der Spannung gut getan, wenn es schon im Mittelteil die ein oder andere Enthüllung gegeben hätte. Leider gab es nämlich bis zur Auflösung nie einen Twist, was ich für einen Thriller etwas mau finde.
Das Ende hatte ich so in der Art nicht vorhergesehen und fand es böse und gelungen, auch wenn ich Beths Verhalten schon äußerst überspannt finde. Man hätte die Probleme auch einfacher lösen können.

„Die Frau des Serienkillers“ hat mich gut unterhalten und ich bin auf die weiteren Bücher der Autorin gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere