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Veröffentlicht am 17.05.2020

Sommerlektüre

Finde mich. Jetzt
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Die drei Bücher von Kathinka Engels Reihe „Believe in second chances“ sind optisch perfekt aufeinander abgestimmt. Alle Cover zusammen vervollständigen das Infinity-Zeichen und verleiten dazu, die komplette ...

Die drei Bücher von Kathinka Engels Reihe „Believe in second chances“ sind optisch perfekt aufeinander abgestimmt. Alle Cover zusammen vervollständigen das Infinity-Zeichen und verleiten dazu, die komplette Serie zu kaufen.
Große Teile des Romans habe ich in der Sonne gelesen und habe zwischendurch immer wieder bewundert, wie schön die goldene Farbe im Licht glitzert.

Das Buch umfasst 52 Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht von Tamsin und Rhys geschrieben sind. Die Kapitel sind jeweils nur wenige Seiten lang, wodurch sich „Finde mich. Jetzt“ sehr zügig lesen lässt.
Kathinka Engel hat die übliche Rollenverteilung einmal umgedreht. Hier ist der Mann nicht der starke Retter auf dem weißen Pferd sondern in der Position, in der er Hilfe braucht und zurück ins Leben finden muss. Dieser Ansatz klang für mich so fesselnd, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Insgesamt fand ich es dann allerdings nur okay. Im Mittelteil war es etwas langatmig während sich auf den letzten Seiten die Ereignisse überschlagen.

Tamsin ging mir mit ihrer geschwätzigen und ewig positiven Art leider schon nach wenigen Seiten ziemlich auf die Nerven. Ihre Eigenart, mit den Fingern ein Quadrat zu formen und ein imaginäres Bild zu schießen ist zwar originell aber spätestens nach dem dritten Foto wurde es lächerlich. Sie ist einfach in ihrer ganzen Art sehr anstrengend. Sie redet sehr viel und hat von sich selber und ihrem Talent eine ziemlich hohe Meinung.
Tamsin studiert Literatur und ihre Lieblingsbücher sind allesamt Klassiker der Weltliteratur. Per se ist das ja schön, auch wenn ich es etwas unwahrscheinlich finde, dass so ein junger Mensch in seiner Freizeit am liebsten Tolstoi und ähnliches liest. Mir ist dies deswegen so negativ aufgefallen, weil „Finde mich. Jetzt“ in einem sehr einfachen Schreibstil verfasst wurde. Teilweise finden sich sogar Wiederholungen innerhalb eines Absatzes. Das Buch dient rein der Unterhaltung, man muss sich nicht besonders konzentrieren, liest es einfach so runter. Und dann wird einen eine Labertasche wie Tamsin vor die Nase gehalten: „Schaut hin, wie selbstbewusst sie ist, wie sie etwas aus ihrem Leben macht, so ein Schmachtfetzen, wie du ihn gerade liest, käme für sie niemals in Frage“. Na vielen Dank.
Die Sexszenen waren auch eher schlecht geschrieben. Er stöhnt, sie stöhnt, er stöhnt noch zweimal.

Rhys mochte ich dagegen sehr gerne. Er ist ein ruhiger Typ, der zu Unrecht sechs Jahre im Gefängnis verbracht hat. Seine Trauma wurden sehr realistisch und bewegend dargestellt. Mir hat gefallen, dass nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen für ihn war, so bald er Tamsin kennengelernt hatte, sondern dass es auch Momente des Zweifels, Rückschläge und Verzweiflung gab.

Rhys und auch sein Freund Malik haben das Buch, von dem ich nach dem Klappentext einfach mehr erwartet habe, für mich gerettet. Auch das Wiedersehen von Rhys und seiner Schwester war sehr berührend.
Ich bin noch unentschlossen, ob ich diese Serie weiterverfolgen werde. Zelda ist mir viel sympathischer als Tamsin und so könnte es durchaus sein, dass ich „Halte mich. Hier“ eine Chance gebe.

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Veröffentlicht am 16.05.2020

Wichtiger Inhalt

Margos Töchter
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Eins meiner Jahreshighlights 2016 war der Roman „Ab heute heiße ich Margo“.
Meine Rezension endete damals mit „Das Buch hätte gerne noch viel mehr als 600 Seiten haben können“. Vier Jahre später wurde ...

Eins meiner Jahreshighlights 2016 war der Roman „Ab heute heiße ich Margo“.
Meine Rezension endete damals mit „Das Buch hätte gerne noch viel mehr als 600 Seiten haben können“. Vier Jahre später wurde dieser Wunsch ganz überraschend erfüllt. Ich war völlig begeistert, als ich gesehen habe, dass Cora Stephan einen Nachfolgeroman mit dem Titel „Margos Töchter“ verfasst hat.
Wie bereits der Titel verrät, befasst sich diese Fortsetzung mit den Nachfahren von Margo Seliger. Die Geschichte beginnt in den 60er Jahren, ein Jahrzehnt, dass viel zu selten in Romanen behandelt wird. Es war eine spannende Zeit für die Menschen. Alles schien möglich, gleichzeitig gab es neue Bedrohungen wie z. B. die Terroristen der RAF.
Wir befinden uns momentan mitten in einer weltweiten Gesundheits- und Wirtschaftskrise.
„Margos Töchter“ führt dem Leser vor Augen, dass die Menschheit schon immer mit Krisen zu kämpfen hatte und diese irgendwie überstanden hat. Diese Erinnerung hat fast schon etwas tröstliches. Gleichzeitig ist es schockierend, wie lange Themen wie Waldsterben, Ausbeutung von Menschen und Schäden an unserem Planeten bereits bekannt sind und wie wenig sich in manchen Bereichen bis heute getan hat.
Dieser Roman ist ein wenig wie eine Geschichtsstunde. RAF, Tschernobyl, Raumfahrt, Stasi... um nur ein paar Themen zu nennen, die in die Handlung eingebunden wurden.
Cora Stephan erzählt deutschen Geschichte ohne dabei langweilig oder trocken zu werden. Man kann sich aus diesem Buch wirklich einiges an Wissen mitnehmen. Sowohl über die Politik als auch über die Einstellungen der Menschen.
Verpackt wurde alles in die Identitätssuche von Jana, Margos Enkeltochter. 2011 wird ihre Anfrage auf Einsicht in die Stasiakte ihrer Adoptivmutter Leonore bewilligt. Sie hofft, endlich Klarheit über deren Tod und auch über ihre leibliche Mutter zu finden.
Die Geschichte befasst sich zunächst schwerpunktmäßig mit Leonore, und begleitet diese von ihren Teenagerjahren bis zu ihrem Leben als Ehefrau und Mutter.
Das letzte Drittel legt den Fokus auf Clara, Janas biologische Mutter. Mit gerade einmal 13 Jahren wurde sie vom Ministerium für Staatssicherheit angeworben. Unfassbar, dass noch nicht einmal vor Kindern halt gemacht wurde.
Clara war mir mit ihrer Linientreue nicht wirklich sympathisch. Dennoch hatte ich großes Mitleid mit ihr. Sie wurde ihr ganzes Leben lang als vorbildliche Genossin geformt und war der DDR noch weit über die Wiedervereinigung hinaus treu ergeben. Viel zu spät erkennt sie, dass sie ihr privates Glück – ihr komplettes Leben – für einen Staat geopfert hat, der sie nur ausgenutzt hat.
„Margos Töchter“ ist ein fesselnder und lehrreicher Roman, dem ich jedem nahelegen kann. Er befasst sich mit der Vergangenheit Deutschlands und ist dabei gleichermaßen brandaktuell.
Das Cover hat mich übrigens an eine Zigarettenwerbung erinnert. Zum Glück wurde in dem Roman nicht so viel geraucht, wie man nach diesem Bild vermuten könnte.

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Veröffentlicht am 08.05.2020

Wer ist Sally?

Das Gerücht
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Nach dem Umzug von London in das kleine Küstenstädtchen Flinstead hat Jo Schwierigkeiten Anschluss zu finden. Dies ändert sich, nachdem sie verlauten lässt, eine Kindermörderin würde in der Stadt wohnen. ...

Nach dem Umzug von London in das kleine Küstenstädtchen Flinstead hat Jo Schwierigkeiten Anschluss zu finden. Dies ändert sich, nachdem sie verlauten lässt, eine Kindermörderin würde in der Stadt wohnen. Plötzlich interessieren sich die anderen Mütter mehr für Jo, doch diese bereut schon bald ihre so unbedacht daher gesagten Worte. Eine Ladenbesitzerin gerät in den Mittelpunkt des Gerüchts, ihre Scheiben werden eingeschlagen, sie hat mit Rufmord zu kämpfen. Aber ist sie überhaupt die Mörderin?

„Das Gerücht“ von Lesley Kara hat einen sehr interessanten Plot. Nachdem ich den Roman in der Vorschau gesehen habe, ist er direkt auf meine „Muss ich lesen“ Liste gewandert.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Schon auf den ersten Seiten wird das Gerücht gestreut.
Ich hatte mir vorgestellt, dass sich das Buch damit auseinander setzt, wie schnell man jemanden diffamieren kann. Außerdem dachte ich, es ginge noch um die Frage, ob ein Mörder seine Schuld irgendwann verbüßt hat und wieder am Leben teilhaben kann.
Letzteres fand in dem Roman überhaupt keinen Platz.
Auch die Sache mit der Gerüchteküche rückt schnell ein wenig an den Rand. Letztendlich geht es darum Sally McGowan, die Kindermörderin, zu entlarven.
Es gibt eine große Anzahl von Charakteren. Jeder könnte es sein, jeder scheint verdächtig. Ich muss zugeben, dass ich mit all den Namen manchmal ein wenig durcheinander gekommen bin. So viele Kinder, Mütter und deren Mütter sind mir hier begegnet.
Witzig fand ich, dass ich jeden Twist ungefähr drei Zeilen vor Joanna habe kommen sehen. Nachdem der Mittelteil ein wenig langatmig war, wurde das Buch gegen Ende noch einmal spannend.
So richtig vom Hocker hauen konnte mich „Das Gerücht“ allerdings nicht. Irgendwie hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Ich hatte den Eindruck, dass einiges nur angekratzt wurde. Alfies Mobbing zum Beispiel. Oder die Sache mit der Ladenbesitzerin.
Der letzte Satz ließ mich dann auch noch ziemlich verwirrt zurück.

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Veröffentlicht am 30.04.2020

Durchhalten lohnt sich

Der Klang des Herzens
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Da mir die Romane von Jojo Moyes bisher immer sehr gut gefallen haben, war ich auf ihr neues Buch „Der Klang des Herzens“ sehr gespannt.
Zunächst einmal musste ich allerdings feststellen, dass die Protagonistin ...

Da mir die Romane von Jojo Moyes bisher immer sehr gut gefallen haben, war ich auf ihr neues Buch „Der Klang des Herzens“ sehr gespannt.
Zunächst einmal musste ich allerdings feststellen, dass die Protagonistin Isabel zu dem Typ Frauen gehört, mit dem ich überhaupt nichts anfangen kann. Sie ist völlig unselbständig und hat sich bisher immer auf ihren Ehemann verlassen. Von Geldangelegenheiten, sei es auch nur das Begleichen von Rechnungen, hat sie überhaupt keine Ahnung. Diese Frau wird nun also Witwe und ist fortan für ihre beiden Teenagerkinder allein verantwortlich. Ein überraschendes Erbe kommt wie gerufen. Doch das geerbte Haus ist zwar riesig aber auch eine ziemliche Bruchbude. In ihrer Naivität wird Isabel von Bauleiter Matt schamlos ausgenutzt, denn dieser folgt seiner ganz eigenen Agenda.
Die ersten 150 bis 200 Seiten empfand ich wirklich mehr anstrengend als unterhaltsam. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, wie man sich das Geld so aus der Tasche ziehen lassen kann. Matt hat keinen Funken Anstand im Leib. Er betrügt seine Frau nach Strich und Faden und würde über Leichen gehen um sein Traumhaus zu bekommen.
Wen ich von Anfang an sehr mochte ist Kitty – Isabels Tochter. Für ihr Alter ist sie sehr klug. Sie nimmt die Dinge in die Hand und ist das komplette Gegenteil ihrer Mutter.
Auch die „Vettern“ - die Inhaber des Dorfladens – konnten mich gut unterhalten. Die Szenen im Laden wirken oft so altmodisch, dass ich mich mehrmals gewundert habe, wenn plötzlich von Handys die Rede war. Bis ich mich daran erinnert habe, dass der Roman in der Gegenwart spielt.
Mein eigentlicher Held der Geschichte war Byron. Wer eine Schwäche für missverstandene Bad-Boys hat wird diesen Mann lieben. Je präsenter er in die Handlung eingebunden wurde, desto besser hat mir der Roman gefallen. Zum Glück entwickelt sich auch Isabel weiter. Sie wacht aus ihrer Traumwelt auf und übernimmt mehr Verantwortung für ihr Leben.
„Der Klang des Herzens“ hat für mich schwach angefangen aber ab der Hälfte des Buches steigert es sich von Kapitel zu Kapitel und konnte mich doch noch richtig in den Bann ziehen.
Nicht der beste Roman der Autorin aber dennoch gut.

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Veröffentlicht am 24.04.2020

Chaotische Geschichte von mittlerer Spannung

VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis
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Um die Bücher von Claire Douglas schleiche ich schon seit einer Weile herum. Die Klappentexte klingen immer sehr spannend, die durchwachsenen Bewertungen haben mich bisher jedoch abgehalten.
„Vergessen ...

Um die Bücher von Claire Douglas schleiche ich schon seit einer Weile herum. Die Klappentexte klingen immer sehr spannend, die durchwachsenen Bewertungen haben mich bisher jedoch abgehalten.
„Vergessen – Nur du kennst das Geheimnis“ war nun also Claire Douglas erster Thriller, der es in meine Hand geschafft hat.
Kirsty und Aiden haben sich zu einem Neuanfang entschlossen. Zusammen mit Kirstys Mutter eröffnen sie in Wales eine Pension. Was mir von Anfang an unlogisch erschien war, dass im Grunde niemand wirklich Lust hat ein Gästehaus zu führen. Aiden hat immer noch mit den Nachwehen einer Krise zu kämpfen und möchte am liebsten alleine in einem Zimmer sitzen um an seinem Roman zu schreiben. Kirsty ist abhängig von Asthma Spray. Schon bevor die ersten Gäste anreisen, malt sie sich Horrorszenarien aus. Die Anwesenheit von Fremden im Haus empfindet sie höchst beängstigend. Wie man mit dieser Einstellung eine Pension eröffnen kann ist mir rätselhaft.
Das Eröffnungswochenende ist dann mehr eine Familienzusammenführung. Neben Kirstys Bruder Nathan findet sich auch Cousine Selena ein, zu der Kirsty seit Jahren keinen Kontakt hatte. Selena war schon immer für ihre Fantasie bekannt. Auch jetzt hat sie einige wilde Geschichten im Gepäck. Gewalttätiger Ehemann, kranke Tochter, aufdringlicher Liebhaber...
Das Familientreffen währt nicht lange, denn Kirstys Ängste werden tatsächlich war. Es hat sich ein Mörder eingeschlichen – das Opfer ist Selena.
Schon der Klappentext verrät das Verbrechen. Man muss allerdings bis zur Hälfte des Buchs lesen, bis es dazu kommt. Der Leichenfund ist auch etwas eigenwillig geschrieben. Bereits der Prolog erzählt die betreffende Szene. Dann springt die Geschichte chronologisch zurück um später die selbe Szene mit haargenau identischer Wortwahl ein zweites Mal zu beschreiben.
Ein bisschen hat mich das Buch an Agatha Christie erinnert. Ein Haufen Menschen findet sich in einem Haus ein und plötzlich gibt es einen Toten und viele Verdächtige.
„Vergessen“ ist eine wilde Geschichte. Es gibt viele Verstrickungen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern. Jeder hat seine Geheimnisse. Manche Sachen, wie z. B. Die Krankheit von Selenas Tochter Ruby, waren für mich extrem vorhersehbar.
Andere Dinge kamen mir sehr unlogisch vor. Zum Beispiel macht es überhaupt keinen Sinn, warum Kristy Selenas Lügen vertuscht als diese bereits tot ist und die Geheimnisse ihrer Mutter und ihres Bruders wahrt, obwohl sie sich so selbst zur Verdächtigen macht.
„Vergessen“ soll ein Thriller sein. Der Klappentext verspricht sogar, dass es einem eiskalt den Rücken herunter laufen würde. Das kann ich nicht bestätigen. Ich fand das Buch okay und war auch irgendwie neugierig, wer Selena umgebracht hat, aber wirkliche Spannung wollte bei mir nicht aufkommen.
Es gibt immer wieder Andeutungen von Spuk und einem verfluchten Haus aber dies führt letztendlich ins Nirgendwo.
Die Auflösung war dann auch nicht so böse, wie ich es für einen Thriller erwartet hätte. Ich hatte mir vorgestellt, dass das Geheimnis aus Kristys und Selanas Vergangenheit, welches immer wieder angesprochen wird, eine wichtige Rolle bei den Ereignissen der Gegenwart hat.
Aber es verläuft alles so im Sande.
Kann man mal lesen, aber ist kein Muss.

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