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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2024

Gut durchdacht und kurzweilig

Glutmoor (Janosch Janssen ermittelt 2)
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Der Autor Lars Engels war mir bisher nicht bekannt, aber nun werde ich mir seinen Namen auf jeden Fall merken, denn „Glutmoor“ hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Es handelt sich hier um einen Ermittlerkrimi, ...

Der Autor Lars Engels war mir bisher nicht bekannt, aber nun werde ich mir seinen Namen auf jeden Fall merken, denn „Glutmoor“ hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Es handelt sich hier um einen Ermittlerkrimi, der mich in Sachen Aufbau, Spannung, Thematik und Charaktere komplett überzeugt hat.
Selbst wenn ich länger überlegen würde, könnte ich nichts negatives über dieses Buch sagen.

Lars Engels fackelt nicht lange und startet seinen Krimi mit einer Bluttat, die durch Skrupellosigkeit und Gewalt schockiert. Als Carina von der Nachtschicht kommt, findet sie ihre Eltern, ihren Bruder und ihren Neffen erschossen vor. Wer sollte einen Grund haben, diese nach außen normale Familie so sehr zu hassen?

Schnell tauchen die ersten Verdächtigen und eine breit gefächerte Variation an Szenarien auf. Verbindungen zum rechten Millieu, ein Arbeitsunfall in einem Werk in Rumänien und eine Republikflucht aus der DDR im Jahr 1983 bieten Ansatzpunkte.

„Glutmoor“ ist ein vielschichtiger Krimi, der sowohl geschichtliche als auch aktuelle Themen miteinander verknüpft. Durch die vielen Verdächtigen kommt man als Leser immer wieder ins Wanken und muss seine Theorien neu anpassen.
Die Auflösung fand ich ausgesprochen clever und schlüssig.
Auch der Ermittler Janosch Jansen und seine oft etwas ruppige Chefin Diana haben mir gut gefallen.
Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Zwischen Romance und Gewalt

Letzte Lügen
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Will und Sara haben geheiratet und befinden sich auf Hochzeitsreise. Diese zwei sind ein absolut süßes Paar. Der Umgang der beiden miteinander ist so liebevoll, dass einem das Herz aufgeht. Dadurch ist ...

Will und Sara haben geheiratet und befinden sich auf Hochzeitsreise. Diese zwei sind ein absolut süßes Paar. Der Umgang der beiden miteinander ist so liebevoll, dass einem das Herz aufgeht. Dadurch ist der Thriller eine tolle Mischung aus Liebesdrama, Familiendrama und brutaler Gewalt, die unter die Haut geht.

Will und Sara ist kein erholsamer Honeymoon vergönnt. Schon am ersten Abend stirbt Mercy – eine der Inhaberinnen der Ferienlodge – in Wills Armen. Sie wurde brutal ermordet. Ohne Frage, dass sich die Flitterwöchler sofort in den Fall einmischen. Sie scheinen die Einzigen zu sein, die tatsächlich an der Aufklärung interessiert sind, denn innerhalb Mercys Familie herrscht eine Menge Zwist und Aggression.

Karin Slaughter hat in „Letzte Lügen“ eine Ausgangssituation erschaffen, die an Agatha Christie erinnert. Ein abseits gelegenes Feriendorf, dass nur zu Fuß zu erreichen ist, umgeben von Wäldern und Seen. Dazu erschwerter Zugang zu W-lan und Telefonempfang.
Der Thriller startet richtig stark. Der Mord passiert auf den ersten Seiten und man ist sofort mittendrin. Nach diesem packenden Einstieg musste ich zu meiner Enttäuschung feststellen, dass die Spannung nach den ersten 150 bis 200 Seiten deutlich nachlässt. Es gibt sehr viele Charaktere, die vernommen werden müssen, die auch einiges zu erzählen haben – relevantes und nebensächliches und all das zieht sich auf Dauer ganz schön in die Länge. Die Kapitel sind für meinen Geschmack auch viel zu lang, so dass ich teilweise mitten im Kapitel unterbrechen musste, da ich keine Zeit mehr zum Lesen hatte.
Als ¾ des Buches rum waren, wurde mir bewusst, dass ich im Grunde nicht viel schlauer bin, als zu Beginn.
Zum Ende hin zieht das Tempo erfreulicherweise doch nochmal an und die Autorin überrascht mit einigen Twists, die kurz aufeinander folgen. Die Enthüllung hat es wirklich in sich und ist voller erschütternder Tragik und Grausamkeit. Es macht einen sprachlos, wie ekelhaft die Familie McAlpin ist und es ist schön, dass Karin Slaughter als Gegenpol das Team vom GBI erschaffen hat, deren umsichtiger Umgang untereinander eine Wohlfühlatmosphäre schafft. Neben Will und Sara mag ich auch Faith ausgesprochen gerne.

Insgesamt war „Letzte Lügen“ ein Thriller mit auf und Abs für mich, dem ein paar Kapitel weniger gut getan hätten.

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Veröffentlicht am 27.07.2024

Rückblickend sinnloser Aufbau

Hinter diesen Türen
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Auf den ersten Blick scheint Rowan einen Traumjob als Nanny an Land gezogen zu haben. Ein exorbitantes Gehalt, Kost, Logis und ein luxuriöses Anwesen, wie man es sich kaum vorstellen kann. Schon am ersten ...

Auf den ersten Blick scheint Rowan einen Traumjob als Nanny an Land gezogen zu haben. Ein exorbitantes Gehalt, Kost, Logis und ein luxuriöses Anwesen, wie man es sich kaum vorstellen kann. Schon am ersten Tag begeben sich die Eltern auf Geschäftsreise und die drei Kinder entpuppen sich als Biester. Das Smarthome spielt verrückt und merkwürdige Geräusche rauben Rowan den Schlaf.

Die Prämisse hinter „Hinter diesen Türen“ klang wirklich gut. Die Umsetzung war dann doch eher naja. Dabei hat mir der Aufbau zunächst einmal gut gefallen. Es wimmelt nur so von seltsamen Vorkommnissen. Die Eltern und der Gärtner verhalten sich sehr verdächtig. Alles Sonderbare wie die alles dominierende App Happy oder ein geheimer Raum hinter Rowans Zimmer entpuppen sich allerdings als völlig unerheblich, wodurch die Geschichte rückblickend ziemlich sinnlos wirkt. Die Auflösung kam auf der letzten Seite. Ich habe es nicht kommen sehen, fand es aber trotzdem lahm, da spontan eine mehr oder weniger sinnige Erklärung aus dem Hut gezaubert wurde.

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Veröffentlicht am 27.07.2024

Der rote Faden fehlt

Keine Reue
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Die Bücher von Ellen Sandberg lese ich gerne und freue mich auf jede Neuerscheinung. Manches mal habe ich bemängelt, dass sich die Geschichten zu sehr ähneln. Das ist bei „Keine Reue“ keineswegs der Fall. ...

Die Bücher von Ellen Sandberg lese ich gerne und freue mich auf jede Neuerscheinung. Manches mal habe ich bemängelt, dass sich die Geschichten zu sehr ähneln. Das ist bei „Keine Reue“ keineswegs der Fall. Die Grundidee fand ich ausgesprochen interessant. Das Ehepaar Barbara und Gernot lebt heute ein wohlsituiertes Leben, doch in ihrer Jugend waren sie Mitglieder der RAF. Das fand ich so spannend, dass ich in nächster Zeit noch mehr über die RAF lesen möchte. In „Keine Reue“ bleibt alles recht oberflächlich und fiktiv. In geschichtlicher Hinsicht kann man sich aus diesem Buch nicht wirklich etwas mitnehmen.

In der Gegenwart dreht sich die Handlung um Ben, den Sohn von Barbara und Gernot. Nachdem er Opfer einer Messerstecherei wurde, leidet er, was den Tathergang betrifft, an Amnesie. Ein Zustand, der ihm bei traumatischen Ereignissen schon öfter passiert ist. Polizistin Charlotte versucht ihm zu helfen, sich an die Geschehnisse zu erinnern.

In einem parallelen Handlungsstrang werden Barbara und Gernot von der Vergangenheit eingeholt und dabei geht es wirklich ausgesprochen kunterbunt zu, so dass man sich nur immer wieder über diese irgendwie skurril anmutende Kaltblütigkeit und Gewalt wundern kann. Generell sind Barabara und Gernot extreme Unsympathen, die exklusiv an sich selber denken.
Ben war im Vergleich dazu der deutlich nettere Protagonist.
Allerdings fragte ich mich immer wieder, was denn nun der rote Faden der Geschichte sein soll und was diese Handlungsstränge miteinander zu tun haben.
Insgesamt fand ich das Buch in Ordnung, teilweise etwas langweilig und oberflächlich. Mit hat der Zusammenhang zwischen den Ereignissen gefehlt. Für mein Empfinden ist dies leider das bisher schlechteste Buch von Ellen Sandberg.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Beeindruckendes Portrait

Romy. Mädchen, die pfeifen
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„Romy, Mädchen die pfeifen“ ist der Abschluss der Mütter-Trilogie von Felicitas Fuchs. Die Reihe umfasst 3 Bände á 600 Seiten. Durch den sehr interessanten Inhalt und den ausgesprochen lebendigen Schreibstil ...

„Romy, Mädchen die pfeifen“ ist der Abschluss der Mütter-Trilogie von Felicitas Fuchs. Die Reihe umfasst 3 Bände á 600 Seiten. Durch den sehr interessanten Inhalt und den ausgesprochen lebendigen Schreibstil verfliegen die Kapitel wie nichts.

Band 3 beginnt in den 80er Jahren und geht bis in die Gegenwart. Das Buch hat den Wunsch in mir ausgelöst, mehr Romane zu lesen, die in den 80ern spielen. Dies ist die Zeit meiner Kindheit und ich finde es interessant, über die gesellschaftliche und politische Situation zu lesen. Vieles ist mir bekannt und so gab es öfters einen „Ach ja“ Effekt.

Es fällt mir etwas schwer, zu diesem Buch eine „normale“ Rezension zu schreiben und die Handlung und die Charaktere zu bewerten. Diese Reihe beruht nämlich auf der Familiengeschichte von Felicitas Fuchs und Romy ist die Autorin selbst. Diese Tatsache macht die Ereignisse in dem Buch noch heftiger. Teilweise ist es wirklich ganz schön krasser Tobak, was dort passiert. Insbesondere das lang gehütete Familiengeheimnis ist so verrückt, dass man es unrealistisch finden würde, wäre es Fiktion. Aber es ist tatsächlich passiert.

Für mich war Romy eine bewundernswerte Frau. So kommt aus einem sozial schwachen Elternhaus. Ihre Mutter und ihr Vater sind beide dem Alkohol zugetan und sie erfährt wenig Zuneigung von ihnen. Trotzdem gelingt es ihr, ihr Leben in die Hand zu nehmen, obwohl ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Sie gibt nicht auf und kann sich manchen Traum erfüllen.
Am meisten beeindruckt hat mich, wie sie an ihrer Mutter Hanne festhält, obwohl diese sich einfach unterirdisch und lieblos verhält. Niemand würde es ihr übel nehmen, wenn sie den Kontakt abbricht.

Ich fand diese Reihe sehr lesenswert und vergebe 5 Sterne für „Romy, Mädchen die pfeifen“.

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