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Veröffentlicht am 27.11.2020

Ruhigere Fortsetzung

Im Zeichen der Mohnblume - Die Kaiserin
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Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin von R.F. Kuang
erschienen bei Blanvalet

Zum Inhalt

Rin ist auf der Flucht. Noch immer verfolgen sie die Gräueltaten, die sie begangen hat, um ihr Volk zu retten. ...

Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin von R.F. Kuang
erschienen bei Blanvalet

Zum Inhalt

Rin ist auf der Flucht. Noch immer verfolgen sie die Gräueltaten, die sie begangen hat, um ihr Volk zu retten. Sie ist dem Opium verfallen und folgt auf Gedeih und Verderb den tödlichen Befehlen von Phoenix, dem erbarmungslosen Gott, der Rin ihre beängstigende Kraft verliehen hat. Rins einziger Grund weiterzuleben, ist der Wunsch nach Rache an der verräterischen Kaiserin, die ihre Heimat Nikan an ihre Feinde ausgeliefert hat. Rin hat keine andere Wahl, als sich mit dem mächtigen Drachenkriegsherrn zu verbünden. Dieser plant Nikan zu erobern, die Kaiserin zu stürzen und eine neue Republik zu gründen. Rin schließt sich seinem Krieg an. Denn schließlich ist kämpfen das, was sie am besten kann …
(Quelle: Verlag)

Zum Buch

Da es sich bereits um den 2. Teil der Reihe handelt, weise ich auf eine gewisse SPOILERGEFAHR hin!

Das Cover dieser Fortsetzung ist wieder wunderschön und steht dem Vorgänger in nichts nach. Die gewählte Farbe ist dieses Mal ein kräftiges Blau, was mir sehr gut gefällt und einen schönen Kontrast zum Rot von Band 1 bildet. Erzählt wird die Story in der dritten Person, es gibt eine Karte in den Buchdeckeln und die Fortsetzung ist noch seitenstärker als der Auftakt.

Rin hat mir schon im ersten Teil recht gut gefallen, auch wenn ich so manches Mal ihre Handlungsweise nicht ganz nachvollziehen konnte und sie auch nicht der „typische“ Charakter ist, dem die Sympathien nur so zufliegen. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb interessierte mich ihr Weg umso mehr.
Band 1 war teilweise schon sehr düster, bedrückend und auch manchmal verstörend. Hier wird es ein wenig heller und die Beschreibung der verschiedenen Grausamkeiten treten ein wenig in den Hintergrund. Darüber war ich schon sehr froh, denn Band 1 hat mir da doch einiges abverlangt … In diesem Teil war man wenigstens auf alle Eventualitäten vorbereitet und daher ein wenig gewappneter. Doch die Autorin hat hier ihr Augenmerk mehr auf die Ruhe und das fernöstliche Flair gelegt – kein Fehler in meinen Augen.

R.F. Kuang konnte mich mit dem Mittelband ihrer Trilogie wesentlich mehr gefangen nehmen als mit dem Auftakt. Sie ändert ihre Strategie und lässt anderen Dingen als Vergewaltigungen, Demütigungen und Abschlachtungen ihren Raum, was mir wesentlich besser gefiel. Lange Zeit war ich unschlüssig, mich überhaupt an die Fortsetzung zu wagen, aber ich bin froh, dass ich es getan habe. Obwohl das Buch mit knapp 800 Seiten ein richtiger Schinken ist, habe ich es beim Lesen nicht so empfunden. Ich wurde durch den super Schreibstil in Rins Welt gezogen und verfolgte die Ereignisse gespannt. Im Grunde könnte man diesen Teil als „typischen“ Mittelband bezeichnen, in dem jetzt nicht allzu viel passiert, er aber nötig ist. Dazu muss ich aber sagen, dass gerade bei dieser Reihe eine Atempause sehr guttat. Alle Weichen sind auf Finale gestellt und ich bin sehr gespannt, wie sich dieses gestalten wird.


Die Reihe

Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin
Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin
The Burning God (Originalausgabe)

Zum Autor

Rebecca F. Kuang wanderte im Jahr 2000 aus Guangzhou, China, in die USA aus. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in International History von Georgetown, wo sie sich auf chinesische Militärstrategien, kollektive Traumata und Kriegsdenkmäler konzentrierte. Im Jahr 2018 erhielt sie ein Stipendium und studiert seitdem an der University of Cambridge Sinologie. Rebecca F. Kuang liebt Corgis, trinkt gerne guten Wein und guckt immer wieder die Fernsehserie »Das Büro«.


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800 Seiten
übersetzt von Michaela Link
ISBN 978-3-7341-6231-2
Preis: 16 Euro
erschienen bei https://www.randomhouse.de/Verlag/Blanvalet/1000.rhd
Leseprobe https://www.randomhouse.de/Paperback/Im-Zeichen-der-Mohnblume-Die-Kaiserin/R-F-Kuang/Blanvalet/e555245.rhd

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2020

Richtig gut

Die Rabentochter
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Die Rabentochter von Karen Dionne
erschienen bei Goldmann

Zum Inhalt

Fünfzehn Jahre ist es her, dass die damals 11-jährige Rachel Cunningham ihre Mutter erschoss. Ein tragischer Unfall – so ihre Erinnerung. ...

Die Rabentochter von Karen Dionne
erschienen bei Goldmann

Zum Inhalt

Fünfzehn Jahre ist es her, dass die damals 11-jährige Rachel Cunningham ihre Mutter erschoss. Ein tragischer Unfall – so ihre Erinnerung. Seither lebt Rachel freiwillig in einer psychiatrischen Klinik, ohne ihre Schuldgefühle je überwunden zu haben. Doch Trevor Lehto, ein Bekannter und angehender Journalist, möchte für eine Reportage mehr über den damaligen Fall herausfinden. Auch in Rachel erwacht der Wunsch, sich endlich der ganzen Wahrheit zu stellen. Wild entschlossen verlässt sie die Klinik und fährt zu ihrer Tante Charlotte und ihrer Schwester Diana, die im Elternhaus von Rachel und Diana leben, einem herrschaftlichen Jagdhaus. Damit begibt sich Rachel jedoch in höchste Gefahr, denn die beiden hüten ein tödliches Geheimnis ...
(Quelle: Verlag)

Zum Buch

Das Cover dieses Psychothrillers strahlt auf den ersten Blick schon etwas unheimlich Mysteriöses aus, was mir sehr gut gefiel. Es passt auch hervorragend zu der herrschenden Atmosphäre in der Story. Diese wird in der ersten Person geschildert, aus zwei verschiedenen Perspektiven.

Rachel ist schon eine spezielle junge Frau. Nicht nur, dass sie seit vielen Jahren freiwillig in einer Psychiatrie lebt, sie hat auch eine lebhafte Fantasie. Oder sind manche Dinge doch real? So ganz weiß man es als Leser nicht wirklich, was aber einen besonderen Reiz ausmacht. Rachel begibt sich zusammen mit Trevor auf eine Spurensuche, denn durch eine bestimmte Ungereimtheit bei den polizeilichen Beweisen zweifelt sie mittlerweile daran, ihre Mutter erschossen zu haben. Während sie versucht, das Puzzle zusammenzusetzen, tauchen immer mehr Erinnerungen auf, was die Autorin spannend verpackt hat. Mir tat Rachel leid, dass sie sich schon so viele Jahre quält, aber wenigstens nimmt sie nach Jahren ihren Mut zusammen und begibt sich auf eine Reise, die ihr weiteres und im Grunde auch ihr bisheriges Leben total verändert.
Die zweite Perspektive in dieser Geschichte gehört Rachels Mutter Jenny und führt uns Leser in eine Zeit zurück, die schon sehr lange vergangen ist. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, ebenso wenig wie mit der Richtung, die die Story nach gut 40 Seiten schon einschlägt. Da finde ich es klasse, dass der Originaltitel nicht wörtlich in den vorliegenden deutschen Titel übersetzt wurde. Denn das Original lässt schon einige andere Schlüsse zu …

Karen Dionne hat einen richtig guten Psychothriller hingelegt, der mich so manches Mal noch überrascht zurückließ. Nicht in jeder Situation, denn einiges konnte ich mir schon richtig erschließen, aber das war gar nicht weiter tragisch. Vor allem nahm die Geschichte gerade in der Vergangenheits-Perspektive eine wirklich dramatische Entwicklung, so dass ich die Gefühle der gerade handelnden Person fast körperlich spüren konnte. Da hätte ich gerne die Vorhersehbarkeit vorhersehbar sein lassen und trotzdem Bestwertung vergeben. Aber leider kamen gerade zum Ende hin einige Stolpersteine, die den Abschluss für mich nicht ganz rund machten. Keine 100 prozentige Stimmigkeit und das ein wenig zu überhastetes Ende lassen das Buch für mich ganz knapp an den fünf Sternen vorbeisausen. Mir gefielen aber der Schreibstil, die Idee, das Setting mit dem einsamen Jagdhaus im Wald und auch die ungewöhnliche oder vielmehr spezielle Familiengeschichte von Rachel sehr gut. Es geht hier viel um die Verbundenheit mit der Natur, die Tiere und das Trostfinden. Außerdem werden im weiteren Story-Verlauf immer mehr menschliche Abgründe aufgedeckt, die wirklich erschreckend sind … Insgesamt kann ich euch diesen Psychothriller nur empfehlen und ich werde mir auch noch Die Moortochter der Autorin näher ansehen.


Zum Autor

Karen Dionne hat in jungen Jahren mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter ein alternatives Leben in einer Hütte auf der Upper Peninsula geführt. Ihre Erfahrungen in der Wildnis von Michigan inspirierten sie zu ihrem Psychothriller-Debüt und großen Bestseller »Die Moortochter«, dem mit »Die Rabentochter« wieder ein packender Psychothriller folgt. Heute lebt Karen Dionne mit ihrem Mann in einem Vorort von Detroit, wo sie an weiteren Spannungsromanen schreibt.


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352 Seiten
übersetzt von Andreas Jäger
ISBN 978-3-442-48934-3
Preis: 13 Euro
erschienen bei https://www.randomhouse.de/Verlag/Goldmann/4000.rhd
Leseprobe https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Rabentochter/Karen-Dionne/Goldmann/e553819.rhd

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag


An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2020

Besser als Band 1

Eve of Man (2)
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Eve of Man (2) Die Rebellin von Giovanna und Tom Fletcher
erschienen bei dtv Hanser

Zum Inhalt

Eve, die letzte Frau der Menschheit, konnte mithilfe von Bram aus dem Turm, in dem sie seit ihrer Geburt ...

Eve of Man (2) Die Rebellin von Giovanna und Tom Fletcher
erschienen bei dtv Hanser

Zum Inhalt

Eve, die letzte Frau der Menschheit, konnte mithilfe von Bram aus dem Turm, in dem sie seit ihrer Geburt gefangen war, fliehen. Und damit hat sie das System, das sie manipuliert, unterdrückt und instrumentalisiert hat, verlassen. ‒ Aber auch die Mütter, die sie 16 Jahre geliebt und versorgt haben.
Für einen kurzen Moment ist die Freiheit greifbar. Doch die Welt, die Eve nicht kennt, ist ein gefährlicher Ort. Als sich das Netz der Verfolger immer enger um sie zuzieht, muss sich Eve fragen, ob sie nicht ein Gefängnis gegen ein anderes getauscht hat. Wieder will man sie für eigene Zwecke einspannen. Eve und Bram müssen sehr genau schauen, wem sie vertrauen. Und auf Eve lastet darüber hinaus die Verantwortung, die sie als letzte Frau für die Menschheit hat.
(Quelle: Verlag)

Zum Buch

Da es sich bereits um den 2. Teil der Reihe handelt, weise ich auf eine gewisse SPOILERGEFAHR hin!

Das Cover ist ähnlich wie bei Band 1 und schimmert ein wenig. Von den Farben her gefällt es mir noch einen Tick besser. Die Story wird erneut im personalen Erzählstil geschildert, dieses Mal kommt aber zu Eve und Bram noch die Perspektive von Michael hinzu.

Die Geschichte startet dort, wo der Auftaktband endete. Neu ist, dass einige Momente aus dem Vorgängerband jetzt aus der Sicht des Gardisten Michael geschildert werden, was ich aber sehr interessant und gut zum Wiedereinsteigen fand. Somit findet sich der Leser mitten im Getümmel wieder, was für einen rasanten Start sorgt. Überhaupt empfand ich diesen Teil wesentlich actionreicher als den Vorgänger. Doch auch brutaler und skrupelloser, was sich aber noch so im Rahmen befand.
Eve macht eine unheimliche Entwicklung durch und wird vom naiven Mäuschen zur starken Frau. Gefiel mir gut und passte zur Handlung.
Michael war zwar auch schon in Band 1 dabei, aber er ist mir da nicht wirklich aufgefallen. Hier hat er die Rolle der Figur, bei der man nicht weiß, auf welche Seite sie sich schlagen wird. Ein wenig undurchsichtig, aber durchaus interessant gemacht von dem Autoren-Duo.
In diesem Mittelband lernt Eve die „wirkliche“ Welt kennen und muss natürlich abtauchen. Die Last, die Retterin der Menschheit zu sein, wiegt noch immer schwer auf ihren Schultern. Auch wenn die Flucht eine Art von Freiheit bedeutet.

Giovanna und Tom Fletcher konnten mich mit ihrem Mittelband der Trilogie mehr begeistern als mit Band 1. Er hat zwar weniger Seiten, aber dafür mehr Tempo. Es ist in meinen Augen kein „typischer“ Teil, der sein muss, in dem aber nicht viel passiert. Nein, es ist eine gelungene Fortsetzung, die einen tollen Spannungsbogen besitzt. Leider gab es auch weiterhin keine Erklärung zu der jahrelangen Unfruchtbarkeit der Frauen, aber da hoffe ich weiterhin auf das Finale. Ansonsten gefielen mir der Schreibstil und der Weltenentwurf weiterhin sehr gut, ebenso das Eintreffen in der wirklichen Welt. Hier bekam ich den Hauch von dystopischen Elementen, was mir sehr gut gefiel. Die Entwicklung von Eve war super und stimmig, die eingesetzten technischen Möglichkeiten und ihre Ergebnisse erschreckend. Es tauchen wieder einige Geheimnisse auf, andere werden enträtselt. Ein wirklich gelungener Teil mit einem netten Cliffhanger, der mich sehnsüchtig auf das Finale warten lässt.



Die Reihe

Eve of Man – Die letzte Frau https://www.lovelybooks.de/autor/Tom-Fletcher/Eve-of-Man-die-letzte-Frau-2032561706-w/rezension/2231603906/
Eve of Man – Die Rebellin
Eve of Man – Book 3 (Originalausgabe erscheint voraussichtlich im April 2021)

Zum Autor

Tom Fletcher ist in seiner Heimat ein Bestsellerautor im Kinderbuch und hat mit seinem Debüt “The Christmasaurus” ("Der Weihnachtosaurus") einen ungeheuren Erfolg. Von seinen Kinderbüchern verkauften sich international über 1 Mio. Exemplare.

Giovanna Fletcher ist eine der erfolgreichsten Autorinnen in Großbritannien für Frauenliteratur. Ihre Bücher wurden in 12 Sprachen verkauft. Sie ist Schauspielerin, Bloggerin und Moderatorin.



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ab 14 Jahren
448 Seiten
übersetzt von Friedrich Pflüger
ISBN 978-3-423-64063-3
Preis: 18,95 Euro
erschienen bei https://www.dtv.de
Leseprobe https://www.dtv.de/buch/tom-fletcher-giovanna-fletcher-eve-of-man-2-64063/

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2020

Absolut spannend

Die Hornisse
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Die Hornisse von Marc Raabe
erschienen bei Ullstein

Zum Inhalt

„I love you all“, ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine unbekannte ...

Die Hornisse von Marc Raabe
erschienen bei Ullstein

Zum Inhalt

„I love you all“, ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine unbekannte Frau ins Scheinwerferlicht und überreicht ihm einen mysteriösen Umschlag. Am nächsten Abend wird Galloways ausgeblutete Leiche ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei gefunden.
LKA-Ermittler Tom Babylon wird vom Babyschwimmen zum Tatort gerufen. Gemeinsam mit der Psychologin Sita Johanns fahndet er nach der unbekannten Frau. Die Spur führt dreißig Jahre zurück – zu einer heimtückischen Kindesentführung mit dem Decknamen „Hornisse“ – und zu einer Frau, die zwischen zwei Männern stand. Beide waren bereit zu töten. Einer sinnt noch heute auf Rache.
Und das kann Tom Babylon alles kosten, was er liebt.
(Quelle: Verlag)

Zum Buch

Da es sich bereits um den 3. Teil der Reihe handelt, weise ich auf eine gewisse SPOILERGEFAHR hin!

Das Cover dieses Thrillers finde ich klasse. Erneut ist eine Feder dort zu sehen und der Titel schimmert ein wenig. Geschildert wird die Story in der dritten Person und sie spielt sich auf zwei Zeitebenen ab.

Zuerst muss ich gestehen, dass ich die beiden Vorgänger bislang nicht gelesen habe. Das war jetzt kein riesengroßer Fehler, aber es sind hier schon Spoiler enthalten, die ich nicht erwartet hatte … Also: Bei Band 1 anfangen! :)
Tom Babylon fand ich recht sympathisch. Er arbeitet beim LKA in Berlin, ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Ich habe ihn als fähigen Beamten kennengelernt, dem das Leben plötzlich unheimlich zusetzt. Da sieht man mal wieder, wie kleinste Details einen auf die andere Seite führen können …
Sita Johanns hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ich empfand sie als gute Freundin für Tom, was in er in dieser Geschichte auch sehr gut gebrauchen kann. Sita ist Psychologin und hat stets einen Rat parat, was aber nicht als aufdringlich zu werten ist.

„Jeder Mensch ist verletzlich, solange es Menschen gibt, die ihm etwas bedeuten.“
Seite 181

Marc Raabe hat mich mit diesem Thriller komplett überzeugen können. Ich bin wirklich so begeistert, dass auf jeden Fall die ersten beiden Bände noch bei mir einziehen müssen – auch wenn ich mich jetzt schon selbst gespoilert habe. Der Autor hat sympathische Charaktere erschaffen, deren Weg ich gerne verfolgt habe. Die Ereignisse entsprachen meiner Vorstellung eines Thrillers, wurden aber auch nicht zu blutig oder ausschweifend dargestellt. Die Ermittlungen fand ich spannend, ebenso das Erzählen auf zwei Zeitebenen. Hier habe ich mich ständig gefragt, wie beide Zeiten noch zusammenlaufen werden, was sie gemeinsam haben. Auf die Auflösung bin ich nicht gekommen und war dementsprechend überrascht! Es werden anfangs einige Anspielungen auf frühere Fälle fallengelassen, was sich nach einiger Zeit aber noch massiv ausweitet. Daher war der Spoiler für mich jetzt ziemlich groß, aber die anderen Bücher sind es für mich wert, sie auch noch zu einem späteren Zeitpunkt zu lesen. Der Autor bringt in nur einer Woche im Oktober 2019 immer wieder neue Erkenntnisse und Wendungen mit hinein, was ich absolut genial und spannend fand. Der Schreibstil ließ mich durch die Seiten rasen, ebenso die immer wieder auftauchenden kleinen Cliffhanger am Ende eines Kapitels. Die frühere Zeitebene spielt sich kurz vor dem Mauerfall 1989 in der DDR ab, was ich interessant und authentisch fand. Ich spürte quasi die doch ganz andere Mentalität und den Strukturaufbau der Republik. Nicht nur die Auflösung im Bezug auf die Hornisse hat mich umgehauen, sondern auch der nett gesetzte Cliffhanger ganz am Ende … Da bleibt mir jetzt nur noch, die Zeit bis zu Band 4 (bitte schnell!) mit Band 1 und 2 zu überbrücken.

„Die Scheiße mit der Vergangenheit ist, dass sie vergangen ist. Man kann`s nicht ändern. Aber vergessen kann man´s auch nicht“, meint Sita.
Seite 264


Die Reihe

Schlüssel 17
Zimmer 19
Die Hornisse

Zum Autor

Marc Raabe, 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer TV- und Medienproduktion. Seine Thriller Schlüssel 17 und Zimmer 19, Auftakt der Serie mit Kommissar Tom Babylon, waren monatelang auf der LITERATUR SPIEGEL Paperback-Bestsellerliste. Raabes Romane sind in über zehn Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Familie in Köln.


WERBUNG
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544 Seiten
ISBN 978-3-8649-3151-2
Preis: 14,99 Euro
erschienen bei https://www.ullstein-buchverlage.de
Leseprobe https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/die-hornisse-tom-babylon-serie-3-9783864931512.html

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag und bei https://www.ehrlich-anders.de für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2020

Schonungslos offen

Als die Welt stehen blieb
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Als die Welt stehenblieb von Maja Lunde
erschienen bei btb

Zum Inhalt

Sie sind eine fünfköpfige Familie. Die Erwachsenen haben sich gerade gestritten, als die Nachricht vom Lockdown eintrifft: Von nun ...

Als die Welt stehenblieb von Maja Lunde
erschienen bei btb

Zum Inhalt

Sie sind eine fünfköpfige Familie. Die Erwachsenen haben sich gerade gestritten, als die Nachricht vom Lockdown eintrifft: Von nun an werden sie zu Hause sein. Alle zusammen. Jeden Tag. Die Autorin Maja Lunde ist daran gewöhnt. Sie ist das Home Office gewöhnt. Aber nicht das Home Schooling. Sie hat große dystopische Romane geschrieben, aber sie hat nie in einer Dystopie gelebt. Doch jetzt ist die Pandemie da und die Familie muss eine neue Lebensweise finden. Wie geht so etwas?
(Quelle: Verlag)

Zum Buch

Dieses Buch war für mich etwas Außergewöhnliches, genau wie die Krisenzeit, in der wir gerade leben. Maja Lunde schildert die Tage zwischen dem 11. und 29. März 2020 – ungefiltert und schonungslos. Der Schreibstil erinnert von der Form her an eine Protokollführung, was ich passend fand.

Maja Lunde lebt mit ihrer Familie in Norwegen. Der plötzliche Corona-Ausbruch und der damit verbundene Lockdown macht ihr Sorgen und verlangt ihr einiges ab. Der Geburtstag ihrer Mutter steht an, der natürlich gefeiert werden soll. Doch wie macht man das in dieser Zeit? Wie bewerkstelligen wir das mit den Umarmungen? Darf man überhaupt feiern?
Zudem gehören ihre Eltern zur Risiko-Gruppe, was selbstverständlich auch zu Sorgen führt. Alles, was normal und einfach war, ist von einem auf den anderen Tag schwierig und vielleicht gar nicht mehr möglich. Was macht diese Umstellung mit einem? Wie reagieren die einzelnen Familienmitglieder, wenn sie die ganze Zeit zuhause verbringen, ein Treffen mit Freunden so gut wie unmöglich geworden ist?
Viele Fragen, in denen ich mich selbst wiedergefunden habe. Denn auch ich habe Kinder, die plötzlich zu einem Home-Schooling verdammt wurden, das anfangs mehr schlecht als recht lief. Nicht, weil meine Kids keinen Bock hatten, sondern weil natürlich die Schule in keinster Weise auf so eine Ausnahmesituation vorbereitet war und die technischen Möglichkeiten nicht überall gegeben waren. Das sorgte für Unzufriedenheit und Chaos – und wie man an diesem Buch sieht, erging es auch Maja Lunde so. Sie hat drei Kinder im Alter zwischen neun und fünfzehn Jahren. Das ist einfach eine Herausforderung, die uns als Mensch und gerade auch als Eltern einiges abverlangt hat. Die Autorin zeigt hier ganz offen ihre Gefühlsausbrüche und dass auch sie nur ein Mensch ist. Ein Mensch, der sich Sorgen um die Zukunft macht, den unendlich viele Fragen quälen und der manchmal mit der Situation nur schwer umgehen kann.

Hör mal, die Amsel, die singt wie immer, obwohl alles anders ist.
Seite 23

Auf der anderen Seite ist Maja Lunde schon fast süchtig nach Nachrichten – man muss ja informiert werden. Sie sieht, dass das Virus die ganze Welt im Griff hat, dass Beschränkungen überall stattfinden und dass sich in allen Teilen der Welt die Menschen anstecken. Sie verfolgt die äußerst dramatische Lage in Italien, die einem nicht nur damals die Tränen in die Augen trieb. Sie macht sich große Gedanken um die Ansteckungsherde und sieht viele Dinge mit anderen Augen, befürchtet überall Gefahren. Dazu kommen noch die „normalen“ Sorgen, die selbstverständlich auch in der Corona-Zeit keinen Halt vor uns machen. Eine wahnsinnige Belastung in allen Bereichen.

Maja Lunde hat die Anfangszeit der Pandemie schonungslos geschildert – mit all ihren Gedanken, Sorgen und Ängsten. Ich fand das Buch einerseits sehr emotionslos geschrieben, vielleicht auch deshalb, weil die Autorin ihre Familie nur mit „der Jüngste“, „mein Mann“ oder „meine Mutter“ betitelte. Fand ich zwar passend in dieser Form, aber es schaffte auch einen gewissen Abstand zwischen Leser und Geschichte. In vielen Gedanken und Sorgen habe ich mich wiedergefunden, was mich einerseits wirklich beruhigte. Andererseits ist es erschreckend, einen solchen Bericht zu lesen, wobei wir noch mitten in der Pandemie stecken und sie nicht schon – wie gehofft – vorbei ist. Es ist kein Buch, mit dem man sich gemütlich auf die Couch verzieht und seine Lesezeit genießt – ist es bei Erfahrungsberichten ja wohl nie. Dieses Buch zu bewerten fällt mir sehr schwer, denn wie kann ich hier sagen: Wow, tolles Buch!? Nüchtern betrachtet ist es das trotzdem, auf eine andere Art und Weise. Ich fand es beeindruckend, dass sich eine Autorin, die sonst eher Dystopien schreibt als in einer zu leben, jetzt ihre Gedanken und ihren Tagesablauf offen schildert. Zugibt, dass sie nicht immer ruhig geblieben ist beim Home-Schooling und somit zeigt, dass sie genau wie Millionen anderer Menschen auf der ganzen Welt einfach Angst hat. Angst vor Ansteckung, Angst um ihre Liebsten und auch Angst vor der Zukunft. Dieses Buch endet natürlich mittendrin, an einem Tag, an dem keiner wusste, wie lange uns Corona noch in Atem halten wird. Daher ist es ein ganz merkwürdiges Gefühl gewesen, diesen Bericht zu lesen, der sich zur Anfangszeit der Krise abgespielt hat. Jetzt, noch Monate später ist weiterhin kein Ende abzusehen, die Menschen haben nur teilweise dazugelernt und die Situation ist ein absoluter Ausnahmezustand. Dieses Buch gibt also keine Hoffnung am Ende – denn wir stecken noch mittendrin …

Wie können wir, als soziale Tiere, die abhängig sind vom Körperkontakt, von den Körpern der anderen, damit leben, dass die Berührung eines anderen Menschen gleichbedeutend damit geworden ist, ihn zu kontaminieren?
Seite 72


Zum Autor

Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Ihr Roman "Die Geschichte der Bienen" wurde mit dem norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet und sorgte auch international für Furore. Das Buch wurde in 30 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Zuletzt erschien der dritte Teil ihres literarischen Klimaquartetts, "Die Letzten ihrer Art".


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224 Seiten
übersetzt von Ursel Allenstein
ISBN 978-3-4427-7097-7
Preis: 16 Euro
erschienen bei https://www.randomhouse.de/Verlag/btb/2000.rhd
Leseprobe https://www.randomhouse.de/Als-die-Welt-stehen-blieb-von-Maja-Lunde/aid86585.rhd#Leseprobe

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

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