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Veröffentlicht am 22.01.2020

Eine Biographie der etwas anderen Art

Von Beruf Schriftsteller
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„Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami (Rezension)
„Von Beruf Schriftsteller“ eine Autobiografie?
Wer ist Haruki Murakami? Er ist einer der der größten und erfolgreichsten Schriftsteller unserer ...

„Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami (Rezension)
„Von Beruf Schriftsteller“ eine Autobiografie?
Wer ist Haruki Murakami? Er ist einer der der größten und erfolgreichsten Schriftsteller unserer Zeit. Ja! Sicherlich, er ist ein Bestseller Autor. Aber was wissen wir über den japanischen Autor selbst? Ich war sehr neugierig. Ich hatte mich schon mit „Naokos Lächeln“ und „1q84“ beschäftigt und mochte seinen Schreibstil auf Anhieb.

Haruki Murakami wählt hier einen etwas anderen Weg als eine Autobiografie. Er schreibt Essays über „Schriftsteller – ein toleranter Menschenschlag“ und „Wie ich Schriftsteller wurde“, oder „Worüber soll ich schreiben“. Und er beleuchtet noch weitere Themen, die zum Thema Schreiben gehören.

Bei jedem Thema schildert er zuerst die allgemeine Übersicht zum Thema und dann schildert er den Einzelfall sozusagen an eigener Person.


Und was erfahre ich?
Ja, das kann ich nicht wirklich greifen oder weitergeben. Keinesfalls erfahren wir etwas wirklich Privates über Haruki Murakami. Erhalten wir eine Anleitung zum Schreiben? Nicht unbedingt. Wir erfahren, dass der Autor selbst Texte aus dem Englischen ins Japanische übersetzt, z. B. für Raymond Carver, Raymond Chandler..

Er liebt klassische Musik und ist von Jazz fasziniert.

Er mag Baseball.

Er läuft jeden Tag eine Stunde und einmal im Jahr einen Marathon.

Sechs dieser elf Essays wurden vor einigen Jahren schon in einer japanischen Literaturzeitschrift veröffentlicht.

Sind „Schriftsteller – ein toleranter Menschenschlag“?
Auf eine gewisse Art und Weise ja! Es ist eine offene Gruppe. Jedem steht der Zutritt offen. Man benötigt keine Lehre oder einen Meisterbrief. Jeder kann mit Füller, Papier, Schreibmaschine, Laptop, PC, Diktiergerät, Bleistift oder sogar einer Serviette loslegen.

„Einen Roman zu schreiben ist nicht besonders. Auch einen ausgezeichneten Roman zu schreiben ist je nach Person nicht allzu schwierig. Ich will nicht behaupten, dass es einfach ist, aber unmöglich ist es nicht. Ausnehmend schwierig ist es jedoch, unentwegt Romane zu schreiben.

Na ja! Ich kenne einige Menschen einschließlich mir, die einen Roman zu schreiben, nicht so einfach finden. Wie kam Haruki Murakami eigentlich dazu, Schriftsteller zu werden?

Haruki Murakami saß beim Baseball, schaute dem Pitcher zu.

«Der schöne satte Ton, mit dem der Ball auf den Schläger traf, hallte im ganzen Stadion wider. Es ertönte vereinzelter Applaus. Und just in diesem Moment kam mir völlig zusammenhanglos der Gedanke: „Das ist es! Ich werde einen Roman schreiben“»

Er kaufte sich Füller und Papier, setzte sich an den Küchentisch und schrieb seinen Debütroman. Er schrieb diesen nicht etwa auf Japanisch, sondern in Englisch, den er dann auf Japanisch übersetzte. Für genau diesen Roman „Wenn der Wind singt“ gewann er einen Preis für Nachwuchsschriftsteller.

Ja, ich bin zwiegespalten, wie das bei mir ankommt. Zum einen glaube ich, dass es vielleicht genau dieser Arroganz und zweifellos Überzeugung bedarf, dass es diesbezüglich überhaupt keine Handlungsalternative gibt, dies mit hundertprozentiger Kraft auszuführen.

Zum anderen überlege ich mir, war das wirklich so gewesen, oder spielt dabei auch das eigene Ich eine manipulierende Wirkung?

„Von Beruf Schriftsteller“ ist Beharrlichkeit und Fleiß
Die wichtigste Eigenschaft eines Schriftstellers ist die Beharrlichkeit. Aber in diesem Buch zeigt sich auch, wie diszipliniert Haruki Murakami ist und sicherlich auch ein entsprechend fleißiger Kontrollfreak. Er arbeitet ständig an sich und seinen Werken. Und er öffnet sich und lässt fremde Prüfung zu. Obwohl Haruki Murakami selbst aus dem Englischen ins Japanische übersetzt, lässt er beim Übersetzen Ursula Gräfe freie Hand. Bevor das Manuskript ins Lektorat geht, hat es die Prüfung Frau Murakamis bestanden.

Es wirkst so, als wäre der Benefit eines freien Schriftsteller-Daseins, damit meine ich, keine Deadline zu versäumen, weil man keine Termine ausmacht, sich nicht auf Multitasking zu verlassen, sondern sich immer nur auf eine Handlung zu konzentrieren und sich voll darauf einzulassen, alles andere muss so lange warten, bis die Handlung vollendet ist, gibt dem Werk große Qualität – zumindest ist es für diesen Autor, wie er selbst auch betont, der richtige Weg.

Welche Erwartungen hatte ich an „Von Beruf Schriftsteller“?
Ich habe „mehr“ erwartet. Es liest sich wie eine Studie: Wie ich schon erwähnt habe, stellt er zuerst den Begriff „Schriftsteller“ vor und definiert ihn. Dann beschreibt er das, wie das z. B. bei ihm selbst ist. Das empfinde ich als sehr distanziert. Ich hätte es gerne emotionaler.

Etwas mehr von dem „Haruki Murakami“, den ich in „Naokos Lächeln“ oder „1Q84“ gelesen habe. Also kurz und gut, ich kann mit „Von Beruf Schriftsteller“ nicht viel anfangen. Ich lese dafür demnächst „Kafka am Strand“. Ich glaube, das gibt mir mehr.

Trotzdem ist es interessant und manche Herangehensweise ist sicherlich eine Überlegung wert. Zum Beispiel: Jeden Tag eine Stunde zu laufen, würde wahrscheinlich jedem guttun.

Ich fand es spannend, nach und nach zu verstehen, warum der Autor glaubt, es sei einfach einen Roman zu schreiben.

Weil es für ihn selbstverständlich ist, sich ausschließlich auf eine Sache zu konzentrieren. Er lässt sich von nichts ablenken. Er ist ein Virtuose der Sprache und ich denke, das liegt auch daran, dass er Romane übersetzt und dadurch natürlich auch einen sehr großen Wortschatz hat und diesen exakt und raffiniert einzusetzen weiß. Er glaubt, noch nie eine Schreibblockade gehabt zu haben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er keine Aufträge annimmt, sondern frei entscheidet, ob er seine Kraft für Übersetzen, Kurzgeschichten oder Artikel zu schreiben oder sich auf ein Großprojekt, wie einen Roman einlässt.

Haruki Murakami ist diszipliniert, fleißig, macht Sport und gibt in der Sache, die er gerade macht, 100 Prozent. Er ist ehrgeizig und ein Perfektionist. Außerdem liebt er die Freiheit und die Unabhängigkeit. Also habe ich, wohl doch viel mehr erfahren, als es auf den ersten Blick aussieht.

Trotzdem habe ich den Menschen „Haruki Murakami“ vor lauter „Von Beruf Schriftsteller“ nicht entdecken können.

  • Cover
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Veröffentlicht am 16.01.2020

Ob Kafka das gefallen hätte?

Die Kakerlake
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„Die Kakerlake“ von Ian McEwan (Rezension)
Der britische Schriftsteller Ian McEwan hat sich nun, ein halbes Jahr nach „Maschinen wie ich“, mit „Die Kakerlake“ eine Antwort auf den Brexit-Ausstieg einfallen ...

„Die Kakerlake“ von Ian McEwan (Rezension)
Der britische Schriftsteller Ian McEwan hat sich nun, ein halbes Jahr nach „Maschinen wie ich“, mit „Die Kakerlake“ eine Antwort auf den Brexit-Ausstieg einfallen lassen.

In Form einer dystopischen Novelle bediente er sich bei Franz Kafka und schrieb die „Verwandlung“, diese Metamorphose neu.

Während Kafka die Geschichte in drei Kapiteln geschehen lässt, nimmt sich McEwan vier Kapitel lang Zeit.

Schon die ersten Worte zeigen die Richtung an.

„Diese Novelle ist ein Werk der Fiktion; Namen und Figuren entspringen der Phantasie des Autors, und jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Kakerlaken wäre rein zufällig.“
Die Kakerlake, Seite 7.

Aber erinnern wir uns zuerst nochmal an die „Metamorphose“ von Kafka.
Gregor Samsa wacht eines morgens auf und stellt fest, dass er sich in einen Käfer verwandelt hat. Seine Familie zieht sich immer weiter von ihm zurück. Nur seine Schwester Grete kümmert sich noch um ihn. Aber auch Grete wendet sich von ihm ab und Gregor stirbt einsam und wird wie Müll entsorgt.

Zurück zu „Die Kakerlake“
„Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen.“ (Franz Kafka)



Genau wie Gregor Samsa setzt sich Jim Sams im ersten Kapitel damit auseinander, dass er in anderer Gestalt erwacht. Während Gregor ein Mensch war und zum Käfer wurde, ist Jim eine Kakerlake, die als Mensch aufwacht.

„Und er fand heraus, dass es bequemer war, die Zunge im trieffeuchten Mundkerker zu verwahren, statt sie einfach über die Lippen hängen zu lassen, so dass es hin und wieder auf seine Brust tropfte. Grässlich. Allmählich bekam er ein Gefühl dafür, wie sich seine neue Gestalt steuern ließ.“ (Ian McEwan S. 14)

Der geneigte Leser hat natürlich sofort die Namensähnlichkeit zwischen Gregor Samsa und Jim Sams entdeckt. Der britische Premier wird sozusagen von einer Kakerlake unterwandert. Aber schnell erfährt der Leser, dass ganz Groß-Britannien von Kakerlaken regiert wird. Es könnte sogar sein, dass Amerikas Präsident der gleichen Spezies angehört.

Ian McEwan ändert das Wirtschaftssystem in den „Reversalismus“. Ein Gedankenspiel, das „Schrödingers Katze“ vor Neid erblassen lässt.

Wie sehe mein Alltag im System des Reversalismus aus?
Ich gehe zuerst in den Bioladen und „kaufe“ mir Lebensmittel und was ich noch so benötige ein. An der Kasse bezahlt mich die Verkäuferin für meine Waren.

Dann gehe ich zur Arbeit und gebe meinem Chef erst einmal Geld dafür, dass ich arbeiten darf. Und wenn ich kein Geld für Arbeit ausgeben möchte? Ja, dann fangen die Probleme an, weil ich kein Geld sparen oder sammeln darf. Das ist bei Strafe verboten.

Jeden Monat bezahlt mir mein Vermieter die „Miete“. Damit der Vermieter genügend Geld verdient, um meine Miete zu bezahlen, kann er z. B. die Wohnung hochwertig einrichten und renovieren, denn dafür erhält er von den Handwerkern Geld, wenn er sie beauftragt.

Den Rest dürft ihr euch zusammenreimen und den Wirtschaftskreislauf darstellen, ich habe jetzt Kopfweh!

„Die Kakerlake“, eine böse Satire, Blödsinn oder Beleidigung?
Das muss der Leser selbst entscheiden, wie viel künstlerische Freiheit und moralisches Fingerspitzengefühl er dem Autor zugesteht. Ich finde es sprachlich gut gelungen.

Jim Sams der fiktive britische Premier bricht Verträge. Ein Politiker bricht Verträge oder Vereinbarungen? Fiktion oder trauriges Zeitgeschehen?

McEwan zeigt uns ein fiktives Groß-Britannien, das in zwei Lager gespalten ist. Die Brexit-Gegner und -Anhänger. Bei McEwan haben die Brexit Gegner, die Vor-Dreher, keine Stimmen mehr. Und wir, das Volk, lassen uns von den Reversalisten einlullen.

Auch hier frage ich, „Ein Land, das in zwei Lager gespalten ist?“, ist das Phantasie oder ein Abbild der Wirklichkeit?

Letztendlich gibt es nur einen Gewinner: die Kakerlaken. Ohne Moral, Skrupel oder Rechtsempfinden haben sie erkannt:

„In schwierigen Zeiten wie diesen brauchte das Volk einen verlässlichen Feind.“

„Die Kakerlake“ ist ein McEwan, den der Leser noch nicht kennt. Aber ich finde das Buch lesenswert, amüsant und böse. Man muss nicht lange darüber nachdenken, ob McEwan ein Brexit-Gegner ist.

Ich finde es sehr mutig, Kafkas „Verwandlung“ als Bühne zu benutzen. Der Autor hat Kafkas Stil faszinierend umgesetzt. Respekt! Der Text ist wirklich kafkaesk.

Die Novelle ist hoch aktuell und es macht ein wenig betroffen, dass manche „Kakerlake“ uns bekannt vorkommt, bzw. dass es Menschen gibt, deren Verhalten unmoralisch, böse, hetzerisch und kriminell ist. Erinnern wir uns daran, dass wir in einer Demokratie die Wahl haben!

@Diogenes Verlag
Herzlichen Dank für die Bereitstellung dieses erbaulichen Rezensionsexemplars.

Die Kakerlake Ian McEwan
Aus dem Englischen von Bernhard Robben
Hardcover Leinen
144 Seiten
erschienen am 27. November 2019
„Die Kakerlake“ als Hörbuch gelesen von Burghart Klaußner


Burghart Klaußner hat in Berlin Germanistik und Theaterwissenschaft studiert und eine Schauspielausbildung an der Max-Reinhard-Schule absolviert. Ende März 2019 war er in der ARD im zweiteiligen Dokudrama „Brecht“ von Heinrich Breloer zu sehen. Viele kennen ihn vielleicht aus Filmen wie „Rossini“, „Good Bye Lenin“ und „Das weiße Band“, oder aus Serien wie „Solo für Schwarz“ und „Adelheid und ihre Mörder“. Und er spielte die Titelrolle in „Der Staat gegen Fritz Bauer“, wofür er mehrfach ausgezeichnet wurde.

Burghard Klaußner spielt Theater. „Kaufmann von Venedig“. Auch mit folgenden Stücken „Der Gott des Gemetzels“, „Das weite Land“, „Iphigenie“ und „Don Carlos“ stand er schon auf der Bühne.

Am 8.8.2019 las er auf den Salzburger Festspielen „Ulyssys“.

Burghart Klaußner singt. Im Repertoire hat er Lieder von Charles Trenet, Cole Porter, Tom Waits, den Stones, Karl Valentin und Johnny Cash.

Burghard Klaußner hat einige Hörbücher gesprochen: „Warte nicht auf bessere Zeiten“ von Wolf Biermann, „Solar“ von Ian McEwan, „F“ von Daniel Kehlmann, „Stoner“ von John Williams, mehrere Bücher von Ferdinand von Schirach und natürlich von Paul Auster.

Also du siehst, Burghart Klaußner ist ein sehr begabter und vielseitiger Künstler. Ich empfehle einen Besuch seiner Website. Besonders das Video „Ein Koffer für Berlin“ lohnt sich nicht nur musikalisch, sondern auch der Text ist eine Bereicherung.

Ein Besuch auf seiner offziellen Seite lohnt sich.

Die Kakerlake Hörbuch Ian McEwan, gelesen von Burghart Klaußner

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Veröffentlicht am 15.12.2019

So niedlich und mit Herz für die Umwelt!

Angstbiene Tobi
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„Angstbiene Tobi“ von Jacqueline und Daniel Kauer (Rezension)
Heldenhaft Mutig
Ich habe mein Herz für Kaleabook und das Team dahinter entdeckt. Die Bücher haben alle eine schöne Botschaft, kümmern sich ...

„Angstbiene Tobi“ von Jacqueline und Daniel Kauer (Rezension)
Heldenhaft Mutig
Ich habe mein Herz für Kaleabook und das Team dahinter entdeckt. Die Bücher haben alle eine schöne Botschaft, kümmern sich um genau die Probleme, die kleine Menschen haben und sind traumhaft mit Wimmelbildcharakter illustriert. „Angstbiene Tobi“ von Jacqueline und Daniel Kauer ist das dritter Buch dieses Teams, das ich lese und rezensiere. Wir schauen mal, was es mit der Angstbiene Tobi auf sich hat. Aber zuerst kommt wie immer bei Kinderbüchern, mein Artikel für den kleinen Leser

Wichtig für den kleinen Leser: „Angstbiene Tobi – heldenhaft mutig“
Die „Angstbiene Tobi“ ist ein Duftbuch! Wie funktioniert das?

Bild einsetzen.


Zu Beginn lernst du die fünf Hauptpersonen, die Helden der Geschichte, kennen.

Tobi, Eloy, Mina, Kiko und Lilly sind wirkliche Helden. Nur Kiko muss bei Aufregung oder wenn es ihm gruselt und er ein wenig Angst hat, fürchterlich pupsen. Vielleicht habt die eine oder den einen Helden schon im eigenen Garten oder bei Freunden gesehen? Die Lieblingsorte der supersüßen Schmetterlingsdame sind überall dort, wo es viele Blumen und Früchte gibt. Kennst du so einen Ort?

Aber jetzt will ich euch ein wenig von Tobi erzählen. Wie ihr vielleicht schon erratet, habt, ist Tobi eine Biene. Er weiß ganz genau, wo er am liebsten ist. Ja! Hier in seinem Bienenhäuschen. Das Bienenhäuschen ist supersicher und total gut! Er will nicht aus dem Häuschen rausgehen. Aber Tobi hat einen ganz tollen Freund – Eloy. Eloy, die Ameise, möchte Tobi überreden mit ihm einen kleinen Ausflug zu machen. Weil Tobi auf keinen Fall das Bienenhäuschen verlassen möchte, geht Eloy alleine. Aber die kleine Ameise kommt nicht zurück. Nun hat Tobi ein total schlechtes Gewissen. Er muss Eloy retten und wieder nach Haus zurückbringen.

Tobi hat MEGA- große ANGST, das Bienenhäuschen zu verlassen. Kann Tobi seine Furcht überwinden. Was glaubst du? Das wird ein ganz großes Abenteuer und wenn du dir den Titel.

„Angstbiene Tobi. Heldenhaft Mutig“
genau durchliest, kannst du vielleicht erkennen, wie es ausgeht und die Daumen drücken! Viel Spaß beim Lesen

„Ach du grüne Schneckenspucke!“ Ruft Kiko und hüpft vor Aufregung auf seinen acht Spinnenbeinen.
„Zum Glück habt ihr mich gefunden. Hier duftet es so suuuperlecker. Aber ich bin ausgerutscht und fast darin ertrunken!“

Das ist nur eines der Abenteuer, die Tobi erlebt. Er lernt viele neue Freunde kennen und hilft anderen kleinen Wesen, obwohl er selbst sehr ängstlich ist.

Nebenbei räumt er mit seinen Freunden den Wald auf. Achte darauf, was Tobi und seine neuen Freunden im Wald machen! Nimm dir ein Beispiel und pass besser auf die Umwelt auf!

Wenn du Bienen wie Tobi helfen willst, muss du die letzte Seite aufschlagen, dort findest du viele Ratschläge, die du mit deiner Familie umsetzen kannst.

Hallo liebe Eltern, das möchte ich euch noch zu „Angstbiene Tobi“ erzählen
Das Buch über die Angstbiene Tobi beschäftigt sich mit den reellen Problemen, mit denen Kinder in diesem Alter zu kämpfen haben. Ich habe vor allem Angst, das ich nicht kenne. Ich will nirgends hingehen, wo alles fremd für mich ist. So viele fremden Menschen!

Und dann kommt Tobi. Sein Freund Eloy ist in Gefahr. Nun muss Tobi seine Ängste überwinden. Der kleine Leser kann sich mit Tobi identifizieren und das Selbstbewusstsein wächst, wenn Tobi da kann, dann kann ich das bestimmt auch.

Auf einmal werden aus den vielen fremden Menschen, ein paar richtig tolle Freunde, mit denen man tolle Abenteuer erleben kann. Und schon ist das Fremde gar nicht mehr so schlimm. Das Andere Fremde verliert den Schrecken und fördert die Toleranz.

Das Buch ist nicht nur zum Hören und Spielen, sondern gibt auch viele gute Hinweise und Ratschläge zum Klimaschutz. Tipps für Bienen und Naturfreunde befinden sich auf der hinteren Klappenseite. Nicht nur Fridays for Future, sondern Lesen for Future!

Auch die Sprache ist altersgerecht und wie immer ein bisschen frech und ungezogen. Aber wie ich schon in den anderen Rezensionen über Kaleabook anführte, ist die Sprache sehr bildhaft und animiert ein lustiges Kopfkino.

Ganz neu war für mich, die unterschiedlichen Düfte, die mit Lack auf der Seite versiegelt sind und durch Reiben freigesetzt.

Frei nach Montessori ein Buch für alle Sinne.

Auch dieses Buch eignet sich hervorragend als Weihnachtsgeschenk.

Ein neuer Praktikant?
Kaleabook

Übrigens schaut euch mal diese kleine Schnecke an. Die wäre doch eine tolle Schnecke für mein Kinderlogo

Was meint ihr dazu?

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Veröffentlicht am 15.12.2019

Allerliebst und auch noch zum Riechen

Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig
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„Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“ von Jacqueline und Daniel Kauer.
Was steht denn in dem Buch „Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“ drin?
Es ist mir immer wieder eine große Freude, „gute“ Kinderbücher ...

„Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“ von Jacqueline und Daniel Kauer.
Was steht denn in dem Buch „Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“ drin?
Es ist mir immer wieder eine große Freude, „gute“ Kinderbücher zu rezensieren. Heute möchte ich euch die „Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“ vorstellen.

Beim ersten Blick ins Buch findest du gleich ganz tolle Kräuterrezepte. Einen Spezialkakao für aufgeregte Hexen oder ein Liebesbad für verliebte Frösche. Ja! Was ist das denn?

Achtung, Pups-Alarm! Wie ungezogen ist das denn? Ein Rezept für Nikos Pups-Suppe. Das ist natürlich gaaaaaaar nichts für die ganz braven Kinder! Aber ich war nie ein braves Kind. Ich will sofort Nikos Pups-Suppe kochen.

„Nein! Das ist ganz wichtig!“, steht da: Man darf die Rezepte nur mit Hilfe einer erwachsenen Person kochen.

Also Mami, Pappi, Omi oder einen anderen Erwachsenen rufen, und dann ab in die Küche, Zwiebel schneiden! Oh, das hätte ich doch gar nicht verraten dürfen. Nicht weitersagen!

Kräuterhexe Thymiana
Das Buch „Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“ riecht so lecker!
Das Buch riecht so lecker! Komisch, die anderen Bücher riechen doch ganz anders!

Siehst du die kleine Spinne? Die kleine Spinne ist Kiko, eine richtig faule Socke. Du hast Angst vor Spinnen? Aber doch nicht vor Kiko! Kiko ist Thymianas bester Freund. Dann darf er doch bestimmt auch den Freund sein?

Mitten in der Nacht pocht es laut an der Haustür. „Thymiana wach auf!“

Die Großmutter ist krank und Thymianas Kräuterkunst und ihre Hilfe wird gebraucht. Doch bevor die kleine Kräuterhexe der Großmutter helfen kann, wird es eklig: Der Koboldkönig braucht Thymianas Hilfe.

Aber manchmal ist, was zuerst eklig und böse erscheint, ist gar nicht mehr so schlimm, wenn man es kennenlernt.

Willst du Thymiana auf ihrem Abenteuer begleiten, dann erlebst du spannende Abenteuer! Und du kannst wunderbare, eklige, feine und spannen Gerüche riechen, indem du mit dem Finger über bestimmte Stellen auf der Seite rubbelst!

Abschließende Worte für die Erwachsenen zu „Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“

„Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“ ist wirklich ein ganz entzückendes Buch für die Kleinsten! Eine kleine Hexe, die durch ihr Wissen über Kräuter Krankheiten „wegzaubert“. Die kleine Kräuterhexe hat einen allerliebsten kleinen Freund. Kiko ist eine niedliche kleine Spinne, die kein Mensch eklig findet. Jedes Kind braucht einen besten Freund

Auch die Sprache ist altersgerecht und ein bißchen frech und ungezogen. Aber vor allem ist die Sprache sehr bildhaft und animiert ein lustiges Kopfkino.

Das Buch ist fast schon wie ein Wimmelbuch aufgebaut. Man entdeckt immer wieder etwas Neues. So in der Art von Findus und Petterson. Das macht richtig Spaß!

Ganz neu waren für mich, die unterschiedlichen Düfte, die mit Lack auf der Seite versiegelt wurden und durch Reiben freigesetzt werden.

Frei nach Montessori ein Buch für alle Sinne.

Die Kräuterrezepte hören sich toll an. Den Spezialkakao für aufgeregte Hexen haben wir gleich ausprobiert. Wir hatten sofort viel mehr Magie!

Die Kleinen versuchen diese Rezepte, alleine wegen der tollen Namen, voller Begeisterung.

Hier könnt ihr sehen, wie der Duft ins Buch kommt.
Bastelbögen und weiteres zum Buch

Das Kaleabook Team.
Kräuterhexe Thymiana Kaleabook Team
Das Kaleabook Team
Katharina Platz Lektorin, Simone Gruber Autorin, Daniel Kauer Grafikdesigner und Jacqueline Kauer Illustratorin und Autorin


Ich empfehle „Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig“ als Weihnachtsgeschenk.

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Veröffentlicht am 04.12.2019

Lehrsätze - nicht nur für Bogenschützen

Der Weg des Bogens
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Rezension Der Weg des Bogens von Paulo Coelho

Paulo Coelho schrieb Der Weg des Bogens 2003. Der Diogenes Verlag veröffentlichte das Buch 2017, und brachte im Oktober 2019 eine sehr schöne, von Christoph ...

Rezension Der Weg des Bogens von Paulo Coelho

Paulo Coelho schrieb Der Weg des Bogens 2003. Der Diogenes Verlag veröffentlichte das Buch 2017, und brachte im Oktober 2019 eine sehr schöne, von Christoph Niemann illustrierte, Neuauflage heraus.

Vielleicht weiß der Eine oder Andere von euch, dass ich den brasilianischen Schriftsteller sehr schätze und versuche seine Werke zu ergründen und zu analysieren.

Es ist gar nicht so einfach, das Buch einem Genre oder einer Sparte zuzuordnen, deswegen verzichte ich darauf.



Zum Inhalt „Der Weg des Bogens“?

Das erste, was mir auffiel, war, dass das übliche Zitat aus dem Lukas Evangelium fehlt, dass Paulo Coelho fast jedem Buch voranstellt, stattdessen findet der Leser eine Bitte an Maria, für uns zu bitten, als Gebet und ein Gedicht von Ella Wheeler Wilcox. Sie war eine US-amerikanische Schriftstellerin, die nahen Kontakt zu den Rosenkreuzern hatte und sich viel mit Spiritualismus und Okkultismus beschäftigte. Sie war in der Neugeist Bewegung mit ihren Schriften sehr populär.



„Ein Gebet ohne Absicht ist wie
ein Pfeil ohne Bogen.
Eine Absicht ohne Gebet ist wie
ein Bogen ohne Pfeil.“

Ella Wheeler Wilcox aus: Der Weg des Bogens S. 9.





Paulo Coelho widmet dieses Buch Leonardo Oiticica, der ihn zu diesem Text inspirierte. In dieser Widmung erfahren wir auch, dass der Schriftsteller selbst Kyudo praktiziert.

Das Buch arbeitet mit einer Rahmenhandlung, in die Leitsätze des Zen-Buddhismus eingearbeitet werden. Dazu möchte ich einen Auszug aus einer Kyudojo-Seite beifügen, weil das anscheinend sehr umstritten ist.

Ein kleiner Ausflug in Kyudo



„Ist Kyudo gleich „Zen-Bogenschießen“?



Nein. Dieses Missverständnis geistert dank Eugen Herrigels Buch „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ schon seit vielen Jahrzehnten herum.
Zen und Kyudo sind eigenständige Wege und Kulturen, die sich unabhängig voneinander entwickelt haben. Kyudo ist ausschließlich in Japan entstanden, der Zen-Buddhismus, eine buddhistische Richtung, die sich aus dem Mahayana-Buddhismus entwickelt hatte, kam von Indien über China erst im 12. Jhd. nach Japan.
Die Mehrheit der Samurai gehörte jedoch der Jodo-shu, der Schule vom Reinen Land, an und nicht dem Zen-Buddhismus. Auch heute hat der „Buddhismus des Reinen Landes“ in Japan mehr Anhänger als der Zen-Buddhismus.“

Kyudoyo Stuttgart





Die Kunst des Zen-Bogenschießens oder des Kyudo(?) ist in eine Rahmenhandlung gehüllt

Der Prolog enthält Tetsuyas Geschichte. Tetsuya ist ein berühmter Bogenschütze, der zurückgezogen in einem Dorf lebt, bis ein Fremder ihn sucht, um ihn herauszufordern. Ein junger Mann des Dorfes bringt den Fremden zu Tetsuya und wird Zeuge des Wettkampfs. Daraufhin möchte der junge Mann dem Meister folgen und auch in der Kunst des Bogenschießens unterrichtet werden.

Daraufhin gibt Tetsuya seine Lehren weiter und letztendlich schließt sich der Kreis harmonisch.



Welche Lehren gibt Tetsuya weiter?

Tetsuya gibt Lehrsätze in folgender Struktur weiter:

Die Verbündeten; Der Bogen; Das Ziel; Die Haltung; Wie man den Bogen hält; Wie man die Sehne spannt; Der Blick auf das Ziel; Der Augenblick des Abschusses; Die Wiederholung; Der Flug des Pfeils; Der Schütze ohne Bogen, ohne Pfeil, ohne Ziel.

Diese Sätze sind wie Aphorismen und bergen Weisheit in sich, die nicht nur bei Erlernen des Bogenschießens nützlich sind.

Ja! Dieser Text findet den Eingang zum Meditieren, ohne dass der Leser oder Hörer darin geübt sein muß. Man ist geneigt dazu, sofort die Lehrsätze des Bogenschießens auf das Leben und den Alltag zu übertragen.



Die Illustrationen von Christoph Niemann



Der in Ludwigsburg geborene Grafiker und Illustrator Christoph Niemann lebte nach seinem Studium elf Jahre in New York, 1997 kehrte er zurück und lebt seitdem in Berlin.

Seine Werke erschienen auf den Titelseiten zahlreicher Zeitschriften, u. a. The New Yorker, The New York Time Magazine.

Er entwarf 2012 für die Deutsche Post eine Briefmarke. 2014 wurde sein Bilderbuch Der Kartoffelkönig für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sachbuch nominiert.

Einen Künstler erkennt man wohl am Besten in seinen Werken. Anschließend an den Text, findet ihr eine Linksammlung zum Buch, Autor und Illustrator. Außerdem möchte ich euch einen kleinen Film, den die Oper Berlin ins Netz stellte, Im Atelier mit Christoph Niemann empfehlen.





Die Illustrationen von Christoph Niemann sind in einem angemessen Stil, der sofort als japanisch vielleicht sogar zen-buddhistisch wahrgenommen wird, gezeichnet und visualisieren „Der Weg des Bogens“ in eindringlicher Weise. Man kann beim Betrachten darin aufgehen.



Gibt es ein Hörbuch Der Weg des Bogens?

Ja! Ich würde es aber nur zusätzlich empfehlen, weil die Illustrationen von Christoph Niemann natürlich fehlen.

Das Hörbuch wird sehr angenehm von Sven Görtz gesprochen und hat eine Hördauer von ca. 48 Minuten.



Meine Schlussgedanken zu „Der Weg des Bogens“

Als ich meinem Mann die Hörbuchfassung vorspielte, sagte er sofort:



„Was für eine schöne Meditation!“



Wie selbstverständlich geschieht hier das Reflektieren und Vergleichen mit dem eigenen Leben. Eine Eigenschaft, die viele Bücher von Paulo Coelho besitzen.

Der Weg des Bogens ist geradezu nüchtern, schlicht und überaus dicht geschrieben. Der Inhalt dagegen ist erfahrene Lebensweisheit, vielleicht kann man es, weniger pathetisch Aphorismen nennen, die dem Leser helfen können, wenn er es möchte. Sie bieten zusammen mit den Illustrationen von Christop Niemann, die japanisch anmuten, eine Hilfestellung.

Natürlich sind das Lehrsätze für das Erlernen des Bogenschießens, aber eben nicht nur. Es sind auch Metaphern für den Alltag, für das tägliche Leben. Die Gedanken lohnen sich, mitgedacht zu werden.

Es geht um Achtsamkeit. Du musst den Augenblick im Jetzt wahrnehmen, deinem Handeln, ja selbst den einfachsten Abläufen deine gesamte Aufmerksamkeit gönnen. Dann wird dein Handeln erfolgreich sein. Bei Paulo Coelho hört es sich viel schöner und weniger erhobener Zeigefinger an!

Und wie schon erwähnt, lässt sich damit wunderbar meditieren.

Geh das Wagnis ein! Lasse dich auf Der Weg des Bogens ein. Ein besinnliches Buch für die Adventszeit.