Fesselnd von Anfang bis Ende
The Summer We FellThe summer we fell ist ein intensiver, emotional aufgeladener Roman, der sich Zeit nimmt, seine Charaktere und deren Beziehungen zueinander aufzubauen – manchmal vielleicht etwas zu viel Zeit. Das Buch ...
The summer we fell ist ein intensiver, emotional aufgeladener Roman, der sich Zeit nimmt, seine Charaktere und deren Beziehungen zueinander aufzubauen – manchmal vielleicht etwas zu viel Zeit. Das Buch erzählt die Geschichte von Juliet, Danny und Luke, drei jungen Menschen, die über einen Sommer hinweg in einem komplizierten Dreieck aus Freundschaft, Loyalität, Schuld und Begehren verwickelt sind. Die Handlung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, was anfangs ein bisschen verwirrend sein kann, später aber mehr Tiefe schafft. Elizabeth O’Roark versteht es definitiv, Gefühle zu beschreiben und den inneren Konflikten ihrer Figuren Raum zu geben manchmal fast zu sehr, denn der Mittelteil zieht sich etwas und wiederholt gewisse emotionale Themen ein wenig.
Was mir gut gefallen hat, war die unterschwellige Spannung, die durchgehend spürbar war. Man merkt von Anfang an, dass hier etwas unausgesprochen zwischen den Figuren steht. Die Geschichte entfaltet sich langsam, aber stetig. Leider verliert sie sich zum Ende hin in sehr vielen intimen Szenen, die irgendwann einfach zu viel wurden. Ich habe nichts gegen Erotik in Liebesromanen, aber hier wirkte es zum Schluss fast erzwungen. Als müsste noch „mehr“ kommen, um das Drama zu steigern. Dabei hätte der emotionale Konflikt gereicht. Gerade da hätte ich mir mehr Zurückhaltung und Fokus auf die eigentlichen Entwicklungen gewünscht.
Juliet war eine Figur, mit der ich nicht immer warm wurde, obwohl sie klar die tragende Rolle im Buch spielt. Ihre Vergangenheit, ihre Schuldgefühle, ihre Unsicherheiten, all das war gut nachvollziehbar. Aber manchmal hätte ich mir mehr aktive Entscheidungen von ihr gewünscht. Sie driftet oft eher mit, als selbst zu handeln. Das kann zwar realistisch wirken, war aber streckenweise frustrierend. Trotzdem war ihre Verletzlichkeit echt, und man merkt, wie sehr sie unter der Zerrissenheit zwischen Liebe und Loyalität leidet.
Danny war der typische „Nice Guy“ mit einer dunklen Vergangenheit, bei dem man lange nicht weiß, was echt ist und was nur Fassade. Ich habe ihn anfangs gemocht. Seine Loyalität, seine ruhige Art. Aber je mehr man über ihn erfährt, desto zwiespältiger wird das Bild. Er steht für Sicherheit, aber eben auch für Kontrolle, manchmal subtil manipulierend. Dass Juliet sich schwer von ihm lösen kann, war gut geschrieben, auch wenn ich mir etwas mehr Hintergrund oder Tiefe zu seiner Entwicklung gewünscht hätte.
Luke ist wahrscheinlich der Charakter, der am meisten polarisiert. Und der attraktivste 😉. Er ist impulsiv, emotional und trägt eine Menge Wut mit sich herum. Gleichzeitig wirkt er aber auch verletzlich. Jemand, der sich nach Nähe sehnt, aber nicht weiß, wie er sie zulassen kann. Ich mochte seine Direktheit, auch wenn er manchmal zu stur war. Seine Dynamik mit Juliet war für mich glaubwürdiger als die mit Danny, auch wenn sie oft schmerzhaft chaotisch war. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass Luke als Figur am stärksten gewachsen ist.
Somit hat die Geschichte definitiv ihre starken Momente, vor allem das Setting ist wirklich toll. Man spürt die Sommerhitze, die drückende Nähe zwischen den Figuren, dieses ständige „Was wäre wenn“. Aber eben auch einige Schwächen. Der Mittelteil hätte straffer sein können, die Sexszenen am Ende waren zu viel und störten für mich den emotionalen Abschluss.
So also zusammenfassend ist es ein atmosphärisch dichter Roman mit glaubwürdigen Figuren, der mich aber nicht völlig abgeholt hat. Gute emotionale Tiefe, aber gegen Ende ein bisschen aus dem Gleichgewicht geraten mit den vielen intimen Szenen.