Ging unter die Haut
Seven Years From NowVielen Dank an dtv und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Meinung.
Inhalt:
Die Wohnung ihrer Tante ist ein ganz besonderer Ort, und das nicht nur, weil ...
Vielen Dank an dtv und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Meinung.
Inhalt:
Die Wohnung ihrer Tante ist ein ganz besonderer Ort, und das nicht nur, weil Analea eine exentrische Person war, die das Leben in vollen Zügen auskostete. Denn sie ist verzaubert und schickt ihre Bewohner sieben Jahre in die Vergangenheit, allerdings ohne jegliche Ankündigung. Clementine hat daran nie so ganz geglaubt, auch wenn sie die besten Momente ihrer Kindheit dort verbracht hat. Aber als plötzlich ein fremder Mann in ihrer Küche auftaucht und nichts mehr so aussieht wie vorher, beginnt sie zu verstehen, das alles wahr ist. Iwan wirbelt ihr Leben gehörig durcheinander, aber Clementine muss an die wichtigste Regel ihrer Tante denken: Verliebe dich niemals in dieser Wohnung....egal, wie schwer es auch ist.
Meine Meinung:
Bittersüß, melancholisch und voller Emotionen. Die Bücher von Ashley Poston sind etwas ganz besonderes für mich und das hat mir ihr neuer Roman wieder einmal verdeutlicht. Nach ihrem Erstling, welcher mich völlig umhaute und sehr unter die Haut ging, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Der Klappentext versprach eine spannende Geschichte mit viel Gefühl, Tiefgang und dem besonderen Humor und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar brauchte es ein wenig, um mich völlig gefangen zu nehmen, aber gerade die zweite Hälfte war einfach so unglaublich intensiv und voller Überraschungen, die ich definitiv nicht erwartete. Ich fieberte bis zum Ende mit und es floss auch die eine oder andere Träne, weil es mich sehr berührte.
Die Geschichte wurde sehr ruhig erzählt und las sich gerade deswegen sehr spannend. Man lernte Clementine Stück für Stück kennen, ihre Familie und ihre besondere Beziehung zu ihren Freunden und ihrer Tante Analea, die zwar nur einen kurzen Moment auftauchte, mich aber gefühlt das ganze Buch über begleitete, was ich sehr schön fand, da ihre Einstellung absolut klasse war. Die Reisen in die Vergangenheit grenzten sich klar von der Gegenwart ab und ich hatte nie Probleme damit, zu wissen, wo ich mich gerade befand. Es ist eine Geschichte, die mich trotz ihrer leisen Töne absolut gefangen nahm, auch wenn ich zunächst ein wenig damit haderte, weil mir einfach etwas fehlte. Es hatte seine schönen Mysterie-Momente und war interessant, aber mir ging die Liebesgeschichte zunächst ein wenig zu schnell, bis Poston dann Wendungen einbaute, die mich absolut umhauten und nach denen es sehr gut passte. Irgendwann bangte ich einfach nur mit den beiden mit und fand die Gegenwart weitaus spannender und mitreißender als die Vergangenheit und es war sehr gut, dass sie sich dann verstärkt darauf konzentrierte. Gerade die letzten hundert Seiten war ich bis zum letzten Satz sehr angespannt und konnte nicht mehr mit dem Lesen aufhören, weil ich unbedingt wissen wollte, ob sie sich nun kriegen oder nicht. Die emotionale Spannung war teils nicht mehr auszuhalten und ich fieberte so mit.
Es überschlug sich zwar ein wenig, aber das passte für mich sehr gut, weil es auch um alles oder nichts ging. Die Geheimnisse, die gelüftet wurden, machten mich sprachlos und ich liebte es, wie alles miteinander verbunden wurde und die Geschichte ein großes Ganzes ergab. Hier zeigte Poston, was für eine tolle Autorin sie ist und wie geschickt sie das Leben ihrer Protagonisten verweben konnte, ohne, dass es aufgesetzt oder unnatürlich wirkte. Im Gegenteil, es stimmte absolut und der Tiefgang, der sich nach und nach entwickelte, war einfach klasse. Es wurden Themen eingebaut, die nicht unbedingt einfach sind und gerade eine Sache nahm mich sehr mit, weil ich da mitfühlen konnte. Mir gefiel es sehr gut, wie behutsam Poston damit umging und ohne jegliche Effekthascherei einbaute. Generell war es wieder sehr beeindruckend, wie sie das Leben feierte und ganz natürlich mit dem Tod umging, was mich sehr berührt hat.
Die Liebesgeschichte zwischen Iwan und Clementine lief mir zunächst etwas zu schnell ab, aber die Chemie passte eindeutig zwischen ihnen und je weiter nicht nur die Geschichte sich entwickelte, sondern auch sie als Charaktere, desto mehr liebte ich sie als Paar. Beide waren so unterschiedlich und hatten doch so viele Gemeinsamkeiten und ich fand es sehr spannend, ob sie nun eine Zukunft in der Gegenwart bekommen sollten oder doch alles in der Vergangenheit blieb. Es war bittersüß, traurig, emotional und einfach nur schön.
Die Charaktere waren schön ausgearbeitet und fand es super, dass auch die Nebencharaktere ausreichend Raum erhielten, um sich zu entwickeln, ohne Clementine und Iwan die Show zu stehlen. Gerade ihre besten Freundinnen Drew und Fiona schloss ich wegen ihrer chaotischen und liebenswerten Art schnell in mein Herz, während seine besten Freunde Isa und Miguel mich im Sturm eroberten und so zum Lachen brachten. Ich mochte Iwans lebenshungrige Art, seine Begeisterungsfähigkeit, sowie seine Bodenständgkeit, mit der er Clementine nach und nach aus ihrer Starre löste und sie zum Nachdenken brachte. Clementine lebte für ihren Job und ich fand ihre Effizienz beeindruckend, aber man merkte schnell, dass sie sie dahinter verschloss und und sich nicht traute, sie selbst zu sein. Es war einfach toll, wie sie über sich hinaus wuchs und bereit war, sich zu verändern.
Postons Schreibstil ließ mich wieder durch die Seiten fliegen und ehe ich es mich versah, hatte ich das Buch schnell durch. Es war ein wenig so, wie nach Hause zu kommen und ich fühlte mich sehr wohl damit. Zwar hatte es anfangs ein paar Längen und brauchte ein wenig, um mich mitreißen zu können, aber dann haute er mich um. Ich liebte die lauten und leisen Tönen, den Umgang mit ernsten Themen und diesen ganz besonderen Humor, der mich zum Heulen brachte, weil es einfach so herrlich war. Ich hatte einfach viel Freude damit.
Fazit:
Ein Loblied auf das Leben und Veränderungen, die einfach passieren oder die wir bewusst herbeiführen können. Die Liebesgeschichte überzeugte erst nach einer gewissen Zeit, haute mich aber dank der tollen Chemie der Figuren um und ließ mich bis zum Schluss mitfiebern. Es war ein auf und ab der Emotionen, behielt aber eine schöne Balance und ich fand es seht schön, wie Poston auch schwierige Themen gekonnt verarbeitete und mich zum Nachdenken brachte. Die Charaktere wurden wunderbar ausgearbeitet und überraschten mich immer wieder, was ich absolut liebte. Eine Wohnung, die Zeitreisen möglich machte ? Eine wunderbare Idee, mit der viel gemacht wurde und immer wieder für Überraschungen sorgte, die mich gerade zum Ende hin begeisterten. Ich bin sehr auf weitere Geschichten der Autorin gespannt und von mir gibt es:
4,5 von 5 Sterne