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Veröffentlicht am 26.09.2024

Turbulent und unterhaltsam

The Fiancé Dilemma – Aller guten Dinge sind fünf
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Vielen Dank an Piper und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, dies beeinflusst nicht meine Meinung.

Inhalt:
Josie und die Liebe ? Ein etwas schwieriges Thema, denn sie hat ihr schon ...

Vielen Dank an Piper und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, dies beeinflusst nicht meine Meinung.

Inhalt:
Josie und die Liebe ? Ein etwas schwieriges Thema, denn sie hat ihr schon einige Chancen gegeben, die alle seither gescheitert sind. Als ihr berühmter Vater beschließt, einen brisanten Artikel über die Familie anzukündigen, befürchtet Josie, dass ihre Vergangenheit in aller Munde sein wird. Um diesem Wirbel zu entkommen, muss eine fünfte Verlobung her, auch wenn sie ihren Verlobten gar nicht kennt. Und da passt Matthew, ein Freund ihrer Schwester gerade recht, der seine Rolle mehr als gut spielt, sodass beide nicht mehr wissen, was echt ist und was gespielt….

Vorwort:
„The Fiancé Dilemma“ von Elena Armas erschien 2024 bei Piper als Taschenbuch und umfasst ca. 496 Seiten. Es sollte nach „The Long Game“ gelesen werden, da Figuren daraus auftauchen.

Meine Meinung:
Elena Armas zählt seit The Long Game zu meinen Lieblingsautorinnen und ich war wieder sehr auf ihr neuestes Buch gespannt, das sich dieses Mal um die Josie, die Schwester von Adalyn und ihren Freund Matthew dreht. Beide Charaktere konnte man schon vorher kennenlernen und gerade wegen Josie freute ich mich auf ihre Geschichte. Es war einfach toll, wieder nach Green Oaks und seinen skurrilen Bewohnern, die das Herz auf den rechten Fleck haben, zurückzukehren. Zwar finde ich das Buch ein wenig schwächer als ihre anderen Werke, da es sich etwas langatmig las, aber ich hatte auch sehr viel Spaß damit und gerade die Nebenfiguren und ihre kleinen Geschichten begeisterten mich.

Der Anfang war einfach zu herrlich und wunderbar drüber. Ich musste viel lachen, weil Josies Pechsträhne mich irgendwie an mich selber erinnerte und sie mir schon Leid tat. Die Ausgangssituation mit der falschen Verlobung, dem drohenden Unheil wegen den Enthüllungen ihres Vaters und das Durcheinander ihrer Gefühle fand ich interessant und spannend und trotz der Vorhersehbarkeit fieberte ich durchaus mit ihnen mit. Ich liebte diese skurrile Note, die sich durch das ganze Buch durchzog und auch, wenn es manchmal Momente gab, die für mich schon beinahe etwas drüber wirkten, schaffte es die Autorin aber dennoch eine gute Balance zu halten, sodass es nicht kippte. Vor allem liebte ich diesen Kleinstadtcharme sehr.

Allerdings muss ich auch sagen, dass es nicht die stärkste Geschichte der Autorin ist. Denn auch, wenn es mich gut unterhielt, so fiel mir doch die eine oder andere Länge auf, die den Lesefluss störte. Ich liebe Slow-Burn echt sehr, aber ich finde einfach, dass es sich teils zu sehr zog und ich vermisste etwas Tempo, etwas mehr Witz und auch die Liebesgeschichte zwischen Josie und Matthew konnte mich nicht so begeistern wie erhofft. Mir gefiel es, dass sich die Gefühle zwischen ihnen langsam entwickelten und sie nicht von heute auf morgen von der großen Liebe sprachen, dennoch hätte es für mich etwas mehr Chemie sein können, die leider erst sehr spät spürbar war und bei den anderen Handlungssträngen etwas unterging. Aber es gab es dann auch Momente, die ich so süß und klasse fand und die definitiv Spaß machten. Denn manchmal wirkte es wie bei „Selbst ist die Braut“ oder „Gilmore Girls“, was mich zum Schmunzeln brachte. Vor allem die „Fehde“ zwischen Grandpa Moe und seinem Nachbarn Otto trieb mir vor Lachen die Tränen in die Augen. Die beiden Männer waren wie Katz und Maus und ihre Wortgefechte ein Highlight für mich.

Generell mochte ich die Charaktere wieder sehr gerne, auch wenn mich der eine oder andere echt wahnsinnig machte, aber das meine ich auch wieder positiv, weil sie eindeutig sehr gut in die Geschichte passten. Grandpa Moe, Otto, Bobby und Diane hatten das Herz auf dem rechten Fleck, nur sollte man Bobby echt mal das Megaphone wegnehmen.

Mit Josie und Matthew bin ich trotz der anfangs vermissten Chemie schnell warm geworden, weil beide für sich sehr interessante Charaktere waren, die für mich herausstachen und bei denen ich doch die eine oder andere Gemeinsamkeit feststellen konnte, die ich amüsant fand. Ich mochte die Gegensätzlichkeiten zwischen ihnen, denn gerade deswegen ergänzten sich sehr gut und forderten sich heraus, zu verändern. Beide wurden mutiger und lernten, für sich einzustehen. Vor allem der schüchterne Matthew kam aus sich heraus und ich entdeckte Seiten an ihm, die ich anfangs nicht unbedingt so gesehen hätte.

Der Schreibstil ließ sich sehr flüssig lesen und machte Spaß. Es gab ein paar Längen und mir fehlte trotz der Ausgangssituation ein roter Faden, da es oft sprang, aber den Humor und die Tiefe liebte ich.

Fazit:
Es ist kein Highlight für mich und irgendwie mochte ich The Long Game etwas mehr, aber auch die Geschichte von Josie und Matthew unterhielt mich bestens mit seinen skurrilen und liebenswürdigen Figuren, dem besonderen Humor und ernsten Themen, bei denen die Balance super gehalten wurde. Es hätte etwas strukturierter sein können und mehr Chemie zwischen dem Paar zeigen dürfen, aber ich mochte es gerne und gerade die Nebenfiguren liebte ich. Von mir gibt es:

4 von 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2024

Cosy Herbstromanze mit Luft nach oben

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
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Vielen Dank an NetGalley und Harper Collins für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, dies beeinflusst nicht meine Meinung.

Inhalt:
Nach einem einschneidenden Erlebnis dreht Jeanie ihr komplettes ...

Vielen Dank an NetGalley und Harper Collins für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, dies beeinflusst nicht meine Meinung.

Inhalt:
Nach einem einschneidenden Erlebnis dreht Jeanie ihr komplettes Leben um und übernimmt das geliebte Pumpkin Spice Café ihrer Tante in Dream Harbor. Dort will sie den Einheimischen nicht nur einen Entspannungsort bieten, sondern auch wieder zu sich selbst finden, wenn da nicht der Farmer Logan wäre, der sie doch mehr durcheinander bringt, als sie sich eingestehen möchte. Liebe stand auf gar keinen Fall auf ihrem Plan und ihre lebenslustige Art und die Zurückgezogenheit von Logan könnten nicht gegensätzlicher sein. Aber dennoch fühlt sie sich zu ihm hingezogen, was wohl auch bei Logan zutrifft.

Vorwort:
"Meet Me in Autumn" von Laurie Gilmore erschien 2024 bei Haper Collins als Taschenbuch und umfasst ca. 300 Seiten. Ich habe die e-book Ausgabe gelesen, die ca. 233 umfasst.

Meine Meinung:
Endlich ist meine liebste Jahreszeit da und ich bekam richtig Lust auf einen herbstlichen oder schaurigen Roman, der mich aus dem Alltag entführen und mich für ein paar Stunden ablenken konnte. Und da klang der Roman von Laurie Gilmore, deren Name mich sofort an die bekannte Serie denken ließ, einfach perfekt: Eine einfache, süße Herbstromanze mit etwas Klatsch und Tratsch, ein wenig Drama und ganz viel Herbstfeeling. In gewissen Teilen habe ich auch genau das bekommen und vor allem die Vibes habe ich sehr geliebt, aber insgesamt blieb es leider etwas unter meinen Erwartungen, da es zu chaotisch wirkte und vor allem die Romanze mich nicht mitriss.

Aber fangen wir mal von ganz vorne an. Zunächst gefiel es mir absolut prima und schon die erste Szene habe ich sehr gefeiert, weil ich mich ein wenig darin wiederfinden konnte und es zu komisch war. Die Chemie zwischen Logan und Jeanie war spürbar und ich freute mich wirklich sehr auf ihre Liebesgeschichte. Man erfuhr einiges über das Leben von Jeanie, ihrer Tante und wie es eigentlich zu dem Eigentümerwechsel des Cafés kam, das doch einiges Potenzial bot und versprach, spannend zu werden. Vor allem die herbstlichen Vibes habe ich absolut geliebt und ich konnte mich richtig darin verlieren; ich bekam dadurch sogar Lust, endlich mal meine passende Deko hervorzurkamen und zu platzieren.

Allerdings plätscherte es trotz der ganzen komischen Missgeschicke und dem gruseligen Treiben im Hinterhof, deren Szenen ich definitiv unheimlich fand, die meiste Zeit vor sich hin. Die ganzen Handlungsstränge waren für sich sehr interessant und machten mich neugierig, aber die Autorin schaffte es nicht, sie geschickt miteinander zu verknüpfen, sodass es oft chaotisch wirkte. Mal wurde an einem Strang weitergearbeitet, dann wieder für einen anderen fallen gelassen, aber nie so, dass es irgendwie rund wirkte. An sich finde ich sowas auch nicht verkehrt, aber hier passte es nicht sehr gut, weil so auch die Liebesgeschichte zwischen Logan und Jeanie sich kaum entfalten konnte. Ich spürte zwar eine gewisse Chemie zwischen ihnen, vermisste aber eindeutig Tiefe, vor allem bei ihren Emotionen und verstand es nicht so ganz, warum sie sich anziehend fanden. Allerdings mochte ich es, dass die erotischen Szenen zwischen ihnen nicht zu sehr in die Länge gezogen oder sogar nur angedeutet wurden, sodass trotz allem ihre Gefühle im Mittelpuntk standen. Und ich fand es echt klasse, dass die Protagonisten an Verhütung dachten, kommt auch nicht immer vor.

Aber ehrlich gesagt fand ich die Nebengeschichten rund um die Bewohner von Dream Harbor interessaner als die eigentliche Haupthandlung, weil mir auch die Charaktere daraus sympathischer waren als Jeanie und Logan, die mir, genauso wie ihre Beziehung zu oberflächlich blieben. Da konnte ich mit Hazel, Kelly und ihrem Feind Macaulay, sowie Dot und Co. mehr anfangen. Irgendwie fand ich diese Figuren spannender und greifbarer. Vor allem die Fehde zwischen Kelly und Macaulay habe ich sehr gefeiert, weil es einige Szenen gab, die ich zu komisch fand.

Den Schreibstil mochte ich schon ganz gerne, weil die Autorin es echt sehr gut schaffte, mich abschalten zu lassen und eine tolle Herbst-Atmosphäre schuf, aber so ganz wurde ich nicht mit ihm warm. Manche Sätze musste ich mehrmals lesen, weil sie etwas merkwürdig gestaltet waren und verschachtelt wirkten. Auch störte es mich, dass Sätze oft nacheinander gleich begannen und sehr kurz und abgehackt wirkten, sodass es mich auch ein paar Mal aus meinem Lesefluss riss.

Fazit:
Eine süße Herbstromanze, die gerade wegen ihrer Nebenfiguren und der schönen Atmosphäre, die zum Abschalten einlud, punkten konnte, mich aber nicht so ganz überzeugen konnte. Die vielen Handlungsstränge harmonierten nicht sehr schön und waren recht sprunghaft, was es chaotisch wirken ließ. Auch die Liebesgeschichte zwischen Jeanie und Logan konnte mich nicht wirklich catchen. Trotz des vorhandenen Potenzials wirkte diese recht flach und ich spürte kaum Chemie zwischen ihnen, was ich nach dem tollen Einstieg schon etwas schade fand. Daher lebte dieses Buch eindeutig von der herbstlichen Atmosphäre und seinen schrulligen Nebencharakteren, die mich dafür aber umso mehr begeisterten. Mich hat es nicht umgehauen, aber es hatte schon etwas für sich und ich würde gerne mehr von Laurie Gilmore lesen. Von mir gibt es:

3 von 5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.08.2024

In der Schwebe

Mixed-up First Love 09
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Jetzt ist es endlich soweit und die Abschlussprüfungen stehen vor der Tür. Viel Stress, Angst und Bammel vor der Zukunft begleiten die Jugendlichen, auch wenn mancher sehr cool damit umgeht. Durch einen ...

Jetzt ist es endlich soweit und die Abschlussprüfungen stehen vor der Tür. Viel Stress, Angst und Bammel vor der Zukunft begleiten die Jugendlichen, auch wenn mancher sehr cool damit umgeht. Durch einen Unfall wird bei Aoki und Ida alles ganz anders, oder etwa nicht ? Und auch Hashimoto und Aida müssen sehen, wie es mit ihnen weitergeht. Leute, es geht los !

"Mixed-up First Love 09" von Watarun Hinekure ist der neunte und finale Band ihrer gleichnamigen Reihe. Es umfasst ca. 189 Seiten und ist als Taschenbuch und e-book erhältlich ist.

Meine Meinung:
Was war diese Reihe für ein auf und ab für mich ! Ich habe sie geliebt, fand sie stellenweise zu überdreht und schräg, aber dennoch schlich sie sich Stück für Stück in mein Herz. Aber ich bin auch ganz froh, dass es nun zuende ist und ich sie mir ausgeliehen habe, denn der finale Band konnte mich leider nicht so überzeugen, wie ich es mir gewünscht habe. Irgendwie hat es sich nicht wie ein Ende, sondern eher wie ein Zwischenband angefühlt, was ich schade fand. Eine richtig gut Idee nicht durchgesetzt und verlor sich in den üblichen Klamauk von Aoki, was mich einfach etwas zwiegespalten zurücklässt.

Die Autorin ließ ihre Reihe Revue passieren und stellenweise mochte ich das sogar ganz gerne, allerdings zog es sich dadurch auch ziemlich und wirkte wie in der Schwebe. Es war einfach nichts ganzes und nichts halbes und es war sehr schade, dass sie einen Handlunsstrang nicht durchzog, sondern wieder recht schnell verwarf. Dabei habe ich diese Idee geliebt und es bot so viel Potenzial, welches leider ungenutzt blieb. Denn abseits davon bot mir dieser Abschluss nicht sonderlich viel. Die üblichen Szenen wurden wieder abgespielt und Aoki durfte seinen wilden Gesichtsausdrücken richtig viel freien Lauf lassen, was einfach nicht gut passte. Es war ganz nett und ich hatte durchaus meinen Spaß, aber für mich war es zu wenig und ich hatte mir etwas mehr erhofft, vor allem nachdem der letzte Band so eine gute Richtung vorgab.

Der Zeichenstil war teils sehr wild und das mochte ich nicht immer so gerne, weil es einfach zu viel des Guten war und nicht passte. Abseits davon gefiel er mir schon sehr gut und ich mochte es, wie die Figuren (außer Aoki) gezeichnet wurden.

Fazit:
Ein Finale, was mich immer noch ziemlich beschäftigt und mit dem nicht nicht so wirklich glücklich bin. Es gab gute Stellen und eine Idee fand ich richtig klasse, aber die Inkonesequenz der Autorin machte auch einiges wieder zunichte. Mir war es einfach zu wild, zu durcheinander und statt einem Abschluss wirkte es eher wie ein Zwischenband, der mich etwas in der Luft hängen lässt. So bin ich ganz froh, mir die Reihe nur ausgeliehen zu haben. Von mir gibt es:

3 von 5 Sterne

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2024

Gegensätze ziehen sich an

Eisprinz und Herzbube
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Als Kind von einem gleichgeschlechtlichen Paar hatte es Emilio nicht immer leicht, weshalb er es nicht an die große Glocke hängt. Und auch, wenn ihn Phil, der Lebensgesfährte seines Vaters immer wieder ...

Als Kind von einem gleichgeschlechtlichen Paar hatte es Emilio nicht immer leicht, weshalb er es nicht an die große Glocke hängt. Und auch, wenn ihn Phil, der Lebensgesfährte seines Vaters immer wieder zum Explodieren bringt, so kann er sich immer auf ihn verlassen. Vor allem, wenn seine Mitschüler wieder super ätzend waren und in der Liebe totales Chaos herrscht. Nur mit dem schwulen Schulsprecher Nicholas muss er sich alleine rumschlagen, vor allem seit ein ungewollter Kuss alles verändert.

"Eisprinz und Herzbube" von Elena Losian ist ein Einzelband, der 2018 im Main Verlag erschien. Es ist als Taschenbuch erhältlich und umfasst ca. 345 Seiten.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eines meiner absoluten Lieblinge aus dem Romance- und LGBTQIAP+ Bereich. Ich habe es bereits mehrere Male gelesen und verliebe mich jedes Mal erneut darin, weil ich die Geschichte von Anfang bis Ende sehr spannend, emotional und niedlich finde. So auch bei diesem re-read, den ich nach einer starken Leseflaute absolut gebraucht habe und mir sehr viel Spaß machte.

Auch wenn es sich viel um die Liebesgeschichte zwischen Emilio und Nicholas drehte, war es in erster Linie ein Coming-Out von einem Jungen, der glaubte, sich in allem sicher zu sein. Das auf und ab von Milos Gefühlswelt ging mir sehr oft unter die Haut und manche Dinge erinnerten mich an mich selber, weshalb ich es sehr authentisch fand, wie die Autorin seine Probleme, Sorgen und Ängste beschrieb. Obwohl ich das Buch bereits kannte, fieberte ich von Anfang bis Ende mit ihm mit, ärgerte mich über ihn und konnte seine Gefühlsausbrüche doch zu gut verstehen. Vor allem in seiner Familie passierte so viel, was mir auch garantiert die Füße unter dem Boden weg gezogen hätte. Aber trotz allem fand ich es beeindruckend, wie selbstsicher und mutig er blieb, auch wenn es nicht leicht für ihn war und mehr als eine Person sich nicht als die erwies, die er glaubte.

Seine Liebesgeschichte mit Nicholas war ebenfalls ein auf und ab und mir gefiel es, dass sie ihre Probleme hatten, abgesehen von Emilios Verwirrung über seine Sexualität. Auch die Einflüsse von außen, die Unerfahrenheit und Missverständnisse sorgten für das eine oder andere Drama und man muss einfach mit den beiden mitfiebern. Die Chemie zwischen ihnen war anfangs nicht wirklich erkennbar, aber je mehr man sie kennenlernte und sich ihre Beziehung veränderte, desto passten sie für mich zusammen. Gerade wegen ihres Altersunterschieds und ihrer unterschiedlichen Charaktere hatten sie eine tolle Harmonie, die sich ausgleichte.

Nur zum Ende hin gab es dann doch ein paar kleinere Längen und die Ereignisse überschlugen sich leicht, was dann nicht mehr so passend wirkte. Zwar verstand ich, was man mir erzählen wollte, allerdings hätten ein paar weniger Seiten auch gereicht, weil es sich etwas zog. Dennoch war es gerade für Emilio sehr wichtig und ich mochte es, dass es einen runden Abschluss hatte.

Die Charaktere und den Schreibstil mochte ich sehr gerne und es gab einige Stellen, die mir ein breites Grinsen ins Gesicht zauberten. Den Stil fand ich sehr flüssig, spannend und emotional. Trotz der ganzen Dramen wurde es nie zu kitschig und es wirkte durchaus realitätsnah. war merkte man, dass das Buch für Jugendliche geschrieben wurde, aber auch Erwachsene werden ihren Spaß damit haben können, da es genug Tiefe und ernste Momente gab. Das lag auch an den Charakteren und ihrer Wandlung, die manchmal überraschend kam. Vor allem bei Emilio merkte man, wie erwachsener und ernster er während der Geschichte wurde, auch wenn es genügend Stellen gab, die zeigten, dass er irgendwo auch noch ein Kind war und sich erst finden musste. Nicholas wirkte anfangs so ernst und ich fand es toll, wie er unter Emilio auftaute und auch mal etwas Spaß zuließ.

Zum Schluss noch eine Sache: Dies ist eine indirekte Fortsetzung von "Wie ein Kartenhaus im Sturm", wo es um die Liebegeschichte von Emilios Eltern Phil und Julian geht. Man kann "Eisprinz und Herzbube" unabhängig davon lesen, allerdings wird viel aus dem Vorgänger aufgegriffen. Ich habe die Bücher nicht gelesen und hatte keine Probleme damit.

Fazit:
Ein Buch, was ich auch nach all der Zeit sehr liebe und definitiv weiter empfehle. Die Geschichte hat durchaus ein paar kleinere Längen und verhaspelt sich an ein, zwei Stellen, hat dafür aber das Herz auf dem rechten Fleck und ist mehr als eine Liebes- und Coming-of-Age-Geschichte. Die Themen, die die Autorin hier ansprach fand ich sehr wichtig und sie schaffte es gekonnt, den Spagat zwischen Humor und Ernst zu halten. Von mir gibt es:

4,5 von 5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Total wild

Dein böser Blick 02
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Endlich weiß Shima, wieso Ryu ihn immer so böse ansieht und könnte nicht glücklicher sein. Endlich könnten die beiden sich näher kommen, aber er hat die Rechnung ohne aufdringliche große Brüder, Nebenjobs, ...

Endlich weiß Shima, wieso Ryu ihn immer so böse ansieht und könnte nicht glücklicher sein. Endlich könnten die beiden sich näher kommen, aber er hat die Rechnung ohne aufdringliche große Brüder, Nebenjobs, die einen auslauchen und Zukunftspläne gemacht, die ihre Beziehung auf die Probe stellen. Zumal es da immer noch die Sache mit der Gang gibt...

"Dein böser Blick 02" von Moegi Yukue ist der zweite Band der gleichnamigen Reihe und erschien 2021 bei Egmont Manga. Es umfasst ca. 176 Seiten und ist als Taschenbuch und e-book erhältlich.

Meine Meinung:
Endlich wurde diese Manga-Reihe weitergeführt und nachdem es Jahre her ist, dass ich die ersten beiden Bände gelesen habe, wurde es Zeit für einen re-read, den ich nicht nur sehr gefeiert habe, sondern, der mir auch zeigte, warum ich mich damals in diese Geschichte schockverliebte. Zwar hat sich in dieser Zeit mein Geschmack sehr verändert, aber die Liebesgeschichte von Shima und Ryu liebe ich immer noch so sehr. Sie ist absolut wild, schräg und so süß !

Der zweite Band knüpfte beinahe nahtlos an den Vorgänger an und bot viele Wednungen, Überraschungen und Probleme für das junge Glück, das selbst noch gar nicht so genau weiß, was es nun eigentlich ist. Die Ängste und Sorgen wurden super dargestellt und egal, wie schräg es manchmal wurde, hielt die Autorin eine super Balance und ließ es nicht in Klamauk oder Stumpfsinn abgleiten. Im Gegenteil: Gerade dieser Kontrast sorgte dafür, dass es mir mehr unter die Haut ging und mich beschäftigte. Daher gefiel es mir auch sehr, mehr über die Protagonisten und ihre Beziehungen zu Freunden und der Familie zu erfahren, die nicht immer einfach waren und einige Probelem bereithielten. Es drehte sich viel um die Zukunft, wer man war und sein wollte und wie es sich mit ihrem Leben vereinbaren ließ, das recht gegensätzlich und doch gar nicht mal so sehr verschieden war, wenn man genauer hinsah. Die Gewalt ist zwar allgegenwärtig, wurde in meinen Augen aber nicht verherrlicht. Die Dramen und Intrigen zwischen den Jugendlichen waren teils recht abstrus, aber sehr amüsant und passten gut hier rein.

Genauso wie der Zeichenstil, der wie im ersten Band etwas grob und kantig wirkte, mir aber gut gefiel und durchaus Spaß machte. Ich fand die Mimik der Figuren teils zu herrlich und vor allem der böse Blick von Ryu war ein absolutes Highlight.

Fazit:
Eine tolle Fortsetzung, die mir auch beim re-read sehr zusagte und Lust auf die weiteren Bände macht, von denen nun zwei nun endlich erschienen sind. Die Geschichte wirkte manchmal etwas sehr abstrus und war absolut wild, machte aber gerade deswegen so viel Spaß. Ich habe die Chemie zwischen den Figuren geliebt und fand ihre Dramen, Intrigen und Missverständnisse zu herrlich. Nun freue ich mich auf Band drei und von mir gibt es:

5 von 5 Sterne

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