Entfaltet leider nicht die Magie des Originals
Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane AustenIch glaube, zu diesem Buch muss ich nicht viel sagen. Die meisten haben bestimmt schon von der Liebesgeschichte von Elizabeth und Darcy gehört, die aber auch ein Gesellschaftsbild der damaligen Zeit zeichnet ...
Ich glaube, zu diesem Buch muss ich nicht viel sagen. Die meisten haben bestimmt schon von der Liebesgeschichte von Elizabeth und Darcy gehört, die aber auch ein Gesellschaftsbild der damaligen Zeit zeichnet und wohl einer der beliebtesten Klassiker ist.
Mich begeistert es seit bald fünfzehn Jahren und ich habe Stolz und Vorurteil einige Male gelesen, als Film und Serie inhaliert und auch das Hörbuch begeisterte mich. Als ich entdeckte, dass Loewe nun eine Graphic Novel veröffentlichte, freute ich mich riesig darauf.
Schon das Cover zog mich völlig in seinen Bann und auch der erste Blick machte mich richtig neugierig. Nach dem Lesen bin ich etwas zwiegespalten, denn es ist zwar eine durchaus gelungene Umsetzung, allerdings mit Luft nach oben und ein paar Schwächen. Es gab einige Dinge, die mich richtig begeisterten, aber leider schaffte es nie so ganz, mich komplett zu überzeugen.
Die Geschichte wurde in Teilen gut wiedergegeben, aber man merkte deutlich, dass vieles herausgenommen oder stark gekürzt wurde und das wirkte oft abgehackt. Ich stelle es mir absolut nicht einfach vor, so ein Buch als Graphic Novel umzusetzen, aber es wurde einfach zu viel gesprungen und riss mich öfters raus. Die Anziehung zwischen Elizabeth und Darcy erreichte mich nur bedingt und auch, wenn es Momente gab, die ich sehr gelungen und schön fand, fehlte mir zunächst etwas die Chemie zwischen den beiden. Irgendwie habe ich etwas mehr Leidenschaft und Feuer erwartet, wie ich sie beim Lesen des Originals verspürte. Ich fand die beiden als Paar super, aber mir fehlte da einfach etwas die Magie und ich vermisste es, mitzufiebern.
Das lag auch etwas an den Figuren, die eigentlich klasse gezeichnet und potraitiert wurden, aber auch hier habe ich Kritikpunkte. Dadurch, dass viele Charaktere recht ähnlich aussahen, hatte selbst ich teils Probleme, sie auseinander zu halten. Das merkte ich vor allem bei Elizabeth und Charlotte, sowie Mary und Lydia. Auch die Gesichtsausdrücke passten leider nicht immer zu der Situation oder Emotion und wirkten manchmal sogar gegenteilig.
Aber dafür habe ich die Coloration absolut geliebt. Die Farben waren super schön und passten richtig gut zur Geschichte. Gerade die Szenen in der Natur empfand ich als unglaublich schön und mir hat es sehr gut gefallen, wie kreativ Kühn und Spruit diese umsetzten. Auch die Tanzszenen sprachen mich an und der Stil war klar und ruhig. Dadurch wirkte es entspannend und nie chaotisch. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Zwischenspiele bei den Jahreszeiten nicht besonders mochte und eher als störend empfand. Zumal oft Szenen unvollendet und gehetzt wirkten.
Fazit:
Stolz und Vorurteil ist einer meiner absoluten liebsten Klassiker und auch, wenn der Graphic Novel mich nicht gänzlich überzeugen konnte, finde ich ihn dennoch gut gelungen. Er hat seine Schwächen und könnte gerade für Leser, die die Vorlage nicht kennen, etwas schwierig sein, aber dennoch gab es einige Elemente, die ich klasse fand. Von mir gibt es:
3 von 5 Sterne
Vielen Dank an Loewe und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Meinung.