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Veröffentlicht am 14.11.2019

Eine andere Art Märchen

Märchenfluch, Band 1: Das letzte Dornröschen
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Achtung: Band 1 einer Trilogie!

Achtung: Cliffhanger!



Das Buch ist wunderschön gestaltet. Das Cover ist wirklich hübsch, aber wenn man den Schutzumschlag abnimmt, sieht man, wie schön das eigentliche ...

Achtung: Band 1 einer Trilogie!

Achtung: Cliffhanger!



Das Buch ist wunderschön gestaltet. Das Cover ist wirklich hübsch, aber wenn man den Schutzumschlag abnimmt, sieht man, wie schön das eigentliche Buch gestaltet ist. Ich finde das richtig toll! Noch schöner ist aber die innere Gestaltung des Buches. Die Kapitelanfänge sind mit einer Rose dekoriert, ebenso die Seiten unten in der linken bzw. rechten Ecke. Das sieht wunderschön aus und erinnert einen immer wieder daran, dass es um Dornröschen geht.




Flora ist gerade 16 geworden. Nur wenige Tage später erhält sie einen Brief, der ihr Leben für immer verändert. Sie soll sich bei der Mühle im Ort einfinden und als sie dort ist eröffnet ihr eine Gruppe von Menschen, dass sie die letzte Nachfahrin von Dornröschen ist. Flora glaubt zunächst nicht daran, bis ihr andere Nachfahrinnen von Märchenfiguren klar machen, dass das alles wirklich wahr ist.

Flora muss nun zusammen mit einer Gruppe Nachfahren die Menschen ohne magisches Blut vor gefährlicher Magie schützen. Doch zeitgleich fängt ihre Freundin Anna an sich merkwürdig zu benehmen und sie begegnet Hektor, der scheinbar mit einem Schneewittchen zusammen ist, aber trotzdem ihr Herz höherschlagen lässt. Zudem treibt in der Stadt ein Kidnapper sein Unwesen, der alte Damen entführt und an jedem Tatort Rosenblätter zurücklässt. Hat das etwas mit der Märchen-Welt zu tun? Vielleicht sogar mit Dornröschen? Bald schweben die Nachfahren und allen voran Flora in großer Gefahr.



Die Idee fand ich wirklich richtig interessant: Märchen sind wahr und es leben noch immer Nachfahren der Märchenfiguren unter uns, die besondere Gaben haben und gegen das Böse kämpfen. Doch für mich zog sich die Handlung in der Mitte wirklich sehr. Der mittlere Teil kam mir eher wie Kaugummi vor. Der letzte Teil wurde dafür wieder interessanter und der Schluss mit dem Cliffhanger war richtig gut!



Die Auswahl der Märchenfiguren konnte ich teilweise nicht nachvollziehen. Warum zum Beispiel Rapunzel, wenn ihre einzige Gabe schnelles Haare wachsen lassen ist? Ich hätte eher gedacht, wenn es um eine Märchen-Nachkommen-Agenten-Truppe geht, haben alle Superkräfte, die man für den Kampf oder so nutzen kann.



Ich habe mich mit Flora ziemlich schwergetan. Hier merkt man, dass sich das Buch an ein ziemlich junges Publikum richtet (ab 12). Flora wehr sich dagegen, dass das, was ihr diese Menschen über die Nachfahren der Märchenfiguren erzählen wahr sein könnte. Sie macht einfach immer wieder dicht und weigert sich, sich gedanklich darauf einzulassen. Manchmal denkt sie über Probleme bzw. deren Lösung nach aber führt diese Überlegungen nie zu Ende. Ich fand zudem einiges sehr vorhersehbar - leider ist Flora nicht mal ansatzweise ein entsprechender Verdacht gekommen, erst, als es sich ihr offenbart hat, was wirklich schade war, da manches echt mit dem Wald gewunken hat und nicht nur mit dem Zaunpfahl.

Ich empfinde die Charaktere allgemein als sehr „jung“ in ihrem Verhalten, nicht nur Flora allein, sondern auch z.B. Val.

Irgendwie kam ich an die Charaktere nicht heran. Sie blieben für mich sehr oberflächlich.



Dass die Zielgruppe sehr jung ist merkt man auch daran, dass die Immunität gegen die böse Magie der Gegenstände nur gegeben ist bis man ca. 20 ist. Aber es wird nicht erklärt warum. Warum müssen 16-20 jährige die Welt retten? Warum fängt die Immunität erst mit 16 an und hört mit 20 auf?



Was mir dafür gefiel, waren zum Beispiel die Kommentare von Scitus, einem sprechenden Spiegel, obwohl er ein verlogener Mistkerl ist, aber seine Kommentare sind immer wieder auch witzig.



Das Ende fand ich richtig gut. Natürlich kann ich nicht verraten, worum es dabei ging, aber der Cliffhanger ist sehr gut gewählt. Es ist keiner, bei dem man das Buch am liebsten heulend in die Ecke werfen will, sondern einer, der einen mit einer Theorie bzw. Tatsache konfrontiert, über sie man sich bis zum Erscheinen von Band 2 den Kopf zerbrechen kann. So etwas mag ich wirklich sehr.



Fazit: Das Buch bekommt von mir 3 Sterne. Ich fand die Idee sehr gut, aber der Mittelteil hat sich sehr gezogen. Das Buch richtet sich an eher Jugendliche Leser ab 12 und das merkt man, nicht nur bei den Charakteren. Dennoch fand ich das Buch nicht schlecht. Besonders der letzte Teil war richtig interessant und da kam bei mir auch endlich Spannung auf. Der Schluss war sogar richtig gut!



Ich würde das Buch eher jüngeren Lesern ab 12 empfehlen.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Leider wird das Buch seinem Potential nicht gerecht

Die Schuld jenes Sommers
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1942: Frances hat das Gefühl im Haus zu ersticken. Es ist der Geburtstag ihrer besten Freundin Whyn, die vor 24 Jahren, als Kind, spurlos verschwunden ist. Sie braucht Luft! Also bringt sie Davy, auf den ...

1942: Frances hat das Gefühl im Haus zu ersticken. Es ist der Geburtstag ihrer besten Freundin Whyn, die vor 24 Jahren, als Kind, spurlos verschwunden ist. Sie braucht Luft! Also bringt sie Davy, auf den sie aufpassen soll zu einem befreundeten Ehepaar. Auf dem Heimweg wird Bath von einem Bombenangriff schwer getroffen. Frances stürzt und wird ohnmächtig. Am nächsten Tag hat sie Gedächtnislücken und erst viel später fällt ihr Davy wieder ein. Das Ehepaar ist tot, ertrunken in seinem Keller. Doch von Davy fehlt jede Spur. Er kann doch nicht einfach weg sein! Andererseits ist auch Frances Freundin damals spurlos verschwunden. Ist das alles Zufall oder steckt mehr dahinter?
Dann wird nach einem weiteren Bombenangriff eine Leiche gefunden und es ist ziemlich schnell klar: das muss Whyn sein. Doch der Fundort macht auch klar, dass der Mann, der damals für den Mord an ihr gehängt wurde, unschuldig war. Noch mehr Schuld, die sich Frances aufgeladen hat, denn ihre Aussage hat dazu geführt.
Zusammen mit Owen, Whyns Bruder macht sie sich auf die Suche nach Davy und Whyns Mörder.


Die Handlung wechselt zwischen Rückblenden aus den Jahren 1915-1918 und der Gegenwart im Jahr 1942.

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Ich habe ja vor nicht allzu langer Zeit „Der Frauenchor von Chillbury“ gelesen und hatte irgendwie gedacht, dass das Buch so ähnlich sein könnte mit der Schilderung der Bombenangriffe und des Krieges in England. Leider hat das Buch aber eine gänzlich andere Stimmung.

Ich konnte keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Frances war mir nicht direkt unsympathisch, sonderlich sympathisch aber auch nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie schlimm das für sie sein muss mit dem verschwundenen Kind und sie gibt sich selbst die Schuld dafür. Ihre Familie war mir auch nicht sympathisch, ich empfand sie alle als ziemlich seltsam. Davys Mutter, die anscheinend dem Alkohol gern zuspricht, konnte ich am wenigsten verstehen. Ihr Kind ist verschwunden und alles was von ihr kommt ist ein „such ihn!“ und sie selbst macht keinen Wackler um nach Davy zu suchen?! Das erscheint mir sehr unrealistisch.

Die Handlung rund um Whyn in den Rückblenden war oft sehr verwirrend. Die Erzählung war immer etwas weitschweifig, aber besonders in den Rückblenden konnte man oft nicht den Sinn dahinter verstehen. Warum ist das wichtig? Warum wird das so ausführlich geschildert? Es sind letztlich die winzigen Details, die zur Lösung beitragen, aber leider gehen diese Details in der Flut an Beschreibungen unter.

Die Auflösung fand ich sehr gut und schlüssig. Ich hätte es nur schöner gefunden, wenn man eine Chance gehabt hätte das Puzzle als Leser zusammenzusetzen, doch das war aufgrund der vielen Details, die praktisch jeden Charakter verdächtig machten einfach nicht möglich.

Mich konnte der Roman nicht bei der Stange halten. Meine Gedanken sind immer wieder abgeschweift. Ich finde das sehr schade, denn die Grundhandlung und die Auflösung sind wirklich richtig gut. Meiner Meinung nach hätte das Buch gut um ein Drittel gekürzt werden können, vielleicht wäre es dann gelungen die Spannung konstant aufrecht zu erhalten. So haben die langatmigen Passagen leider immer den Spannungsbogen abreißen lassen.

Es werden trotz des detailreichen Erzählens auch nicht alle Fragen beantwortet, was ich schade finde. Wenn man schon so detailliert erzählt, hätte man doch wenigstens dafür sorgen können, dass keine Fragen offen bleiben.

Mir fehlten in diesem Buch die Emotionen. Frances zeigt als einzige wirklich Gefühle, alle anderen (bis auf Owen später im Buch) sind total tiefenentspannt. Es fallen Bomben und die Stadt brennt – alle bleiben ruhig. Ein Kind verschwindet – niemand sucht es. Eine Leiche wird nach 24 Jahren gefunden – niemand kümmert wer der Mörder sein könnte.


Fazit: Dieses Buch hat echt viel Potential. Leider ist es viel zu langatmig, um die Spannung für mich aufrecht zu erhalten. Zudem waren die Charaktere leider nicht sympathisch und bei fast allen fehlten die Emotionen. Die Story an sich und die Auflösung sind richtig gut, aber das geht fast unter.

Ich habe lange überlegt, wie ich das Buch bewerten soll. Ich habe zwischen 2 und 3 Sternen geschwankt und mich letztlich für 3 Sterne entschieden wegen der wirklich guten Story und der sehr guten Auflösung.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Cinderella mal ganz anders

Aschenkindel
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Das Buch ist wunderschön und sehr liebevoll gestaltet. Das fängt schon beim Cover an, bei dem ich, als ich das Buch entdeckt habe, einfach nur immer wieder „oh schön!“ gesagt habe. Das Cover hat mich auf ...

Das Buch ist wunderschön und sehr liebevoll gestaltet. Das fängt schon beim Cover an, bei dem ich, als ich das Buch entdeckt habe, einfach nur immer wieder „oh schön!“ gesagt habe. Das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Es passt nicht nur wegen des Mädchens im Ballkleid sehr gut zum Buch, sondern auch wegen der Farben, die für mich die Stimmung im Buch widerspiegeln. Es ist einfach ein Buch, das einen glücklich macht und das gleiche macht auch das Cover.
Die Innengestaltung ist mindestens genauso schön. Jede linke Seite ist unten mit einer Blumenwiese verziert und jeder Kapitelanfang entweder mit Blättern oder Schmetterlingen. Man merkt einfach, dass bei der Gestaltung mitgedacht wurde. Das Buch ist also nicht nur was die Handlung angeht schön, sondern auch die Gestaltung gehört für mich zu den schönsten, die ich bislang lesen durfte.


Claerie Farnflee ist 17 Jahre alt und so ganz anders als die anderen Mädchen im Königreich. Statt sich darüber zu freuen, eine gute Fee zu haben, streitet sie sich lieber mit ihr, weil sie etwas so Verrücktes vorschlägt, wie auf den Ball des Kronprinzen zu gehen. Claerie will den Prinzen nicht! Sie erinnert sich noch gut an ihn als Kind und da hat er einen extrem schlechten Eindruck auf sie gemacht. Doch dann ködert sie die Fee mit etwas, dem Claerie nicht widerstehen kann: sollte sich der Prinz für sie als künftige Frau entscheiden, könnte sie sich ihren Flugwurm zurückwünschen, der konfisziert worden war, nachdem er ihre bösartige Stiefmutter gebissen hatte – vollkommen berechtigt nebenbei bemerkt – also stimmt sie zu, mit dem festen Plan auf ebenjenem Flugwurm in ein benachbartes Königreich abzuhauen, bevor es zur Hochzeit kommt.
Doch dann begegnet sie einem Mann im verbotenen Wald, dem sie immer wieder über den Weg läuft und dummerweise funkt es zwischen ihnen ganz gewaltig. Aber Claerie will keinen Mann! Oder etwa doch?


Das Buch ist so herrlich bissig, ich konnte kaum aufhören zu lachen. Ich meine, wir alle kennen Aschenputtel aus unserer Kindheit, aber Clearie hat mit Cinderella überhaupt nichts gemein, bis auf die Stiefmutter und die dämlichen Stiefschwestern. In dieser Welt gibt es fantastische Kreaturen und jedes Mädchen bekommt eine gute Fee zum 13. Geburtstag. Claeries war noch übrig als ihre Unterlagen verspätet eingingen, weil sie auf der Feen-Akademie ziemlich schlechte Noten bekommen hatte. Einfach herrlich!
Claeries Kommentare sind wirklich wunderbar, so bissig, sarkastisch und emanzipiert. Obwohl sie von ihrer Familie manchmal schlimm behandelt wird, ist sie im weitesten Sinne eine moderne Frau. Sie gibt Contra, sie lässt sich nichts gefallen und hat Mut.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich von dem Buch eigentlich nicht viel erwartet hatte. Ich mag Märchen und dachte mir: warum nicht? Ich bin echt froh, dass ich es gelesen habe, es ist komplett anders, als ich es erwartet hätte und ich kann vollkommen nachvollziehen, warum es den Kindle-Storyteller-Award gewonnen hat.

Die Charaktere sind alle total sympathisch und interessant. Das Buch liest sich wirklich super und die Story ist ganz anders, als man erwarten würde. Toll finde ich vor allem auch die Cinderella-Elemente, die mit eingebunden sind und zwar teilweise sogar Disney Elemente. Trotzdem ist das Buch nicht einfach „nur“ Cinderella in einer Fantasy-Welt. Mir hat das Lesen wirklich viel Spaß gemacht und ich werde das Buch definitiv noch öfter lesen. Es ist für alle Altersstufen geeignet und ich denke sowohl Jugendliche als auch Erwachsene dürften gleichermaßen ihre Freude damit haben.


Fazit: Ich kann das Buch wirklich empfehlen. Wer, wie ich, Märchen mag und auf Charaktere steht, die immer für einen bissigen Kommentar zu haben sind, der ist hier genau richtig! Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich werde bestimmt auch noch weitere Bücher der Autorin lesen.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Für mich leider ein absoluter Flop - schade ums Geld!

Das Geschenk
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Achtung: Triggerwarnung: Folter und Vergewaltigung!


Das Buch ist unglaublich schön gestaltet. Die Limitierte Sonderausgabe ist als Geschenk verpackt. Öffnet man die Schleife – die in Wirklichkeit zusammengesteckt ...

Achtung: Triggerwarnung: Folter und Vergewaltigung!


Das Buch ist unglaublich schön gestaltet. Die Limitierte Sonderausgabe ist als Geschenk verpackt. Öffnet man die Schleife – die in Wirklichkeit zusammengesteckt ist, dann befindet sich darin das Buch, das in rot gehalten ist. Die Seiten sind relativ dick und das ganze Buch macht einen sehr wertigen Eindruck.


Milan wird im Gefängnis vergewaltigt. Die Männer, die ihn entführt haben und ihm so schreckliches antun, drohen, ihm noch schlimmeres an. Er hat nur eine Chance: ihnen seine Geschichte erzählen, dass er angeblich unschuldig ist, und hoffen, dass der Anführer, Zeus, ihm glaubt. Also erzählt er.

Milan ist Analphabet. Für ihn verschwimmen Wörter zu einem unleserlichen Chaos. Früher war er ein Krimineller, aber mittlerweile hat er sich durch seine Freundin gebessert.
Eines Tages sitzt er auf seinem Fahrrad und wartet an einer roten Ampel. Neben ihm hält ein Auto und ein Mädchen hält einen Zettel gegen die Scheibe und weint. Leider kann er aber nicht lesen, worum es dabei geht. Dennoch spürt er, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und folgt dem Wagen so gut er es auf dem Fahrrad eben kann. Er ahnt nicht, dass er damit eine Kette von Ereignissen auslöst, die ihn Auge in Auge mit dem Tod befördern.


Ich habe mich von der wunderschönen Aufmachung und dem Klappentext verführen lassen. Das Buch klang einfach so gut! Leider gefiel es mir aber gar nicht. Ich fand schon den Anfang schrecklich mit der Vergewaltigung, hoffte aber, dass das restliche Buch, das vielleicht noch rausreißt. Doch dem war nicht so.

Mir waren die Charaktere alle nicht sympathisch. Mir tat Milan leid, ja, ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ist Analphabet zu sein und dann auch noch in so eine Situation zu kommen. Doch er wirkte auf mich nicht glaubhaft. Die ganze Story entwickelte sich mehr und mehr zu einer Aneinanderreihung von unglaubwürdigen Erklärungen.

Ja, die Wendungen und Auflösungen waren überraschend, aber leider auch in meinen Augen an den Haaren herbeigezogen. Ich halte den Teil mit Milans Vater für absolut unrealistisch. Die Wendung mit dem Mädchen am Schluss fand ich da noch glaubwürdiger als das.

Mir wurde in dem Buch zudem auch zu viel gefoltert. Ich weiß noch in den ersten Fitzeks, die ich gelesen habe „Die Therapie“, „Amokspiel“ und „Das Kind“ konnte Fitzek gruselig sein ohne eklig zu werden, aber leider sind diese Zeiten scheinbar endgültig vorbei. Ich fand das Buch und einen Großteil der Charaktere einfach nur eklig.

Bei mir kam keine wirkliche Spannung auf bis zur finalen Wendung, die fand ich dann wieder interessant. Unglaubwürdig, aber interessant und spannend. Bis dahin war es aber ein weiter weg voller Verwirrung und auch Langeweile.


Fazit: Leider hat mir das Buch überhaupt nicht gefallen. Die Story war für mich viel zu konstruiert und realitätsfern. Ich werde definitiv keine Fitzek Bücher mehr lesen. Ich habe ihn früher wirklich geliebt, „Amokspiel“ und „Das Kind“ gehören noch immer zu meinen Lieblingsbüchern. Aber danach kam immer mehr Blut dazu, obwohl mir die beiden Augen-Bücher noch sehr gut gefielen, aber danach war es mir einfach zu extrem. Ich habe damals „Das Paket“ noch gelesen, war aber ebenfalls sehr enttäuscht von der total konstruierten Handlung. Ich hatte einfach gehofft, dass „Das Geschenk“ wieder ein Fitzek der alten Klasse sein würde, doch leider habe ich mich da getäuscht. Mir tut es ehrlich gesagt um das Geld leid, dass ich für das Buch ausgegeben habe.

Für mich ist das positivste an dem Buch seine Gestaltung. Und auch nur wegen der hat es noch 1 Stern geschafft. Die Handlung bekommt von mir nur 0,5 Sterne.

Veröffentlicht am 12.11.2019

Ein zutiefst erschütterndes Buch

Alles still auf einmal
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Ein paar Worte zur Gestaltung:

Das Cover sieht aus wie ein Zettel, der mal gefaltet war und zerknittert ist, die Schrift des Titels wirkt wie Kreide. Das passt beides sehr gut zur Thematik des Buches. ...

Ein paar Worte zur Gestaltung:

Das Cover sieht aus wie ein Zettel, der mal gefaltet war und zerknittert ist, die Schrift des Titels wirkt wie Kreide. Das passt beides sehr gut zur Thematik des Buches. Das Buch ist nicht glatt, sondern fühlt sich leicht grob oder rau an. Auch das hebt das Buch, wie schon das Cover von anderen ab. Der Vogel auf dem Cover soll vermute ich ein Spatz sein, was den Kosenamen aufgreifen würde, den die Eltern für ihre Kinder benutzen: Spätzchen oder Spatz. Ich finde die Gestaltung des Buches sehr gelungen und passend. Ich bin wirklich froh, dass mich das Cover auf das Buch aufmerksam gemacht hat!


Ein Amoklauf an einer amerikanischen Grundschule. Der sechsjährige Zach, seine Klassenkameraden und seine Lehrerin verstecken sich im Wandschrank. Sie lauschen immer wieder den PLOP-Geräuschen. Manchmal schreit jemand nach dem Geräusch. Ihre Lehrerin betet, manche Kinder weinen. Dann plötzlich ist es still. Zach und die anderen aus dem Wandschrank haben überlebt, doch sein 10-jähriger Bruder Andy ist tot. Seine Eltern drohen an diesem sinnlosen, grausamen Tod zu zerbrechen. Zach versteht das alles noch nicht richtig, er versteht nur, dass plötzlich alles anders ist.


Es ist ein heftiges Buch. Die Art zu erzählen, aus Zachs Sicht macht alles noch viel heftiger. Diese kindliche Art die Welt zu sehen und wie er versucht etwas, das selbst für Erwachsene unbegreiflich ist zu verstehen. Wie verwirrt er ist z.B., weil die älteren Kinder Blut im Gesicht und auf den Kleidern haben und weinen, obwohl die jüngeren Kinder kein Blut an sich haben und nicht weinen. Oder warum seine Eltern so komische Geräusche machen und wie sein Bruder tot sein kann.

Das Buch führt uns den Wahnsinn vor Augen, der vor allem in den USA so oft stattfindet. Es ist schlimm genug, wenn Kinder Kinder töten, aber wer läuft an einer Grundschule Amok? Ich weiß noch, als der Amoklauf an der Grundschule in den USA war, an der Sandy Hook Grundschule in Newtown, ich war fassungslos. Wer erschießt Grundschüler? Dieses Buch führt einem diese Fassungslosigkeit von damals wieder vor Augen. Natürlich heißt der Ort hier anders, aber die Verknüpfung ist sofort da. Doch hier erzählt ein Kind und das macht das alles ungleich eindringlicher. Wenn wir Erwachsenen schon nicht wissen, wie wir mit so einer Tat umgehen sollen, braucht es uns nicht zu wundern, wenn ein Kind erstrecht nicht versteht, was das alles zu bedeuten hat.

Es geht um Trauer, um Schuldgefühle, um Wut, um den Wunsch nach Vergeltung, nach Rache, aber auch darum, dass der Tod eines Kindes jeden in der Familie anders berührt, jeder geht damit anders um. Und es ist schwer in seiner Trauer genug Raum für das überlebende Kind zu finden.

Ich fand das Buch wirklich unglaublich gut. Es ist eindringlich, realistisch und führt einem nicht nur die grausame Tat, sondern auch die tragischen Folgen vor Augen. Wenn man in den Nachrichten von so einer Tat hört, denkt man „wie schrecklich“ und empfindet Mitleid für die Opfer. Dieses Buch zeigt einem aber auch die Zeit danach. Wie es ist mit so einem Verlust leben zu müssen, wenn die Welt sich weiterdreht für alle nur für dich nicht.


Fazit: Mich hat das Buch wirklich zutiefst berührt und erschüttert. Ich kann es wirklich empfehlen, es ist etwas ganz anderes. Aber es ist wirklich emotional heftig. Ich würde zu Tempos raten, massenweise – ich habe so einige verbraucht. Zach bricht einem einfach das Herz. Man leidet mit ihm und mit seiner Familie. Es ist einfach schrecklich, was an der Schule passiert ist, unvorstellbar und unbegreiflich. Ebenso wie die Trauer und was sie mit einem machen kann.
Es ist erschreckend, dass selbst ein Buch wie dieses es nicht vermag ein Umdenken in den USA zu erreichen. All der Schmerz und all das Leid wird nie genug sein und das ist wirklich tragisch.

Absolute Leseempfehlung!