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Veröffentlicht am 22.08.2023

Emotional echt heftig, aber richtig, richtig gut!

Abgrund
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Triggerwarnung: Erwähnung von Suizid.

Eine junge Frau traut sich aus ihrem Schneckenhaus und erlebt zum ersten Mal die Liebe. Sie ist voller Träume und Pläne und schwebt im siebten Himmel. Bis der Mann, ...

Triggerwarnung: Erwähnung von Suizid.

Eine junge Frau traut sich aus ihrem Schneckenhaus und erlebt zum ersten Mal die Liebe. Sie ist voller Träume und Pläne und schwebt im siebten Himmel. Bis der Mann, der ihr soeben gestanden hat, sie ebenfalls zu lieben, sie über die Kante der Klippe schubst, auf der sie zusammen stehen.

Clementine macht sich schreckliche Vorwürfe. Ihre jüngere Schwester Poppy hat allem Anschein nach Selbstmord begangen und Clementine glaubt, dafür verantwortlich zu sein. Sie war nicht da, als sie sie gebraucht hätte. Doch dann lernt sie David kennen, der nicht glaubt, dass seine Schwester Suizid begangen hat, aber überall als verrückt abgestempelt wurde. Es gibt Parallelen zwischen den Fällen und plötzlich fragt sich auch Clementine, ob ihre Schwester vielleicht doch nicht Selbstmord begangen hat. Sie durchsucht alle Aspekte ihres Lebens, nicht ahnend, dass der Mörder sie längst ins Visier genommen hat.


Ich habe ja immer wieder meine Probleme mit Thrillern. Ich errate viel zu früh, was los ist und das nimmt mir die Spannung. Bei diesem Buch ist es aber von Anfang an ganz anders. Der Leser weiß, dass Poppy gestoßen worden ist, man war dabei. Aber niemand sonst weiß es. Jeder glaubt die Geschichte des Selbstmordes, absolut jeder. Doch dann hat Clementine auf einmal Zweifel, ausgelöst durch den Anruf von David bei der Krisenhotline und ihren eigenen Nachforschungen. Zu vieles passt einfach nicht so richtig zusammen. Alle wollen Clementine einreden, dass sie sich verrennt. Besonders ihr Vater versucht sie dazu zu zwingen, aufzuhören. Doch sie kann nicht anders, sie muss wissen, was passiert ist – und als Leser sitzt man da und verzweifelt mehr und mehr mit ihr zusammen, weil einfach niemand zuhören will.

Clementine hat nach Poppys Tod den Halt verloren und die Suche nach Antworten gibt ihn ihr gleichzeitig zurück und isoliert sie. Sie kämpft gefühlt gegen Windmühlen und man wird mit ihr zusammen so wütend auf die Behörden, denen ihre Hinweise und die Ungereimtheiten scheinbar egal sind. Die nur in Betracht gezogen haben, was ihre Selbstmordtheorie stützt und alles andere ignorieren.

Nun kämpft sie verzweifelt um die Wahrheit. Und als Leser sieht man Verbindungen und weiß immer so viel mehr als sie und möchte ihr so unglaublich gern helfen.

Clementines Trauer tut weh. Sie ist spürbar und nimmt einen stellenweise wirklich mit. Gleichzeitig lernt man durch ihre Nachforschungen Poppy noch besser kennen und möchte am liebsten einen Wutanfall hinlegen, wie ein dreijähriges Kind, weil das alles so ungerecht und gemein ist und Poppy das einfach nicht verdient hat!


Fazit: Das Buch ist emotional echt heftig, macht schrecklich wütend, auch auf die Behörden, die nicht nach rechts und links schauen. Und man hofft. Diese Hoffnung macht es so spannend. Poppy kann man nicht mehr retten und was sie durchmachen musste ist so schrecklich gemein und böse aber man hofft, dass Clementine das Rätsel lösen kann, bevor es ein nächstes Opfer gibt.

Teilweise war das Buch etwas vorhersehbar, aber das hat mich nicht gestört. Das Buch spielt ja von Anfang an damit, dass der Leser deutlich mehr weiß, als die Protagonistin.

Es wird definitiv sehr spannend und man hat so viele Fragen. Gemein ist, dass man auf viele keine Antwort erhält, aber das gehört hier leider auch dazu.

Was mich gestört hat, war, dass die Einzelheiten von Poppys Tod so voyeuristisch ausgeschlachtet wurden. Es war ein qualvoller Tod und das muss man doch nicht immer und immer wieder in Einzelheiten durchgehen. Das war mir zu viel.

Ansonsten bin ich wirklich begeistert von diesem Buch. Es bekommt von mir trotz meines Kritikpunktes 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Auf Umwegen zum Glück

Frau Komachi empfiehlt ein Buch
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Fünf Geschichten von fünf Menschen, deren Leben eine neue Richtung gegeben wurde, durch eine Buchempfehlung von Frau Komachi. Frau Komachi ist in einer Bücherei angestellt und hilft den Besuchern nicht ...

Fünf Geschichten von fünf Menschen, deren Leben eine neue Richtung gegeben wurde, durch eine Buchempfehlung von Frau Komachi. Frau Komachi ist in einer Bücherei angestellt und hilft den Besuchern nicht nur, die Bücher zu finden, die sie glauben zu suchen, sondern auch dabei, das zu finden, was sie eigentlich brauchen. Auf jedem Signaturzettel, den sie ihnen ausdruckt befindet sich ein Buch, das komplett anders ist, als die anderen. Mal ist es ein Kinderbuch, mal ein Bildband über Pflanzen. Aber jeder von ihnen verschafft den Suchenden einen neuen Blick auf ihr Leben.


Ich fand die Idee echt richtig toll. Als Bücherwurm weiß ich, wie wichtig Buchempfehlungen sind, aber ich gebe zu, ich weiß auch nicht, ob ich mir ein komplett fachfremdes Buch ausleihen würde, bloß, weil mir die Mitarbeiterin sagt, ich soll. Aber man weiß eben nie, wo sich Erkenntnisse fürs Leben verstecken.

Letztlich geht es in dem Buch vor allem um eins: Mut. Mut seine Probleme zu erkennen, sie in Worte zu fassen und sie einem anderen anzuvertrauen. Mut, sich ein Buch auszuleihen, dass man eigentlich gar nicht haben wollte. Mut, es zu lesen und sich dem zu öffnen, was man liest. Mut, etwas in seinem Leben zu verändern.

Ich selbst habe schon mehrmals in meinem Leben all meinen Mut zusammengenommen und eine Entscheidung getroffen, die einem Sprung von einer Klippe glich. Ich hatte Glück und es ging jedes Mal gut aus. Aber ich weiß, wie sich die fünf Menschen in diesem Buch gefühlt haben, wie es ist an einem Punkt angelangt zu sein, an dem man einfach nicht mehr weiterweiß, vielleicht sogar kurz vor einem Burnout steht. Man muss sich entscheiden, man muss lernen zu erkennen, was einem nicht guttut, was einem stattdessen guttun würde und wie man das erreichen kann. Manchmal fällt man hin, aber manchmal bedeutet ein solcher Sprung von einer metaphorischen Klippe, dass man lernt zu fliegen.

Es sind ganz unterschiedliche Menschen, die in diesem Buch nach einer Veränderung suchen, mit ganz unterschiedlichen Leben, Berufen und in ganz unterschiedlichem Alter.

Mein Problem war nur, die Leute nicht zu verwechseln. Die Namen sind halt doch recht arg fremd für mich. Manchmal dachte ich, der nächste Charakter, sei jemand, den man als Nebencharakter in einer anderen Geschichte bereits kennengelernt hatte, aber dem war nicht so. Da ähnelten sich einfach die Namen zu stark. Das hat das Lesen für mich manchmal etwas anstrengend gemacht. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. Ansonsten gefiel mir das Buch sehr gut.


Fazit: Ich kann das Buch wirklich empfehlen. Es wirkt stellenweise vielleicht ein bisschen sehr philosophisch, aber es lohnt sich dranzubleiben, denn die Message des Buches finde ich so wichtig. Nicht nur, dass jeder aus jedem Buch ein kleines bisschen für sich und sein Leben mitnehmen kann, sondern auch das Plädoyer dafür mutig zu sein, sich etwas zu trauen und seine Träume nicht immer nur auf später zu verschieben.

Mein einziger Kritikpunkt sind die Namen, die sich teilweise recht arg ähneln und mich immer wieder mal verwirrt haben. Aber ansonsten fand ich das Buch wirklich toll. Es ist eher ruhig, Spannung im klassischen Sinne gibt es keine, aber dafür kann man vielleicht etwas für sich und das eigene Leben mitnehmen.

Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Mich hat das Buch leider vor allem frustriert und verwirrt

Spiegelstadt. Tränen aus Gold und Silber
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Achtung: Band 1 einer Reihe mit Cliffhanger!

Gerade erst hat Max seine Oma verloren und das gibt ihm irgendwie das Gefühl nirgendwo mehr hinzugehören. Sie war seine Konstante, seine Bezugsperson. Alles ...

Achtung: Band 1 einer Reihe mit Cliffhanger!

Gerade erst hat Max seine Oma verloren und das gibt ihm irgendwie das Gefühl nirgendwo mehr hinzugehören. Sie war seine Konstante, seine Bezugsperson. Alles fühlt sich ohne sie falsch an. Seine beste Freundin überredet ihn auf eine Party mit 20er-Jahre-Motto zu gehen. Dort begegnet er dem faszinierenden Lenyo. Doch dann geht plötzlich alles drunter und drüber und Max und seine beste Freundin finden sich auf einmal in einem ganz anderen Berlin wieder. Eines, das wirkt, als wäre es in den 20er Jahren stehen geblieben. Sie befinden sich in der Spiegelstadt, einer Parallelwelt der Feen, wo sie alles andere als erwünscht sind und bald unbarmherzig gejagt werden.


Die Idee fand ich interessant. Das Buch war ein Blinddate und selbst hätte ich es mir wahrscheinlich nicht ausgesucht, aus Angst, dass es mir zu sehr Fantasy sein könnte, was letztlich leider auch so war. Aber teilweise fand ich die Wiedererweckung der 20er Jahre sehr interessant. Allerdings gab es immer wieder Misstöne, vor allem durch „Fachbegriffe“, die aus der Feenwelt stammten und nichts mit den Begriffen zu tun hatten, die wir darunter kennen.

Max war mir nicht unsympathisch. Er wirkte von Anfang an sehr verloren auf mich. Seine Freundin Robin dagegen arrangierte sich mit der Situation recht schnell. Leider wirkte vor allem Max als Protagonist recht blass auf mich. Entweder er ist traurig wegen seiner Oma, oder verwirrt wegen der Feenwelt oder er schmachtet Lenyo an. Vor allem Letzteres nimmt rasch Überhand.

Schnell lernt man immer neue und neue Charaktere kennen, immer neue Wesen und es wird mit Begriffen um sich geworfen, bis ich nicht mehr mitkam. Zudem wurde es zusätzlich kompliziert durch das, was Max herausfindet und das, was man durch die Augen der Antagonistin erlebt.

Es gibt sehr viele Kämpfe, die ich als sehr unübersichtlich empfand. Ja, Kämpfe sind nun mal so, aber trotzdem konnte ich da vieles nicht nachvollziehen. Die Antagonistin foltert und mordet praktisch ohne Pause, während Max Lenyo anschmachtet und der irgendwie von Wesen zu Wesen rennt, um – keine Ahnung, warum eigentlich.

Mich hat das Buch irgendwann leider komplett abgehängt. Ich kam nicht mehr mit und verlor total den Überblick. Dann kam der Cliffhanger mit der Enthüllung und das war für mich der Overkill, weil ich das sehr unlogisch fand. Ich werde Band 2 definitiv nicht lesen.


Fazit: Es tut mir echt leid, aber das Buch war leider absolut nicht meins. Der Anfang war noch recht nett, abgesehen von einem Zeitsprung, den ich erst recht spät mitbekommen hatte, und interessant, aber recht bald wurde mir das Buch zu kompliziert, verworren und brutal. Das Buch war wohl einfach zu sehr Fantasy für mich. Zu viele Charaktere, Wesen und Geheimnisse. Ich bin nicht durchgestiegen.
Der Protagonist blieb, wie fast alle Charaktere, für mich zu blass. Am meisten hat man noch über Lenyo erfahren.
Das Ende mit der Enthüllung war mir zu unlogisch. Ich werde Band 2 definitiv nicht lesen.

Leider kann ich dem Buch nicht mehr als 1,5 Sterne geben. Es hat mich nicht gefesselt, sondern eher frustriert.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Sehr coole Idee, aber ich habe auch Kritik

Shadow Land
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USA, 2169: Die Welt ist eine andere geworden. Ein Virus hat die Menschheit befallen und wenn es ausbricht, verwandelt sich sein Träger in eine mörderische Bestie. Nur, wer in der Stadt lebt, ist sicher. ...

USA, 2169: Die Welt ist eine andere geworden. Ein Virus hat die Menschheit befallen und wenn es ausbricht, verwandelt sich sein Träger in eine mörderische Bestie. Nur, wer in der Stadt lebt, ist sicher. Implantierte Chips meldet es, wenn das Virus kurz davor ist auszubrechen, sodass die Träger eliminiert werden können, bevor sie ein Massaker anrichten. Eine dieser Jägerinnen ist Kaia, deren Familie selbst von einer Gruppe von Mutanten umgebracht worden war. Als Kaia hinter die schützende Mauer geschickt wird, um einen Mutierten auszuschalten, entdeckt sie, dass sie von der Welt da draußen in Wirklichkeit keinen Schimmer hatte und vielleicht doch nicht alles so ist, wie man es ihnen in der Stadt erzählt hat.


Ich fand die Idee total interessant. Ich mag Endzeit-Romane und die Geschichte hier mit einem Virus, das klingt immer so herrlich bedrohlich, denn, einen Feind kann man bekämpfen, aber bei einem unsichtbaren Feind, ist das deutlich schwieriger, was es von Anfang an sehr spannend macht. Vor allem, dass jeder dieses Virus in sich trägt, aber niemand weiß, wann es ausbrechen wird – total interessant!

Kaia fand ich einerseits sympathisch – zum Beispiel wie sie mit dem alten Fischer umgeht, sich um Adam kümmert oder um ihren Wolf Shadow –, andererseits hatte ich aber auch meine Probleme mit ihr. In der Stadt hinterfragt sie sehr vieles, macht sich Gedanken und stellt Theorien auf. Sobald sie im Wald ist, macht sie das kaum noch. Da heißt es immer nur „das kann es nicht geben“ und „das kann nicht echt sein“. Da ging sie mir schon bald auf die Nerven. Dass sie da verwirrt ist, ist absolut nachvollziehbar, aber dafür, dass sie zuvor so viel hinterfragt, scheint ihre Fantasie bzw. ihre Fähigkeit um die Ecke zu denken, im Wald einfach plötzlich verschwunden zu sein. Auch scheint sie sobald sie im Wald ist auf einmal etwas schwer von Begriff zu sein, was in der Stadt nicht so war. Zudem wirkt sie manchmal wie ein bockiges kleines Kind auf mich.

Die Dialoge fand ich manchmal recht hölzern und ab und an auch die Wortwahl etwas arg eigen. Die Liebesgeschichte kam für mich aus dem Nichts und war für mich leider alles andere als glaubwürdig. Das ging viel zu schnell und wurde nicht mit Gefühlen unterfüttert. Als hätte es auf einer To-do-Liste gestanden und sollte einfach schnell abgehakt werden, damit es „drin“ ist.

Allgemein ging mir in diesem Buch einiges zu schnell, gerade auch das Ende kam recht schnell. Den Epilog fand ich merkwürdig.


Fazit: Die Idee fand ich mega. Auch was letztlich herauskam fand ich richtig, richtig toll. Der Weg dahin war aber nicht immer einfach. Teilweise mochte ich die Protagonistin sehr gern, manchmal agierte sie aber komplett gegensätzlich zu dem, wie sie zuvor agiert hatte, was es mir schwer machte. In der Stadt hinterfragt sie vieles und macht sich Gedanken, im Wald ist davon praktisch nichts mehr übrig und sie stellt sich komplett quer, als es darum geht, zu verstehen, was da geschieht. Auch benahm sie sich manchmal ganz plötzlich wie ein bockiges kleines Kind.
Die Liebesgeschichte kam für mich aus dem Nichts und war mir zu wenig mit Gefühlen unterfüttert. Das war alles extrem abrupt und ich konnte sie nicht fühlen.
Zudem empfand ich einige Dialoge als recht hölzern und das Ende kam mir zu schnell.

Von mir bekommt das Buch 3 Sterne. Ich fand die Idee wie gesagt sehr gut, aber hatte meine Probleme mit der Umsetzung.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Tolle Idee, aber für die Umsetzung habe ich Kritik

Countdown. Der letzte Widerstand
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Es ist der letzte Schultag vor den Ferien, alle Schüler freuen sich bereits auf sechs Wochen Freiheit, als etwas Merkwürdiges passiert. Plötzlich scheinen alle elektronischen Geräte durchzudrehen, manche ...

Es ist der letzte Schultag vor den Ferien, alle Schüler freuen sich bereits auf sechs Wochen Freiheit, als etwas Merkwürdiges passiert. Plötzlich scheinen alle elektronischen Geräte durchzudrehen, manche Handys fangen sogar Feuer! Die Schüler werden beruhigt, das würde schon alles wieder, es sei bloß ein vorrübergehender Stromausfall, sie sollen nach Hause gehen. Das Problem: Es wird eben nicht alles wieder.

Wie lebt es sich in einer Welt ohne Strom? Ohne die Annähmlichkeiten, die wir alle gewohnt und die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind? Und was, wenn du dir gerade ein neues Leben aufgebaut hast, in dieser neuen Realität, und dann eine Entdeckung machst, die alles wieder auf den Kopf stellen könnte?


Ich fand die Idee mega. Allgemein mag ich Endzeit-Literatur. Denn seien wir mal ehrlich, wer von uns käme ohne Elektrizität noch klar? Manche haben vielleicht noch Eltern oder Großeltern, die sich an die Zeiten noch erinnern können, als alles von Hand gemacht werden musste, aber meine Generation und alle nachfolgenden, sind es gewohnt einfach einen Schalter umzulegen oder einen Stecker in die Steckdose zu stecken.

Das Buch beginnt erst ziemlich spannend, macht dann einen Zeitsprung in die Vergangenheit und wir erfahren, was denn eigentlich überhaupt passiert ist. Schnell wird klar, dass die Erklärung, die den Schülern vorgesetzt wird, nicht stimmen kann. Ein Stromausfall lässt keine Handys explodieren. Außerdem fährt auch kein Auto mehr, kein Bus. Wie sollten die davon betroffen sein?
Bereits recht früh wird deutlich, dass dieses Ereignis die Gesellschaft auf den Kopf stellt. Wer früher reich war, sitzt jetzt auf einem Haufen Geld auf der Bank, an das keiner mehr dran kommt, und das eh wertlos geworden ist. Die teure Technik hilft auch niemandem mehr. Ab jetzt zählen „echte“ Fähigkeiten.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Ben – der an der Schule immer als seltsam galt, unter anderem auch deswegen, weil seine Familie als komisch bis verrückt angesehen wurde –, der schon sie ihrer Gründung in der Containersiedlung lebt und Lena – deren ehemals reiche Familie frisch dort einzieht – erzählt. Beide kennen sich aus der Schule, verkehrten aber nicht in den gleichen Kreisen. Doch jetzt ist sowieso alles anders.

Ben macht bei einem Erkundungstrip eine merkwürdige Entdeckung, der viele Vermutungen und viel Angst folgen und die das Potenzial hat, alles zu verändern. Er forscht nach und Lena hilft ihm dabei. Doch die beiden legen sich mit mächtigen und gefährlichen Gegnern an.


Fazit: Ich fand die Idee mega. Und ich hätte das Buch auch deutlich lieber gemocht, wenn es mehr um diese Anfangsphase des „Stromausfalls“ gegangen wäre. Wie geht Bens Familie damit um? Wie Lenas? Wie entwickelt sich das Dorf? Wann wird den Leuten klar, dass keine Hilfe „von oben“ kommen und alles eben nicht bald wieder okay und wie früher sein wird? Das hätte mich interessiert. Leider nimmt das Buch aber dann eine Wendung, die mir mehr und mehr zu konstruiert wirkte. Auch die beiden Protagonisten blieben mir zu distanziert und teilweise zu jung.

Ich hatte ein etwas anderes Buch erwartet. Ich fand es nicht schlecht, aber so richtig packen konnte es mich leider auch nicht. Von mir bekommt es 3 Sterne.

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