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Veröffentlicht am 05.10.2022

Ich habe etwas Kritik, aber insgesamt war es einfach schön

Lake Paradise – Ein Zuhause für das Glück
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Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Lexi liebt ihren Heimatort über alles. Jeder kennt jeden, der Ort hat seine Eigenarten und seine Bewohner sind teilweise recht exzentrisch. "Regiert" ...

Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Lexi liebt ihren Heimatort über alles. Jeder kennt jeden, der Ort hat seine Eigenarten und seine Bewohner sind teilweise recht exzentrisch. "Regiert" wird Lake Paradise von einer Gruppe älterer Damen, die versuchen, die Bewohner glücklich zu machen – allerdings tratschen sie auch einfach für ihr Leben gern, ob das, was sie verbreiten, stimmt, ist nebensächlich.
Lexi hat einen schrecklichen Verlust erlebt, Tage vor der Hochzeit starb ihre Jugendliebe unter ungeklärten Umständen und seitdem ist ihr Leben aus den Fugen geraten. Alles war geplant und plötzlich war einfach nichts mehr wie zuvor.
Jetzt, ein paar Jahre später wird Lexis Leben wieder durcheinandergewirbelt, als Aaron nach Lake Paradise zurückkehrt, eigentlich nur wegen der Beerdigung seines Großvaters, aber auch er fühlt sich zu Lexi hingezogen, obwohl er eigentlich alles an Lake Paradise hasst und nicht schnell genug nach New York zurückkehren kann.


Mir tat Lexi so leid. Es muss hart sein, jemanden auf diese Art zu verlieren. Ihr gesamtes Leben war schon fertig geplant und dann ist alles weg. Lexi trauert nicht nur um Keith, ihr Leben, wie es hätte sein sollen, sondern auch um die Lexi, die sie einmal war. Zwar ertrinkt sie heute nicht mehr so in ihrer Trauer wie damals, aber sie hat sich noch nicht wirklich gefangen und tingelt von Aushilfsjob zu Aushilfsjob.

Aaron tat mir auch leid. Anfangs wirkte er bezogen auf sein Leben in New York etwas undurchsichtig, aber es wird schnell klar, dass er nicht so eiskalt ist, wie er denkt, dass er ist. Lexi fasziniert ihn vom ersten Moment an. Sie hat ihm schon als Kind etwas bedeutet, aber jetzt ist das noch viel stärker. Ihm ist klar, dass er nicht in Lake Paradise bleiben will, er kann es kaum erwarten, wieder nach New York zu fliegen, aber – er tut es nicht. Lexi hält ihn hier und zeigt ihm ein anderes Lake Paradise, eines, dass er nie gekannt hat.

Die Bewohner des Ortes sind irre. Wirklich, einige sind total irre, andere sind nur ein bisschen irre, aber um es mit einem Vergleich auszudrücken: Lake Paradise ist wie Stars Hollow auf Droge. Ich habe wirklich viel gelacht, aber das Buch driftet auch nicht in Richtung Klamauk ab. Und so idyllisch wie Lake Paradise manchmal auch wirkt, selbst hier gibt es Geheimnisse mit Sprengstoff-Potenzial.

Die Kupplerinnen haben mich immer wieder an die Drachen-Ladys aus der Redwood-Reihe erinnert, allerdings sind sie hier mehr in Richtung "alte Ladys" angelegt – sie tratschen vor allem sehr, sehr, sehr viel. Ob das, was sie da verbreiten, stimmt, ist eher nebensächlich. Sie verbreiten die wildesten Gerüchte und müssen dann auch auf die harte Tour lernen, dass auch harmloses Getratsche Folgen haben kann.


Fazit: In diesem Buch werden einige wichtige Themen angesprochen, verpackt in einem Wohlfühlbuch mit sympathischen, aber eindeutig sehr exzentrischen Nebencharakteren. Die Protagonisten waren mir beide sympathisch, sie haben jeder für sich viel durchgemacht und einiges zu verarbeiten. Und beide haben ihre Fehler.
Was ich etwas schade fand, war, dass das Buch ganz am Ende etwas arg flach wurde. Da ging mir einiges zu plötzlich und zu schnell und anderes wurde nur für den Leser erklärt, aber blieb zwischen den Protagonisten unausgesprochen, was ich extrem schade fand, weil gerade das beiden in meinen Augen noch einmal eine große Portion Tiefgang verpasst hätte. Mir kam das Ende einfach zu abrupt und zu distanziert. Mir fehlte da einfach noch etwas Zeit mit den Protagonisten allein. Da blieb mir zu viel ungeklärt.

Von mir bekommt das Buch 4 Sterne, weil es wirklich schön war, nur eben das Ende für mich ausbaufähig gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 02.10.2022

Mich hat das Buch leider enttäuscht

Girl in Pieces
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Triggerwarnung: Selbstverletzung, Gewalt, Missbrauch!

Charlottes Leben war nie leicht, aber zuletzt war es einfach zu schwer. Nach einem Selbstmordversuch landet sie in einer psychiatrischen Klinik und ...

Triggerwarnung: Selbstverletzung, Gewalt, Missbrauch!

Charlottes Leben war nie leicht, aber zuletzt war es einfach zu schwer. Nach einem Selbstmordversuch landet sie in einer psychiatrischen Klinik und soll dort wieder ins Leben zurückfinden. Doch viel zu früh wird sie vor die Tür gesetzt und muss schauen, wie sie klarkommt – weil das ja in der Vergangenheit so gut funktioniert hat …


Wenn man so will, hatte Charlotte nie eine Chance. Ihre Mutter wurde ihr gegenüber gewalttätig, sie im Gegenzug daher auch. Eine Zeitlang war sie sogar obdachlos. Ihre Erfahrungen mit Männern sind von Zwang geprägt. Charlotte trägt so viel Schmerz in sich, den sie durch Ritzen loszuwerden versucht.

Es wird ein sehr wichtiges Thema angesprochen, aber mir persönlich war das Buch zu überfrachtet. Charlottes Selbstverletzung soll "gerechtfertigt", oder vielleicht besser "erklärt" werden, indem ihr im Prinzip eine schlimme Sache nach der anderen passiert. Natürlich macht das Sinn, dass sie in der Art reagiert, aber ich persönlich hatte erwartet und gehofft, dass Charlottes Probleme "normaler" sind, dass es Dinge sind, in denen sich jeder wiederfinden kann, dass es natürlich auch mehrere Dinge sind, die sie dazu treiben, diesen Weg einzuschlagen, aber dass es weniger extreme Gründe sind.
So viele junge Frauen – und auch Männer, aber überwiegend sind es junge Frauen – greifen zur Selbstverletzung, um mit ihrem psychischen Schmerz klarzukommen. Der ganz großen Mehrheit ist nicht all das passiert, was Charlotte passiert ist, sondern es sind "alltäglichere" Dinge, Mobbing, Stress mit der Familie, Druck, Selbstzweifel, Selbsthass, einfach das Bedürfnis über irgendetwas die Kontrolle zu haben. Ich hätte mir gewünscht, dass das im Zentrum des Buches steht, dass es die "Krankheit" dem Leser näherbringt und den Betroffenen eine Stimme gibt, stattdessen verliert sich das Buch komplett in schwermütigen Gedanken und Erinnerungen, bis es einen total deprimiert.

Der Schreibstil hat es mir, zusammen mit der Schwere, die über dem gesamten Buch lag, nicht leicht gemacht. Es gibt keine Kapitel, das Buch besteht aus vielen meist sehr kurzen Absätzen. Das passt zwar zum Titel "Girl in Pieces", aber erschwert das Lesen sehr, ebenso wie der Stil an sich. Oft empfand ich die Wortwahl als unpassend und ich hatte massive Probleme eine Bindung zu Charlotte aufzubauen.


Fazit: Leider war das Buch überhaupt nicht meins. Ich konnte keine Bindung zu Charlotte aufbauen, das lag unter anderem sehr stark am Schreibstil. Der Aufbau des Buches – ohne Kapitel, stattdessen mit vielen relativ kurzen Passagen fand ich einerseits passend zum Titel "Girl in Pieces", aber zum Lesen eher anstrengend. Mich hat das Buch leider einfach nur deprimiert und immer wieder auch gelangweilt.
Ich hatte mir etwas anderes erhofft. Ich hatte gedacht, durch Charlotte würde in diesem Buch Betroffenen – jungen Menschen, die sich selbst verletzen – eine Stimme gegeben. Aber das Buch ist überfrachtet mit all dem Schlimmen, das Charlotte widerfahren ist und das zu extrem ist, um es auf den Alltag der meisten Betroffenen anzuwenden. Dadurch entsteht eher ein gegenteiliger Effekt, es wirkt nämlich so, als wären die alltäglichen Probleme nicht "Grund genug" für so ein Verhalten, da müsse einem schon all das passieren, was Charlotte passiert ist. Aber im realen Leben müssen es nicht solche Extreme sein. Ich hatte gehofft, das Buch würde über die Krankheit aufklären, für Verständnis werben und Betroffenen eine Stimme geben. Leider war das aber nicht der Fall.

Das Buch war überhaupt nicht meins. Ich fand es deprimierend, zu überfrachtet und auch immer wieder langweilig. Von mir bekommt es 1 Stern.

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Veröffentlicht am 30.09.2022

Ich hab etwas Kritik, aber es hat was

Ice Planet Barbarians – Georgie und Vektal
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Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen.

Triggerwarnung: Entführung, Erwähnung von Vergewaltigung.

Georgie kann es einfach nicht fassen: Sie und andere Frauen wurden von Aliens entführt! ...

Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen.

Triggerwarnung: Entführung, Erwähnung von Vergewaltigung.

Georgie kann es einfach nicht fassen: Sie und andere Frauen wurden von Aliens entführt! Und nicht nur das, die Aliens sind brutal und lassen den Frauen Schreckliches antun, wenn sie es wagen Geräusche von sich zu geben. Georgie ist klar, dass sie nicht einfach tatenlos herumsitzen kann, doch gerade als sie eine der Wachen überwältigt, stürzt das verflixte Raumschiff ab und die Frauen sind in einer Eiswüste gefangen. Verletzt und verängstigt beschließen sie, dass Georgie als ihre Anführerin Hilfe suchen soll – die findet sie auch in Gestalt eines riesigen Aliens, der eine ganz besondere Art hat, um Georgie Hallo zu sagen, allerdings verstehen sie kein Wort von dem, was der jeweils andere sagt und was, wenn die bösen Aliens zurückkommen?


Ich fand das Buch nicht schlecht. Es ist definitiv interessant und die Charaktere sehr sympathisch. Georgie ist immer wieder von der jeweiligen Situation überfordert – was man wirklich gut verstehen kann! – aber sie steckt den Kopf nicht in den Sand, sondern versucht irgendwie Lösungen zu finden. Dummerweise gibt es auf dem Eisplaneten einfach viel zu viele Dinge, die Georgie fressen oder einfach bloß töten wollen.

Vektal ist total verwirrt als er Georgie findet. Sie war in eine seiner Fallen geraten und sieht so anders aus als alles, was er bisher gefangen oder gesehen hat. Aber sie bringt seinen Khui zum Schwingen und das bedeutet, dass sie seine Gefährtin ist. Blöd nur, dass sie kein Wort von dem versteht, was er sagt und umgekehrt. Das macht es nicht gerade leichter, ihr zu erklären, dass sie zu ihm gehört und dringend einen Khui braucht, um zu überleben.

Ich mochte Georgie und Vektal sehr. Georgie ist mutig und Vektal einfach süß. Was mich allerdings etwas gestört hat, war, dass Vektal immer wieder wiederholte, dass Georgie "sinnloses Geplapper" von sich gab. Ja, er versteht kein Wort, aber das klang mir zu abschätzig, als könne nichts, was sie sagt, wichtig sein, bloß weil er es nicht versteht.


Fazit: Ein paar Dinge fand ich ein bisschen unlogisch und Georgies Verhalten machte für mich nicht immer Sinn, aber trotzdem hat mir das Buch gut gefallen.
Ich mag einfach solche Alien-Liebesromane mit Spicy-Anteil. Ich finde die erschaffenen Welten immer so interessant, die fremden Völker und dergleichen. Das Buch macht definitiv Lust auf mehr.
Manchmal ist es mir zu sehr gesprungen und manches fand ich wie gesagt ein bisschen unlogisch, aber es hat definitiv was und ist nicht langweilig.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Es hat sich in meinen Augen toll entwickelt

Heartless Revenge
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Achtung: Band 1 einer Reihe mit Cliffhanger!

Triggerwarnung: extreme Gewalt und Folter!

Leanas Leben war nie leicht. Sie wuchs im Pflegesystem auf und lebte sogar einige Jahre auf der Straße, bevor sie ...

Achtung: Band 1 einer Reihe mit Cliffhanger!

Triggerwarnung: extreme Gewalt und Folter!

Leanas Leben war nie leicht. Sie wuchs im Pflegesystem auf und lebte sogar einige Jahre auf der Straße, bevor sie heiratete und direkt in der nächsten Hölle landete. Fünf Jahre lang ertrug sie seine Schläge und die Gewalt, doch als er sie betrog, verließ sie ihn. Sie hätte wissen müssen, dass es zu einfach war, denn plötzlich steht sie ihm wieder gegenüber und er richtet eine Waffe auf sie. Ihr kommt ihr Chef, Mikhail zu Hilfe, doch das tut er nicht einfach so, er braucht einen Erben und eine Ehefrau und dafür will er Leana, aber nicht, weil sie schön ist, sondern weil sie die letzte vom Blut seiner Erzfeinde ist, was sie nicht ahnt. Wird Leana endlich ein Happy End bekommen?


Mir tat Leana wirklich sehr leid. Ihr Leben war von Anfang an hart und egal, wie sehr sie sich auch bemüht, sie scheint immer nur von einer Hölle in die nächste zu stolpern, bis ihr Mikhail sein Angebot unterbreitet. Sie muss nur ein Baby austragen, danach wäre sie versorgt und frei. Doch in Wirklichkeit sehen seine Pläne anders aus. Denn eigentlich hat er vor, Leana nachdem das Baby entwöhnt ist, umzubringen. Dumm nur, dass ihm das zunehmend gegen den Strich geht.

Ich habe Mikhail anfangs für seine Pläne verabscheut. Der erste Eindruck ist wirklich übel, er foltert, mordet und hat dann auch noch diesen furchtbaren Plan mit Leana. Ich dachte da wirklich, dass ich ihn zutiefst verabscheuen würde. Aber schon sehr bald merkt man, dass in ihm viel mehr steckt. Er kann ein gewissenloses, brutales Monster sein, aber er kann auch ganz anders.

Leana hat mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, ebenso wie mit ihrer potenziellen Zukunft. Sie ist so schnell in die Sache mit Mikhail hineingestolpert, dass sie einfach nicht mehr weiß, was sie fühlt.

Das Buch ist teilweise vorhersehbar – zum Beispiel das Ende von Band 1 – aber teilweise überrascht es einen auch auf positive Art und Weise. Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass ich am Ende meine Sympathien so verteilt haben würde, wie es jetzt der Fall ist.


Fazit: Obwohl ich anfangs wirklich Angst hatte, dass Mikhail so ein Protagonist sein könnte, den ich von Herzen hasse, hat er sich ziemlich schnell gemausert. Manche seiner Gedankengänge waren aber schon extrem heftig. Man merkt, dass er zu lange in dieser Welt gelebt und zu viel verloren hat. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich jetzt, am Ende von Band 1 zugeben muss, dass ich ihn mag.
Teilweise empfand ich das Buch als vorhersehbar – das Ende von Band 1 zum Beispiel – aber es hat mich auch positiv überrascht.

Von mir bekommt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Ich fand Band 2 etwas besser als Band 1, aber ich habe auch viel Kritik

Shameless Lies - Tiefes Verlangen
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Achtung: Band 2 einer Reihe, nicht unabhängig lesbar!

Nick hat Faith für sich gewonnen und sich erfolgreich in ihr Leben gedrängt. Eigentlich ist Nick mittlerweile davon überzeugt, dass Faith nichts mit ...

Achtung: Band 2 einer Reihe, nicht unabhängig lesbar!

Nick hat Faith für sich gewonnen und sich erfolgreich in ihr Leben gedrängt. Eigentlich ist Nick mittlerweile davon überzeugt, dass Faith nichts mit dem mutmaßlichen Mord an seinem Vater und ihrer Mutter zu tun hat, aber was hat dann die geheimnisvolle Nachricht zu bedeuten, die er gefunden hat? Und was, wenn es noch eine dritte Partei gibt, die nun hinter Faith her ist?


Nick belasten seine Schuldgefühle. Er weiß, wie groß Faiths Vertrauensprobleme sind und dass er sie mit seinen Lügen tief verletzen wird. Diese Schuldgefühle wälzt er ständig, immer und immer wieder, aber findet immer neue Gründe und Ausreden, ihr nicht die Wahrheit zu sagen.

Während Faith also alles tut, um ihre Probleme auf die Reihe zu bekommen und das durch ihre vorherige Beziehung erlernte Verhalten zu verändern – immer mit Nicks Hilfe, der allzeit bereitsteht, um Faiths Verhalten zu analysieren und ihr zu erklären, warum sie wie empfindet und handelt – tut Nick gerade das nicht. Er verändert sich zwar auch zu seinem Vorteil, indem er Faith und ihrer "Beziehung" mehr und mehr Raum in seinem Leben gewährt, aber faszinierenderweise ist es immer Faith, die etwas "falsch" macht. Sie reagiert überempfindlich oder übertreibt, sie fällt in alte Verhaltensmuster zurück, obwohl er ihr immer wieder einen Grund dafür gibt und immer steht Nick bereit, um ständig alles durch zu analysieren – auch sein Verhalten, aber das nur, wenn es um Sex geht.

Mir war Nick – und Faith auch immer wieder – zu analytisch. Es geht um wichtige Themen und es ist schon gut, dass sie da reflektiert an die Sache rangehen, aber das ist oft zu abrupt. Ihr Verhalten und ihre Gefühle macht zu oft eine radikale Kehrtwendung, gefolgt von ganz, ganz viel Analyse, die mich immer wieder abgehängt hat. Nicks Analysen wirkten auf mich auch regelmäßig wie Mansplaning. Er kennt Faiths Gefühle und ihr Verhalten besser als sie, er weiß sowieso alles besser und das hat mich echt gestört.

Die Spannungshandlung muss oft hinter den vielen Analysen zurückstehen, was ich echt schade fand. Da lag so viel Potenzial, aber es wird nicht abgerufen. Die Spannungshandlung verschwindet genauso plötzlich wieder, wie sie aufgetaucht ist. Ich hätte mir gewünscht, dass da mehr passiert, dass diese Atmosphäre der Bedrohung deutlicher wird.


Fazit: Ich fand Band 2 leider ähnlich schwach wie Band 1. Mir gefiel wie Faith sich entwickelt hat und Nick konnte auch öfter mal glänzen dadurch, dass er nicht mehr ständig versuchte alles so zu interpretieren, wie es ihm und seiner "Faith ist eine eiskalte Doppelmörderin"-Theorie passte. Dafür wurde es mir hier auf der Gefühlsebene zu analytisch. Faith muss viel verarbeiten und einiges hinter sich lassen, aber es ist immer Nick, der ihr erklärt, warum das, was sie fühlt oder sie sie sich verhält falsch ist, er analysiert sie ständig und immer war Faith "im Unrecht", obwohl er sie seit Tag 1 belügt. Für mich fühlte sich das zu sehr nach Mansplaining an.

Es gab aber auch einige Szenen, die mir gefielen und es wurde gegen Ende richtig spannend. Ich hätte mir nur noch einen weiteren Ausblick in die Zukunft gewünscht.

Von mir bekommt das Buch 2,5 Sterne.

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