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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2020

wenig mitreißend und kaum Magie

Die stummen Wächter von Lockwood Manor
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Eine Geschichte, die irgendwie mystisch und zauberhaft zu sein scheint. Ein großes Anwesen, dass nur dazu einlädt seltsame Dinge geschehen zu lassen - und gerade in der jetzigen Zeit einen in eine Welt ...

Eine Geschichte, die irgendwie mystisch und zauberhaft zu sein scheint. Ein großes Anwesen, dass nur dazu einlädt seltsame Dinge geschehen zu lassen - und gerade in der jetzigen Zeit einen in eine Welt fliehen zu lassen.

So tauchen wir ab und folgen unserer Protagonistin Hetty, Kuratorin der Säugetiersammlung des Museums. Aufgrund des drohenden Krieges und der Deutschen Angriffen auf London bringt sie die Sammlung in Sicherheit. Von Beginn an merkt sie aber, dass sie dort nicht erwünscht ist ... ohne zu wissen warum. Sie selbst ist aber auch gerne lieber für sich alleine und tut sich schwer damit sich Menschen zu öffnen. In Gesellschaft ihrer stummten Tiere fühlt sie sich am Wohlsten.
Einzig die Tochter Lucy des des Majors scheint ihr nicht feindselig gegenüber zu stehen und zwischen den beiden Frauen entsteht ein geheimer Band.

Der Start in das Buch beginnt fesselnd und man taucht wirklich in diese Welt der 30er ein, wir streifen mit Hetty durch das Anwesen, seltsame Dinge passieren und irgendwie scheint das Anwesen tatsächlich verwunschen zu sein. Die weiße Frau spukt durch das Haus ... Tiere verschwinden ... Lucy wird von Alpträumen geplagt ... was hat es mit dem blauen Zimmer auf sich?
Immer wieder erfahren wir auch die Gedanken von Lucy, deren Mutter angeblich verrückt gewesen sein soll, das Mädchen hat es wirklich nicht leicht gehabt.

Doch die Geschichte plätschert mit der Zeit nur so dahin. Ein großes Anwesen mit vielen Zimmern - die aber alle eher unerwähnt bleiben, sie existieren einfach nur. Auch die Angestellten, die während der Anwesenheit von Hetty mehrfach wechseln, sind einfach nur anwesend.

Viele "Geheimnisse" werden schon während der Geschichte aufgelöst - am Anfang wusste ich nicht ob wir bei den kurzen Zwischenkapiteln bei Lucy oder ihre Mutter sind. Auch die tieferen Gefühle die sich zwischen Hetty und Lucy entwickeln sind zwar etwas prickelndes - für die Zeit in der die Geschichte spielt auch gefährlich - und dennoch passt es nicht so wirklich.

Die "Auflösung" und das Finale des Buches ist erschreckend, furchtbar. Unterm Strich ist das schon stimmig. Das Leid von Lucy ist unvorstellbar, sie ist eine gebrochene Frau - und dennoch braucht es erst eine große Tragödie um von Lockwood Manor wegzukommen.

Es scheint als seien der Autorin die Ideen ausgegangen, den versprochen Zauber und die Magie habe ich sehr vermisst. Man hätte noch viel viel mehr daraus machen können. Gerade wenn man weiß, das Jane Healey sich für Spukgeschichten und Übernatürliches interessiert.
Nichts desto trotz war der Schreibstil sehr flüssig. Somit war das Buch in nicht mal einer Woche erledigt, auch den Ausgangsbeschränkungen und somit viel Freizeit sei Dank. Leider konnte es mich aber nicht wirklich fesseln und ich wüsste nicht was ich antworten soll wenn mich einer fragt warum man sich dieses Buch kaufen sollte.

Das Cover ist zwar wirklich schön gestaltet, auch die abgebildeten Tiere sind passend. Insgesamt aber spiegelt es aber den Inhalt des Buches dennoch nicht so ganz wieder. Die "stummen Wächter" sind meiner Meinung nach aber insgesamt überhaupt nicht der Mittelpunkt der Geschichte, so wie der Titel das ursprünglich vermuten lässt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2017

rasant und fesselnd, allerdings fragwürdiges Ende

The Couple Next Door
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Ein Szenario wie es immer und überall vorkommt. Zwei Nachbarsfamilien, die Tür an Tür wohnen, treffen sich zu einem geselligen Abend. Die neugeborene Tochter liegt im Babybettchen, das Babyphone ist mit ...

Ein Szenario wie es immer und überall vorkommt. Zwei Nachbarsfamilien, die Tür an Tür wohnen, treffen sich zu einem geselligen Abend. Die neugeborene Tochter liegt im Babybettchen, das Babyphone ist mit auf der Feier dabei und alle halbe Stunden sieht ein Elternteil nach ihr.

Soweit alles in Ordnung – nichts verwerfliches.
Im Gegensatz zu Marco hatte Anne allerdings von Anfang an keine Lust auf die Feier und noch dazu ein schlechtes Gewissen ihr Kind allein zu lassen. Der Babysitter ist kurzfristig aus privaten Gründen abgesprungen und Anne hadert lange mit sich ob sie denn überhaupt zur Feier soll.

Das Buch macht kein Geheimnis daraus, dass die Eltern als sie nach Hause entdecken müssen, dass die Haustür offen steht und Cora verschwunden ist. Ziemlich schnell nimmt die Story so an Fahrt auf und es scheint nichts so wie es scheint.

Es wird immer wieder aus den verschiedenen Perspektiven erzählt, vor allem die des Detecive Rasbach hat mich voll und ganz überzeugt. Er merkt sofort, dass etwas ganz und gar nicht stimmt und er fragt sich ob die Entführung nicht vielleicht geplant war – kann sich aber, wie auch wir Leser, keinen Reim darauf machen.

Anne wird im Laufe des Buches immer mehr zum psychischen Wrack. Man blickt ein wenig in ihre verstörende Vergangenheit und lernt ihre Eltern kennen, die der ganzen Beziehung mit Marco eher skeptisch gegenüber stehen. Vor allem der Vater Richard macht keinen Hehl darauf Marco nicht zu mögen.

Während wir Marcos Passagen lesen erfahren wir etwas über seine Firma und die brisante finanzielle Lage.

Der Kreis der Geschehnisse zieht sich immer weiter zusammen und die ganze Tragik kommt zum Tragen. Auch der Buchtitel „The Couple next door“ erschließt sich erst gegen Ende des Buches. Denn außer am Anfang bei der Geburtstagsfeier tauchen Cynthia und Graham so gut wie gar nicht auf. Dafür viele andere Personen und es ist erstaunlich wie alles zusammen hängt.

Das Buch ist rasant und fesselnd geschrieben und die verschiedenen Sichtweisen der Akteure sind sehr gelungen. Auch sind die Handlungen der jeweiligen Personen in einer solchen Ausnahmesituation eher nicht zu hinterfragen.

Einziger Minuspunkt ist für mich das Ende - bzw. vielmehr eigentlich der letzte Satz. Auch wenn es sicherlich im Verlauf der Story Andeutungen dafür gab, es passte irgendwie so gar nicht.

  • Figuren
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 15.09.2016

herrlich unterhaltsamer Krimi

Tante Poldi und die Früchte des Herrn
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Tante Poldi ist genau so, wie man sich eine knatterige alte Dame vorstellt die auf eigene Faust ermittelt. Poldi raucht, trinkt, flucht, hat Männergeschichten und kann vor allem selbst viel vom Leben erzählen. ...

Tante Poldi ist genau so, wie man sich eine knatterige alte Dame vorstellt die auf eigene Faust ermittelt. Poldi raucht, trinkt, flucht, hat Männergeschichten und kann vor allem selbst viel vom Leben erzählen. So ist es auch, dass der ganze Fall nicht etwa in Echtzeit passiert sondern der Neffe, der die Tante in Sizilien besuchte, erzählt diese Geschichte. Und der hat sie natürlich zuvor aus erster Hand von Poldi erfahren. Und während sie also erzählt gibt sie ihrem Neffen nebenbei noch Tipps, denn dieser möchte Schriftsteller werden.
Ein besonderer Clou ist bei diesem Buch, dass jedes Kapitel eine kleine Zusammenfassung vorab hat was den Leser in etwa erwartet.
Ich gestehe, der Fall selbst hat mich tatsächlich nur nebensächlich interessiert. Viel mehr habe ich mich an Poldis Dialekt, den ungläubigen Kommentaren des Neffen und die herrliche Schreibweise erfreut. Vor allem die Treffen mit dem Tod in Kapuzenpulli sind das Lesen wert! "Lecktsmialleamarsch"

Und überhaupt sind alle Charaktere sympathisch und stimmig gewählt. Wenn man von Poldi und Montana liest ist es schwer vorstellbar in welchem hohen Alter sich die Dame befindet. Natürlich torpediert sie mit ihren Alleingängen (bzw. zusammen mit ihrem Ermittlerteam) hin und wieder auch die offiziellen Ermittlungen. Auch Wein und die Mafia dürfen nicht fehlen und auch ein bisschen historisches über Sizilien bekommt man vermittelt.

Das Buch lebt eher von seine Situationskomik als von einem spannenden Kriminalfall, der natürlich am Ende dennoch gelöst wird. Ich kenne den ersten Band nicht, ich würde aber behaupten, dass man diesen auch nicht benötigt. Figuren die damals schon vorkamen werden auch hier kurz vorgestellt.
Abgerundet durch ein wirklich treffendes Cover. Tante Poldi mit Perücke, der handbemalten Vespa und natürlich auch mit einer Flasche Wein im Gepäck

Für mich eine Leseempfehlung! Kein hochspannender Krimi wo man bis zum Schluss völlig im dunkeln tappt, aber eine herrlich komische, lockere leichte Geschichte die jeden Leser zum Schmunzeln bringen wird.

  • Cover
  • Schreibstil
  • Humor
  • Charaktere
  • Lesespaß