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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Wenn Melancholie ein Buch wäre, dann dieses

Lichte Tage
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Michael. Ellis. Annie. Drei Menschen, die eine tiefe Verbindung teilen. Das Schicksal bringt zuerst die zwei Jungs zueinander, verloren und auf der Suche nach sich selbst.
Ellis’ Mutter nimmt den jungen ...

Michael. Ellis. Annie. Drei Menschen, die eine tiefe Verbindung teilen. Das Schicksal bringt zuerst die zwei Jungs zueinander, verloren und auf der Suche nach sich selbst.
Ellis’ Mutter nimmt den jungen Michael, angespült wie Treibholz, unter ihre Fittiche. Beide auf der Suche nach Licht und Schönheit in einer verqueren Welt.
Ellis Mutter, fast schon besessen von van Goghs Sonnenblumen-Gemälde, wird zu einer Art anbetungswürdiger Muse von Michael, während sein Herz für ihren Sohn Ellis schlägt. Zwischen ihnen entbrennt eine Leidenschaft, die weit über Freundschaft hinausgeht, doch Ellis wird eines Tages eine junge, hübsche Frau heiraten: Annie. Und Michael wird ihn gewähren lassen.

In leb- und bildhafter Sprache erzählt die Autorin eine Geschichte, die an Melancholie kaum zu überbieten ist. Fast schon schwermütig verfolgte ich den Werdegang der Figuren, die auf glückliche und traurige Tage, auf französische Sommer und in Liebe geteilte Zeit zurückschauen. Bunte, lichtvolle Erinnerungen, blühende Sonnenblumen, werden vom grauen Schleier der Wehmut und der Sehnsucht überzogen. Das Schicksal stets ungewiss.

Winmans flüssiger und eindrücklicher Schreibstil hat mich abgeholt. Subtil lässt sie Nebenfiguren und Szenen einfließen, die beim Protagonisten eine leise, feine Entwicklung auslösen.

Ich mochte nicht alle Szenen, Handlungen und Themen in „Lichte Tage“, aber auf eine zarte Weise, hat mich die Geschichte berührt. Sie entfaltet sich langsam, es gibt keine rasante Action, keine ausgeklügelten Twists. Nur authentische Menschen und ihre vielschichtigen Gefühle. Es ist ein leiser Roman, grau und filigran wie ein lieb gewonnenes Spitzentaschentuch.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Romantische Katz-Maus-Lovestory, brillante Sprecherin

Read into me
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Olivias sehnlichster Wunsch geht in Erfüllung: Sie bekommt eine Stelle als Lektorin bei einem renommierten Verlag. Der etwas holprige Start trübt ihre Motivation nicht und ehe die junge Frau sich‘s versieht, ...

Olivias sehnlichster Wunsch geht in Erfüllung: Sie bekommt eine Stelle als Lektorin bei einem renommierten Verlag. Der etwas holprige Start trübt ihre Motivation nicht und ehe die junge Frau sich‘s versieht, hat sie sich den undankbaren Job eingehandelt, einen ehemaligen Bestseller-Autor mit Schreibblockade zum Verfassen eines neuen Romans zu animieren.
Dass James Cohen hinter der rauen und unglaublich attraktiven Fassade einen sensiblen und kreativen Charakter verbirgt, macht es Olivia zunehmend schwer ihre Gefühle für den Autor zu kontrollieren. Eine seriöse Lektorin lässt sich doch nicht mit ihrem Autor ein! Schon gar nicht, wenn der Verlag eine entsprechende Verbots-Klausel in seinem Arbeitsvertrag verewigt hat … oder doch?

„Read into me“ ist ein kuschliger Wohlfühl-Roman, der nach einer weichen Wolldecke und einer Tasse Kakao vor dem knisternden Kamin förmlich schreit. Ich habe die Geschichte mit ihren liebevoll ausgearbeiteten Figuren sehr genossen. Humorvoll und unterhaltsam bringt die Autorin Olivia und James einander und auch dem Leser/Hörer näher.

Die Protagonistin Olivia ist eine sympathische junge Frau, die selbstbewusst und frech, garniert mit einer Prise Naivität das eine oder andere Fettnäpfchen ansteuert, aber auch schwierige Situationen meistert.
James hingegen wirkt anfangs düster und verschroben. Sein verschlossener Charakter macht neugierig. Schon bald muss man auch ihn einfach gern haben.

Ich will ehrlich sein: An manchen Stellen war mir Olivia zu naiv und eine Nuance mehr Drama in der Story hätte mir durchaus gefallen, aber auch so fand ich die Geschichte sehr gelungen.

Nicht zuletzt möchte ich die unglaublich tolle, ja großartige Sprecherin Dagmar Bittner erwähnen und loben! Sie hat mit ihrem schauspielerischen Talent die Figuren derart zum Leben erweckt, dass ich mich auf jede Minute des Hörbuchs riesig gefreut habe. Es war ein echter Hörgenuss ihrer Darbietung zu lauschen und ich habe mir bereits zwei weitere Hörbücher gekauft, die sie spricht. Einfach klasse!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Wenn das Schicksal eines ganzen Landes auf den Schultern zweier mutiger Kinder ruht

Das Buch der gestohlenen Träume (Das Buch der gestohlenen Träume 1)
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Stell dir ein Land vor, in dem Kinder unerwünscht sind. Ein Land, in dem Freiheit, Lachen und Lebensfreude verboten sind. Ein Land, das von einem boshaften, kinderhassenden Tyrann beherrscht wird.
Willkommen ...

Stell dir ein Land vor, in dem Kinder unerwünscht sind. Ein Land, in dem Freiheit, Lachen und Lebensfreude verboten sind. Ein Land, das von einem boshaften, kinderhassenden Tyrann beherrscht wird.
Willkommen in Krasnia! Hier gelten Träume und Geschichten als Gefahr. Denn Charles Malstain, der diktatorische Herrscher, will seine uneingeschränkte Macht nie mehr verlieren und dafür sind ihm auch Zwang und Gewalt recht.

Doch nicht alle Menschen in Krasnia geben ihre Wünsche und Träume kampflos auf, nicht alle akzeptieren, dass ihre Kinder in einer Gesellschaft aufwachsen, die von Angst und Willkür regiert wird. Denn Bibliothekar Felix Klein weiß etwas, das sonst kaum einer weiß: Das Buch der gestohlenen Träume besitzt eine unglaubliche Macht. Eine Macht, die alles zum Guten oder aber zum Schlechten wenden kann. Er beschließt, das Buch in die Obhut seiner Kinder Robert und Rachel zu geben. Doch Malstain ist ihnen auf den Fersen. Ein rasantes Abenteuer beginnt.

Ich habe das Buch mit meinen Kindern gelesen und sie waren restlos begeistert. Voller Spannung verfolgten sie das Geschehen und konnten von der Geschichte um die mutigen Geschwister Robert und Rachel Klein gar nicht genug bekommen.

David Farr hat einen mitreißenden Schreibstil und eine wunderbare Erzählweise, die sowohl Spannung, Begeisterung als auch tiefe Traurigkeit im Leser erzeugen kann.
Auch ich als Erwachsene habe bis zum Ende mitgefiebert.

Die Charaktere der beiden Kinder hat der Autor liebevoll ausgearbeitet und plastisch dargestellt. Aber auch die Nebenfiguren werden bildhaft beschrieben und mit authentischen Charakterzügen versehen. Es war uns eine große Freude, sie alle kennenzulernen und ihre Schicksale zu verfolgen.

Nicht zu unterschätzen ist die immense Brutalität der Geschichte. Bei so viel Bosheit haben wir eins ums andere Mal schlucken müssen. Die Zuhörer oder Selbstleser sollten auf jeden Fall alt genug sein, die Gewaltszenen verarbeiten zu können. Hier hatten meine Kinder immer wieder Redebedarf, haben Fragen gestellt und ehrliche Antworten bekommen. Wer sehr sensibel ist, sollte das Buch entweder nicht allein oder aber zu einem späteren Zeitpunkt lesen.

Die Geschichte ist in sich rund und stimmig. Es war schön zu erfahren, wie die Erzählstränge miteinander verknüpft wurden, damit der Leser am Ende alle Puzzleteile beieinander hat. Manches war vorhersehbar (zumindest für mich als Erwachsener), anderes sehr überraschend. Die Szenen wechseln schnell, ständig passiert etwas. Die Geschichte hält den Spannungsbogen permanent und fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger.

Eine tolle, fantasievolle Geschichte, die Tiefgang besitzt und nachdenklich stimmt. Von uns bekommt „Das Buch der gestohlenen Träume“ satte 5 Sterne für die wunderbaren Lesestunden.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Liebeserklärung an die Natur

Die geheime Kraft des Waldes
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Kennst du die Pflanzen des Sommers? Weißt du, wie eine Grüne Hexe aus Blütenblättern aromatischen Tee herstellt oder warum manch einer eine Eichel in der Tasche mit sich herumträgt?



Cecilia Lattari ...

Kennst du die Pflanzen des Sommers? Weißt du, wie eine Grüne Hexe aus Blütenblättern aromatischen Tee herstellt oder warum manch einer eine Eichel in der Tasche mit sich herumträgt?



Cecilia Lattari hat ein wunderschönes Buch über die Natur im Allgemeinen und den Wald im Besonderen geschrieben. Ihr liebevoller Schreibstil weckt im Leser die Sehnsucht nach saftigem Grün, nach bunten Beeren und Blumen. Nach Stille und der friedvollen Gesellschaft alter Baumriesen.



Nahezu magisch sind die zauberhaften Illustrationen, die den Text begleiten und das Buch zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Hier kann jeder, ob Groß, ob Klein, spannende, lehrreiche und märchenhafte Dinge aus der Natur erfahren.



Ein ganz besonderer Schatz sind für mich die Rezepte und Rituale, die Lattari dem Leser auf den Weg gibt, die jederzeit nachgeschlagen und ausprobiert werden können. Sie bringen die Magie der Natur direkt zu uns nach Hause. Eben diese Inhalte haben mir zu einem ganz besonderen Lesegenuss verholfen und ich weiß, dass ich das Buch noch öfter hernehmen werde, um mich an den Bildern und Weisheiten zu erfreuen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Spannendes Setting, rätselhafte Ereignisse und eine mutige junge Frau

Die Leuchtturmwärterin
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Im Zentrum von Guido Dieckmanns Roman „Die Leuchtturmwärterin“ steht die junge Fotoreporterin Nelly Vogel. Zur Zeit des 2. Weltkrieges steht die Deutsche dem Regime kritisch gegenüber und gerät prompt ...

Im Zentrum von Guido Dieckmanns Roman „Die Leuchtturmwärterin“ steht die junge Fotoreporterin Nelly Vogel. Zur Zeit des 2. Weltkrieges steht die Deutsche dem Regime kritisch gegenüber und gerät prompt ins Fadenkreuz der Gestapo. Um ihre Haut zu retten, wird sie kurzerhand nach Holland verfrachtet und soll sich in einem kleinen Küstenort fortan um den Leuchtturm kümmern. Doch weder die ansässigen holländischen Bewohner noch die deutschen Besatzer bringen der jungen Frau Sympathie oder gar Vertrauen entgegen. Dabei verbindet die Vergangenheit Nelly mit dem kleinen Ort. Als die junge Deutsche einen abgestürzten britischen Piloten unter ihre Fittiche nimmt, spitzt sich ihre Lage lebensbedrohlich zu …

Ich muss zugeben, dass ich mich nach dem Lesen des Klappentextes auf eine dramatische Lovestory eingestellt hatte. Zu meiner Überraschung hat „Die Leuchtturmwärterin“ aber viel mehr von einem Krimi. Spannend und gespickt mit überraschenden Wendungen hält Dieckmanns Roman den Leser fast durchgehend in Atem. Mir fehlte zwar der intensiv romantische Teil und auch allgemein hätte ich mir mehr transportierte Emotionen gewünscht, aber es hat Spaß gemacht die vielen rätselhaften Fäden in der Hand zu halten und zu grübeln, wer nun wen auf dem Gewissen hat und warum.
Dieckmann versteht es, ein interessantes Gespinst aus Lügen, Hinweisen und Intrigen zu erstellen und dieses dann stimmig aufzulösen. Ich fand zwar manche Handlungen und Dialoge nicht ganz authentisch, aber mein Interesse an dem Fortgang der Geschichte ist nie erloschen.
Faszinierend ist auf jeden Fall der Einblick in die damaligen, schrecklichen Ereignisse, die der Autor in seinen Roman einfließen lässt. Gefallen hat mir auch sehr, dass er der heldenhaften Corrie ten Boom einen Platz in der Geschichte eingeräumt hat. Die Verflechtung von Fiktion, realen Personen, Schauplätzen und Ereignissen finde ich sehr spannend.

Dieckmanns Schreibstil ist vielseitig, flüssig und abwechslungsreich. Er hat mich unterhaltsam durch das Buch getragen. Mein Interesse an Nelly und ihrem Schicksal war von Anfang an geweckt, obwohl ich nie das Gefühl hatte, sie wirklich zu kennen. „Die Leuchtturmwärterin“ lebt von der schnellen, überraschenden Entwicklung und für mein Empfinden weniger von der Ausgestaltung der Charaktere. Sympathie habe ich nur teilweise empfunden. Dennoch hat die Geschichte ihre ganz eigene Sogwirkung und war mir eine kurzweilige Lektüre.