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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Gefühlssturm

Die Sonnenfeuer-Ballade 1: A Song to raise a Storm
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Die geheimnisvolle Sintha, weder Mensch noch magisches Wesen, gerät auf dem Weg zu ihrem todkranken Vater in einen unerbittlichen Schneesturm. Zuflucht findet sie in einem Gasthaus, inmitten von Menschen, ...

Die geheimnisvolle Sintha, weder Mensch noch magisches Wesen, gerät auf dem Weg zu ihrem todkranken Vater in einen unerbittlichen Schneesturm. Zuflucht findet sie in einem Gasthaus, inmitten von Menschen, die mit Wesen wie Sintha auf Kriegsfuß stehen. Doch nicht nur das, die Gemüter sind erhitzt, weil ein Mörder sein Unwesen treibt und jeder jedem misstraut. Aufklären soll den Fall eine Gruppe düsterer Vakàr, Schattenkrieger und Wachpersonal der herrschenden Monarchin. Mit ihrem Anführer Arezander gerät Sintha aufgrund ihres vorlauten Mundwerks in Konflikt. Doch aus gegenseitiger Abscheu und tiefem Misstrauen erwächst schon bald eine gefährliche Leidenschaft. Sintha erkennt jedoch schnell, dass der sowohl attraktive als auch bedrohliche Arezander seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Unversehens gerät sie in den Strudel der Ereignisse und muss Entscheidungen treffen, die ihr Arez vielleicht nie verzeihen wird …

Ich liebe Geschichten, die in kleiner, überschaubarer Umgebung beginnen und sich plötzlich und unerwartet zu einer weltumspannenden Story ausweiten. „A song to raise a storm“ beginnt wie ein Fantasy-Dorf-Krimi, doch Sintha gerät zusehends zwischen die Fronten der menschlichen und magischen Welt, ist als Halbwesen Teil von beiden und gleichzeitig von keiner. Und erringt ungewollt immer mehr Aufmerksamkeit. Die Welten hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr ausgearbeitet werden können, aber ich habe es ebenso genossen, dass der Fokus auf den Figuren liegt.

Sintha ist ein sympathischer Charakter mit großer Klappe, Mut und Selbstbewusstsein. Als Leser - bzw. in meinem Fall als Hörer - liebte ich es, ihre Schlagabtausche mit Arez zu verfolgen. Zwischen ihnen sprühen buchstäblich die Funken.

Arez’ Figur besitzt eine düstere, unwiderstehliche Anziehungskraft. Er ist wild, kraftvoll, leidenschaftlich, aber auch seine verletzliche Seite wird im Verlauf des Geschehens sichtbar. Beide Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und bildhaft beschrieben.

In Arezander habe ich mich direkt verknallt und ich bin unglaublich gespannt, wie es mit ihm und Sintha weitergeht. Im Buch gibt es ein „Portal“, das zu einem extra heißen, feurigen Kapitel führt. Im Hörbuch ist dieses am Ende als Bonus eingefügt. Eine interessante Lösung, wobei ich es gerne direkt im Kontext der Geschichte gehört hätte.

Julia Dippel verfügt über einen tollen, flüssigen und authentischen Schreibstil, der durch die großartige Sprecherin Dagmar Bittner noch unterstrichen wird. Dennoch finde ich, dass die richtige Spannung erst ab Mitte der Geschichte beginnt. Die Story entwickelt sich stetig, aber nicht explosionsartig. Erst im letzten Drittel war ich so gebannt, dass ich nicht mehr aufhören konnte dem Geschehen zu folgen.

Dagmar Bittner ist definitiv die richtige Wahl für das Hörbuch. Sie liest mit frischer, angenehmer Stimme und brillanter Betonung. Ich habe schon mehrere Hörbücher von ihr gehört und bin immer wieder begeistert. Ich freue mich auf den nächsten Band, den ich definitiv auch hören oder lesen werde!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Im Schatten der Vergangenheit - Mitreißender Abschluss

Seaside Hideaway – Unseen
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Mit „Unseen“ vervollständigt Leonie Lastella ihre „Seaside Hideaway“-Dilogie. Der erste Band „Unsafe“ sollte zuerst gelesen werden, um die Geschichte in ihrer Tiefe verstehen und die Handlung nachvollziehen ...

Mit „Unseen“ vervollständigt Leonie Lastella ihre „Seaside Hideaway“-Dilogie. Der erste Band „Unsafe“ sollte zuerst gelesen werden, um die Geschichte in ihrer Tiefe verstehen und die Handlung nachvollziehen zu können.



Miller lebt mit seinen Eltern in einem kleinen Haus am Meer. Über seine Schwester Nevah lernt er die toughe, selbstbewusste Ranch-Tochter Blake kennen. Da er dringend einen Job braucht, gelingt es ihm, eine Stelle auf der Ranch zu ergattern. Und kommt Blake immer näher. Doch Millers Vergangenheit ist düster. Sie hat ihn fest im Griff und droht, ihn einzuholen. Auch Blake wird von Ängsten gequält, die eine Verbindung der beiden unmöglich zu machen scheint, doch die Anziehung ist stark. Aber ist sie auch stärker als der Schatten, der Miller verfolgt?



Leonie Lastella verfügt über einen unglaublich intensiven und eindringlichen Schreibstil, der den Leser - in diesem Fall mich - unweigerlich in den Bann schlägt. Ich war von der Geschichte derart gefesselt, dass ich meinen e-Reader buchstäblich nicht mehr aus der Hand legen konnte.



Die Geschichte wird abwechselnd von Miller und Blake in der Ich-Form und in der Gegenwart erzählt. Es fiel mir leicht sowohl in die eine als auch in die andere Figur hineinzuschlüpfen. Beide Charaktere sind mega sympathisch, authentisch und unterhaltsam.



Miller ist von der Vergangenheit schwer gezeichnet. Er verbirgt seine seelischen und körperlichen Narben hinter einer Maske aus Gleichgültigkeit, Tattoos und Vergnügungssucht. Mit seinen frechen Sprüchen hält er alle auf Abstand (mit Ausnahme des Lesers ;) ), doch Blake durchbricht seine Mauer mühelos.



Blake ist eine waschechte Ranch-Tochter. Allein mit ihrer Mutter bewirtschaftet sie das Land, kümmert sich um die Tiere und repariert Autos und Maschinen. Sie ist eine selbstbewusste junge Frau, die weiß, was sie will. Und Miller gehört nicht dazu. Dieser dreiste, vorlaute Kerl sieht zwar verdammt gut aus, doch klar ist: Er bringt Probleme mit sich. Probleme, die Blake in ihrem Leben ganz und gar nicht brauchen kann. Und doch spielen in seiner Anwesenheit ihre Gefühle verrückt …



Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, Blake und Miller auf ihrer Reise zu begleiten. Beide gefielen mir auf Anhieb. Die malerische Landschaft bildet eine tolle Kulisse für ihre Story. „Unseen“ bietet eine Achterbahn der Emotionen, die es in sich hat. Mich hat Leonie Lastella überzeugt und ich bin wahnsinnig traurig, dass ich das Buch nun beendet habe. Zum Glück hat die Autorin noch mehr Romane geschrieben. Ich hol sie mir alle!!!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Langatmig, ohne Tiefe und bar jeglicher Emotionen

Star Bringer
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In „Star Bringer“ nimmt die Autorin Tracy Wolff den Leser mit in ein fiktives Planetensystem, das von verschiedenen Völkern bewohnt wird. Kalinda ist die Prinzessin dieses Universums und soll anstelle ...

In „Star Bringer“ nimmt die Autorin Tracy Wolff den Leser mit in ein fiktives Planetensystem, das von verschiedenen Völkern bewohnt wird. Kalinda ist die Prinzessin dieses Universums und soll anstelle ihrer Mutter - der Kaiserin - ein Forschungs-Raumschiff besichtigen, in dem nach Lösungen zur Bewältigung der bevorstehenden Sonnenexplosion geforscht wird. Eine überwältigende Explosion zwingt Kalinda und sechs weitere Flüchtige dazu, auf einem kleinen Raumschiff Schutz zu suchen. Eine zusammengewürfelte Gruppe, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Und ebenso undurchsichtig. Wer von ihnen verfolgt nur seine eigenen Ziele, wer hat Dreck am Stecken und wer hat das Herz am rechten Fleck?



Ich habe die Geschichte als Hörbuch verfolgt. Erzählt wird sie aus den Ich-Perspektiven der Gruppenmitglieder, wobei Kalinda dabei meinem Empfinden nach die größte Rolle zugedacht wurde. Somit hat eine größere Anzahl Sprecher an dem Hörbuch mitgewirkt. Alle machen einen guten Job und passen im Großen und Ganzen auch zu den Rollen. Nur bei Ian hätte ich mir eine jüngere, dynamischere Stimme gewünscht.



Die Charaktere sind in ihren Grundzügen relativ interessant, aber sie gewinnen im Verlauf der Story nicht wirklich an Tiefe. Es fiel mir schwer, sie zu begreifen und ihre Handlungen und Gespräche nachzuvollziehen. Dialoge wirkten häufig inszeniert und gewollt, aber nicht gekonnt. Einige Liebesszenen sollten wohl für Prickeln sorgen, die Action für Spannung, aber genau das hat bei mir überhaupt nicht funktioniert. Ich habe meistens gar nichts gefühlt und somit wurde mein Interesse immer lahmer. Es fiel mir zunehmend schwer, der Naivität der Hohepriesterin Rain und der Ignoranz der Prinzessin Kalinda zu lauschen. In den unpassendsten Momenten begannen sich die Figuren zu triezen und miteinander zu diskutieren, dann wieder fehlten die Emotionen zu aufwühlenden Ereignissen fast völlig. Hier wurde extrem viel Potenzial verschenkt.



Auch der Weltenbau ist nicht anschaulich, rührt nicht an des Lesers/Hörers Gefühlen. Zudem konnte mich der Schreibstil der Autorin nicht überzeugen. Häufig stolperte ich über - meiner Ansicht nach - unpassende Begriffe und Formulierungen. Mitreißend geht anders. Sehr schade, da die Geschichte im ersten Moment vielversprechend erschien.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Was am Ende zählt

Sag noch mal: Ich liebe dich
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Sie ist die Eine, das ist Steven schnell klar, als er der lebhaften, rothaarigen Pippa bei einer Schultheater-Veranstaltung aus der Patsche hilft. Jahre später begegnen sie sich wieder, die Gefühle sind ...

Sie ist die Eine, das ist Steven schnell klar, als er der lebhaften, rothaarigen Pippa bei einer Schultheater-Veranstaltung aus der Patsche hilft. Jahre später begegnen sie sich wieder, die Gefühle sind noch da, aber Pippa hat große Pläne, will Schauspielerin und berühmt werden. Mehr als Freundschaft scheint nicht möglich, doch der begabte Fotograf gibt nicht auf.

Ein Zeitsprung in die Gegenwart zeigt Steve im Krankenhaus, Pippa im künstlichen Koma. Das Schicksal droht, ihm seine geliebte Frau von der Seite zu reißen. Er schaut zurück in die Vergangenheit und lässt ihre gemeinsame Zeit nochmal auferstehen.

Auf dieser Reise begleitet ihn der Leser, bzw. in meinem Fall der Hörer. Taucht ab in eine Liebesgeschichte, die so besonders wie gewöhnlich ist. Zwei Menschen begegnen einander, finden sich und versuchen gemeinsam, den Stürmen des Lebens zu trotzen. Gebeutelt, geliebt, lachend, weinend. Es ist eine Reise der Emotionen.

Steven ist ein absolut sympathischer junger Mann, den man einfach still und leise ins Herz schließt. Es ist rührend, wie liebevoll er sich um seine Pippa kümmert.
Eine ebenso sympathische, lebenslustige und quirlige junge Frau. Auch sie hat mein Herz beim Zuhören rasch erobert.
Die Geschichte wird sowohl von Steve als auch von Pippa aus der Ich-Perspektive erzählt. Doch nicht nur das. Ein dritter, personaler Erzähler beleuchtet das Geschehen in der Gegenwart, sozusagen von oben. Dadurch entstehen drei Perspektiven, die miteinander verflochten sind und sich aus Vergangenheit und Gegenwart aufeinander zu bewegen.

Ich habe viel gelacht, mitgefühlt und auch gelitten. Habe oft zustimmend genickt und so vieles aus eigener Erfahrung nachvollziehen können. Eine Geschichte, direkt aus dem Leben gegriffen, authentisch, echt, wahrhaftig und ohne Schnörkel. Die Sprecher Christiane Marx, Oliver Kube und Tim Gössler machen durchweg einen ausgezeichneten Job. Allen dreien habe ich unheimlich gerne zugehört. Mir hat das Hörbuch unheimlich gut gefallen!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Mission erfolgreiche Trennung

Du darfst gehen
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Was verbinden die meisten Menschen mit dem Wort „Trennung“? Vermutlich Leid, Herzschmerz, Rosenkrieg und Verlust. Aber muss das so sein? Können Trennungen auch erfolgreich verlaufen?

Dr. Annette Oschmann ...

Was verbinden die meisten Menschen mit dem Wort „Trennung“? Vermutlich Leid, Herzschmerz, Rosenkrieg und Verlust. Aber muss das so sein? Können Trennungen auch erfolgreich verlaufen?

Dr. Annette Oschmann bringt dem Leser auf einfühlsame und sympathische Weise eine ganzheitliche Sichtweise auf verschiedene Beziehungssituationen nahe.



Sie hilft ganz konkret und praktisch dabei, sich klar zu werden über die Lage, über die Aussichten und ganz wichtig: Sie lässt die starken Emotionen nicht außer Acht, nimmt den Leser an die Hand und führt ihn durch den Dschungel aus Selbstzweifeln und Ängsten.



Sehr gut gefallen hat mir auch, dass sie anhand realer Fallbeispiele bzw. Schilderungen von Betroffenen auf verschiedene Thematiken eingeht, die aufkommen, wenn eine Trennung im Raum steht. Authentisch und realitätsnah bietet sie verschiedene Perspektiven und Lösungen an.



Das Buch „Du darfst gehen“ ist sicher keine leichte Kost und behandelt schwierige Phase im Leben von Menschen, die sich einmal sehr nahe standen. Aber auch, wenn man gerade nicht in einer Trennung steckt, ist das Buch interessant und lehrreich. Übungen zu Achtsamkeit und Selbstreflexion runden das Ganze ab. Sehr gelungen.