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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ergreifende Schicksale

Als Großmutter im Regen tanzte
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„Als Großmutter im Regen tanzte“ ist für mich ein berührender Überraschungsroman. Als ich das eBook auswählte, wusste ich nicht, was mich erwartet, da mir die Autorin bis dato unbekannt war.



Die Geschichte ...

„Als Großmutter im Regen tanzte“ ist für mich ein berührender Überraschungsroman. Als ich das eBook auswählte, wusste ich nicht, was mich erwartet, da mir die Autorin bis dato unbekannt war.



Die Geschichte wird von zwei Charakteren erzählt. Im Jetzt in der Ich-Form von Juni und zur Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg in personalem Erzähler aus der Sicht von Tekla, Junis Großmutter. Nach und nach werden die beiden Erzählstränge miteinander verwoben, was mir sehr gefallen hat.



Juni, eine junge Norwegerin, sucht das Haus ihrer verstorbenen Mutter auf, nachdem sie vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflüchtet ist. Während ihres Aufenthalts in dem Haus ihrer Vorfahren, beginnt sie die Vergangenheit zu erforschen und entdeckt lang gehütete Familiengeheimnisse.



Tekla entführt den Leser in eine ungewisse, von Unruhen geprägte Zeit. Als junge Frau verliebt sich die Norwegerin in einen deutschen Soldaten, für ihre Familie eine Katastrophe. Heimlich folgt sie ihm in das zerstörte Nachkriegsdeutschland und muss durch die Hölle gehen.



Zwei Frauen, die durch die Vergangenheit, durch Krieg, Liebe, Entbehrung, Lügen und Schmerz nachhaltig beeinflusst werden. Dunkle Geheimnisse überschatten nachfolgende Generationen, das wird hier ganz plastisch und eindrücklich herausgearbeitet. Vor allem Teklas Schicksal hat mich sehr berührt und betroffen gemacht. Die Autorin hat sich Mühe gegeben, die damaligen Ereignisse realistisch zu schildern. Ihre Figuren sind zwar reine Fiktion, aber ihre Schicksale beruhen mitunter auf wahren Begebenheiten. Ich gebe zu, dass ich sogar ein paar Tränen verdrückt habe. Teiges Schreibstil hat mich wunderbar abgeholt und ich habe die Geschichte bis zur letzten Seite mit Spannung verfolgt, bei Tekla sogar richtig mitgefiebert.



Ich kannte viele erschütternde Details aus dem 2. Weltkrieg nicht und diese aus „norwegischer Sicht“ zu erfahren, war für mich eine aufwühlende Erfahrung. Toll geschrieben, interessante Protagonistinnen und eine Geschichte, die unter die Haut geht. Sehr lesenswert!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ein Highlight

Gameshow – Der Preis der Gier
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Eine Welt in der Zukunft, die grausamer nicht sein könnte. Eine „Unterschicht“, die in perfiden Spielen gegeneinander kämpfen muss, bis auf den Tod. Auf der anderen Seite die „Oberschicht“, die auf ebendiese ...

Eine Welt in der Zukunft, die grausamer nicht sein könnte. Eine „Unterschicht“, die in perfiden Spielen gegeneinander kämpfen muss, bis auf den Tod. Auf der anderen Seite die „Oberschicht“, die auf ebendiese Gamer Wetten abschließt, während sie sich an den qualvollen Toden der Spieler ergötzt.



Die junge Cass befindet sich als Angehörige der „Platins“ irgendwo dazwischen, kann den abscheulichen Spielen auf Leben und Tod jedoch im Gegensatz zu den Menschen um sie herum nichts abgewinnen. Sie wünscht sich zwar, wie ihre geliebten Freundinnen, zu den sogenannten weißen „Neutrals“ aufzusteigen, gerät stattdessen aber durch ihren eigenen Vater in die „Rote Zone“ und ist plötzlich selbst eine Gamerin, die bei den Wettkämpfen um ihr Leben bangen muss. Dabei trifft sie auf Jax, einen attraktiven und erfahrenen Gamer. Er öffnet ihr die Tore zu einer ganz neuen Unterwelt. Cass verbirgt jedoch ein Geheimnis, das ihre neuen Freundschaften in der lebensfeindlichen Umgebung gefährdet …



Was für ein Debüt! Ich liebe Franzi Kopkas Schreibstil, ihre bildhafte Sprache und die kreative Welt, die sie in ihrem Roman „Gameshow“ erschaffen hat. Alles ist neu, aufregend, lebensgefährlich. Ich habe so sehr mit Cass mitgefiebert, dass ich meinen E-Reader kaum weglegen konnte. Besonders aufregend sind natürlich die Spiele, in denen Cass um ihr Leben kämpft, aber auch die aufkeimende Zuneigung zu dem gut aussehenden Jax hat mir sehr gefallen. Die Story hält den Spannungsbogen, ist für mein Empfinden null vorhersehbar und macht auf jeden Fall richtig Lust auf mehr. Die Charaktere sind authentisch und liebenswert ausgestaltet, die Dialoge echt, humorvoll und flüssig. Cass ist eine gelungene Sympathieträgerin und ich mag ihre schlagfertige Art.

Tolles Debüt, den Folgeroman habe ich bereits vorbestellt und kann sein Erscheinen im Oktober kaum erwarten. Ich würde mich freuen, in Zukunft noch viel mehr von der Autorin lesen zu dürfen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Liebe, die alles erträgt und jedes Leid überwindet

Nocona
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1836: Ein weißes Mädchen, das während eines Rachefeldzuges von den Indianern entführt und von einem Stamm aufgenommen wird wie ihresgleichen. Ein weißes Mädchen, das nach strengen Sitten und christlichem ...

1836: Ein weißes Mädchen, das während eines Rachefeldzuges von den Indianern entführt und von einem Stamm aufgenommen wird wie ihresgleichen. Ein weißes Mädchen, das nach strengen Sitten und christlichem Glauben aufgezogen wurde und zum ersten Mal Freiheit schmeckt, die Weisheit der Nunumu und ihre Lebensweise im Einklang der Natur kennenlernen darf. Ein weißes Mädchen, das seinen bürgerlichen Namen freiwillig gegen einen indianischen eintauscht, reitet, jagt, kämpft. Und sich in den Sohn des Häuptlings verliebt: Nocona, der Wanderer. Doch die Weißen wollen immer mehr Land, bekämpfen die Indianer voller Hass. Trotz aller Wehrhaftigkeit haben die Eingeborenen gegen die Flut der weißen Einwanderer kaum eine Chance.

2018: Sara lebt und arbeitet in New York, gerät aber wie zufällig durch ihren Job in die Great Plains und in das Museum eines Indianerreservats. Dort trifft sie auf den attraktiven Indianer Makah. Etwas in ihr scheint ihn zu erkennen, fühlt sich zu ihm hingezogen. Ihm ergeht es ähnlich. Wie Magnete werden die beiden vom Schicksal zusammengeführt, doch dann geraten sie in den Strudel seltsamer Träume und Visionen einer längst vergangenen Zeit. Einer Zeit, in der Indianer um ihre Lebensgrundlage kämpften und eine Weiße sich in einen Häuptlingssohn verliebte.

Eine unglaublich ergreifende, wunderbar recherchierte und vor allem wundervoll erzählte Geschichte, die mich immer wieder zu Tränen rührte.
Die Schicksale der Charaktere werden in zwei Zeitsträngen erzählt, von denen vor allem der im Jahre 1800 spielende mich absolut gepackt hat. Es fiel mir schwer, meinen E-Reader überhaupt mal aus der Hand zu legen. Der Schreibstil von Britta Strauss ist eindringlich, authentisch und zog mich so in den Bann, wie man es sich von einer Geschichte nur wünschen kann.
Was habe ich mit den Figuren gehofft, geliebt, gelitten! Als ich das Buch ausgelesen hatte, blieb ich traurig, nachdenklich und dankbar zurück. Eine epische Liebe, die niemals stirbt. Herzzerreißend und absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Liebe, Schmerz und Hoffnung

Vom Ende der Nacht
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Rosie und Will entwickeln schon während der Schulzeit Gefühle füreinander, eine zarte Liebe, die noch leicht zu erschüttern ist. Dennoch fragte ich mich beim Lesen: Was könnte passieren, dass zwei Menschen, ...

Rosie und Will entwickeln schon während der Schulzeit Gefühle füreinander, eine zarte Liebe, die noch leicht zu erschüttern ist. Dennoch fragte ich mich beim Lesen: Was könnte passieren, dass zwei Menschen, die sich lieben, nicht zueinander finden? Die Antwort erzählt Daverley in ihrer emotionalen Geschichte: Das Leben. Eine schreckliche Tragödie verbindet und trennt die beiden Protagonisten gleichermaßen. Immer wieder überwinden sie die Hürden der jeweiligen Schicksale, nur um doch wieder zurück in die Trennung geschleudert zu werden. Ein Auf und Ab der Gefühle, das mich gepackt und mitgerissen hat.

Will White ist trotz seiner wortkargen und fast schon ruppigen Art ein absoluter Sympathieträger. Ich mochte jede Szene mit ihm, jeden Dialog und hoffte so sehr für ihn, dass er seine Rosie endlich dauerhaft in die Arme schließen könnte.

Auch Rosie ist durchaus ein interessanter Charakter, wenn ich sie auch zu gerne mal ordentlich geschüttelt hätte. Wie kann man so sehr für andere existieren und so wenig für die eigenen Bedürfnisse tun? Sie wurde von Daverley natürlich absichtlich so gezeichnet, aber manchmal hätte ich ihr gerne die Meinung gegeigt. Oft genug benutzt sie Will, um sich selbst besser zu fühlen, nutzt ihn aus und weiß am Ende doch nicht, was sie will. Dementsprechend macht sie eine starke Entwicklung durch, die auch schön von der Autorin herausgearbeitet wurde.

„Vom Ende der Nacht“ ist eine dieser Liebesgeschichten, die den Leser die Zeit vergessen lassen. Von denen man einfach nicht genug kriegen kann. Es fiel mir jedes Mal schwer, mich von der packenden und berührenden Geschichte zu lösen. Oft ertappte ich mich dabei, wie ich im Alltag darüber nachdachte.
Ich liebe den Schreibstil von Claire Daverley und die Art der Ausgestaltung ihrer Charaktere. Szenen, Emotionen und Gespräche hatte ich bildlich vor Augen, einem Kinofilm gleich. Eine wunderschöne, ergreifende Liebesgeschichte, die mich sehr berührt hat.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Liebe, die nicht sein kann, umgeben von Düsternis und Brutalität

The Witches of Silent Creek 1: Unendliche Macht
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Was haben eine junge, traumatisierte Frau und ein Hexenzirkel, der gegen bösartige Wesen aus dem Jenseits kämpft, gemeinsam? Nicht viel, könnte man meinen, doch Helena ist nicht die einfache Studentin, ...

Was haben eine junge, traumatisierte Frau und ein Hexenzirkel, der gegen bösartige Wesen aus dem Jenseits kämpft, gemeinsam? Nicht viel, könnte man meinen, doch Helena ist nicht die einfache Studentin, für die sie sich hält.
Nachdem ihre Eltern unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind, sucht Helena die Nähe der Vergangenheit. Sie zieht zu ihrem Großvater Nathaniel in den kleinen schottischen Ort Silent Creek, der Geburtsort ihrer Mutter. Darauf hoffend, sich der Verstorbenen dort näher zu fühlen. Doch nicht nur das: Vor vielen Jahren, am selben Ort, gab ihr bester Freund Finley ihr ein Versprechen: Immer für sie da zu sein. Stattdessen verschwand er auf unerklärliche Weise aus ihrem Leben. Insgeheim hofft Helena, mehr über seinen Verbleib zu erfahren.
Am örtlichen Creek‘s College spricht sich schnell herum, dass es eine Neue gibt. Doch nicht bei allen Studenten handelt es sich um normale Menschen. Vor allem der finstere, unhöfliche, aber extrem attraktive Tyrael Burnett scheint Geheimnisse zu haben, die nicht von dieser Welt stammen. Helena fühlt sich wider besseren Wissens zu ihm hingezogen, doch dann überschlagen sich die Ereignisse und die junge Frau muss erkennen, dass alles, was sie bisher über sich und ihre Familie zu wissen glaubte, eine Illusion war…

Ayla Dade hat mit ihrem Roman „The Witches of Silent Creek“ eine düstere und brutale Welt erschaffen, in der ein Hexenzirkel Nacht für Nacht gegen die „Düsteren“ kämpft, um die Menschheit vor ihnen zu beschützen. Ich muss gestehen, dass ich anfangs Mühe hatte, mich in der Geschichte zurechtzufinden. Ein roter Faden war für mich zunächst nicht erkennbar. Doch es hat sich definitiv gelohnt, dranzubleiben!

Ich mag Dades Schreibstil, auch wenn er für mein Empfinden manchmal leise holpert. Hier hat sich für mich das Hörbuch wirklich ausgezahlt, denn die Darbietung der Sprecher ist klasse! Die Stimmen sind durchweg angenehm und ausgezeichnet gewählt. Geradezu umgehauen hat mich die Stimme von Vincent Fallow, der Tyrael Burnett spricht. Wow, was für ein Klang! Dunkel, warm, vielseitig und sexy. Ihm zu lauschen war purer Genuss!

Was mir neben der ansteigenden Spannung sehr gefallen hat, ist die wachsende Zuneigung zwischen Tyrael und Helena. Ich mochte ihre Dialoge, die anfänglichen Schlagabtausche. Eine gelungene Enemies-to-Lovers-Story mit erotischen Einflüssen. Trotz Liebe und dem mit ihr einhergehenden Drama, jagt Dade dem Leser bzw. Hörer den ein oder anderen Schauer über den Rücken. Teilweise brutale Kämpfe und scheußliche Kreaturen beschreibt sie mit bildhafter Sprachgewalt.

Die Charaktere sind durchaus interessant. Helena und Tyrael haben meine Sympathie mit der Zeit gewonnen, während andere etwas blass blieben. Vielleicht ist das der Handlung geschuldet, die von recht vielen Figuren getragen wird.
Zum Ende wurde die Geschichte mitreißender und packender, sodass ab etwa der Hälfte die Hör-Zeit wie im Flug verging.

Ich hätte es anfangs nicht für möglich gehalten, aber ich habe mir sogleich Teil 2 als Hörbuch besorgt und freue mich darauf zu hören, wie es mit der Geschichte weitergeht!