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Veröffentlicht am 06.09.2020

Eine grandiose Reise beginnt mit dem Ende

DUNKEL
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Die in die Jahre gekommene Ermittlerin der Kriminalpolizei Hulda Hermannsdóttir beginnt den letzten Fall ihrer Karriere, bevor sie in den Ruhestand geschickt wird. Freude empfindet sie bei dem Gedanken ...

Die in die Jahre gekommene Ermittlerin der Kriminalpolizei Hulda Hermannsdóttir beginnt den letzten Fall ihrer Karriere, bevor sie in den Ruhestand geschickt wird. Freude empfindet sie bei dem Gedanken daran nicht, denn in ihrem Leben bliebt ihr nur noch ihr Job und den führte sie stets mit Kompetenz und Präzession aus. Als sie dann noch erfährt, dass sie frühzeitig durch einen jüngeren Kollegen ersetzt wird, steckt sie nochmal all ihre Kraft in einen Fall, der bereits ein Jahr zurückliegt. Sie ist der Meinung, dass der Kollege damals nicht jeder Spur nachgegangen ist und somit das Opfer keine Gerechtigkeit erfahren hat.

In diesem isländischen Thriller werden die Probleme von Asylsuchenden thematisiert. Außerdem erkennt man klar die Vorurteilen und Problemen mit denen Frauen im Polizeidienst kämpfen müssen. Leider ist das auch heutzutage noch ein großes Problem und Hulda legt sich nicht nur einmal mit ihrem Vorgesetzten deswegen an. Weitere Themen sind dramatische Kindheitserlebnisse, schwierige Mutter-Tochter-Beziehungen (die mich persönlich sehr getroffen haben), Einsamkeit, Verlust und Trauer, die daraus resultiert.

Bevor ich auf die Handlung detaillierter (keine Sorge, ich werde nicht spoilern) eingehen kann, möchte ich kurz auf die Protagonistin zu sprechen kommen. Huldas Lebensmittelpunkt ist ihr Job und die vorgezogene Pensionierung reißt ihr förmlich den Boden unter den Füßen weg. Eine Eigenbrödlerin, die einem trotzdem mit jeder neuen Entdeckung über ihr Leben mehr ans Herz wächst. Leider trifft sie durch die Kränkung, die sie mit dieser Entscheidung ihres Chefs erfährt, Fehlentscheidungen, die nicht nur ihre eigenen Ermittlungen behindern. Außerdem überlegt Hulda sich nach über 20 Jahren erneut auf eine Beziehung einzulassen und findet in dem ehemaligen Arzt Pétur eine ähnliche und vor allem ruhige Seele, der sie sich zuwenden kann und ihre Vergangenheit bleibt nicht länger hinter verschlossenen Mauern.

Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt – drei Tage, in denen der Leser einen kompletten Einblick in Huldas Gedanken und ihr früheres Leben bekommt. Drei Tage, in denen Hulda versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Drei Tage, in denen sie sich fast selbst verliert. Während die Hauptstory sich mit dem Tod einer russischen Asylantin befasst, wird der Leser noch in drei weitere Nebenhandlungen gezogen. Eine Mutter, die ihre Tochter nach der Geburt abgeben musste und erst zwei Jahre später ein gemeinsames Leben beginnen konnte, wodurch das Verhältnis der beiden auf Ewig zerbrochen scheint. Eine weitere Mutter, die einen Mann überfahren hat, der eine schreckliche Tat begangen hat. Und zu guter letzt eine Frau, die einen Ausflug mit einem Mann macht, welcher ihr einfach die kalte Schönheit von Island zeigen möchte.

Der Schreibstil ist sehr gelungen. Ich habe unglaublich schnell und gut in dass Buch hinein gefunden, da die Kapitel kurz sind und durch den Wechsel zwischen den Storys immer wieder Spannung aufbauen. Besonders gelungen finde ich die Idee, eine Trilogie mit dem inhaltlich letzten Band zu beginnen. Der Nachfolger „Insel“ spielt nämlich 15 Jahre vor den Ereignissen von „Dunkel“. Ich bin sehr gespannt, ob die Spannung gehalten wird und freue mich sehr darauf, mehr über diese außergewöhnliche Kommissarin zu erfahren. Auch die Beschreibung der Umgebung war sehr passend und ich fühlte mich in die düsteren und kalten Tage Islands hineinversetzt.

Schlussendlich ist zu sagen, dass mich dieses Buch unglaublich gepackt hat. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, habe die letzten 230 Seiten in einem Rutsch gelesen und direkt mit dem Nachfolger begonnen. Rasante Wendungen und ein unglaubliches Ende lassen einen nicht wieder los und man muss sich danach erstmal sammeln. Ein absolutes Jahreshighlight für mich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2020

Leider nichts für mich

Radio Girls
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Das Buch Radio Girls habe ich mir als Rezensionsexemplar beim Bloggerportal ausgesucht, da mich das Cover und der Klappentext sehr angesprochen hat. Eine kleine Internetrecherche hat mich dann letztendlich ...

Das Buch Radio Girls habe ich mir als Rezensionsexemplar beim Bloggerportal ausgesucht, da mich das Cover und der Klappentext sehr angesprochen hat. Eine kleine Internetrecherche hat mich dann letztendlich überzeugt, da das Buch wirklich positive Bewertungen bekommen hat.

Ich mag die Storyidee sehr. Man taucht ein in die Zeit der 1920er und erfährt mit welchen Vorurteilen Frauen vor allem in Männerdomänen zu kämpfen haben. Eine Frau in der Chefetage? Undenkbar und so sehen das nicht nur die Männer der Zeit, sondern auch einige Frauen. Der Werdegang der BBC, als aufstrebendes Unternehmen, dass sich das Gebäude mit einem großen Konzern teilen muss und nur den Nebeneingang abbekommen hat. Keine guten Voraussetzungen, um groß rauszukommen. Die Einblicke in das Gebäude selbst waren ebenfalls ziemlich interessant, die Protagonistin Maisie hat sich das ein oder andere Mal doch verlaufen.

Kommen wir aber nun zu den Gründen, weswegen ich das Buch zunächst abbrechen musste. Ich möchte gleich vorweg sagen, dass ich mir überlegt habe, es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu versuchen, doch erstmal musste ich das Buch beiseite legen, da ich mich nur noch zwingen musste, es zu lesen.

Der Schreibstil ist sehr anstrengend. Dabei sind es nicht nur die unglaublich langen Kapitel, die mich nicht überzeugen konnten – zwischen 30 und 45 Seiten sind einfach zu viel – auch die teilweise verschachtelten Sätze und die schnellen Dialoge haben es mir schwer gemacht der Story zu folgen. Ich musste bei manchen Gesprächen nochmal bis zu drei Sätze zurück um nachzuvollziehen wer nun gerade spricht.

Das Buch war also für mich nicht gemacht, aber man kann eben nicht jeden Menschen mit seinen Werken begeistern, das ist völlig normal. Lies also bitte auch noch weitere Rezensionen und mache dir gegebenenfalls selbst ein Bild und tauche ein in die famose Zeit der 1920er. Übrigens hätte ich dort gerne mal ein paar Monate verbracht – ich stehe total auf die Mode der Zeit.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2020

Unglaublich schön

Ein ganzes halbes Jahr
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Ich musste wieder einmal feststellen, dass ich ein grandioses Buch viel zu lange habe liegen lassen und bin froh, dass ich nun in etwas genauer in die Geschichte rund um Louisa Clark, genannt Lou, und ...

Ich musste wieder einmal feststellen, dass ich ein grandioses Buch viel zu lange habe liegen lassen und bin froh, dass ich nun in etwas genauer in die Geschichte rund um Louisa Clark, genannt Lou, und Will Traynor eintauchen konnte. Jojo Moyes hat einen tollen Schreibstil und sie hat Lou und ihre leicht verdrehte und naive Art sehr bildlich dargestellt. Ich kannte die Geschichte bereits, aber durch das Buch, habe ich richtig mit gelitten – ich habe gelacht, geweint und musste direkt den zweiten Band hinterher schieben.

Lou ist Mitte 20, hat gerade ihren Job verloren und muss sich nun schnellstmöglich einen neuen Job suchen, um ihre Familie, bestehend aus ihren Eltern, ihrem Großvater und ihrer älteren Schwester und deren Sohn, zu versorgen. Kindererziehung, Jobverlust und Krankheiten lassen es nicht zu, dass die anderen Familienmitglieder viel dazu beitragen können und Lou fühlt sich verantwortlich. Also nimmt sie einen Job an, von dem sie keine Ahnung hat, als eine Art Haushälterin eines Querschnittsgelähmten. Will ist seit 2 Jahren von der Halswirbelsäule abwärts gelähmt und hat sich in einen mürrischen und schlechtgelauenten jungen Mann verwandelt. Lou versucht nun seinen Lebensgeist wieder zu erwecken und gerät dabei oftmals ins Kreuzfeuer seiner Launen.

Mit viel Herz und Verstand und vor allem einer gesunden Prise Witz, wird ein wichtiges Thema angesprochen. Ich fühlte mich direkt wohl beim Lesen des Buches, habe mit den Charakteren gefiebert, ihre Entscheidungen in Frage gestellt und dann doch wieder gute Gründe gefunden, warum ich genauso handeln würde. Ich möchte nicht zu viel verraten. Jojo Moyes schreibt einfach wundervoll. Ich liebe ihre Geschichten, die voll mit Liebe und Zuneigung sind, die einen fordern und zum Lachen bringen.

Lou ist eine freundliche, leicht naive und (zum Leidwesen ihres athletischen Freundes Patrick) total unsportliche junge Frau. Ihre Leidenschaft ist Mode und das versucht sie mit ihrem kuriosen Geschmack zu zeigen. Dabei spielen die geringelten Hummelstrumpfhosen letztendlichen eine wichtige Rolle und ich konnte nicht anders, als mir ebenfalls Hummelkniestrümpfe zu kaufen, nachdem ich den Film das erste Mal gesehen habe.

Will wurde bei einem Verkehrsunfall schwer am Rückenmark verletzt und sitzt seit dem im Rollstuhl, Durch Physiotherapie ist es ihm möglich die Finger einer Hand minimal zu bewegen, um seinen fahrbaren Untersatz selbst zu steuern, aber ansonsten ist alles abwärts des Halses bewegungsunfähig. Das und die damit verbundenen Schmerzen und immer wieder aufkeimenden Folgekrankheiten, ließen ihn an dem Sinn des Lebens zweifeln. Er versucht auf manchmal sehr gemeine Art alle Menschen, so auch Lou, zu vergraulen. Er ist mürrisch, macht böse Scherze und versucht niemanden an sich ran zu lassen. Doch da hat er seine Rechnung nicht mit Louisa Clark gemacht.

Ich habe dieses Buch verschlungen, konnte nicht aufhören zu lesen und habe im Anschluss den Film erneut gesehen. Ich möchte das Buch allen Leseratten ans Herz legen und schließe meine Rezension mit einer ausgezeichneten Bewertung ab.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2020

Leider abgebrochen

Reckless 1
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Ich habe mich endlich an eine zweite Buchreihe von Cornelia Funke rangewagt. Der erste Band der Tintenwelt – Tintenherz – hatte mich total überzeugt und auch die weiteren Bände waren durchaus fahng lesenswert. ...

Ich habe mich endlich an eine zweite Buchreihe von Cornelia Funke rangewagt. Der erste Band der Tintenwelt – Tintenherz – hatte mich total überzeugt und auch die weiteren Bände waren durchaus fahng lesenswert. Also hoffte ich auf eine ähnliche Erfahrung mit der Reckless Trilogie.

Die gebundene Ausgabe macht wieder wie gewohnt total was her. Ein unglaublich detailgetreues und zugleich gruselig wirkendes Cover lädt regelrecht dazu ein, in diese Geschichte einzutauchen. Bei einem kurzen Blick ins Innere des Buches fallen die zahlreichen Bleistiftzeichnungen zu Beginn jedes Kapitels auf. Ich habe mich direkt verliebt.

Außerdem sind die Kapitel sehr kurz gehalten – teilweise nur anderthalb Seiten – was ich persönlich sehr mag. Da ist es nicht so schlimm, wenn man mal wieder sagt: „Nur noch ein Kapitel“.

Leider musste ich aber nach knapp 90 Seiten das Buch beiseite legen. Ich bin absolut nicht in die Geschichte rein gekommen, hatte Schwierigkeiten dran zu bleiben und konnte mir einfach nicht merken, wer jetzt eigentlich wer ist und wie sie alle zusammen hängen. Außerdem war mir nicht klar, wie die kleinen Dinge aus anderen Märchen wie z. B, ein gläserner Schuh, in die Story passen. Der Erzählstil war also sehr verwirrend in meinen Augen und ich konnte mich nicht dazu durchringen weiter zu lesen.

Trotz allem möchte ich darauf hinweisen, dass ich durchaus mit Buchbloggern in Kontakt stehe, die das Buch ganz toll finden und es empfehlen. Also falls dich meine Verriss-Rezension abschreckt, dann gib dem Buch vielleicht trotzdem eine Chance.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.08.2020

Ein guter Einstieg

Do it yourself! #Einfach plastikfrei leben: Selbstgemacht statt gekauft
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Puh das war mal ein Brocken, aber im positiven Sinne. Ich hatte mich bisher noch nicht wirklich mit dem Thema plastikfrei Leben auseinander gesetzt und war daher sehr interessiert an dem was Charlotte ...

Puh das war mal ein Brocken, aber im positiven Sinne. Ich hatte mich bisher noch nicht wirklich mit dem Thema plastikfrei Leben auseinander gesetzt und war daher sehr interessiert an dem was Charlotte zu sagen hat. Ich bin ein absoluter DIY Fan und bastel für mein Leben gerne, also ein weiterer Punkt der mich zu diesem Buch geführt hat.

Zunächst möchte ich etwas zur Aufmachung des Buches sagen. Passend zum Thema ist es auf Apfelpapier gedruckt. Dass es kein normales Papier ist, fällt sofort auf und ich habe direkt im Inhaltsverzeichnis nach einer Erklärung gesucht. Auf Seite 171 wird das Thema „Nachhaltiger Druck“ dann genauer erklärt und tatsächlich wurde das Papier in einem neuen Verfahren aus Apfelresten, die zum Beispiel beim Saftpressen entstehen, gedruckt. Super interessant und definitiv eine Internetrecherche wert. Das Cover selbst ist passend zum Thema mit einigen der im Innenteil beschriebenen DIY Projekten geschmückt.

Nun zum Inhalt: Charlotte erklärt erstmal wie sie zu dem Thema plastikfrei Leben kam und gibt uns einen kleinen privaten Einblick. Das macht sie direkt sympathisch und auch, dass ihr der Einstieg schwer fiel, gefällt mir sehr. Mit kleinen Checklisten, tollen Erklärungen und wirklich leichten DIY ist das Buch grundsätzlich gut gelungen und auch für Anfänger leicht umsetzbar.

Trotzdem habe ich eine kleine Kritik anzubringen, die dazu führte, dass ich zwei Herzen abziehen muss. Ich hatte mich auf etwas allgemeinere DIY oder wenigstens etwas ausgewogener Anteile gefreut. Der große DIY-Teil ist in 4 Abschnitte unterteilt: Bad, Haushalt, Lebensmittel und Unterwegs. Leider nahm das Bad den größten Teil ein und die anderen drei Abschnitte wurden dann meines Erachtens ein klein wenig stiefmütterlich behandelt. Angefangen hat sie mit dekorativer Kosmetik, was in meinen Augen doch den eher unwichtigsten Teil ausmacht, aber das ist meine eigene Meinung. Ich denke wenn man an das Thema plastikfrei Leben als Anfänger angeht, dann fängt man nicht unbedingt damit an sich seine eigene Mascara oder den eigenen Lippenstift herzustellen. Daher hätte ich mir doch das Thema Küche und Lebensmittel etwas präsenter gewünscht.

Trotz dieser Kritik möchte ich das Buch allen empfehlen, die sich mit dem Thema auseinander setzen möchten und sowieso gerne selbst Dinge herstellen. Ich werde mir auf definitiv noch ihr erstes Buch zu dem Thema kaufen, denn da soll es um allgemeine Dinge gehen und nicht um DIYs. Lasst uns alle beginnen, den Planeten wieder etwas gesünder zu machen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere