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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2019

Zum Teil solider Krimi und zum Teil langatmiges Psychogramm

Opfer
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Mehrere Männer werden brutal gefoltert und zu Tode gequält. Die Polizei hat Schwierigkeiten, eine Verbindung zwischen den Opfern herzustellen.

Das Buch „Opfer“ ist in 3 Teile gegliedert. Teil 1 und 3 ...

Mehrere Männer werden brutal gefoltert und zu Tode gequält. Die Polizei hat Schwierigkeiten, eine Verbindung zwischen den Opfern herzustellen.

Das Buch „Opfer“ ist in 3 Teile gegliedert. Teil 1 und 3 entsprechen einem soliden Krimi. Wir begleiten die Ermittler bei der Arbeit. Zwischendurch gibt es Einschübe aus der Täterperspektive sowie einer Journalistin, die über die Ermittlungen schreibt. In diesen Teilen des Buches habe ich mich gut unterhalten gefühlt und das Buch hat mir gefallen.

Doch im Mittelteil wechselt die Perspektive. Nun begleiten wir den Täter. Hier erfahren wir, wie der Täter zu dem geworden ist, was er heute ist und was zu den Verbrechen geführt hat. Dieses Psycho- bzw. Soziogramm hat mich unendlich gelangweilt. Mir fehlte hier die Spannung, die ein Krimi oder Thriller haben sollte.

Außerdem gibt es meiner Ansicht nach einen Logikfehler in dem Buch. Es gibt eine Zeugin, die den Täter bei einer Entführung gesehen hat und ihn identifizieren könnte. Als diese Zeugin dem Täter jedoch gegenüber steht, erkennt sie ihn nicht.

Diese beiden Kritikpunkte, der Logikfehler und die Erzählung aus dem Leben des Täters, sorgen dafür, dass ich einen ansonsten guten Krimi als unter dem Durchschnitt bewerten muss. Langeweile und grobe Fehler sind zwei Dinge, die für Krimis tödlich sind.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Herausragende Persönlichkeit

Nellie Bly
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Elizabeth Cochran alias Nellie Bly lebte in Amerika von 1864 bis 1922. Sie wusste schon sehr früh im Leben, dass sie das Los der Frauen ihrer damaligen Zeit, nicht hinnehmen würde. Frauen hatten im 19. ...

Elizabeth Cochran alias Nellie Bly lebte in Amerika von 1864 bis 1922. Sie wusste schon sehr früh im Leben, dass sie das Los der Frauen ihrer damaligen Zeit, nicht hinnehmen würde. Frauen hatten im 19. Jahrhundert nur die Möglichkeit, zu heiraten, wenn sie nicht verhungern wollten. Nellie Bly jedoch wollte unabhängig und frei sein in ihren Entscheidungen, ganz ohne Mann. Also kämpfte sie für das Recht von Frauen zu arbeiten. Als Journalistin stellte sie diesen Kampf um die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen immer wieder in den Fokus ihrer Artikel.

Nellie Bly war auf jeden Fall eine faszinierende Persönlichkeit. Sie war stark, mutig und entschlossen. Und doch war sie auch eine Person voller Schwächen und Fehler, die immer wieder strauchelte. Doch sie stand danach immer wieder auf und kämpfte weiter.

Nicola Attadio schildert in seinem Buch nicht nur das Leben dieser interessanten Persönlichkeit. Er bettet ihr Leben zudem immer wieder ins Zeitgeschehen ein. Das bereichert die Biografie ungemein und vermittelt mir als Leserin sehr viel weiteres Wissen.

Mir ist durch diese Biografie noch einmal bewusst geworden, wie wenig Freiheiten die Frauen im 19. Jahrhundert hatten. Das galt für Frauen im Allgemeinen, für arme Frauen jedoch noch einmal mehr. Personen wie Nellie Bly haben daran etwas geändert. Sie hat für die Freiheiten gekämpft, die für uns Frauen heutzutage selbstverständlich sind. Wir haben Zugang zu freier Bildung, können Berufe frei wählen und einen Mann benötigen wir auch nicht mehr, um überleben zu können.

Zu Beginn der einzelnen Kapitel gibt es jeweils eine Einführung aus der Sicht von Nellie Bly, der schon einmal das Thema vorwegnimmt, um das es in dem Kapitel geht. Erst im Anschluss berichtet der Autor weiter als Biograf des Lebens von Nellie. Aber auch im Text finden sich viele Zitate der Journalistin Nellie Bly aus ihren Artikeln oder auch Zitate anderer Größen der damaligen Zeit. Nicola Attadio schafft es, eine Biografie so lebendig zu erzählen, dass sie sich lesen lässt, wie ein Roman. Das ist eine großartige Leistung. Zudem stellt er eine wichtige Frau für die Freiheit der Frauen vor, die zumindest in Deutschland nicht sonderlich bekannt ist. Wer gerne etwas über interessante Persönlichkeiten liest, kommt an dieser Biografie nicht vorbei.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Ein interessantes Erlebnis

Das perfekte Geheimnis
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„Das perfekte Geheimnis“ ist das Filmhörspiel zum gleichnamigen Film. Wir hören die Tonspur des Films, ergänzt um einen Erzähler, der uns mitteilt, was wir nicht sehen können. Das tolle daran ist, dass ...

„Das perfekte Geheimnis“ ist das Filmhörspiel zum gleichnamigen Film. Wir hören die Tonspur des Films, ergänzt um einen Erzähler, der uns mitteilt, was wir nicht sehen können. Das tolle daran ist, dass man dadurch die Original-Stimmen der Schauspieler hört. Das hat mir sehr gut gefallen. Dabei habe ich dann beim Hören gerätselt, welche Stimme zu welchem Schauspieler gehört. Klar hätte ich auch einfach in das Booklet gucken können, aber das hätte nur halb so viel Spaß gemacht. Der Erzähler hat mir von der Stimme und von der Art, wie er erzählt, super gefallen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mir bei einem meiner Lieblingsfilme zur Ergänzung gerne ein Filmhörspiel kaufen würde. Dieses Hörspiel war mein erster Kontakt mit dieser Art Medium. Ansonsten höre ich neben meinen Büchern auch immer Hörbücher.

Mit „Das perfekte Geheimnis“ zu beginnen, war eine gute Idee. Das Hörspiel ist humorvoll, behandelt Themen aus dem Leben von uns allen und regt zudem zum Nachdenken an. Außerdem ist es ein kurzweiliges Vergnügen, da es durch die Art des Mediums abwechslungsreicher als ein Buch oder Hörbuch ist. Wir hören unterschiedliche Stimmen, da jede Rolle von einer anderen Person gesprochen wird, plus der Stimme des Erzählers. Natürlich ist ein Filmhörspiel auch kürzer als ein Hörbuch. Die Länge des Films plus die Zeit, die der Erzähler braucht, um uns mitzuteilen, was passiert, wenn keine der Figuren spricht.

Während des Hörens hatte ich die gesamte Zeit die Schauspieler/innen vor Augen und konnte mich auch nicht davon lösen. Das bedeutet für mich, dass ich mir den Film gar nicht mehr anzusehen brauche, wenn ich vorher das Filmhörspiel gehört habe. Denn der Inhalt ist identisch. Wie schon geschrieben, kann ich mir dieses Medium jedoch gut als Ergänzung vorstellen, wenn ich den Film gesehen habe und ihn toll fand. Durch den Erzähler wird das Hörspiel genauso verständlich wie der Film. Eine gute Idee, die gerne Schule machen darf.

Veröffentlicht am 07.11.2019

Tolles Setting, aber zum Teil zu langatmig

Im Schatten des Fuchses
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Yumeko wächst abgeschieden von der Welt bei Mönchen im Kloster auf. Als dieses Kloster von Dämonen überfallen wird, kann sie mit einer wertvollen Schriftrolle, hinter der mehrere Parteien her sind, fliehen. ...

Yumeko wächst abgeschieden von der Welt bei Mönchen im Kloster auf. Als dieses Kloster von Dämonen überfallen wird, kann sie mit einer wertvollen Schriftrolle, hinter der mehrere Parteien her sind, fliehen. Im Wald vor dem Kloster trifft sie auf den Samurai Tatsumi. Die beiden begeben sich auf eine gefahrenvolle Reise durchs Land von einem Kloster zu einem anderen, zu dem Yumeko die Schriftrolle bringen soll. Dabei haben sie viele Abenteuer zu bestehen und treffen auf die verschiedensten Personen…

Das Buch ist eingebettet in die japanischen Traditionen und Mythen. Da ich die Art der Japaner als sehr umständlich empfinde und die Rituale für mich sehr langatmig sind, hatte ich bei diesem Buch sehr oft das Empfinden, dass die Geschichte langatmig und umständlich ist.

Dabei finde ich Yumeko, die 17 Jahre alt ist, ist ein wirklich süßes Ding. Da sie sehr naiv, freundlich, offen und arglos ist, habe ich sie vor meinem inneren Auge jedoch stets als 12 – 13-jähriges Püppchen gesehen. Tatsumi dagegen ist sehr verschlossen, misstrauisch und steif. Beide waren für mich als Identifikationsfiguren ungeeignet.

Irritiert hat mich an diesem Buch die wiederkehrende grausame Gewaltdarstellung. Das empfohlene Alter ist 14 Jahre. Als Elternteil wäre ich nicht erfreut darüber, wenn meine Kinder so gewalttätige Bücher lesen würden.

Die Abenteuer, die die beiden auf ihrem Weg erleben, waren spannend und gruselig. Ich war begeistert von den tollen Erzählideen, die Julie Kagawa entwickelte. Denn das Buch weist ein paar sehr gute und richtig überraschende Wendungen auf. Doch auch diese waren mir oft zu lang geschildert, da ich auch hier den Erzählstil als zu umständlich und langweilig empfunden habe. Eine pointierte Erzählweise, die ein wenig zügiger auf den Punkt kommt, hätte ich zu schätzen gewusst. So musste ich mich immer wieder dazu überreden, mit dem Buch fortzufahren und nicht zu einem anderen Buch zu greifen.

Da ich die Geschichte um das Fuchsmädchen und den Krieger insgesamt nett fand, werde ich die Reihe trotzdem weiterlesen. Auch, wenn ich befürchte, dass sich die Art der Erzählung nicht ändern wird. Die Bücher rangieren nicht oben auf meiner Wunschliste, jedoch bin ich neugierig, zu erfahren, wie es weitergeht…

Fazit:
Die Figuren im Buch eigneten sich für mich nicht zur Identifikation. Jedoch sind fast alle auf ihre Art liebenswert. Die japanischen Traditionen und Rituale habe ich als umständlich und langatmig empfunden, was sich auch im Schreibstil niederschlägt. Zum Teil sind die Gewaltdarstellungen unnötig grausam für ein Buch, das für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen wird. Da ich die Geschichte insgesamt durchschnittlich gut finde, werde ich die nächsten Teile voraussichtlich ebenfalls lesen, jedoch nicht mit einer hohen Priorität.

Veröffentlicht am 01.11.2019

Über weite Teile fesselnd, zum Schluss enttäuschend

Der Untergang der Könige
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Wir bekommen die Geschichte Kihrins erzählt. Es gibt zwei Zeitebenen in der Vergangenheit, die am Anfang und zum Schluss von einer dritten Zeitebene, der Gegenwart, umrahmt werden.

Jenn Lyons Schreibstil ...

Wir bekommen die Geschichte Kihrins erzählt. Es gibt zwei Zeitebenen in der Vergangenheit, die am Anfang und zum Schluss von einer dritten Zeitebene, der Gegenwart, umrahmt werden.

Jenn Lyons Schreibstil ist unglaublich dicht. Jedes Kapitel wird die Leserin geradezu überschwemmt mit Informationen. Dadurch ist es mir mit diesem Buch keine Minute langweilig geworden. Bis etwa 60 – 70 Seiten vor Buchende, war ich vollkommen begeistert von der Geschichte. Ich weiß gar nicht, ob ich jemals zuvor ein Buch gelesen habe, in dem so viel passiert. Die Autorin hat tolle Einfälle und schafft es immer wieder mich als Leserin zu überraschen. Da das Buch dermaßen viele Informationen bereithält, konnte ich es nicht schnell lesen. Immer wieder musste ich innehalten, um die Fülle an Handlung zu verarbeiten.

Dabei kam es aber auch regelmäßig dazu, dass ich verwirrt war. Denn in dem Buch „Der Untergang der Könige“ hat so ziemlich jede Figur mehrere Identitäten. Immer wieder muss man sein erlangtes Wissen über Bord werfen und neue Informationen und Einschätzungen abspeichern. Spätestens im Kapitel 51 habe ich dann die Flügel gestreckt, weil ich einfach nicht mehr durchgestiegen bin. Selbst Auch der Anhang, der sowohl ein Glossar als auch einen Stammbaum beinhaltet, konnte mir an dieser Stelle nicht mehr helfen, sondern hat mich noch mehr verwirrt. Doch meine Leselust war dadurch nicht gebrochen. Denn die beiden, sich abwechselnden Geschichten, waren so spannend, dass ich wissen wollte, wie es weitergeht. Zumal ich über weite Strecken des Buches keine Vorstellung davon hatte, worauf die Geschichte hinausläuft.

Doch dann gab es den Moment in der Geschichte, an der sich das Buch für mich erledigt hat. Ich will hier nicht spoilern, aber bestimmte Fortsetzungen einer Geschichte gehen für mich einfach nicht. Der, ich will es mal Showdown nennen, der sich über die letzten 60 erstreckt, war dadurch für mich eine Qual. Mir hat schon überhaupt nicht gefallen, mit welchem Kniff, die Autorin zu diesem Finale hinleitet. Nach diesem Ereignis, war die Story für mich gestorben, denn mir ist damit jegliche Lust auf das Buch und weitere Teile der Reihe „Drachengesänge“ vergangen. Danach habe ich mich noch bis zum Ende des Romans gequält. Und ich muss Jenn Lyons zugestehen, dass sie auch hier wieder sehr fantasiereich und erzählerisch dicht geschrieben hat. Sie ist ganz eindeutig eine sehr gute Erzählerin, die etwas zu viel Verwirrung um die Personen, in ihr Buch gepackt hat. Aber sie kann zudem so gut erzählen, dass man als Leser/in in der Bücherwelt lange nach ihres Gleichen suchen muss.

Mein Resümee: Gerne lese ich wieder etwas von der Autorin. Ich hoffe, dass sie bis dahin aus den Problemen, mit denen Leser/innen in diesen Werk zu kämpfen hatten, gelernt hat. Nicht lesen werde ich jedoch weitere Teile dieser Saga.