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Veröffentlicht am 05.12.2021

Typischer Ahnhem

Meeressarg
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Dunja Hougard will Kim Sleizner endlich zu Fall bringen. Doch der Polizeichef von Kopenhagen scheint ihr immer einen Schritt voraus zu sein. Aber auch er hätte nichts lieber, als Dunja endlich in seinen ...

Dunja Hougard will Kim Sleizner endlich zu Fall bringen. Doch der Polizeichef von Kopenhagen scheint ihr immer einen Schritt voraus zu sein. Aber auch er hätte nichts lieber, als Dunja endlich in seinen Fängen. Für Fabian Risk bricht derweil eine Welt ein. Wieder einmal bringt er seine Familie gegen sich auf, denn er kann erst Ruhe geben, wenn er seine Ermittlungen abgeschlossen hat. Dafür muss auch er sich nach Kopenhagen begeben.

Sehr lange habe ich schon darauf gewartet, dass das Duell zwischen Dunja Hougard und Kim Sleizner startet. In diesem Band „Meeressarg“ ist es endlich soweit. Und natürlich hoffte ich darauf, dass der Autor Stefan Ahnhem, Dunja als Siegerin aus der Geschichte hervorgehen lässt.

Das Buch startet sehr spannend. Die Geschichte wird über mehrere Erzählstränge geschildert. Dunja Hougard ist endlich soweit. Sie kann ihren Plan in die Tat umsetzen, sich an ihrem Feind Kim Sleizner zu rächen. Als Leserin kann ich ihr Vorgehen mitverfolgen und erlebe ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel.

Währenddessen muss Fabian Risk einen weiteren Schicksalsschlag wegstecken. Doch er wäre nicht Fabian Risk, wenn er sich nicht in die Aufklärung der Tat festbeißen würde. Es hat mir auch in diesem Teil wieder sehr zugesetzt, zu sehen, wie Fabian in seiner Familie schon wieder gegen Windmühlen kämpfen muss und wie er stets auf verlorenem Posten steht.

Als in Kopenhagen ein Auto mit zwei Toten aus dem Meer gezogen wird, beginnt die Mordkommission zu ermitteln. Der neue Teamleiter Hesk setzt alles daran, die Tat schnell aufzuklären. Hier hat mir besonders die Entwicklung von Hesk und später des gesamten Teams sehr gefallen. Wirken sie zu Beginn eher wie Lemminge, die stets machen, was der Polizeichef Kim Sleizner will, entwickeln sie in der weiteren Erzählung einen eigenen Willen und auch das Können, um ein Verbrechen aufzuklären.

Die ersten 300 Seiten hat mich das Buch völlig in seinen Bann gezogen. Ich fand es spannend, habe mitgerätselt, mitgefiebert und mitgelitten. Doch dann, als die meisten Fragen geklärt waren, setzt das Buch zu einem sehr langen Showdown an. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich immer mal wieder ändert, wer die Katze und wer die Maus ist. Doch insgesamt habe ich das Buch ab da eher langatmig und zäh gefunden. Der Autor schafft es zwar noch, mit kleinen Überraschungen aufzuwarten, aber die Spannung der ersten Hälfte habe ich nicht mehr gefunden.

Was mich zum Teil gestört hat, waren die Brutalität und die blutreichen Beschreibungen. Hier hätte ich mir mehr Zurückhaltung gewünscht. Die Kämpfe und Überfälle hätte man auch mit weniger Blut, Ekel erzeugenden Szenen und Gewalt beschreiben können.

Ganz deutlich konnte ich im 6. Teil der Fabian-Risk-Reihe die Handschrift von Stefan Ahnhem wiederfinden. Das betrifft sowohl den Schreibstil, der sehr angenehm zu lesen ist. Aber auch im Handlungsaufbau und in den Wendungen ist der Autor ganz deutlich zu erkennen

Fazit: ich habe bekommen, was ich erwartet habe. Es wäre jedoch besser gegangen.

Veröffentlicht am 29.11.2021

Nora Welling schreibt einfach toll

Late Night
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Der erfolgreiche Selfmade-Millionär Ruben Stephanski ist Teil der TV-Show Unter Haien. Hier suchen Jungunternehmer nach Investoren, die sie und ihre Ideen beim Unternehmensstart unterstützen. Die junge ...

Der erfolgreiche Selfmade-Millionär Ruben Stephanski ist Teil der TV-Show Unter Haien. Hier suchen Jungunternehmer nach Investoren, die sie und ihre Ideen beim Unternehmensstart unterstützen. Die junge Programmiererin Louisa hat ein Programm entwickelt, das Autisten die Kommunikation erleichtern soll. Ruben ist sowohl von der Idee als auch von Louisa überzeugt und bietet ihr an, ein Jahr lang ihr Mentor zu sein. Obwohl beide versuchen, ihre geschäftliche Professionalität zu wahren, kommen sie sich doch unweigerlich näher…

Nora Welling gelingt auch in ihrem neuen Buch „Late Night – Unter Haien“ wieder der Spagat zwischen einer schönen Liebesgeschichte und der Vermittlung tiefgründiger, ernster Themen. Sie zeigt uns, welchen Preis Workaholics für den Ruhm und den Erfolge zahlen können. Wir können sehen, wie unterschiedlich die Kommunikation von Menschen aus dem Autismusspektrum und aus dem Bereich der Neurotypiker ist. Zudem dürfen wir an einer Liebesgeschichte teilhaben, die nicht in dem Bereich der Märchen fällt, sondern sich an der Realität orientiert.

Sehr gut gelungen ist auch die Darstellung von Louisa. Ist sie zu Beginn noch unerfahren und unsicher auf dem Parkett der Arbeitswelt, findet sie nach und nach in ihre Rolle hinein und lernt es, selbstbewusst aufzutreten und für sich und ihr Produkt einzustehen, indem sie anderen klare Grenzen setzt.

Der Schreibstil der Autorin ist einnehmend, sowohl für die Geschichte als auch für die Figuren. Es macht Spaß, sich in der beschriebenen Welt zu verlieren, was an den tollen Einfällen der Autorin liegt. So schafft sie es, aus einem hektischen und anstrengenden Büroalltag durch innovative Ideen und spielerische Elemente einen Platz zu erschaffen, an dem ich als Leserin sehr gerne meiner Arbeit nachgehen würde. Die Ideen, wie unser Leben nachhaltiger und umweltfreundlicher gestaltet werden könnte, haben mir ebenfalls super gefallen.

Das Besondere an den Büchern der Autorin ist, dass sie versucht, uns eine Geschichte zu erzählen, die sich an der Wirklichkeit orientiert. Dadurch schafft sie persönliche Nähe zu den Figuren. Diese Figuren haben zudem mit realen Problemen zu kämpfen, die auch in unserem Leben auftreten könnten. In diesem Buch haben diese Schwierigkeiten, mit denen die Protagonisten zu kämpfen hatten, jedoch so viel Raum eingenommen, dass mir die Liebesgeschichte zu sehr in den Hintergrund getreten ist. Zudem hätte mir eine Sexszene genügt. Dafür hätte ich lieber noch eine Szene gelesen, in der die Verbundenheit, Nähe und Gefühle der beiden Liebenden verdeutlicht worden wären.

Fazit: Alles im Allem eine schöne Geschichte, die ernste Themen behandelt, tolle Ideen aufweist. Für mich hätte lediglich die Liebesgeschichte noch weiter im Vordergrund stehen dürfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.11.2021

Hat alles, was ich mir von einem guten Krimi wünsche

In ewiger Freundschaft
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Die neuesten Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein in die Verlagswelt. Heike Wersch, war bis vor kurzem Programmleiterin beim Traditionsverlag Winterscheid. Doch nach ihrer fristlosen ...

Die neuesten Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein in die Verlagswelt. Heike Wersch, war bis vor kurzem Programmleiterin beim Traditionsverlag Winterscheid. Doch nach ihrer fristlosen Kündigung teilt sie gegen ihren früheren Arbeitgeber und einen ihrer erfolgreichsten Schriftsteller aus. Als sie spurlos verschwindet, beginnen Sander, Bodenstein und das Team zu ermitteln und müssen bald feststellen, dass sie in ein Wespennest gestochen haben…

Für mich ist „In ewiger Freundschaft“ von Nele Neuhaus einer der besten Kriminalromane, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Das Privatleben von Oliver Bodenstein gestaltet sich immer schwieriger und nimmt einen großen Teil seiner Aufmerksamkeit in Anspruch. Die privaten Probleme des Kommissars fand ich jedoch genauso spannend, wie den Kriminalfall, den uns die Autorin präsentiert.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Ermittlungen im Verlagswesen stattfinden und ich als Leserin einen kleinen Einblick in die Welt von Schriftstellern, Literaturagenten und Verlagen erhalten habe. Hier Mäuschen zu spielen fand ich genauso spaßig, wie die Anspielungen auf die Krimis von Pias Exmann, Dr. Henning Kirchhoff, der nach seinem großen Erfolg „Eine unbeliebte Frau“ vor der Veröffentlichung seines zweiten Buches steht.

Doch losgelassen hat mich das Buch nicht mehr, weil die Autorin uns viele Verdächtige und mindestens ebenso viele Fährten präsentiert. Dabei erscheint jede Figur, die Heike Wersch kannte, verdächtig und alle Beteiligten scheinen ein gutes Motiv zu haben, sich an ihr zu rächen. Wir dringen nach und nach immer tiefer in die Verwicklungen des Verlages und das Netz der langjährigen Freundschaften von Heike Wersch ein. Schnell wird klar, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Durch raffinierte Winkelzüge treibt die Autorin die Handlung immer weiter vorwärts und hält somit ein stets hohes Niveau der Spannung. Ein Weglegen des Buches wurde mir dadurch unmöglich gemacht.

Besonders die Verbindung zu den Ereignissen in der Vergangenheit war faszinierend. Die Auflösung der Rätsel hat mir sehr gut gefallen und zeigte noch einmal die Verstrickungen der Figuren untereinander.

Fazit: Unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 28.11.2021

Hat mir sehr gut gefallen

KNIGHTS - Ein gefährliches Vermächtnis
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Die Nachfahren der berühmten Ritter der Tafelrunde rund um König Arthur beschützen unsere Welt. Jeder Erbe verfügt über besondere Gaben, die ihm dabei hilft. Auch die 18-jährige Charlotte Stuart besitzt ...

Die Nachfahren der berühmten Ritter der Tafelrunde rund um König Arthur beschützen unsere Welt. Jeder Erbe verfügt über besondere Gaben, die ihm dabei hilft. Auch die 18-jährige Charlotte Stuart besitzt eine mächtige Gabe. Da sie als Kind jedoch von der Gesellschaft um die Ritter gefangen gehalten wurde, damit mittels ihrer Gabe die nächsten Ritter der Tafelrunde ausgewählt werden können, misstraut sie den Rittern und ihrer Organisation zutiefst. Als sie jedoch von den Gegnern der Ritter gejagt wird, muss sie sich ausgerechnet den Erben anschließen…

Mir gefällt die Idee sehr gut, dass die Nachfahren von Arthur, Gawain, Lancelot und Co. auf unserer Erde für Frieden, Gerechtigkeit sorgen und gegen das Böse kämpfen. Auch die einzelnen Erben haben mir super gefallen. Sie waren tough, individuell und trotzdem eine eingeschworene Gemeinschaft. Die Erklärung für die Katastrophen unserer Zeit ist der Autorin, Lena Kiefer, gut gelungen.

Die Liebesgeschichte zwischen Charlotte und Noel hat die Autorin genau im richtigen Maß in das Buch „Knight – Ein gefährliches Vermächtnis“ eingebaut. Sie war in meinen Augen glaubhaft und ich bin sehr gespannt, wie sie im nächsten Band weitergeht.

Der Verlauf der Geschichte war spannend und nicht übertrieben. Die Figurenentwicklung hat mir sowohl auf der Seite der Guten als auch auf der Seite der Bösen gefallen. Zum Schluss des Buches hat die Autorin durch das Lüften von Geheimnissen die Neugierde auf den zweiten Teil erhöht.

Fazit: ein Buch, das alle meine Erwartungen erfüllt und mich gut unterhalten hat. Die Idee, die Ritter der Tafelrunde in unsere Zeit zu versetzen, war für mich neu und spannend. Nun bin ich sehr gespannt, wie die Geschichte im zweiten Teil weitergeht.

Veröffentlicht am 20.11.2021

Die weibliche Hauptfigur war sehr anstrengend

The Sky in your Eyes
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Nachdem ihre erste Beziehung gescheitert ist, zieht Elin wieder bei ihren Eltern ein. Sie ist am Boden zerstört, weil ihr Expartner Daniel ihr Selbstwertgefühl konsequent zerstört hat. Denn Elin ist dicker ...

Nachdem ihre erste Beziehung gescheitert ist, zieht Elin wieder bei ihren Eltern ein. Sie ist am Boden zerstört, weil ihr Expartner Daniel ihr Selbstwertgefühl konsequent zerstört hat. Denn Elin ist dicker als der Durchschnitt und die Diskriminierung lauert an jeder Ecke. Als sie bei einem Kochkurs Jon kennenlernt, steckt sie zwischen dem Wunsch nach Liebe und der Angst vor einer erneuten Zurückweisung fest.

Bereits seit der Leuchtturm-Trilogie liebe ich die Bücher von Kira Mohn. Sie verbindet gefühlvolle Liebesgeschichten mit Traumorten und gesellschaftlich wichtigen Themen. Auch hier war ich zu Beginn des Hörbuches sehr angetan von den Themen. Wir erleben Elins Selbstzweifel und ihre verzerrte Selbstsicht aus ihren Gedanken. In diese Gedankenwelt lässt uns Kira Mohn tief blicken. Das ist sehr gut und wichtig. Elin kann ihren Körper nicht so akzeptieren, wie er ist. Sie schämt sich, dass sie dick ist und einfach nicht dem Ideal entsprechen kann, das sie für perfekt hält. In ihren Gedankengängen konnte ich mich sehr gut wiederfinden. Ich denke, gerade Frauen kämpfen oft mit dem Gefühl, nicht zu genügen, nicht gut genug, nicht liebenswert zu sein. Diese Gefühlswelt hat die Autorin gut getroffen und perfekt herausgearbeitet. Typisch war auch, dass Elin die verletzenden Aussagen ihres Umfeldes wie einen Schwamm aufsaugt, den Fehler stets bei sich sucht, anstatt den Fehler beim Gegenüber zu suchen. Denn, was jemand über dich sagt, sagt mehr über den anderen als über dich aus.

Manchmal ist es mir aufgrund des Hörbuches schwer gefallen, herauszufinden, was Elin nur gedacht und was sie ihrem Gegenüber laut gesagt hat. Da jedes Gespräch mit anderen Menschen umgeben war von ihren Gedanken. Gewünscht habe ich mir oft, dass sie ihre Umwelt an ihren Gedanken teilhaben lässt. Gerade Jon ist für mich ganz klar ein Held, denn er lässt sich von Elins Schweigen und nicht ausgesprochenen Gedanken nicht vertreiben. Ich hätte das Handtuch geworfen angesichts der widersprüchlichen Handlungen Elins und ihrer verstockten Art. Das war dann auch im Verlauf der Geschichte immer mehr mein Problem mit dem Buch. Elin steckt in Grübelschleifen fest, redet sich alles und jeden schlecht, redet jedoch nicht mit ihren Mitmenschen über ihre Gedanken, Erfahrungen und Probleme. Das Verhalten von Elin habe ich als so extrem empfunden, dass ich mehrfach überlegt habe, die Geschichte abzubrechen. Es war einfach unerträglich für mich.

Meiner Ansicht nach hat die Autorin es mit der Nabelschau zu weit getrieben. Die innere Zerrissenheit, die fehlende Selbstliebe und die Unfähigkeit, Grenzen zu setzen, sind mir als Leserin schnell klar gewesen. Von der Autorin ständig darauf aufmerksam gemacht zu werden, hat mir einfach die Freude an der Geschichte genommen.

Gerettet hat für mich „The sky in your eyes“ eindeutig Jon. Er war einfach fantastisch, voller Empathie, Verständnis und positiven Gefühlen. Die Szenen, die die Stunden des Kochkurses beschrieben haben, waren wundervoll und haben mir sehr viel Spaß bereitet.

Die Sprecherin Dagmar Bittner kenne und liebe ich bereits aus anderen Hörbüchern. Sie war, wie üblich, auch bei diesem Hörbuch toll. Ich mag ihre Art zu lesen und den Figuren Leben einzuhauchen. Für mich ist sie immer eine gute Wahl und ich freue mich stets, wenn ich sehe, dass sie ein Hörbuch liest. Da greife ich dann gerne zu.

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