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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2019

Schöner Krimi zum Miträtseln, der Lust auf Sylt macht

Dünengeister
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In einer Wanderdüne auf Sylt werden alte Knochen gefunden. Doch damit nicht genug, kurz darauf sterben eine Frau und ihr kleiner Sohn, auf deren Grundstück sich die Düne befindet. Kommissar Benthien, seine ...

In einer Wanderdüne auf Sylt werden alte Knochen gefunden. Doch damit nicht genug, kurz darauf sterben eine Frau und ihr kleiner Sohn, auf deren Grundstück sich die Düne befindet. Kommissar Benthien, seine Partnerin Lilly und Fitzen beginnen zu ermitteln…

Dünengeister war mein erstes Buch von der Autorin Nina Ohlandt. Das Buch zeichnet sich durch sympathische Ermittler – Benthien, Lilly und Fitzen aus. Dazu kommt eine Familie, aus der die Opfer stammen, in der jedes Familienmitglied einschließlich deren Freunde und Feinde verdächtig sind. Für mich als Leserin bedeutet dies großen Lesespaß, denn ich hatte die Möglichkeit, beim Lesen mitzuraten, wer der Täter ist. Nina Ohlandt legt zudem immer wieder falsche Fährten aus, um den Leser aufs Glatteis zu führen, was mir zusätzlich Freude bereitet hat.

Die einzelnen Personen sind liebevoll gezeichnet. Dabei ist es egal, ob sie lieb und nett, Eigenbrötler oder wahre Stinkstiefel sind. Man merkt der Autorin die Freude an, die sie beim Erschaffen der Figuren hat.

Besonders gefallen hat mir die Auflösung des Krimis – sowohl das wie als auch das wer!

Ein tolles Buch für Freunde des unblutigen deutschen Krimis, bei dem einfach alles stimmig ist!

Veröffentlicht am 05.03.2019

Schöner Auftrakt einer Trilogie, bei dem ich mich schon jetzt auf Teil 2 freue

Café Engel
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Gerade zurzeit, wo in Deutschland zunehmend rechtes Gedankengut salonfähig wird und diesen Gedanken dann auch noch abgesprochen wird, in die rechte Ecke zu gehören, lese ich viele Bücher über die Zeit ...

Gerade zurzeit, wo in Deutschland zunehmend rechtes Gedankengut salonfähig wird und diesen Gedanken dann auch noch abgesprochen wird, in die rechte Ecke zu gehören, lese ich viele Bücher über die Zeit vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg. Denn Fremden- und Flüchtlingsfeindlichkeit gilt in vielen Kreisen bereits als normal und akzeptiert, daher finde ich es wichtig, sich zu erinnern. Und es muss nicht immer ein Sachbuch sein, um die Schrecken der damaligen Zeit aufleben zu lassen. Auch Romane eignen sich gut, um mich und uns alle daran zu erinnern, was wir nie wieder erleben wollen.

Dieses Buch erzählt seine Geschichte aus der Perspektive von fünf Personen. Zu Beginn, wenn man nicht damit rechnet, mag das ein wenig verwirren, denn es ist sehr ungewohnt, so vielen Handlungssträngen zu folgen. Doch zum einen können dadurch viele unterschiedliche spannende Geschichten erzählte werden, was den Roman interessanter macht. Und zum anderen können unterschiedliche Blickwinkel auf die Ereignisse eingenommen werden. Der gesamte Roman wird dadurch abwechslungsreicher. Nachdem ich mich darauf eingestellt hatte, habe ich diese vielen Blickwinkel als Bereicherung empfunden.

Dazu kommt, dass Marie Lamballe viele Themen im Auftakt ihrer Trilogie Cafe Engel – Eine neue Zeit vereint. Wir begleiten Frauen und Kinder auf der Flucht, erleben zerbombte Städte, bekommen hautnah mit, wie es ist als deutscher Soldat in Kriegsgefangenschaft zu geraten, sich als Judin verstecken zu müssen, dann anschließend das Leben unter Besatzern… Beim Lesen stellte sich mir immer wieder die Fragen, wie die Menschen das damals alles verkraftet haben und ich bin heilfroh und dankbar, dass ich heute lebe!

Die Autorin hat die Ereignisse der damaligen Zeit sehr gut recherchiert und man wird häufig als Leser an Erzählungen der Eltern oder Großeltern aus der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit erinnert. Die Personen handeln dadurch vielleicht nicht immer so, wie wir es uns wünschen würden, aber dafür umso authentischer.

Das Buch Cafe Engel – Eine neue Zeit ist ein schönes Buch, das ein erdrückendes Thema mit einer Leichtigkeit erzählt, die Lust auf die Fortsetzungen macht…

Veröffentlicht am 18.04.2019

Ab der zweiten Hälfte besser, jedoch leider nicht so gut wie erwartet

Eine Samtpfote zum Verlieben
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Jamie ist mit ihrem Kater MacGyver nach L.A. gezogen. Sie nimmt sich ein Sabbatjahr, um herauszufinden, wofür sie brennt und womit sie in Zukunft ihre Brötchen verdienen will. Ihr Kater hat seine Mission ...

Jamie ist mit ihrem Kater MacGyver nach L.A. gezogen. Sie nimmt sich ein Sabbatjahr, um herauszufinden, wofür sie brennt und womit sie in Zukunft ihre Brötchen verdienen will. Ihr Kater hat seine Mission bereits gefunden. Er will einsame Herzen zusammenbringen – allen voran Jamie mit dem richtigen Mann. Und den hat er in David auch schon gefunden. Dabei kommt er erst so richtig auf den Geschmack und bald steht ein ganzer Stadtteil Kopf…

MacGyver ist wirklich ein süßer Kater und es macht richtig Spaß, ihn auf seinen Missionen zu begleiten, keine Frage. Doch leider reicht das nicht aus, um aus diesem Buch einen rundum gelungenen Roman zu machen. Nach meiner Ansicht hat es viel zu lange gedauert, bis Jamie und David mehr als einen flüchtigen Kontakt miteinander hatten. Wenn das gesamte Buch wie die zweite Hälfte gewesen wäre, hätte ich mich wesentlich besser unterhalten gefühlt. So habe ich mich jedoch durch die zum Teil recht lange erste Hälfte gequält. Dabei habe ich mich immer wieder gefragt, wann es denn nun endlich richtig losgeht.

Geärgert habe ich mich zudem über die beiden Dates, die Jamie hatte. Beides habe ich in anderen Liebesromanen so oder ähnlich schon gelesen. Und habe mich gefragt, ob so ein billiges Abkupfern wirklich sein muss. Da ich im Jahr etwa 120 Bücher lese, weiß ich leider nicht mehr, in welchen Büchern das war, sonst hätte ich gerne zitiert.

Das Buch „Eine Samtpfote zum Verlieben“ von Melinda Metz hat durchaus Potential und ist zum Teil auch witzig und unterhaltsam, ich denke jedoch, dass aus der Idee mehr hätte werden können.

Veröffentlicht am 11.04.2019

Eine durch und durch korrupte Welt

Zara und Zoë - Rache in Marseille
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Zara und Zoe, eineiige Zwillingsschwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die eine ist Top-Ermittlerin bei Europol, die andere steht an der Spitze der Mafia. Als in ihrer Heimatstadt Marseille ...

Zara und Zoe, eineiige Zwillingsschwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die eine ist Top-Ermittlerin bei Europol, die andere steht an der Spitze der Mafia. Als in ihrer Heimatstadt Marseille ein Verbrechen verübt wird und Zara bei ihren Ermittlungen an ihre Grenzen stößt, wendet sie sich an Zoe und hofft, dass diese ihr hilft, obwohl die beiden Schwestern schon seit vielen Jahren verfeindet sind…

Mir hat der reduzierte Erzählstil von Alexander Oetker ungemein gut gefallen. Er ist einfach, kurz und knapp gehalten. Es gibt keine Ausschweifungen, sondern ist aufs Wesentliche reduziert. Dazu kommen kurze Kapitel und wir erfahren bereits in der Überschrift, mit wem wir es zu tun haben oder um was es geht. Dadurch dass das Buch nicht künstlich aufgeblasen ist, lässt es sich schnell lesen und ist, wie ich finde, zudem spannend geschrieben.

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es bei eineiigen Zwillingen möglich ist, dass eine Schwester autistisch ist und die andere nicht. Doch davon abgesehen, fand ich diese gegensätzlich angelegten Schwestern, die auf unterschiedliche Arten ein Verbrechen aufklären, eine super Idee und auch die Art der Umsetzung hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte kann ich mir so oder so ähnlich in unserer heutigen Zeit gut in unserer korrupten Welt vorstellen – nicht nur in Frankreich.

Veröffentlicht am 09.04.2019

Kein Liebesroman, sondern eher eine Dystopie

Die Muschelsammlerin. Deine Bestimmung wartet
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Mariel lebt in einer perfekten Welt - Amlon. Und weil dies so ist, findet jeder beim Übergang zum Erwachsen werden in einem Ritual seinen Seelenpartner. Jeder bis auf eine kleine Gruppe, die im Anschluss ...

Mariel lebt in einer perfekten Welt - Amlon. Und weil dies so ist, findet jeder beim Übergang zum Erwachsen werden in einem Ritual seinen Seelenpartner. Jeder bis auf eine kleine Gruppe, die im Anschluss an das Ritual Amlon verlassen und entweder auf Xerax leben oder sich in Nurnen auf die gefährliche Suche nach ihrem Seelengefährten begeben müssen…

Ich war sehr gespannt auf das Buch „Die Muschelsammlerin“, da ich Jugendfantasybücher liebe. Zudem ist das Cover des Buches einfach wunderschön, besonders in Natura, wenn man dann auch noch sehen und fühlen kann, dass Glitter auf dem Cover aufgebracht ist, was auf einem Bild so gar nicht zu sehen ist.

Anhand der Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches habe ich eine große Liebesgeschichte erwartet, um die das ganze Buch kreist. Hätte ich mich an dieser romantischen Vorstellung festgebissen, wäre ich bitter enttäuscht worden. Klar, es geht um den einen Seelenpartner – doch sonderlich romantisch hat die Darstellung in diesem Buch auf mich nicht gewirkt. Es gibt auch eine Liebesgeschichte, aber sie bildet nicht den Dreh- und Angelpunkt des Buches, sondern läuft mehr so nebenbei. Zumindest habe ich es so empfunden.

Besonders gut hat mir der Teil gefallen, als sich die Gruppe in Nurnen auf die Suche nach ihren Seelenpartnern begeben hat. Nurnen fand ich sehr spannend und fantasievoll dargestellt und könnte es mir auch sehr gut verfilmt vorstellen. Dazu kommt, dass ich die Entwicklung der Gruppe und der einzelnen Personen toll fand und ich mit Spannung auf die Geschichte jedes Einzelnen gewartet habe.

Besonders interessant fand ich die Frage, ob man das Glück der 1. Welt auf dem Rücken der 2. und 3. Welt austragen darf. Das hat mich sehr an unsere Welt erinnert. Da lebt die erste Welt ebenfalls auf Kosten der zweiten und dritten Welt.