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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2018

Realistisch wie das Leben selbst

Uns gehört die Nacht
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1986: Elise und Jamey sind Nachbarn in New Haven. Sie ein Kind aus den Slums, er der Kronprinz einer Dynastie von Investmentbankern. Was als sexuelles Abenteuer startet, wird irgendwann zu einer großen ...

1986: Elise und Jamey sind Nachbarn in New Haven. Sie ein Kind aus den Slums, er der Kronprinz einer Dynastie von Investmentbankern. Was als sexuelles Abenteuer startet, wird irgendwann zu einer großen Liebe…

Und auch beim Lesen kam ich mir vor, als wäre ich wieder in den 80er Jahren gelandet. Denn der Schreibstil erinnerte mich an Bücher, die ich in den 80ern gelesen habe. Erzählt wird hier keine kitschige Geschichte vom Aschenbrödel, das ihren Prinzen findet. Nein, hier wird eine Story erzählt, wie sie stattgefunden haben könnte. Mitten aus dem Leben, ungeschminkt, mit Höhen und Tiefen. Ich habe mich erst einmal an den Schreibstil gewöhnen und darauf einlassen müssen. Denn hier werde ich nicht ablenkt von meinem Leben, sondern mit der Nase drauf gestoßen.

Zu Beginn, wenn Jamey immer wieder zu Elise geht, mit Hass im Blick, sie für asozial hält und doch nicht die Finger von ihr lassen kann. Und Elise, die darum weiß. Jamey, der sich für Elise schämt, nicht möchte, dass irgendjemand ihn mit ihr sieht. Sich von ihr fernzuhalten versucht, nur um nach einiger Zeit doch wieder rückfällig zu werden. Und Elise, die geduldig wartet und weiß, dass er wieder zu ihr zurückkommen wird. Elise, die ihn liebt und einfach wartet und hofft… Und irgendwann macht es bei ihm klick und er spürt die Liebe. Wobei er bereits vorher seine Freunde und Familie hat auflaufen lassen, wenn sie ihn von Elise trennen wollten. Und irgendwann sagt er sich von seinem alten Leben los und beginnt ein neues Leben mit Elise. Wenn ich es schaffe, mich als Leser darauf einzulassen, ist es faszinierend, diese Entwicklung zu beobachten. Genauso habe ich sehr interessiert beobachtet, wie sich die Machtverhältnisse in der Beziehung hierhin und dahin verschoben haben. Wie der Sex Jamey dominiert hat, wie Jamey mit seinem Geld dominieren konnte, wie zwischendurch immer mal der eine Part die Führung übernahm und dann der andere.

Jardine Libaire ist virtuos im Erzählen. Wichtig ist, sich auf den ungewöhnlichen Erzählstil einzulassen. Wer ein Liebesmärchen lesen möchte, ist hier verkehrt. Wer bereit ist, sich auf eine ungewöhnliche Liebesgeschichte einzulassen, den kann ich nur einladen, es mit „Uns gehört die Nacht“ zu versuchen. Danken möchte ich der Autorin zudem für das Ende, mit dem ich nicht gerechnet habe.

Veröffentlicht am 25.07.2018

Für Krimifans, die auch das Leben der Ermittler interessiert

Nichts ist verziehen
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Magdalenas alte Schulklasse trifft sich zum Klassentreffen. Zu später Stunde als alle schon reichlich angetrunken sind, ist plötzlich einer von ihnen tot. Wer war der Mörder und welches Motiv hatte er?

Bei ...

Magdalenas alte Schulklasse trifft sich zum Klassentreffen. Zu später Stunde als alle schon reichlich angetrunken sind, ist plötzlich einer von ihnen tot. Wer war der Mörder und welches Motiv hatte er?

Bei dem Buch handelt es sich um einen klassischen Krimi. Wer einen Thriller erwartet, ist hier falsch! Doch mir hat gerade die Atmosphäre des Krimis sehr gut gefallen. Wir werden langsam an die Personen des Klassentreffens herangeführt. Die möglichen Motive werden offengelegt. Und plötzlich gibt es einen Toten. Wir begleiten die Ermittlungen, die Ermittler mit ihren privaten Problemen und Magdalena, die Journalistin, zum Teil die Verdächtigen. Bis alles irgendwann in der Auflösung mündet.

Mir hat sehr gut gefallen, dass die Ermittler ein eigenes Leben und eine eigene Geschichte erhalten. Das ist ein wenig schwierig, wenn man, wie ich beim 3. Teil der Reihe einsteigt, da Ninni Schulman den Nebenhandlungen viel Raum gibt. Wenn man die Reihe jedoch kennt und im Thema ist, denke ich, ist das schön. Ich persönlich mag das sehr und werde nun die ersten beiden Teile schnell lesen und dann entscheiden, ob ich Teil drei noch einmal lese oder ob ich die Entwicklungen der Ermittler und von Magdalena noch so präsent habe, dass es auch so reicht. Auf jeden Fall werde ich die Reihe im Auge behalten und weiter am Ball bleiben.

Für Krimifans, die gerne mitraten, ist Ninni Schulman eine gute Wahl. Sie streut immer wieder Hinweise aus, legt Fährten, auch falsche Fährten, sodass der Leser miträtseln kann. Die Auflösung war für mich dann jedoch eine Enttäuschung, weil alles Rätselraten nichts gebracht hat. Denn die Lösung wurde erst auf den letzten 100 Seiten deutlich bzw. nur denen klar, die um die Ecke gedacht haben.

Veröffentlicht am 25.07.2018

Was für ein Juwel!

Verliebt in Mr. Daniels
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Ashlyn hat gerade ihre Schwester verloren und muss nun zu ihrem Vater, den sie kaum kennt, ziehen. Daniel hat kurz hintereinander seine Mutter und nun seinen Vater verloren. Als die beiden aufeinandertreffen ...

Ashlyn hat gerade ihre Schwester verloren und muss nun zu ihrem Vater, den sie kaum kennt, ziehen. Daniel hat kurz hintereinander seine Mutter und nun seinen Vater verloren. Als die beiden aufeinandertreffen ist es sofort, als ob sie zueinander gehören. Zwei Tage später treffen sie sich wieder – Ashlyn als Schülerin und Daniel als ihr Englischlehrer. Können sie ihre Anziehung verleugnen?

Ich habe das Buch gelesen, weil ich es geschenkt bekommen habe. Von alleine wäre ich wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen, es zu lesen. Der Titel und das Cover hätten mich einfach nicht angesprochen. Und das ist verdammt schade. Denn dieses Buch ist ein unglaublich schönes, ein sehr berührendes Buch.

Kaum hatte ich angefangen zu lesen, konnte ich auch schon nicht mehr aufhören. Die Sprache hat mich sofort gefangen genommen. Wie Brittainy C. Cherry mit Sprache umgeht, ist unglaublich schön. Das Buch löste immer wieder tiefe Gefühle beim Lesen in mir aus – ich habe gelacht und geweint. Habe mit Ashlyn gelitten, mit Daniel mitgefühlt, hätte Hailey am liebsten den Kopf zurechtgerückt und Ryan gerne zum besten Freund gehabt. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, ob es ein Ende wie bei Romeo und Julia gibt oder ob es doch ein Happy End geben kann. Wie im Sog habe ich das Buch in einem Rutsch gelesen und hätte am liebsten wieder vor vorne begonnen als ich am Ende angekommen war.

Nun wünsche ich mir eine Verfilmung – aber bitte im Stil von Nicholas Sparks und nicht wie eine Teenie-Verfilmung! Denn ich glaube, dass das Buch leider einen völlig falschen Titel und ein verkehrtes Cover erhalten hat, um sein Potential zu entfalten. Für mich war dieses Buch die Entdeckung des Jahres und ich bin sehr froh, dass ich dieses Geschenk erhalten habe!

Veröffentlicht am 08.07.2018

Interessantes Thema, jedoch zu schwierig für ein Selbsthilfe-Buch

Der emotionale Rucksack
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Vivian Dittmar erklärt uns, dass wir alle einen emotionalen Rucksack mit uns herumtragen, indem wir unsere nicht verarbeiteten Emotionen aus Erlebnissen, die wir nicht bewältigen konnten, verstaut haben. ...

Vivian Dittmar erklärt uns, dass wir alle einen emotionalen Rucksack mit uns herumtragen, indem wir unsere nicht verarbeiteten Emotionen aus Erlebnissen, die wir nicht bewältigen konnten, verstaut haben. Diese Emotionen kochen dann hoch, wenn wir durch Erlebnisse getriggert werden. Sie lädt uns nun ein, diese Emotionen zu verarbeiten.

Ihr Buch startet gut verständlich mit einer bildhaften Sprache und lebendigen Beispielen. Selbst theoretische Beispiele werden gut und einfach erklärt. Sie bietet viele Aufgaben an, um das Gelesene zu lernen und zu erproben.

Doch trotz ihrer unwissenschaftlichen Sprache wird das Buch sehr abstrakt und theoretisch, sobald sie sich dem eigentlichen Thema zuwendet. So ist mir z. B. aufgefallen, dass sie auf den Seiten 207ff ganz genau anhand von Beispielen erklärt, wie Stephanie es verkehrt macht. Doch wie sie es richtig machen soll, wird meiner Ansicht nach nicht so konkret geschildert. Im Anhang verspricht sie dann, es jetzt Schritt für Schritt konkret zu erklären, doch auch da ist zumindest mir nicht klar, wie genau das Ganze funktionieren soll. Ich hätte mir Beispiele gewünscht, wie zwei Personen sich konkret gegenübersitzen, eine Person den Raum hält und die andere bewusst entlädt. D.h. Person A sagt dieses und jenes, Person B macht daraufhin dieses und jenes... Vielleicht bin ich da sehr speziell, aber ich benötige für alles konkrete Anweisungen, damit ich mir vorstellen kann, wie es funktionieren soll. Für mich wird in dem Buch klar, was sie will, aber nicht das WIE!

Also beschreibt das Buch für mich ein interessantes Thema. Doch wenn ich es verstehen will, werde ich auf jeden Fall ein Seminar besuchen müssen! Somit ist das Buch für mich eher als Unterstützung zu einem Seminar zu sehen und nicht als Buch, mit dem ich mir etwas selbst erarbeiten kann.

Dazu kommt, dass ich es ganz wichtig finde, dass diese Technik nicht alleine bzw. nur in begrenztem Umfang alleine praktiziert werden kann. Also ist es auch hier hilfreich, dass ich entweder einen Partner oder eine Freundin habe, die sich ebenfalls für das Thema interessiert oder aber darauf hoffe, dass ich durch das Seminar Menschen kennenlerne, mit denen ich später die Technik praktizieren kann.

Veröffentlicht am 01.07.2018

Die Story eignet sich besser für einen Film

Fake
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Pete Town, ehemaliger CIA-Agent, soll helfen, als bei einem Angriff die bekannte amerikanische Geisel Cathrine Finch getötet wird. Die Bekanntgabe ihres Todes würde die in Nahost laufenden Friedensverhandlungen ...

Pete Town, ehemaliger CIA-Agent, soll helfen, als bei einem Angriff die bekannte amerikanische Geisel Cathrine Finch getötet wird. Die Bekanntgabe ihres Todes würde die in Nahost laufenden Friedensverhandlungen gefährden. Also muss sie noch ein paar Tage am Leben gehalten werden und Pete Town soll dies bewerkstelligen…

Ich habe von dem Autor bereits zwei Bücher als Roger Smith gelesen, die mir sehr gut gefallen haben, und war nun neugierig auf das Buch „Fake“, das er unter dem Namen James Rayburn herausgebracht hat. Ich gehe davon aus, dass ein Autor z. B. dann Bücher unter verschiedenen Namen schreibt, wenn sich der Stil sehr voneinander unterscheidet und er nicht bestimmte Erwartungen erfüllen will.

Bereits beim Lesen des Buches habe ich wiederholt gedacht, dass ich mir dieses Buch sehr gut als Film vorstellen könnte. Ja ich finde sogar, dass sich die Story eher für einen Film, der ca. 1,5 – 2 Stunden lang ist, eignet und nicht so sehr für ein Buch. Von einem Buch erwarte ich entweder tiefer gehende Unterhaltung oder möchte mitgerissen werden, denn die Zeit, die ich fürs Lesen aufwende, ist wesentlich höher als 2 Stunden. Hätte James Rayburn also die Vorlage für ein Drehbuch geschrieben und ich hätte mir den Film angeguckt, fände ich das Ergebnis wahrscheinlich befriedigender als das Buch.

Wobei ich die Geschichte unterhaltsam fand. Es gab jede Menge unerwartete Wendungen. Die Welt der Geheimdienste ist offensichtlich ein sehr dreckiges Geschäft, in der niemand saubere Hände behält. Gelangweilt habe ich mich auch nicht. Doch es fehlte einfach das gewisse Etwas. Ich würde das Buch nicht kaufen, um es zu verschenken oder Freunden und Verwandten empfehlen. Man kann es lesen, muss es jedoch nicht.