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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2021

Auch Teil 2 hat wieder gute Einfälle

Küsse keine Capulet (Luca & Allegra 2)
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Nach dem Cliffhanger in Teil 1 begegnen wir Allegra in Deutschland wieder. Sie hat keine Erinnerung an ihre Zeit in Italien. Nachts verfolgen sie eisblaue Augen in ihren Träumen. Tagsüber denkt sie viel ...

Nach dem Cliffhanger in Teil 1 begegnen wir Allegra in Deutschland wieder. Sie hat keine Erinnerung an ihre Zeit in Italien. Nachts verfolgen sie eisblaue Augen in ihren Träumen. Tagsüber denkt sie viel an die neue Aushilfe ihrer Mutter, Fabio. Sie glaubt nicht mehr an die Liebe und denkt trotzdem laufend darüber nach…

Zu Beginn war ich vor allem verwirrt darüber, dass Allegra wieder bei ihrer Mutter in Deutschland ist. Dann taucht Fabio auf, der sie nicht mehr loslässt. Doch Fabio hat nicht die eisblauen Augen, von denen Allegra immer träumt und von denen wir aus Band 1 wissen, dass sich dahinter Luca verbirgt. Doch wo ist Luca? Und was hat Fabio mit der Geschichte der beiden Liebenden zu tun?

Die Geschichte „Luca & Allegra – Küsse keine Capulet“ ging ganz anders weiter als ich es erwartet hatte. Damit hatte ich meine Schwierigkeiten. Ich wollte nichts über irgendwelche Jungen, die Fabio heißen, lesen, sondern endlich sehen, wie Luca und Allegra miteinander glücklich werden.

Doch im Laufe des Buches ging es mir wie bei Band 1 – ich habe mich darüber gefreut, dass Stefanie Hasse mich wiederholt überraschen konnte. Die Geschichte ging nie so weiter, wie ich mir das vorgestellt habe, sondern nahm regelmäßig eine andere Wendung.

Die Gefühle der Figuren sind in Band 2 besser bei mir angekommen. Ich konnte sie teilweise spüren, was mir in Band 1 nicht immer gelungen ist. Daher finde ich diesen Teil der Dilogie insgesamt ein wenig besser als den vorherigen Band. Die Dilogie ist nett, kommt jedoch nicht an die aktuellen Bücher der Autorin heran.

Veröffentlicht am 20.02.2021

Enttäuscht, aber auch begeistert

Der Solist
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Neuhaus wechselt vom BKA nach Berlin zur Sondereinheit Terrorabwehr. Die erste Ermittlung liegt schon auf dem Tisch, bevor er Berlin überhaupt erreicht hat. Ein homosexueller Jude ist erschossen aufgefunden ...

Neuhaus wechselt vom BKA nach Berlin zur Sondereinheit Terrorabwehr. Die erste Ermittlung liegt schon auf dem Tisch, bevor er Berlin überhaupt erreicht hat. Ein homosexueller Jude ist erschossen aufgefunden worden. Neuhaus, der bei Kollegen/Ermittlern/Polizei auch unter dem Namen Solist bekannt ist, weil er nicht im Team arbeitet, macht sich zusammen mit seiner neuen Kollegin Grabowski auf die Suche nach dem Täter.

Jan Seghers gehört für mich schon seit Jahren zu den besten Krimiautoren, die unser Land zu bieten hat. Seit Jahren habe ich sehnsüchtig auf ein neues Buch von ihm gewartet. Doch meine Erwartungen waren nach seiner Marthaler-Serie und hier besonders nach „Die Akte Rosenherz“ und „Menschenfischer“ hoch – wahrscheinlich zu hoch.

Schon auf den ersten Seiten des Buches „Der Solist“ ist mir wieder deutlich geworden, dass ich die Sprache von Jan Seghers wirklich mag. Er formuliert oft einfach wunderschön. Doch es gibt auch Passagen, die in einen sehr protokollartigen Schreibstil verfasst sind. Das liegt daran, dass der Ermittler Neuhaus sich in den Fall von Anis Amri einliest, auf der Grundlage von Dossiers und Protokollen. Trotzdem war mir der Erzählstil an diesen Stellen zu trocken und zäh.

Generell tue ich mich schwer mit Kriminalgeschichten, die im Milieu von Terroristen spielen. Diese Romane sind stets voller Vorurteile gegen bestimmte Bevölkerungsschichten oder -gruppen. Das bereitet mir Unbehagen, da ich diese Pauschalverurteilungen nicht mag. Lieber sind mir Krimis, die im Privatleben von Täter und Opfer liegen und dadurch sehr individuell sind.

Die Stadt Berlin hat der Autor sehr atmosphärisch eingefangen und die Orte teilweise durch tolle Geschichten untermalt. Dieser Spaziergang durch eine wunderschöne und aufregende Stadt, hat mir sehr gefallen.

Das Buch lebt jedoch vor allen Dingen aufgrund der tollen Figuren, die Jan Seghers schafft. Neuhaus und Grabowski sind super und passen wie die Faust aufs Auge zueinander. Ergänzt werden sie schließlich durch den IT-Nerd Naresh. Ich hoffe, dass ich noch weitere Bücher mit den drei Ermittlern lesen werde. Sie lohnen sich auf jeden Fall. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass die weiteren Fälle beim BKA spielen.

Veröffentlicht am 19.02.2021

Kurzgeschichten als Roman getarnt

Das Verschwinden der Erde
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Auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka verschwinden zwei Mädchen. Eine groß angelegte Suchaktion findet im gesamten Land statt, bringt jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Vor einiger Zeit ist in einem ...

Auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka verschwinden zwei Mädchen. Eine groß angelegte Suchaktion findet im gesamten Land statt, bringt jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Vor einiger Zeit ist in einem der Dörfer eine indigene Jugendliche verschwunden. Damals hat niemand eine Suche gestartet…

Als das Buch als „literarischer Thriller“ angekündigt wurde, war ich sehr neugierig. Denn im Normalfall sind genau das die Bücher, die es bei mir zum Highlight des Jahres schaffen. Doch ist das bei diesem Buch leider nicht der Fall.

Ein Grund dafür ist, dass ich die Sprache nicht außergewöhnlich finde. Ich habe sie als gewöhnlich, sprich 08/15, wahrgenommen. Wenn mir wenigstens der Inhalt gefallen hätte, wäre das natürlich okay gewesen.

Doch der zweite und viel wichtigere Grund, warum mich „Das Verschwinden der Erde“ von Julia Phillips enttäuscht hat, ist, dass wir es nach meiner Ansicht nicht mit einem Roman zu tun haben. Jedes Kapitel stellt eine Kurzgeschichte dar. Diese sind lose verbunden durch das Verschwinden der beiden kleinen Mädchen oder durch das Verschwinden einer jungen Frau vor drei Jahren.

Kurzgeschichten liegen mir gar nicht, weshalb ich stets einen großen Bogen um diese Erzählform mache. Mir sind diese Geschichten zu kurz und sie rauschen einfach an mir vorbei. Nun einen Roman zu lesen, der im Grunde aus vielen Kurzgeschichten besteht, kommt mir ein wenig wie Etikettenschwindel vor. Ich habe mich durchgequält, mehr aber auch nicht.

Besonders geärgert habe ich mich darüber, dass wir das Leben einer Frau betreten, sie ein Stück begleiten und nicht erfahren, wie ihre Geschichte endet. Denn vorher ist das Kapitel beendet und im nächsten Kapitel wenden wir uns der nächsten Frau zu. Die Leben, denen wir begegnen, sind geprägt von Langeweile, Überdruss, Traumatisierung, Depression, Lebensfrust, Unterdrückung. Nicht eine einzige Geschichte handelt von einer glücklichen, oder auch nur zufriedenen Frau. Im Grunde sind die Leben dieser Frauen deprimierend, todlangweilig und werden auch nicht spannend erzählt. Infolgedessen habe ich mich von Kapitel zu Kapitel, von Seite zu Seite durch das Buch gequält.

Wenn man sich als Leser/in für die Rahmengeschichte, also die verschwundenen Mädchen interessiert, reicht es, das erste und die letzten beiden Kapitel zu lesen. Als Buch wären dies natürlich viel zu wenig Seiten gewesen. Daher wird die Geschichte mit Füllmaterial ergänzt, das sich zu lesen nicht lohnen.

Durch dieses Buch habe ich bereits im Februar den Flop des Jahres für mich gefunden.

Veröffentlicht am 15.02.2021

Schöne Idee und tolle Einfällt

Liebe keinen Montague (Luca & Allegra 1)
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Als Kind ist Allegra mit ihrer Mutter nach Deutschland gekommen. Mit 19 Jahren verspürt sie das unbändige Verlangen, an den Gardasee zu fahren. Zusammen mit ihrer besten Freundin Jen macht sie sich auf ...

Als Kind ist Allegra mit ihrer Mutter nach Deutschland gekommen. Mit 19 Jahren verspürt sie das unbändige Verlangen, an den Gardasee zu fahren. Zusammen mit ihrer besten Freundin Jen macht sie sich auf den Weg. Im Hotel treffen sie auf Alessandro, den Sohn der Besitzer. Schnell findet Allegra heraus, dass Alessandro ein Capulet und zudem ihr Bruder ist. Und als ob das noch nicht reicht, trifft sie auf Luca Montague, womit ihr Schicksal seinen Lauf nimmt…

Die Idee, Romeo und Julia in einen großen mythologischen Rahmen zu packen und die Fehde zur Strafe einer Göttin an den Familien zu machen, finde ich toll. Auch die vielen Einfälle, die die Autorin Stefanie Hasse in „Luca & Allegra – Liebe keinen Montague“ hat, machen mir beim Lesen sehr viel Spaß.

Doch fehlt mir leider etwas. Die Gefühle der Figuren kommen überhaupt nicht bei mir an. Ich kann über diese Gefühle lesen und sie mit dem Kopf nachvollziehen, aber ich kann sie nicht fühlen. Das finde ich sehr schade, denn das Nachempfinden der unterschiedlichen Gefühle macht einen guten Liebesroman aus. Handwerklich ist das Buch gut gemacht, nur auf der emotionalen Ebene fehlt ihm die Vermittlung der tiefen und unterschiedlichen Emotionen.

Außerdem bin ich von der Autorin Bücher gewohnt, die mich nicht mehr loslassen und die ich einfach in einem Rutsch durchlesen muss. Auch dies ist hier nicht der Fall. Die einzelnen Szenen finde ich zwar durchaus schön, aber sie verfügen nicht über das enorme Tempo und die fesselnde Wirkung, die ich bei den neuen Büchern der Autorin mag.

Die Entwicklungen zum Ende des Buches habe ich nicht kommen sehen. Trotz der Schwächen bin ich nun sehr gespannt, wie Stefanie Hasse die Geschichte weiter spinnt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2021

Schöne Mischung aus fantastischem Abenteuer und Liebesgeschichte

Kaleidra - Wer das Dunkel ruft
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Bei einem Museumsbesuch mit ihrer Schulklasse, stellt die 17-jährige Emilia fest, dass sie in der Lage ist, ein Manuskript zu lesen, das bisher als unlesbar gilt. Kurz darauf begegnet sie Ben und mit ihm ...

Bei einem Museumsbesuch mit ihrer Schulklasse, stellt die 17-jährige Emilia fest, dass sie in der Lage ist, ein Manuskript zu lesen, das bisher als unlesbar gilt. Kurz darauf begegnet sie Ben und mit ihm wird sie in die Geheimnisse uralter Alchimisten-Logen gezogen.

Es hat ein bisschen gedauert, bis es der Autorin Kira Licht gelungen ist, mich in den ersten Teil ihrer Kaleidra-Trilogie hinein zu ziehen. Das liegt zum Teil daran, dass die Autorin die Angewohnheit hat, die Szenerie wortreich und detailliert zu beschreiben. Solche Beschreibungen sind für mich komplett uninteressant und ich schweife dabei mit meinen Gedanken laufend ab.

Doch nach und nach haben mich die Geheimnisse, die Ben und Emilia auf ihren Exkursionen ergründen, in ihren Bann gezogen. Genauso, wie die Anziehung, die zwischen Emilia und Ben laufend zunimmt, mich gefesselt haben.

Das macht für mich in der Summe das Buch „Kaleidra – Wer das Dunkel ruft“ aus: eine gelungene Mischung aus Fantasieabenteuer und Liebesgeschichte. Dabei wartet die Autorin mit spannenden Entwicklungen, überraschenden Wendungen, gelungenen Offenbarungen und humorvollen Dialogen auf. Zudem endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger, sodass ich es kaum erwarten kann, zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere