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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2020

Ein Buch, wie ein Mantel- und Degenfilm

Der Thron von Melengar
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Royce und Hadrian, die Meisterdiebe, werden kurzfristig angeheuert, um ein Schwert zu stehlen. Doch das Unterfangen entpuppt sich als Falle und die beiden werden als Königsmörder verhaftet. Die Tochter ...

Royce und Hadrian, die Meisterdiebe, werden kurzfristig angeheuert, um ein Schwert zu stehlen. Doch das Unterfangen entpuppt sich als Falle und die beiden werden als Königsmörder verhaftet. Die Tochter des Königs befreit Royce und Hadrian und schickt sie auf eine abenteuerliche Mission…

Da „Der Thron von Melengar“ im Hochadel spielt, musste ich beim Hören immer wieder an die Mantel- und Degenfilme meiner Kindheit denken. Es wird regelmäßig mit Schwertern gekämpft und es gibt auch immer wieder die Prahlereien der Adligen, wer am besten mit dem Schwert umgehen kann. Da Hadrian nicht zum Adel gehört, nimmt ihn niemand ernst, was sich für die Feinde schnell zum Nachteil wendet. Die Handlung wird zudem immer wieder durch neu aufgedeckte Intrigen vorangetrieben. Das bringt zusätzlich Spannung in eine ohnehin abenteuerliche und kurzweilige Geschichte.

Die Figuren sind zum Teil sehr liebevoll gezeichnet, wie z. B. der Mönch, der zum ersten Mal in seinem Leben die Mauern seines Klosters verlässt und vollkommen überwältigt ist von der Welt, die er nun betritt. Das ganze Geschehen wird immer wieder durch flotte Sprüche und Humor aufgelockert.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich sehr froh darüber bin, dass ich mit dem Buch „Im Schatten des Kronturms“ begonnen habe. In dem Buch werden Royce, Hadrian und Gwen ausführlich eingeführt. Dadurch waren sie mir sehr vertraut. Ohne dieses Buch hätte ich die Figuren als zu blass empfunden. Doch so freue ich mich nun darauf, den Rest der Reihe noch zu verschlingen.

Veröffentlicht am 13.03.2020

Unspektakulär

Someone Else
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In Teil 2 der Someone-Reihe „Someone Else“ geht es um die Geschichte von Auri und Cassie. Die Beiden leben sind die Nachbarn von Mica und Julien, deren Geschichte in Teil 1 der Someone-Reihe „Someone New“ ...

In Teil 2 der Someone-Reihe „Someone Else“ geht es um die Geschichte von Auri und Cassie. Die Beiden leben sind die Nachbarn von Mica und Julien, deren Geschichte in Teil 1 der Someone-Reihe „Someone New“ erzählt wird. Auri und Cassie leben nun in einer 2-er WG, sie sind allerbeste Freunde und vielleicht auch so viel mehr…

Ich habe mich sehr auf die Geschichte von Auri und Cassie gefreut. Die beiden waren in Teil 1 so süß verrückt mit ihren selbst genähten Kostümen und ihrem Tick für Fantasy, egal ob als Buch, Film oder als Cosplay.

Doch ernüchterte mich das Hörbuch nach und nach immer mehr. Die Geschichte plätscherte den Großteil der Zeit vor sich hin. Es wurde immer wieder Cassies Alltag beschrieben, der sich nicht wesentlich von dem Alltag der meisten Menschen, die ihr Leben bürgerlich führen, unterscheiden dürfte. Dafür brauche ich mir kein Hörbuch anzuhören. Unterbrochen wurde dies dann von einzelnen Szenen, in denen sich die beiden einander annäherten. Das nur, um sofort nachdem sie einen Schritt vorwärts gegangen sind, wieder drei Schritte zurück zu machen. Dieses künstlich erzeugte Drama fand ich im Laufe der Zeit sehr ermüdend. Diese vielen uninteressanten Szenen, die von Drama abgelöst wurden, wurden durch die Liebesszenen leider auch nicht gerettet. Irgendwann war ich an dem Punkt, an dem ich mir nur noch wünschte, dass es endlich vorbei ist.

Ich bin ziemlich enttäuscht von einer Geschichte, der ich ursprünglich entgegengefiebert habe. Die Beziehung von Cassie und Auri hat nun ihren Glanz für mich verloren. Im Moment bin ich noch unschlüssig, ob ich den 3. Teil „Someone to stay“ überhaupt noch lesen will.

Die Sprecherin des Hörbuchs, Dagmar Bittner, hat es leider auch nicht besser gemacht. Sie hat Cassie immer einen leicht leidenden Touch verliehen, der für mich nicht zu der Person, die in Band 1 eingeführt wurde passte. Außerdem werde ich diese gequälte Stimme immer mit Sage aus dem Hörbuch von Laura Kneidl „Berühre mich nicht“ in Verbindung bringen. Beim Hören des Buchs „Someone Else“ ist mir zum ersten Mal der Gedanke gekommen, dass ich Sage aus „Berühre mich nicht“ deshalb so fürchterlich fand, weil Dagmar Bittner die Frauen mit ihrer Stimme so nervig interpretiert.

Fazit:
Ich hatte mich auf eine tolle Geschichte über meine beiden Lieblingsfiguren aus „Someone New“ von Laura Kneidl gefreut. Doch offenbar hatte die Autorin nichts Interessantes über die beiden Figuren, die sie ursprünglich so erfrischend schräg und süß angelegt hatte, zu erzählen. Statt dessen erzählt sie eine Geschichte, die aus vielen uninteressanten Details besteht und die beiden Figuren entzaubert.

Veröffentlicht am 13.03.2020

Schöne Liebesgeschichte, aber...

Was auch immer geschieht
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Callie kehrt nach Hause zurück, um den Sommer mit ihrer Schwester und Stiefmutter zu verbringen, bevor ihre Schwester sich auf eine Weltreise begibt. Womit sie nicht gerechnet hat, ist, dass ihr Stiefbruder ...

Callie kehrt nach Hause zurück, um den Sommer mit ihrer Schwester und Stiefmutter zu verbringen, bevor ihre Schwester sich auf eine Weltreise begibt. Womit sie nicht gerechnet hat, ist, dass ihr Stiefbruder Keith auch da ist. Ihn hat sie seit sieben Jahren nicht mehr gesehen, seitdem ihr Vater bei einem Verkehrsunfall gestorben ist. Und hierfür trägt ihrer Meinung nach ganz alleine Keith die Schuld…

Bianca Iosivoni erzählt uns in „Was auch immer geschieht“ eine sehr schöne Liebesgeschichte. Sie schafft es sehr gut, die ganzen positiven Gefühle, die entstehen, wenn man jemanden liebt, zu transportieren. Dadurch freue ich mich sehr für die Liebenden.

Keith mag ich zudem von Anfang an. Er ist freundlich und höflich, manchmal auch bissig. Zudem sieht er natürlich fantastisch aus. Er nimmt sein Leben selbst in die Hand und baut sich eine Zukunft in seinem ehemaligen Heimatstädtchen auf.

Callie dagegen ist schon ein ganz anderes Kaliber. Sie hat mich sehr oft und sehr viel genervt. Egal, um was es geht, Callie verfolgt generell eine Vogel-Strauß-Politik. Sie will sich nicht mit dem Unfall, bei dem ihr Vater starb, auseinandersetzen. Sie verdrängt, dass sie ihr Medizinstudium hasst. Sie will sich nicht mit ihren gegenwärtigen Gefühlen auseinandersetzen und dann auch nicht mit den Taten, die sie aufgrund ihrer Gefühle begeht. Doch manchmal ist Callie auch nur eine ganz normale junge Frau, die ihre Familie liebt, ihren Vater vermisst und vor lauter sexueller Anziehung zu Keith nicht mehr geradeaus denken kann. In den Momenten, in denen sie ehrlich zu sich und den anderen ist, kommt eine Callie zum Vorschein, die ich sehr mag.

Beim Lesen musste ich jedoch auch feststellen, wie sehr mir die Gemeinschaft in einem kleinen Städtchen, in dem jeder jeden kennt, fremd ist. Den Glaubenssatz „Was sollen denn die Nachbarn denken“ über das eigene Glück zu stellen, hat mich sehr befremdet. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es glücklich und zufrieden macht, das eigene Leben nach den Maßstäben der Nachbarn zu führen.

Das Buch hatte für meinen Geschmack auch ein bisschen zu viel Drama. Der Konflikt um den Unfall ist meines Erachtens gar nicht nötig gewesen für die Geschichte, da sich ja bereits daraus ein Konflikt ergeben hat, dass Callie und Keith als Stiefgeschwister aufgewachsen sind. Zudem hatte ich der Mutter von Keith / Stiefmutter von Callie eine andere Reaktion unterstellt, als die, die sie gezeigt hat und hätte mir diese auch gewünscht.

Insgesamt lässt mich die Geschichte zufrieden zurück.

Veröffentlicht am 28.02.2020

Schönes Buch aus dem Bereich Romantic Fantasy

Night of Crowns, Band 1: Spiel um dein Schicksal
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Nach einer Party verändert sich das Leben von Alice schlagartig. Sie sieht überall Spinnen, die außer ihr niemand sieht und zweifelt zunehmend an ihrer geistigen Gesundheit. Da ihre Schulnoten aufgrund ...

Nach einer Party verändert sich das Leben von Alice schlagartig. Sie sieht überall Spinnen, die außer ihr niemand sieht und zweifelt zunehmend an ihrer geistigen Gesundheit. Da ihre Schulnoten aufgrund dessen stark abfallen, soll sie während der Sommerferien Kurse im Eliteinternat Chesterfield besuchen. Dieses Internat pflegt eine innige Feindschaft zum ebenfalls auf dem Gelände befindlichen Eliteinternat St. Burrington. Doch hinter dieser Fehde steckt weit mehr als auf den ersten Blick zu sehen ist und Alice ist auch nicht grundlos auf das Gelände der beiden Schulen geraten…

Die Idee, die Schüler von zwei Schulen aufgrund eines Fluches zu Schachfiguren zu machen, die bis gegeneinander kämpfen müssen, hat mir sehr gut gefallen. Dabei stört es mich auch nicht, dass das Buch die Regeln und Abläufe eines realen Schachspiels nicht widerspiegelt. Ich denke, dass eine getreue Umsetzung der Dynamik der Geschichte geschadet hätte Die Geschichte lebt von Intrigen, Machtkämpfen und davon, dass ich als Leserin mit Alice mitfiebere, die als Spielball zwischen den beiden Gruppen hin- und hergetrieben wird. Gut hat mir auch die Idee einer Person, ähnlich eines Jokers im Kartenspiel, hier Slave genannt, gefallen. Dadurch wird die Figur der Alice unglaublich spannend, denn als Leserin weiß ich nie genau, was noch in ihr steckt und für welche Überraschung sie noch gut ist.

Zum Teil ist „Night of Crowns” genretypisch aufgebaut. Es gibt zwei junge, gutaussehende Leadertypen, die beiden Könige im Schachspiel, die um die Gunst der Protagonistin buhlen. Wobei immer wieder damit gespielt wird, ob sie dies aus niederträchtigen Motiven machen, um Alice als Spielfigur einsetzen zu können, wie es ihnen beliebt, oder ob sie wirklich Gefühle für sie hegen.

Besonders gut gefallen hat mir der Kater Curse, bei dem ich mir jedoch ebenfalls nicht sicher bin, ob er den Slave unterstützen will oder ob er auch nur seinen eigenen Vorteil im Blick hat.

Die Geschichte ist insgesamt spannend und vielschichtig, hat immer wieder Wendungen, die den Handlungsverlauf vollkommen ändern und die Idee ist frisch und unverbraucht. Zum Teil hat Stella Tack für meinen Geschmack allerdings zu viel Drama und Gezicke in die Story eingebaut. Ich denke jedoch, dass sie damit mehr Action und Spannung in die Erzählung bringen wollte.

Sehr gut fand ich zudem die Träume, die Alice regelmäßig hat, die die Entstehung des Fluchs und die Geschichte dahinter zeigen.

Voller Spannung warte ich nun auf das Erscheinen des zweiten Teils, denn ich bin sehr neugierig, wie die Autorin die Verwicklungen auflöst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.02.2020

Auch dieses Mal wieder sehr spannend

Oxen. Lupus
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Niels Oxen versucht die Ereignisse um den Danehof hinter sich zu lassen. Er macht eine Therapie, wohnt in einer richtigen Wohnung und versucht das Verhältnis zu seinem Sohn aufzubauen. Doch eines Tages ...

Niels Oxen versucht die Ereignisse um den Danehof hinter sich zu lassen. Er macht eine Therapie, wohnt in einer richtigen Wohnung und versucht das Verhältnis zu seinem Sohn aufzubauen. Doch eines Tages steht Axel Mossmann vor seiner Tür und bittet ihn um einen Gefallen…

Ganz schnell findet sich hier das Team um Oxen, Mossmann und Margrethe Franck wieder zusammen. Sie sind auch in diesem Teil wieder einer Verschwörung auf der Spur. Zwischendurch gibt es immer noch Momente, in denen Niels Oxen von seinen traumatischen Erlebnissen übermannt wird. Doch diese Szenen sind deutlich weniger geworden.

Die Geschichte von „Oxen Lupus“ ist ähnlich aufgebaut wie die Danehof Trilogie. Da es sich aber um ein einzelnes Buch handelt und nicht um eine Trilogie, ist die Geschichte weniger komplex. An Spannung lässt aber auch dieses Buch nichts zu wünschen übrig.

Obwohl alle drei Hauptpersonen meistens alleine operieren, passiert ständig etwas und die Handlung wird schnell vorangetrieben. Es gibt einen Handlungsstrang, bei dem mir bis gegen Ende nicht klar war, was er mit dem Rest der Handlung zu tun hat. Aber natürlich wird auch dieser hinreichend aufgeklärt.

Der Autor Jens Henrik Jensen versteht es, seine Leserschaft spannend zu unterhalten. Er baut immer wieder Finten in die Erzählung ein und legt falsche Fährten. Oft fragt man sich als Leser*in, wer gut und wer böse ist. Wie Niels Oxen zweifelte auch ich immer wieder an den Motiven der Personen. Doch auch das trägt dazu bei, dass ich unbedingt wissen wollte, wie alles zusammenhängt und ob Oxen den falschen Personen vertraut.

Gelesen wird auch dieses Hörbuch wieder von Dietmar Wunder, der mit seiner tiefen, melodischen Stimme für ein tolles Hörerlebnis sorgt. Dabei gefällt mir, wie auch bei den anderen Teilen, am besten, wie er den ehemaligen PET-Chef Axel Mossmann spricht.

Ich hoffe, es wird noch weitere Teile der Niels Oxen Serie geben und dass diese auch wieder als ungekürztes Hörbuch erscheinen.