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Veröffentlicht am 17.11.2024

Ein "schrecklich gutes" Buch

Unsichtbare Wunden
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Selten tue ich mich so schwer mit einer Rezension, wenn mir ein Buch dermaßen gut gefallen hat. Doch das Buch hat mehr in mir ausgelöst, als nur Gefallen - viel mehr. Es beschäftigt mich, wirkt noch lange ...

Selten tue ich mich so schwer mit einer Rezension, wenn mir ein Buch dermaßen gut gefallen hat. Doch das Buch hat mehr in mir ausgelöst, als nur Gefallen - viel mehr. Es beschäftigt mich, wirkt noch lange nach, wühlt eigene (schmerzhafte) Erinnerungen auf und begeistert mcih gleichzeitig. Dieses Kuddelmuddel in mir kann ich schwer in Worte fassen. Doch gerade das, finde ich, macht das Buch zu einem so guten, wertvollen Werk.

Anna wird in ihrer Schulklasse systematisch fertiggemacht. Es fängt recht harmlos an. Eine neue Mitschülerin in der Klasse hängt sich an Annas beste Freundin und fängt an, gegen Anna zu sticheln und sie arrogant zu nennen. Das breitet sich aus. Das Mobbing wird immer stärker und verletzender und schließlich geht es so weit, dass sich bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Mitschüler aktiv beteiligen.

Der Leser erlebt das Ganze im Nachhinein aus Annas Tagebucheinträgen und durch Antons Augen, der Annas bester Freund und auch Mitschüler der Klasse war. Die Tagebucheinträge werden von Simon, dem Vater der Protagonistin gelesen und auch seine Perspektive findet Beachtung.

Dieses Buch verdient einen (Jugendbuch)Preis. Es zeigt ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Gefühl, welche Auswirkungen Mobbing haben kann. Wie leicht es für die "Täter" ist, zu solchen zu werden, sich an dem Mobbing zu beteiligen und es nicht einmal als Grausamkeit wahrzunehmen.
Und wie schrecklich es für das Opfer ist, wird sehr, sehr deutlich gezeigt.
Es sind nicht nur die Bemerkungen in der Schule, die schmerzen. Das Opfer, in diesem Fall die Protagonistin Anna, vereinsamt zunehmend, weil sie sich zunächst natürlich von den Tätern zurückzieht, im weiteren Verlauf aber auch von ihrem Vater, der sie nicht versteht, von Anton, ihrem besten Freund, weil der ja eh nichts für sie tun kann und sie nur noch mehr Spott abbekommt, wenn sie mit ihm zusammen ist und schließlich sogar von Freunden, mit denen sie per Email in Kontakt steht.
Anna (ebenso wie die meisten Mobbingopfer, denke ich) kommt schließlich selbst zu der Überzeugung, dass es wahr ist, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie glaubt, dass sie scheiße ist (entschuldigt den Ausdruck, aber genau so empfindet es das Opfer!) und dass schließlich dann auch die anderen Kontaktpersonen das merken müssten, daher zieht sie sich immer mehr zurück.

Mir ging es als Leser so, dass ich teilweise zu Anna wurde und mit ihr gelitten habe und gleichzeitig eine Beschützerrolle einnehmen wollte, das Bedürfnis hatte, dieses Mädchen in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, dass es nicht wahr ist.

Aber auch in die anderen Personen konnte ich mich gut einfühlen, so zum Beispiel in Anton, den besten Freund, und Simon, dem Vater des Opfers und zum Schluss sogar in zwei der Täter, die völlig überrollt waren von den Auswirkungen dessen, was sie als harmlos empfunden haben, was ja schließlich alle mitgemacht haben und keiner so gewollt hat.

Das Ende fand ich noch mal richtig gut, Astrid Frank hat noch mal draufgelegt! Es beantwortet einige Fragen, bietet aber immer noch Raum für eigene Interpretation und lässt den Leser zurück mit einem ... wie soll ich sagen...
...
...

WOW!

Es ließ mich ziemlich sprachlos zurück, weil ich das alles noch gar nicht packen konnte. Da steckt so viel drin, das geht gar nicht alles in meinen Kopf - vor allem steckt da auch so viel Gefühl drin, das ich gar nicht alles so schnell verarbeiten kann.
Nach vier Wochen schreibe ich endlich diese Rezi und bin immer noch völlig geplättet. Natürlich geht der Alltag weiter und ich bin nicht ständig mit diesem Thema beschäftigt, doch es lässt mich auch nicht mehr los.

DANKE, Astrid, für dieses tolle Buch! Ich hoffe, dass es noch viele Menschen so erreicht und bewegt, wie es mich erreicht und bewegt hat und es immer noch tut. Es ist wirlich, wie in der Überschrift gesagt, schrecklich gut - denn es ist fantastisch, wunderbar einfühlsam und mitreißend, aber gerade dadurch wird das Schreckliche, das Anna erlebt, auch für mich als Leser spürbar und tut mir mit weh.
Ich hoffe, dass das Buch auch in Schulklassen gelesen wird und freue mich sehr, dass die Autorin alles tut, um das zu ermöglichen.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Wer bin ich wirklich? Traue ich mich, ich selbst zu sein?

Einfach nur Paul
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„Einfach nur Paul“ war ein Wunschbuch, nachdem ich mehrere Bücher von Tania Witte bzw. Ella Blix (Tania Witte & Antje Wagner) gelesen und genossen habe. Beide haben einen schönen Schreibstil, der mich ...

„Einfach nur Paul“ war ein Wunschbuch, nachdem ich mehrere Bücher von Tania Witte bzw. Ella Blix (Tania Witte & Antje Wagner) gelesen und genossen habe. Beide haben einen schönen Schreibstil, der mich in die Geschichte hineinzieht und mich mit den Protagonisten mitfühlen lässt.

Leider habe ich nicht herausbekommen, wie alt Paul ist (vielleicht habe ich es aber auch überlesen oder verpeilt, durchaus möglich), als er erfährt, dass er adoptiert ist.

Schon vorher hatte er mit Diskrepanzen zwischen seinem Selbstbild und dem Bild, das er seinen Freunden von sich übermittelt, zu kämpfen. Dieses Ereignis nun stellt sein ganzes Denken und Fühlen erst recht auf den Kopf.

Mir gefällt an dem Buch, dass ich mich in Paul hineinversetzen kann und seine Emotionen mir realistisch erscheinen. Ebenso sein „Über“-denken. Paul ist ein Jugendlicher, der nicht weiß, was er fühlen, denken, glauben, leben soll. Das kommt gut rüber. Er macht aber auch eine Entwicklung durch. Zudem gefällt mir seine liebevolle Beziehung zu seiner Schwester.

Auch das Ende ist schön und überzeugend – nicht Friede-Freude-Eierkuchen und heile Welt, sondern ein beginnender Prozess des Verstehens, der Akzeptanz und Selbst-Akzeptanz.

Ein Buch, welches ich sehr gern gelesen habe und sehr gern weiterempfehle. Von mir völlig überzeugte 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Wer bin ich wirklich? Traue ich mich, ich selbst zu sein?

Einfach nur Paul
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„Einfach nur Paul“ war ein Wunschbuch, nachdem ich mehrere Bücher von Tania Witte bzw. Ella Blix (Tania Witte & Antje Wagner) gelesen und genossen habe. Beide haben einen schönen Schreibstil, der mich ...

„Einfach nur Paul“ war ein Wunschbuch, nachdem ich mehrere Bücher von Tania Witte bzw. Ella Blix (Tania Witte & Antje Wagner) gelesen und genossen habe. Beide haben einen schönen Schreibstil, der mich in die Geschichte hineinzieht und mich mit den Protagonisten mitfühlen lässt.

Leider habe ich nicht herausbekommen, wie alt Paul ist (vielleicht habe ich es aber auch überlesen oder verpeilt, durchaus möglich), als er erfährt, dass er adoptiert ist.

Schon vorher hatte er mit Diskrepanzen zwischen seinem Selbstbild und dem Bild, das er seinen Freunden von sich übermittelt, zu kämpfen. Dieses Ereignis nun stellt sein ganzes Denken und Fühlen erst recht auf den Kopf.

Mir gefällt an dem Buch, dass ich mich in Paul hineinversetzen kann und seine Emotionen mir realistisch erscheinen. Ebenso sein „Über“-denken. Paul ist ein Jugendlicher, der nicht weiß, was er fühlen, denken, glauben, leben soll. Das kommt gut rüber. Er macht aber auch eine Entwicklung durch. Zudem gefällt mir seine liebevolle Beziehung zu seiner Schwester.

Auch das Ende ist schön und überzeugend – nicht Friede-Freude-Eierkuchen und heile Welt, sondern ein beginnender Prozess des Verstehens, der Akzeptanz und Selbst-Akzeptanz.

Ein Buch, welches ich sehr gern gelesen habe und sehr gern weiterempfehle. Von mir völlig überzeugte 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.10.2022

Ein mysteriös-spannender und charakterstarker Jugendroman

Wild. Sie hören dich denken
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Vier jugendliche Straftäter - Noomi, Olympe, Ryan und Flix, aus verschiedenen Teilen Berlins, treffen in dem Waldcamp "Feel Nature" in der sächsischen Schweiz aufeinander. Sie alle haben ihre Gründe, warum ...

Vier jugendliche Straftäter - Noomi, Olympe, Ryan und Flix, aus verschiedenen Teilen Berlins, treffen in dem Waldcamp "Feel Nature" in der sächsischen Schweiz aufeinander. Sie alle haben ihre Gründe, warum sie straffällig geworden sind. Von Noomi wissen wir von Anfang an (auch schon durch den Klappentext), dass sie es darauf angelegt hat, in das Camp geschickt zu werden, denn sie will herausfinden, was vor einem Jahr mit ihr in diesem Wald geschah - an dem Tag, der aus ihrem Gedächtnis völlig ausgelöscht ist.
Von den übrigen dreien, aber natürlich auch von Noomi selbst, erfahren wir im Verlauf der Geschichte, wer sie sind, was sie fühlen und denken und was sie zu der Tat verleitet hat wegen derer sie in dieses Camp geschickt wurden. Die Story wird jeweils aus der Perspektive einer der vier Jugendlichen und eines oder einer gewissen "X" geschildert. Von Anfang an bis kurz vor Schluss habe ich gerätselt, was es mit Person X auf sich hat. Wer ist X und was will er oder sie von den vieren? Aber auch die Hintergründe und die Gedanken und Ängste von Noomi, Olympe, Ryan und Flix fand ich sehr interessant zu lesen. Ich konnte die vier vor meinem inneren Auge sehen.
Die vier werden recht schnell zu einer Gemeinschaft und zusammen versuchen sie, den Geschehnissen im Wald auf den Grund zu gehen. Dabei kommt auch die Beschreibung der Landschaft, des Waldes also, nicht zu kurz. Im Gegenteil, er wird so lebendig geschildert, dass man ihn sich sehr gut vorstellen kann.
Was ist jedoch das große Geheimnis des Waldes? Bei der Suche danach treten die jeweiligen Stärken der Jugendlichen zutage. Besonders Noomi und Olympe nutzen ihre besonderen Fähigkeiten, um Fragen beantwortet zu bekommen. Und nicht nur für Noomi wird die Aufklärung von immer entscheidenderer Bedeutung.
Nebenbei regt das Buch zum Nachdenken über den Status von Mensch und Tier an - ist der Mensch wirklich die Krone der Schöpfung? Haben Tiere eine eigene Sprache und sind wir nur unfähig, sie zu verstehen? Auch diese Fragen werden auf interessante Art und Weise in das Geschehen eingebunden.
Das Ende fand ich dann etwas abrupt. Ja, die Geheimnisse werden tatsächlich gelüftet und die Geschehnisse erklärt. Aber was dann? Wie können sie damit umgehen? Und wie geht die Umwelt damit um? Es gibt ja Ereignisse, die sich nicht verheimlichen lassen und die vier leben ja nicht im luftleeren Raum. Wie erklären sie das Ergebnis ihrer Erfahrungen zum Beispiel den Campleitern? Das bleibt alles offen.
Dass das alles der eigenen Fantasie überlassen wird, finde ich etwas schade. Es gab im Verlauf der Story so viele Erklärungen und dann auf einmal gar keine mehr...
Nichtsdestotrotz kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und hatte Spaß beim Lesen. Gerne lese ich, als erwachsene Frau, die Jugendbücher liebt, weitere Bücher des Autorenduos Antje Wagner und Tania Witte - alias Ella Blix.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Auch als gläubiger Christ ist das (Hör)Buch ein Gewinn

Das Jesus-Video
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Ich liebe dieses Hörbuch einfach und ich höre es immer wieder.
Stephen Foxx, ein Student aus den USA nimmt als freiwilliger Helfer an einer archäologischen Ausgrabung in Israel teil. Dort findet er in ...

Ich liebe dieses Hörbuch einfach und ich höre es immer wieder.
Stephen Foxx, ein Student aus den USA nimmt als freiwilliger Helfer an einer archäologischen Ausgrabung in Israel teil. Dort findet er in einem Grab aus etwa dem Jahr 30 n.Ch. die Bedienungsanleitung für eine Sony Videokamera. Natürlich fragt er sich, was das Ganze zu bedeuten hat. Nach einigen Überlegungen kommt er zu dem Schluss, dass es sich bei dem Skelett in dem Grab um einen Zeitreisenden aus der Zukunft handeln muss, denn wie sich herausstellt, wird die Kamera, zu der die Bedienungsanleitung gehört, in frühestens drei Jahren auf den Markt kommen.
Doch was hat es zu bedeuten, dass die Bedienungsanleitung in dem Grab lag? Er kommt zu dem Schluss, dass irgendwo in Israel die Kamera versteckt sein muss. Und dass der Zeitreisende vor 2000 Jahren nur ein Motiv zum Ziel gehabt haben kann: Jesus Christus.
Zum selben Schluss kommt auch John Kaun, Geldgeber der Ausgrabung, der nach dem Fund an der Ausgrabungsstelle auftaucht und Experten zu Rate zieht, die mit ihren jeweiligen Fähigkeiten dazu beitragen sollen, das Versteck dieser Videokamera zu finden.
Zwischen Stephen Foxx samt seinen Freunden Judith und Yehoshua Menez auf der einen Seite und dem Multimillionär John Kaun auf der anderen Seite entbrennt ein atemberaubender Wettlauf, in dessen Verlauf sich der Vatikan einschaltet, ein abgeschiedenes, fast vergessenes Kloster mit einer handvoll Mönchen und schließlich auch das israelische Militär eine Rolle spielen.
Die Charaktere werden in diesem Buch sehr glaubhaft dargestellt und ich kann sie mir lebhaft vorstellen. Es wird zudem eine gute Spannung aufgebaut. Gelesen wird das Buch von Matthias Koeberlin sehr ansprechend und mitreißend. Er ist großartig!

Schließlich das Resümee, welches Stephen Foxx aus den ganzen Ereignissen zieht - ich möchte natürlich nicht zu viel verraten. Aber ich finde das Resümee auch als gläubiger Christ als Gewinn. Auch wenn ich es nicht eins zu eins bejahen würde und mir das Geschenk der Vergebung fehlt, ist es doch für mich nachvollziehbar und ansprechend.

Ich kann dieses Hörbuch wirklich von ganzem Herzen empfehlen - auch gegenüber der gekürzten Version, die ich zwar auch schon mehrfach gehört habe, der aber einfach einiges fehlt. Denn die Kürzungen sind zum Teil doch recht erheblich. Lasst Euch auf die unglaubliche Geschichte ein und verfolgt selbst den spannenden Wettbewerb, das ist meine Empfehlung.

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