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Veröffentlicht am 12.04.2026

Aufwühlend und Nachdenklich über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern

Niemands Töchter
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Mich hat das Buch von Niemands Töchter sehr beeindruckt. Es ist ein aufwühlender, emotionaler und gleichzeitig sehr nachdenklicher Roman über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern.

Im Mittelpunkt ...

Mich hat das Buch von Niemands Töchter sehr beeindruckt. Es ist ein aufwühlender, emotionaler und gleichzeitig sehr nachdenklicher Roman über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern.

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen zwei Frauen: Alma und Isabell. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Alma wächst in den 1980er-Jahren in Mayen in der Eifel auf. Isabell lebt in Berlin und ist Balletttänzerin. Doch die beiden Frauen haben eine Verbindung und genau um diese Verbindung geht es in dem Roman.

Es geht um Mütter und Töchter, um unsere Wurzeln und die Zugehörigkeit zu unserer Familie. Es geht um alleinerziehende Frauen, um die Suche nach der eigenen Herkunft und um das Schweigen innerhalb von Familien, wenn Dinge unbequem werden.

Der Roman hat ein großes Figurenensemble. Die verschiedenen Blickwinkel wechseln sehr schnell und teilweise unvermittelt, daran musste ich mich zunächst gewöhnen. Das erfordert viel Aufmerksamkeit.

Die Sprache der Autorin ist sehr bildhaft und authentisch, da sowohl der Berliner Dialekt als auch der Eifeler Dialekt eine Rolle spielen. Die verschiedenen Zeitebenen und Zeitsprünge waren ebenfalls am Anfang eine Herausforderung, was sich im Laufe des Buches jedoch deutlich gelegt hat.

Für mich ist dies ein Roman, den ich so schnell nicht vergessen werde, da er mir sowohl Gänsehaut beschert als auch zu Tränen gerührt hat. Ein intensives Leseerlebnis, das ich nicht missen möchte, auch wenn es mich an einigen Stellen durchaus gefordert hat.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Einfühlsam geschrieben

Und immer wieder geht die Sonne auf
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Elli Poletti hat einen wunderschönen Liebesroman geschrieben, der einen direkt in Urlaubsstimmung versetzt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Kleo. Sie hat gerade ihre Schwester Sophie verloren. Sophie ...

Elli Poletti hat einen wunderschönen Liebesroman geschrieben, der einen direkt in Urlaubsstimmung versetzt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Kleo. Sie hat gerade ihre Schwester Sophie verloren. Sophie ist an Krebs gestorben, und das ganze Leben der Familie hat sich lange Zeit nach der Krankheit ausgerichtet. Die Krankheit nimmt einen großen Raum in dem Roman ein, da sie noch mehrfach in anderen Zusammenhängen erwähnt wird und auch innerhalb der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Dies als Triggerwarnung, falls dich dieses Thema belastet.

Kleo ist in ihrer Trauer gefangen. Sie ist einsam und wütend. Auch ihr Freund Lenny kann nicht mehr zu ihr durchdringen, weshalb sie eine Beziehungspause einlegen. Sophies großer Traum war es, den Seestern-Strand in Panama zu sehen. Kleo möchte ein Andenken an ihre Schwester dorthin bringen und hofft, in Panama besser mit deren Tod umgehen zu können.

Doch zunächst ist Panama nicht besonders freundlich zu ihr – bis sie auf Tommy und seine Pension trifft. Durch ihn und die anderen Gäste findet sie langsam zurück ins Leben. Als sie dann Carlos begegnet, weckt er zwiespältige Gefühle in ihr.

Der Roman ist sehr einfühlsam geschrieben und voller liebevoller Details. Man merkt deutlich, dass die Autorin hier ein Herzensprojekt verarbeitet hat. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, und man träumt sich schnell an den Strand von Panama und hört förmlich die Wellen rauschen.

Eine Geschichte fürs Herz, die zum Träumen einlädt und wieder Hoffnung spüren lässt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Krimi mit Urlaubsflair und charmanten Charakteren

Gefährliche Aussicht
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Eine Kommissarin in einem Mordfall, der ihr sehr nahegeht. Mit viel Urlaubsflair und liebevoll gezeichneten Charakteren hat mich dieser Kriminalfall erneut gut unterhalten.

Marie Mercier lebt bei ihrer ...

Eine Kommissarin in einem Mordfall, der ihr sehr nahegeht. Mit viel Urlaubsflair und liebevoll gezeichneten Charakteren hat mich dieser Kriminalfall erneut gut unterhalten.

Marie Mercier lebt bei ihrer Großtante Léonie auf deren Hof und ist ein herzlicher, familiärer, aber manchmal auch etwas ungeduldiger Charakter. Sie ermittelt leidenschaftlich gerne und versucht dabei, schnell zu den Fakten zu kommen. Doch gerade im beschaulichen Périgord ticken die Uhren etwas anders – was ihr im Grunde auch so gut an dieser Region gefällt.

Der Roman lebt von seinen Figuren und deren Eigenarten. Da ist Georges, der Gehilfe des Hofes, der mit seinen beiden Trüffelschweinen Joseph und Augustine ebenfalls dort lebt. Georges ist mein absoluter Lieblingsnebencharakter, und ich hatte ihn schon im ersten Band ins Herz geschlossen. Auch L éonies beste Freundin Rose hat ihre ganz besonderen Eigenheiten.

Die Geschichte entwickelt sich zunächst ruhig, um dann zunehmend an Fahrt aufzunehmen. Der Ermittlungsanteil ist zu Beginn und am Ende des Romans stark präsent, während er in der Mitte etwas abflacht. Insgesamt empfinde ich das Verhältnis zwischen Ermittlungen, Nebengeschichten und privaten Ereignissen jedoch als gut ausgewogen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, lebendig und angenehm zu lesen. Man taucht tief in die Region ein und erhält auch atmosphärisch ein sehr stimmiges Bild davon. Auch wenn ich bereits zur Mitte hin eine Vermutung hatte, ist der Fall keineswegs leicht zu durchschauen. Einige geschickt eingestreute Verdächtigungen sorgen beim Miträtseln für zusätzliche Spannung.

Ein Krimi mit liebevollen Charakteren, Kulinarik und sich langsam aufbauender Spannung, der weit mehr ist als nur eine gute Urlaubslektüre – der aber gleichzeitig große Lust auf Frankreich oder andere schöne Urlaubsregionen macht.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Grandioser Auftakt

Die weiße Nacht
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Anne Stern ist es einmal wieder gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Der Auftakt mit der Fotografin Lou Faber und Kriminalkommissar Alfred König ist der Autorin exzellent gelungen. ...

Anne Stern ist es einmal wieder gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Der Auftakt mit der Fotografin Lou Faber und Kriminalkommissar Alfred König ist der Autorin exzellent gelungen.

Hier wird die Nachkriegszeit, genauer gesagt der Hungerwinter 1946/47, greifbar und eindrucksvoll nachvollziehbar.

Lou findet eine Frauenleiche, aufgebahrt mit gefalteten Händen. Kommissar König leitet die Ermittlungen. Doch was will der Täter mit der besonderen Positionierung der Leiche sagen? König und seine Kollegen stehen schnell unter Druck, als eine zweite Leiche gefunden wird.

Was diesen Roman so besonders macht, ist zum einen die einnehmende Sprache und zum anderen die exzellente Recherche der Autorin. Sie beschreibt das Setting äußerst plastisch und lebensnah. Die Figuren wirken greifbar und menschlich, mit all ihren Stärken und Schwächen. Zudem gibt es einige Nebengeschichten, die den Kriminalroman zusätzlich bereichern. Man kann miträtseln und mitermitteln, was mir besonders viel Freude bereitet hat.

Die verschiedenen Perspektiven ermöglichen es uns Lesenden, die Figuren näher kennenzulernen und auch ihre Gedankenwelt besser zu verstehen. Hunger und Kälte ziehen sich wie ein roter Faden durch den Roman, der Schwarzmarkthandel floriert, und die mangelhafte Ausstattung der Polizei erschwert König die Ermittlungsarbeit.

Sehr intensiv ist die Erzählweise und die Art, wie die Autorin die Geschichte vorantreibt. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr zieht einen die Handlung in ihren Bann. Für mich ein überzeugender Auftakt, der auf weitere vielversprechende Fälle hoffen lässt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein viktorianischer Krimi mit süffisanten Elementen

Inspector Swanson und das Kabinett der Kuriositäten
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Ein viktorianischer Krimi mit süffisanten Elementen über einen geradlinigen Ermittler, der mithilfe einer genialen Idee aus seinem persönlichen Umfeld zur Aufklärung des Falls beiträgt.

Chief Inspector ...

Ein viktorianischer Krimi mit süffisanten Elementen über einen geradlinigen Ermittler, der mithilfe einer genialen Idee aus seinem persönlichen Umfeld zur Aufklärung des Falls beiträgt.

Chief Inspector Donald Swanson hat mir als Figur sehr gut gefallen. Er besitzt Persönlichkeit und Ausstrahlung und zeigt trotz seines beruflich harten Alltags innerhalb seiner Familie eine ganz andere, ruhigere und liebevollere Seite. Besonders überzeugt hat mich die Konstruktion des Falls, der mit einigen geschickt platzierten Fallstricken zu überraschen weiß. Ich lag völlig auf der falschen Fährte und hatte andere Verdächtige im Blick, als sich am Ende die tatsächliche Lösung offenbarte.

Der Schreibstil des Autors ist sehr anschaulich und von einem süffisanten, leicht humorvollen Unterton geprägt. Es gelingt ihm, der Geschichte klare Konturen zu verleihen, ohne dabei zu ausschweifend zu werden – was mir ebenfalls sehr positiv aufgefallen ist. Die Atmosphäre der gesamten Erzählung ist stimmig, und man kann sich als lesende Person wirklich in das London des Jahres 1896 hineinversetzen.

Das Ende ist interessant gestaltet. Ich war überrascht, aber auch ein wenig entsetzt über den gesamten Hintergrund der Geschichte. Insgesamt ein überzeugender Krimi, den ich gerne weiterempfehle.

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