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Veröffentlicht am 31.01.2021

Teil 1 der Koblenz-Saga

Das Rosenpalais
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Zeiten des Umbruchs verlangen mutige Entscheidungen dieser Satz des Klappentextes beschreibt sehr zutreffend die Situation, in der sich die Protagonisten der Story über die Süßwarenfamilie Dorn in Koblenz ...

Zeiten des Umbruchs verlangen mutige Entscheidungen dieser Satz des Klappentextes beschreibt sehr zutreffend die Situation, in der sich die Protagonisten der Story über die Süßwarenfamilie Dorn in Koblenz befinden. Das Cover ist bunt gehalten. Im Vordergrund sind Rosen zu erkennen. Im Hintergrund ist eine elegant gekleidete Frau in einem türkisfarbenen Kleid, welche eine weiße Treppe hinaufschreitet. Der Klappentext beschreibt kurz und präzise den konkreten Handlungsrahmen, ohne auf entscheidende Details hinzuweisen. In dem Roman geht es um Ella Dorn, welche aufgrund eines bevorstehenden Bankrotts versucht das Unternehmen der Familie zu retten. Durch geschicktes sowie taktisches Verhalten, Durchsetzungsvermögen und einer kleinen Spur Egoismus, schafft sie es das Unternehmen stückweise umzubauen. Die Hauptfigur besticht durch eine starke, differenzierte Persönlichkeit, welche mich durchaus überzeugt hat. Als wesentliche Nebenfiguren treten Ellas Bruder Eric Dorn; Ellas Ehemann Sebastian Lombard; Ihre Freundin Louise Dalberg sowie Ellas Cousine Helene Dorn auf. Sebastian Lombard macht dabei eine charakterliche Wandlung durch. Anfangs durch die „Zweckheirat“ mit Ella sehr kühl und berechnend auftretend, entwickelt er im Laufe der Geschichte immer mehr Gefühle und Familiensinn. Louise Dalberg ist eine sehr sympathische Persönlichkeit. Als gute Freundin von Ella steht sie ihr stets zur Seite und muss gegen Ende des Romans eine schwerwiegende persönliche Entscheidung treffen. Die Spannung der Geschichte lebt von der Entwicklung der „Beziehung“ von Ella und Sebastian, sowie von der Umstrukturierung von der Süßwarenfabrik zu einer Schokoladenmanufaktur. Der Aufbau ist stringent und es sind keine Zeitsprünge erkennbar. Die Geschichte spielt in den zwanziger Jahren und somit ist die zeitliche Einordnung für den Leser gut nachvollziehbar. Der Schreibstil ist locker, leicht und ist sehr gut lesbar. Die Autorin verzichtet dabei auf eine verblümte und verspielte Sprache, was das Leseerlebnis aber in keiner Weise mindert. Als Besonderheiten sind ein Personenverzeichnis, sowie am Anfang und Ende des Buches ein Rezept zum Nachbacken zu erwähnen. Die Zielgruppe der Erzählung kommen Schokoladenfans, Anhänger von Familienromanen, sowie tendenziell Frauen in Betracht. Mir persönlich hat der Roman um die Familie Dorn gut gefallen, da ich viele Jahre in Koblenz gelebt habe, sind mir einige in der Erzählung beschriebene Orte sehr gut im Bilde. Der Autorin ist eine gute, interessante Unternehmens- und Familiengeschichte gelungen und somit bin ich auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 05.01.2021

Musik und Liebe

Gezeitenstürme
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Das Cover von „Gezeitenstürne“ macht Lust auf den nächsten Urlaub an Nord- oder Ostsee. Man möchte gerne mit den beiden jungen Damen tauchen, die auf das Meer hinaussehen.
Der Klappentext reißt nur im ...

Das Cover von „Gezeitenstürne“ macht Lust auf den nächsten Urlaub an Nord- oder Ostsee. Man möchte gerne mit den beiden jungen Damen tauchen, die auf das Meer hinaussehen.
Der Klappentext reißt nur im Entferntesten an, um was es in dem Roman eigentlich geht. Denn es geht um viel mehr. Der Roman spielt größtenteils nach dem zweiten Weltkrieg auf einem Hof an der Nordsee. Recht schnell wachsen einem Georg und Elli ans Herz. Die Liebe der Beiden ist so zart und berührend, dass man mit beiden regelrecht mitfiebert, ob sie ihre Liebe leben können.
Aber es geht um so viel mehr: der Alltag in der Nachkriegszeit, wie man sich so arrangiert, um die Erziehung zur damaligen Zeit, um den Umgang mit desertierten Soldaten, um den Schwarzmarkt, der viele Menschen erfinderisch macht und natürlich um Musik.
Die Geschichte ist gut strukturiert und konzipiert. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, denn es kamen überhaupt keine Längen auf und ich habe mich stets gut unterhalten gefühlt. Größtenteils wird der Roman chronologisch erzählt, abgesehen von ein paar Zeitsprüngen in das Jahr 1949, welche aber die Spannung nach meinem Gefühl noch mehr steigerten.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön und sehr gut zu lesen. Ich bin wunderbar eingetaucht in diese Sprache und habe es genossen. Die Dialoge stehen in einem guten Verhältnis zu den beschreibenden Passagen im Buch.
Dieses Buch ist kein reiner Frauenroman, auch wenn es auf den ersten Blick so klingen mag. Er ist nicht überfrachtet mit kitschigen Passagen, sondern erzählt gefühlvoll die Lebensgeschichte von Georg und Elli, sodass ich das Buch auch Männern ans Herz lege, die gerne etwas über die schwere Nachkriegszeit und das Landleben lesen möchten.
Ein wunderbarer Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle und dem ich viele Leser wünsche. Marlies Folkens schreibt auch unter dem Pseudonym Fenja Lüders (für alle Leser, die auf den „Geschmack“ gekommen sind). In dem Buch verarbeitet die Autorin übrigens Erinnerungen ihrer Mutter an das Ende des zweiten Weltkrieges.

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Veröffentlicht am 02.01.2021

Ein Buch mit Potential

Krone der Welt
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Amsterdam, so wie Sie es noch nie gesehen haben. Der Aufstieg einer kleinen Stadt zu einer der großen Metropolen Europas der frühen Neuzeit.
Das Cover ist sehr geschmackvoll gestaltet, auch der Klappentext ...

Amsterdam, so wie Sie es noch nie gesehen haben. Der Aufstieg einer kleinen Stadt zu einer der großen Metropolen Europas der frühen Neuzeit.
Das Cover ist sehr geschmackvoll gestaltet, auch der Klappentext deutet nur an, um was es in diesem Buch geht, dabei ist dieser Roman so viel mehr. Der Aufstieg Amsterdams ist mit den drei Geschwistern Vincent, Ruben und Betje eng verknüpft. Wie die Kinder heranwachsen, so wächst auch diese Stadt immer mehr und wird zu der Metropole und zu dem Handelszentraum, welche es zur damaligen Zeit war. Leider liegt der Fokus ein wenig zu sehr auf Vincent, der als Architekt sich um die Bauten der Stadt bemüht, sein Bruder Ruben fährt zur See und Betje wird zu einer angesehenen Köchin. Es treten zahlreiche Nebenfiguren im Laufe der Geschichte auf, sodass man als Leser froh ist ein Personenregister zu Hand zu haben.
Der Roman speist seine Spannung aus zwei Elementen, einmal aus der persönlichen Geschichte der drei Geschwister, zum anderen aus dem Aufstieg Amsterdams. Die ersten Jahre werden sehr ausführlich und detailreich dargestellt, wohin gegen das letzte Drittel des Buches vor allen Dingen durch seine Zeitsprünge und Zeitraffungen auffällt, die Ereignisse überschlagen sich regelrecht.
Insgesamt ist der Roman (abgesehen vom Prolog) chronologisch aufgebaut. Die Erzählperspektiven wechseln regelmäßig, wodurch es selten langweilig wird, aber man bekommt so auch einen differenzierteren Einblick in die Geschichte mit ihren unterschiedlichen Perspektiven.
Leider gibt es ein paar logische Schwächen bei dem Buch, die ich mir nicht erklären kann. So werden z.B. Dinge erwähnt oder Szenen eingestreut, die (erst einmal) scheinbar nichts mit dem Buch zu tun haben. Ich habe mich teilweise gefragt, was ich mit dieser Information soll. Das Ende des Romans ist offen gestaltet, sodass davon auszugehen ist, dass es noch mindestens einen weiteren Teil geben wird.
In dem Roman werden viele verschiedene Themen verarbeitet, für mich ein wenig zu viele. Ich hätte mir teilweise eine etwas intensivere und ausführlichere Darstellung gewünscht, denn einiges kommt meiner Meinung nach zu kurz oder wird recht schnell abgehandelt. Teilweise kam in mir das Gefühl auf, dass ich den Themen als Leserin nicht gerecht werden kann. Ich denke entweder hätte man dem Roman noch gut 200 Seiten mehr geben können, um allen Themen gerecht werden zu können oder man hätte das eine oder andere Thema / Seitenstrang aus dem Buch herausstreichen müssen. So wirkt der Roman teilweise leider etwas überfrachtet.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, ich mag diese gewaltige und detailreiche Sprache. Auch sind die Dialoge wohl gewählt und stehen in einem guten Verhältnis zu den ausgedehnten Beschreibungen und Schilderungen.
Fans historischer Romane kommen als erste Zielgruppe auf jeden Fall in Frage, genauso wie Liebhaber der Stadt Amsterdam.
Ein guter bzw. durchwachsener historischer Roman aus der Feder von Sabine Weiß. Andere Romane der Autorin haben mir definitiv besser gefallen, aber dies ist ja auch immer Geschmacksache. Ob ich einen weiteren Teil lesen werde, weiß ich noch nicht. Ich werde das wohl davon abhängig machen, wo die Autorin den Schwerpunkt bei einem zweiten setzen wird bzw. gesetzt hat.
Ich bedanke mich beim Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplar, sowie allen Mitgliedern der Leserunde bei lesejury.de.

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Veröffentlicht am 27.12.2020

Eine Liebe im Jahrhundertsommer

Der Dünensommer
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Der neue Roman von Sylvia Lott lag schon lange auf meinem SUB, endlich hatte ich Zeit gefunden und habe mich nach Norderney begeben.
Das Cover kommt recht sommerlich daher und versprüht Urlaubsfeeling ...

Der neue Roman von Sylvia Lott lag schon lange auf meinem SUB, endlich hatte ich Zeit gefunden und habe mich nach Norderney begeben.
Das Cover kommt recht sommerlich daher und versprüht Urlaubsfeeling pur. Am liebsten würde man mit der Dame im Strandkorb tauschen und den Blick auf Norderney sowie das Meer genießen.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und beleuchtet die Geschichte von zwei Familien, die über mehrere Generationen miteinander verbunden sind.
Im Sommer 1959 reist die junge Verlegergattin nach Norderney um sich zu erholen und taucht dort in eine völlig neue Welt ein. Sie lernt neue Menschen kennen, die Sie bestärken Ihren Weg zu gehen und Ihren Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Ulla lernt unter anderem den aufstrebenden Fotografen Hans kennen und mit ihm erlebt sie den sogenannten Jahrhundertsommer auf Norderney.
2018 begegnet Ullas Enkelin Kim, Hans Sohn Julian auf der Norderney, die beiden begeben sich auf eine Zeitreise ihrer Vorfahren und lernen so mach Neues über ihre Familien. Ihre Geschichte scheint enger miteinander verbunden zu sein, als Sie es zuerst geglaubt haben.
Silvia Lott legt mit „Der Dünensommer“ ihren achten Roman bei blanvalet vor und leider ist es nicht ihr bester Roman. Mir persönlich ging es zu viel um die Familiengeschichte. Zudem hätte, meiner Meinung nach, ein wenig mehr Spannung dem Roman gutgetan, denn teilweise plätschert er etwas vor sich hin.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt sehr gut und flüssig. Als Leser hat man zu keiner Zeit das Gefühl der Autorin nicht folgen zu können. Auch die Mischung und Gestaltung bzw. Anlage der beiden Zeitebenen ist gut durchgeführt. Jahresangaben vor den Kapiteln geben eine gute Orientierung und auch die Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen ist gut umgesetzt.
Als Zielgruppe kommen definitiv nur Frauen in Frage, die Liebesgeschichten lieben, denn um viel anderes geht es hier nicht, die Liebe zu Norderney und zwischen den Protagonisten steht im Vordergrund.
Ein guter Liebesroman, der eine gute Strandlektüre abgibt. Leider konnte er mich nicht zu 100% überzeugen, die Autorin kann es auf jeden Fall besser, dies heißt aber nicht, dass es ein schlechter Roman ist.
Ich bedanke mich bei der Verlagsgruppe Random House und dem blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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Veröffentlicht am 27.12.2020

Standesunterschiede und Köstlichkeiten

Die Köchin von Castamar
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Der zweite Teil von der Köchin von Castamar ist im Gegensatz zum ersten Buch mit ganz anderer dramaturgischer Konsistenz überzogen. Lag der Fokus im ersten Band im Wesentlichen auf der kulinarischen Atmosphäre ...

Der zweite Teil von der Köchin von Castamar ist im Gegensatz zum ersten Buch mit ganz anderer dramaturgischer Konsistenz überzogen. Lag der Fokus im ersten Band im Wesentlichen auf der kulinarischen Atmosphäre zwischen den einzelnen Personen, so zeigt der zweite Band die positiven und negativen menschlichen Verhaltensweisen, welche in Adelskreisen im 18. Jahrhundert noch verbreitet waren. Das Cover ist bunt gehalten, im Vordergrund zeigt sich die Rückansicht einer Frau, welche ein blaues Kleid trägt. Im Hintergrund erkennt man, wie im ersten Band, ein Anwesen. Der Klappentext beschreibt sehr vage und detailarm die Handlung und verrät damit dem Leser nicht zu viel von dem eigentlichen Inhalt. In der Fortsetzung des Buches geht es um die Probleme mit denen Clara am Hofe des Herzoges konfrontiert wird. Sie wird persönlich sehr herausgefordert und es wird ihr nahezu alles abverlangt. Sie muss sich in einem Mix aus Hoffnung, Enttäuschung, Krankheit und Demütigung am Hof beweisen. Ihre Gefühle für Don Diego lassen allerdings nur einen eingeschlagenen Weg zu.
Als besondere Nebenfiguren des Romans erscheinen, wie im ersten Band der Saga der Herzog von Castamar, Don Diego, Úrsula Berenguer, die Haushälterin von Castamar, sowie Enrique von Arcona, der Erzfeind von Don Diego, welcher skrupellos und unbarmherzig danach strebt das Leben des Herzogs und seiner Lieben zu zerstören. Alle drei Nebenfiguren zeigen im zweiten Teil ihren wahren Charakter noch stärker und geben dem Roman eine dramaturgische Untermalung. Der Handlungsinhalt markiert einige Thematiken bzw. Meinungsbilder der damaligen Zeit wie Standesunterschiede, Rassismus, Homosexualität und der immer noch vorherrschenden Unterdrückung von Frauen. Der Roman spielt im Jahr 1721, weshalb eine zeitliche Einordung gut möglich ist. Zeitsprünge sind nicht zu erkennen. Die deutsche Übersetzung der Sprache ist wie im ersten Teil sehr gut, der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich vermittelt. Der Roman richtet sich erneut tendenziell eher an Frauen und an Fans der spanischen Geschichte zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert. Mit dem zweiten Teil habe ich eine sehr spannende und dramatische Wendung der Geschichte um die Köchin Clara erlebt. In einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr den Bezug auf ihre Kochkünste wie im ersten Teil gewünscht. Trotz allem hat mich das Buch aufgrund seiner Dramaturgie überzeugt. Ich bedanke mich bei RandomHouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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